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Was passiert gerade an den Aktienmärkten

by Peter Merkle

Im neuen Marktbericht von Modern Value Investing, sehen wir uns die letzten Wochen an den Börsen an und fassen die Entwicklung der Märkte zusammen. Zuletzt waren immer wieder Abwärtsbewegungen der großen Indizes zu sehen. Vor allem mit Blick auf einen möglichen bewaffneten Konflikt in der Ukraine, zeigten sich viel Wertpapiere äußerst volatil. Beispielhaft hier die Charts des S&P 500 und des NASDAQ 100. Im Falle des S&P 500, zeigt sich ein Trend zu Fallenden Kursen und ein erhöhtes Handelsvolumen.

Die Nachrichtenlage hat hier immer wieder dafür gesorgt, dass es zu deutlichen Reaktionen an den Märkten kam. Beispielsweise haben Gold und Silber im selben Zeitraum einen starken Preissprung nach oben erlebt. Gerade für Gold gilt diese Entwicklung.

Im folgenden Artikel über die Entwicklung der Märkte, werde ich weitere Hintergrundinformationen aufarbeiten.

Betrachtung der Marktindikatoren

Der CNN Money Fear & Greed Index, der die Stimmung an den Märkten bemisst, steht bei rund 38 Prozent. Das bedeutet zwar erhöhte Vorsicht, aber noch keine extreme Panik.

Auch der VIX steht leicht erhöht, aber noch nicht auf besorgniserregenden Höhen. Der Volatilitätsindex auf den S&P 500, bemisst die Schwankungsbreite des genannten Index und wird auch als Angstindikator bezeichnet.

Betrachtet man die Terminstrukturkurve für VIX Futures, ist aktuell eine deutliche Preisdifferenz der kürzer laufenden Kontrakte zu den länger laufenden Kontrakten zu sehen. Die Kurzläufer sind hier übermäßig teuer, was für einen enormen Absicherungsbedarf in kurzer Frist spricht. Investoren sind demnach bereit, deutliche Prämien für die Futures zu bezahlen.

Außerdem ist eine starke Zunahme des Handelsvolumens an der CBOE (Chicago Board of Options Exchange) zu verzeichnen, der größten Optionsbörse der Welt. Auch das spricht für einen höheren Absicherungsbedarf, zumal auch das Put/Call Verhältnis deutlich, wenn auch nicht extrem angestiegen ist. Dieses Verhältnis spricht dafür, dass Investoren vermehrt ihre Positionen nach unten mittels Optionen absichern. Zu Wochenbeginn lag das Put/Call Verhältnis für den S&P 500 bei rund 1,34.

Sektorbetrachtung

Seit Jahresbeginn, haben vor allem die Technologiesektoren, hier musterhaft die S&P 500 Sektor Indizes, besonders starke Verluste erlitten. Aber auch Immobilienwerte kamen stark unter die Räder. Real Estate Investment Trusts (REIT) gingen am stärksten in die Knie.

Es fallen hier vor allem auch die starken Zuwächse bei den Energiesektoren auf. Öl- und Gas-Werte stehen aktuell hoch im Kurs. Exemplarisch betrachtet der SPDR S&P Oil & Gas Exploration & Production Trust:

Auch Kryptowährungen wie Bitcoin haben zuletzt starke Rücksetzer verzeichnet.

Die Sektor Betrachtung legt also den Schluss nahe, dass Investoren aktuell bevorzugt in sicherere Werte gehen und volatile bzw. risikoreichere Anlagen eher meiden. In Kombination mit den gestiegenen Goldpreisen und Gold-Werten, erhärtet sich diese Annahme.

Im gleichen Zeitraum, sind Rüstungswerte ebenfalls deutlich gestiegen. Namhafte Firmen wie Raytheon, Northrop Grumman, Lockheed Martin, Boeing und General Dynamics, sowie BAE Systems, haben tendenziell an Wert gewonnen. Bedingt durch die Art der krisenhaften Situation in Osteuropa, eine zu erwartende Entwicklung.

Die Anleihen Märkte

Betrachtet man die Anleihen Märkte, sind zuletzt die Renditen auf die wichtigen 10 jährigen Staatsanleihen gestiegen. Hier gut sichtbar an den US 10 Year Note Bonds:

Die Bonds rentieren aktuell zu rund 1,9 Prozent. Ähnliche Entwicklungen bei britischen und russischen Bonds mit 10 Jahren Laufzeit:

Diese Entwicklung spricht dafür, dass aus den Anleihenmärkten vermehrt Kapital abgezogen wird.

Auf tradingeconomics.com heißt es dazu: “Die Benchmark-Rendite 10-jähriger Schatzanweisungen erreichte einen Tiefststand von rund 1,927 % und ging von einem 30-Monats-Hoch von 2,065 % zurück, das am 16. Februar erreicht wurde, da die Anleger weiterhin die Entwicklungen in der Russland-Ukraine-Krise beobachteten und gleichzeitig die Aussichten auf eine Straffung der Geldpolitik der Federal Reserve verdauten . Das jüngste FOMC-Protokoll lieferte keine neuen restriktiven Hinweise, die zeigen, dass die Zentralbank die Zinssätze noch nicht erhöhen würde, deutete aber stark darauf hin, dass bereits im März eine Zinserhöhung bevorsteht, während sie damit beginnen wird, ihre Bilanz von fast 9 Billionen US-Dollar aufzulösen. Die US-Anleihemärkte bleiben am Montag wegen des Presidents Day geschlossen.

Fazit

Mein Fazit aus der aktuellen Entwicklung sieht so aus, dass Investoren sich gerade vermehrt in sichere Anlagen bewegen, worunter ich solide Aktientitel, ergo solide Unternehmen verstehe, sowie Rohstoffe und Edelmetalle samt entsprechender Firmen. Bonds und Wachstumsaktien scheinen in der momentanen Lage die Verlierer zu sein und auch Kryptowährungen sind unter die Räder geraten.

Meine Einschätzung wäre hier, dass man sich verstärkt auf eine schwierigere Lage an den Märkten einstellt. Erschwerend sehe ich hier auch, dass die Auswirkungen der globalen Maßnahmen noch nicht überwunden wurden, mit denen man versucht hat das Corona Virus einzudämmen. Lieferstaus, Engpässe und allgemein chaotische Zustände werden hier noch von einiger Dauer sein. Die immer noch hohe und, nach meiner Einschätzung, weiter ansteigende Inflation befeuert hier den Absicherungsbedarf.

Die neuesten Entwicklungen

Mit den Angriff der russichen Streitkräfte auf die Ukraine, hat sich am 24.02.2022 eine ohnehin schon schwierige Situation weiter verschärft. Wie zu erwarten war, haben die Aktienmärkte auf dieses Ereignis reagiert und Rohstoffe wie Öl und Edelmetalle wie Gold, haben größere Bewegungen nach oben gemacht. Da die Lage aber insgesamt noch unübersichtlich ist, kann zu diesem Zeitpunkt noch kein Fazit über die Lage gezogen werden.

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