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OKTA, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • Okta, Inc. ist ein jungens und schnell wachsendes Unternehmen. Die Firma wirtschaftet in einem Bereich, der keine großen Investitionen in Sachanlagen notwendig macht und einem Markt, der in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen wird. Hier konnte das Unternehmen bereits große Erfolge bei der Gewinnung großer und Namhafter Kunden erzielen.
  • Die Firma wächst schnell und kann ihr rapides Umsatzwachstum aktuell sehr gut halten.
  • Die Bilanz der Firma weißt zwar einen hohen Fremdkapitalbestand aus, aber der Goodwill ist hier sehr niedrig.
  • Obwohl noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, kann das Unternehmen bereits positive operative und freie Cashflows generieren.

Schwächen:

  • Entsprechend seiner Klassifizierung als Wachstumsunternehmen, hat Okta noch keine Gewinne, die die Zinslast der Firma decken können. Ein entsprechendes Risiko für das Unternehmen muss unterstellt werden.
  • Der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv und könnte die Margen des Unternehmens belasten.
  • Allgemein ist die Bewertung des Unternehmens sehr hoch angesetzt. So muss für die Aktie beispielsweise das 47 fache des Buchwertes bezahlt werden.
  • Allgemein müssen hohe Kosten für Forschung und Entwicklung berücksichtigt werden.

Chancen:

  • Das Unternehmen kann stark vom Trend zu mehr digitalen Inhalten profitieren und der beständig wachsenden Nachfrage und Notwendigkeit von Sicherheit im Internet.

Risiken:

  • Die Verteidigung im Netzt könnte den Entwicklungen im Bereich von Hackerangriffen etc. hinterherhinken und somit Konkurrenten von Okta begünstigen, die bessere Lösungen anbieten.
  • Es bestehen allgemeine Markt- und Währungsrisiken und im Falle von Okta ein Klumpenrisiko für den US-Markt.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Das Unternehmen fährt noch Verluste ein, was eine Bewertung des Managements anhand von Kennzahlen schwierig macht. Allerdings kann man hier das schnelle Wachstum und bereits positive Cashflows als gute Management-Arbeit auslegen. Somit wäre ein Vergleich mit ähnlichen Unternehmen angebracht.

Viele der üblichen Bewertungsverfahren sind für Okta nicht anwendbar, da keine Dividenden ausgeschüttet werden, das Unternehmen Verluste einfährt etc. Aber da bereits Cashflows generiert werden, ist eine Cashflow-basierte Bewertung eine Möglichkeit um einen fairen Wert einzugrenzen.

Cashflowdiskontierung

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Für den Free Cashflow-Ansatz, habe ich im Folgenden zwei Berechnungen angestellt. Zum einen habe ich über eine Laufzeit von jeweils 10 Jahren, ein moderates FCF-Wachstum unterstellt, das ich bei 10 Prozent pro Jahr festgelegt habe. Plus 5,0 Prozent Wachstum für den Terminal Value und aus diesen Annahmen einen möglichen fairen Wert berechnet, abgezinst mit 12,0 Prozent als minimaler Renidteforderung. In einer zweiten Berechnung habe ich versucht ein Wachstum zu finden, bei dem der aktuelle Aktienkurs theoretisch fair wäre. Wiederum bei 10 Jahren Laufzeit und einer angepassten Abzinsung.

Bei den angenommenen Wachstumsraten, würde ein Wert von 27,04 US-Dollar je Aktie, ohne Sicherheitsmarge, einen möglichen fairen Wert darstellen.

Ergebnis: Für eine faire Bewertung nach meiner Rechnung, müsste ich meine Renditeforderung auf rund 8,0 Prozent herunterfahren und das Unternehmen müsste über rund 10 Jahre hinweg einen FCF-Zuwachs von 21,4 Prozent p.a. erreichen, plus einen Terminal Growth von 6,5 Prozent.

Bewertung von simplywall.st

Bewertung von Simplywall.st

Nach den Berechnungen von simplywall.st, wäre ein nach Cashflows berechneter fairer Wert, bei etwa 52,64 US-Dollar je Aktie zu suchen. Im folgenden der Rechenweg:

Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassung und Fazit

Okta, Inc. ist ein interessantes Unternehmen aus dem Bereich IT, Cloud und Software sowie Cyber-Security mit einer schnell wachsenden Kundenbasis und einem entsprechend beeindruckenden Umsatzwachstum. Viele bekannte Unternehmen werden bereits von Okta bedient und das Unternehmen kann trotz eines Verlustgeschäfts bisher, bereits positive Cashflows vereinnahmen, was eine erste Bewertung anhand dieser Cashflows zulässt. Die Bilanz weist auch kaum Goodwill auf, auf dieser Seite besteht also kein signifikantes Risiko. Insgesamt ist das Geschäft allerdings schwer einzuschätzen, bis wann das Unternehmen in die Gewinnzone kommt. Mehrere Analysten gehen für 2023 bis 2024 von ersten Gewinnen aus. Dazu kommt die momentan hohe Bewertung des Unternehmens. Die Firma müsste über mehrere Jahre sehr starke Zuwächse erleben, um den aktuellen Aktienkurs zu rechtfertigen. Außerdem besteht die reelle Gefahr, dass das Unternehmen zur Finanzierung weitere Aktien in Umlauf bringen muss, um sich weiterhin zu finanzieren. Trotzdem bleibt das Geschäft zukunftsträchtig und hochinteressant.

Auch die Seite finanzen.net geht von einer Überbewertung der Aktie aus.

Fazit: Ich halte Okta, Inc. für ein starkes Unternehmen in seinem Bereich und denke, dass das Unternehmen sehr gute Chancen auf langfristigen Erfolg hat. Aktuell muss ich allerdings bemängeln, dass mir der Aktienkurs für die möglichen Wachstumsszenarien zu hoch ist und ich nicht bereit bin so ein Premium für ein noch verlustbringendes Unternehmens zu bezahlen. Sollte die Firma aber auf absehbare Zeit in die Gewinnbereiche kommen, wäre ich nach einer neuerlichen Bewertung durchaus am Unternehmen interessiert. Das maßgeblich treibende Interesse wäre hier für mich die möglichst umfassende Risikominimierung.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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