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Royal Dutch Shell plc – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim lesen der Aktienanalyse von Royal Dutch Shell

Gliederung

  • 1. Übersicht
  • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
  • 1.2 News
  • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
  • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
  • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
  • 1.6 Wichtige Kennzahlen
  • 1.7 Aussichten
  • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
  • 1.9 Levermann-Score
  • 1.10 Piotroski F-Score
  • 2. Detailanalyse
  • 2.1 SWOT-Analyse
  • 2.2 Bewertungsverfahren
  • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
  • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
  • 2.2.5 Dividendendiskontierung
  • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell

Die Royal Dutch Shell plc ist ein global tätiges Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen, mit Geschäftstätigkeiten in über 140 Ländern. Shell ist in seiner Branche das 2. größte Unternehmen hinter der Exxon Mobile Corp., mit einer Marktkapitalisierung von rund 224,5 Mrd. USD. Eingetragen ist das Unternehmen im Handelsregister in London, England, die Firmenzentrale befindet sich allerdings im niederländischen Den Haag. Royal Dutch Shell plc besitzt ein Primary Listing an der London Stock Exchange und Secondary Listings an der Euronext in Amsterdam, an der New York Stock Exchange sowie in weiteren sieben europäischen Staaten, darunter in Deutschland an der Börse in Frankfurt. Eine wichtige Besonderheit des Unternehmens, ist die Aufteilung seiner Aktien in zwei Klassen, eine A und eine B Aktie mit jeweils eigener ISIN. Beide Aktienklassen sind “ordinary shares” und entsprechen sich völlig in Art und Umfang der verbrieften Mitgliedschaftsrechte. Die Aktionäre beider Klassen haben Dividendenansprüche in gleicher Höhe und Stimmrechte in gleichem Umfang. Der Unterschied besteht lediglich in der steuerlichen Behandlung der ausgeschütteten Dividenden. Die Aktien der Klasse A (ISIN GB00B03MLX29) unterliegen dem niederländischem Steuerrecht und damit einem Quellensteuerabzug von 15% auf die Dividendenausschüttung. Die Aktien der Klasse B (ISIN GB00B03MM408) unterliegen dem britischem Steuerrecht und haben daher keinen Quellensteuerabzug auf die Dividende zur Folge. Dazu existiert auf der Seite Reich-Mit-Plan.de ein zusätzlicher Artikel hier.

Die Ursprünge der Royal Dutch Shell plc gehen bis in das Jahr 1833 zurück, auf ein kleines Importgeschäft für exotische Muscheln, welches von dem Händler Marcus Samuel im Londoner Eastend betrieben wurde. Seine Söhne Marcus Samuel, 1. Viscount Bearsted und Samuel Samuel führten das Unternehmen fort und erweiterten es zu einer Import-Export-Unternehmung für den Transport von Kerosin, welches auch als leichtes Petroleum bekannt ist und für die damalige Beleuchtung eine zentrale Rolle spielte. Diese Entwicklung führte 1890 zur Gründung der The Shell Transport and Trading Company p.l.c. in London, um eigene Transporter und Tankschiffe für den Öltransport zu bauen. Mit dem Fund einer Ölquelle auf Borneo im Jahr 1897, wurde das Geschäft um die Förderung, sowie die Raffinierung von Öl erweitert. Schon in den frühen Jahren, war die charakteristische Kammmuschel das Firmenzeichen.

Zur gleichen Zeit 1890, wurde in den Niederlanden die N.V. Koninklijke (königliche) Nederlandsche Maatschappij tot Exploitatie van Petroleumbronnen in Nederlandsch-Indië gegründet, an der sogar der niederländische König Wilhelm der III. 25% hielt, was der Unternehmung die Bezeichnung „königlich“ gestattete. 1907 schloss Henri Deterding die N.V. Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij in Den Haag mit The Shell Transport and Trading Company zusammen. Es entstand die Royal Dutch Shell Gruppe mit einem Besitzverhältnis von 60 zu 40 für die niederländische Gesellschaft. Das Geschäft beider Unternehmen wurde gebündelt, die Firmen blieben aber einzeln als Holdinggesellschaften bestehen. Das niederländische Unternehmen wurde zur Royal Dutch Petroleum Company umbenannt.

Die abschließende Vereinigung beider Unternehmen erfolgte im Juli 2005 zur Royal Dutch Shell plc, die heute eine Aktiengesellschaft nach englischem Recht ist.

Im April 2015 vereinbarte Royal Dutch Shell die Übernahme der britischen BG Group für 47 Mrd. Pfund. Die vollständige Übernahme war im Februar 2016 abgeschlossen und lieferte Zugang zu großen Ressourcenquellen vor Brasilien und Australien.

Shell ist heute einer der größten Anbieter von Kraft- und Schmierstoffen und ist im Bereich der Exploration, der Förderung, der Verarbeitung und Raffinierung sowie dem Vertrieb und dem Marketing von Mineralölprodukten und Erdgas tätig. Shell investiert auch in Erneuerbare Energien und ist im Bereich der chemische Industrie tätig. Beispielsweise über die Tochter Frontier expandiert Shell im Bereich der Photovoltaik, außerdem plant und betreibt Shell Windparks vor allem in den USA. Weiterhin soll die Erforschung und Entwicklung von Kraftstoffen aus Biomasse weiter ausgebaut werden, in diesem Segment ist Shell der weltgrößte Einkäufer und Anwender. Shell engagiert sich ferner auf dem Sektor der Wasserstoffwirtschaft. Dazu hat sich das Unternehmen mit anderen Unternehmen in einem Koglomerat, der H2 MOBILITY zusammengeschlossen, um die flächendeckende Wasserstoffversorgung für die Mobilität in der Bundesrepublik Deutschland voran zu bringen. Die Gesellschafter sind neben Shell die Daimler AG, Air Liquide S.A., die Linde AG, sowie die österreichische OMV und der französische Mineralölkonzern Total S.A. Weitere Partner sind BMW, Volkswagen, Honda, Toyota und Hyundai. Gefördert wird dieses Projekt durch das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch die NOW GmbH.

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Das Unternehmen teilt seine Geschäfte heute in 4 Segmente auf:

Das Segment Integrated Gas umfasst das Geschäft mit Flüssigerdgas und die Umwandlung von Erdgas in flüssige Brennstoffe und andere Produkte sowie das Portfolio New Energies. Es umfasst die Exploration und Gewinnung von Erdgas sowie den Betrieb der vor- und nachgelagerten Infrastruktur, die für die Lieferung von Erdgas an den Markt erforderlich ist. Sie vermarktet und handelt mit Erdgas, LNG, Strom und CO2-Emissionsrechten und vermarktet und verkauft LNG als Kraftstoff für schwere Nutzfahrzeuge und Seeschiffe.

Das Segment Upstream fasst die folgenden beiden operativen Segmente zusammen:
1. Upstream, das sich mit der Exploration und Gewinnung von Rohöl, Erdgas und Erdgasflüssigkeiten sowie der Vermarktung und dem Transport von Öl und Gas befasst.
2. Oil Sands, das heißt Gewinnung von Bitumen, Zum Beispiel für den Straßenbau aus abgebauten Ölsanden und Umwandlung in synthetisches Rohöl. Diese operativen Segmente weisen ähnliche wirtschaftliche Merkmale auf, da ihr Ergebnis wesentlich von den Preisen für Rohöl und Erdgas sowie den Produktionsmengen abhängt.

Das Segment Downstream befasst sich mit der Herstellung, dem Marketing und dem Handel von Erdölprodukten und Chemikalien. Dabei werden aus Erdöl und anderen Rohstoffen eine Reihe von Produkten hergestellt, die für den Inlands-, Industrie- und Transportbereich in die ganze Welt transportiert und vermarktet werden.

Das Segment Corporate umfasst die nicht operativen Aktivitäten zur Unterstützung von Shell, darunter die Beteiligungs- und Treasury-Organisation von Shell, die Selbstversicherungsaktivitäten sowie die Zentrale und die zentralen Funktionen.

Die Aufteilung der Segmente kann hier in den Investor Relations nachgelesen werden. Für seine Geschäftstätigkeit, unterhält Shell ein dichtes Netz an Partner- und Tochterfirmen und besitzt zahlreiche Raffinerien, Transporter, Bohrplattformen und ein Netz von über 4400 Tankstellen.

https://reports.shell.com/annual-report/2018/strategic-report/strategy-business-and-market-overview/business-overview.php

Im Strategiebericht schreibt die Unternehmensleitung unter anderem folgendes: „Der steigende Lebensstandard einer wachsenden Weltbevölkerung dürfte die Nachfrage nach Energie, einschließlich Öl und Gas, in den kommenden Jahren weiter ankurbeln.“ Mit Bezug auf die wachsende Nachfrage alternativer Energieträger und der daraus hervorgehenden Unsicherheit, hat Shell die Notwendigkeit eines möglichst agilen Entscheidungsprozesses abgeleitet und sich mehrere strategische Ziele gesetzt.

Die Investitionsattraktivität des Unternehmens soll durch wachsende Cashflows, steigende Renditen, einem stabilen Finanzrahmen und einem robusten Portfolio gesteigert werden.

Auf die Nachfrage nach alternativen Energien, will das Unternehmen mit wettbewerbsfähigen Energieträgern begegnen. Nähere Angaben über die Details werden hier aber nicht gemacht.

Die gesellschaftliche Akzeptanz des Unternehmens soll durch einen positiven Beitrag erhalten und verbessert werden.

Für die Umsetzung seiner Strategie, will Shell seine Organisationsstruktur so weit wie möglich vereinfachen, sowie sich auf steigende Erträge und wachsende Cashflows konzentrieren. Um das zu erreichen soll in wettbewerbsfähige Projekte investiert werden, die Kosten gesenkt und nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsbereiche verkauft werden, um das Portfolio nach und nach umzugestalten.

Um seine Strategie zu managen, hat Shell 3 strategische Hauptgruppen zusammengefasst, mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Wachstumsstrategien, Risikomanagement, Kapitalallokation und erwarteten Erträgen.

  • Cash Engines: Von diesen wird erwartet, dass sie starke und belastbare Renditen und einen freien Cashflow liefern. Darunter fallen das konventionelle Ölgeschäft, in den bekannten Segmenten Integrated Gas, Upstream und Downstream.
  • Growth priorities: Diese werden als die Cash Engines der Zukunft betrachtet, in die investiert wird um in naher Zukunft freie Cashflows zu generieren. Dazu gehören Beispielsweise die Tiefsee-Erkundung (Deep-Water exploration) im Segment Upstream und das Chemiegeschäft im Segment Downstream.
  • Emerging opportunities: Damit werden Geschäftsbereiche zusammengefasst, die in den kommenden 10 Jahren und weiter stark wachsen und starke Cashflows entwickeln sollen. Darunter fallen zum Beispiel im Segment Upstream die Schiefergasgewinnung (Shales) und die Geschäfte mit den Neuen Energien (New Energies) im Segment Integrated Gas. Eines der Hauptinteressen von Shell liegt aktuell darin zu einem Großanbieter für Energie zu werden.

Somit ist Shell in einem sich wandelnden Geschäftsumfeld sehr ambitioniert, sich seine Marktposition zu erhalten und in neue Segmente, Märkte und Technologien zu investieren, um auch weiterhin mit starken Marken und gefragten Produkten vertreten zu sein.

Ein gutes Beispiel für die technischen Fähigkeiten von Shell, ist die am 25.12.2018 in Betrieb genommene Prelude FLNG, der ersten schwimmenden Anlage zur Förderung, Verflüssigung, Lagerung und dem Umschlag von Erdgas, die vor der australischen Küste die Erschließung schwer zugänglicher Tiefsee-Gasfelder erlaubt.

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Management:

Amtierender Chief Executive Officer (CEO) von Royal Dutch Shell plc ist der niederländische Manager Ben van Beurden, Alter 61 Jahre. Er übernahm die Stelle im Januar 2014 und ist bereits seit 1983, seit über 30 Jahren für das Unternehmen Royal Dutch Shell tätig. Er hatte hier mehrere leitende Tätigkeiten inne, darunter Executive Vice President im Bereich Chemicals von 2006 bis 2012 und von Januar bis September 2013 als Direktor im Segment Downstream. Seine Stelle bei Shell trat er kurz nach dem Abschluss seines Master in Chemieingenieurwesen an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden an. Diese ungewöhnlich lange Firmenzugehörigkeit fällt hier positiv auf. Ebenso positiv ist die hohe Anzahl Aktien, die er an Shell hält.

Negativ fällt vor allem die Vergütung des CEO auf. Seine Bezüge sind in größerem Umfang gewachsen als die Gewinne des Unternehmens und seine Kompensation von zuletzt 17,1 Mio. USD, enthielt mit über 15,2 Mio. USD einen überbordend hohen Anteil in Form von Aktienoptionen. Aktienoptionspläne werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier weitere Informationen.

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Der aktuelle Vorstandsvorsitzende ist der US Amerikaner Charles Holliday, Alter 70 Jahre. Er ist seit dem Jahr 2010 für Shell tätig und wurde im März 2015 zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Er ist Mitbegründer des International Business Council und war von 1998 bis 2009 Chief Executive Officer von DuPont und von 1999 bis 2009 Chairman von DuPont, wo er bereits 1970 eine Stelle antrat, nachdem er seinen Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität von Tennessee beendete. Außerdem war er Vorsitzender der Bank of America Corporation, des Business Council, von Catalyst, der National Academy of Engineering, der Society of Chemical Industry – American Section und des World Business Council for Sustainable Development.

https://de.marketscreener.com/ROYAL-DUTCH-SHELL-6273/unternehmen/

1.2 News

21.09.2019 Unter dem Titel „Dividendenperle Royal Dutch Shell: Chef spricht über Skepsis, Zukunft und radikalen Umbau, interessant!“ erschien ein Artikel auf The Motley Fool mit dem CEO von Shell über die Zukunft des Unternehmens, der hier gelesen werden kann.

15.09.2019 Ein Interview mit CEO Ben van Beurden wird in der faz veröffentlicht. Es wird über das Thema von Shells Zukunft gesprochen und dem anstehenden Umbau zu einem der größten Anbieter von grünem Strom. Dazu eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters: Royal Dutch Shell sieht sich trotz Gas- und Ölpreisrisiken auf Kurs; https://de.reuters.com/article/gro-britannien-shell-idDEKCN1T50XS

23.08.2019 Wichtige Akteure im Öl- und Gassektor, darunter Royal Dutch Shell plc, haben Interesse am Verkauf eines Windparkprojekts in Höhe von 100 Mio. EUR bekundet, das sich im gemeinsamen Besitz eines mit dem Immobilienentwickler Johnny Ronan verbundenen Unternehmens befindet.

20.08.2019 Royal Dutch Shell Plc wird seine 10% -Beteiligung an Mahanagar Gas Limited (BSE: 539957) für über 7 Mrd. INR verkaufen.

18.07.2019 Shell beabsichtigte, in den nächsten fünf Jahren etwa 50 neue Tankstellen pro Jahr zu eröffnen. Coöperatieve Rabobank U.A. und KKR & Co. Inc. (NYSE: KKR) haben ein Konsortium gebildet, das Eneco Groep N.V. kaufen will. Als Hauptbietender wurde ein von Royal Dutch Shell plc und PGGM eingesetztes Konsortium angesehen.

27.06.2019 Royal Dutch Shell Plc hat eine Vereinbarung mit einem koreanischen Unternehmen geschlossen, um gemeinsam ein schwimmendes Windprojekt 40 km vor der Küste der südkoreanischen Metropole Ulsan zu entwickeln. Insbesondere hat Shell mit CoensHexicon Co Ltd, einem Joint Venture des schwedischen Maschinenbauunternehmens Hexicon AB und des koreanischen Dienstleisters Coens Co Ltd., zusammengearbeitet.

Dazu noch 2 Artikel aus der Financial Times:

Sowie ein Artikel aus dem Manager Magazin mit Bezug zu aktuellen Themen:

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe.

Als einer der größten Ölkonzerne weltweit, sind bei Shell zahlreiche Großinvestoren, Fonds, Holdings, Banken und andere institutionelle Anleger investiert.

https://de.marketscreener.com/ROYAL-DUTCH-SHELL-6273/unternehmen/

Am Unternehmen sind starke und bekannte Institutionen beteiligt. Auffällig ist der hohe Anteil des niederländischen Zentralinstituts für Wertpapiergeschäfte, mit über 40% aller Aktien des Unternehmens.

Rund 66% aller ausstehenden Aktien werden von institutionellen Anlegern gehalten, weitere 25% befinden sich im Besitz privater Unternehmen und Holdinggesellschaften. Die verbleibenden 9% verteilen sich auf die breite Öffentlichkeit, sowie Mitarbeiter und Insider von Shell, letztere aber in Bereichen von weniger als 1%.

Aktuell zeigen die Daten von Morningstar, dass größere Verkäufe von Fonds und Institutionen getätigt werden. Das Verkaufsvolumen liegt dabei ca. 3,8 mal höher als das Kaufvolumen. in den letzten 3 Monaten kam es allerdings auch zu kleinen aber nennenswerten Insiderkäufen.

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Das Unternehmen schüttet eine regelmäßige Dividende aus, die zuletzt im Jahr 2018 insgesamt 1,88 USD je Aktie umfasste. Die Dividende wird einmal pro Quartal ausgeschüttet und es wurden zuletzt rund 75% der erwirtschafteten Gewinne für die Ausschüttung verwendet.

Ein Aktienrückkaufprogramm wurde im Jahr 2018 gestartet. Bis Ende 2020 sollen mindestens 25 Milliarden US-Dollar an Aktien zurückgekauft werden, sofern weiterer Fortschritte beim Schuldenabbau nicht dadurch nicht gefährdet werden und die Ölpreisbedingungen das zulassen.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)

Joel Greenblatt
UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBITReturn on
Capital
in [%]
Earnings
Yield
in [%]
Royal Dutch
Shell plc
5,0%8,715,3%11,5%
Exxon Mobile
Corp.
5,0%13,210,7%7,6%
Chevron Corp.5,8%11,912,4%8,4%
PetroChina Ltd.2,1%13,17,7%7,7%
Total S.A.4,2%8,716,7%11,5%
bp plc3,2%7,014,7%14,3%
OMV AG4,9%4,725,8%21,3%
Rosneft Oil Co.5,1%7,013,2%14,4%
Gazprom Neft
PJSC
12,4%4,624,3%21,7%

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

Im Vergleich zu seinen großen Konkurrenten, ist Shell mit einer guten Kapitalrendite (ROC nach Greenblatt) von 15,3% relativ zu seiner Peer Group günstiger bewertet als diese, erkennbar an einer tendenziell höheren Gewinnrendite (EY nach Greenblatt) von 11,5%.

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https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/roa

Einen genaueren Vergleich von Royal Dutch Sell mit Exxon Mobile, gibt ein Artikel auf The Motley Fool, der hier zu finden ist.

1.5 Segmente und Umsatzverteilung

20172018
SegmentUmsatz in
Mio. USD
Anteil
in [%]
Umsatz in
Mio. USD
Anteil
in [%]
Veränderung
Integrated
Gas
32.674 10,7% 43.764 11,3%+33,9%
Upstream 7.723 2,5% 9.892 2,5%+28,1%
Down
-stream
264.731 86,7% 334.680 86,2%+26,4%
Corporate510,1% 43 < 0,1%-15,7%
https://www.statista.com/statistics/279424/royal-dutch-shells-revenue-by-region/

Shell hat im Geschäftsjahr 2018 rund 1.234 Mio. Barrel an Öl und Gas für den Verkauf gefördert.

Eine Aufstellung der gesamten Produktion und Mengen, findet sich im Jahresbericht hier. Für das Jahr 2018 befindet sich die tabellarische Aufstellung hier zum Download als PDF:

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/revenue

1.6 Wichtige Kennzahlen

https://www.infrontanalytics.com/fe-en/GB00B03MM408/Royal-Dutch-Shell-Plc/market-valuation

Verschuldungsgrad

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201850,7%49,3%
201748,6%51,4%
201645,8%54,2%
201548,3%51,7%
201448,9%51,1%
201356,7%43,3%
201256,5%43,5%
201155,9%44,1%
201050,9%49,1%
200959,1%40,9%
https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/debt-equity-ratio

Gesamtkapital und Gesamtverschuldung

Für die Verschuldung ist hier zu erkennen, das relativ hohe Zinslasten auf dem Unternehmen liegen. Ich beziehe mich hier auf die zu zahlenden Zinsen und berücksichtige nicht das Finanzergebnis mit Zinseinnahmen. Die Auswirkungen einer Erhöhung des Zinssatzes um 2% auf die Unternehmensgewinne, wäre allerdings eine Mehrbelastung die als Risiko zu berücksichtigen ist. 2018 hätte eine derartige Zinserhöhung einen Gewinneinbruch von 10,3% verursacht.

Anzahl ausstehender Aktien

Die Angabe der ausstehenden Aktien erfolgt splitbereinigt.

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
20188.348 +0,6%
20178.299 +5,2%
20167.892 +23,4%
20156.393 +1,3%
20146.312 +0,3%
20136.293 +0,4%
20126.268 +0,7%
20116.222 +1,3%
20106.139 +0,2%
20096.129

In den vergangenen 10 Jahren, ist die Anzahl ausstehender Aktien um rund 3,5% p.a. gewachsen, wenn man hier das geometrische Mittel bildet.

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/shares-outstanding

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
2018388.379 35.2959,1%
2017305.17919.7066,5%
2016233.5915.9122,5%
2015264.9602660,1%
2014421.10525.9956,2%
2013459.59934.1457,4%
2012481.70046.4479,6%
2011484.48951.45210,6%
2010378.15232.1978,5%
2009285.12919.5976,9%

Die operative Marge ist nahezu konstant unter 10% und zeigt gelegentlich starke Ausschläge. Die Schwankungen de Margen sind für die Bewertung nach Peter Lynch eine wichtige Information.

Operative Marge und Nettomarge

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/operating-margin

Ausschnitt der Gewinn- und Verlustrechnung auf morningstar.com, zeigt neben dem EBIT, größere Anteile nicht-operativer Einnahmen und Irregulärer Einnahmen, in diesem Fall in Form von Anlagenverkäufen. Diese Information ist insofern relevant, um ein gewisses Risiko einzuschätzen, dass der Gewinn des Unternehmens unvorhersehbar einbrechen kann, sollten diese ausbleiben oder sich stark Ändern.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
201830.074+103,1%
201714.805+1.086,3%
2016-1.501-140,8%
20153.679-72,1%
201413.190+2.736,6%
2013465-96,6%
201213.664+30,5%
201110.740+2.453,7%
2010410+108,2%
2009-5.028

Das durchschnittliche Wachstum der Free Cashflows lag für die letzten 10 Jahre bei einem Mittelwert (geometrisch) von 26,0% p.a.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
2018202.534+2,4%
2017197.812+4,9%
2016188.511+14,9%
2015164.121-5,0%
2014172.786-14,7%
2013202.534+2,4%
2012197.812+4,9%
2011188.511+14,9%
2010164.121-5,0%
2009172.786

Trotz gelegentlicher Rückgänge, geht der Trend hin zu einem stetig wachsenden Buchwert.

Eigenkapital

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/total-share-holder-equity

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD/Aktie
Earnings
per Share
KGV
20181,882,8011,1
20171,881,5620,5
20161,880,5854,8
20151,880,3076,1
20141,882,3615,6
20131,802,6013,7
20121,724,268,1
20111,684,95
20101,683,28
20091,662,04

Darüber hinaus kündigte der Verwaltungsrat am 31. Januar 2019 eine weitere Zwischendividende für 2018 in Höhe von 0,47 USD je A-Aktie und 0,47 USD je B-Aktie an. Die Gesamtdividende wird auf 3.848 Mio. USD geschätzt und ist am 25. März 2019 an die am 15. Februar 2018 im Register eingetragenen Aktionäre zahlbar. Das Aktiendividendenprogramm wurde mit Wirkung ab dem vierten Quartal 2017 aufgehoben. Die Dividende je Aktie lag damit im Gesamtjahr 2018 bei 1,88 USD.

Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei ca. 12,7. Shell liegt damit aktuell unter seinem eigenen langfristigen Schnitt.

https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/dividend-yield-history
https://www.macrotrends.net/stocks/charts/RDS.B/royal-dutch-shell/pe-ratio

1.7 Aussichten

Unternehmensspezifisch:

Eine bereits bestehende Prognose über einen jährlichen Free Cashflow von 30 bis 35 Milliarden US-Dollar bis 2020 bei einem Brent-Rohölpreis von 60 US-Dollar pro Barrel ein (reales Jahr 2016) wird weiter gehalten. Projektstarts zwischen 2018 und 2020 sollen einen zusätzlichen Cashflow von 5 Mrd. USD aus dem operativen Geschäft generieren, vorausgesetzt der Ölpreis beträgt im Mittel 60 USD pro Barrel. Die Prognosen der freien Cashflows liegen damit in etwa auf dem aktuellen Niveau und gehen von keinen nennenswerten Änderungen aus.

Das Unternehmen rechnet mit 25 bis 30 Mrd. USD an Investitionen pro Jahr bis 2020, wobei 30 Mrd. USD, selbst bei guten Ölpreisen als das Maximum angesehen wird. Weiterhin wird nach Veräußerungen in Höhe von 30 Mrd. USD in den Jahren 2016 bis 2018 wird für 2019 und 2020 mit einem durchschnittlichen Erlös aus Deinvestierungen von mindestens 5 Mrd. USD gerechnet.

Deinvestitionen

Auf OnVista ist hier eine Prognose für Shell und mehrere andere Unternehmen seiner Branche zu finden, die härtere Zeiten bevorstehen sieht und hier ein Artikel über die Bedeutung der 60 USD Marke je Barrel Rohöl.

Für die kommenden 3 Jahre erwarten die Analysten zunächst einen Rückgang der Umsätze und der Gewinne für das Geschäftsjahr 2019. In den Folgejahren sollen sich die Geschäftszahlen aber wieder positiv entwickeln. Der Buchwert soll weiter Wachsen und die finanzielle Stabilität soll sich weiterhin um das aktuelle Niveau bewegen. Weitere Schätzungen sind hier auf finanzen.net zu finden.

https://de.marketscreener.com/ROYAL-DUTCH-SHELL-6273/fundamentals/

Dazu noch ein Artikel des Ratgeber-Aktien, gefunden auf Wallstreet Online:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von wallstreet-online.ratgeber-aktien.de zu laden.

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Und ein Artikel von The Motley Fool:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.fool.de zu laden.

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Gesamtmarkt:

Laut dem im Januar 2019 veröffentlichten Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur wuchs die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2018 um 1,2%. Der durchschnittliche Preis für Rohöl der Sorte Brent lag bei 71 USD pro Barrel, was einem Anstieg von 17 USD je Barrel gegenüber 2017 entspricht.

Eine der Hauptinformationsquellen für den Energiemarkt, ist die Hauptseite der International Energy Agency (IEA). Sie verfügt über die nötigen Ressourcen und veröffentlicht regelmäßig Statistiken, Berichte und Prognosen aller für die Energieversorgung relevanten Bereiche.

Die interessanten Felder sind für eine Betrachtung von Royal Dutch Shell plc,

– Statistiken für elektrische Energie
– Statistiken für Öl
– Statistiken für Erdgas

Die letzte Entwicklung der Investitionen im Bereich Energie ist hier zu finden.

Die IEA veröffentlicht regelmäßig Publikationen für die interessanten Geschäftsbereiche

Zusammenfassend gehen die Prognosen davon aus, dass die Nachfrage nach allen relevanten Energiesorten weiter zunehmen wird. Für Erdgas wird für die nächsten 5 Jahre bis 2024 ein Zuwachs von 10% auf der Nachfrageseite erwartet.

Exxon Mobile sieht bis 2030 eine Entwicklung von Erdgas, hin zum wichtigesten Energieträger noch vor Erdöl. Die Meldung wurde hier veröffentlicht.

Publikationen auf marketsandmarkets.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

SegmentPrognose
GrundölmarktBis 2020 USD 41,68 Mrd. USD; zwischen
2015 und 2020 CAGR 0,95% p.a.
Offshore Produktion
und Lagerung
19,5 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 26,0 Mrd.
USD im Jahr 2024; CAGR von ca. 5,9% p.a.
Wasserstofferzeugung Geschätzten 135,5 Mrd. USD im Jahr
2018 auf 199,1 Mrd. USD 2023; CAGR 8,0% p.a.
Pipeline- und
Prozessdienstleistungen
3,3 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 4,0 Mrd.
USD im Jahr 2024; CAGR 4,3% p.a.
Offshore-Pipelinegeschätzten 11,5 Mrd. USD im Jahr 2018 auf
voraussichtlich 15,8 Mrd. USD bis 2023;
CAGR 6,54% p.a. Dieses Wachstum ist auf die
steigende Nachfrage nach Erdöl und Erdgas
zurückzuführen. insbesondere aus dem
asiatisch-pazifischen Raum und die steigende
Nachfrage nach sicheren, wirtschaftlichen
und zuverlässigen Konnektivitäten.
Prozessölmarkt4,7 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 5,6 Mrd.
USD im Jahr 2023; CAGR 3,6% p.a.
KompressoröleWird für 2018 auf 10,1 Mrd. USD
geschätzt und bis 2023 auf
13,2 Mrd. USD; CAGR 5,6% p.a.
Spezialprodukte für
Schmierölraffinerie
Wird für 2018 auf 10,4 Mrd. USD
geschätzt und bis 2023 auf 11,3 Mrd. USD;
CAGR 1,8% p.a.
Offshore-
Stilllegungen
Prognose von 2017 bis 2025 – Zuwachs 5,05%
p.a.; bis 2022 ein Marktvolumen von 8,76
Mrd. USD
Kautschuk-Prozessöl1,91 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 2,33
Mrd. USD im Jahr 2023; CAGR 4,1% p.a.
Getriebeöl2016 mit 7,32 Mrd. USD bewertet bis
2022 8,58 Mrd. USD; CAGR 2,69% p.a.

Die Prognosen behandeln zum Teil Bereiche, in denen Shell nicht direkt aktiv ist, die das Geschäft aber berühren oder von Interesse sein können. Es handelt sich um einen Ausschnitt und nicht um alle vorhandenen Prognosen.

Weitere interessante Daten sind auf ourworldindata.org zu finden.

Interessante Artikel zu den Themen Rohöl und Erdgas auf Seeking Alpha:

Dazu noch zwei Artikel aus dem Wall Street Journal:

1.8 Einteilung nach Peter Lynch

Die Margen von Shell schwanken sehr stark, nach Peter Lynch handelt es sich bei diesem Unternehmen um einen Zykliker. Die empfohlene Strategie für Shell wäre demnach beim durchschnittlichen Margentief zu kaufen und beim Margenhoch zu verkaufen.


1.9 Levermann Score

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WertPunkte
1Eigenkapitalrendite10,4%0
2EBIT-Marge7,7%0
3Eigenkapitalquote50,7%+1
4Kurs-Gewinn-Verhältnis12,3+1
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)33,6-1
6AnalystenmeinungHold (1,31)-1
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(FTSE 100)
-5,0%-1
8Gewinnrevision-1,20%-1
9Kursverlauf der letzten 6 Monate-8,4%-1
10Kursverlauf der letzten 12 Monate-6,7%-1
11TrendumkehrNein0
12ReversaleffektKeiner0
13Erwartetes Gewinnwachstum-14,2%-1

Large-Cap. <= 2 = VerkaufenGesamt-5

1.10 Piotroski F-Score

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WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnJa1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrJa1
6Current Ratio höher als im VorjahrJa1
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Nein0
8Bruttomarge höher als im VorjahrJa1
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt8

2. Detailanalyse

2.1 SWOT – Analyse

Stärken:

  • Die Royal Dutch Shell plc ist global stark vertreten und eine der größten Marken seiner Branche. Das geht einher mit einem großen und gut ausgebauten Infrastrukturnetz aus Tankstellen, Raffinerien und Transportwegen. Dazu hat Shell eine starke Explorationskapazität und im Vergleich zu kleineren Konkurrenten einen veritablen Größenvorteil. Daraus ergibt sich eine starke und schwer angreifbare Marktposition.
  • Im Geschäft mit flüssigem Erdgas (LNG) ist Shell sogar Weltmarktführer.
  • Das Unternehmen ist auf technischem Gebiet unter den Führenden Firmen, wie beispielsweise die „Prelude FLNG“ Plattform zeigt, die weltweit erste schwimmende Anlage zur Förderung, Verflüssigung, Lagerung und Umschlag von Erdgas. Darum investiert Shell auch in eigene Forschungen und Entwicklungen. Die Erforschung von Biokraftstoffen, Solarenergie, Windkraft und Energie aus Wasserstoff hilft der Organisation, sich in einem Markt zu diversifizieren, in dem ökologische Probleme immer wichtiger werden, und befasst sich auch mit Fragen der Langlebigkeit fossiler Brennstoffreserven.
  • Shell ist ein Unternehmen, dass in seiner Geschichte bereits Wandlungen erfolgreich vollzogen hat und sich nun auf ein neues Ziel konzentriert, dem Geschäft mit nachhaltiger Energie, in das das Unternehmen nun expandieren will. Allgemein hat das Unternehmen eine sehr erfolgreiche Historie bei Firmenübernahmen und deren Integration.
  • Das Geschäft von Shell bedient sowohl Unternehmen als Kunden, als auch Einzelpersonen, zum Beispiel über das Tankstellengeschäft.
  • Shell hat Gelegenheiten genutzt, um strategische Partnerschaften zu entwickeln. So liefert Shell beispielsweise CO2, das ein Nebenprodukt des Raffinerieprozesses ist, an niederländische Tomatenbauern, die zuvor Heizgeräte verwendet hatten (eine höhere CO2-Konzentration in Gewächshäusern beschleunigt das Tomatenwachstum).
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Schwächen:

  • Royal Dutch Shell plc muss sich in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt behaupten. Dementsprechend kann das Unternehmen nur relativ niedrige Margen verdienen und hat kaum Möglichkeiten in seiner angestammten Branche zu wachsen.
  • Die Suche nach alternativen Energien von mehreren Öl- und Gasunternehmen wie auch Shell geht in Richtung der Entwicklung von Technologielösungen, mit denen mehr als 30% ihrer Energieressourcen für die Zukunft zurückgewonnen werden können. Dies sind sehr kostspielige Optionen, die sich auf die Einnahmen des Unternehmens auswirken. Auch die Exploration neuer Vorkommen ist ein kostspieliges Unterfangen.
  • Shell musste seine Ölreserven zweimal hintereinander kürzen. Das erste mal, als die Reserven in Nigeria verloren gingen, als sie ihre Reserven um 3,9 Mrd. Barrel reduzierten, was einem Fünftel der gesamten Bestände ausmachte. Das zweite Mal auf dem norwegischen Erdgasfeld Ormen Lange, das Lagerbestände von rund 150 Mio. Barrel gelagert hatte.
  • Shell hat beinahe regelmäßig mit Konflikten zu Kämpfen. Dabei handelt es sich meistens um Preiskämpfe mit den Wettberwerbern, der Übernahme von Verantwortung bei Unfällen, oder der Klage über diskriminierender Preise für Kunden. Dazu kommen Rechtsstreitigkeiten und Vorwürfe des Verstoßes gegen Menschenrechte und der Vernachlässigung des Umweltschutzes. Daraus resultiert eine Beschädigung des Images.
  • Als Energieunternehmen mit dem Hauptgeschäft auf Erdöl und Erdgas, ist Shell abhängig von den Weltmarktpreisen dieser Rohstoffe. Bei längerfristig niedrigen Preisen, können die Finanzen der Firma schnell erodieren.

Chancen:

  • Von einer größer werdenden Nachfrage an Erdgas, könnte Shell in hohem Maße profitieren. Hier wären auch die Bestrebungen hauptsächlich Europäischer Länder zu nennen, aus der Kohle-Verstromung auszusteigen. Die Substitution dieser Kraftwerke mit Erdgas ist eine Möglichkeit.
  • Shell hätte auch die Möglichkeit sich über Joint Ventures in andere Bereiche der Energiebranche zu begeben und über seine Marktposition im Segment Erdgas über Serviceleistungen weitere Geschäfte zu akquirieren. Gerade für Erdgas, ergibt sich durch die bereits erwähnte Floating Liquefied Natural Gas (FLNG) Technologie die Chance, auf schwer erschließbare Gasfelder Zugriff zu bekommen.
  • Das Unternehmen hat eine Reihe von Plänen für alternative Energieoptionen und bereits damit begonnen Investitionen zu tätigen, um in Zukunft alternative Energieoptionen zu entwickeln. Shell hat auch in zukünftige nachhaltige Verkehrssysteme, intelligente Städte und umweltfreundliche Kraftstoffe investiert und könnte bei Erfolg in großem Maße von diesen profitieren.
  • die US Energy Information Administration (EIA), hat bis 2040 eine Zunahme des Energiebedarfs um rund 40% prognostiziert. Diese Entwicklung spielt Shell direkt in die Hände und erlaubt hier auch in Zukunft von einer hohen Nachfrage zu profitieren.
  • Strategische Zusammenschlüsse wie mit der der BG Group plc im Jahr 2016 , wodurch eine starke Beteiligung an der Küste Brasiliens und Australiens erzielt wurde, hat Shell die Möglichkeit sich weitere Rohstoffreserven zu sichern.
  • Mit seinem Fokus auf erneuerbare Energien und einem stärker werdenden Engagement in diesen Sektoren, darunter auch die mögliche Entwicklung vom Öl und Gas-Unternehmen hin zu einem Energieunternehmen mit Stromangebot, kann Shell sein Image nach außen deutlich verbessern und für mehr Kundenakzeptanz sorgen. Zeitgleich kann mit diesen Investitionen und Entwicklungen das Produktportfolio weiter diversifiziert werden und neue Geschäftsfelder erschlossen werden.

Über die Expansion von Shell in den Markt für elektrische Energie, gibt es hier einen Artikel aus dem Handelsblatt.

Risiken:

  • Wie bei allen global agierenden Unternehmen, ist Shell allgemeinen Markt- und Währungsrisiken ausgesetzt, ebenso wie unterschiedlichen Juristiktionen und Auflagen. Regierungs- und Umweltgesetze könnten die Förderung und Exploration von Öl oder Gas negativ beeinflussen und dem Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten bereiten.
  • Das Aufkommen neuer Wettbewerber ist aufgrund der hohen Anfangskosten und der niedrigen Margen zwar unwahrscheinlich, aber Shell sieht sich in seinem Hauptgeschäft einer starken Konkurrenz durch mehrere große Mitbewerber gegenüber. Marktanteile können hier nur unter hohen Mühen oder Preiskämpfen gewonnen werden, aber das auch nur unter nicht akzeptablen Kosten.
  • Die hohe Abhängigkeit von Ölpreis, ist hier eines der gängigsten Risiken. Die eigenen Prognosen von Shell für seine Finanzzahlen, werden immer unter der Einschränkung eines mittleren Ölpreises von 60,00 USD pro Barrel gemacht.
  • Die Förderung von Öl und Erdgas ist ein mitunter gefährliches Unterfangen und Shell musste bereits schwere Katastrophen erleben. Die Gefahr von Unfällen auf Bohrplattformen, Raffinerien oder auf dem Transportweg, können neben den schweren Imageschäden auch zu finanziellen Desastern werden.
  • Mit zunehmendem Energiebedarf wird sowohl in der Produktion als auch vorgelagert ein Anstieg des Kohlendioxidausstoßes erwartet, der für Shell beherrschbar sein muss. Mit der zunehmenden Diskussion um die möglichen Auswirkungen, sehen sich Shell und alle anderen Energieunternehmen zunehmender Kritik ausgesetzt.
  • Mit einen Investitionen in alternative Energien, könnte sich Shell auch ungewollt dem Vorwurf des „Greenwashings“, der medienwirksamen herausstellung eines möglichst umweltbewussten Profils bei gleichzeitiger Beibehaltung des traditionellen Öl und Gas-Geschäfts, gegenüber sehen.
  • Die geplante Transformatin von Shell, von einem Unternehmen der klassischen Öl und Gas-Förderung, hin zu einem Energieunternehmen mit einem breiten Fokus auf Elektrizität, könnte inhärente Risiken bergen. Über die weiterhin vorhandene Notwendigkeit von Öl für die industrialisierte Welt, wurde hier im Forbes Magazine ein Artikel veröffentlicht, mit einer kritischen Sicht auf das Vorhaben von Shell.

S&P Global Market Intelligence hat ebenfalls einen interessanten Artikel zu Shell veröffentlicht, der hier zu finden ist.

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2.2 Bewertungsverfahren

Für die Bewertung von Shell, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand der selben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Da Shell ob seiner Größe und des konkurrenzstarken Marktes nur in sehr geringem Maß wachsen kann, und die Zeit die für die Tilgung von Fremdkapital nötig wäre in beiden betrachteten Fällen, die Deckung der langfristigen Schulden durch die Gewinne zum einen und die Deckung der Gesamtschulden durch die Gewinne zu anderen, sehr hoch ist, kommt die Managementleistung nur auf 37%. Diese Bewertung könnte als Beispiel mit den Managementleistungen anderer Unternehmen der selben Branche verglichen werden, um festzustellen ob ein relativer Vorteil für Shell besteht.

Return on Assets, Return on Equity und Return on Investment

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

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Royal Dutch Shell plc wird aktuell mit einem KGV von ca. 12,3 bewertet und liegt damit in einem Rahmen, in dem das Bewertungsverfahren mittels fairem KGV angewendet werden kann. Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Da Shell bereits lange am Markt ist und zwar regelmäßig Schwankungen unterliegt aber eine erfolgreiche Geschichte vorzuweisen hat, unterstelle ich dem Unternehmen ein Sockel KGV von 7,00. Das niedrigste KGV der letzten 10 Jahre lag für Shell bei ca. 4,1.

Bei der Marktposition gehe ich eine konservativere Schätzung über den Wettbewerb ein und rechne mit 5 Porter Punkten für einen sehr starken Wettbewerb.

Ich rechne langfristig mit einem Gewinnwachstum von 5% und nehme diesen Wert für die Berechnungen an.

Shell hat solide Finanzen, einen guten Markennamen, eine globale Präsenz und Größe mit einem Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Konkurrenten und eine technologische Spitzenposition. Diese Umstände honoriere ich mit einem Aufschlag von 2,0 auf das Sockel KGV.

Ergebnis: Damit komme ich auf ein mögliches faires Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,72. Bezogen auf die aktuellen Gewinne, entspricht das einem theoretischen fairen Wert von 35,57 USD je Aktie. Da aber mit rückläufigen Gewinnen im kommenden Jahr 2019 gerechnet wird, ergibt sich mit Bezug darauf ein theoretischer fairer Wert von 30,53 USD je Aktie. Diese Ergebnisse berücksichtigen noch keine Sicherheitsmarge.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis

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Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten.

Als risikofreien Zinssatz, habe ich die aktuellen Renditen auf 10 jährige US Staatsanleihen herangezogen. Deren Kupon liegt im Moment bei ca. 1,8%.

Ergebnis: Das theoretische faire Kurs-Buchwert-Verhältnis für Shell liegt nach meiner Berechnung bei 1,23. Daraus errechnet sich ein möglicher fairer Wert von 29,77 USD je Aktie. Wie zuvor auch hier ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis.

Ich rechne hier auf lange Sicht, mit einem EPS-Wachstum von rund 8,0% im Mittel pro Jahr. Als KGV für die Berechnung habe ich mich am mittleren KGV von Shell orientiert und den Wert mit 12,7 angenommen. Ich rechne standardmäßig mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0% p.a., dem niedrigsten Renditewert, den ich von einem Investment erwarte.

Ergebnis: Für die von mir getroffenen Annahmen, errechne ich einen theoretischen fairen Wert von 24,69 USD je Aktie, bezogen auf das Nachsteuerergebnis. Eine Sicherheitsmarge ist hier noch nicht berücksichtigt.

2.2.5 Dividendendiskontierung

Bei diesem Verfahren, berechne ich den theoretischen fairen Wert des Unternehmens, bzw. seiner Aktien, mittels der abgezinsten und aufsummierten Dividenden, die über die Zeit der Prognose ausgeschüttet werden. Ich muss hier eine Annahme für das mögliche Dividendenwachstum vornehmen. wie immer bei Schätzungen, versuche ich den Wert möglichst konservativ zu treffen.

Ich habe hier mit einem möglichen Dividendenwachstum von 2,0% im Mittel und pro Jahr gerechnet und einem Abzinsungsfaktor von 12,0%. Für den Terminal Value, gehe ich von 5,0% Dividendenwachstum pro Jahr aus mit einem moderateren Abzinsungsfaktor von 10,0%. Bei den Schätzungen, habe ich mich an den Annahmen der Analysten orientiert und wiederum ein möglichst konservative Annahme getroffen.

Ergebnis: Für die von mir angenommenen Variablen, errechne ich einen theoretischen fairen Wert von 25,99 USD je Aktie.

2.3 Zusammenfassung und Fazit

Die Royal Dutch Shell plc ist einer der großen Namen im Energiesektor und unter den Top 10 der Öl und Gas Exploratoren mit einer langen und erfolgreichen Geschichte. Der stärkste Wettbewerbsvorteil des Unternehmens dürfte nach meiner Ansicht, neben seiner Größe der Name des Unternehmens sein, eine Marke die weltweit bekannt ist, ebenso wie das Symbol des Unternehmens. Mit dem Namen ist auch ein gewisses Image verbunden, worin aber eine der Schwächen von Energieunternehmen im allgemeinen liegt: Es kommt immer wieder zu Imageschäden. Durch seine Größe hat Shell auch eine Medienpräsenz, die insbesondere bei Negativberichten nicht zum Vorteil der Firma ist. Die Unternehmensgröße bietet aber auch einen relativ soliden Schutz vor kleineren Wettbewerbern und in einem von starker Konkurrenz geprägten Markt wie Rohöl und Erdgas, hat Shell damit eine schwer angreifbare Position. Die technische Expertise von Shell ist nach meiner Ansicht ebenfalls ein Vorteil, wenn auch kein übermäßig starker, auch andere Unternehmen dieser Branche sind technisch fit. Diese technische Leistungsfähigkeit ist deswegen erwähnenswert, das Shell gerade an einem großen Umbau arbeitet und sein Kerngeschäft auf den bereich elektrische Energie durch Wind- und Solar erweitern will. Sollte das gelingen und technisch wie organisatorisch machbar sein, wäre hier ein großes Potential für Shell zu heben. Das Risiko dabei ist allerdings nach meiner Meinung nicht zu unterschätzen, denn sollten sich die Projekte in die Shell investiert nicht rentieren, kann das einen erheblichen finanziellen Schaden beim Unternehmen anrichten, von der Rufschädigung ganz zu schweigen. Eine mögliche Subventionierung sehe ich kritisch, da es sich damit immer um eine Wettbewerbsverzerrung handelt und nicht auf die Effizienz einer technologischen Lösung zurückzuführen ist. Diese Entwicklung wäre der wichtigste Punkt der zu beobachten wäre. Zuletzt ist Royal Dutch Shell aber auch ein guter Dividendentitel und mit einer aktuellen Rendite von ca. 6,6% solide finanzierter Ausschüttungen bei einer moderaten KGV Bewertung von ca. 12,0 ein interessantes Investitionsziel für Investoren mit Interesse an Kapitalflüssen. Immerhin, das Kerngeschäft mit Öl und Erdgas wird auch in Zukunft noch gebraucht und gerade die Entwicklungsländer haben einen wachsenden Bedarf an günstiger Energie. Damit ist im Kern das Unternehmen gut aufgestellt und nach meiner Bewertung solide finanziert.

Unter Berücksichtigung der von mir verwendeten Bewertungsverfahren, sehe ich eine Preisspanne der Shell Aktie die ich als fair betrachten kann, zwischen 25,00 und 30,00 USD je Aktie. Wenn ich eine Sicherheitsmarge von 25% mit in meine Überlegungen aufnehme, liegt ein fairer Korridor zwischen 18,75 und 22,50 USD je Aktie.

Fazit: Auch wenn mit dem Umbau des Unternehmens Risiken bestehen, die jeder für sich selbst abwägen muss, sehe ich Shell auch in Zukunft noch unter den Hauptlieferanten für Energieträger. Das Unternehmen verkauft Produkte, die in zunehmendem Maße in anderen Teilen der Welt gebraucht werden, um dort den Aufstieg der Volkswirtschaften anzutreiben. Grundsätzlich sehe ich den Schritt in ein neues Marktfeld positiv und ich werde die Entwicklung die Shell hier nimmt weiter beobachten und mir ein möglichst genaues Bild der Lage, der Rentabilität der Projekte und der Managemententscheidungen machen. Das Chancen-Risiko Verhältnis sehe ich von meinem Standpunkt aus als ausgeglichen.

Dazu habe ich noch zwei Artikel auf Seeking Alpha gefunden, Einmal eine Meldung über eine Aufwertung von Shell durch JP Morgan und zum Anderen einen Artikel mit einer zweiten Meinung über die Entwicklung des Unternehmens enthält.

https://www.gurufocus.com/stock/RYDAF/summary

https://beta.simplywall.st/stocks/de/energy/etr-r6c/royal-dutch-shell-shares#dividend

Ich hoffe diese Analyse war interessant zu lesen.

Peter Merkle

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