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T. Rowe Price Group, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der T Rowe Price Group Aktienanalyse

Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
    • 1.7 Aussichten
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
      • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
      • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
      • 2.2.6 Dividendendiskontierung
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – T. Rowe Price Group, Inc.

Die T. Rowe Price Group, Inc. ist eine global präsente Investment-Management-Organisation, mit Sitz in Baltimore, im US Bundesstaat Maryland. Laut eigenen Angaben, hat der Finanzdienstleister zum 31. August 2019 ein Vermögen von rund 1.124 Mrd. USD unter Verwaltung und bietet seinen Kunden ein breites Spektrum an Investmentfonds, Beratungsangeboten, Pensionsplänen, Instrumenten für die Investitionsplanung und -steuerung und Finanz-Intermediäre, worunter Finanzberater und Vermögensverwalter fallen, sowie eine separate Kontoverwaltung für Einzelpersonen und institutionelle Investoren an. Der Börsengang erfolge 1986. Das Unternehmen ist heute unter ISIN US74144T1088 an der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ notiert und ist seit 1999 im amerikanischen S&P 500 Index gelistet. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei ca. 27,6 Mrd. USD und das Unternehmen gehört dank seiner stabilen Dividendenpolitik zu den US-Dividendenaristokraten.

Das Unternehmen wurde 1937 von Thomas Rowe Price Jr. als T. Rowe Price & Associates gegründet und wies im Vergleich zu damaligen Vermögensverwaltern einige Besonderheiten auf. Thomas Rowe Price arbeitete bereits seit 1920 als Accountmanager und Nachwuchs-Forscher im Finanzgewerbe von Baltimore, kritisierte aber das Geschäftsmodell Vertrieb orientierter Unternehmen. Das ursprüngliche Ziel der Unternehmung war es, Aktienanlegern einen neuen und praktisch nicht verfügbaren Service zu bieten, den Thomas Rowe Price als „Anlageberatung“ bezeichnete. Price hatte die Idee, Anlageentscheidungen und -strategien zu empfehlen, indem er eine fundierte Analyse durchführte und seine Gebühren auf dem Fachwissen und nicht auf der Grundlage von Standardprovisionen berechnete. Mit der Gründung seiner eigenen Firma, setzte er diese Ideen um. Die Erhebung von Gebühren auf der Grundlage des verwalteten Vermögens und nicht des Verkaufsvolumens, eine aktive Verwaltung der Konten seiner Kunden als Treuhänder und Investition in Wachstumsunternehmen statt Value-Unternehmen waren hier die signifikanten Unterschiede zur damaligen Norm. Er wurde als „Vater der Wachstumsinvestition“ bekannt und wurde von Forbes als „Sage of Baltimore“ bezeichnet. Dazu hier ein Artikel aus der Investors Business Daily von 2011. Eine detaillierte Zusammenfassung der Geschichte um T. Rowe Price Associates, Inc. ist hier auf Encyclopedia.com zu finden. Desweiteren erschien hier auf finnews.ch eine Artikelserie über die Geschichte des Unternehmens.

Die von Thomes Rowe Price vertretene Wachstumsstrategie war bis dahin nahezu unbekannt. Er gab sich nicht damit zufrieden, Aktien als zyklische Anlagen zu behandeln, deren Wert entsprechend den vorherrschenden wirtschaftlichen Trends steigt oder fällt und die zum richtigen Zeitpunkt gekauft oder verkauft werden sollten, um Gewinne zu erzielen. Stattdessen glaubte er, dass den Anlegerinteressen am besten durch eine langfristige Betrachtung des Anlageprozesses gedient wäre. Ein Finanzberater half den Kunden dabei, Aktien von gut geführten Unternehmen zu identifizieren, die über einen langen Zeitraum hinweg wachsen würden. Anstatt Aktien zu spekulativen Gewinnen zu kaufen und zu verkaufen, betonte Price den Wert, in wachsende Unternehmen zu investieren und bei ihnen zu bleiben. Er argumentierte, dass echte Wachstumsunternehmen, die mit sorgfältiger Recherchearbeit identifiziert wurden, über ein Gewinnwachstum verfügen würden, das auf lange Sicht sowohl den Marktwert als auch das Wachstum der Dividendenerträge steigern würde. Auf godmode-trader.de wurde hier ein Artikel mit Bezug zur Strategie veröffentlicht.

Nach seiner Gründung, konzentrierte sich das noch kleine Unternehmen unter der Führung von Thomas Rowe Price zunächst auf die Vermögensverwaltung und Privatinvestitionen für Familien in der Region Baltimore und schaffte es sich durch die Verwerfungen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs zu arbeiten, bevor es Ende der 1940er Jahre einen soliden Zustand erreichen konnte. In den frühen 1950er Jahren, war der Kundestamm schließlich so groß, dass das Personal die Konten einzeln nicht mehr verwalten konnte, und so gründete und lancierte das Unternehmen seinen ersten Investmentfonds, den T. Rowe Price Growth Stock Fund. In einer Zeit wirtschaftlicher Erholung und einer Trendwende bei den Wachstumsaktien, wurde der Fond sehr erfolgreich. 1960 wurde er vom Weisenberger-Fondsrating-Dienst zum besten Performer der vorherigen 10 Jahre ernannt.

1960 wurde schließlich der zweite Fond aufgelegt, der New Horizons Fond. Dieser sollte sich auf Wachstumsinvestitionsmöglichkeiten, speziell Technologieunternehmen fokussieren, um das Wachstumspotenzial sogenannter aufstrebender Wachstumsunternehmen oder kleiner, schnell wachsender Unternehmen in einem frühen Stadium der Unternehmensentwicklung zu nutzen. Dafür wurde eine Tochergesellschaft gegründet, Rowe Price Management. Zu den ersten Titeln im Portfolio von New Horizon Fund gehörten Texas Instruments, Hertz und Haloid-Xerox, der Vorläufer der Xerox Corp., ebenso wie später Boeing und IBM. Dieser Fond hatte allerdings einen schweren Start mit zwischenzeitlich 29% Wertverlust und konnte erst ab 1965 sein vollen Potential ausschöpfen. Der Fond entwickelte sich sogar so gut und zog immer mehr Investoren an, dass im September 1974 Thomas Price den Fond für neue Anleger schloss. 1968 gab Price die Präsidentschaft des Growth Stock Fund auf und trat im folgenden Jahr als Präsident des New Horizons Fund zurück. Darüber hinaus verkaufte er 1968 die restlichen Anteile der Rowe Price Management an T. Rowe Price Associates, die seit 1966 eine Mehrheitsbeteiligung an Rowe Price Management hatten. 1969 gründete Price noch den New Era Fund, dessen Anlageportfolio sich auf Rohstoffunternehmen konzentrierte, da Price für die kommenden Jahre von einer starken Inflationierung des US Dollar ausging.

In den 1970er und 1980er Jahren diversifizierte T. Rowe Price Associates sein Angebot und erweiterte kontinuierlich seine Strategie. 1971 wurde unter George J. Collins eine festverzinsliche Produktsparte eingerichtet und 1973 der Rentenfond New Income Fond gegründet. In dieser Zeit verlegte das Unternehmen auch seinen Hauptsitz an den heutigen Standort in Baltimore. Nachdem der US-Kongress die Steuerbefreiung kommunaler Anleihenfonds zugelassen hatte, wurde 1976 der Tax-Free Income Fond aufgelegt. Es wurden auch die ersten internationalen Niederlassungen gegründet. 1979 gründete T. Rowe Price mit dem britischen Vermögensverwalter Robert Fleming & Co. ein Joint Venture mit dem Namen Rowe Price-Fleming International.

1984 verstarb Thomas Rowe Price Jr. und George J. Collins wurde neuer President von T. Rowe Price. Unter seiner Leitung erfolgte 1986 der Börsengang und die weitere Expansion in den USA und global mit der Eröffnung eines Büros in Hong Kong 1987. Es wurden auch immer neue Fonds und Strategien entwickelt, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Dazu gehörte beispielsweise der Einstieg in den Immobilienmarkt. 1999 ging das Unternehmen eine Vermögensverwaltungspartnerschaft mit der Sumitomo Bank und Daiwa Securities in Tokio ein und erwarb 100% der Anteile an Rowe Price-Fleming in London, die T. Rowe Price International umbenannt wurde. So war das Unternehmen trotz der Deregulierung und der damit verbundenen, sprunghaften Zunahme der Konkurrenz in der Lage, sich am Markt zu behaupten. Zur Person Thomas Rowe Price Jr. und seiner Strategie, gibt es hier auf MoneyWeek einen Artikel zu lesen.

Aufgrund seiner Ethik der Risikoaversion, seiner Grundlagenforschung und seines aktiven Managementansatzes hat T. Rowe Price die Dotcom-Blase des Jahres 2000 einigermaßen vorausgesagt und weitgehend vermieden. Im Jahr 2001 lancierte das Unternehmen die T. Rowe Price Funds SICAV mit Sitz in Luxemburg für institutionelle Anleger und Finanzintermediäre außerhalb der USA. Niederlassungen in verschiedenen Ländern wurden eröffnet, darunter Madrid, Dubai, Stockholm und Sydney. Zwei Jahre später wurden Pensionsfonds mit Stichtag eingerichtet und 2010 erwarb T. Rowe Price schließlich eine bedeutende Beteiligung an Unit Trust of India, Indiens ältester Investmentgesellschaft.

Bis heute ist die T. Rowe Price Group, Inc. erfolgreich am Markt und ist ihren konservativen Prinzipien und Anlagestrategien treu geblieben. Sie bietet ihre Fonds, Produkte und Dienstleistungen Kunden in 49 Ländern auf der Welt an.

Das Angebot von T. Rowe Price kann Online eingesehen werden:
https://www.troweprice.com/personal-investing/home.html

Heute hat das Unternehmen eine Reihe von Tochtergesellschaften:
T. Rowe Price Investment Services, Inc .; T. Rowe Price Investment Technologies, Inc .; T. Rowe Price Pensionsplan Services, Inc .; T. Rowe Price Services, Inc .; T.Rowe Price Stable Asset Management, Inc .; TRP Finance, Inc .; T. Rowe Price (Canada), Inc .; Daiwa SB Investments (Japan; 10%); Rowe Price-Fleming International, Inc. (50%); TRP Suburban Second, Inc.

Das vom Unternehmen verwaltete Vermögen wird regelmäßig veröffentlicht und gliedert sich in folgende Kategorien:

Auszug aus dem Unternehmensreports des verwalteten Vermögens und dessen Klassifizierungen für August 2019

Management:

Amtierender Präsident und CEO der T. Rowe Price Group, Inc. ist William J. Stromberg, Alter 59 Jahre. Seit April 2019 ist er zudem Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Er kann auf eine sehr lange Betriebszugehörigkeit beit T. Rowe Price zurückblicken. Er trat bereits 1987 als Aktienanalyst in die Firma ein, nachdem er zuvor als Systemingenieur bei Westinghouse Defense gearbeitet hatte. Er nahm bei T. Rowe Price mehrere leitende Positionen ein, darunter von 2009 bis 2015 Head of Equity und von 2006 bis 2009 Head of US Equity. Von 1996 bis 2006 war er zudem Director of Equity Research und von 2000 bis 2006 Portfoliomanager des Capital Opportunity Fond und des Dividendenwachstumsfonds, bevor er 2016 den Posten des CEO und des Präsidenten der Firma übernahm. Sein Profil ist auch hier auf Bloomberg zu finden.

Er erwarb einen Bachelor Grad an der Johns Hopkins University und einen M.B.A. von der Tuck School of Business in Dartmouth. Außerdem ist er Mitglied des Kuratoriums der Johns Hopkins Universität. Zusätzlich ist er als Zertifizierter Finanzanalyst zugelassen. Seine aktuellen Bezüge für das Jahr 2018 lagen bei etwa 13,1 Mio. USD und sind in den letzten Jahren in einem fairen Verhältnis zur Unternehmensperformance gewachsen. Positiv ist hier anzumerken, dass seine Bezahlung keine Aktienoptionen enthält, dafür aber rund 4,5 Mio. USD in Aktien mit eingeschränktem Verfügungsrecht.

1.2 News – T. Rowe Price Group, Inc.

21.09.2019 Auf EGlobalist hier erscheint ein Artikel über T. Rowe Price in dem die fundamentale Situation der Firma bewertet wird.

20.09.2019 T. Rowe Price wird in einem großen Artikel über Dividendenaristokraten erwähnt, der hier auf The Motley Fool veröffentlicht wurde.

19.09.2019 Ginkgo Bioworks, ein Unternehmen für synthetische Biotechnologie, übertrifft die 4 Mrd. USD Bewertung. T. Rowe Price ist hier einer der großen Investoren. Dazu erschien hier ein Artikel im Forbes Magazine.

20.08.2019 T. Rowe Price hat für das 2. Quartal seine Dividendenausschüttung bekannt gegeben. Am 27.09.2019 werden 0,76 USD je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet, die bis zum Ende des 13.09.2019 Aktien des Unternehmens halten.

24.07.2019 Das Unternehmen hat seine Quartalszahlen veröffentlicht. Es wurde ein Gewinn je Aktie von 2,15 USD präsentiert. Im Vorjahresquartal hatte T. Rowe Price Group ein EPS von 1,77 USD je Aktie vermeldet. Die Nachricht wurde hier auf finanzen.net veröffentlicht.

25.06.2019 Die Firma T. Rowe Price veröffentlicht die Ergebnisse einer Umfrage, die von NMG Consulting im Auftrag des Unternehmens durchgeführt wurde und sich mit dem Sparverhalten von Männern und Frauen der Babyboomer Generation für den Ruhestand auseinandersetzt. Dieser Umfrage zufolge, hinken Frauen beim Sparen für den Ruhestand den Männern im Vergleich hinterher.

19.06.2019 T. Rowe Price veröffentlicht seinen mitteljährlichen Marktausblick. Das Unternehmen geht wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China von wachsenden Risiken aus. Die Nachricht wurde hier auf der Presseseite der Firma veröffentlicht.

13.02.2019 Der bis dahin amtierende Vorstandsvorsitzende Brian Rogers erklärt seinen Rücktritt in den Ruhestand zum 25.04.2019. Außerdem wird das Aktienrückkaufprogramm um 10 Mio. Aktien auf ein Rückkaufvolumen von 22,4 Mio. Aktien aufgestockt. Eine kritische Betrachtung der allgemeinen Aktienrückkaufsituation wurde hier auf fondsprofessionell.at gefunden.

15.01.2019 T. Rose Price lancierte den Dynamic Credit Fund, einen renditeorientierten Rentenfonds, der durch eine Kombination aus Ertrag und Kapitalzuwachs konstante Renditen erzielen soll. Der Fonds strebt über einen vollständigen Marktzyklus Renditen an, die in US-Dollar über dem 3-Monats-LIBOR liegen sollen. Die Strategie zielt darauf ab, sowohl Long- als auch Short-Positionen in eine Vielzahl globaler Kreditinstrumente zu investieren und ist nicht an bestimmte Benchmarks, Anlageklassen oder Sektoren gebunden. Ein Artikel dazu wurde hier auf prnewswire.com gefunden.

02.01.2019 In einem Interview mit dem Titel „Value könnte vor einem Comeback stehen“, äußert sich der Deutschland-Chef von T. Rowe Price, Carsten Kutschera, über Highlights im neuen Jahr, instabile Märkte und den Plan grüne Mogelpackungen zu entlarven. Das Interview erschien hier auf dasinvestment.com.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – T. Rowe Price Group, Inc.

Zu den größten Aktionären von T. Rowe Price, gehören eine Anzahl sehr bekannter institutioneller Investoren.

Hier sind vor allem die Vanguard Group mit 8,7% und BlackRock Fund Advisors mit 5,3% die größten Anteilseigner. Rund 70% aller ausstehenden Aktien werden von institutionellen Anlegern gehalten und rund 26% von privaten Investoren. Die restlichen 4% sind im Besitz von Insidern der Unternehmens. Dazu finden sich hier auf morningstar.com weitere Informationen. Bemerkenswert ist hier die enorme Verkaufsbewegung, vor allem bei Fonds zum 31.08.2019.

T. Rowe Price schüttet regelmäßig eine Dividende aus, die zuletzt für das Gesamtjahr 2018 bei 2,80 USD je Aktie lag und mit einer Ausschüttungsquote von rund 37% der Gewinne finanziert wurde. Die Dividende wird einmal pro Quartal ausbezahlt und betrug zuletzt 0,76 USD je Aktie.

Es gibt aktuell ein Aktienrückkaufprogramm, das zuletzt um ein Volumen von 10 Millionen Aktien aufgestockt wurde und in dessen Verlauf insgesamt rund 22,4 Millionen Aktien zurückgekauft werden sollen.

Aktienrückkäufe 4. Quartal 2018 – Auszug aus dem Jahresbericht 2018
Aktienrückkäufe ab 2016 – Auszug aus dem Jahresbericht 2018

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – T. Rowe Price Group, Inc.

UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBITReturn on
Capital
Earnings Yield
T. Rowe Price Group, Inc.23,8%11,1234,4%9,1%
BlackRock, Inc.2,5%13,0267,5%7,7%
Legg Mason, Inc.-0,6%41,853,2%2,4%
JPMorgan Chase & Co.1,3%
Franklin Resources, Inc.9,6%5,9307,5%16,9%
Federated Investors, Inc.15,6%9,9350,4%10,1%
The Blackstone
Group LP
4,1%
Invesco Ltd.1,8%19,1194,0%5,2%

Auf der Seite Dividendenfluss.de, kann hier eine Analyse über die Eaton Vance Corp. eingesehen werden, die eine ähnlich erfolgreiche Geschichte vorzuweisen hat, wie die T. Rowe Price Group, Inc. und einen sehr guten Vergleich liefert.

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

Im Vergleich zu seiner Peer Group, hat T. Rowe Price hohe Kapitalrenditen und ist dabei nach EV/EBIT relativ günstig bewertet.

Führende Wertpapierunternehmen in den USA im Jahr 2018 nach Umsatz (in Mrd. US-Dollar):

T. Rowe Price ist, Stand 2018, unter den größten US Vermögensverwaltern zu finden.

https://www.statista.com/statistics/185496/leading-us-securities-companies-by-revenue/

Dazu noch ein Schaubild von visualcpaitalist.com aus dem Jahr 2017

https://www.visualcapitalist.com/chart-trillion-dollar-club/

1.5 Segmente und Umsatzverteilung – T. Rowe Price Group, Inc.

Das Unternehmen berichtet seine Umsätze in 3 Geschäftsbereichen. Investment advisory fees (Anlageberatungsgebühren), Administrative fees (Verwaltungsgebühren) und Distribution and servicing fees (Vertriebs- und Servicegebühren). Die Anlageberatungsgebühren basieren auf den erwirtschafteten Erträgen, dem Wert und der Zusammensetzung des verwalteten Vermögens. Daher schwanken sie aufgrund von Fluktuationen am Finanzmarkt und durch Änderungen der Netto-Kapitalflüsse. Verwaltungs-, Vertriebs- und Servicegebühren werden hauptsächlich für U.S. Investmentfonds erhoben und deren Investoren, die als Klienten für Anlageberatungen auftreten.

T. Rowe Price gibt für seine Umsätze nach Regionen nur die globalen Einnahmen an. Das Unternehmen ist mit Büros in 49 Ländern vertreten und investiert sein Kapital weltweit. Wie zu erkennen ist, gingen die Verwaltungs-, Vertriebs- und Servicegebühren von 2017 auf 2018 um über 6% jeweils zurück, was seine Ursache in den Rückgängen des verwalteten Vermögens hatte.

Anmerkung: Der Anteil an Investoren mit Sitz außerhalb der USA am gesamten verwalteten Vermögen, (Assets under Management) beläuft sich mit Stichtag zum 31.21.2018 auf rund 6,2%.

Umsatzverteilung – Auszug aus dem Jahresbericht 2018

Umsatzentwicklung: Die Entwicklung ziegt hier ein sehr positives Bild, sogar in der Finanzkrise konnte sich T. Rowe Price gut behaupten und seine erlittenen Umsatzrückgänge schnell wieder aufholen und hat seither ein konstantes Wachstum seiner Erträge zu verzeichnen, das bis auf weinige Ausnahmen ungebrochen ist.

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/TROW/t-rowe-price/revenue

1.6 Wichtige Kennzahlen – T. Rowe Price Group, Inc.

Verschuldungsgrad

Das Unternehmen hat keine Langfristigen Schulden und damit keine nennenswerte Zinslast. Die Verschuldung liegt bereits seit über 10 Jahren konstant bei Null bei zeitgleich hohen Cashreserven, die das Unternehmen zur Verfügung hat.

Entwicklung der liquiden Mittel:

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/TROW/t-rowe-price/cash-on-hand

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
2018238,1-2,9%
2017245,1+0,1%
2016244,8-2,3%
2015250,5-4,1%
2014261,1-0,4%
2013262,1+2,0%
2012257,0+1,5%
2011253,3-2,1%
2010258,80,1%
2009258,5+0,6%

Die Anzahl der ausstehenden Aktien geht tendenziell immer weiter zurück und das Unternehmen hat aktuell ein Aktienrückkaufprogramm laufen, in dessen Verlauf weitere Aktien aus dem Umlauf genommen werden.

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/TROW/t-rowe-price/shares-outstanding

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
20185.372,62.346,243,7%
20174.854,92.058,842,4%
20164.284,81.799,642,0%
20154.200,61.898,945,2%
20143.982,11.890,947,5%
20133.484,01.637,447,0%
20123.022,51.364,345,1%
20112.747,11.226,944,7%
20102.367,21.036,543,8%
20091.867,4701,637,8%

Das Unternehmen konnte über lange Jahre hinweg konstant hohe Margen erwirtschaften. In der Finanzkrise 2008 bis 2009, brachen die Margen zwar sichtlich ein, waren aber trotzdem noch relativ hoch und konnten sich binnen kurzer Zeit wieder erholen. Das Unternehmen musste zu keiner Zeit Verluste ausweisen.

Entwicklung der operativen und der Netto-Marge:

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
20181.451,53.244,2%
201743,4+95,5%
201622,2-98,4%
20151.379,2+13,3%
20141.217,7+8,1%
20131.127,0+36,5%
2012825,9-4,6%
2011866,1+40,9%
2010614,8+53,1%
2009401,7-32,8%

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
20186.124,3+5,2%
20175.824,4+16,3%
20165.008,6+5,2%
20154.762,0-11,7%
20145.395,2+12,0%
20134.818,0+25,3%
20123.846,1+12,4%
20113.420,7+3,8%
20103.296,5+14,4%
20092.882,2+15,8%

Der Buchwert zeigt ein stabiles Wachstum an, das nur gelegentlich unter kleineren Rückgängen leidet.

Entwicklung Eigenkapital und Gesamtkapital:

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD/Aktie
Earnings
per Share
KGV
20182,80 USD7,27 USD12,7
20172,28 USD5,97 USD17,1
20162,16 USD4,75 USD15,2
20152,08 USD4,63 USD14,3
20141,76 USD4,55 USD16,5
20131,52 USD3,90 USD18,4
20121,36 USD3,36 USD16,2
20111,24 USD2,92 USD15,7
20101,08 USD2,53 USD20,1
20091,00 USD1,65 USD25,1

Seit vielen Jahren schafft es das Unternehmen T. Rowe Price, seine Dividendenausschüttungen konstant zu steigern und diese solide durch die Gewinne zu finanzieren. Die letzte Ausschüttungsquote der Gewinne in Form von Dividenden lag bei rund 37% und dank seiner ungebrochen guten Dividendenhistorie, ist T. Rowe Price in der Riege der Dividendenaristokraten, hat also mindestens 25 ununterbrochen steigende Dividenden ausgeschüttet. Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei ca. 18,6 und mit einem aktuellen Multiple von etwa 14,8 ist das Unternehmen günstiger bewertet als im Schnitt dieser betrachteten 10 Jahre. Auch die Entwicklung der Earnings per Share zeigt eine deutliche Tendenz zum Wachstum.

Entwicklung EBIT und Earnings per Share:

Entwicklung KGV und KBV:

1.7 Aussichten – T. Rowe Price Group, Inc.

Unternehmensspezifisch:

Obwohl die Risiken gestiegen sind und ob der Unwägbarkeiten des Handelskonfliktes zwischen den USA und China, sieht das Unternehmen, gerade mit Bezug auf die aktuell niedrigen Zinskupons von Staatsanleihen, Aktien weiterhin als relativ attraktives Investment an. Relativ zu den Möglichkeiten der Zinserträge. Dabei beschreibt T. Rowe Price seine Beobachtungen der Marktlage selbst sehr detailliert in seinem Marktausblick für 2019, mit der Beschreibung der Zinsentscheidungen der Federal Reserve Bank und dem sich verlangsamenden Wirtschaftswachstum in Europa, den noch ungeklärten Modalitäten des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union und den allgemein enttäuschenden Wirtschaftsdaten, aber auch der Blick auf die Emerging Markets und die negativen Folgen eines Starken Dollars für diese Märkte. Das Unternehmen spricht hier allgemein von steigenden Risiken, obwohl eine Rezession in den USA noch nicht ersichtlich ist. T. Rowe Price erwartet für das Jahr 2019 trotzdem eine Zinssenkung der FED um 0,25%. Mit Blick auf die chinesischen Verbindungen, rechnet das Unternehmen auch mit negativen Folgen für die aufstrebenden Märkte, sollte sich der Handelsdisput weiter ausweiten.

Darüber hinaus, macht das Unternehmen selbst keine genaueren Angaben zu den erwarteten Entwicklungen, sondern stellt lediglich die Risikobetrachtung und die Einschätzung der Gesamtlage mit Bezug zu relevanten Einzelereignissen dar.

Analysten erwarten für die T. Rowe Price Group, Inc. weiter steigende Umsätze und Gewinne bei stabilen Margen bis 2021. Die finanzielle Stabilität soll sich dabei weiter verbessern und auch der Buchwert soll ein solides Wachstum über die kommenden Jahre aufweisen. Weitere Einschätzungen sind hier auf finanzen.net zu finden.

Wie in den letzten Jahren, wird eine stabile Entwicklung des Unternehmens erwartet, die auch weiter wachsende Dividenden je Aktie beinhalten. Die Analystenschätzungen von marketscreener.com, die hier nachzulesen sind, zeigen eine kontinuierlich positive Haltung zum Unternehmen T. Rowe Price. die Erwartungen auf der Seite simplywallstreet.com, zeigen hier zwar ebenfalls die Annahme weiter gut laufender Geschäfte und einer soliden Entwicklung des Unternehmens, allerdings bleiben die Erwartungen für das Unternehmen mit +4,1% Gewinnwachstum, deutlich hinter den Prognosen für die Branche mit +6,7% und dem Gesamtmarkt mit +14,1% zurück.

Gesamtmark:

Gesamtnettovermögen von in den USA registrierten Investmentfonds weltweit von 1998 bis 2018 (in Billionen US-Dollar)

Ein Artikel über die Erwartungen zum Aktienmarkt, findet sich hier im manager-magazin. Es wird dabei argumentiert, dass der Aktienmarkt noch weiter steigen wird. Die gute Leistung von US Aktien führt der Autor dabei auf zwei Hauptursachen zurück: Zum einen an der Steuerreform, die die Unternehmen steuerlich deutlich entlastet hat. Das hat dazu beigetragen, dass viele Firmen neue Jobs geschaffen haben, womit der fiskalische Impuls von den Unternehmen auf die Konsumenten übertragen wurde. Und zum anderen wirkten sich die von US Präsident Trump initiierten Handelsstreitigkeiten der USA mit China, Mexiko, Kanada und anderen Ländern in erster Linie auf exportorientierte Volkswirtschaften wie die Eurozone, Japan und viele Schwellenländer negativ aus, nicht aber auf die USA selbst. Der Haken dabei liegt in den immer schlechter werdenden Ertragserwartungen der Unternehmen selbst.

JP Morgan Asset Management schrieb dazu bereits 2017 folgendes:

Das makroökonomische Umfeld des Jahres 2017 hat den meisten Anlagemärkten fruchtbaren Boden geboten. Die Erholung hat sich über Sektoren und geografische Regionen hinweg verstärkt. Die Deflationsrisiken sind zwar zurückgegangen, die Inflation hat sich jedoch nicht auf ein Maß beschleunigt, das das Bild getrübt hätte. Die Zentralbanken haben sich verpflichtet, auf absehbare Zeit an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten, was sowohl von Aktien- als auch von Anleihenanlegern begrüßt wurde. Die Frage, die sich die meisten Anleger heute stellen, lautet: „Ist dies womöglich zu gut, um von Dauer zu sein?“ Wir sehen nur wenig Anlass zu unmittelbarer Besorgnis. Die Erholung mag zwar inzwischen „in die Jahre gekommen“ sein, es besteht jedoch noch Spielraum für eine weitere Expansion – sowohl in Europa als auch in den Schwellenländern. Wenn überhaupt, dann klingen die makroökonomischen Risiken derzeit ab, und es besteht sogar Aufwärtspotenzial, wenn sich die Produktivität parallel zur Handels- und Investitionstätigkeit wieder belebt. Selbst in den USA, wo der Zyklus eine reifere Phase erreicht hat, sind die Frühindikatoren weiterhin stark und deuten auf robuste Unternehmensgewinne hin. Die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) wird ihre Leitzinsen zwar allmählich weiter anheben, die längerfristigen Zinsen dürften jedoch dank der anhaltend lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan (BoJ) niedrig bleiben. Man darf die Auswirkungen der außerordentlichen Zusage der BoJ, die Rendite auf 10-jährige Staatsanleihen bei 0 % zu halten, nicht unterschätzen. Das Motto „Don’t fight the Feds“ („Leg Dich nicht mit den Notenbanken an“) können wir getrost erst einmal zurückstellen. Bis auf weiteres ist es die BoJ, der wir unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Alles in allem bereitet uns die Möglichkeit, dass sich diese „Goldlöckchen“-Expansion 2018 überhitzen könnte, die größeren Sorgen. Dass sie ins Stocken gerät, halten wir derzeit eher für unwahrscheinlich. Wir sehen kaum Gründe, die Positionierung des Portfolios, das seinen Schwerpunkt auf Risikoanlagen setzt, zu verändern. Angesichts der Tatsache, dass derzeit sämtliche Marktsegmente teuer erscheinen, bevorzugen wir Aktien auch weiterhin gegenüber Kreditwerten, denen wir wiederum den Vorzug gegenüber Staatsanleihen geben. Barmittel dürften im kommenden Jahr einmal mehr eine negative Realrendite liefern. Natürlich gibt es verschiedene Dinge, vor denen wir uns in Acht nehmen müssen. Insbesondere kann niemand mit Sicherheit sagen, ob die Inflation tatsächlich tot ist oder sich lediglich schlafend stellt. Zudem könnten sich die Zentralbanken zunehmend fragen, ob sie nicht gerade die Fehler der 2000er-Jahre wiederholen. Eine deutlichere Belebung der Inflation und/oder eine restriktivere Haltung der Zentralbanken würden erhebliche Marktbewegungen nach sich ziehen. Um sich gegenüber derartigen Verlagerungen abzusichern, sollten Anleger nicht nur über Diversifizierung nachdenken, sondern auch über die Liquidität ihres Portfolios. Es könnte sich zudem lohnen, Positionen bei Vermögenswerten einzurichten, die Inflation und höheren Erträgen gegenüber weniger anfällig sind, wie etwa Finanzwerte und substanzorientierte Sektoren gegenüber Wachstumswerten. Nach einer Phase außerordentlich niedriger Volatilität könnte in diesem Jahr durchaus ein flexiblerer Ansatz für die Vermögensverwaltung erforderlich sein.

Ein Schaubild über die Vermögensverteilung in unterschiedliche Assetklassen, findet sich hier auf visualcapitalist.com

Wie bereits erwähnt, rechnen die Analysten auf simplywallstreet.com mit einem Gewinnwachstum des Marktes von 14,1%. Die zukünftige Entwicklung von T. Rowe Price ist maßgeblich an seine Fähigkeit geknüpft, in einem sich verändernden Marktumfeld zu behaupten. Die Schwerpunkte bilden dabei folgende Entwicklungen:

  • Die Entwicklung der Renditen auf Staatsanleihen. Diese können auf offiziellen Stellen, wie beispielsweise hier auf der Homepage des U.S. Department of Treasury eingesehen werden.
  • Der Entwicklung der Aktienmärkte im Allgemeinen. Die Indizes dazu können auf jedem Finanzportal eingesehen werden.
  • Der Entwicklung von Renditen auf Immobilien und anderer Vermögensgegenstände, wie beispielsweise Rohstoffe.

Eine Zusammenfassung über die aktuelle Marktlage und alle relevanten Variablen, bietet der wirtschaftliche Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsausglich (BIS) in Basel.

Ebenfalls geben hier die Veröffentlichungen des Internationalen Währungsfonds, die hier zu finden sind, Aufschluss über gesamtwirtschaftliche Erwartungen. Für 2020 rechnet die Organisation mit einem Wirtschaftswachstum global von 3,5%. Dabei sieht sie aber größere Risiken aufkommen.

Zwei interessante Artikel im Wall Street Journal:

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – T. Rowe Price Group, Inc.

Die T. Rowe Price Group, Inc. hat sehr stabile Margen und ist mit einem mittleren Gewinnwachstum von 16,9% p.a. in den letzten 10 Jahren ein Fast Grower nach Peter Lynch. Die Empfehlung für die Aktie des Unternehmens wäre demnach Kaufen und Halten. Betrachtet man die erwarteten Gewinnzuwächse der kommenden Jahre, handelt es sich bei T. Rowe Price um einen Average Grower.


1.9 Levermann Score – T. Rowe Price Group, Inc.



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite23,8%+1
2EBIT-Marge42,7%+1
3Eigenkapitalquote74%+1
4Kurs-Gewinn-Verhältnis14,80
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)17,4-1
6Analystenmeinung2,5 Hold+1
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
-1,37%-1
8GewinnrevisionKeine0
9Kursverlauf der letzten 6 Monate+20,1%+1
10Kursverlauf der letzten 12 Monate+9,4%+1
11TrendumkehrKeine0
12ReversaleffektKeiner0
13Erwartetes Gewinnwachstum+8,7%+1

Large-Cap. >= 4 = KaufenGesamt5

1.10 Piotroski F-Score – T. Rowe Price Group, Inc.

WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnNein0
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrNein0
6Current Ratio höher als im VorjahrNein0
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Ja1
8Bruttomarge höher als im VorjahrJa1
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt6

2. Detailanalyse

Eine gute Zusammenfassung findet sich auch hier auf simplywallstreet.com. Ich werde im folgenden Abschnitt eine Bewertung des Unternehmens nach verschiedenen Methoden vornehmen, die mir für T. Rowe Price als geeignet und aussagekräftig erscheinen. Außerdem werde ich eine Auflistung aller Stärken und Schwächen des Unternehmens erstellen, sowie Chancen und Risiken auflisten. Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt über T. Rowe Price einzunehmen.

2.1 SWOT – Analyse – T. Rowe Price Group, Inc.

Stärken:

  • T. Rowe Price ist in seiner Branche seit langer Zeit aktiv und sehr erfolgreich. Seit dem Börsengang 1986, konnte das Unternehmen seinem Vorsatz die Dividenden seiner Aktionäre ständig zu steigern immer gerecht werden. Das Unternehmen ist heute unter den größten Vermögensverwaltern der USA und hat sich einen starken Namen erarbeitet, den ich hier als den größten Wettbewerbsvorteil herausheben möchte. Das Unternehmen hat einen soliden Verhaltenskodex aufgestellt und wird seinen eigenen Ansprüchen immer gerecht, was es schwer durch Konkurrenten angreifbar macht, da gerade im Finanzsektor ein guter Ruf und ein hohes Maß an Integrität ein selten von der breiten Öffentlichkeit so wahrgenommen wird wie im Falle von T. Rowe Price. Seine relative Größe, macht es möglichen Konkurrenten ebenfalls schwer, das Unternehmen auf seinem Gebiet anzugreifen.
  • Die herausragende Stabilität von T. Rowe Price ist der zweite große Wettbewerbsvorteil des Unternehmens. Sogar die Finanzkrise 2008 bis 2009, konnte das Unternehmen mit relativ geringen Schäden überstehen, sofern hier überhaupt von Schaden gesprochen werden kann. Ein kurzfristiger Einbruch der Margen und Umsätze, der schnell wieder aufgeholt werden konnte und das Unternehmen trotzdem nicht in die Verlustzone gerissen hat, waren alle nennenswerten Auswirkungen. Die Dividenden blieben hier auch unverändert, was den Ruf der Firma gestärkt hat, zu ihren Verpflichtungen zu stehen.
  • Die Firma konnte auch sehr gut davon profitieren, dass der Trend immer weiter in Richtung der Vermögensverwaltung geht. So stiegen die Vermögenswerte, die sich unter der Verwaltung von T. Rowe Price befinden, kontinuierlich an. Dazu verdient das Unternehmen nahezu ungebrochen sehr gute Margen.
  • Außerdem verfügt T. Rowe Price über langjährige Mitarbeiter, wie beispielsweise den CEO William Stromberg selbst, der bereits seit 1987 im Unternehmen arbeitet. Die Erfahrung des Personals ist bemerkenswert und kann durchaus als Humankapital bezeichnet werden. Die globale Reichweite des Unternehmens ist ebenfalls beachtlich. In 49 Ländern verfügt T. Rowe Price über Niederlassungen und Büros und seine Angebote decken Investitionen weltweit ab.
  • T. Rowe Price hat im Laufe der Jahre ein breites Produktportfolio aufgestellt, um die verschiedensten Kundeninteressen bedienen zu können. Es wurden Fonds und ETF´s aufgelegt und ein breites Beratungsangebot aufgebaut. Die Performance die das Unternehmen bisher mit seinen Angeboten für seine Kunden erreicht hat, sind mitunter sehr gut. Dazu trägt auch die technische Entwicklung bei, denn T. Rowe Price verfügt über ein sehr gutes Netzwerk uns ist technisch voll auf der Höhe der Zeit. Es konnte die Automatisierung und Digitalisierung sehr gut für sich nutzen.
  • Die Bilanzen sehen sehr gut aus und T. Rowe Price steht ohne langfristige Schulden da. Daraus resultiert eine herauszuhebende finanzielle Stabilität, das keine Zinslast auf dem Unternehmen liegt. Zusätzlich, verfügt das Unternehmen über hohe liquide Mittel, die eine hohe Flexibilität erlauben. Die solide Bilanz trägt der sehr konservativen Geschäftstätigkeit des Unternehmens Rechnung.
  • Zuletzt ist das Unternehmen auf dem Staatsgebiet der USA ansässig, was ihm einen einfacheren Zugang zum immer noch größten Kapitalmarkt der Welt gestattet. T. Rowe Price konnte so auch von der US Steuerreform profitieren.

Schwächen:

  • Auch wenn T. Rowe Price global aktiv ist, so hängt sein Erfolg immer noch maßgeblich vom amerikanischen Markt ab. Damit hat das Unternehmen ein tendenzielles Klumpenrisiko auf dem US Markt, denn wie bereits erwähnt, sind lediglich 6,2% der verwalteten Vermögen Kundengelder mit Sitz außerhalb der vereinigten Staaten. Damit ist T. Rowe Price trotz seiner herausragenden Reputation, international nur wenig präsent. Außerdem orientiert sich die Firma stärker an der US-Wirtschaft und den Aktienmärkten als seine Wettbewerber. Dies kam dem Unternehmen zugute, da die Zuflüsse seit dem wirtschaftlichen Abschwung schneller zugenommen haben. Wenn jedoch die Volatilität an den US-Aktienmärkten zurückkehrt und anhält, wird das Unternehmen einen schnelleren Kapitalabfluss verzeichnen.
  • T. Rowe Price verwaltet einige tausend Pensionsfonds, diese aber für relativ wenige große Kunden. Der Verlust eines Großkunden, könnte daher schone in markantes Loch in die Erträge des Unternehmens reißen. Das Unternehmen bietet seine Pensionsfonds nicht direkt dem individuellen Kunden an, sondern ist hier stark von Drittanbietern abhängig, die die bei ihnen angelegten Kundengelder T. Rowe Price in Verwaltung geben.
  • Das Portfolio ist zudem sehr Aktienlastig, was in wirtschaftlich guten Zeiten für starke Leistungen des Unternehmens sorgt, allerdings bei Eintritt in eine wirtschaftliche Schwächephase, zu schnellen und substanziellen Mittelabflüssen führen kann. Das Geschäftsmodell ist im Allgemeinen sehr von einem gesunden Markt abhängig.

Chancen:

  • Mit der Übernahme von UTI Asset Management, einem der größten Vermögensverwalter in Indien, biten sich T. Rowe Price Chancen, auf dem Indischen Subkontinent Fuß zu fassen und ein solides Geschäft aufzubauen. Die Entwicklung der Volkswirtschaften wie Indien und anderer aufstrebender Märkte, bietet in Zukunft ein großes Potential für weiter wachsende Erträge durch die Entwicklung des Wohlstands der örtlichen Bevölkerung. Auch weitere Firmenübernahmen können hier Potentiale heben.
  • T. Rowe Price konnte bereits in der Vergangenheit neue Produkte entwickeln und technische Fortschritte für sich nutzen, um seinen Kunden günstigere Produkte anzubieten und seine Kosten zu senken. Es besteht die Chance, das auch in Zukunft solche Entwicklungen und Innovationspotentiale geschöpft werden können, um den Erfolg des Unternehmens zu sichern und die Produktivität zu verbessern.
  • Der Ausblick für die Vermögensverwaltung ist weiterhin positiv. Immer mehr Menschen und Institutionen nehmen professionelles Management in Anspruch, um ihr Kapital zu verwalten.
  • Auch gesellschaftliche Entwicklungen könnten dem Unternehmen in die Hände spielen. Entwickelt sich in breiten Bevölkerungsschichten eine Sparermentalität, wäre T. Rowe Price hier einer der Profiteure. Gerade in wirtschaftlichen Aufschwungphasen, wenn die verfügbaren Einkommen steigen, ist das mit der Bildung größerer Vermögen verbunden.
  • Die aktuelle Notenbankpolitik könnte gegebenenfalls zum Vorteil des Unternehmens genutzt werden. Niedrigere Zinssätze als in den Vorjahren bieten der T. Rowe Price die Möglichkeit, Expansionsprojekte durchzuführen, die mit Darlehen zu einem günstigeren Zinssatz finanziert werden. Auch wenn niedrige Zinssätze wie aktuell, ein wirtschaftlich höchst umstrittener Fall sind, wirken sie sich vorteilhaft auf die Performance von Aktien aus, dem Hauptgebiet von T. Rowe Price.
  • Wenn global die Handelsschranke weiter abgebaut werden, kann das Unternehmen hiervon gut profitieren.

Risiken:

  • Neben den allgemeinen Markt- und Währungsrisiken, bestehen nach meiner Auffassung folgende weiteren Risiken, denen sich T. Rowe Price gegenüber sieht.
  • Eine Verschärfung der Regulation, könnte zu steigenden Compliance Kosten führen, die zusammen mit einer höheren Komplexität die Entwicklung des Unternehmens schädigen können. In einem Markt, der von starker Konkurrenz geprägt ist, kann sich das noch mehr zum negativen auswirken, vor allem wenn es sich dabei um ausländische Wettbewerber handelt, die derartigen Regularien vielleicht nicht unterworfen sind. Hier können auch Risiken in der Gesetzgebung entstehen.
  • Allgemein besteht die Gefahr, dass sich der Wettbewerb verschärft und sich neue Konkurrenten einfinden, die dem Unternehmen Marktanteile streitig machen könnten.
  • Das Risiko, dass T. Rowe Price unter einer stärkeren Marktkorrektur übermäßig leiden könnnte, ist mit Blick auf die hohen Aktienbeteiligungen durchaus wahrscheinlich, sofern das Unternehmen nicht rechtzeitig Maßnahmen ergriffen hat. Eine starke Korrektur, die T. Rowe Price unvorbereitet trifft, könnte wiederum den Verlust von Marktanteilen zur Folge haben.
  • Vor allem bei kostengünstigeren Konkurrenzprodukten, wie Indexfonds und ETF´s, könnte T. Rowe Price auf einen harten Wettbewerb stoßen, der die Margen belasten würde.
  • Wie bereits erwähnt, beinhaltet die hohe Aktienbeteiligung des Unternehmens ein hohes Risiko plötzlicher Wertänderungen.

2.2 Bewertungsverfahren – T. Rowe Price Group, Inc.

Für die Bewertung von T. Rowe Price, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

In allen von mir betrachteten Kennzahlen, schneidet das Management mit 100% ab. Daraus kann ein Indiz abgeleitet werden, dass hier seit vielen Jahren ein äußerst fähiges Management am Werk ist. Betrachtet man die guten Zahlen über einen möglichst langen Zeitraum, in diesem Fall über 20 Jahre und berücksichtigt die lange Firmenzugehörigkeit des amtierenden CEO´s, erhärtet sich das Indiz, dass vorherige und die aktuelle Firmenleitung eine offensichtlich sehr gute Arbeit leisten.

Auch für andere betrachtete Kennzahlen, zeigt sich ein sehr positives Bild über den betrachteten Zeitraum.

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Die T. Rowe Price Group, Inc. ist aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 14,8 bewertet und somit ist das faire KGV eine praktikable Methode, um das Unternehmen zu bewerten.

T. Rowe Price hat eine sehr lange und überaus erfolgreiche Geschichte vorzuweisen und hat sich in diversen Krisen, Rezessionen und Umbrüchen als erstaunlich solide und stabil erwiesen. Ermöglich wird das, durch den sehr konservativen Ansatz, den das Unternehmen in seiner Geschäftstätigkeit fährt. Die lange Historie, rechtfertigt nach meiner Ansicht ein Sockel-KGV von 8,00. Das 10 Jahres-Tief für das KGV lag bei rund 11,7.

T. Rowe Price ist auch finanziell sehr solide aufgestellt, die Bilanzen weisen keine substanziellen Risiken aus und die liquiden Mittel sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Die Eigenkapitalquote ist mit fast 80% sehr gut und alles was an Fremdkapital in den Büchern steht, ist mehrfach abgedeckt. Daraus berechnet sich ein KGV-Aufschlag von 2,00.

Da im Bereich der Finanzdienstleistung traditionell ein sehr starker Konkurrenzkampf herrscht, habe ich hier mit 5 Porter Punkten einen sehr starken Wettbewerb unterstellt. Mit der Berechnung der Rentabilität über die ungehebelte Eigenkapitalrendite, ergibt sich ein gesamter Aufschlag auf das Sockel-KGV von 1,5.

Die Analysten gehen zwar von rund 8,0% Gewinnwachstum für das Jahr 2019 aus, ich nehme hier aber einen konservativeren Wert von +5,0% an, den ich für die nächsten 5 Jahre als mittleres Wachstum für realistisch halte. Daraus errechnet sich ein KGV-Aufschlag von 1,00 auf das Sockel-KGV.

Ich konnte eine Reihe individueller Faktoren formulieren, die ich in der Summer mit einem KGV-Aufschlag von 4,00 honoriert habe. Ich könnte hier auch eine zurückhaltendere Betrachtung von nur +2,00 für den individuellen Charakter des Unternehmens einnehmen, habe mich aber mit Blick auf die doch sehr lange Erfolgsgeschichte und die Linientreue von T. Rowe Price für eine positivere Annahme entschieden.

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Daten, errechnet sich ein theoretisches faires KGV von 16,50. Bezogen auf die zuletzt ausgewiesenen Gewinne, wäre damit ein möglicher fairer Wert bei 122,58 USD je Aktie zu erwarten. Verwende ich die erwarteten Gewinne für das Jahr 2019, berechne ich einen möglichen fairen Wert von 133,46 USD je Aktie. Zum Zeitpunkt der Berechnung, notierte T. Rowe Price bei 114,34 USD je Aktie, darum ist es nach meiner Ansicht empfehlenswert, eine Sicherheitsmarge zu berücksichtigen. Setze ich eine Sicherheitsmarge von 25% an, liegt der theoretische faire Wert des Unternehmens zwischen 91,94 und 100,10 USD je Aktie.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Bei einem risikofreien Zins von 1,80% und dem zuvor berechneten fairen KGV von 16,5, berechnet sich hier ein theoretisches faires Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,98. Der mögliche faire Wert liegt damit bei etwa 102,48 USD je Aktie.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis.

Ich gehe hier von einem relativ hohen Gewinnwachstum von 10,0% p.a. aus, was mir für T. Rowe Price aber als realistische Möglichkeit erscheint. Standardmäßig verwende ich einen Abzinsungsfaktor von 12,0% p.a. als die minimale Rendite die ich von einem Investment erwarte und als KGV verwende ich hier das von mir berechnete faire KGV von 16,5. Alternativ könnte man hier auch wahlweise mit dem mittleren KGV der letzten 10 Jahre rechnen, das bei etwa 18,6 lag, oder mit dem aktuellen KGV von 14,8. Dadurch könnte man eine breitere Spanne berechnen, in der man einen fairen Wert vermuten kann. Als prognostizierten Zeitpunkt, nehme ich das Jahr 2028, also 10 Jahre.

Ergebnis: Für das Nachsteuerergebnis wäre für T. Rowe Price ein fairer Wert von 102,37 USD je Aktie das Ergebnis.

2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Buttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Da T. Rowe Price mit wenigen Ausnahmen sehr stabile Free Cashflows vorzuweisen hat, halte ich es für sinnvoll, auch ein auf Kapitalflüssen basierendes Verfahren anzuwenden.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich habe für beide Verfahren die gleichen Wachstumsannahmen herangezogen und mit einem sehr konservativen Zuwachs von 5,0% p.a. für die nächsten 10 Jahre gerechnet. Den Terminal Growth, das ewige Wachstum habe ich mit 3,0% veranschlagt. Als Diskontierungsfaktor verwende ich wieder 12,0% p.a. für alle Zeiträume inklusive Terminal Growth.

Ergebnis: Die Ergebnisse weichen für die verwendeten Verfahren stark voneinander ab. Für das Bruttoverfahren konnte ich einen theoretischen fairen Wert von 142,16 USD je Aktie berechnen, für das Nettoverfahren 86,99 USD je Aktie. Die starke Abweichung ist ein Indiz dafür, dass die beiden Verfahren hier nur eingeschränkt von Nutzen sind und die Ergebnisse mit äußerster Vorsicht verwendet werden sollten. Daher habe ich mich dazu entschieden, das Verfahren zwar anzuwenden und aufzuführen, aber die berechneten Ergebnisse nicht weiter zu berücksichtigen.

2.2.6 Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfachesVerfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ich habe hier ein mittleres Wachstum der Dividenden von 10,0% p.a. über die nächsten 15 Jahre unterstellt. Der Wert ist relativ hoch angesetzt, aber ich rechne hier mit einem langen Zeitraum und die Historie von T. Rowe Price, lässt mich diesen Wert als realistisch einschätzen. Das ewige Wachstum setze ich mit 5,0% p.a. an und ich verwende wieder einen Abzinsungsfaktor von 12,0% p.a. für die nächsten 15 Jahre, sowie einen Faktor von 10,0% für den Terminal Growth.

Ergebnis: Für die von mir unterstellten Annahmen, ergibt sich in möglicher fairer Wert für T. Rowe Price von 93,66 USD je Aktie, der auf 119,39 USD je Aktie wächst, wenn man den Buchwert je Aktie mit berücksichtigt.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – T. Rowe Price Group, Inc.

Die T. Rowe Price Group, Inc. ist ein sehr solider und hervorragend aufgestellter Finanzdienstleister, der seit seiner Gründung eine lange und überaus erfolgreiche Geschichte hat. Das Unternehmen hat sein mehreren Jahrzehnten allen Wandlungen und Krisen sowie wirtschaftlichen Einbrüchen getrotzt und seinen Kunden die bestmögliche Leistung geboten. Die Mitarbeiter sind versierte Profis, mit langer Betriebszugehörigkeit, die ihr Fach beherrschen. In Verbindung mit den hohen ethischen Standards und dem konservativen Geschäftsgebaren der Firma, hat sich so ein Unternehmen entwickelt, dass bemerkenswert integer und stabil ist. Die Bilanzen von T. Rowe Price sind sehr gut, das Unternehmen hat keine langfristigen Schulden, dadurch keine Zinsbelastungen, hohe Barreserven und nur einen moderaten Goodwill-Anteil. Der Trend geht immer weiter in Richtung verwalteter Vermögen und das Unternehmen ist hier sehr gut aufgestellt, um auch in Zukunft seine Geschäfte betreiben zu können. Mit der zuletzt erfolgten Übernahme von Unit Trust of India, ist T. Rowe Price auch in der Lage, von der Entwicklung der Volkswirtschaft und des Vermögens der ansässigen Bevölkerung dort zu profitieren. Ähnliche Chancen bestehen auch für andere aufstrebende Volkswirtschaften, in denen der zunehmende Wohlstand die Nachfrage nach professioneller Vermögensverwaltung antreiben könnte. Mit Blick auf die Entwicklung neuer Produkte und der Anpassungen, die das Unternehmen in seiner Geschichte bereits erfolgreich vollzogen hat, traue ich dem Management der Firma zu, auch in Zukunft mit den Unwägbarkeiten der Wirtschaft zurecht zu kommen und ein erfolgreiches Geschäft zu betreiben. Das erste Risiko besteht hier hauptsächlich in der starken Konkurrenz durch Unternehmen wie zum Beispiel BlackRock oder JP Morgan und den möglichen regulatorischen Eingriffen des Staates. Das zweite Risiko ist die wirtschaftliche Entwicklung. T. Rowe Price ist hauptsächlich in Aktien investiert und damit anfällig für Korrekturen am Aktienmarkt. Aber auch die aktuelle Zinslage mit nur sehr geringen Zinsen auf Staatsanleihen, in einigen Fällen sogar negativen Zinsen, ist kein gesundes Umfeld für ein Unternehmen, das mit der Geldanlage im Kundenauftrag sein Geschäft betreibt. Ein gesunder Markt ist auch die Grundvoraussetzung für das Unternehmen sein Geschäft zu betreiben, was die momentane Situation an den Weltmärkten nicht darstellen. Hier liegt ein weiteres Risiko für T. Rowe Price.

Einen möglichen fairen Wert für T. Rowe Price sehe ich zwischen 90,00 und 100,00 USD je Aktie. Dabei berücksichtige ich hauptsächlich das faire KGV unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge von 25%. Sollten sich die Dividenden des Unternehmens weiterhin gut entwickeln, könnte sich T. Rowe Price auch für Dividendeninvestoren als interessanter Titel erweisen. Besonders gut sind die recht stabilen Cashflows der letzten 10 Jahre mit nur 2 Ausnahmen und die Zuverlässigkeit des Unternehmens, seine selbst gesteckten Verpflichtungen, wie beispielsweise die kontinuierliche Ausschüttung, einzuhalten. Die Fundamentalanalyse hier auf finanzen.net, geht aber bereits von einem Premium von rund 6,4% auf den aktuellen Aktienkurs aus.

Hier noch ein Ausschnitt auf der Seite simplywallstreet.com, die eine weitere Meinung zur Bewertung von T. Rowe Price gibt:

https://beta.simplywall.st/stocks/us/diversified-financials/nasdaq-trow/t-rowe-price-group#future

Fazit: Die T. Rowe Price Group Inc. ist ein sehr interessantes Unternehmen, mit einem einfachen und profitablen Geschäftsmodell, dass über die nötigen Leute mit Sachverstand verfügt, um daraus das beste zu machen das möglich ist, sowohl für das Unternehmen selbst als auch für seine Kunden und Klienten. Mir gefallen die soliden Bilanzen, die guten Cashflows und die lange Historie sehr, ebenso die lange Betriebszugehörigkeit gerade der Firmenleitung. Nach meiner Einschätzung, wird T. Rowe Price auch in Zukunft sein Geschäft gut führen und die Risiken, die es zweifelsohne gibt, bei Eintritt bewältigen können. Das Geschäftsmodell und die Art wie das Unternehmen es betreibt, sind sehr konservativ und ich erwarte daher keine schnellen Kursbewegungen nach oben, dafür aber ein langfristig solide wirtschaftendes Unternehmen, das seinen hervorragenden Ruf und seinen Titel als Dividendenaristokrat zurecht verdient hat.

Ich hoffe die Analyse war ineressant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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