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Shopify Inc. Aktie in der Analyse

Aktienanalyse Shopify Inc.
Unternehmensname:Shopify Inc.
WKN:A14TJP
ISIN:CA82509L1076
Symbol:SHOP
Aktienkurs am 01.10.2019:311,66 USD
Enterprise Value/ Unternehmenswert:34 Milliarden USD
Marktkapitalisierung:30 Milliarden USD
Dividende:nein
Analgestil:Large- Growth
Sektor:Technologie
Branche:Anwendungssoftware
Analyst:Luigi
Letztes Update:01.10.2019

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Shopify Aktie! Viel Spaß beim Lesen!

Video Shopify Analyse

1. Das Geschäftsmodell

1.1 Unternehmensprofil

Die Shopify Inc. ist ein kanadisches Softwareunternehmen mit Sitz im kanadischen Ottawa. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, E- Commerce Software zu entwickeln und zu vertreiben.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2004 von dem deutschen Auswanderer Tobias Lütke unter dem Namen Snowdevil (zu deutsch: Schneeteufel) gelauncht. Lütke ist begeisteter Snowboarder und so kam ihm gemeinsam mit seinen engsten Freunden die Idee, Snowboardartikel für den eigenen Onlineshop zu verkaufen. Da sie aber keinerlei Kenntnisse über die Programmierung von Onlineshops hatten, suchten sie verzweifelt nach einer Lösung. Natürlich gab es zu dieser Zeit schon einige CMS E-Commerce Open- Source Software Pakete, doch diese waren zu diesem Zeitpunkt noch relativ schwer und aufwendig für Laien zu verstehen. Und so kamen sie auf die Idee, selber eine webbasierte Software für Onlinehändler zu entwickeln. In 2006 erfolgte dann schließlich die Umbenennung in Shopify. Im Mai 2015 erfolgte dann der Börsengang des Unternehmens zu einem Emmissionspreis zu 17 Dollar je Aktie.

Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 4.000 Mitarbeiter an diversen Standorten in Nordamerika, Europa und Asien. Mittlerweile vertrauen mehr als 800.000 Kunden aus mehr als 175 Ländern dem cloudbasierten Multi channel Shopsystem.

1.2 Segemente

Das Unternehmen berichtet aktuell in über zwei Segmente.

1.2.1 Subscription Solutions

Kurz gesagt: In diesem Geschäftsbereich werden alle Umsätze gebündelt, die durch den Verkauf von Abonememntlösungen generiert werden.

1.2.2 Merchant Solutions

Kurz gesagt werden in hier alle Umsätze erfasst, die zur Erweiterung der Abonemmentlösungen dienen. Dazu zählen u.a. die Zahlungsabwicklung, Logistiklösungen etc.

1.3 Das Konzept

Shopify vertraut auf dieses vierstufige Konzept, damit Händler möglichst schnell und effizient zu dem gewünschten Ergebnis gelangen können.

1.3.1 Starten

  1. Um sich erfolgreich ein Onlinebusiness aufzubauen, benötigt man zunächst einmal einen coolen Firmennamen sowie ein krasses Logo. Durch den integrierten Firmennamen- und Logogenerator soll dies kinderleicht für Jedermann zu schaffen sein.
  2. Im zweiten Schritt der ersten Phase kann man sich die gewünschte Domain (Achtung extra Kosten für die Registrierung besonders seltener Domainendungen) aussuchen und erste Bilder aus der hauseigenen lizenzfreien Bilddatenbank herunterladen. ( https://burst.shopify.com/ )
  3. Nun geht es an die Einrichtung des Shops. Das Projekt oberlo hilft dabei, nervige Produktbeschreibungen zu inkludieren. Mittels dieser Datenbank können bereits von anderen Mitgliedern erstellte Produkte in den eigenen Shop integriert werden. Außerdem kann man sich in der hauseigenen Themedatenbank das passende Design ganz Programmierkenntnisse aussuchen und auf die individuellen Bedürfnisse anpassen.

1.3.2 Verkaufen

Kommen wir nun zu einem sehr wie ich finde interessanten Feauture von Shopify. Bei Mitstreitern wie Woocommerce (WordPress/ Automattic Inc.), wix.com oder auch deutschen Ablegern, wie 1&1 oder Jimdo fehlt. Nämlich der kombination aus Offline und Online Geschäft.

  1. Onlineshop: Durch den web-basierten Webshop- Builder lassen sich kinderleicht Produkte sowie rechtliche Angelegenheiten integrieren.
  2. Point of Sale: Mittels dieser Funktion lässt sich die Warenwirtschaft des stationären mit der des Onlinehandel miteinander kombinieren. Beispiel: Anstatt einer Kasse stellt man einfach seinen PC bzw. sein Tablet oder benutzt sein Smartphone um die Zahlungsvorgänge vor Ort abzuwickeln. Die Daten werden dann auch direkt im Onlineshop aktualisiert. (vorwiegend bei kleinen Geschäften/ Boutiquen beliebt) Unterstützte Hardware findest du hier (kein Affiliate Link, keine Provision)
  3. Mithilfe des Buy- Button besteht auch die Möglichkeit ein Shopify- System auf einem bestehenden System zu integrieren bzw. auf Blogs zu promoten.
  4. Vertriebskanäle: Mittels dieser Funktion lassen sich die eigenen Artikel sowie der eigene Shop auf mehrerern Vertriebskanälen verbreiten. Zu den bekanntesten Kanälen gehören sicherlich Facebook und Instagram. Weitere Vertriebskanäle findest Du hier.

1.3.3 Vermarktung

Die integrierten Online- Marketing Funktionen helfen den Shopbetreibern dabei, ihren Shop über die Grenzen des eigenen Handelns zu monetarisieren. Der Shopify AppStore beinhaltet dazu interessante Funktionen bereit. Die Marketing App Kit hilft den Betreibern bspw. dabei, Newsletter oder auch Kampagnen zu starten.

1.3.4 Managing

Durch das integrierte Warenwirtschaftssystem lässt sich der Vertrieb aus offline und online miteinander kombinieren. Zudem bietet Shopify Payments verschiedene Bezahloptionen wie z.B. Rechnungskauf mit Klarna oder auch Kreditkartenzahlungen an. Sobald eine Zahlung eingegangen ist, wird der Betreiber per Mail oder SMS benachrichtigt.

1.4 Preispolitik (Abo-Modell)

Die gesamte Preispolitik des Unternehmens basiert auf einem Abomodell. Zudem bietet es allen seiner Kunden an, die Produkte 14 Tage kostenlos zu testen.

1.4.1 ShopifyBasic

Für 29 USD netto im Monat bekommt man den Basis- Tarif. Mit ihm lässt sich ein Onlineshop, einschlißlich eines Blogs mit einer unbegrenzten Anzahl an Produkten erstellen. Es lassen sich insgesamt zwei Personalkonten erstellen und es gibt zudem einen 24/7 Kundensupport. Zudem lassen sich auch Rabattcodes anlegen und eine Betrugsanalyse durchführen. Weitere Funktionen sind die manuelle Eingabe von Bestellungen (also eine manuelle Aktivierung einer Bestellung aus dem Backend heraus, ohne einen Bestellprozess zu durchlaufen), kostenlose SSL- Zertifikate sowie die Wiederherstellung abgebrochener Warenkörbe.

Die Transaktionsgebühren belaufen sich bei Bezahlung mit Kreditkarte auf 2,4% Verkaufsgebühr + 0,25 EUR, bei Sofort- Rate auf 1,4% zzgl. 0,25 EUR und bei Klarna- Rechnungskauf auf 2,99%+ 0,35 EUR. Zudem fallen noch bei allen Zahlungsanbietern außer Shopify Payments 2,0% an Gebühr an.

1.4.2 Shopify Standard

Zusätzlich zu den oben genannten Funktionen aus dem Basic- Tarif beinhaltet dieser Tarif noch die Funktion der Einrichtung von Geschenkgutscheine sowie das Ansehen professionellerer Berichte. Außerdem können hier anstatt 2 insgesamt 5 Personalkonten angelegt werden. Dieser Tarif kostet netto 79 USD im Monat.

Die Transaktionsgebühren bei Kreditkartenzahlungen belaufen sich bei diesem Tarif 2,1% + 0,25 EUR. Bei Sofort- Rate und Klarna gibt es im Vergleich zum Basistarif keine Veränderungen. Die zusätzliche Gebühr bei allen Zahungsdienstleistern außer Shopify Payment beläuft sich auf 1,0%.

1.4.3 Advanced Shopify

Zusätzlich zu den im Tarif Shopify genanten Funktionen bietet dieser Tarif noch die Möglichkeit einer erweiterten Berichterstellungsfunktion sowie das Anzeigen der zusätzlich berechneten Kosten von Drittanbietern.

Die Transaktionsgebühren bei diesem Tarif liegen bei der Bezahlung mit Kreditkarte bei 1,8% + 0,25 EUR. Die Gebühren von Sofort- Rate und Rechnungskauf sind aktuell identisch mit denen des Tarif Shopify und des Basistarifs. Die zusätzlichen Gebühren, außer bei Shopify Payments liegen hier bei 0,5%.

Dieser Tarif kostet netto 299 Dollar im Monat.

1.4.4 Shopify Lite

Diese abgespeckte Variante für 9 Dollar im Monat bietet die Möglichkeit seine Produkte bei Facebook oder auch in den eigenen Shop via Buy- Button zu integrieren. Die Transaktionskosten stimmen mit denen aus dem Basistarif überein.

1.4.5 Shopify Plus

Für Großkunden bietet Shopify auch individuelle Lösungen und individuelle Preise an. Dazu kann man den Support kontaktieren.

Zudem können noch alle Kunden durch ein- bzw. zweijährige Vorauszahlung Rabatte bekommen.

1.5 Management – Das Unternehmen wird seit der Gründung von derselben Person geführt

Bildquelle: wikipedia.de

Seit der Gründung in 2004 wird das Unternehmen von ein und demselben CEO geführt, sein Name- Tobias Lütke, Jahrgang 1981, geboren in Koblenz. Bereits im zarten Alter von sieben Jahren erhielt er von seinen Eltern einen Commodore 64 Computer. Folglich begann er damit, Game- Codes so umzuschreiben, dass sie auf seinem Computer funktionierten. Nach der zehnten Klasse verließ er das Gymnasium mit der mittleren Reife. Nach dem Abschluss absolvierte er eine Berufsausbildung zum Fachinformatiker bei der Koblenzer Büro-Organisations-GmbH. Nebenher interessierte und programmierte er noch E-Commerce- Software. Anfänglich mit der Programmiersprache Ruby-On-Rails.

Laut Forbes wird Lütkes Vermögen aktuell auf rund 1,2 Milliarden Dollar geschätzt, was ihn zu den reichsten Menschen Kanadas macht.

1.6 Die größten Aktionäre von Shopify

Datenquelle: https://de.marketscreener.com/SHOPIFY-INC-US-22283351/unternehmen/

Größter Aktionär von Shopify ist demnach der US- amerikanische Vermögensverwalter Fidelity Management mit rund 10,7% der Aktien im Besitz. Die weiteren institutionellen Investoren sind ebenfalls allesamt in der Vermögensverwaltung bzw. im Investmentgeschäft tätig.

Der Gründer und jetzige CEO Tobias Lütke hält nach eigenen Angaben rund 9,7 Mio. Aktien und Optionen am Unternehmen.

1.7 News

Kapitalerhöhung

Anfang September hat das Unternehmen rund 2,185 Mio. Aktien zu einem Emissionspreis von 317,50 USD je Aktie auf den Markt gebracht. Diese Kapitalerhöhung hat dem Unternehmen einen Gesamterlös in Höhe von 637 Mio. USD eingebracht.

Wichtige Akquisition um Amazon den Kampf anzusagen

Am 09.09.2019 hat das Unternehmen bekanntgegeben, das Unternehmen 6 River Systems, einem Anbieter automatisierter Logistiksysteme für rund 450 Millionen USD erwerben zu wollen. 60% sollen dabei in Bar und 40% in Aktien bezahlt werden.

2. Branchenanalyse

2.1 Onlinehandel

Das Konsumverhalten der Bevölkerung befindet sich im Wandel. Das mussten in den letzten Jahren sehr viele Einzelhandelsgeschäfte nicht nur in Deutschland ertragen. Durch die Onlinekonkurrenz von Amazon, Zalando und co. blieben vielen Geschäften die Kunden aus, und somit auch existentielle Umsätze. In der Folge müssen bzw. droht vielen Händlern vor Ort die Insolvenz.

Die folgende Abbildung zeigt die weltweite Entwicklung des eCommerce Umsatzes:

Quelle: Digital Market Outlook Report von Statista.

Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung E-Commerce Umsatzes in Deutschland mit Endverbrauchern:

Datenquelle: HDE.

Geht man von den obigen Zahlen aus, so konnte die E-Commerce Branche ihren Umsatz um rund 22% pro Jahr steigern. Der Umsatz allein in Deutschland wird für 2019 auf rund 58 Milliarden EUR prognostiziert.

Diese Entwicklung zeigt: Der Onlinehandel ist nicht mehr zu unterschätzen. In den nächsten Jahren wird er sicherlich auch großflächig den Lebensmitteleinzelhandel etc. erreicht haben.

2.2 Software-as-a-service

Datenquelle: statista

Software as a service ist ein wesentlicher Teilbereich des Cloud- Computings. Beim Teilbereich SaaS wird die Infrastruktur der IT sowie die Software bei einem externen Dienstleister betrieben und vom Klienten als Dienstleistung gegen in der Regel monatliche Gebühr genutzt. Die einzigen Werkzeuge die der Anwender benötigt sind ein PC und einen Internetzugang. Das Produkt an sich wird dabei aus dem Webbrowser mit Login- Zugangsdaten realisiert. Wesentlicher Vorteil von diesem Modell ist, dass der Anwender sich nicht um die lästigen Wartungsarbeiten kümmern muss. Das erledigt alles der SaaS Dienstleister.

Der Markt für diese Art der Dienstleistung wächst rasant. Global Player wie Amazon, Google und Microsoft liefern sich einen erbitterten Kampf im Zukunftsmarkt Cloud- Computing. Bis 2022 soll sich der Umsatz in diesem Teilmarkt des Cloud- Computings auf rund 150 Milliarden USD belaufen.

Wie bereits im Vorfeld erwähnt, laufen die Shops von Shopify auf eigenen Servern, welche dem Kunden dann als SaaS bereitgestellt werden.

2.3 Wiederkehrende Einnahmen durch Abo- Modelle

Bildquelle: Billwerk

Das Abo-Modell als Ertragsmodell hat lange Tradition. In früheren Jahren wurden Tageszeitungen von vielen Menschen abonniert. Dieses Abo-Modell, also die Einnahme wiederkehrender Zahlungsströme hat durch die USA in den letzten Jahren eine Art Renaissance erlebt. Hier in Deutschland kennen wir diese Art aktuell vorwiegend durch Tageszeitungen, Fitnessstudios oder auch Mobilfunkverträge.

Wie die obige Abbildung zeigt, haben sich die Zeiten buchstäblich geändert. So wurde im letzten Geschäftsjahr rund 40% des Umsatzes mit Abos durch IT- Dienstleitungen wie Software oder auch Hardware Produkte erwirtschaftet. Rund ein Viertel des Umsatzes wurde jeweils von der E-Commerce Branche sowie von dem Handel mit digitalen Medien erwirtschaftet. Sonstige Geschäftsmodelle sind mit rund 14% am Kuchen beteiligt.

Bildquelle: billwerk

Diese Abbildung zeigt, dass der Markt für Abo-Modelle nicht zu unterschätzen ist. Immer mehr Unternehmen aus den analogen Industrien steigen auf den Zug der Digitalisierung, im engeren Sinne auf den Zug der Subscription Economy als Ertragsmodell ein.

Die nebenstehende Abbildung zeigt die Entwicklung des Umsatzes aus der deutschen Subscription- Economy je erstes Quartal pro Geschäftsjahr.

In den letzten fünf Geschäftsjahren konnte der Umsatz um rund 2630% gesteigert werden. Im Vergleich dazu beträgt die jährliche Wachstumsrate mehr als 100%.

3. Die Fundamentaldaten

3.1 Umsatz

Die obige Abbildung zeit die Entwicklung des Umsatzes seit 2013 auf. Rund 57% des Umsatzes werden dabei mit dem Segment Merchant erzielt, sprich mit den Zusatzleistungen über die Abos hinaus. Das Abo selbst kann dabei als sog. Sockeleinnahme bezeichnet werden, welche nur die Basis für die Zusatzeinnahmen bildet. Für die nächsten drei Jahre gehen die Analysten sowie ich auch davon aus, dass Shopify seinen Umsatz weiter wird steigern können.

Die durchschnittliche Wachstumsrate in der historischen Sicht beträgt rund 67% jährlich. Diese exorbitante Wachstumsrate ist darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen noch recht jung ist und das es die Reifephase aus meiner Sicht noch nicht erreicht hat. Das macht es externen Betrachtern auch schwieriger, realitätsnahe Prognosen zu erstellen.

Auf die Frage, woher der erzielte Umsatz herkommt kann gesagt werden, dass rund 70% und somit der größte Teil der Umsätze den USA zuzuschreiben ist. Gefolgt von den sonstigen Regionen mit rund 12%. Dabei handelt es sich vorwiegend um den erzielten Umsatz aus dem europäischen Raum, exklusive dem Vereinigten Königreich. Drittgrößter Markt für Shopify ist demnach das Vereinigte Königreich mit rund 9% Anteil am Gesamtumsatz. Rund 8% entfallen auf den Heimatmarkt Kanada sowie auf Australien.

3.2 Operatives Ergebnis

Im Gegensatz zum im vorherigen Kapitel behandelten Umsatz konnte das operative Ergebnis nicht verbessert werden. Das Gegenteil ist eingetreten. Das operative Ergebnis hat sich verschlechtert. Seit 2013 hat es sich Jahr für Jahr kontinuierlich verschlechtert. Erfolg hat eben seinen Preis und diesen Preis muss Shopify aktuell zahlen. Bereits für dieses Jahr erwarten sowohl das Unternehmen als auch professionelle Analysten erstmals ein positives Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit. Ob diese Vermutung dann auch letztendlich eintritt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner sagen.

3.3 Operative Marge

Aufgrund dessen, dass sich das Unternehmen aktuell noch in einer stark volatilen Phase befindet, kann aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt noch keine seriöse Annahme zu der operativen Marge getroffen werden. Dafür sind die Zahlen aus meiner Sicht noch zu stark verzerrt.

3.4 Gesamtkapitalrendite

Wie auch bei den anderen Kennzahlen ist auch bei der Gesamtkapitalrendite zu erwähnen, dass das Ergebnis aufgrund des noch jungen Stadiums, in dem sich das Unternehmen aktuell befindet, noch kein wirklich aussagekräftiges Ergebnis getroffen werden kann. Fakt ist, dass sich die GKR von 2013 bis 2018 konstant positiv entwickelt hat. Betrug die GK- Rendite in 2013 noch rund -23%, lag sie in 2018 schon nur noch bei rund -4%. Im Schnitt lag sie damit bei rund -10% und folglich rund 6% über dem Schnitt.

3.5 Verschuldung

Seit dem Börsengang in 2015 konnte das Unternehmen seine Eigenkapitalquote stetig ausbauen (grüner Balken). Lag diese im Jahr des Börsengangs noch bei rund 80%, konnte sie bis 2018 auf rund 92% ausgeweitet werden. Im Gegenzug beträgt die Fremdkapitalquote nur winzige 8% (blauer Balken). Aus dieser Erkenntnis resultiert, dass sich der Grad der Verschuldung (rote Linie) von rund 24% in 2015 auf rund 8% im vorangegangenen Geschäftsjahr verringern konnte. Im Schnitt ergibt sich ein Verschuldungsgrad von 10%. Damit ist das Unternehmen 2% unter dem historischen Schnitt positiv bewertet.

3.6 Dividende

Da das Unternehmen aktuell noch anstatt eines Gewinns, rote Zahlen schreibt, kann es auch noch keine Dividende an seine Aktionäre ausschütten.

4. Bewertung

4.1 Qualitative Bewertung

Das Management rund um den Gründer Tobias Lütke haben meiner Ansicht nach gute Arbeit geleistet. Das Unternehmen ist auf Erfolg getrimmt. Zum einen ist das Unternehmen erfreulicherweise noch nicht negativ in Erscheinung getreten und zum anderen sind die Umsätze erfolgsversprechend.

4.2 Quantitative Bewertung

4.2.1 Discounted Cashflow

Nachfolgend findest Du meine Annahmen:

4.2.1.1 Annahmen zum Abzinsungsfaktor

Regelmäßig entscheide ich mich bei der Auswahl des Berechnungsverfahrens des Abznsungsfaktors für den WACC (Weight Average cost of capital, zu deutsch: durchschnittlich gewichteter Kapitalkostensatz). Somit gehe ich wie folgt vor:

  1. Gewichtung der Kapitalstruktur:
    1. EK- Gewichtung: 0,9994
    2. FK- Gewichtung: 0,0006
  2. Eigenkapitalkosten: 9,82%
    1. Risikoloser Zinssatz Kanada:1,5%
    2. Beta: 1,26
    3. Risikoprämie Kanada pauschal: 6,6%
  3. Fremdkapitalkosten, o% da kein Zinsaufwand vorhanden!
  4. Steuersatz: 26,5%
  5. WACC: 9,81%

Die Anwendung eines Diskontierungsmodells ist bei Wachstumsunternehmen in mehrerer Hinsicht schwierig, da die Wahrscheinlichkeit höher liegt, dass sich die Werte verändern können. Daher rechnet man in der Praxis oftmals in mehreren kurzen Phasen.

4.2.1.2 Ermittlung Fair Value

JahrFree Cashflow in Mio. CADWACCBarwert in Mio.
2019e169,8%14,57
2020e709,8%58,06
2021e1909,8%143,53
2022e5609,8%385,28
2023e8009,8%501,28
Summe1.102,72

Langfristig traue ich dem Unternehmen eine ewige Rente von rund 3,5% zu. Demnach komme ich beim DCF Modell auf einen aktuellen fairen Wert von rund 100,-EUR. Vergleicht man diesen Wert mit dem aktuellen Börsenkurs von rund 300,- EUR ergibt sich eine überdimensionale Überbewertung. Die Schwierigkeit bei Anwendung eines DCF- Modells für den Fall eines noch sehr jungen Unternehmens wie Shopify ist, dass die zukünftigen Free Cashflows schwieriger zu schätzen sind als bei einem reifen Unternehmen. Bei meiner Berechnung stütze ich mich auf die Prognosen erfahrener Analysten.

4.2.2 Multiple Bewertung

Die meisten die sich in ihrem Leben jemals mit Börse beschäftigt haben kennen das KGV (Kurs Gewinn Verhältnis) Dabei handelt es sich um die klassischste Art der Multiplikatoren. Diese Kennzahl in diesem Fall unvorteilhaft, da das Unternehmen noch sehr jung ist und auch noch keinen Gewinn erzielt. Also gilt dasselbe wie für das vorangegangene Modell. Das Ergebnis wirkt verzerrt.

Aus meiner Sicht stellt das KUV das geeigneste Verfahren zur Bewertung dieses Unternehmens dar. Diese Kennzahl stellt das Verhältnis aus Kurs und Umsatz zueinander dar.

Datenquelle: historische Werte: traderfox, Prognosen: onvista.

Seit Beginn der Aufzeichnungen in 2013 konnte sich das Verhältnis aus Marktkapitalisierung und Umsatz konstant verringern. Der historische Schnitt liegt bei rund 100 und das aktuelle KUV liegt bei 32. Analysten gehen davon aus, dass sich das KUV in den Folgejahren weiter verringern wird.

4.2.3 Piotroski F-Score

KennzahlWert
Jahresüberschuss >00
Cashflow >01
Return on Assets höher als im Vorjahr1
Cashflow > Jahresüberschuss1
Verschuldungsgrad gegenüber Vorkajr verringert?0
Liquidität dritten Grades höher als im Vorjahr0
Anzahl austehender Aktien nicht höher als im Vorjahr0
Rohmarge höher als im Vorjahr0
Kapitalumschlag höher als im Vorjahr0

Daraus ergibt sich ein F-Score von nur drei Punkten.

4.2.4 Levermann

Bildquelle: https://levermann24.com/levermann-strategie/tsx/shopify-inc-CA82509L1076/

Demnach ergibt sich ein Levermann Score von einem Punkt. Das bedeutet Verkaufen.

4.2.5 Was wäre, hätte man <<damals>> mal investiert

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich das eingesetzte Kapital im Laufe der Zeit vermehrt bzw. verringert hätte:

Summe/ Zeitpunkt1 Monat6 Monate1 Jahr3 Jahre5 Jahre
1.000 EUR797 EUR1.545 EUR2.010 EUR7.374 EUR11.000 EUR
10.000 EUR7.970 EUR15.450 EUR20.100 EUR73.740 EUR110.000 EUR
100.000 EUR79.700 EUR154.500 EUR201.000 EUR737.400 EUR1.100.000 EUR
1 Mio. EUR797.000 EUR1.545.000 EUR2.010.000 EUR7.374.000 EUR11.000.000 EUR

5. Peer Group

Aktuell ist schwierig zu sagen, mit welchen Unternehmen Shopify sich auf Augenhöhe vergleichen lässt. Daher habe ich mich dafür entschieden, den Webseite Baukasten wix.com als ehesten börsennotierten Konkurrenten auszuwählen.

Kriterium
Name:Shopify Inc.Wix.com Inc.
ISIN:CA82509L1076 IL0011301780
Hauptsitz:KanadaIsrael
Aktienkurs am 01.10.2019:311,66 USD116,74 USD
Performance fünf Jahre:1.028%+723,8%
Umsatz 2018:1.073 Mio. USD603,7 Mio. USD
Eigenkapitalquote:92,55%18,02%
Kurs Umsatz Verhältnis:29,828,77
US-SymbolSHOPWIX

6. SWOT Analyse

7. Abschließende Betrachtung

Abschließend kann gesagt werden, dass Shopify ein interessantes Unternehmen mit einen interessanten Geschäftsmodell ist. Die Aktie des Unternehmens hat in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. Auf fundamentaler Ebene ist aber noch enormer Nachholbedarf. Klar, dass Unternehmen befindet sich noch in der Wachstumsphase. Deshalb bleibt abzuwarten in welche Richtung sich das Papier sowie das Unternehmen entwickeln wird. Das Unternehmen wird auf jeden Fall den Weg auf meine persönliche Watchlist finden. Es ist aber zu beachten, dass dieses Papier nichts für den konservativen bzw. für den langfristig denkenden Dividenden-Fan ist. Die Aktie ist also nur etwas für risikofreudige Investoren. Zudem ist die Aktie noch weit von einer Dividende entfernt. Ich persönliche werde die Aktie weiter beobachten aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht einstiegen, dafür sind mir die rund 300 Dollar für eine einzige Aktie etwas zu teuer.

Bitte beachtet, dass es sich bei diesem Beitrag nur um meine persönliche Meinung handelt, de auch total falsch sein kann. Es findet also keine Anlageberatung statt. Ich bitte um Euer Verständnis! Bitte recherchiert und informiert Euch vor einem Investment immer erst selbst.

Ich hoffe dieser Beitrag hat Euch gefallen und würde mich über positives Feedback jederzeit gerne freuen!

Herzliche Grüße

Luigi ;D

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Quellenverzeichnis

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