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Parker-Hannifin Corp. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zur Parker Hannifin Corporation. Am Ende des Artikels ist auch ein Podcast zu finden.

Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
    • 1.7 Aussichten
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
      • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
      • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
      • 2.2.6 Dividendendiskontierung
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

Alle relevanten Finanzzahlen sind hier auf der Hauptseite der Securities and Exchange Commission zu finden.

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – Parker-Hannifin Corp.

Die Parker-Hannifin Corporation ist ein international tätiges Unternehmen mit Schwerpunkt Maschinenbau. Die Firma stellt unter anderem hydraulische und pneumatische Systeme und Komponenten her, die in Industriemaschinen, militärischem Gerät, Kraftfahrzeugen, sowie Luft- See- und Raumfahrzeugen Verwendung finden. Parker Hannifin ist eines der größten Unternehmen der Welt im Bereich der Motion-Control-Technologien und seine Produkte bedienen die Bedürfnisse von über 800 Branchen, über Luft- und Raumfahrt, Seefahrt, Klimatechnik, Elektromechanik, Filtration, Flüssigstoff- und Gastransport, Prozesssteuerung, sowie Abdichtung und Abschirmung und viele weitere. Das Unternehmen produziert sowohl Originalteile als auch Komponenten für die Nachrüstung und Wartung. Die Parker-Hannifin Corporation hat heute ihren Hauptsitz in Cleveland, im U.S. Bundesstaat Ohio und wird seit 1964 unter der ISIN US7010941042 an der New York Stock Exchange gehandelt und ist im S&P 500 Index gelistet. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei etwa 22,5 Mrd. USD. Das Unternehmen schüttet seit 70 Jahren eine quartalsmäßige Dividende an seine Aktionäre aus und hat seine Dividenden bereits 63 Jahre in Folge, Quartal für Quartal erhöht. Damit trägt die Parker Hannifin Corp. den Titel eines Dividendenkönigs. Ein Artikel dazu konnte hier auf suredividend.com gefunden werden.

Hier noch ein Artikel zu Dividendenaristokraten, erschienen am 20.09.2019 auf The Motley Fool.

Heute gliedert das Unternehmen seine Tätigkeiten in zwei Hauptsegmente:
Das Industriesegment bietet Bewegungssteuerungssysteme und -teile für Hersteller in den Bereichen Landwirtschaft, Verpackung, Verarbeitung und militärische Ausrüstung sowie für die Bereiche Heizung, Kühlung und Klimatisierung, ebenso für den Automobilmarkt. Zu den in diesem Segment hergestellten Produkten zählen Hydraulik- und Pneumatikzylinder, Pumpen, Motoren, Flüssigkeitsfilter, Schlaucharmaturen und Schläuche, sowie Ventile.
Das Luft- und Raumfahrtsegment des Unternehmens produziert Teile und Systeme für Militär- und Verkehrsflugzeuge, sowie für Raum- und Wasserfahrzeuge. Systeme für die Betankung an Bord, die Bugradlenkung, die Temperaturregelung und die Kryotechnik stammen aus diesem Unternehmensbereich.

Von diesen Hauptsegmenten ausgehend, gliedert Parker Hannifin sich weiter auf in insgesamt 65 Abteilungen, je nach Schwerpunkt und teilweise sogar nach Region. Beispielsweise unterhält das Unternehmen eine Abteilung für Pneumatik und eine weitere Abteilung für Pneumatik für die Region Europa. International verfügt die Firma in 55 Ländern über Niederlassungen und vereint unter ihrem Namen ganze 48 Marken. Mit seinen „Parker Stores“, operiert das Unternehmen sogar im Einzelhandel.

Abteilungen von Parker-Hannifin; https://www.parker.com/portal/site/PARKER/
Arthur Parker und Helen Parker 1927

Gegründet wurde Parker Hannifin bereits im Jahr 1917 durch den Ingenieur und Erfinder Arthur L. Parker unter dem Namen Parker Appliance Company in Ohio. Das Geschäft befasste sich zu dieser Zeit mit der Herstellung pneumatischer Bremsen für Busse, Lastkraftwagen und Züge, die von Parker selbst erfunden wurden. 1919 stürzte Parkers LKW mit dem gesamten Inventar des Unternehmens eine Klippe hinab, sodass er in seine vorherige Anstellung zurückkehren musste. Aber im Jahr 1924 gründete Parker die Parker Appliance Company neu. Der Automobilmarkt ist seit 1911 ein einträglicher Markt, als Henry Ford das Modell Tin Lizzi in großer Stückzahl auf den Markt brachte und damit das Automobil für die breite Bevölkerung erschwinglich wurde. Bis 1927 stellte das Unternehmen bereits Produkte für die aufkommende Luftfahrtindustrie her und Arthur Parker hatte sich einen Ruf für herausragende Qualität erarbeitet. Pioniere wie Donald Douglas von der Douglas Aircraft Company und Robert Gross von Lockheed gehörten zu Kunden und verließen sich auf die Hydraulikkenntnisse von Arthur Parker und seinem Unternehmen. Vor seiner historischen Atlantiküberquerung verlangte Charles Lindbergh, dass sein Flugzeug, die Spirit of St. Louis, mit Komponenten von Parker ausgerüstet wird. Parker steuerte das System bei, das die 16 Treibstofftanks des Flugzeugs verband. Die Expansion von Parker Hannifin in die Luftfahrt, bewahrte das Unternehmen vor den Folgen der großen Depression, die auf den Börsencrash von 1929 folgte.

Obwohl das deutsche Reich 1938 als aussichtsreich und technisch fortgeschritten galt, verzichtete Arthur Parker darauf, sein Unternehmen dorthin auszudehnen, da er sich bereits zu diesem Zeitpunkt in seiner Annahme bestätigt sah, dass man sich dort für einen Krieg rüstete. Im selben Jahr, wurde aus der Parker Appliance Company eine Aktiengesellschaft.

Während des 2. Weltkriegs (1939 – 1945), boomte das Geschäft für Parker Hannifin. Besonders wichtig waren dabei die Komponenten für Gerät, dass für die U.S. Air Force produziert wurde. Als Präsident Franklin Roosevelt im Dezember 1941 Japan und seinen Verbündeten den Krieg erklärte, setzten Patente der Parker Appliance Company Standards für Komponenten von Militärflugzeugen wie Hydraulikrohrkupplungen, Kraftstoffsystemventile und Pumpen. Nach Arthur Parkers Tod 1945 und dem Kriegsende ging das Unternehmen aufgrund des plötzlichen Auftragsrückgangs beinahe in Konkurs. Parkers Ehefrau, Helen Parker, übernahm die Leitung des Unternehmens und verhinderte den Bankrott. Sie stellte eine neue Geschäftsführung ein und richtete das Unternehmen wieder auf die industrielle Fertigung aus. Unter dem neuen Präsidenten S. Black Taylor und seinem Geschäftspartner Robert Cornell, wurde der Umbau weg von der reinen Rüstungsproduktion durchgeführt. Das Ziel war es, die Geschäfte mit der Regierung zu verringern, dabei aber gleichzeitig den Umsatz zu steigern und als führende Partei, freundliche Akquisitionen durchzuführen, um im Bereich der Fluidtechnik immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

In der Nachkriegszeit begann auch das Interesse des Unternehmens an der Automatisierung. Für dieses Gebiet wurden die pneumatischen und hydraulischen Systeme von Parker ein essentieller Bestandteil und das Unternehmen setzte führende Standards im Bereich der Gummidichtungen. Ein spezieller Fokus und eine Neuheit, wurde die Produktion von Ersatzteilen, die bei beweglichen Systemen einem permanenten Verschleiß unterliegen. Das Unternehmen verfolgt seit jeher eine Praxis, standardisierte Komponenten herzustellen, die leicht austauschbar sind.

1957 erwarb die Parker Appliance Company die Hannifin Corporation aus Des Plaines, Illinois. Das relativ kleine Unternehmen Hannifin stellte Hydraulik- und Druckluftzylinder sowie Pressen und andere wichtige Produkte für Flüssigkeits-, Gas- oder Luftdrucksysteme her, die in zwei Werken, eines in Ohio und ein zweites in Illinois, gefertigt wurden. Die Parker Appliance Company wurde nun zur Parker Hannifin Corporation. Entsprechend der Firmenpolitik wurden die ehemaligen Hannifin-Kunden nun Kunden des gesamten Konzerns. Auch im Einklang mit der Unternehmenspolitik wurde bei der Neuerwerbung sichergestellt, dass es keine Konkurrenz für die von Kunden hergestellten Originalausrüstungen geben würde. Keiner der Geschäftsbereiche von Parker Hannifin hat jemals mit identischen Teilen mit seinen Kunden konkurriert.

In den 1960er Jahren begann schließlich die internationale Expansion des Unternehmens. Dafür wurden profitable Unternehmen übernommen. In dieser Zeit entwickelte sich vor allem das Geschäft für die Luft- Und Raumfahrt sehr gut. Ab 1964 wurden Parker Hannifins Aktien unter dem Ticker-Symbol PH erstmals an der New Yorker Börse gehandelt und 1966 gelangte das Unternehmen auf die Fortune 500-Liste. 1968 wurde der scheidende Präsident Robert Cornell von Patrick Parker, dem Sohn des Gründers, abgelöst. Parker arbeitete bereits seit 1953 bei Parker Hannifin. Von 1971 bis 1983 diente Patrick Parker als CEO sowie von 1977 bis 1999 als Chairman. Unter seiner Führung wurde auf die Ausbildung des Personals eine enorme Anstrengung verwendet. Die Apollo 11, die bei der ersten Mondlandung 1969 zum Einsatz kam, enthielt unter anderem Bauteile von Parker Hannifin.

Mit Beginn des Jahres 1970, begann das Unternehmen damit wieder im Automobilsektor zum expandieren, um in einem weniger zyklischen Bereich als der Luft- und Raumfahrt einen besseren Stand zu haben. Der Auslöser war die einsetzende Wirtschaftskrise. Bis 1979 hatte Parker Hannifin 40 Akquisitionen vollzogen und der Automobilmarkt wurde in dieser Zeit zur treibenden Kraft für das Unternehmen. Ein weiterer Trend der sich positiv für Parker Hannifin entwickelte, war die Einführung strengerer Wartungsauflagen für die Luftfahrt, die einen größeren Bedarf an Ersatzteilen und kompletten Hydrauliksystemen bedeuteten. 1984 trat Paul Schloemer die Nachfolge von Patrick Parker als CEO und President an. Unter der Neuen Firmenleitung trat 1984 mit Schrader Bellows in die unerschlossenen Bereiche der Industriefilter und Pneumatik ein, sowie in die elektromagnetische Bewegungssteuerung, mit der Übernahme von Compumotor im Jahr 1986. In den 1980er Jahren nahm Parker Hannifin auch das Geschäft im Biomedizinischen Bereich auf, als Ergebnis eigener Forschung und Entwicklungsarbeit. Diese Sparte wurde aber nur bis 1990 bewirtschaftet.

Im November 1989 verkaufte Parker Hannifin seine drei Geschäftsbereiche für Kfz-Aftermarket-Komponenten an eine Investorengruppe unter der Leitung des Präsidenten der Parker Automotive Group, produziert aber weiterhin Ersatzteile für Kraftfahrzeuge. Parker Hannifin veräußerte im Januar 1990 auch seine kleine biomedizinische Gruppe. Diese Sektoren wurden verkauft, um dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich auf seine Kernmärkte für Bewegungssteuerung zu konzentrieren. Vorausschauende strategische Planung, Forschung auf dem neuesten Stand der Technik, Bestandskontrolle, die ein effizientes Auffüllen des Auftragsbestands und neuer Aufträge ermöglicht, zeichnen die Strategie von Parker Hannifin aus. 1993 eröffnete Parker Hannifin sein erstes „ParkerStore“-Einzelhandelsgeschäft in Cleveland. Innerhalb von 10 Jahren wuchs das ParkerStore-Netzwerk auf 200 Standorte in den USA und über 400 Standorte weltweit an. ParkerStores bieten eine Vielzahl von Parker Produkten, darunter Hydraulik- und Automatisierungskomponenten sowie Schläuche und Fittings. Die Standorte sind in der Nähe von Industriegebieten und bieten Käufern vor Ort industrielle Produkte.

Muster eines ParkerStores

2001 präsentierte CEO Don Washkewicz die neue Win-Strategie des Unternehmens, um die Betriebsabläufe mit Lean-Startup-Methoden zu straffen. In den darauffolgenden Jahren wurden schlanke Abläufe in jedem Bereich von Parker Hannifin umgesetzt, sodass die Dauer der Angebotserstellung um 60 % und die Vorlaufzeiten für die Produktentwicklung um 25 % verkürzt werden konnten.

http://blog.parker.com/a-new-strategy-to-win

2005 verstarb der ehemalige CEO und Chairman, Patrick Parker.

2016 vollzog Parker Hannifin mit dem Kauf von Clarcor, einem Hersteller von Filtrationssystemen, seine bisher größte Übernahme und ist heute eines der führenden Maschinenbauunternehmen. Sein herausstechendes Merkmal, ist der Stolz auf die konstant hohe Qualität seiner Produkte. Das Unternehmen ist international aktiv, mit Niederlassungen und Tochterunternehmen überall auf der Welt, sowie einem großen Kundenstamm. Eine detailliertere Betrachtung des Unternehmens ist hier auf encyclopedia.com zu finden und eine vollständige historische Betrachtung des Unternehmens bietet das E-Book „Parker-Hannifin A Winning Heritage„, welches hier zum Download zur Verfügung steht:

Auf der Hauptseite von Parker Hannifin, steht außerdem eine Zusammenfassung der über 100 jährigen Firmengeschichte zur Verfügung, neben einem interaktiven Histogramm. Das E-Book „Parker Hannifn´s 100-Year Journey“ ist hier zum Download verfügbar.

Wichtige Tochterunternehmen der Parker-Hannifin Corp.:
Bertea Corp.; Brownsville Rubber Co., Inc. (Mexico); Crossroads Realty, Inc.; Parker-Hannifin Disc Co.; Parker-Hannifin International Corp.; Parker-Hannifin (Canada) Limited; Parker-Hannifin N.V. (Netherlands); Parker-Hannifin SpA (Italy); Parker-Hannifin RAK SA (France); Fernand Grando SA (France, 80%); Parker-Hannifin (Espana) SA (Spain); Parker-Hannifin (U.K.) Ltd.; Parker-Hannifin (Africa) Pty. Ltd. (South Africa); Parker-Hannifin Argentina SAIC; Parker-Hannifin (Australia) Pty. Ltd.; Parker-Hannifin do Brasil Industria e Comm. Limitada (Brazil); Parker-Hannifin Sweden AB; Parker-Hannifin Japan Ltd.; Parker-Hannifin Singapore Ltd.; VSI de Puerto Rico, Inc.; Airborne Mfg. Co.; Clark-Feather Manufacturing Co.; Ermeto Armaturen GmbH (Germany); Jackes-Evans of Mississippi, Inc.; Airborne Electrosystems, Inc.; Airborne International, Inc.; Airborne Support Systems, Inc.; JB Systems, Inc.

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Management:

Amtierender Chief Executive Officer (CEO) und Vorstandsvorsitzender (Chairman) der Parker Hannifin Corp. ist der amerikanische Geschäftsmann Thomas L. Williams, Alter 60 Jahre. Er wurde im Februar 2015 zum neuen CEO berufen und übernahm im Januar 2016 zusätzlich den Posten des Chariman. Vor seiner aktuellen Position war er Executive Vice President und Operating Officer mit Verantwortung für die Bereiche Luft- und Raumfahrt, technische Materialien, Filtration, Instrumentierung und für die Region Asien-Pazifik, sowie für die Abteilung Strategic Pricing. Er kam 2003 von der General Electric Co. zu Parker Hannifin. Dort war er seit 1981 beschäftigt und bekleidete hier mehrere leitende Positionen. Er ist Mitglied des Board of Directors der Make-a-Wish Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die Wünsche für unheilbar kranke Kinder in die Tat umsetzt, und Mitglied des Board of Directors von Chart Industries, einem weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Ausrüstungen zur Herstellung, Lagerung und Endverwendung von Kohlenwasserstoffen und Industriegasen. Er ist außerdem Mitglied des Kuratoriums der Manufacturers Alliance für Produktivität und Innovation (MAPI), einer führenden Organisation für Unternehmensforschung und Weiterbildung sowie Anwalt für Fertigungsinteressen. Herr Williams hat einen Abschluss in Maschinenbau von der Bucknell University und einen MBA von der Xavier University. Sein Profil ist hier übersichtlich bei Bloomberg zu finden. Positiv ist hier die fachspezifische Ausbildung zu vermerken, sowie die Ausbildung speziell für die Unternehmensleitung.

Seine Bezahlung gliedert sich wie folgt:

Für das Jahr 2019 konnte hier auf morningstar.com eine Auflistung seiner Bezüge gefunden werden, die ein ähnliches Bild zeichnet. Seine Gesamtvergütung für 2019 lag bei rund 17,5 Mio. USD, verglichen mit rund 18,2 Mio. USD 2018. Zwei Punkte fallen hier positiv auf: Die Bezahlung ist konsistent mit der Unternehmensperformance und der sehr hohe Anteil an Aktien mit eingeschränktem Verfügungsrecht. Negativ zu betrachten ist der relativ hohe Anteil an Aktienoptionen in der Vergütung. Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen.

1.2 News – Parker-Hannifin Corp.

04.10.2019 In einem Artikel auf The Motley Fool, unter dem Titel „Die Top-5-Dividendenkönige, die du jetzt kaufen und für immer halten kannst„, wurde Parker Hannifin erwähnt. Der Artikel ist hier zu lesen.

16.09.2019 Die Parker Hannifin Corporation hat heute die Akquisition der Exotic Metals Forming Company LLC für 1,725 Milliarden US-Dollar in bar abgeschlossen. Exotic ist ein Hersteller von innovativen und technisch anspruchsvollen Hochtemperatur-, Hochdruckluft- und Abgasmanagementlösungen für Flugzeuge und Triebwerke. Die Transaktion wird voraussichtlich das organische Wachstum, die EBITDA-Marge, den Gewinn je Aktie und den Cashflow von Parker nach Bereinigung um einmalige Kosten steigern und im fünften Jahr bei fortgesetzter Expansion einen hohen einstelligen ROIC erzielen. Eine entsprechende Meldung kann hier auf der Seite der Investor Relations nachgelesen werden.

06.09.2019 Die Parker-Hannifin Corporation gibt Kreditvereinbarung mit der KeyBank National Association und die erste Änderungsvereinbarung bekannt. Die Kreditvereinbarung sieht eine vorrangige unbesicherte Darlehensfazilität mit verzögerter Laufzeit in Höhe von insgesamt 925 Mio. USD vor. Der Erlös der Term Loan Facility wird, sofern er in Anspruch genommen wird, ausschließlich von der Gesellschaft zur Finanzierung des geplanten Erwerbs des gesamten ausstehenden Kapitals der EMFCO Holdings Incorporated verwendet.

15.08.2019 Die Parker Hannifin Corporation gab bekannt, dass ihr Verwaltungsrat den eingetragenen Aktionären zum 28. August 2019 eine regelmäßige vierteljährliche Bardividende von 88 Cent je Stammaktie beschlossen hat. Die Dividende ist am 13. September 2019 zahlbar. Dies ist die 277. vierteljährliche Dividende des Unternehmens in Folge. Parker hat die jährliche Dividende je Aktie, die den Aktionären in 63 aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren gezahlt wurde, unter den fünf Rekorden mit der längsten Dividendenerhöhung im S&P 500-Index erhöht. Die Meldung erschien hier auf der Investor Relations Seite des Unternehmens.

01.08.2019 Parker-Hannifin Corporation gibt Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2020. Für den Berichtszeitraum erwartete das Unternehmen eine Gewinnprognose pro Aktie im Bereich von 11,38 USD bis 12,18 USD. Für das Gesamtjahr wird nun ein Rückgang des Umsatzes um 1,5% gegenüber dem Vorjahr in einem Bereich von minus 3% bis 0% erwartet. Das erwartete organische Wachstum für das Gesamtjahr wird mit minus 1,5% in etwa der gleichen Größenordnung prognostiziert.

01.08.2019 Parker-Hannifin Corporation gibt Ergebnisergebnisse für das am 30. Juni 2019 abgeschlossene vierte Quartal bekannt. Für das vierte Quartal gab das Unternehmen einen Umsatz von 3.681.467 Mio. USD bekannt, verglichen mit 3.817.477 Mio. USD vor einem Jahr. Der Reingewinn belief sich auf 413,668 Mio. USD gegenüber 353,256 Mio. USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 3,22 USD gegenüber 2,66 USD vor einem Jahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 3,17 USD gegenüber 2,62 USD vor einem Jahr. Im Gesamtjahr belief sich der Umsatz auf 14.320.324 Mio. USD gegenüber 14.302.392 Mio. USD im Vorjahr. Der Reingewinn betrug 1.512.364 Mio. USD gegenüber 1.060.801 Mio. USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 11,63 USD gegenüber 7,98 USD vor einem Jahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 11,48 USD gegenüber 7,83 USD vor einem Jahr.

29.07.2019 Die Parker-Hannifin Corporation hat eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb der Exotic Metals Forming Company LLC von einem Konsortium von Verkäufern für 1,7 Mrd. USD geschlossen. Ein entsprechender Artikel kann hier auf der Investor Relations Seite des Unternehmens gefunden werden. Verkäufer sind Carrington Holdings, LLC, Perry Properties, LLC, Maple Valley Ventures, LLC, Beltrek Enterprises, LLC, Anacortes-Karcher, LLC, Olympic Partners, LLC, South Metro Partners, LLC, Bannock Mountain, LLC, Adler Group, LLC und andere. Der Nettotransaktionswert nach Bereinigung der erwarteten Steuervorteile um ca. 170 Mio. USD beträgt ca. 1,56 Mrd. USD. Die Gegenleistung wird bar, bargeldlos und schuldenfrei gezahlt und unterliegt den üblichen Anpassungen nach dem Abschluss. Zum Abschluss zahlt Parker-Hannifin einen Barbetrag in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar abzüglich eines Treuhandgeldes in Höhe von 5 Millionen US-Dollar, eines maximalen Einbehaltungsbonus von 11,6 Millionen US-Dollar und eines repräsentativen Aufwandsfonds von 0,2 Millionen US-Dollar. Außerdem zahlt Parker-Hannifin beim Abschluss die geschätzte Abschlussverschuldung in bar und überweist oder veranlasst die Überweisung des Anpassungsbetrags für die Hinterlegung der Hinterlegung auf ein von der Hinterlegungsstelle benanntes Treuhandkonto bis spätestens zwei Werktage vor dem Stichtag. Die Parker-Hannifin Corporation plant, die Transaktion durch eine Kombination aus Commercial Paper und einem 4-Jahres-Darlehen zu finanzieren, das zu etwa gleichen Teilen aus Commercial Paper in Höhe von 800 Mio. USD und einem 4-Jahres-Darlehen in Höhe von 900 Mio. USD besteht. Der Erlös aus einer Laufzeitdarlehensfazilität in Höhe von 925 Mio. USD wird zur Finanzierung der Transaktion verwendet. Im Falle einer Kündigung unter bestimmten Umständen zahlt Parker-Hannifin per Überweisung sofort verfügbarer Gelder einen Betrag in Höhe von 55 Mio. USD an Exotic Metals. Nach Abschluss dieser Transaktion plant die Parker-Hannifin Corporation, die Exotic Metals Forming Company LLC als eigenständige Division innerhalb ihrer Aerospace Group zu betreiben, die von Roger Sherrard, Vice President und President Aerospace Group, geleitet wird. Die Transaktion wird voraussichtlich das organische Wachstum, die EBITDA-Margen, das Ergebnis je Aktie (EPS) und den Cashflow der Parker-Hannifin Corporation nach Bereinigung um Einmal-Kosten anregen. Barclays Bank PLC fungierte als Finanzberater und Patrick J. Leddy, Patricia Eschbach-Hall und Benjamin L. Stulberg von Jones Day als Rechtsberater der Parker-Hannifin Corporation. Lazard Frères & Co. LLC fungierte als Finanzberater und Stewart Landefeld und Troy Hickman von Perkins Coie LLP als Rechtsberater der Exotic Metals Forming Company LLC.

23.07.2019 Die Abteilung für Hydraulikpumpen und Antriebssysteme der Parker Hannifin Corporation gab die Einführung der PC3 bekannt, einer Axialkolbenpumpe mit variabler Verdrängung, die für mittelschwere Anwendungen entwickelt wurde. Der PC3 ist eine leistungsstarke, robuste und langlebige Kompaktlösung, die eine breite Palette von Branchen abdeckt, darunter Öl, Gas, Bauwesen, Landwirtschaft, Transportwesen und Materialumschlag. Der PC3 ist in zehn Standard-Hubraumoptionen erhältlich und in drei verschiedenen Rahmengrößen, um Kunden bei der Auswahl der besten Option für ihre mittelschweren Anwendungen zu helfen.

23.05.2019 Die Zylinderabteilung der Parker Hannifin Corporation gab die Einführung des HAS 500 bekannt, eines neuen Hybrid-Antriebssystems. Die Parker Hybrid Actuation System (HAS) -Lösung konsolidiert das gesamte Hydrauliksystem in einer einzigen Komponente, die in den Stellantrieb integriert ist und an einen lokalen Steuerpunkt angeschlossen wird. Auf diese Weise entfällt das zentralisierte Aggregat mit Elektromotor, Pumpenreservoir und zugehörigen Ventilen, und es werden keine Schläuche und Rohre mehr benötigt, die häufig in herkömmlichen Hydrauliksystemen verwendet werden. Dies vereinfacht die Konstruktion und senkt die Gesamtkosten einer Hydraulik System. Der HAS 500 nutzt elektromechanische (EM) Konzepte wie die Verwendung von Flüssigkeitsübertragung, um den Aktuator zu bewegen, um eine Pumpe zu drehen, anstatt eine Schraube zu drehen. Da der Antrieb hydraulisch ist, liefert er die dreifache Leistungsdichte einer vergleichbaren EM-Lösung.

Weitere Nachrichten finden sich hier auf der Presseseite der Investor Relations von Parker Hannifin Corp. und hier auf simplywallstreet.com.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – Parker-Hannifin Corp.

Als eines der führenden Maschinenbauunternehmen, sind eine Reihe großer und bekannter Institutionen und Investoren Aktionäre von Parker Hannifin. Eine Detaillierte Auflistung der Besitzverhältnisse, kann hier auf morningstar.com gefunden werden.

Es finden sich viele bekannte Institutionen unter den größten Anteilseignern, wie die Vanguard Group, Inc., BlackRock Fund Advisors oder JPMorgan Investment Management, Inc. Mit über 7,26%, besitzt The Vanguard Group, Inc. die größte Position am Unternehmen. Bei der Durchsicht der Daten von morningstar.com, mit Datum zum 30.09.2019, fällt keine nennenswerte Gewichtung auf der Käufer- oder Verkäufer-Seite auf. Fonds scheinen aktuell in größerem Stil ihre Anteile zu Verkaufen, Institutionen weisen ein Kauf/Verkauf-Verhältnis von etwa 6/7 auf. Aktuell werden rund 84% aller ausstehenden Aktien von institutionellen Investoren gehalten. 15% der Aktien befinden sich im öffentlichen Umlauf und rund 1% wird von Insidern des Unternehmens gehalten.

Eine Dividende wird einmal pro Quartal ausgeschüttet und betrug zuletzt 0,88 USD für das Quartal und rund 3,16 USD für das Geschäftsjahr 2019. Es war die 277. Quartalsdividende in Folge. Wie bereits erwähnt, fällt Parker Hannifin damit in die Riege der Dividendenkönige, jener Unternehmen, die seit mindestens 50 Jahren eine steigende Dividende an ihre Aktionäre auszahlen. Für die Dividenden werden aktuell rund 27% der Gewinne ausgeschüttet.

Die Anzahl der ausstehenden Aktien ist seit vielen Jahren in einem sinkenden Trend, aber ein Aktienrückkaufprogramm gibt es aktuell nicht.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – Parker-Hannifin Corp.

UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBITReturn on
Capital
Earnings Yield
Parker-Hannifin Corp.9,6%11,864,9%8,4%
Eaton Corp. plc7,0%13,246,6%7,6%
Honeywell International Inc.11,9%15,5112,2%6,4%
Woodward Inc.6,9%21,022,8%4,8%
IMI plc9,4%13,440,1%7,5%
Emerson Electric Co.10,6%14,563,0%6,9%
Dover Corp.7,1%18,363,1%5,5%
Nordson Corp.9,2%19,951,0%5,0%
W. W. Grainger Inc.13,9%14,040,5%7,2%

Das Unternehmen ist im Bezug auf die Gesamtkapitalrendite nahe dem Durchschnittswert der Peer Group, der bei etwa 9,5% liegt. Betrachtet man die Kennzahlenkombination nach Joel Greenblatt, dann ist der Return on Capital gut bis sehr gut und der aktuelle Preis, bemessen mittels der Gewinnrendite, tendenziell günstiger als der der Vergleichsgruppe.

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

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1.5 Segmente und Umsatzverteilung – Parker-Hannifin Corp.

Die Parker-Hannifin Corp. berichtet in seinen 2 Hauptsegmenten, Diversified Industial und Aerospace Systems.

Für das Geschäftsjahr 2019, wurden im Segment Diversified Insustrial rund 82,5% der Umsätze erwirtschaftet und im Segment Aerospace Systems rund 17,5%.

Ausschnitte aus dem Jahresbericht 2019
Ausschnitte aus dem Jahresbericht 2019

1.6 Wichtige Kennzahlen – Parker-Hannifin Corp.

Eine Grafische Aufarbeitung der Unternehmenskennzahlen ist hier auf der Seite Aktienfinder.net zu finden.

Verschuldungsgrad, finanzielle Stabilität

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201934,0%66,0%
201838,3%61,7%
201734,0%66,0%
201638,0%62,0%
201541,5%58,5%
201450,2%49,8%
201345,8%54,2%
201243,9%56,1%
201150,4%49,6%
201045,0%55,0%

Entwicklung Gesamtkapital und Eigenkapital: Aktuell hat das Fremdkapital zugenommen, vor allem 2017 und 2019, so dass die Eigenkapitalquote nur noch bei rund 34% liegt und damit unter dem langfristigen Mittelwert von 49%. Da das Eigenkapital aber auch zunimmt und das Unternehmen ohne Unterlass positive Cashflows generiert, ist das finanzielle Risiko überschaubar.

Dazu kommt ein sehr gute Zinsdeckungsgrad, der aktuell beim 10,9-fachen des operativen Ergebnisses (EBIT) liegt. Auch eine plötzliche Erhöhung der Zinsen um +2% auf das Fremdkapital, hätten lediglich einen Rückgang des Vorsteuerergebnisses von -12,0% zur Folge gehabt, bezogen auf den Jahresabschluss 2019. Damit kann Risiko für die finanzielle Stabilität als niedrig eingestuft werden.

Negativ fällt allerdings der hohe Goodwill auf, der in der Bilanz ausgewiesen wird. Er liegt aktuell bei rund 31% der Bilanzsumme und könnte im falle außerordentlicher Abschreibungen zu einer starken Korrektur des Firmenkapitals führen.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
2019131,8-2,7%
2018135,4-0,1%
2017135,6-1,0%
2016136,9-5,7%
2015145,1-4,2%
2014151,4 -0,1%
2013151,6 -2,0%
2012154,7 -6,2%
2011164,8 +1,2%
2010162,9 +0,1%

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Die Anzahl der Aktien im Umlauf, zeigt eine sehr starke Entwicklung hin zu immer weniger ausstehenden Aktien. Das Unternehmen kauf regelmäßig Aktien zurück und es werden im Vergleich nur selten neue Aktien ausgegeben. Das Unternehmen weist aktuell ein Volumen von rund 5,3 Mrd. USD an eigenen Aktien in der Bilanz aus, ein Wert der konstant angestiegen ist und 2015 noch bei rund 3,7 Mrd. USD lag.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
201914.320,32.072,914,5%
201814.302,41.882,413,2%
201712.029,31.386,411,5%
201611.360,81.178,010,4%
201512.711,71.511,811,9%
201413.216,01.393,810,6%
201313.015,71.374,110,6%
201213.145,91.668,312,7%
201112.345,91.490,612,1%
20109.993,2869,08,7%

Entwicklung Umsätze, operatives Ergebnis und Gewinne: Die Umsätze und Gewinne sind stetig gestiegen, allerdings auch mit gelegentlichen Rücksetzern. Vor allem fällt hier die Entwicklung in der Finanz- und Wirtschaftskriese nach 2008 auf, wo Umsätze und Gewinne gleichermaßen einen heftigen Einbruch zu verzeichnen hatten. Man muss dem Unternehmen hier allerdings zugute halten, dass trotz dieser verheerenden Entwicklung, noch immer ein positives Ergebnis erzielt werden konnte.

Entwicklung der operativen und der Nettomarge: Analog zu den Umsätzen und Gewinnen, zeichnet sich eine vergleichbare Entwicklung bei den Margen ab.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
20191.535,1+13,5%
20181.352,6+23,1%
20171.098,7+7,7%
20161.020,4-6,1%
20151.086,4-7,3%
20141.171,6+26,7%
2013925,0-29,5%
20121.311,6+36,7%
2011959,7-11,9%
20101.089,6+26,9%

Parker Hannifin konnte permanent einen positiven Free Cashflow erwirtschaften, der auch in Krisenjahren ungebrochen war. Das spricht für das Unternehmen und in den letzten 4 Jahren sind konstante Zuwächse zu verzeichnen.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
20195.968,2+1,8%
20185.865,5+11,4%
20175.267,3+15,0%
20164.578,7-10,4%
20155.107,6-23,3%
20146.662,8+16,1%
20135.741,5+17,0%
20124.905,7-10,6%
20115.488,3+23,1%
20104.459,4+2,5%

Die Entwicklung des Buchwerts (Eigenkapital) verläuft nicht konstant, sondern unterliegt einer gewissen Schwankung.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD /Aktie
Earnings
per Share
KGV
20193,16 USD11,48 USD14,8
20182,74 USD7,83 USD19,6
20172,58 USD7,25 USD21,5
20162,52 USD5,89 USD17,5
20152,37 USD6,97 USD15,6
20141,86 USD6,87 USD16,8
20131,70 USD6,26 USD13,8
20121,54 USD7,45 USD9,1
20111,25 USD6,37 USD12,2
20101,01 USD3,40 USD13,9

Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei etwa 16,7.

Entwicklung der Dividenden und Gewinne je Aktie: Der Gewinn je Aktie zeigt eine schöne Tendenz nach oben, die allerdings auch zeitweise unterbrochen wurde, was ein Vergleich mit der Entwicklung der Umsätze und Gewinne bestätigt. Als Dividendenkönig, konnte das Unternehmen aber seine Dividenden über einen sehr langen Zeitraum kontinuierlich steigern.

Entwicklung von KGV und KBV:

1.7 Aussichten – Parker-Hannifin Corp.

Unternehmensspezifisch:

Wie bereits unter 1.2 News erwähnt, erwartet Parker Hannifin für den Berichtszeitraum bis 2020 einen Gewinn pro Aktie im Bereich von 11,38 USD bis 12,18 USD. Für das Gesamtjahr wird ein Rückgang des Umsatzes um 1,5% gegenüber dem Vorjahr in einem Bereich von minus 3% bis 0% erwartet. Das erwartete organische Wachstum für das Gesamtjahr wird mit minus 1,5% in etwa der gleichen Größenordnung prognostiziert.

Die Analysten auf Marketscreener.com erwarten für die kommenden 3 Jahre wachsende Gewinne und operative Gewinne, sowie ab 2021 wieder steigende Umsätze. Für 2020 wird ein leichter Umsatzrückgang erwartet. Die Margen sollen aber stabil bleiben und die finanzielle Stabilität soll sich verbessern. Es werden auch weitere Zuwächse beim Buchwert erwartet.

Ähnliche Schätzungen sind hier auf finanzen.net zu finden. Bis 2023 sollen die Erträge, EBIT und Gewinne weiter wachsen. Es wird außerdem ein solides Cashflow-Wachstum erwartet. Im großen und ganzen decken sich die Erwartungen der Analysten mit den Prognosen die das Unternehmen selbst abgegeben hat.

Gesamtmark:

Branchenspezifische Daten können hier auf der Seite des Verbandes des Deutschen Maschinenbaus gefunden werden. Der deutsche Maschinenbau rechnet für das Jahr 2020 mit erheblichen Rückgängen bei Aufträgen und Umsätzen. Für das laufende Jahr 2019 rechnet der VDMA noch mit einem Zuwachs um rund +2,0%, mit Fokus auf den deutschen Maschinenbau. Hautptreiber dieser Entwicklung sind die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, sowie die politischen Unsicherheiten in Großbritannien um den Ausstieg des Landes aus der Europäischen Union. Dazu hat der VDMA die folgende Publikation veröffentlicht:

Ein interessanter Artikel konnte hier im manager-magazin gefunden werden, der unter dem Titel „Hier hat der Handel zwischen EU und USA Schieflage“ am 18.11.2018 veröffentlicht wurde.

Weltweiter Maschinenumsatz* in den Jahren 2006 bis 2018 (in Milliarden Euro)

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat bereits am 19.03.2019 seine Konjunktur-Prognosen für die Jahre 2019 und 2020 veröffentlicht. Man rechnet mit einer Zunahme des globalen Handelsvolumens von (1,5 bis 2,7)%.

Publikationen auf marketsandmarkets.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

SegmentPrognose
Ventile für Luft- und Raumfahrtvon geschätzten 3,71 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 4,84 Mrd. USD im Jahr 2023;
CAGR +5,4% p.a.; Dieses Wachstum ist auf die steigenden
Flugzeugbestellungen infolge des weltweit gestiegenen Passagieraufkommens
zurückzuführen. Die Zunahme des Passagieraufkommens führt zu einer
Erhöhung der Flugstunden von Flugzeugen, was zu kurzen Austauschzyklen
führt. Dies ist ein Schlüsselfaktor für die Nachfrage nach Luftfahrtventilen bei
den Unternehmen für Wartung, Reparatur und Überholung (MRO).
Verkehrsflugzeuge entscheiden sich für leichte Ventile, die das
Flugzeuggewicht reduzieren und die Kraftstoffeffizienz verbessern würden.
Hochintegrierte
Druckschutzsysteme
von 486 Mio. USD im Jahr 2019 auf 724 Mio. USD im Jahr 2024;
CAGR +8,3% p.a.
Prozessautomatisierung2019 71,4 Mrd. USD bis 2024 95,5 Mrd. USD; CAGR +6,0%p.a.;
Das Wachstum dieses Marktes wird von Faktoren wie der
wachsenden Bedeutung von Energieeffizienz und
Kostenreduzierung, der Betonung digitalisierter Technologien
wie des Internet der Dinge (IIoT), der zunehmenden
Akzeptanz industrieller Automatisierung und der
optimalen Nutzung von Ressourcen vorangetrieben.
Laborgasgeneratorenbis 2024 508 Mio. USD nach 279 Mio. USD im Jahr 2019; CAGR +12,7% p.a.
Luft-Betankungvon 537 Mio. USD im Jahr 2019 auf 692 Mio. USD im Jahr 2025;
CAGR +4,3% p.a. Die zunehmenden Verteidigungsausgaben der Länder
sind ein wesentlicher Faktor für das Wachstum.
Industrieschläuchevon 12,8 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 17,0 Mrd. USD im Jahr 2024;
CAGR + 5,8% p.a. Der industrielle Schlauchhersteller wird von der
steigenden Nachfrage nach robusten Industrieschläuchen in kritischen
Anwendungen und wachsenden infrastrukturbezogenen Entwicklungen
angetrieben. Die weltweit wachsende Nachfrage nach Automobilen
und die zunehmende Modernisierung der landwirtschaftlichen Prozesse
werden den Marktteilnehmern voraussichtlich enorme
Wachstumschancen bieten.
mikrofluidische Komponentenbis 2024 6,1 Mrd. USD, nach 3,3 Mrd. USD im Jahr 2019;
CAGR +12,7% p.a. wachsenden Nachfrage nach
tragbaren Miniaturgeräten und einer wachsende
Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und tragbaren
Geräten angetrieben.
Sicherheitsventile2019 4,5 Mrd. USD und bis 2024 voraussichtlich 5,5 Mrd. USD;
CAGR +4,3% p.a. Die Bedeutung von Sicherheitsventilen in
industriellen Prozessen, der gestiegene Bedarf an Öl und Gas
sowie das Wachstum der Kernenergieerzeugung gehören zu den
wichtigsten Antriebsfaktoren für den Markt für Sicherheitsventile.
Der ständige Bedarf an Ersatz von Sicherheitsventilen und der
Einsatz von 3D-Druckern in Fertigungslinien sind weitere
Faktoren, die das Wachstum des Marktes vorantreiben. Die
hohen Herstellungskosten können jedoch das Wachstum des
Marktes behindern.
hydraulische Dosierpumpen2017 auf 742,6 Mio. USD und bis 2023 949,3 Mio. USD; CAGR +4,23 p.a.
Die zunehmende Implementierung intelligenter Dosiertechnologien
in Verbindung mit Kapazitätserweiterungen im asiatisch-pazifischen
Raum und im Nahen Osten sind die größten Chancen für den Markt für
hydraulische Dosierpumpen.
Fahrzeughydrauliksysteme2016 30,57 Mrd. USD und 2025 51,37 Mrd. USD; CAGR +6,04% p.a.

Das ist nur eine Stichprobe der Marktprognosen, für Bereiche in denen Parker Hannifin aktiv ist. Daraus kann insgesamt ein grobes Bild der zu erwartenden Entwicklung der Geschäfte abgeleitet werden.

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – Parker-Hannifin Corp.

Nach Peter Lynch handelt es sich bei Parker Hannifin um einen Fast Grower, unter Berücksichtigung der aktuellen Zahlen, allerdings wird die Entwicklung der kommenden Jahre das Unternehmen zu einem Average Grower machen. Unter Berücksichtigung der Erwartungen der Analysten und des Unternehmens selbst, klassifiziere ich die Parker Hannifin Corp. als Average Grower mit einem moderaten Gewinnwachstum und einer mittleren Dividendenrendite. Die Margen des Unternehmens sind sehr solide und damit kann die Vorgabe von Peter Lynch für Average Grower angewendet werden: Kaufen, wenn die Bewertung unter dem eigenen Schnitt liegt.


1.9 Levermann Score – Parker-Hannifin Corp.

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WertPunkte
1Eigenkapitalrendite25,4%+1
2EBIT-Marge14,5%+1
3Eigenkapitalquote34%+1
4Kurs-Gewinn-Verhältnis14,60
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)20,0-1
6Analystenmeinung2,8 (Hold)+1
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
-0,4%0
8GewinnrevisionKeine0
9Kursverlauf der letzten 6 Monate-5,2%-1
10Kursverlauf der letzten 12 Monate-1,9%0
11TrendumkehrKeine0
12ReversaleffektKeiner0
13Erwartetes Gewinnwachstum+1,5%0

Large Caps <= 2 Punkte – VerkaufenGesamt2

1.10 Piotroski F-Score – Parker-Hannifin Corp.

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WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als Nettogewinn Ja 1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrNein0
6Current Ratio höher als im Vorjahr Ja 1
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Ja 1
8Bruttomarge höher als im Vorjahr Ja 1
9Kapitalumschlag höher als im Vorjahr Nein 0
Gesamt7

2. Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

2.1 SWOT – Analyse – Parker-Hannifin Corp.

Stärken:

  • Die Parker Hannifin Corp. ist ein Unternehmen, dass schon sehr lange und sehr erfolgreich am Markt ist. Es hat sich im laufe seiner bewegten Geschichte die Marktführerschaft für Bewegungskontrollsysteme (pneumatisch, hydraulisch) erworben und einen sehr guten Ruf begründet, der neben der globalen Reichweite und Präsenz der Firma nach meiner Einschätzung der größte Wettbewerbsvorteil von Parker-Hannifin ist. Der große Erfolg des Unternehmens wurde auch bereits durch einen Platz auf der Fortune 500 Liste gewürdigt und durch den erarbeiteten Titel eins Dividendenkönigs, für über 50 Jahre Dividendensteigerungen.
  • Trotz seiner Größe ist die Firmenstruktur sehr flexibel und dezentral gestaltet und sie gestattet den einzelnen Abteilungen sowie Tochterunternehmen ihre operative Tätigkeit relativ frei zu gestalten. Dadurch kann das Unternehmen schneller auf Entwicklungen oder Kundenwünsche reagieren. Für ein Unternehmen mit weit über 50.000 Beschäftigten ein großer Vorteil.
  • Entsprechend seiner Unternehmensstrategie, hat Parker Hannifin eine enorm erfolgreiche Historie im Bereich von Firmenübernahmen. Das Unternehmen selbst fokussiert sich hierbei auf Betriebe mittelständischer Größe und hoher Profitabilität. Das hat Parker Hannifin neben seiner eigenen technischen Expertise, weiteres technisches Know How gesichert, mit dem das Unternehmen arbeiten kann. Zusätzlich konnten so die verfügbaren Marken immer weiter ausgebaut werden. Heute ist das Produktportfolio sehr breit aufgestellt.
  • Das Unternehmen verfolgt eine sehr kundenfreundliche Philosophie, die darauf abzielt, nie mit einem Kunden in Konkurrenz über ein Produkt zu treten. Daraus ergeben sich zum einen ein sehr starkes Kundenvertrauen und zum anderen stärkt es den Ruf des Unternehmens. So wurden im Lauf der Geschichte auch zahlreiche strategische Partnerschaften eingegangen.
  • Parker Hannifin konnte über die Jahre sein Finanzergebnis immer weiter verbessern und erwirtschaftet konstant hohe und relativ solide Free Cashflows. Die Margen konnten über einen beachtlichen Zeitraum sehr stabil erwirtschaftet werden. Zusätzlich war das Unternehmen immer in der Lage, aus seinem gebundenen Kapital die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. (Return on Capital Employed) Daraus leitet sich eine hohe Kredibilität des Unternehmens ab.
  • Dazu verfügt die Firma über ein sehr gutes Vertriebsnetzwerk und kann seine globale Präsenz bestens nutzen, um seine Kunden auf dem effizientesten Weg mit den benötigten Komponenten zu beliefern. Dazu zählen Firmenkunden, ebenso wie Privatkunden, die durch die ParkerStores bedient werden können.
  • Aus seiner langen Geschichte heraus, hat sich eine sehr erfolgreiche Unternehmenskultur herausgebildet, die bei Parker Hannifin auch eine positive Haltung der Mitarbeiter gegenüber der Firma erzeugt. Die Kultur erfährt eine besondere Wertschätzung und Pflege.

Schwächen:

  • Probleme mit den Produkten von Parkter Hannifin, wie beispielsweise in der Boeing 737 oder dem F-35 Jagdflugzeug der U.S. Air Force, haben dem Ruf des Unternehmens geschadet. Wenn gerade im Fall von Flugzeugen relativ kleine Komponenten schwerwiegende Störungen verursachen, hat das eine enorme Auswirkung auf das Image des Unternehmens und der gute Ruf von Parker Hannifin ist mitunter das wichtigste Kapital. Ein massiver Vertrauensverlust in die Qualität der Produkte könnte schwerwiegenden finanzielle Schäden nach sich ziehen.
  • Der Maschinenbau ist ein stark umkämpfter Markt und das limitiert die möglichen Gewinne von Marktanteilen. Preiskämpfe könnten sich hier zudem negativ auf die Qualität auswirken, was wiederum Rufschädigend wäre.
  • Das Unternehmen muss mit relativ viel Fremdkapital arbeiten, was ein mögliches Risiko für die Stabilität der Firma darstellt. Zusätzlich ist der hohe Goodwill in der Bilanz ein substanzieller Schwachpunkt, da hier rund ein Drittel des Gesamtkapitals in der Gefahr steht, durch außerordentliche Abschreibungen massiv beschnitten zu werden, sollte eine neue Bewertung notwendig sein. Sollte so ein Ereignis tragend werden, wäre das mit einem substanziellen Kurssturz der Aktie des Unternehmens verbunden. Dem gegenüber stehen zwar eigene Aktien im Wert von über 5 Mrd. USD (eine vergleichbare Größenordnung) die man als mögliche Rückversicherung betrachten kann, es ist aber durchaus möglich, dass diese ebenfalls nur zu einem niedrigen Kurs wieder veräußert werden können und somit der potentielle Schaden durch eine Abschreibung auf den Goodwill nicht vollständig kompensiert werden kann. Man könnte hier als zusätzliche Sicherheit noch die einbehaltenen Gewinne in Höhe von rund 12,8 Mrd. USD berücksichtigen.
  • Parker Hannifin hat zwar sehr viel Know How aus Firmenübernahmen akquiriert, aber die eigene Forschung und Entwicklung kann darunter leiden. Zudem sind Übernahmen mit einem regelmäßigen hohen Aufwand für die Integrationsbemühungen verbunden.
  • Wie für den Maschinenbau üblich, hat das Unternehmen sehr hohe Umsatzkosten zu verbuchen. Zuletzt lagen diese bei rund 75% der Gesamterlöse, sind aber über einen langen Zeitraum sehr stabil. Das Hoch war 2002 bei rund 84% der Gesamterlöse.
  • Wie die langfristige Betrachtung zeigt, ist Parker Hannifin in wirtschaftlich schlechten Zeiten sehr anfällig und leidet unter Umsatzeinbrüchen und schwindenden Gewinnen. Positiv fällt hier allerdings auf, dass es dem Unternehmen 2008 und 2009 trotzdem gelungen ist, profitabel zu wirtschaften, was ein Indiz für ein vorausschauendes Management ist.

Chancen:

  • Eine große Chance auf weiter Erfolge, bietet die Strategie des Unternehmens, durch weitere Firmenübernahmen sein Portfolio weiter zu vergrößern und sich besser aufzustellen. Auch durch Joint Ventures könnten hier Möglichkeiten für eine weitere gute Entwicklung des Unternehmens entstehen.
  • Die technische Entwicklung schreitet immer weiter voran und hat sich in den letzten Jahren immer weiter beschleunigt. Parker Hannifin steht hier in einer starken Position, sich diese Entwicklung bestens zunutze machen zu können, um seinen Kunden verbesserte Produkte anzubieten. Damit bietet sich auch die Chance, sich gegenüber Konkurrenten durch höhere Qualität und ausgereiftere Technik besser durchsetzen zu können.
  • Eine weiter Chance liegt in der Entwicklung aufstrebender Länder, in denen sich der Wohlstand der ansässigen Bevölkerung immer weiter verbessert. Damit steigt der Bedarf an modernen Maschinen und Anlagen sowie an Kraftfahrzeugen und Fleugzeugen, samt Ersatzteilen und zusätzlichem Gerät. Dank seiner internationalen Tätigkeit, ist Parker Hannifin sehr gut aufgestellt und kann den Bedarf bedienen.
  • Bei einer sich konsolidierenden Wirtschaft, kann Parker Hannifin sich gegen weniger gut finanzierte und aufgestellte Wettbewerber behaupten und sich weiter Marktanteile sichern. Entsprechend der Unternehmensstrategie, können sich in eine angespannten Wirtschaftslage sogar Möglichkeiten für weitere lohnende Akquisitionen finden, zu günstigen Konditionen.
  • Die fortschreitende Automatisierung bietet zudem die Möglichkeit, dass es dem Unternehmen gelingt, seine Umsatzkosten dauerhaft zu senken und generell effizienter zu wirtschaften.
  • Ein weiterer Abbau von Zollschranken oder anderen Handelshemmnissen, kann für Parker Hannifin die Möglichkeit eröffnen, mehr Geschäft zu bewältigen und zu wesentlich günstigeren Bedingungen die Herstellung und den Transport zu organisieren. Eine Verbesserung der Finanzlage sind auch mögliche Steuererleichterungen wie zuletzt die Steuerreform in den USA.

Risiken:

  • Wie bei allen international tätigen Unternehmen, bestehen allgemeine Markt- und Währungsrisiken neben den Risiken die aus der Arbeit unter verschiedenen Rechtssystemen entstehen.
  • Sollte sich die Abhängigkeit von einigen wenigen Lieferanten entwickeln oder verstärken (genaue Daten über die Zulieferer fehlen), könnten diese Zulieferer eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Parker Hannifin gewinnen und somit die Margen des Unternehmens drücken. Je breiter die Basis der Zulieferer, desto besser ist das für das Unternehmen. Es kann allerdings sein, dass einige kritische Komponenten nur von bestimmten Lieferanten zu bekommen sind. Deren Verhandlungsposition ist sehr stark.
  • Bei einer generell hohen Nachfrage an ausgebildetem Fachpersonal am Markt, besteht die Gefahr, dass Parker Hannifin seinen eigenen Bedarf nicht mehr decken kann oder dies nur zu teuren Bedingungen kann.
  • Im aktuellen Handelsdisput zwischen den USA und China liegt die Gefahr, dass es wieder stärkere Handelsbarrieren geben wird, die das Geschäft belasten werden. Ähnlich würden sich Steuererhöhungen oder ein rascher Anstieg er Zinsen auf Fremdkapital negativ auswirken. Daneben können noch weitere politische Risiken existieren.
  • Es besteht das Risiko, dass günstigere Substitute oder neue Wettbewerber mit besseren Produkten auf den Markt drängen. Das könnte Parker Hannifin in einen Preiskampf zwingen, oder ganze Produktsparten sogar unrentabel machen. Ein allgemeiner Anstieg des Wettbewerbs durch auftauchen neuer Konkurrenten wirkt ebenfalls negativ.
  • Ein Anstieg der Rohstoffpreise ist hier ebenfalls ein substanzielles Risiko.
  • Sollte Parker Hannifin nicht in der Lage sein mit der technischen Entwicklung mitzuhalten, riskiert das Unternehmen hier Marktanteile zu verlieren.
  • Durch qualitative Fehler oder Unfälle unter der Beteiligung dysfunktionaler Komponenten von Parker Hannifin, kann das Unternehmen schwere Imageschäden erleiden, die sich negativ auf das Geschäft auswirken.

2.2 Bewertungsverfahren – Parker-Hannifin Corp.

Für die Bewertung von Parker Hannifin, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Entwicklung der Eigenkapitalrendite, Gesamtkapitalrendite und Investitionsrendite:

Das Management kommt hier auf eine Gesamtleistung von 49%, nach den von mir unterstellten Kriterien. Der Hauptgrund für diese mäßige Bewertung, liegt in den hohen theoretischen Zeiten, die für eine Schuldentilgung notwendig wären, sofern die gesamten Unternehmensgewinne eingesetzt würden. Gut fällt dagegen die Eigenkapitalrendite und die Rentabilität auf das gebundene Kapital. Hier würde sich ein näherer Vergleich mit der Peer Group lohnen, um die Leistung zu bewerten. Betrachtet man die gesamte Entwicklung des Unternehmens für diesen Punkt, kann man durchaus von einem fähigen Management ausgehen. Ein weiteres Indiz lässt sich anhand der Unternehmensleistung in wirtschaftlich schweren Zeiten ableiten. Betrachtet man die Finanzkrise 2008 bis 2009, so hat es das Unternehmen trotz der schlechten Ertragslage geschafft weiterhin profitabel zu wirtschaften.

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

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Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Da das Unternehmen aktuell zu einem KGV von etwa 14,7 bewertet ist, befindet sich Parker Hannifin in einem Bereich, für den ich eine Bewertung mittels fairem KGV Verfahren als sinnvoll betrachten kann.

Parker Hannifin ist zwar für Konjunkturzyklen recht anfällig, aber da das Unternehmen eine sehr lange und erfolgreiche Geschichte vorzuweisen hat, halte ich ein Sockel KGV von 7,00 als unterste Grenze der Wertung für angemessen. Das Minimum der letzten 10 Jahre war ein KGV von rund 6,2.

Die relativ niedrige Eigenkapitalquote und die lange Zeit die eine mögliche Schuldentilgung benötigen würde, lassen hier in der Summe nur einen Aufschlag von 1,04 auf das Sockel KGV für die finanzielle Stabilität zu.

Ich gehe hier von einem sehr starken Wettbewerb für den Maschinenbau im Allgemeinen aus und rechne deswegen mit nur 5,0 Porter Punkten, um eine nicht zu optimistische Sichtweise einzunehmen. Für seine Marktstellung und die Rentabilität, konnte ich einen Aufschlag von 1,5 auf das Sockel KGV berechnen.

Ich halte ein langfristiges Wachstum von +7,0% für realistisch, unter Berücksichtigung der Analystenschätzungen, sowie der Annahmen des Unternehmens selbst. Ein Aufschlag von 2,00 auf das Sockel KGV ist daher das Ergebnis.

Ich konnte eine Reihe individueller Eigenschaften formulieren, die mir insgesamt einen Aufschlag auf das Sockel KGV von 2,5 wert sind. Herausragende Eigenschaften, könnte man evtl mit höheren Aufschlägen honorieren, allerdings möchte ich hier wieder keine zu optimistische Sichtweise entwickeln.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, konnte ich ein theoretisches faires KGV von 14,04. Daraus berechne ich einen möglichen fairen Wert von 161,14 USD je Aktie, bezogen auf die zuletzt ausgewiesenen Unternehmensgewinne. Nehme ich die erwarteten Gewinne für das Geschäftsjahr 2020 als Berechnungsgrundlage, ergibt sich ein theoretischer fairer Wert von 163,88 USD je Aktie. Dabei ist noch keine Sicherheitsmarge mit in die Berechnung eingeflossen.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

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Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Für das faire Kurs-Buchwert-Verhältnis, berechne ich einen möglichen fairen Wert von 3,03, was einem theoretisch fairen Wert von 137,30 USD je Aktie entspricht.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis.

Da Parker Hannifin eine beeindruckende Historie steigender Gewinne, in Kombination mit sinkenden Zahlen ausstehender Aktien hat, rechne ich für dieses Verfahren mit einem relativ hohen Zuwachs der Gewinne je Aktie von +10,0% p.a. Als Abzinsungsfaktor rechne ich standardmäßig mit 12,0% p.a. und orientiere mich hier nicht an Kapitalkostenmodellen. 12,0% sind für mich damit vergleichbar mit der minimalen Rendite-Erwartung, die ich an ein Investment habe. Ich betrachte im folgenden das Ergebnis für einen Zeitraum von 10 Jahren. Als Kurs Gewinn-Verhältnis für die Berechnung, habe ich mich hier für das Mittel der letzten 10 Jahre von 16,7 entschieden.

Ergebnis: Bezogen auf das Ergebnis nach Steuern, berechne ich hier einen theoretisch fairen Wert von 160,05 USD je Aktie. Eine Sicherheitsmarge habe ich hier noch nicht berücksichtigt.

2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich habe hier für beide Verfahren die gleiche Wachstumsannahmen für das operative Ergebnis herangezogen. Ich rechne wie immer mit möglichst konservativen Annahmen und habe für die Kurz- und Mittelphase (Zeitraum von 6 Jahren) ein Wachstum von +5,0%, für die Langzeitphase (3 Jahre) +4,0% und für den Terminal Value ein Wachstum von +3,0% veranschlagt. Der Abzinsungsfaktor beträgt standardmäßig überall 12,0% p.a.

Ergebnis: Unter den von mir getroffenen Annahmen, ergeben sich folgende theoretisch fairen Werte:
Für das Bruttoverfahren (FCFF) ein möglicher fairer Wert von 206,89 USD je Aktie und für das Nettoverfahren (FCFE) ein möglicher fairer Wert von 136,36 USD je Aktie. Dabei ist wieder keine Sicherheitsmarge berücksichtigt. Es fällt auf, dass unter den gegebenen Annahmen die Ergebnisse relativ weit auseinander liegen. Das liegt hauptsächlich in den von mir getroffenen Annahmen für die Verhältnisse von Investitionen zu Abschreibungen und den Nettoinvestitionsquoten. Je nachdem welche Erwartungen man hier anlegt, können sich die theoretischen fairen Werte sehr stark ändern und man kann hier weitere Berechnungen mit unterschiedlichen Annahmen anstellen, um ein breiteres Spektrum an Szenarien zu prüfen. Am Ende des Artikels findet sich eine Kopie der Rohdaten und das Excel Tool das für die Auswertung verwendet wurde zum Download.

2.2.6 Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfachesVerfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ich habe hier wieder eine zurückhaltende Schätzung für das langfristige Dividendenwachstum getroffen. Ich halte einen Zuwachs von +5,0% p.a. für realistisch und rechne wieder mit 12,0% als Abzinsungsfaktor. Für den Terminal Value gehe ich in diesem Fall von +3,0% p.a. aus mit einem Diskontierungsfaktor von 10,0%. Der Zeitraum der Betrachtung liegt bei 15 Jahren plus Terminal Value, das sogenannte „ewige Wachstum“.

Ergebnis: Für die von mir getroffenen Annahmen, konnte ich einen theoretisch fairen Wert von 49,95 USD je Aktie berechnen, der unter Berücksichtigung des aktuellen Buchwerts bei 95,27 USD je Aktie liegt. Ich habe eine weitere Betrachtung vorgenommen, bei der ich ein mittleres Dividendenwachstum von +10,0% p.a. unterstell habe. Das Ergebnis für diese Annahmen, wäre ein theoretisch fairer Wert von 127,93 USD je Aktie, unter Berücksichtigung des Buchwerts. Wieder wurde hier keine Sicherheitsmarge berücksichtigt.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – Parker-Hannifin Corp.

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Die Parker Hannifin Corp. ist ein, nach meiner Meinung, interessantes Maschinenbauunternehmen und hat eine sehr lange erfolgreiche Geschichte, sowie eine bemerkenswerte Unternehmenskultur vorzuweisen. Besonders ins Auge gefallen, ist mir die Verfügbarkeit von Daten zur Geschichte des Unternehmens, die neben den üblichen Artikeln auf Wikipedia, Encyclopedia und der Firmeneigenen Vorstellung, zwei ganze Bücher beinhaltet, die detailliert über alle historischen Ereignisse und der Rolle des Unternehmens informieren. Das Geschäftsmodell ist leicht zu verstehen und sieht für mich solide aus. Das Unternehmen produziert wichtige Komponenten für die Automobielindustrie und den Flugzeugbau, ebenso wie für weitere industrielle Anwendungen mit einem hohen Fokus auf Qualität. Die Bedürfnisse von Privatkunden, werde sogar über eigene ParkerStores befriedigt, womit man auch im Einzelhandel tätig ist. Den Großteil der Umsätze erwirtschaftet das Segment Diversified Industrials, das Segment Aerospace Systems fasst alle mit Flugzeugen und Luftfahrt verbundenen Geschäfte zusammen. Das Unternehmen ist in seinem Produktangebot sehr breit aufgestellt und verfügt nach meiner Ansicht über eine ausreichende Diversifikation. Das Angebot wird auf regelmäßig erweitert, was auch einem Teil der Firmenstrategie zuzuschreiben ist, die Firmenübernahmen forciert. Im Lauf seiner Geschichte wurden so sehr viele Unternehmen aufgekauft, deren Geschäft profitabel und deren Angebot und technische Fachkenntnis dem Unternehmen als Vorteilhaft erschienen. Damit ist Parker Hannifin auch sehr versiert in der Akquisition und der Integration neuer Firmen in das bestehende Geschäft. Definitiv eine der Stärken des Unternehmens. Parker Hannifin ist weltweit aktiv, verfügt über zahlreiche Niederlassungen auf allen Kontinenten, ist technisch immer auf den neuesten Stand und setzt in weiten Teile auch die Standards. Das Management, hier vor allem der CEO und Chairman, sind langjährige Firmenangehörige, ein Umstand den ich sehr gerne bei Unternehmen sehe. Außerdem gefällt mir die Ausbildung des CEO, die ein Maschinenbau-Studium und einen Master of Business Administration umfasst. Das Unternehmen selbst ist ein Dividendenkönig und schafft es regelmäßig seine Dividenden zu erhöhen, sowie seine Umsätze und Gewinn zu steigern. Die Cashflows von Parker Hannifin sind auch in wirtschaftlich schlechten Lagen stabil geblieben, allerdings ist das Unternehmen sehr anfällig für Konjunkturzyklen und wirtschaftliche Einbrüche. Besonders die harten Einbrüche der Umsätze und Gewinne in den Jahren 2008 und 2009 geben hier einen deutlichen Hinweis. Was mir in der Bilanz negativ auffällt, ist der enorme Goodwill-Anteil von über 30% der Bilanzsumme. Sollte dieser Wert neu bewertet werden müssen, könnten harte Korrekturen in Form von außerordentlichen Abschreibungen auf das Unternehmen zukommen. Auch der hohe Fremdkapitalanteil ist hier zu erwähnen, auch wenn das für Unternehmen dieser Branche typisch ist. Dazu kommen noch die hohen Umsatzkosten die das Unternehmen bewältigen muss. In der Summe ist meine Einschätzung allerdings, dass die Stärken des Unternehmens überwiegen und ich bin mir sicher, dass das Unternehmen auch in Zukunft solide wirtschaften wird.

Unter Berücksichtigung der von mir verwendeten Bewertungsverfahren, halte ich einen Aktienpreis zwischen 140,00 und 160,00 USD je Aktie für fair. Dabei berücksichtige ich aktuell keine Sicherheitsmarge, würde diese allerdings veranschlagen, sofern sich die aktuell angespannte wirtschaftliche Lage weiter eintrübt. Gerade der Maschinenbau hat aktuell einen schweren Stand, wie man an der Entwicklung in Deutschland erkennen kann. Wie sich die Entwicklung auf U.S. amerikanische Unternehmen auswirkt, bleibt noch abzuwarten, diese haben allerdings einige Vorteile die für sie arbeiten, wie eine moderatere Besteuerung und andere Erleichterungen der Regulierung.

Für die Bewertung des Unternehmens konnte ich auf der Seite Aktienfinder.net weitere Bewertungen finden, wie die folgende Analyse in Form eines Rankings:

Ranking der Seite Aktienfinder.net

Die Bewertung der zukünftigen freien Cashflows, die auf der Seite simplywallstreet.com zu finden ist, sieht aktuell sogar eine Unterbewertung der Aktie.

Die Fundamentalanalyse auf finanzen.net, rechnet dagegen bereits mit einem Premium zum aktuellen Kurs von rund 13,8%, also einer Überbewertung relativ zu den Wachstumserwartungen. Die Zusammenfassung der Analyse ist hier nachzulesen.

Fazit: Ich halte die Parker Hannifin Corp. für ein viel versprechendes Unternehmen. Mir gefällt hier besonders die Unternehmenskultur und die lange Geschichte in der diese gewachsen ist. Außerdem ist das Geschäftsmodell übersichtlich und gut verständlich. Für die Zukunft gehe ich deswegen davon aus, dass das Unternehmen weiterhin erfolgreich sein Geschäft betreiben wird. Die aktuelle Ausschüttungsquote ist mit rund 27% der erwirtschafteten Gewinne recht moderat und bietet die Möglichkeit für weitere Steigerungen, sofern keine lohnenderen Investitionsmöglichkeiten vorhanden sind. Fraglich bleibt aus meiner Sicht die aktuelle wirtschaftliche Lage in der das Unternehmen arbeiten muss. Wie bereits angesprochen reagiert Parker Hannifin sehr empfindlich auf wirtschaftliche Abschwünge und möchte mir hierzu noch ein genaueres Bild machen, um mögliche Folgen einer Verschärfung für das Unternehmen abzuschätzen zu können. Aus Dividendensicht halte ich daher das Unternehmen aktuell für zu teuer, weil ich nicht mit größeren Dividendensteigerungen rechnen will. Aber im Ergebnis würde ich Parker Hannifin als langfristig gutes Investment betrachten und ich werde das Unternehmen im Auge behalten und weitere Betrachtungen machen, um über eine mögliche Investition zu entscheiden.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen und hier ist der Podcast zum anhören und downloaden:

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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