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VISA, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zur Visa, Inc. (LinkedIn)

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Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
      • Geschichte des Unternehmens
      • Produktportfolio
      • Management
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
      • Verschuldungsgrad und finanzielle Stabilität
      • Anzahl ausstehender Aktien
      • operative Marge
      • Free Cashflows
      • Buchwert
      • Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis
    • 1.7 Aussichten
      • Unternehmensspezifische Aussichten
      • Gesamtmarkbetrachtung
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
    • 1.11 Berichte und Präsentationen
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
      • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
      • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
      • 2.2.6 Dividendendiskontierung
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

Alle relevanten Fundamentaldaten, in Form der Dokumentation für die Aufsichtsbehörden, sind hier im Archiv der Securities and Exchange Commission zu finden.

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – VISA, Inc.

Hauptsitz der Visa, Inc. im Metro Center in Foster City, Kalifornien

Das Unternehmen Visa, Inc. (V) ist ein global operierender Finanzdienstleister und gehört zu den Marktführern für Kreditkarten, Debitkarten und Guthabenkarten (Prepaid-Karten). Seit 2015 liegt das Unternehmen nach China UnionPay auf Platz 2 der größten Unternehmen im Bereich Karten-Bezahlung. Visa bietet in mehr als 200 Ländern Zahlungstechnologie an, die Kunden, Unternehmen, Finanzinstituten und Regierungen das digitale Bezahlen ermöglicht und den Geldtransfer auf der ganzen Welt erleichtert. Das Unternehmen vermarktet ausschließlich Zahlungsprodukte der Marke Visa und vergibt selbst keine Kredite, stellt keine Karten aus oder legt Preise und Gebühren fest. Visa vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe ihrer Karten (Issuing-Lizenzen) und die Abrechnung von Vertragsunternehmen (sogenannte Acquiring-Lizenzen). Das elektronische Bezahlnetzwerk „VisaNet“ verbindet Millionen von Menschen und ermöglicht es Visa, weltweit die neuesten Innovationen der Zahlungsindustrie weiter voranzutreiben. Der Hauptsitz des US-Amerikanischen Unternehmens liegt in Foster City, im Bundesstaat Kalifornien und seit seinem Börsengang, am 19. März 2008, ist die Aktie der Visa, Inc. unter der ISIN US92826C8394 an der New York Stock Exchange gelistet. Das Unternehmen ist heute ein fester Bestandteil des Dow Jones Industrial Average, des S&P 100 sowie des S&P 500-Index mit einer Marktkapitalisierung von rund 380 Mrd. US-Dollar. Der größte zu nennende Konkurrent des Unternehmens ist die Mastercard Corp., der zweite große Zahlungsdienstleister, der Zahlungskarten anbietet.

Die im Visa-Logo verwendeten Farben Blau und Gold sollen den blauen Himmel und die goldfarbenen Hügel des US-Bundesstaates Kalifornien symbolisieren, in dem die Geschichte des Unternehmens 1958 begann.

Das Geschäftsmodell von Visa ist darauf ausgerichtet, dass nur für die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen Gebühren erhoben werden, während das Risiko unbezahlter Kartenschulden von Banken und anderen Organisationen getragen wird, die die jeweiligen Karten ausgegeben haben. Damit kann das Unternehmen ein signifikantes Risiko vermeiden. Viele Produkte werden auch mit kostenlosen Girokonten als Paket angeboten, teilweise mit und ohne Grundgebühren.

Visa bietet Technologien für verschiedene Zahlungsarten an. Die 4 Haupt-Zahlungsarten sind die klassische Kartenzahlung, Kontaktloses Bezahlen, mobiles Bezahlung mittels Smartphone und Tablet via mVisa-App sowie das weltweite Internet shoppen.

Produktportfolio

Neben den bekannten Zahlungskarten, baut das Geschäft von Visa auch auf zahlreichen anderen Technologien und Geschäftsoptionen auf. Darunter fallen Click-to-pay Angebote für Konsumenten und Händler und so genannte Tab-to-pay Technologien für das einfache kontaktlose Bezahlen, das wiederum Angebote für Konsumenten, Händler und Karten-Emittenten beinhaltet. Dazu kommen noch zahlreiche Technologien, Business Tools, Lösungen für Partner und auch spezielle Angebote für Reisende.

Produkte, Technologien, AngeboteBeschreibung und Eigenschaften
KreditkartenDas Kerngeschäft von Visa wird mittels dieser Kreditkarten betrieben. Im Falle von Visa, werden diese Kreditkarten von Banken und anderen Intermediären ausgegeben und das Unternehmen stellt lediglich die Infrastruktur für deren Gebrauch bereit. Diese Karten werden in unterschiedlichen Variationen angeboten, mit einer Vielzahl von Vorteilen und Schutzmaßnahmen, die je nach Karten-Emittent variieren können. Die Kreditkarten werden angeboten als Traditionell, als Signature-Karten oder als Infinite-Karten, die jeweils unterschiedliche Vorteile bringen und Eigenschaften aufweisen.

Unterschiedliche Vorteile sind beispielsweise "Travel and Emergency Assistance Services" oder verschiedene Versicherungen, wie beispielsweise Reiserücktrittsversicherungen. Die Angebote sind sehr umfangreich und neben den Standard-Angeboten, gibt es auch eine Reihe von Sondereditionen und speziellen Angeboten.

In Deutschland werden Kreditkarten als Classic, für den täglichen Gebrauch, Gold, für mehr Freiheit und Flexibilität bei alltäglichen Ausgaben, z. B. durch einen höheren Verfügungsrahmen, Platinum, für Kunden mit überdurchschnittlich hohen Ausgaben, Infinite, als exklusivste Form der Visa Karte die ausschließlich auf Einladung erhältlich ist, Business, für kleine und mittelständische Unternehmen und Corporate für Großunternehmen angeboten.
Debit-KartenDebit-Karten, oder auch Bankkarden, werden zur bargeldlosen Bezahlung oder zur Barauszahlung am Geldautomaten eingesetzt und sind in der Regel an ein Girokonto der herausgebenden Bank gebunden. Je nach Bank oder anderen Herausgebern der Debit-Karte, können sich die Modalitäten unterscheiden. Das Girokonto wird sofort bzw. innerhalb von wenigen Tagen belastet und somit stellt die Debit-Karte eine Alternative zur Barzahlung dar, da sie auf das Girokonto zurückgreift.

Daneben existiert noch die Option einer Charge-Karte, bei der ein bezahlter Betrag nicht sofort abgebucht wird, sondern der im Laufe des Monats aufgelaufene Kreditkartensaldo am Monatsende in Summe vom Verrechnungskonto abgebucht wird. Hier besteht in der Regel ein Verfügungsrahmen, auch Kreditlimit genannt, das der Kunde ausschöpfen kann.
Prepaid-KartenPrepaid- oder Guthabenkarten, müssen mit Guthaben ausgestattet werden um sie nutzen zu können. Der Verfügungsrahmen umfasst das eingezahlte Guthaben. Visa bietet diese Karten als Aufladbare Karten an, als Geschenk-Karten (Gift cards), für die Visa auch den ReadyLink Locator zur Verfügung stellt, oder als Lohn- und Gehaltsabrechnungskarten (Payroll and Healthcare cards). Mit der Visa Buxx Card, bietet das Unternehmen auch eine Variante für Jugendliche an, die sie mit der Verwendung vertraut machen soll und dafür sorgt, dass sie ein Gespür für ihr eigenes Budget entwickeln.

Die Visa Healthcare cards ermöglichen einen einfachen Zugriff auf Krankenversicherungskassen. Diese Karten werden als FSA, HSA oder HRA-Karten ausgegeben und sind nicht in jedem Land erhältlich
- FSA: Mit einer FSA können Mitarbeiter einen Teil ihres Gehalts vor Steuern zurückstellen, um qualifizierte medizinische oder abhängige Pflegekosten zu bezahlen. Mitarbeiter können eine FSA nur über ihren Arbeitgeber erhalten.
- HSA: Eine HSA hilft Personen mit qualifizierten Krankenversicherungsplänen mit hohem Selbstbehalt, die aktuellen und zukünftigen medizinischen Ausgaben zu bezahlen. Mitarbeiter können Beiträge selbst oder über ihren Arbeitgeber arrangieren.
- HRA: Eine HRA ist normalerweise mit einer Krankenversicherung mit hohem Selbstbehalt verbunden, um einem Mitarbeiter zu helfen, qualifizierte medizinische Ausgaben zu bezahlen. Mitarbeiter können nur über ihren Arbeitgeber eine HRA erhalten, und nur der Arbeitgeber kann Mittel einbringen.
Small Business CardDie Small Business Cards von Visa werden als Infinite, Signature und Business Credit Cards angeboten. Die unterschiedlichen Produkte kommen mit verschiedenen Angeboten an Programmen und der Verfügbarkeit von diversen Business Tools.

Visa bietet die Karten für kleine und mittlere Unternehmen in 3 Ausführungen :
- Business Debit Cards
- Commercial Prepaid Cards
- Business Payroll Cards
Commercial and Government CardsDiese Kartenopition bietet Visa in 6 Varianten:
- Purchasing Cards
- Corporate Cards
- Fleet Cards
- Commercial Cards
- Government Purchase Cards
- Government Travel Cards
Click-to-PayUmfasst alle Angebote von Visa, für das digitale Bezahlen beim Online-Einkauf. Angebote gibt es für Konsumenten und für Händler.


Tap-to-PayDarunter fasst Visa alle Angebote zusammen, die mit dem kontaktlosen Bezahlen verbunden sind. Angebote unterbreitet Visa hier Konsumenten, aber auch den Herausgebern von Karten (Issuer) und Händlern.

Für die Nutzung sind kontaktlose Karten verfügbar.



Darunter fallen auch verschiedene Kooperationen wie die Verwendung von Visa-Karten mit Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay.
Bezahl-TechnologienBei seinen Technologien, weist Visa insgesamt 5 Kategorien aus:
- Visa Checkout: Die Bereits genannten Möglichkeiten für Online-Käufe und die Angebote für Kunden und Händler.
- Chip Cards: Die von Visa verwendete Chipkarten-Technologie und die Angebote des Unternehmens für Konsumenten, Herausgeber, Händler und Werbern (Acquirers)


- Visa Secure: Sicherheits-Programme und andere Angebote des Unternehmens, um den Datenschutz und Missbrauch sowie Diebstahl zu verhindern
- Visa Purchase Alerts
- Visa Sensory Branding: Visa Sensory Branding ist eine Suite digitaler Markenelemente, die gegebenenfalls Animation, Sound und haptische Vibration verwenden, um zu signalisieren, dass eine Visa-Transaktion genehmigt wurde.
Travel-SupportAuf Seiner Homepage gibt Visa hier Tips für den richtigen Umgang mit Karten auf Reisen. Einige Visa-Karten verfügen auch über die Option, den "Travel and Emergency Assistance Service" zu nutzen. Die verschiedenen Kreditkarten von Visa, bieten den Konsumenten oder auch kleinen Unternehmen unterschiedliche Vorzüge für Reisen, die mitunter einen Versicherungscharakter haben. Beispielsweise Reiserücktrittsversicherungen oder Rückerstattungen von abgesagten Reisen sowie Unfallversicherungen im Ausland etc.
Business ToolsDer Bereich Business Tools umfasst ein breites Spektrum an Angeboten von Visa. Darunter fallen Tools für kleine Unternehmen, beispielsweise die Automatisierung von Bezahlvorgängen, Amazon Business und das Visa Commerce Network, Kommerzielle Lösungen mit einem ähnlichen Angebot, Visa Direct und Visa Secure.
Partner SolutionsDarunter fasst Visa die folgenden Angebote zusammen:
- Visa Ready: Hier können Lösungen für das digitale Bezahlen zertifiziert werden. Dabei hat man die Möglichkeit, zertifizierte Lösungen zu finden oder eigenen Lösungen für zertifizieren zu lassen und an den Markt zu bringen.
- Payment Technology: Eine Zusammenfassung der von Visa angebotenen Technologien, erweitert um Lösungen wie beispielsweise Visa B2B Connect oder Visa Token Service.
- Visa Developer: Dazu gehört das Visa Developer Center und das Hauptgeschäft besteht darin, Funktionen als API´s (Application Program Interfaces) verfügbar zu machen. Von der Geldüberweisung über Transaktionskontrollen bis hin zu Reiselösungen bietet Visa Developer direkten Zugriff auf eine wachsende Anzahl von APIs, Tools und Support.
Info for PartnersAuf der Homepage bietet Visa Informationen für seine verschiedenen Kunden. Für Service Provider, Regierungen, Partner, Werber, Herausgeber, kleine und mittlere Unternehmen, Zulieferer, Fintechs etc.
Visa Consulting ans AnalyticsVisa bietet eine Reihe von analytischen Kapazitäten und Consulting-Diensten an. Außerdem verfügt Visa auch über eine große Zahl statistischer Erhebungen und Studien in den Bereichen Business und Ökonomie.
Visa Analytics PlatformDie Visa Analytics Platform ist eine leistungsstarke Anwendungssuite, die datengesteuerte Erkenntnisse und Branchen-Benchmarks liefert - alles unterstützt durch das globale Zahlungsnetzwerk von Visa und modernste Datenwissenschaft.

Nahezu alle Visa-Transaktionen weltweit werden über das direkt betriebene VisaNet des Unternehmens abgewickelt, das über insgesamt 4 sichere Rechenzentren betrieben wird, die sich in Ashburn, Virginia, Highlands Ranch, Colorado, London, England und in Singapur befinden.

Geschichte des Unternehmens

Das BankAmericard Kreditkarten-Programm:

Die Wurzeln der heute bekannten Kreditkarten reichen bis in das Jahr 1914 zurück, als Werstern Union die ersten Kundenkarten emittierte. Diese Karte bot viele verschiedene Dienstleistungen, einschließlich Zahlungsaufschub für bevorzugte Kunden. Im Laufe der Jahre haben verschiedene Hotels, Benzinunternehmen und Kaufhäuser ihren Kunden Abbuchungskarten ausgestellt. Die erste Karte, die von verschiedenen Händlern akzeptiert wurde, die Diners Club Card, wurde 1950 eingeführt. Den Händlern wurden die mit ihnen getätigten Transaktionen erstattet die Diners Club Card gegen Abzug einer geringen Gebühr. Den Kunden wurden monatlich die Gebühren in Rechnung gestellt, die ihnen auf der Karte entstanden waren, und sie mussten den vollen Rechnungsbetrag nach Erhalt bezahlen. Die Anfänge des heute bestehenden Unternehmens Visa, Inc. liegen in dem von der Bank of America 1958 gestarteten Kreditkartenprogramm, das als BankAmericard bekannt wurde. Unter dem leitenden Angestellten der Bank of America, Joseph P. Williams und dem internen Think Tank für Produktentwicklung „Customer Service Research Group“, wurde das Management 1956 von der Idee überzeugt, unaufgefordert einen Massenversand, einen so genannten „Drop“, von Kreditkarten zu organisieren. Dieser wurde schließlich 1958 durchgeführt und umfasste die Ausgabe von rund 60.000 Karten in Fresno, Kalifornien. Die Wahl fiel auf Fresno, da die Bank of America hier einen Marktanteil von rund 45 Prozent hatte, die Bevölkerung mit rund 250.000 Einwohnern die richtige Größe hatte um das Projekt erfolgreich zu starten aber zeitgleich die Kosten unter Kontrolle zu halten und schließlich deswegen, weil die relative Isolation hier den Image-Schaden begrenzen würde, sollte das Unterfangen scheitern. Zur Zeit dieses Unternehmens, bestand der Bedarf der Finanzdienstleister an einem einheitlichen Finanzinstrument, da hier eine hohe Ineffizient bestand. Viele Amerikaner verfügten über mehrere Kreditkonten bei unterschiedlichen Anbietern, was zur Folge hatte, dass eine Vielzahl an Karten mitgeführt werden mussten und separate Rechnungen zu bezahlen waren. Versuche eine „Allzweckkarte“ zu entwickeln und einzuführen, scheiterten daran, dass diese Versuche von kleinen Banken unternommen wurden, die nicht über die Reichweite und die Mittel verfügten diese zum Erfolgt zu führen. Hier setzte Williams mit seinem Team an und untersuchte das Vorgehen und die Fehler dieser Versuche. 1951 gab die Franklin National Bank auf Long Island die erste bankbasierte Abbuchungskarte heraus. Die Karte wurde nur von lokalen Händlern akzeptiert, aber bald gaben mehr als 100 andere Banken Karten aus. Den Händlern wurde von der ausstellenden Bank eine Gebühr für jede mit der Karte getätigte Transaktion berechnet, und Karteninhabern, die die gesamte Rechnung nach Erhalt bezahlten, wurden keine Gebühren oder Zinsen berechnet. Da diese frühen Bankkartensysteme jedoch nur die Region einer Bank bedienten, blieben die Gewinne niedrig.

Der Versuch mit der BankAmericard verlief reibungslos. Als der Bank of America Gerüchte bestätigt wurden, dass ein konkurrierendes Finanzinstitut in San Francisco, dem Heimatmark der Bank of America, eigenen Karten via Massenversand auf den Markt bringen möchte, begann diese im März 1959 damit, in San Francisco, Sacramento und Los Angeles ihre Karten zu verteilen. Es wurden rund 2 Millionen Karten herausgegeben und über 20.000 Händler akzeptierten die BankAmericard als Zahlungsmittel. Die Karte wurde erfolgreich im gesamten Bundesstaat Kalifornien vermarktet. Ein neuer Erfolgsfaktor war der Kreditdienst. BankAmericard bot seinen Kunden die Möglichkeit, den Restbetrag des Kontos in Raten zu zahlen, wobei eine monatliche Finanzierungsgebühr für den verbleibenden Restbetrag erhoben wurde, anstatt nach Eingang der Rechnung eine vollständige Zahlung zu verlangen. Natürlich kann der Kunde weiterhin den vollen Kontostand des Monats ohne Finanzierungskosten bezahlen. Dieser Erfolg brachte allerdings auch Probleme mit sich und zeigte schnell die Risiken auf, die mit dem Kreditgeschäft verbunden sind. Williams hatte keine Erfahrung mit dem Kreditgeschäft und es erwies sich bald, dass rund 22 Prozent der Konten für den Kreditkartenbetrug genutzt wurden. Erwartet wurden gerade einmal 4 Prozent. Daraus entstand ein enormer Rufschaden für Die Bank of America, noch verschlimmert durch die Karteninhabervereinbarung die Kunden für alle Gebühren haftbar machte, auch für diejenigen, die aus Betrug resultieren. Der Verlust für die Bank, inklusive der Kosten für Werbung und der Gesamtkosten, wird auf rund 20 Mio. US-Dollar geschätzt. Im Zuge dieser Entwicklung, verließen Joseph Williams und mehrere seiner engsten Mitarbeiter das Unternehmen.

Anstatt das Projekt allerdings einzustellen, begann die Bank of America mit Aufräumarbeiten: Es wurden angemessene Finanzkontrollen eingeführt, ein offener Brief an 3 Millionen Haushalte im ganzen Staat wurde verfasst, in dem eine Entschuldigung für den Kreditkartenbetrug und andere Probleme geleistet wurde und schließlich konnte das Finanzinstrument zum Erfolgt gebracht werden. Mit der Gründung des bekanntesten Konkurrenten, MasterCharge, der heutigen MasterCard Corporation, durch eine Allianz verschiedener kalifornischer Banken, um gegen die BankAmericard anzutreten, gab die Bank of America ihr ursprüngliches Ziel auf, die Karte nur in Kalifornien anzubieten.

1966 startete die Bank of America mit der Lizenzvergabe an Banken außerhalb von Kalifornien. Die Bildung eines Netzwerkes war die Konsequenz von Bundesbeschränkungen, die es der Bank of America nicht erlaubten in andere Bundesstaaten zu expandieren. Diese wurden erst 1994 mit dem Riegle-Neal Interstate Banking and Branching Efficiency Act of 1994 aufgehoben. Über 11 Jahre hinweg lizenzierten zahlreiche Banken das BankAmericard-System und unterstützten dieses. Bis 1970 waren so über 100 Millionen Kreditkarten im Umlauf, als das „Drop“-Verfahren, der unaufgeforderte Massenversand von Kreditkarten an Kunden, durch den Truth in Lending Act verboten wurde. In den 1960 Jahren begann auch die Lizenzierung im Ausland, wo die BankAmericard unter lokalen Markennamen herausgegeben wurde.

Dieses Lizenznehmenrprogramm, das sich in sehr kurzer Zeit und mehr als Reaktion auf die Konkurrenz durch MasterCard entwickelt hatte, litt allerdings unter einigen Markanten Schwächen. Die Bank of America pflegte zwar das Image, dass man den Anfangsproblemen inzwischen Herr geworden war, ein Mitarbeiter der die Einführung der BankAmericard im Nordwest-Pazifik überwachen sollte, stellte schnell eine wildgewachsenen Unordnung fest. Um diese Probleme zu erörtern und zu lösen, schlug dieser Mitarbeiter den Lizenznehmern vor, ein Komitee für die Analyse und die Auswertung zu bilden. Der Vorschlag kam von Dee Ward Hock, der zum Vorsitzenden des Komitees ernannt wurde. Hock wurde 1930 als Sohn eines Lineman der Utah Power & Light Company geboren und wuchs in North Ogden, Utah, auf. Er besuchte ein örtliches Junior College, heiratete kurz nach der Schule und arbeitete in einem Schlachthaus und für einen Maurer. In den frühen 1950er Jahren trat Hock in die Abteilung für Konsumentenfinanzierung der Pacific Finance Company ein und wurde bald ein lokaler Filialleiter. 1965 begann Hock bei der National Bank of Commerce in Seattle zu arbeiten und wurde schließlich stellvertretender Vizepräsident. Nach zähen Verhandlungen, konnte man das Management der Bank of America 1970 schließlich davon überzeugen, dass die BankAmericard außerhalb des Unternehmens eine glänzende Zukunft haben würde und so gab das Unternehmen schließlich die Kontrolle über das Programm auf. Die verschiedenen Lizenznehmer übernahmen die Kontrolle und gründeten das unabhängige Unternehmen BankAmericard, Inc. (NBI) mit Sitz in Delaware. Dee Hock wurde zum ersten Präsidenten und CEO des Unternehmens bestellt. Damit war das Franchise-System nun ein gemeinsam kontrolliertes und gesteuertes Konsortium einer Allianz. Die Bank of America behielt aber das Recht, Lizenzen für die BankAmericard direkt an Banken außerhalb der USA zu vergeben. Bis 1972 wurden Lizenzen an Banken in 15 Ländern vergeben. Dadurch entwickelten sich aber auch eine Reihe von Problemen der internationalen Lizenznehmer, die schließlich Hock als Berater einsetzten, um die Beziehungen zur Bank of America umzustrukturieren. Die Lösung die Hock entwickelte, war im Prinzip dieselbe Lösung wie für die inländischen Lizenznehmer in den USA: Es wurde ein multinationales Mitgliedsunternehmen, die International Bankcard Company (IBANCO), gegründet.

Die Gründung von Visa:

1976 folgte schließlich die Gründung des heute bekannten Unternehmens Visa, als sich BankAmericard, Barclaycard, Carte Bleue, Chargex, Sumitomo Card und alle anderen Lizenznehmer unter dem neuen Namen „Visa“ zusammenschlossen. Diese Entscheidung war die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass es besser wäre die verschiedenen Netzwerke zu einem einzigen Netzwerk zu verbinden. So wurde aus der BankAmericard, Inc. Visa USA und aus der International Bankcard Company entstand Visa International. Die bisherigen Farben, blau weiß und gold, wurden beibehalten. Der Begriff Visa wurde vom Firmengründer Dee Hock geprägt, der glaubte, dass das Wort in vielen Sprachen in vielen Ländern sofort erkennbar war und dass es auch universelle Akzeptanz bedeutete. Der erste Hauptsitz des Unternehmens wurde in San Francisco eingerichtet.

Unter der Führung von Hock stiegen die Kundenabrechnungen für die Visa-Karte dramatisch an, und die weltweite Bekanntheit wuchs rasant. Die erste Visa Classic-Karte wurde 1977 ausgestellt, und 1979 wurden Visa Traveller’s Checks eingeführt. Ebenfalls 1979 begann das Visa-Management, Händler zu ermutigen, bei jedem Kauf mit der Karte ein elektronisches Transaktionsautorisierungssystem zu verwenden. Visa-Terminals lesen dabei einen Magnetstreifen auf der Karte und fordern automatisch eine Autorisierung an, wodurch der Betrug im Einzelhandel um fast 85 Prozent reduziert werden konnte. Die Visa Prime-Karte wurde 1981 eingeführt, und 1983 wurde die Visa Classic-Karte neu gestaltet, um ein Hologramm für zusätzliche Sicherheit gegen Benutzerbetrug aufzunehmen. 1977 betrug der Marktanteil von Visa am Bankkartengeschäft 40 Prozent und der von MasterCard International 60 Prozent. Bis 1983 hatten sich die Marktanteilsanteile der einzelnen Unternehmen umgekehrt. Die Abrechnungen von Visa beliefen sich auf 59 Mrd. US-Dollar und die von MasterCard auf 42 Mrd. US-Dollar. Ebenfalls 1983 implementierte Hock einen der wichtigsten Dienste in der Kreditkartenbranche: Ein globales Netzwerk von Geldautomaten, mit dem Visa-Karteninhaber Bargeld an Orten erhalten konnten, die weit entfernt von den herausgebenden Banken oder Kreditgenossenschaften waren. Dem Interbanken-Netzwerk Plus System Inc. mit Sitz in Denver gehörten 34 Banken, die alle Visa-Mitglieder waren, und verfügte über ungefähr 950 verschiedene Finanzinstitute, die Geldautomaten betrieben, die nur die Plus-Karte akzeptierten. Die Banken investierten jeweils bis zu 150.000 US-Dollar, um Kunden auszuschließen, die bei Wettbewerbern Bankgeschäfte getätigt hatten. Während das Plus-System und andere ähnliche Geldautomaten-Netzwerke hart daran arbeiteten, die Exklusivität ihrer Mitglieder zu gewährleisten, implementierte Hock ein Netzwerk, das Kunden aller 15.000 Mitgliedsbanken von Visa zugänglich sein würde.

Dee W. Hock trat 1984 als Präsident von Visa in den Ruhestand und wurde von Charles T. Russell, Vizepräsident und langjähriger Mitarbeiter des Unternehmens, abgelöst. Russell entschärfte sofort die Feindseligkeit zwischen Visa und seinen Mitgliedsbanken über die Frage der Geldautomaten. 1985 wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach San Mateo, Kalifornien verlegt. Visa setzte sein phänomenales Wachstum unter der Führung von Russell fort. 1986 nahmen Visa und MasterCard einen Anteil von 73 Prozent am weltweiten Kreditkartenmarkt von 275 Milliarden US-Dollar ein, und ihre kombinierten Transaktionen beliefen sich auf 3,9 Milliarden US-Dollar, weit mehr als jedes andere Finanzdienstleistungsunternehmen.

Im Januar 1987 erhielt Visa einen Auftrag zum Betrieb von Interlink, dem größten Einzelhandels- oder Point-of-Sale-Netzwerk (POS), das Debitkarten in Restaurants und Geschäften in den USA akzeptiert. Das Interbank Netzwerk ist heute die Electronic Funds Transfer-Abteilung von Visa und Im Gegensatz zu einem regulären Kauf einer Visa-Scheckkarte wird eine Interlink-Transaktion anhand einer persönlichen Identifikationsnummer authentifiziert und bietet die Möglichkeit, bei einem Händler Cashback (Kauf und Abhebung) zu erhalten. Visa, das bereits seit 1984 das in Kalifornien ansässige Interlink-Transaktionsnetzwerk verwaltet, war der Konkurrenz im aufkeimenden Point-of-Sale-Geschäft voraus. Im Februar desselben Jahres wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, 5 Millionen US-Dollar für einen Anteil von 33 Prozent am Plus-System zu zahlen, um den Kunden von Visa Zugriff auf die rund 13.000 Geldautomaten des Interbank Systems von Plus zu verschaffen. Durch die Verfügbarkeit des zweitgrößten Geldautomaten-Netzwerk des Landes, hatten Karteninhaber von Visa nun Zugang zu fast einem Drittel der 68.000 Geldautomaten in den USA. Das Plus-System wurde 1993 vollständig von Visa übernommen.

Der Hauptkonkurrent von Visa, die American Express Company

Eine der wichtigsten Strategien von Russell zur Aufrechterhaltung des Marktanteils von Visa war die Verpflichtung, das Kommunikationsnetz des Unternehmens zu verbessern. Nachdem Russell 1972 VisaNet, ein umfassendes Kommunikations- und Datenverarbeitungsnetzwerk, gegründet hatte, überwachte er direkt eine 16-Millionen-Dollar-Umstellung des Systems von Kreditkartentransaktionen auf allgemeine elektronische Zahlungen, ein System, das für die meisten Arten von Consumer-Banking-Transaktionen geeignet ist. Eine umfassende Neugestaltung der Firmeneigenen Rechenzentren ging damit einher. 1992 wandelte Visa seine Rechenzentren in Basingstoke, England und McLean ,Virginia in globale „Supercenter“ um, die das weltweite Volumen von beiden Standorten aus verarbeiten können. Dieses Setup wurde ermöglicht, weil Visa Transozeanische Glasfaserkabel einbaute, um sein internationales Kommunikationsnetzwerk zu verbessern. Infolge dieser Verbesserungen kam es zu einem deutlichen Volumenanstieg, während die Kosten pro Transaktion sanken. 1992 erreichte die Anzahl der Transaktionen auf VisaNet einen Rekordwert von 807 pro Sekunde. Das Netzwerk ist jetzt in der Lage, 1.100 Transaktionen pro Sekunde mit weniger als einem Cent pro Transaktion zu verarbeiten. Bis 1992 war die Gold Card von Visa, früher die Premiere Card, die am weitesten verbreitete und anerkannteste Kreditkarte der Welt und das Unternehmen konnte 1993 das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte ausweisen. Kunden auf der ganzen Welt wurden mehr als 300 Millionen Karten ausgestellt. Es wurden mehr als sechs Milliarden Karten- und Schecktransaktionen durchgeführt, wobei allein Reiseschecks auf ein weltweites Verkaufsvolumen von mehr als 16 Milliarden US-Dollar anstiegen. und Visa betrieb mehr als 160.000 Geldautomaten in 60 Ländern. Aber die Konkurrenz blieb nicht untätig. Eine aggressive Marketingkampagne, die MasterCard 1991 und 1992 gegen Visa durchführte, schien sich bis März 1993 auszuzahlen. Zum ersten Mal seit 14 Jahren verzeichnete MasterCard einen Anstieg seines US-Marktanteils bei Kreditkartenausgaben um bis zu 26,8 Prozent, während Visa´s Marktanteil von 45,3 auf 45,1 Prozent zurückging. Der Wettbewerb zwischen Visa und MasterCard war jedoch freundlich, da fast alle Banken, denen die MasterCard-Vereinigung gehörte, ebenfalls der Visa-Vereinigung angehörten und keine Bank auf Kosten der anderen von einem Marktanteilsgewinn profitierte. Der Hauptkonkurrent von Visa, sowohl für den US-amerikanischen als auch für den internationalen Markt, war allerdings American Express, einer der bekanntesten Finanzdienstleister der Welt mit Sitz in New York City. Während die Diners Club-Karte 1992 einen Marktanteil von 2,2 Prozent an den US-Kreditkartenausgaben und die Sears Discover-Karte einen Anteil von 6,5 Prozent hatte, behielt American Express einen Anteil von 19,4 Prozent und arbeitete hart daran, diesen zu erhöhen. Sowohl Visa als auch American Express verschärften den Wettbewerb um einen größeren US-Marktanteil, indem sie in ihren Werbespots das Konzept des „Ambush Advertising“ verwendeten. Dabei handelt es sich um eine Marketingstrategie, bei der ein Werbetreibender ein Ereignis „überfällt“, um um die Bekanntheit mit anderen Werbetreibenden zu konkurrieren. Visa, als einer der Hauptsponsoren der Olympischen Spiele 1992, nutzte seine Fernsehwerbung, um die Zuschauer daran zu erinnern, dass die Visa-Karte wesentlich breiter akzeptiert wurde als American Express. American Express seinerseits präsentierte ein olympisches Thema, während er das Wort „Visum“ geschickt spielte, um auf Kosten von Visa für seine eigene Karte zu werben.

Die Werbung von American Express gewann keinen Marktanteil für das Unternehmen. Tatsächlich verlor American Express Anfang und Mitte der neunziger Jahre an Boden. Der weltweite Marktanteil sank 1992 auf 13,4 Prozent und 1995 auf 10,4 Prozent. Darüber hinaus gingen die Händler, die die Karte akzeptierten, im selben Zeitraum zurück. Um den Marktanteil zu erhöhen, führte American Express eine eigene Bankkreditkarte ein. Visa hat diesen Versuch in den USA jedoch vereitelt, indem es ein internes Statut eingeführt hat, das seinen Mitgliedern die Ausstellung der American Express-Karte untersagte. Als sich der Kampf um Marktanteile in Westeuropa konzentrierte, versuchte Visa 1996 ein ähnliches Statut für seine europäischen Mitgliedsbanken einzuführen. American Express hatte bereits mit mehreren Banken in Portugal, Griechenland und Israel Vereinbarungen über die Emission seiner Karten getroffen und das vorgeschlagene Statut durch die Europäische Kommission wirksam bekämpft. Als der europäische Wettbewerbskommissar bekannt gab, dass Brüssel das Statut nicht akzeptieren würde, nahm Visa dieses zurück. Im Juni 1996 wurde beschlossen, Mitgliedsbanken in Europa nicht daran zu hindern Karten auszugeben, die mit Visa konkurrierten. Mit der zunehmenden Nutzung von Kreditkarten in Asien zeichnete sich jedoch ein ähnlicher Kampf ab. 1993 wurde das Hauptquartier schließlich nach Foster City in Kalifornien verlegt.

Mitte der neunziger Jahre entwickelte Visa neue Produkte und Dienstleistungen, die unterschiedlich gut von den Nutzern angenommen wurden. Das Jahr 1994 brachte Veränderungen an der Unternehmensspitze, als Edmund P. Jensen, bis dahin COO und Vice Chairman des Unternehmens, zum neuen CEO berufen wurde. Ebenfalls 1994 kaufte das Unternehmen Interlink auf, das bisher nur von Visa betrieben wurde. Damit hatte das Unternehmen Zugriff auf den Online-Banking-Service und konnte diesen weltweit anbieten. Ein Joint Venture mit Microsoft, das Home-Banking-Dienstleistungen anbietet und verwandte Software entwickelt, hat sich in den ersten Jahren gegen Intuit und andere Wettbewerber schlecht geschlagen. Intuit wurde 1983 gegründet und brachte 1984 die erste Version der Software Quicken (Onlinebanking) auf den Markt. Später kam die Software Quickbooks (Finanzbuchführung) hinzu. Viel beliebter war die Debitkarte von Visa, eine Zahlungsoption, die in den neunziger Jahren stark an Fahrt gewann. Zahlungen mit den Debitkarten wurden vom Girokonto des Inhabers abgebucht und es wurden keine Zinszahlungen erhoben. Visa investierte auch stark in eine andere neue Zahlungsoption, die chipbasierte „Smart Card„, allerdings mit viel weniger zufriedenstellenden Ergebnissen. Obwohl Visa die Chip-Technologie 1992 gebilligt hatte, bot es die Karte erst 1996 an. Um die Mitgliedsbanken zu ermutigen, von Magnetstreifenkarten auf die neue Technologie umzusteigen, führte Visa 1997 das Partnerprogramm ein. Tests mit der Karte waren jedoch nicht ermutigend. In einem 1998 von Citibank und der Chase Manhattan Bank auf der Upper West Side von Manhattan durchgeführten Test haben Verbraucher ihre Karten selten ein zweites Mal geladen. Visa hatte 1997 auch einige Rückschläge im Zusammenhang mit neuen Einkaufsdiensten im Internet zu verzeichnen. Visa und Yahoo, die damals größte Internet-Suchmaschine, hatten eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung einer Internet-Shopping-Site getroffen. Yahoo kündigte die Vereinbarung im September 1997 auf, was das Unternehmen rund 20,5 Millionen US-Dollar kostete. Im selben Jahr verschob Visa die vollständige Einführung eines sicheren Internet-Einkaufssystems. Das System, das als SET-Protokoll (Secure Electronic Transaction) bezeichnet wird, würde elektronische Geldtransaktionen durch die Verwendung von Verschlüsselung, digitalen Zertifikaten und digitalen Signaturen sicher machen. Im August 1997 startete Visa das weltweit größte Pilotprogramm für sicheren elektronischen Handel unter Verwendung des SET-Protokolls.

Theoretischer Aufbau einer chipbasierten Smart Card im Querschnitt; Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Smart_card

Visa ist gemeinsam mit Europay International (ehemals Eurocard) und MasterCard einer der Gründer der EMV-Spezifikation (Europay International, MasterCard und VISA) für Kreditkarten mit Chip. Der EMV-Standard baut im Wesentlichen auf den Prinzipien der Interoperabilität und der Flexibilität auf. Interoperabilität bedeutet dabei, dass die gleiche system- und länderübergreifende Karten- und Terminalnutzung, die es bei der Magnetstreifentechnik gibt, auch bei der Chipkartentechnik vorhanden ist. Flexibilität bedeutet, dass jedes Zahlungsverkehrssystem die Möglichkeit haben muss, individuelle Bedürfnisse jenseits der Interoperabilität realisieren zu können. Der Standard EMV 4.1 teilt sich in vier sogenannte „Books“ (Bücher) auf. Book 1 definiert die Schnittstelle zwischen Karte und Terminal (mechanisches Verhalten, elektrisches Verhalten, Transportprotokoll) und die Application Selection (Anwendungsauswahl; gleich für alle Karten und alle Terminals); Book 2 behandelt „Security and Key Management“ (Sicherheit und Schlüssel-Handhabung), Book 3 die „Application Specification“ (Anwendungsspezifikation) und Book 4 die „Interface Requirements“ (Schnittstellen-Anforderungen). Aus der Toolbox des EMV-Standards können die Systembetreiber (Zahlungsverkehrssysteme) ihre Optionen wählen, wobei der Grundgedanke ist, dass das Terminal alle angeführten Optionen unterstützen muss und für die Karte nur einzelne Optionen herangezogen werden können.

1998 kam es von Seiten der zuständigen Bundesregulierungsbehörde in den USA zu einer Kartell-Klage gegen Visa und MasterCard. In der Anklage wurde geltend gemacht, dass die Satzung, die die Mitgliedsbanken daran hindere, konkurrierende Karten auszustellen, einen nicht wettbewerbsfähigen Markt schaffen würde. Visa kämpfte gegen die Klage und behauptete, es bestehe ein intensiver Marktwettbewerb. „Wir glauben, dass die heute von den Bundesregulierungsbehörden eingereichte Klage vor einem Gericht scheitern wird“, sagte Paul Allen, Executive Vice President und General Counsel von Visa USA, in einer Pressemitteilung. „Denn wenn es darauf ankommt, haben die Verbraucher unbegrenzte Möglichkeiten, wenn es um Kreditkarten geht.“ In den späten neunziger Jahren konzentrierte sich Visa auf die Entwicklung seiner Auslandsaktivitäten, die Steigerung seiner Lastschriftaktivitäten und die Verbesserung seiner technologischen Infrastruktur. Trotz Problemen mit der elektronischen Geldkarte, der Einführung des SET-Protokolls und der Kartellklage des Bundes betrieb Visa das größte und stärkste Verbraucherzahlungssystem der Welt. Ende 1998 trat Edmund Jensen von seiner Position als CEO zurück und die Leitung des Unternehmens wurde von Sir Malcolm Williamson übernommen. Malcolm Williamson wurde 1939 geboren und begann seine Karriere im Bankwesen bei der Barclays Bank PLC, bei der er zum Regional General Manager, London, aufstieg.

Visa, Inc. ensteht und geht an die Bösre:

Im Laufe der 2000er Jahre kam es zu einem groß angelegten Umbau von Visa´s Firmenstruktur. Am 11. Oktober 2006 wurde vom Unternehmen bekannt gegeben, dass einige seiner Unternehmen zu einem börsennotierten Unternehmen fusionieren würden. Dieses große Unterfangen würde von einem neuen CEO in Angriff genommen werden, dem in Chicago geborenen Joseph Saunders, der im Mai 2007 diese Position übernahm. Unter der Führung von Saunders und im Rahmen der IPO-Umstrukturierung wurden Visa Canada, Visa International und Visa USA in die neue Aktiengesellschaft verschmolzen. Das Westeuropa-Geschäft von Visa wurde zu einem separaten Unternehmen zusammengefasst, das seinen Mitgliedsbanken gehört und ebenfalls eine Minderheitsbeteiligung an Visa Inc. halten sollte. Insgesamt beteiligten sich mehr als 35 Investmentbanken in verschiedenen Funktionen an diesem Deal. Unter der Leitung von Saunders hat dieser die Position von Visa als weltweit führendes Unternehmen für Zahlungstechnologie gestärkt. Unter seiner Führung verwandelte sich Visa von einer privaten Bankenvereinigung in eine Aktiengesellschaft. Seitdem hat Saunders auf der Innovationsgeschichte von Visa aufgebaut, sein Geschäft diversifiziert und sein Produktangebot durch die Akquisitionen von CyberSource, PlaySpan und Fundamo sowie die Einführung der digitalen Geldbörse von Visa V.me – erweitert. mVisa ist eine mobile Zahlungs-App, die das Bezahlen über Smartphones mit QR-Code ermöglicht. Diese QR-Code-Zahlungsmethode wurde erstmals 2015 in Indien eingeführt. Später wurde sie auf eine Reihe anderer Länder ausgeweitet, darunter in Afrika und Südostasien.

Am 03. Oktober 2007 war die Umstrukturierung abgeschlossen und das Unternehmen Visa, Inc. gegründet. Das neue Unternehmen war der erste Schritt zum Börsengang von Visa. Der zweite Schritt erfolgte am 9. November 2007, als die neue Visa Inc. ihren Börsengang in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) einreichte. Am 25. Februar 2008 kündigte Visa an, die Hälfte seiner Aktien an die Börse zu bringen. Der Börsengang fand am 18. März 2008 statt. Visa verkaufte 406 Millionen Aktien zu einem Preis von 44 US-Dollar pro Aktie (2 US-Dollar über dem oberen Ende der erwarteten Preisspanne von 37 bis 42 US-Dollar) und brachte damit 17,9 Milliarden US-Dollar für den größten Börsengang in der Geschichte der USA ein. Am 20. März 2008 übten die IPO-Zeichner (einschließlich JP Morgan, Goldman Sachs & Co., Banc of America Securities LLC, Citi, HSBC, Merrill Lynch & Co., UBS Investment Bank und Wachovia Securities) ihre Gesamtzuteilungsoption aus und kauften eine zusätzliche 40,6 Millionen Aktien, was die Gesamtzahl der IPO-Aktien von Visa auf 446,6 Millionen und den Gesamterlös auf 19,1 Milliarden US-Dollar erhöht. Im Vorfeld des Börsengangs 2008 zahlte Visa 2007 an American Express außergerichtlich 2,1 Milliarden US-Dollar, um eine Klage des Konkurrenten zu vermeiden. American Express hatte Visa wettbewerbswidriges Verhalten vorgeworfen und dies mit dem Verbot von 1996 bis 2004 begründet, mit dem Visa seinen Mitgliedsbanken untersagt hatte, Kreditkarten von American Express auszugeben. Ebenfalls 2008 startete Visa die mobile Visa-Plattform, um die Einführung mobiler Zahlungen und Mehrwertdienste zu beschleunigen. Im September des Vorjahres führte das Unternehmen Visa payWave ein, eine kontaktlose Zahlungstechnologie, mit der Karteninhaber ihre Karte an kontaktlosen Zahlungsterminals benutzen können.

Im Verlauf der Umstrukturierung, wurde im Oktober 2007 Visa Europe Ltd. ein vollständig eigenständiges und von Visa, Inc. getrenntes Unternehmen. Dieser Zustand blieb bis ins Jahr 2016 erhalten, als es Visa schließlich gelang, die Übernahme von Visa Europe am 21. Juni 2016 zu vollziehen und ein einziges, global agierendes Unternehmen zu bilden.

Im November 2012 übernahm der 1965 geborene Charles Scharf im Alter von 48 Jahren den Posten des CEO. Bevor er im November 2012 zu Visa kam, war Scharf von Juli 2004 bis Juni 2012 neun Jahre lang CEO der Retail Financial Services bei JPMorgan Chase & Co. 2014 wurde unter seiner Führung Visa Checkout veröffentlicht, das den Kunden eine einfache und sichere Möglichkeit für Online-Zahlungen bieten soll. Mit dem eingeführten System müssen keine Kartendaten mehr an Einzelhändler weitergegeben werden und Nutzer können alle ihre persönlichen Daten und Karteninformationen eingeben und dann mit einem einzigen Benutzernamen und Passwort bei Online-Händlern einkaufen. Der Service funktioniert mit Visa Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten. Am 27. November 2013 ging V.me in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Polen in Betrieb. Das Kreditkartenunternehmen gehört außerdem zu den ersten Hauptmitgliedern der FIDO-Allianz, die seit 2013 den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat, den Identitätsnachweis eines Nutzers mittels der Kombination zweier unterschiedlicher und insbesondere unabhängiger Komponenten. Im September 2014 folge eine Partnerschaft mit Apple um eine neue Funktion für mobile Geldbörsen in die neuen iPhone-Modelle von Apple zu integrieren, mit der Benutzer ihre Visa und andere Kredit- / Debitkarten einfacher verwenden können.

Zuletzt übernahm im Dezember 2016 Alfred F. Kelly, Jr. den Posten des CEO von Visa, Inc. Unter anderem leitete er von 1987 bis 2010 den Visa-Konkurrenten American Express. 2019 übernahm er auch den Posten des Chairman. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass sich Visa an der Internetwährung Libra beteiligt hat.

Übernahmetätigkeit

Im Laufe seiner Geschichte, hat Visa zahlreiche Unternehmen aufgekauft und kann auf eine lange und erfolgreiche Historie in diesem Bereich zurückblicken. Die letzten Übernahmen des Unternehmens waren:

  • Plaid; 13. Januar 2020; 5,3 Milliarden US-Dollar: Plaid ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco, Kalifornien. Das Unternehmen baut ein Datenübertragungsnetzwerk auf, das Fintech– und digitale Finanzprodukte unterstützt. Das Unternehmen baut eine Technologieplattform auf, mit der Anwendungen eine Verbindung zu den Bankkonten der Benutzer herstellen können. Plaid konzentriert sich darauf, Verbrauchern und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, mit ihren Bankkonten zu interagieren, Guthaben zu überprüfen und Zahlungen über Finanztechnologieanwendungen zu leisten. Das Unternehmen ist in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Irland und den Niederlanden tätig.
  • Payworks GmbH; 07. Juli 2019: Payworks entwickelt und betreibt eine POS-Zahlungsgateway-Technologie der nächsten Generation. Die Payworks-Technologie wird in der Cloud betrieben und Zahlungsanbietern als Software as a Service (SaaS) zur Verfügung gestellt. Sie vereinfacht die Kartenakzeptanz, indem sie eine vorzertifizierte und leicht zugängliche Gateway-Lösung bietet, die Innovationen im integrierten POS-Bereich erheblich erleichtert.
  • Verifi, Inc.; 28. Juni 2019: Verifi ist eine 2005 gegründete Zahlungsschutz- und Verwaltungsfirma mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien, und fast 9000 Konten.
  • Bell Identification B.V.; 25. Juni 2019: Bell ID ist ein niederländisches Softwareunternehmen, das Smart-Token-Management-Software entwickelt, einschließlich Schlüsselverwaltung, Smartcard-Management, EMV-Datenaufbereitung und auf Hostkartenemulation basierender mobiler Zahlungssoftware. Bell ID wurde 2016 von Rambus übernommen, und 2019 erwarb Visa Inc. Bell ID von Rambus.
  • Rambus Incorporated; 25. Juni 2019: Rambus Incorporated wurde 1990 gegründet und ist ein amerikanisches Technologieunternehmen, das Chipschnittstellentechnologien und -architekturen entwirft, entwickelt und lizenziert, die in digitalen Elektronikprodukten verwendet werden. Das Unternehmen ist bekannt für die Erfindung von RDRAM und für seine auf geistigem Eigentum basierenden Rechtsstreitigkeiten nach der Einführung des DDR-SDRAM-Speichers.
  • Earthport plc; 27. Dezember 2018; 198 Mio. Pfund Sterling: Unter den FinTech50 ist Earthport ein reguliertes Finanzinstitut unter der Schirmherrschaft der britischen Financial Conduct Authority (FCA), das die Zukunft grenzüberschreitender Zahlungen verändert. Unsere Kunden gehören zu den weltweit am meisten bewunderten Marken und verlassen sich darauf, dass wir ihre Handels-, Handels- und Überweisungsgeschäfte unterstützen. Earthport bietet Kunden Zugang zum weltweit größten unabhängigen globalen Zahlungsnetzwerk und unterhält lokale Bankpartnerschaften, über die das Kundengeschäft direkt über das lokale Clearing an Bankempfänger in 88 Ländern abgewickelt wird.
  • Fraedom; 09. Februar 2018: Fraedom bietet ein intuitives Ausgabenverwaltungssystem für Unternehmen.
  • CardinalCommerce Corp.; 01. Dezember 2016: CardinalCommerce ist weltweit führend bei der Authentifizierung digitaler Transaktionen. „Seit über zwei Jahrzehnten bringen wir Händler, Emittenten und Käufer zu einer Erfahrung zusammen, bei der jeder gewinnt. Mit einzigartigem Fokus, bewährter Technologie und engagiertem Service legen wir die Messlatte für die Zahlungsauthentifizierung weltweit kontinuierlich höher. Die Authentifizierung steht an erster Stelle, da wir der Meinung sind, dass der digitale Handel für Sie und Ihre Kunden sicher, lohnend und ansprechend sein sollte.
  • TrialPay; 27. Februar 2015: TrialPay ist ein alternatives E-Commerce-Zahlungssystem, bei dem ein Verbraucher einen Artikel kostenlos von einem teilnehmenden Händler erhält, um ein anderes Produkt oder eine andere Dienstleistung von einem TrialPay-Werbetreibenden zu kaufen oder auszuprobieren. Der Händler wird dann vom Werbetreibenden für den Artikel bezahlt. TrialPay bezeichnet dieses Zahlungsmodell als „Get It Free“. Das Unternehmen arbeitet mit Online-Händlern in den Bereichen Software, soziale Anwendungen, Casual Games, Online-Dienste und Einzelhandel zusammen und verlässt sich dabei auf ein Netz von Geschäftsbeziehungen, um den Verbrauchern kostenlose Waren anzubieten, solange sie etwas anderes von einer langen Liste von Unternehmen kaufen. bekannte Online-Shops.“ Die Zahlungsplattform von TrialPay bietet Online-Käufern Werbeangebote zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen. Käufer melden sich für eine Testversion an oder kaufen ein Produkt von einem Werbetreibenden, um ein kostenloses Produkt zu erhalten. Das System versucht, Vorteile für jede Partei zu bieten: Online-Shops erzielen mehr Umsatz mit ihrem aktuellen Datenverkehr, Werbetreibende gewinnen neue Kunden auf der Grundlage von Pay-for-Performance und Käufer erhalten bei jedem Einkauf ein kostenloses Produkt.

Im Geschäftsjahr 2019 erwarb Visa mehrere Unternehmen für einen Kaufpreis von insgesamt 940 Mio. US-Dollar, der aus 886 Mio. US-Dollar in bar und 54 Mio. US-Dollar in aufgeschobener Barzahlung bestand. Der gesamte Kaufpreis wurde den erworbenen materiellen und immateriellen Vermögenswerten sowie den Verbindlichkeiten zugeordnet, die auf der Grundlage vorläufiger Bewertungen übernommen wurden, da die Gesellschaft weiterhin Informationen sammelt, die zum Abschluss der Bewertungen erforderlich sind. Diese vorläufigen Werte können sich in zukünftigen Berichtsperioden bis zum Abschluss der Bewertungen, die spätestens im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2020 erfolgen werden, weiter ändern. Ein Goodwill in Höhe von 643 Mio. US-Dollar wurde verbucht, um den übermäßigen Kaufpreis für das erworbene Nettovermögen widerzuspiegeln, der den Wert darstellt Dies wird durch die Erweiterung des Produktangebots und anderer Synergien des Unternehmens erwartet. Der Goodwill, der voraussichtlich steuerlich absetzbar ist, beläuft sich auf 360 Mio. US-Dollar.

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Management:

Amtierender Chief Executive Officer und Chairman von Visa, Inc. ist der 61 jährige irisch-amerikanische Geschäftsmann Alfred F. Kelly, Jr. Die Stelle des CEO bekleidet er seit Dezember 2016 und seit April 2019 zusätzlich die Position des Chairman von Visa. Er kam im Januar 2014 zu Visa, wo er als Mitglied des Board of Directors arbeitete. Seine akademische Ausbildung umfasst einen Bachelor und einen Master of Business Administration, die er beide am Iona College in New Rochelle, New York erworben hat. Seine bisherige Karriere umfasste Stellen bei einer Vielzahl von Unternehmen und eine Position als Manager für Informationssysteme, die er von 1985 bis 1987 im Weißen Haus, dem Amts- und Regierungssitz des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, inne hatte. Seine Karriere begann allerdings 1981 in der strategischen Planung bei PepsiCo, Inc. Nachdem er 1987 die Stelle im Weißen Haus verlassen hatte, begann er im Januar 1987 seine Tätigkeit für den Visa-Kokurrenten American Express Company in der strategischen Planung. Insgesamt arbeitete er bis 2010 für American Express und leitete während dieser Zeit verschiedene Gruppe innerhalb des Unternehmens. Die Global Consumer Group, die Consumer Card Services Group, OPEN von American Express, Consumer Travel, Global Travelers Checks, die US Merchant Group und Prepaid Services, den US Customer Service sowie globales Risikomanagement und interaktive Services. Zuletzt bekleidete er bei American Express von Juli 2007 bis April 2010 den Posten des Präsidenten. Zu seinen Tätigkeiten gehört auch eine Stelle als Managementberater bei TowerBrook Capital Partners LP, die Positionen des Chairman, CEO und Präsidenten von NY/NJ Super Bowl Host Committee, die er von 2011 bis 2014 inne hatte, und seine letze Stellung bevor er zu Visa wechselte, als CEO von Intersection, einem Technologie- und Digitalmedienunternehmen, das von Alphabet unterstützt wird. Er hält auch eine Position an Visa Aktien, deren Zahl sich auf rund 135.090 beziffert. Das entspricht einem Anteil von etwa 0,0079 Prozent der ausstehenden Aktien des Unternehmens. Grundsätzlich ist es positiv zu bewerten, wenn die führenden Angestellten eines Unternehmens dessen Aktien halten.

Die Bezahlstruktur des Managements ist hier auf morningstar.com sehr gut zusammengefasst. Positiv fällt vor allem der sehr hohe Anteil an Aktien mit eingeschränktem Verfügungsrecht auf, die in der Bezahlung des CEO zu finden sind. Bei einem Gesamtgehalt von rund 24,3 Millionen US-Dollar, beläuft sich die Summer dieser auf rund 14,2 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich um Aktien, die eine Sperrfrist aufweisen, bei denen also die Rechte des Empfängers an der Aktie beschränkt sind. Die Bezahlung enthält allerdings auch eine große Position an Aktienopotionen, die prinzipielle negativ betrachtet werden muss, auch wenn die Größe der Position mit rund 4,3 Millionen US-Dollar relativ zu den gewährten Aktien wesentlich kleiner ist.

Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen.

1.2 News – VISA, Inc.

31. März 2020Visa Inc. gab die Ergebnisse für das am 31. März 2020 endende zweite Quartal bekannt. Für das zweite Quartal gab das Unternehmen bekannt, dass der Umsatz USD 5.854 Millionen gegenüber USD 5.494 Millionen im Vorjahr betrug. Das Betriebsergebnis betrug USD 3.924 Millionen gegenüber USD 3.641 Millionen im Vorjahr. Der Nettogewinn betrug USD 3.084 Millionen gegenüber USD 2.977 Millionen im Vorjahr. Im Halbjahr betrug der Umsatz USD 11.908 Millionen gegenüber USD 11.000 Millionen im Vorjahr. Das Betriebsergebnis betrug USD 7.940 Millionen gegenüber USD 7.358 Millionen im Vorjahr. Der Nettogewinn betrug USD 6.356 Millionen gegenüber USD 5.954 Millionen im Vorjahr.

21. April 2020 Visa Inc. hat Visa Secure eingeführt, ein aktualisiertes Programm, mit dem Online-Zahlungen sicherer gemacht werden können. Visa Secure ist in der gesamten Region Mittel- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika (CEMEA) verfügbar und bietet Regeln und Richtlinien, die Händler und ausstellende Banken befolgen müssen, um E-Commerce-Transaktionen zu authentifizieren und die Identität des Karteninhabers zu überprüfen, bevor eine Transaktion autorisiert werden kann. Visa Secure verwendet die neueste EMV 3-D Secure (3DS) -Spezifikation, das neue branchenweite Messaging-Protokoll zur Förderung der reibungslosen Verbraucherauthentifizierung. Es ermöglicht Verbrauchern, ihre Identität bei ihrer ausstellenden Bank oder einem anderen Unternehmen (Emittenten) zu überprüfen, wenn sie E-Commerce- / Online-Zahlungen ohne Karte (CNP) tätigen. Die zusätzliche Sicherheitsschicht verhindert unbefugte CNP-Transaktionen und schützt Händler vor CNP-Betrug. Visa Secure wurde entwickelt, um den Schutz vor Betrug zu erhöhen, die Reibung zwischen Karteninhabern zu minimieren und den Abschluss von Verkäufen zu verbessern, was zu einer besseren Erfahrung für alle Beteiligten führt. Für Händler bietet Visa Secure eine bessere Betrugsprävention, indem bis zu zehnmal mehr Daten an Emittenten weitergegeben werden, um eine bessere Risikoanalyse und erweiterte Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Dies hilft sowohl Händlern als auch Emittenten, Betrug effektiver zu erkennen und zu vermeiden. Verbraucher können auch von einer reibungsloseren und konsistenteren Benutzererfahrung über mehrere Zahlungskanäle hinweg profitieren, einschließlich mobiler Web-, In-App- und Digital Wallet-Zahlungen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen.

08. April 2020 – Neat Ltd. gab bekannt, dass es in seiner ersten Eigenkapitalfinanzierungsrunde unter der Leitung des neuen Investors Pacific Century Group Holdings Limited am 8. April 2020 11 Mio. USD erhalten hat. Die Transaktion beinhaltete auch die Teilnahme der neuen Investoren Visa Inc. (NYSE: V) und MassMutual Ventures Southeast Asia, ein von MassMutual Ventures LLC verwalteter Fonds, der die Investoren Dymon Asia Ventures, Linear Venture und Sagamore Investments zurückgibt. Das Unternehmen hat bis heute eine Finanzierung in Höhe von 16,5 Mio. USD erhalten.

Railsbank Technology Ltd gab bekannt, dass es am 8. April 2020 eine Finanzierungsrunde erhalten hat. Die Transaktion beinhaltet die Teilnahme von Visa Inc. (NYSE: V) und Global Brain Co., Ltd.

02. März 2020 Visa Inc. hat die Umsatzprognose für das zweite Quartal 2020 überarbeitet. Das Unternehmen hat die Situation mit Coronaviren (oder COVID-19) und deren Auswirkungen weltweit aktiv überwacht. Die Priorität war die Sicherheit der Mitarbeiter, einschließlich umfassender Pläne zur Unterstützung des Wohlbefindens der Mitarbeiter sowie der Unterstützung der Kunden und der betroffenen Gemeinden. Bis zum 28. Februar 2020 waren die größten Auswirkungen auf Reisen von und nach Asien zu verzeichnen. Dies hat zu einer starken Verlangsamung des grenzüberschreitenden Geschäfts geführt, insbesondere der reisebezogenen Ausgaben für vorhandene und nicht vorhandene Karten. Der grenzüberschreitende E-Commerce, der nichts mit Reisen zu tun hat, wurde bis auf einige asiatische Märkte bisher nicht wesentlich beeinträchtigt. In Märkten, in denen Visa den Großteil der Transaktionen abwickelt, bleibt das Wachstum der Inlandsausgaben, sowohl bei Krediten als auch bei Lastschriften, mit Ausnahme einiger Auswirkungen in Hongkong und Singapur weitgehend stabil. Die grenzüberschreitenden Wachstumsraten haben sich seit dem Ausbruch des Coronavirus in China von Woche zu Woche verschlechtert, und die Trends bis zum 28. Februar 2020 spiegeln die Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Asiens noch nicht vollständig wider. Daher wird davon ausgegangen, dass dieser sich verschlechternde Trend noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht hat. Da die Situation weiterhin fließend ist, ist es nicht möglich, den Wachstumstrend für den Rest des zweiten Geschäftsquartals oder den Rest des Geschäftsjahres 2020 genau vorherzusagen. Basierend auf den Trends bis Ende Februar und unter der Annahme einer anhaltenden Verschlechterung im März erwartet Visa einen zweiten Das Nettoumsatzwachstum des Geschäftsquartals liegt um etwa 2,5 bis 3,5 Prozentpunkte unter dem am 30. Januar 2020 geteilten Ausblick. Angesichts der Unsicherheit hinsichtlich des Ausmaßes, der Dauer und der geografischen Reichweite der Auswirkungen des Coronavirus wird das Unternehmen die Ansichten für die kommenden Quartale und das Geschäftsjahr 2020 im April auf die Gewinnprognose für das zweite Quartal aktualisieren.

Intuit Inc. gab eine neue Vereinbarung mit Visa Inc. bekannt, um ihre Geschäftsvorschläge für Kunden kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Indien zu stärken. Intuits QuickBooks Online ist die weltweit führende Finanzmanagementlösung für kleine Unternehmen und Buchhalter, die von über 4,5 Millionen Kunden verwendet wird. Die strategische Beziehung zu Visa wird die erste ihrer Art für Intuit QuickBooks in Indien sein. Es ist das Ergebnis der globalen Strategie von Intuit, strategische Beziehungen zu führenden Finanzinstituten weltweit aufzubauen, und der Strategie von Visa, ein Ökosystem aufzubauen, das KMU in Indien noch mehr Komfort, Kontrolle und Kosteneinsparungen ermöglicht. Intuit QuickBooks wird mit Visa zusammenarbeiten, um gemeinsame Wertversprechen und Vordenker im KMU-Bereich zu entwickeln. Als unmittelbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit in Indien können Visa-Karteninhaber Intuit QuickBooks abonnieren und deren Funktionen wie jederzeit und überall Zugriff auf Daten, GST-Konformität, Kostenmanagement, automatisierte Bankabstimmung, Dokumentenverwaltung und vieles mehr nutzen. Mit Intuit QuickBooks können kleine Unternehmen auch in Echtzeit mit ihren Wirtschaftsprüfern zusammenarbeiten. Dies führt zu einer überlegenen Benutzererfahrung und ist gleichzeitig langlebiger und sicherer.

17. Februar 2020 Konfio Limited hat sich mit Visa zusammengetan, um eine Kreditkarte einzuführen, die sich an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Auf der Website von Konfío kann man auf ein digitales Format der Kreditkarte zugreifen und bereits sechs Minuten vor der Genehmigung Zugang zu Krediten erhalten. Die angebotene Kreditlinie basiert auf dem finanziellen Verhalten des Geschäftsinhabers. Dies ist besonders vorteilhaft für KMU, für die ein schlechter Zugang zu Kreditlinien ein großes Wachstumshemmnis darstellt. Geschäftsinhaber können einige Tage nach ihrer Anfrage auf eine physische Karte zugreifen. In der Zwischenzeit soll Visa durch die Allianz mehr Technologie und einen größeren Marktzugang erhalten. Die jüngste Partnerschaft kommt kurz nach der Investition von Visa in die POS-Finanzierungstechnologieplattform ChargeAfter. Visa hat kürzlich auch seine Partnerschaft mit Barclays verlängert, um die internationale Expansion der Bank voranzutreiben. Darüber hinaus hat Visa kürzlich gemeinsam mit dem australischen Fintech-Unternehmen Airwallex eine grenzenlose kartenbasierte Zahlungslösung für Unternehmen eingeführt.

14. Februar 2020Despegar.com Corp. gab bekannt, dass seine brasilianische Tochtergesellschaft Decolar in Zusammenarbeit mit Visa Inc. und Banco Santander (Brasil) S.A. eine Co-Branding-Kreditkarte für den brasilianischen Markt eingeführt hat. Ein einzigartiges Merkmal dieser neuen Karte ist, dass sie online genehmigt werden kann, bevor der erste Reisekauf getätigt wird. Alle mit dieser Co-Branding-Karte gesammelten Punkte können bei Despegar für alle reisebezogenen Produkte und / oder Dienstleistungen eingelöst werden. Mit dieser Initiative Passaporte Decolar wird das Treueprogramm von Despegar zu einem der wichtigsten Belohnungsprogramme in Brasilien, da das Unternehmen seine Strategie zur Vertiefung der Kundenbindung und zur Steigerung der Markenbekanntheit weiter stärkt.

12. Februar 2020 Chargwhile Ltd gab bekannt, dass es am 12. Februar 2020 Mittel in einer Finanzierungsrunde erhalten hat. Die Transaktion beinhaltete die Teilnahme des neuen Investors Visa Inc. (NYSE: V).

10. Februar 2020Barclays hat eine mehrjährige Partnerschaft unterzeichnet, die seine 50-jährige Beziehung zu Visa verlängert. In einer für Visa kritischen Beziehung war Barclays die erste Bank, die 1966 in Großbritannien eine Visa-Kreditkarte einführte. Das neue europäische Abkommen zwischen den Parteien bedeutet, dass Barclays weiterhin Visa für in Großbritannien ausgestellte Karten anbieten wird, um die Zukunft voranzutreiben Produktentwicklungen und erleichtern die internationale Expansion. Die Bedingungen der Vereinbarung, einschließlich der Länge, wurden nicht bekannt gegeben. Der Deal sieht vor, dass Visa Produkte im gesamten Barclays-Netzwerk in großem Maßstab entwickelt und bereitstellt. Barclays wird auch das Kartennetzwerk von Visa nutzen, um das Kartenverarbeitungsgeschäft international voranzutreiben. Die Verlängerung der Kartenvereinbarung signalisiert eine zunehmende Bereitschaft des Kartennetzwerks, seine Kartenverarbeitungsinfrastruktur an Bankpartner zu vermieten.

05. Februar 2020 – Visa Inc. (NYSE: V) hat angekündigt, eine FX-Tochter an die Currency Holdings von Pollen Street Capital zu verkaufen. Visa Inc. hat Earthport im Mai 2019 übernommen und beabsichtigt nun, das Devisengeschäft des grenzüberschreitenden Zahlungsunternehmens zu verkaufen. Der Schritt würde dazu beitragen, das Wachstum des größeren Kernzahlungsgeschäfts von Earthport zu beschleunigen. Earthport FX bietet Unternehmen und Einzelpersonen Devisendienste an.

Visa Inc. und Airwallex haben eine weltweite Partnerschaft zur Einführung der Airwallex Borderless Card angekündigt, einer auf B2B-Karten basierenden Zahlungslösung, mit der Unternehmen sicher und bequem bezahlen und bezahlt werden können. Das neue Angebot wird zunächst in Australien erhältlich sein. Weitere Märkte auf der ganzen Welt, einschließlich Großbritannien und Hongkong, werden im Laufe des Jahres 2020 folgen. Durch die Partnerschaft mit Visa können Unternehmen auf Airwallex sofort eine virtuelle Währung mit mehreren Währungen generieren Visa-Zahlungskonto, um ihre Lieferanten innerhalb von Sekunden zu bezahlen. Unternehmen können die marktführenden internationalen Wechselkurse von Airwallex nutzen, da die virtuellen Zahlungskonten direkt mit den Fremdwährungskonten verknüpft sind und die Transaktionen sofort finanziert werden. Darüber hinaus können Unternehmen Transaktionslimits festlegen, einschließlich Währungs- und Händlertypen, die Kontrolle und Transparenz über die Zahlung bieten, die Sicherheit verbessern und die Wahrscheinlichkeit einer betrügerischen Transaktion verringern. Die Partnerschaft führt zu mehr Effizienz, Transparenz und Kosteneinsparungen für Unternehmen, die häufig Zahlungen an mehrere Parteien in verschiedenen Regionen leisten müssen, z. B. Online-Marktplätze, Online-Reisebüros und Unternehmen, die mit Mitarbeitern der Gig Economy zusammenarbeiten. Mit Blick auf die Zukunft werden Visa und Airwallex es Unternehmen ermöglichen, ihren Mitarbeitern individuelle Visa-Firmenkarten für mehrere Währungen auszustellen. Auf diese Weise können Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, Kaufentscheidungen zu treffen und gleichzeitig die Transparenz und Kontrolle über die Ausgaben zu behalten. Für Mitarbeiter bietet eine Visa-Unternehmenskarte alle Vorteile und den Komfort einer Zahlung mit Visa, ohne dass sie zuerst aus eigener Tasche bezahlen und auf die Rückerstattung warten müssen.

30. Januar 2020 Visa Inc. gab die Ergebnisse für das erste Quartal zum 31. Dezember 2019 bekannt. Für das erste Quartal gab das Unternehmen einen Gesamtumsatz von USD 6.054 Millionen bekannt. Das Betriebsergebnis betrug USD 4.016 Millionen. Der Nettogewinn betrug USD 3.272 Millionen. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug USD 1,46.

Visa Inc. (NYSE: V) kündigt ein Aktienrückkaufprogramm an. Im Rahmen des Programms wird das Unternehmen Stammaktien der Klasse A im Wert von bis zu 9.500 Mio. USD zurückkaufen.

Visa Inc. gab eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2020 vor. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2020 ein jährliches Nettoumsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich und ein jährliches verwässertes Wachstum des Stammaktiengewinns je Aktie der Klasse A von Mitte Teenager.

Weitere Nachrichten und Pressemitteilungen des Unternehmens, können hier im news-Bereich der Seite simplywallstreet.com gefunden werden, oder hier im Newsroom des Unternehmens auf der Homepage der Investor Relations.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – VISA, Inc.

Zu den größten Aktonären von Visa, Inc. gehören eine Reihe namhafter und gut bekannter Investment-Unternehmen. Mit rund 8,5 Prozent Anteil am Unternehmen ist die Vanguard Group, Inc. der größte Institutionelle Aktienbesitzer. Es folgen weitere bekannte Unternehmen wie T. Rowe Price Associates, Inc. mit 4,9 Prozent, Fidelity Management & Research Co. mit ebenfalls 4,9 Prozent und auch BlackRock Fund Advisors ist mit etwa 2,5 Prozent vertreten.

Eine Zusammenfassung der Besitzverhältnisse, kann hier auf morningstar.com gefunden werden. Aktuell befinden sich rund 82,4 Prozent der ausstehenden Aktien des Unternehmens im Besitz institutioneller Investoren, 16,9 Prozent befinden sich im freien Umlauf und nur rund 0,06 Prozent werden von Unternehmens-Insidern gehalten.

Visa, Inc. schüttet seit 2008 kontinuierlich steigende Dividenden an seine Aktionäre aus, die quartalsweise ausgeschüttet werden. Am 23. April hat das Unternehmen eine Quartalsdividende von 0,30 US-Dollar angekündigt, die am 02. Juni 2020 ausbezahlt wird. Die letzte Quartalsdividende belief sich ebenfalls auf 0,30 US-Dollar je Aktie. Die Ausschüttungsquote des Unternehmens belief sich zuletzt für das Geschäftsjahr 2019 auf rund 21 Prozent der erwirtschafteten Gewinne. Damit sind die Dividenden des Unternehmens gut durch das Ergebnis der Firma gedeckt. Insgesamt ist die Dividende mit einer Rendite von rund 0,67 Prozent aber kein ausschlaggebender Faktor.

Mit Blick auf Aktienrückkäufe, müssen aber diverse Kritikpunkte beachtet werden, wie beispielsweise der Umstand, dass die Rückkäufe zu viel zu teuren Kursen stattfinden können. In einem Artikel von wallstreet-online.de, wird hier Warren Buffett´s Meinung und seine Kriterien im Bezug auf Aktienrückkäufe beschrieben. Der Artikel wurde unter dem Titel „Warren Buffett über Aktienrückkäufe“ veröffentlicht.

Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 30. Januar 2020 hervorgeht, existiert aktuell ein Aktienrückkaufprogramm. Im Rahmen des Programms wird das Unternehmen Stammaktien der Klasse A im Wert von bis zu 9.500 Mio. US-Dollar zurückkaufen. Das Unternehmen hat Aktien der Klasse A, 1.687 Mio. Stück, Klasse B, 245 Mio. Stück, Klasse C, 11 Mio. Stück, Klasse D, 2 Mio. Stück und Klasse E mit rund 3 Mio. Stück, die aktuell im Umlauf sind.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – VISA, Inc.

Verglichen mit einer Auswahl an Unternehmen, zeigt Visa eine sehr starke Position und kann im Vergleich solide Finanzen und eine bessere Kapitalrendite vorweisen, als ein Großteil der Peer Group.

UnternehmenGesamtkapitalrendite
in [%]
EV/EBIT-VerhältnisReturn on Capital (Leistung; Joel Greenblatt)Earnings Yield (Preis; Joel Greenblatt)
MasterCard, Inc.31,6%28,2722,0%3,6%
PayPal Holdings, Inc.5,1%46,3181,6%2,2%
ORIX Corp.2,7%---
Total System Services, Inc.8,1%31,3139,5%3,2%
VISA, Inc.17,3%25,6596,8%3,9%
Synchrony Financial2,8%---
American Express Co.2,9%---
Capital One Financial Corp.0,7%---
Intuit, Inc.26,0%35,4218,4%2,8%
Fidelity National Financial, Inc.7,8%6,9-14,6%
WEX, Inc.1,2%22,241,2%4,5%
Global Payments, Inc.1,6%72,384,9%1,4%
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Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

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1.5 Segmente und Umsatzverteilung – VISA, Inc.

Das Unternehmen gliedert seine Umsätze in insgesamt 5 Segmente. Zusätzlich zu den 4 oben aufgeführten Segmenten, weist Visa die Position „Client Incentives“ (Kundenanreize) aus, die eine Negativposition ist und die Gesamtumsätze somit negativ belastet. Das muss bei der Berechnung der Anteile am Umsatz berücksichtigt werden. Das Kerngeschäft von Visa wird durch die Datenverarbeitung (Data Processing) geleistet, das rund 35,4 Prozent der Umsätze generiert. Das Segment Service steuert rund 33,3 Prozent und das Segment International Transactions rund 26,8 Prozent bei. Der Rest fällt unter Sonstiges. Die USA sind mit über 44 Prozent Anteil am Umsatz der größte und wichtigste Einzelmarkt, das internationale Geschäft umfasst etwas mehr als 55 Prozent der Umsätze.

Ausschnitt aus dem Jahresbericht 2019; 10-K Filling

1.6 Wichtige Kennzahlen – VISA, Inc.

Verschuldungsgrad und finanzielle Stabiliät

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201947,8 %52,2 %
201849,1 % 50,9 %
201748,2 % 51,8 %
201651,4 % 48,6 %
201574,2 % 25,8 %
201471,1 % 28,9 %
201374,7 % 25,3 %
201269,1 % 30,9 %
201176,1 % 23,9 %
201074,9 % 25,1 %
200971,8 % 28,2 %

Entwicklung der Verschuldung und des Gesamtkapitals: Das Unternehmen hat in den Jahren seit 2016 größtere Positionen an Fremdkapital aufgenommen, die sich in den Kennzahlen klar bemerkbar machen. Daraus resultiert eine der niedrigsten Fremdkapitalquoten der Unternehmensgeschichte.

Finanzielle Stabilität: Zwar hat der Anteil an Fremdkapital zugenommen, die liquide Mittel des Unternehmens sind allerdings noch gut aufgestellt. Das Current Ratio von Visa liegt aktuell bei 1,25, das Quick Ratio bei ebenfalls 1,25. Damit sind die kurzfristigen Verbindlichkeiten von Visa sehr gut durch liquide Mittel gedeckt und es besteht in dieser Richtung kein signifikantes Risiko.

Entwicklung des Goodwills in der Bilanz: Der Goodwill von Visa liegt aktuell bei rund 21,6 Prozent. Dieser Anteil ist sehr hoch und die Gefahr außerordentlicher Abschreibungen stellt ein nicht unerhebliches Risiko dar. Erfreulich ist die sinkende Tendenz des Goodwills in der Bilanzsumme.

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Entwicklung der Pensionsrückstellungen: Das Unternehmen leistet seinen Mitarbeitern Pensionsleistungen und weist aktuell Vermögenswerte von rund 1,09 Mrd. US-Dollar für US-Pläne und rund 490 Mio. US-Dollar für nicht US-Pläne für diese Pensionen aus. Das Unternehmen rechnet mit Abzinsungssätzen auf die zu erbringenden Leistungen von 3,26 Prozent für US-Pläne und 1,80 Prozent für nicht US-Pläne, die aus der Zinsstrukturkurve hochwertiger Unternehmensanleihen abgeleitet werden. Hier liegt ein gewisses Risiko in der Erhebung von Diskontierungssätzen, da in der aktuellen Null- und in Teilen Negativ-Zins-Phase diese Gefahr laufen nicht korrekt angesetzt zu werden, was in Zukunft zu einer Unterdeckung der Pensionen führen kann. Eine Zahlungsverpflichtung in der Zukunft wird mit einem Abzinsungsfaktor auf den heutigen Tag abgezinst und das Ergebnis ist die zu bildende Rückstellung. Je kleiner der Abzinsungsfaktor, desto größer ist die zu bildende Rückstellung, da die zu erwartende Verzinsung des Kapitals niedriger ausfällt. Zusätzlich wird dieses Feld noch durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Rahmen der aktuellen globalen Lage verkompliziert, da nicht ersichtlich ist, ob und welche Anlagen werthaltig sind.

Entwicklung der Kosten für Forschung und Entwicklung: Visa weist keine Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit aus. Insgesamt weist das Unternehmen Kosten von rund 4,2 Mrd. US-Dollar aus, in denen mitunter Kosten enthalten sind, die als Entwicklungskosten gelten können.

Zinsdeckungsgrad: Der Zinsdeckungsgrad (Interest Coverage) liegt für Visa bei rund 33,5. Damit ist die Zinslast des Unternehmens sehr gut gedeckt und es besteht in dieser Richtung kein signifikantes Risiko.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
20192.227+0,6 %
20182.214-5,2 %
20172.335-2,9 %
20162.404-1,0 %
20152.428-13,1 %
20142.794-3,6 %
20132.897-24,9 %
20123.856-5,7 %
20114.088-6,8 %
20104.384-4,9 %
20094.608-17,4 %

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Der langfristige Trend zeigt einen deutlichen Rückgang der ausstehenden Aktien. Dazu läuft aktuell ein Aktienrückkaufprogramm. Es besteht hier allerdings immer die Gefahr, dass das Unternehmen zu überteuerten Preisen seine eigenen Aktien zurück kauft.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
201922.97715.40167,0 %
201820.60913.56165,8 %
201718.35812.16366,3 %
201615.0829.76264,7 %
201513.8809.07865,4 %
201412.7027.69760,6 %
201311.7787.23961,5 %
201210.4212.13920,5 %
20119.1885.45659,4 %
20108.0654.58956,9 %
20096.9113.53851,2 %

Entwicklung der Umsätze, des EBIT und der Gewinne: Visa kann auf einen starken Wachstumstrend zurückblicken, der sich über den gesamten Betrachtungszeitraum erstreckt.

Entwicklung der operativen und der Nettomarge: Die Margen waren die letzten 5 Jahre tendenziell sehr stabil. Das spricht für das organische Wachstum, welches man bei Visa sehen kann. Die Umsätze sowie das operative und das Nettoergebnis wachsen konstant.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
201912.028+0,3 %
201811.995+41,1 %
20178.501+68,3 %
20165.051-18,1 %
20156.170-7,3 %
20146.652+160,8 %
20132.551-44,9 %
20124.633+31,7 %
20113.519+43,6 %
20102.450+872,2 %
2009252+117,2 %

Entwicklung der operativen und freien Cashflows: Neben den Umsätzen und Gewinnen zeigen auch die Cashflows einen klaren Wachstumstrend auf. Visa ist in der Lage enorme Kapitalflüsse zu generieren, die das finanzielle Risiko aus anderen Teilbereichen kompensieren können.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
201934.684+2,0 %
201834.006+3,8 %
201732.760-0,5 %
201632.912 +10,3 %
201529.842+8,9 %
201427.413+2,0 %
201326.870-2,8 %
201227.630+4,5 %
201126.437+5,7 %
201025.014+7,9 %
200923.193+9,7 %

Entwicklung des Eigenkapitals: Das Eigenkapital des Unternehmens ist regelmäßig und kontinuierlich gewachsen.

Entwicklung der Treasury Stocks in der Bilanz: Aktuell weist das Unternehmen keine eigenen Aktien in der Bilanz aus. Damit kann man folgern, dass sämtliche zurückgekauften Aktien nicht auf die Bilanz genommen sondern vernichtet werden.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD /Aktie
Earnings
per Share
KGV
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009

Entwicklung der Dividenden und des KGV, sowie des KBV: Seit der ersten Dividendenausschüttung im Jahr 2008, sind die Zahlungen von Visa an seine Aktionäre konstant gestiegen und mit einer Ausschüttungsquote von zuletzt rund 18,8 Prozent der Gewinne, sind die Dividenden sehr gut gedeckt und gefährden die finanzielle Stabilität des Unternehmens nicht.

Entwicklung der Gewinne je Aktie, der Freien Cashflows je Aktie und der Owners Earnings: Visa kann ein sehr gutes Wachstum der Gewinne je Aktie ausweisen und auch die Owners Earnings sind durchweg positiv mit nur einer Ausnahme.

1.7 Aussichten – VISA, Inc.

Unternehmensspezifisch: Visa Inc. hat die Umsatzprognose für das zweite Quartal 2020 überarbeitet. Das Unternehmen hat die Situation mit Coronaviren (oder COVID-19) und deren Auswirkungen weltweit aktiv überwacht. Die Priorität war die Sicherheit der Mitarbeiter, einschließlich umfassender Pläne zur Unterstützung des Wohlbefindens der Mitarbeiter sowie der Unterstützung der Kunden und der betroffenen Gemeinden. Bis zum 28. Februar 2020 waren die größten Auswirkungen auf Reisen von und nach Asien zu verzeichnen. Dies hat zu einer starken Verlangsamung des grenzüberschreitenden Geschäfts geführt, insbesondere der reisebezogenen Ausgaben für vorhandene und nicht vorhandene Karten. Der grenzüberschreitende E-Commerce, der nichts mit Reisen zu tun hat, wurde bis auf einige asiatische Märkte bisher nicht wesentlich beeinträchtigt. In Märkten, in denen Visa den Großteil der Transaktionen abwickelt, bleibt das Wachstum der Inlandsausgaben, sowohl bei Krediten als auch bei Lastschriften, mit Ausnahme einiger Auswirkungen in Hongkong und Singapur weitgehend stabil. Die grenzüberschreitenden Wachstumsraten haben sich seit dem Ausbruch des Coronavirus in China von Woche zu Woche verschlechtert, und die Trends bis zum 28. Februar 2020 spiegeln die Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Asiens noch nicht vollständig wider. Daher wird davon ausgegangen, dass dieser sich verschlechternde Trend noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht hat. Da die Situation weiterhin fließend ist, ist es nicht möglich, den Wachstumstrend für den Rest des zweiten Geschäftsquartals oder den Rest des Geschäftsjahres 2020 genau vorherzusagen. Basierend auf den Trends bis Ende Februar und unter der Annahme einer anhaltenden Verschlechterung im März erwartet Visa einen zweiten Das Nettoumsatzwachstum des Geschäftsquartals liegt um etwa 2,5 bis 3,5 Prozentpunkte unter dem am 30. Januar 2020 geteilten Ausblick. Angesichts der Unsicherheit hinsichtlich des Ausmaßes, der Dauer und der geografischen Reichweite der Auswirkungen des Coronavirus wird das Unternehmen die Ansichten für die kommenden Quartale und das Geschäftsjahr 2020 im April auf die Gewinnprognose für das zweite Quartal aktualisieren.

Die Analysten auf marketscreener.com, gehen für die kommenden Jahre bis 2022 zunächst von einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn für das Jahr 2020 aus, in den Folgejahren aber von besseren Ergebnissen, zusammen mit einem Abbau der Schulden des Unternehmens. Entsprechend wird auch ein zunächst leichter Rückgang der Margen erwartet, die sich dann bis 2023 aber wieder erholt haben sollen, so die Erwartungen. Desweiteren gehen die Analysten von steigenden Buchwerten und Cashflows je Aktie aus.

Die Schätzungen der Geschäftsentwicklung auf finanzen.net reichen sogar bis 2023 und zeichnen ein analoges Bild zu den Erwartungen andere Seiten. Die Cashflows werden auch als stabil eingeschätzt und es werden auch steigende Dividendenausschüttungen erwartet.

Erwartungen der Analysten auf simplywallstreet.com, sind ebenfalls positiv für die Zukunft gestimmt. Die Seite geht von einem Umsatzwachstum von rund 9,3 Prozent und einem Gewinnwachstum von rund 13,6 Prozent für das Unternehmen aus, sieht allerdings im Punkt Gewinnentwicklung eine unterdurchschnittliche Erwartung, verglichen mit der Branche und dem Gesamtmarkt.

Gesamtmark: Eine Quelle mit großer breite ist beispielsweise das Statistikportal Statista, auf dem teilweise auch kostenfreie Statistiken und Grafiken einsehbar sind.

Laut den Studienautoren des World Fintech Report 2020 sei jetzt der richtige Zeitpunkt für Banken, vom Front- bis zum Backend aufzuholen, um das bestmögliche Kundenerlebnis anzubieten. Die bisherigen Bemühungen konnten bisher nicht an das heranreichen, was in anderen Branchen, insbesondere bei Technologieanbietern, üblich geworden ist. Damit Banken in diesem sich wandelnden Umfeld attraktiv und wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie sich der Studie zufolge in agile und kundenorientierte Inventive Banks verwandeln. Dazu sollten sie sich Open X zu eigen machen und eine spezialisierte, statt eine universelle Rolle, als Anbieter oder Aggregator innerhalb des neuen, offenen Ökosystems übernehmen. Sowohl Banken als auch FinTechs sind derzeit frustriert über die dürftigen Ergebnisse ihrer bisherigen Zusammenarbeit. Der World FinTech Report 2020 offenbarte mehrere Schwachpunkte:

  • Nur 21 Prozent der Banken sagen, ihre Systeme seien agil genug für eine Kollaboration.
  • Nur 6 Prozent der Banken haben die erwünschte Rendite durch Zusammenarbeit erreicht.
  • 70 Prozent der FinTechs sind kulturell oder organisatorisch nicht kompatibel mit ihren Bank-Partnern.
  • Mehr als 70 Prozent der FinTechs sagen, sie seien frustriert über die Prozesse der etablierten Banken.
  • Die Hälfte der FinTech-Führungskräfte sagen, sie hätten nicht den richtigen Kollaborationspartner gefunden.

Die Welt habe sich in den letzten Monaten insbesondere durch die Covid-19 Pandemie dramatisch verändert. Für traditionelle Banken wird dies in einem noch größeren Bedarf an digitalen Leistungsangeboten durch die verstärkte Zusammenarbeit mit FinTechs resultieren. In den vergangenen Jahren haben sich FinTechs von ‚Störern‘ zu reifen Akteuren entwickelt. Jetzt sei es für die etablierten Banken von Bedeutung, sie nicht nur als Konkurrenten, sondern als notwendige Partner zu betrachten, um den steigenden Erwartungen der Kunden gerecht werden zu können.

Publikationen auf marketsandmarkets.com und der Research-Plattform marketresearch.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

SegmentPrognose
Globaler Markt für das Internet of Things im Bereich Banken, Versicherungen und FinanzdienstleistungenDas globale IoT im BFSI-Markt wird voraussichtlich von 249,4 Mio. USD im Jahr 2018 auf 2.030 Mio. USD im Jahr 2023 wachsen, was einer CAGR von 52,1% im Prognosezeitraum entspricht.
Markt für kontaktloses BezahlenDie weltweite Marktgröße für kontaktloses Bezahlen wird voraussichtlich von 10,3 Mrd. USD im Jahr 2020 auf 18,0 Mrd. USD im Jahr 2025 steigen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 11,7% im Prognosezeitraum. Der Hauptvorteil des kontaktlosen Bezahlens besteht darin, dass Kunden Transaktionen sofort mit einem Fingertipp abschließen können. Dies erhöht die Geschwindigkeit von Transaktionen und macht kontaktloses Bezahlen noch effizienter. Mit der zunehmenden Integration kontaktloser Zahlungstechnologien in Mobiltelefone und Smartphones ist die Nachfrage nach kontaktlosen Zahlungslösungen in allen Ländern enorm gestiegen.
Markt für FinanzdienstleistungsanwendungenDer Markt für Finanzdienstleistungsanwendungen wird voraussichtlich von 66,92 Mrd. USD im Jahr 2014 auf 103,66 Mrd. USD im Jahr 2019 wachsen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 9,1% im Prognosezeitraum 2014-2019.
Markt für ZahlungsverarbeitungslösungenDie weltweite Marktgröße für Zahlungsverarbeitungslösungen wird voraussichtlich von 39,3 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 64,5 Mrd. USD im Jahr 2024 wachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 10,4% im Prognosezeitraum entspricht. Wichtige treibende Faktoren für den Markt sind die wachsenden Initiativen zur Förderung digitaler und Online-Zahlungen, die hohe Verbreitung von Smartphones, der Fokus auf die Verbesserung des Kundenerlebnisses und die Nachfrage der Kunden nach Unmittelbarkeit von Zahlungen und Abrechnungen. Diese Faktoren werden voraussichtlich den globalen Markt für Zahlungsverarbeitungslösungen antreiben.
Bezahlung als DienstleistungDie Größe des Marktes für Zahlungen als Dienstleistung wird voraussichtlich von 5,7 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 16,7 Mrd. USD im Jahr 2024 steigen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 23,9% im Prognosezeitraum. Regulierungsinitiativen zur Förderung von Zahlungslösungen, die auf sicheren Transaktionen in Echtzeit basieren; Ein optimiertes Kunden- / Händlererlebnis mit schnellen und sicheren Zahlungsmethoden sind die Hauptfaktoren für das Wachstum des Marktes.
Markt für EchtzeitzahlungenDer Markt für Echtzeitzahlungen wird voraussichtlich von 6,8 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 25,9 Mrd. USD im Jahr 2023 wachsen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 30,6%.
Zu den wichtigsten Wachstumsfaktoren, die das Wachstum des Marktes vorantreiben sollen, gehören die hohe Verbreitung von Smartphones, die Einführung von Cloud-basierten Lösungen, die Forderung der Kunden nach sofortiger Zahlung und schnelleren Zahlungsabwicklungen sowie staatliche Initiativen.
Markt für digitales BezahlenBeim digitalen Bezahlen wird für die Beschaffung eines Produkts oder einer Dienstleistung digital bezahlt. Bei digitalen Zahlungen ist kein Bargeld erforderlich, und Transaktionen werden online durchgeführt. Die Verbreitung von mobilen Zahlungen und digitalen Innovationen hat die digitalen Zahlungen durch die Einführung fortschrittlicher Technologien wie Blockchain, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert. Diese Technologien werden Transaktionen bequemer und sicherer machen und voraussichtlich erhebliche Chancen für den digitalen Zahlungsmarkt bieten. Die Modernisierung der inländischen traditionellen Zahlungsinfrastruktur würde eine wichtige Rolle für die künftige Entwicklung des Marktes für digitale Zahlungen spielen. Wachsende Kundenbedürfnisse würden eine Modernisierung der Infrastruktur von Technologieunternehmen erfordern, die den Markt bedienen. Darüber hinaus würde ein Mangel an Effizienz in der grenzüberschreitenden Zahlungstechnologie den Marktteilnehmern weitere Wachstumschancen bieten.
Die Marktgröße für digitale Zahlungen wird voraussichtlich von 38,00 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 86,76 Mrd. USD im Jahr 202 3 steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 18,0% im Prognosezeitraum entspricht. Dieses Wachstum wird durch die zunehmenden Initiativen zur Förderung des digitalen Zahlungsverkehrs auf der ganzen Welt, die zunehmende Verbreitung von Smartphones und die steigende Nachfrage nach einem besseren Kundenerlebnis angetrieben.
Markt für ZahlungssicherheitDie Marktgröße für Zahlungssicherheit wird voraussichtlich von 11,39 Mrd. USD im Jahr 2017 auf 24,63 Mrd. USD im Jahr 2022 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 16,7% steigen. Das für die Studie berücksichtigte Basisjahr ist 2016, und die Marktgröße wird von 2017 bis 2022 berechnet.
Markt für mobile NFC-ZahlungenDer Markt für mobile NFC-Zahlungen (Near Field Communication) in den USA befindet sich mit einer Akzeptanzrate von nur 1,7% im Anfangsstadium. Dies ist eine große Chance für Early Mover, die dasselbe anbieten. Die Einführung von NFC Mobile Payment eröffnet Banken und Mobilfunkbetreibern neue Einnahmequellen, da mehr als 94% der US-Bevölkerung ein Mobiltelefon besitzen und 60% von ihnen einen Kartensteckplatz in ihrem Mobiltelefon haben. Mithilfe der NFC-Technologie können Banken Mikrotransaktionen abwickeln, die rund 20% der gesamten Transaktionen in den USA ausmachen. Dies wird den Banken auch dabei helfen, die wachsende GEN Y-Bevölkerung sowie die riesigen Unterbanken und Nichtbanken zu erfassen Population.
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1.8 Einteilung nach Peter Lynch – VISA, Inc.

Die Einteilung nach Peter Lynch ergibt hier einen eindeutigen Fast Grower und das sowohl in der historischen Betrachtung als auch mit Blick auf die Erwartungen der Analysten. Die Empfehlung von Peter Lynch wäre in diesem Fall: Kaufen und Halten.

1.9 Levermann Score – VISA, Inc.

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WertPunkte
1Eigenkapitalrendite
2EBIT-Marge
3Eigenkapitalquote
4Kurs-Gewinn-Verhältnis
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)
6Analystenmeinung
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
8Gewinnrevision
9Kursverlauf der letzten 6 Monate
10Kursverlauf der letzten 12 Monate
11Trendumkehr
12Reversaleffekt
13Erwartetes Gewinnwachstum

Gesamt

1.10 Piotroski F-Score – VISA, Inc.

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WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnJa1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrJa1
6Current Ratio höher als im VorjahrNein0
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Nein0
8Bruttomarge höher als im VorjahrJa1
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt7 von 9

1.11 Berichte und Präsentationen

2. Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

Ich versuche mit Wachstumsprognosen nicht zwingend richtig zu liegen, sie dienen mir bei verschiedenen Bewertungsverfahren lediglich dazu, ein theoretisch mögliches Szenario zu entwickeln und dem Unternehmen einen Wert zuzuweisen, der dieses Szenario abbildet. Daher auch der Versuch, einer eher konservativen Schätzung das Wort zu reden, da es unkritischer ist, ein Wachstum zu niedrig als zu hoch anzusetzen.

2.1 SWOT – Analyse – VISA, Inc.

Stärken:

  • Die Visa, Inc. ist einer der führenden Anbieter für die Durchführung von digitalen Transaktionen und verfügt über einen der weltweit bekanntesten Namen im Bereich der Finanzdienstleistung. Die Marke Visa wird in den meisten Ländern der Welt erkannt und die Verfügbarkeit und die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens ist global fast uneingeschränkt möglich.
  • Das Unternehmen ist auf dem Nordamerikanischen Markt, speziell in den USA, das Unternehmen mit dem höchsten Marktanteil. Das ist auch dahingehend eine große Stärke, da die USA nach wie vor der wichtigste Kapitalmarkt und Kapitalumschlagsplatz der Welt sind.
  • Die Bekanntheit und die Unternehmensgröße, sowie die daraus resultierende starke Vernetzung der Firma, bieten Visa einen guten Zugriff auf Fachpersonal und hat im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern bessere Chancen gute Leute zu finden.
  • Visa hat bereits in der Vergangenheit zwei Punkte klar als Stärken herausgestellt: Das Unternehmen ist zum einen in der Lage, gute Unternehmen mit viel Potential und für sich selbst notwendigen Technologien ausfindig zu machen und diese zu übernehmen. In den Jahren des Firmenbestehens, hat Visa mit einigem Erfolg viele Unternehmen übernommen und in seine Firmenstruktur integriert. Zum andren ist Visa sehr versiert darin strategische Partnerschaften einzugehen. Diese sorgen dafür, dass das Unternehmen seine Wettbewerbsvorteile effizient ausspielen kann.
  • Die finanzielle Lage ist ebenfalls eine Stärke von Visa. Das Unternehmen verfügt über hohe liquide Mittel und sehr starke Cashflows, die auch in der letzten Wirtschaftskrise ab 2008 positiv waren. Damit Verbunden sind relativ geringe Bestände an Fremdkapital, die das Risiko hier begrenzen.
  • Das Geschäftsmodell selbst ist ebenfalls als Stärke herauszustellen. Visa übernimmt keine Kreditrisiken bzw. Kreditausfallrisiken, sondern stellt lediglich die Infrastruktur für die Transaktionen zur Verfügung.
  • Das globale Netzwerk VisaNet ist hervorragend aufgestellt und ausgebaut. Es kann mehrere Milliarden Transaktionen pro Sekunde verarbeiten und stellt einen klaren Wettbewerbsvorteil gegen kleinere Konkurrenten dar, die ein solches Netz nicht zur Verfügung haben. Als das größte Netzwerk für elektronische Bezahlungen, ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.
  • Die Innovationskraft von Visa ist nach wie vor sehr gut.
  • Die Konkurrenzsituation ist auf der einen Seite durch sehr starken Wettbewerb geprägt, das Konkurrenten wie PayPal oder Dienste wie Google Pay und Apple Pay auf den Markt drängen, in seiner Sparte sieht sich Visa aber hauptsächlich der Konkurrenz von MasterCard und American Express gegenüber.

Schwächen:

  • In den letzten Jahren sind die operativen Kosten des Unternehmens stark gestiegen und zwar stärker als die Umsätze im gleichen Zeitraum.
  • Visa ist in hohem Maße von der Vertragstreue der größten Kunden abhängig und könnte hier ein größeres Risiko zu tragen haben.
  • Mit den Möglichkeiten des modernen Internets und der Informationstechnologie, sieht sich Visa einer wachsenden Anzahl an gut organisierten Konkurrenten gegenüber.
  • Eine Schwäche die bereits in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten war, ist das Risiko von Rechtsstreitigkeiten und rufschädigenden Geschehnissen, die sich negativ auf das Geschäft auswirken können.
  • Hinzu kommt noch eine Anfälligkeit für Betrug und Missbrauch.
  • Bei den von VISA verkauften Produkten gibt es einige Lücken. Dies kann eine Schwäche sein, da diese mangelnde Auswahl einem neuen Wettbewerber eine Position auf dem Finanzmarkt verschaffen kann.
  • Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind im Vergleich zu den am schnellsten wachsenden Akteuren der Finanzbranche gering. Obwohl VISA viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgibt, kann es in Bezug auf Innovation nicht mit seinen Konkurrenten in der Branche mithalten.

Chancen:

  • Die größte Chance für Visa liegt in dem globalen Trend weg von Bargeld und hin zu digitalen Transaktionen. Die fortschreitende globale Vernetzung kann das Unternehmen hier sehr gut für sich ausnutzen.
  • Mit der vollständigen Übernahme von Visa Europe, hat Visa die Chance sein Geschäft effizient weiter in Europa auszubauen und das grenzüberschreitende Volumen zu steigern.
  • Die aufstrebenden Volkswirtschaften der Schwellenländer bieten Visa auch gute Möglichkeiten sein Geschäft zu stärken und auszubauen. Auch der chinesische Markt ist hier als einer der maßgeblichen Erfolgstreiber zu sehen.
  • Die Möglichkeiten mit Smartphones und Tablets zu bezahlen, unter Nutzung des VisaNet, sind eine große Chance für das Unternehmen.
  • Das Aufkommen von digitalen Währungen oder auch Cryptowährungen, bietet dem Unternehmen die Chance sich auch in diesem Bereich zu etablieren. Die weit verbreitete Verwendung digitaler Währungen auf internationaler Ebene hat für Visa eine enorme Chance ergeben. Auf diese Weise können Kunden problemlos Geld in jedem Teil der Welt abwickeln.

Risiken:

  • Es bestehen für ein international tätiges Unternehmen die allgemeinen Markt- und Währungsrisiken.
  • Ein enormes Risiko mit unabsehbaren Folgen, sind Cyber Angriffe und Sicherheitsbrüche die das Vertrauen in Visa erschüttern können und das Netzwerk kompromittieren.
  • Ein weiteres Risiko besteht in Skandalen und Vorkommen, die den guten Ruf des Unternehmens beschädigen können. Das im Finanzbereich vieles auf Vertrauen basiert, ist ein Vertrauensverlust oder gar ein Vertrauensbruch der mutwillig von Seiten des Unternehmens ausgeht, ein enormes Risiko.
  • Ein weiteres Risiko stellen Betrug und Missbrauch dar, ebenso die starke Konkurrenz.

2.2 Bewertungsverfahren – VISA, Inc.

Für die Bewertung von Visa, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Nach den von mir unterstellten Kriterien, erreicht das Management von Visa eine Leistung von rund 74 Prozent. Vor allem die sehr guten Eigenkapitalrenditen sind hier ausschlaggebend. Eher unterdurchschnittlich sind hier nur die theoretischen Schuldentilgungsdauern von über 1 Jahr jeweils, die allerdings mir 2 bzw. 3 Jahren auch nicht übermäßig lang sind.

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

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Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Ich sehe für Visa ein Sockel KGV von 8 als gerechtfertigt, da das Unternehmen auf eine sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann und auf eine sehr starke Marke. Dazu kommt noch ein Produkt, das aus der heutigen modernen Welt nicht mehr wergzudenken ist.

Die finanzielle Stabilität ergibt hier einen Aufschlag von 1,79 auf das Sockel KGV.

Für die herausragende Marktstellung von Visa, sehe ich 15 Porter Punkte als gerechtgertigt an (5-Kräfte-Modell nach Porter; Branchenstrukturanalyse), mit denen ich einen nur mäßigen bis zum Teil oligopolistischen Wettbewerb unterstelle. Daraus ergibt sich ein erster Multiplikator von 1,8 für die weitere Berechnung.

Für Marktanteil und Rentabilität ergibt sich in der Summe ein Aufschlag von 4,5 auf das Sockel KGV.

Ich unterstelle dem Unternehmen ein nur moderates Wachstum von 5,0 Prozent, um den Unwägbarkeiten der aktuellen Lage gerecht zu werden.

Für seine starke Marke, das gute Wachstum und seine sehr stabilen Gewinne und Cashflows in Kombination mit dem hohen Marktanteil von Visa, halte ich einen Aufschlag von 6,0 auf das Sockel KGV für individuelle Eigenschaften als gerechtfertigt.

Ergebnis: Daraus ergibt sich ein mögliches faires KGV von 21,29 für Visa, Inc. Der mögliche faire Wert des Unternehmens berechnet sich somit auf rund 115,48 USD je Aktie, bezogen auf die aktuellen Gewinne des Unternehmens. Bezogen auf die erwarteten Gewinne für das kommend Jahr, berechnet sich der mögliche faire Wert auf rund 131,52 USD je Aktie. Eine Sicherheitsmarge wurde hier noch nicht berücksichtigt.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

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Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Für Visa, Inc. errechne ich unter den von mir unterstellten Bedingungen ein mögliches faires KBV von 7,41, was einen möglichen fairen Wert je Aktie von 115,43 USD ergibt. Eine Sicherheitsmarge wurde hier wiederum nicht berücksichtigt.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Ich unterstelle Visa, dass das Unternehmen in den kommenden 10 Jahren seine Gewinne je Aktie um rund 10,0 Prozent pro Jahr steigern kann, berücksichtigt man das Gewinnwachstum und den Rückkauf eigener Aktien. Ich verwende desweiteren einen Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent, den ich als Standardwert verwende und der die minimale Rendite darstellt, die ich von einem Investment erwarte. Als Ziel KGV verwende ich das langfristige Mittel der letzten 10 Jahre von rund 29,9.

Ergebnis: Unter den von mir angenommenen Bedingungen und bezogen auf das Nachsteuerergebnis, ergibt sich ein möglicher fairer Wert des Unternehmens von 135,44 USD je Aktie. Eine Sicherheitsmarge wurde hier nicht berücksichtigt.

2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, errechnen sich folgende Ergebnisse: Für das Bruttoverfahren ein theoretisch fairer Wert von 108,26 USD je Aktie, für das Nettoverfahren ein möglicher fairer Wert von 45,89 USD je Aktie ohne eine Sicherheitsmarge zu berücksichtigen.

2.2.6 Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Die Dividendenrendite ist mit rund 0,6 Prozent aktuell noch sehr niedrig und kein ausschlaggebender Faktor. Ich habe pro Forma das Verfahren trotzdem angewendet und ein langfristiges Dividendenwachstum von 10 Prozent jährlich unterstellt, über die nächsten 15 Jahre sowie einen Terminal Growth von 5,0 Prozent. Als Abzinsungsfaktor verwende ich wieder meinen Standard von 12,0 Prozent.

Ergebnis: Aus Dividendensicht ist das Unternehmen mit rund 23,68 USD je Aktie fair bewertet, bzw. mit 39,26 USD je Aktie unter Berücksichtigung des Buchwertes je Aktie.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – VISA, Inc.

Die Visa, Inc. ist nach allem was ich an Datenmaterial sichten konnte, ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen mit einem für die Zukunft robusten Geschäftsmodell. Der Trend hin zu bargeldlosem Zahlungsverkehr ist in den letzten Jahren zunehmend in Fahrt gekommen und als eines der führenden Unternehmen ist Visa in diesem Bereich sehr gut aufgestellt und kann einen sehr großen Marktanteil für sich verbuchen. Gerade die Marktführerschaft auf dem amerikanischen Markt, nach wie vor der wichtigste Kapitalmarkt weltweit, ist ein starker Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Mit seinem Börsengang 2006 ist Visa noch relativ jung an der Börse, aber insgesamt ist die Firmengeschichte beeindruckend und das stetige Wachstum des Unternehmens spricht aus meiner Sicht für die stärke der Marke und den Trend der dieses Wachstum stützt. Die Bilanz sieht im Kern solide aus, allerdings sind hier mehrere Kritikpunkte anzusetzen: Zum einen der horrende Goodwill-Anteil an der Bilanz mit über 20 Prozent, der die Gefahr außerordentlicher Abschreibungen beinhaltet und zum anderen die in den letzten Jahren stark gestiegene Verschuldung, mit der letztendlich auch ein Zinsrisiko einhergeht. Der Goodwill ist in den letzten Jahren und im langfristigen Trend zurück gegangen, was positiv zu werten ist, das Risiko des hohen Anteils an der Bilanz muss aber unbedingt berücksichtigt werden. Die Verschuldung ist in den letzten 4 Jahren erstmals signifikant gestiegen. Dem gegenüber steht ein guter Zinsdeckungsgrad, solide Cashflows und ausreichend liquide Mittel, die das Fremdkapitalrisiko an dieser Stelle aufwiegen. Einer der größten Wettbewerbsvorteile sehe ich in dem großen Netzwerk des Unternehmens, dem VisaNet, über das der Zahlungsverkehr abgewickelt wird. Jeder Wettbewerber sieht sich hier einem stark ausgebauten Infrastrukturnetz gegenüber, dass nicht ohne weiteres adaptiert oder in Eigenarbeit aufgebaut werden kann. Damit hat Visa eine starke Marktposition. Auch im Punkt Übernahmetätigkeit ist Visa stark und aktiv und konnte sich über die Jahre einen eigenen Erfahrungsschatz im Zusammenhang mit Firmenübernahmen erarbeiten. So gab das Unternehmen im Jahr 2019 insgesamt rund 940 Mio. US-Dollar für Zukäufe aus. Die Übernahmen versorgen Visa mit zusätzlichen Innovationen und bieten Chancen, hier von Neuerungen und Verbesserungen zu profitieren, allerdings mit dem immer vorhandenen Risiko, dass Übernahmen scheitern, die Integration kostspieliger wird als geplant und der Möglichkeit, dass erhoffter Profit durch zugekaufte Firmen und deren Know How ausbleibt. Insgesamt sehe ich die Arbeit des Managements allerdings positiv, was ich an nicht oder nur kaum auffindbaren Skandalen um Einzelpersonen und an den wirtschaftlichen Eckdaten des Unternehmens fest mache.

Ein weiteres Risiko, welches immer wieder in der Geschichte des Unternehmens schlagend wurde, sind Rechtsstreitigkeiten, Anklagen wegen wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartellklagen und andren Vorkommnissen, die den guten Ruf von Visa schwer belasten oder schädigen können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass derartige Vorkommnisse wieder auftreten und sie gehen neben den Rufschädigungen auch mit teils horrenden Bußgeldern einher, die die Finanzen belasten. Dieses Risiko muss definitiv berücksichtigt werden. Im großen und Ganzen ist das Unternehmen aber sehr gut für die Zukunft gerüstet, so sehe ich die Lage, wie sie sich aus den Fundamentaldaten, der Berichterstattung und den Erwartungen für die kommenden Jahre darstellt. Zahlungsdienstleister wie Visa bieten ein immer stärker nachgefragtes Produkt an und die fortschreitende Vernetzung der globalen Wirtschaft, die Entwicklung der Schwellenländer und neu aufkommende Ideen wie das Konzept und die Verfügbarkeit von Kryptowährungen, liefern dem Unternehmen hier wachsende Chancen. Als einer der Marktführer in diesem Bereich, hat Visa auch eine hervorragende Positionierung.

Auf Basis der von mir vorgenommenen Bewertungen, sehe ich einen fairen Wert des Unternehmens zwischen etwa 130,00 und 135,00 US-Dollar je Aktie. Für diese Wertung habe ich keine Sicherheitsmarge berücksichtigt, da ich davon ausgehe, dass meine unterstellten Erwartungen über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hinreichend vorsichtig bemessen sind, dass die sich daraus ergebenden Entwicklungsszenarien durchaus realistisch sind. Gestützt wird diese von mir gestellte Bewertung durch externe Bewertungen, wie die von simplywallstreet.com. Die Finanzseite geht von einem fairen Wert von rund 156,93 US-Dollar für die Aktie von Visa aus, basierend auf einem Cashflow-Diskontierungs-Verfahren.

Dem gegenüber, geht die Fundamentalanalyse auf der Seite finanzen.net bereits von einem Premium auf den Kurs von rund 22,7 Prozent aus, also eine Überbewertung der Aktie, basierend auf den zu erwartenden Gewinnen des Unternehmens.

Fazit: Ich halte Visa für ein sehr gutes Unternehmen und habe hier selbst bereites eine große Position aufgebaut, die ich in den letzten Wochen weiter aufgestockt habe, da die Kurse in einem für mich akzeptablen Bereich lagen. Für mögliche weiter Zukäufe, halte ich das von mir berechnete Bewertungsniveau für akzeptabel und sollten sich die Kurse des Unternehmens wieder in diese Richtung bewegen, werde ich nach einer weiteren Betrachtung der Gründe für diese mögliche Bewegung weitere Zukäufe in Betracht ziehen. Das Geschäft halte ich wie bereits gesagt für sehr zukunftsfähig und auch mit Blick auf die Entwicklung der Dividenden, könnte sich auf lange Sicht hier ein sehr rentabler Dividendenzahler entwickeln.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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