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UFP Industries, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • UFP Industries konnte seine Umsätze in den letzten Jahren stark steigern. Insgesamt ist die finanzielle Situation der Firma sehr gut. Es gibt große Reserven an liquiden Mitteln, die Cashflows sind stark und die Belastung durch Dividendenzahlungen moderat.
  • Das Management des Unternehmens ist solide aufgestellt und die höchsten Positionen rekrutieren sich aus langjährigen Mitarbeitern, die auch substanzielle Vermögensteile in Aktien von UFP investiert halten.

Schwächen:

  • Die Nettomarge liegt von UFP Industries mit rund 6,2 Prozent, liegt zwar relativ gut, so dass die Firma besser als etwa 60 Prozent seiner Konkurrenten liegt, ist aber nicht in den Spitzenpositionen zu finden.
  • Als schwierigen Punkt beim Management kann die Personalunion von CEO und Chairman sehen. Damit ist das Kontrollgremium für das Management und die Unternehmensleitung von der selben Person geführt.

Chancen:

  • Die momentan größte Chance für das Unternehmen liegt in den beständig steigenden Rohstoffpreisen, die über alle Sektoren gerade zu verzeichnen ist. Ebenfalls ist Holz von dieser Entwicklung betroffen. Dadurch steigen die Produktpreise. Allerdings geht damit auch ein signifikanter Nachteil einher, der auf der Beschaffungsseite zu suchen ist.

Risiken:

  • In der aktuellen Lage stellen die wirtschaftlichen Probleme die größten Risiken dar, denn im Falle eines Kaufkraftverfalls und einer beständig steigenden Inflation, ist es denkbar, dass die Firma Absatzprobleme bekommt.
  • Das Unternehmen kann außerdem von Schwankungen des US-Dollar-Wechselkurses betroffen sein.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Nach der von mir verwendeten Betrachtung, erreicht das Management von UFP Industries eine Leistung von 69 Prozent. Der größte Belastungsfaktor sind hier die relativ niedrige Gesamtkapitalrendite und die ebenfalls niedrigen Returns on Investment.

Betrachte ich in einem Zweiten Schritt, wie sich diese Kennzahlen im Vergleich mit Konkurrenten darstellen, dann ist UFP aber hier doch sehr gut aufgestellt. Innerhalb des eigenen Industriezweigs ist UFP damit, so lese ich aus den Daten, ein gut geführtes Unternehmen.

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu ist hier ein interessanter Artikel auf diyinvestor.de zu finden.

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Ergebnis: Nach den von mir unterstellten Variablen, ist UFP mit einem KGV von rund 14,01 theoretisch fair bewertet. Aktuell liegt das KGV mir rund 9,60 deutlich unter dieser Marke, ist also sogar überaus günstig bewertet. Aus dieser Berechnung ergibt sich ein möglicher fairer Wert von 120,38 US-Dollar je Aktie, bzw. 114,63 US-Dollar je Aktie, legt man die erwarteten Gewinne des Unternehmens (laut Analysten) zugrunde.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Erläuterungen über die relative Bewertung mithilfe von Miltiples und Multiplikatoren sind hier auf der Seite diyinvestor.de zu finden.

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der “risikofreie Zinssatz“. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Das theoretisch faire KBV für UFP Industries liegt bei rund 4,26. Daraus ergibt sich ein möglicher fairer Wert von ca. 138,11 US-Dollar je Aktie.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Eine Aufstellung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Nach daten von gurufocus.com, hat UFP Industries aktuell Kapitalkosten (WACC) von rund 10,11 Prozent.

Ergebnis: Ich habe für dieses Verfahren ein Wachstum von rund 8,0 Prozent angenommen, einen Diskontierungsfaktor von 12,0 Prozent und einen Betrachtungszeitraum von 10 Jahren. Ein möglicher fairer Wert wäre hier bei rund 64,37 US-Dollar je Aktie, bezogen auf das Nachsteuerergebnis zu suchen.

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:
Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Annahmen, ergeben sich mögliche faire Werte von 124,58 bzw. 82,39 US-Dollar je Aktie. Ich habe hier keine Sicherheitsmarge berücksichtigt. Als Zeitraum habe ich wieder 10 Jahre veranschlagt.

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als “ewige Wachstumsrate” bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ergebnis: Aus Dividendensicht wäre ein möglicher fairer Wert von rund 38,85 das Ergebnis für einen Zeitraum von 15 Jahren.

Bewertung nach simplywall.st

simplywall.st Valuation

Das Portal simplywall.st, bewertet UFP Industries aktuell mit rund 120,34 US-Dollar je Aktie.

Quelle: https://simplywall.st/stocks/us/capital-goods/nasdaq-ufpi/ufp-industries#valuation

Bewertet wurde das Unternehmen mittels einen 2-stufigen Free Cashflow to Equity Verfahrens. Gerechnet wird hier mit einem Diskontierungsfaktor von 6,9 Prozent und einem Betrachtungszeitraum von 10 Jahren. Die Schätzungen von simplywall.st gehen aber von tendenziell sinkenden Free Cashflows aus.

Nach der Bewertung wäre UFP Industries aktuell unterbewertet.

Zusammenfassung und Fazit

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Zusammenfassung und Fazit

UFP Industries, Inc. wirtschaftet im Bereich der Holzprodukte und beliefert hier eine Reihe unterschiedlicher Kunden mit seinen Erzeugnissen. Darunter fallen diverse Baumaterialien für Eigenheime, beispielsweise Bodendielen, behandeltes oder unbehandeltes Schnittholz, aber auch Verpackungsmaterial und Paletten, Kisten, OSB-Platten, Dachstühle, aber auch eine Reihe von Sanitärprodukten, Elektro- und Verkleidungsprodukten. Unterteilt in insgesamt 3 große Segmente, Einzelhandel, Industrie und Konstruktion, die zusammen den größten Teil der Umsätze stellen. Das Management rekrutiert sich aus langjährigen Mitarbeitern, die einen großen Teil oder sogar ihr gesamtes Arbeitsleben im Betrieb sind. Musterhaft hierfür kann man den CEO betrachten. Es gefällt mir zwar nicht, wenn der CEO zeitgleich als Chairman fungiert, aber es gibt hier auch durchaus positive Punkte zu vermerken. Der CEO verfügt über langjährige Erfahrung im Betrieb und hat auch substanzielles Eigenvermögen in Form von Unternehmensaktien gebunden. Weiterhin ist die Bezahlstruktur des Managements sehr gut, hier werden bevorzugt Aktien als Bezahlung ausgereicht und Aktienoptionen findet man nicht. Im Vergleich zur Konkurrenz und zum Durchschnitt des Sektors, erwirtschaftet UFP auch gute Kapitalrenditen und die Situation der Margen ist ebenfalls gut. Das liefert aus meiner Sicht einen Hinweis darauf, dass die Firma gut geführt wird. Mit Blick auf die Margen muss man aber auch sagen, dass diese im ganzen betrachtet konstant unter 10 Prozent Nettomarge liegen, also auf eher niedrigem Niveau.

Bei der Durchsicht der Finanzen gefallen mir besonders die stabilen und zuletzt stark gewachsenen Cashflows des Unternehmens. Außerdem konnten auch die Umsätze und Gewinne gut gesteigert werden. Die Zinslast ist sehr gut gedeckt, die Dividenden werden gesteigert, sind aber trotzdem sehr gut durch die Gewinne gedeckt. Der Eigenkapitalanteil mit etwa 61 Prozent ist zwar etwas zu niedrig für meinen Geschmack, aber die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind nahezu vollständig durch liquide Mittel gedeckt und Goodwill ist mit Blick auf die finanzielle Stabilität gar kein Thema.

Insgesamt würde ich also von einem solide geführten und wirtschaftlich stabilen Unternehmen ausgehen.

Was die Bewertung der Firma angeht, so ist das Unternehmen gerade, so stellt sich mir die Lage dar, günstig bewertet. Das KGV liegt zur Zeit bei nur 9,6 und auch mit Blick auf das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis mit nur 7,04, scheint eine günstige Bewertung vorzuliegen. In der Gesamtschau gefällt mir UFP Industries daher sehr gut.

Fazit: Zum aktuellen Kurs im Bereich der 80,00 US-Dollar je Aktie, bin ich am überlegen, eine erste Position zu eröffnen. Die Dividenden steigen konstant, aber die Rendite liegt aktuell nur bei etwa 0,86 Prozent. Interessant ist hier die günstige Bewertung der Unternehmensgewinne und das insgesamt bodenständige und solide Geschäftsmodell.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

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