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Nintendo Co. Ltd. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Nintendo Aktienanalyse

Video Nintendo Aktienanalyse:

Gliederung

  • 1. Übersicht
  • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
  • 1.2 News
  • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
  • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
  • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
  • 1.6 Wichtige Kennzahlen
  • 1.7 Aussichten
  • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
  • 1.9 Levermann-Score
  • 1.10 Piotroski F-Score
  • 2. Detailanalyse
  • 2.1 SWOT-Analyse
  • 2.2 Bewertungsverfahren
  • 2.2.1 faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • 2.2.2 Gewinnrenditendiskontierung
  • 2.2.3 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
  • 2.2.4 Bewertung der Arbeit des Managements
  • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell

Bei der Nintendo Co. Ltd., handelt es sich um einen japanischen Hersteller von Videospielen und Spielekonsolen. Die Firma wurde bereits 1889 durch Fusajirō Yamauchi in Kyōto gegründet und produzierte ursprünglich traditionelle japanische Hanafuda-Spielkarten. Das Unternehmen ist heute weltweit für seine Handheld-Konsolen und stationären Konsolen bekannt, sowie für seine zahlreichen Spielserien. Seit Juli 1983, ist Nintendo unter der ISIN JP3756600007 an der Tōkyō Shōken Torihikijo gelistet, der Tokyo Stock Exchange. Heute wird das Unternehmen von 7 Standorten weltweit aus gelenkt und besitzt 25 Tochterunternehmen, sowie 5 assoziierte Unternehmungen, bei einer Marktkapitalisierung von rund 4.753 Mrd. JPY.

Der Name „Nintendo“ besteht aus den drei Schriftzeichen 任 nin für „Pflicht, Aufgabe, Verantwortung“; 天 ten für „Himmel“ und 堂 dō für „Tempel, Halle“. Nintendo selbst übersetzt den Namen mit „Lege das Glück in die Hände des Himmels“. Das Geschäftsmodell besteht heute in der Produktion und dem Vertrieb von Spielkonsolen, sowie der Herstellung von Spielen.

Das letzte sehr erfolgreiche Produkt von Nintendo, die Nintendo Switch-Konsole

In den 1970er Jahren, begann Nintendo mit der Produktion und dem Verkauf von Arcade-Computerspielen und ersten Versuchen eigener Konsolen, die noch keine austauschbaren Module hatten. Aus Kostengründen, wurden die benötigten Mikroprozessoren nicht von Nintendo selbst hergestellt, sondern von Mitsubishi gekauft. Der erste große Erfolg, konnte mit Nintendo Game and Watches erzielt werden, das von Gunpei Yoloi entwickelt wurde. 1981 schließlich, wurde das Arcade-Spiel “Donkey Kong” eingeführt, das erste Spiel, das von Shigeru Miyamoto designed wurde, dem heute legendären Spielentwickler von Nintendo. Miyamoto entwickelte einen übergroßen Teil der heute bekanntesten Nintendo-Marken, wie The Legend of Zelda, Super Mario, F-Zero und Star Fox. Nach Satoru Iwatas Tod war er vom 11. Juli 2015 bis zum 16. September 2015 gemeinsam mit Gen’yō Takeda übergangsweise Geschäftsführer von Nintendo. Heute dient er als Representative Director von Nintendo.

Shigeru Miyamoto, der bekannteste Spieledesigner bei Nintendo
Der Game Boy, das erste erfolgreich Handheld System des Unternehmens und eines der bekanntesten Produkte

1983 expandierte das Unternehmen in die USA und ging schließlich an die Börse. Ein wichtiges Ereignis, war die Vermarktung des Nintendo Entertainment System (NES), einer TV-basierten Konsole mit günstigem Kaufpreis und austauschbaren Modulen, die zu einem großen Erfolg wurde, und den Grundstein für viele erfolgreiche Spielserien legte. Es folgten die Markteinführung des Game Boy 1983, die die Vormachtstellung von Nintendo im Bereich der Handheld-Konsolen begründete, und des Super Nintendo Entertainment System 1990.

1996 wurde der Nintendo 64 veröffentlicht, aber trotz Erfolg der Konsole, konnte die mittlerweile von Sony beanspruchte Marktführerschaft mit der PlayStation nicht gebrochen werden. Heute hat Nintendo im Bereich der stationären Konsolen zwei große Konkurrenten. Zum einen Sony mit der PlayStation, und zum anderen seit 2001 Microsoft mit der X-Box. So konnte sich 2001 der von Nintendo entwickelte Game Cube nicht gegen die PlayStation 2 und die X-Box behaupten.

Es folgten noch zahlreiche weitere Produkte, wie der Nintendo DS und mehrere Weiterentwicklungen, der Konsolen Wii und WiiU, von denen erstere ein enormer, letztere kein großer Erfolg waren und 2017 schließlich die Nintendo Switch, die wiederum ein großer Erfolg wurde. 2011 kam es aber durch den schleppenden Verkauf neue Wii-Konsolen, zum ersten mal in 30 Jahren Firmengeschichte zu einem Verlustjahr. Im Rückblick ist zu erkennen, wie Nintendo zwischen großen Erfolgen und Flopprodukten hin und her schwankt, aber im Geschäft mit Handheld-Konsolen die Marktführerschaft kontinuierlich inne hält.

2015 wurde eine weitreichende Partnerschaft mit dem japanischen Mobile-Service-Entwickler DeNA bekannt gegeben, die fortan Spiele für Tablets und Smartphones produzieren sollten. Durch einen Anteiltausch, erwarb Nintendo 10% an DeNA und umgekehrt DeNA 1,24% an Nintendo. Ein Verhältnis, das sich bis heute nicht geändert hat. Noch ein großer Erfolg konnte 2016 mit der Veröffentlichung von PokemonGO gefeiert werden, das vom Entwickler Niantic programmiert wurde.

Nintendo hat damit ein gutes Portfolio an Eigenmarken geschaffen, die das Unternehmen bewirtschaften kann und entwickelt seine sehr langlebigen Spielserien bis heute mit großem Erfolg, trotz gelegentlicher Rückschläge weiter.

Der amtierende Präsident von Nintendo, ist Shuntarō Furukawa. Er arbeitet sein 1994 bei Nintendo und wurde im Juni 2018 zum neuen repräsentativen Direktor und Präsidenten der Firma bestimmt. Ein Artikel in der PC Games, zeichnet ein wohlwollendes Bild ( https://www.pcgames.de/Nintendo-Firma-15624/Specials/neuer-praesident-special-reportage-shuntaro-furukawa-1258731/ )

Lustige Fakten: SEATTLE (awp international) – An der Spitze von Nintendo of America steht bald ein Bowser. Präsident des amerikanischen Unternehmensteils von Nintendo wird aber nicht der Spiele-Bösewicht mit Stacheln auf dem Rücken namens “Bowser”, sondern ein Manager mit dem passenden Namen Doug Bowser.

1.2 News – Nintendo Aktienanalyse

Nintendo hat am 31.07.2019 seine Quartalsergebnisse veröffentlicht. Obwohl der Gewinn drastisch zurückgegangen ist, legten die Switch-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent auf rund 2,1 Millionen Geräte zu. Im ersten Quartal (bis 30.06.2019) steigerten die Japaner den Umsatz um 2,3 Prozent auf umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Beim Nettogewinn vermeldete der Konzern einen Rückgang im Vergleich zum vierten Quartal um 45 Prozent auf rund 137 Millionen Euro. Begründet wurde der Rück-gang seitens Nintendo durch Wechselkursverluste.

Laut Venturebeat, hatte Nintendo im Juli 6 Spiele in den Top 10 der meistgekauften Spiele.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – Nintendo Aktienanalyse

https://de.marketscreener.com/NINTENDO-CO-LTD-6491906/unternehmen/

Institutionelle Investoren, halten rund 48% der ausstehenden Aktien von Nintendo.

Nintendo hat im Jahr 2019 für das Geschäftsjahr eine Dividende von 810,00 JPY je Aktie ausgeschüttet, was einer Dividendenrendite zum Jahresende von 2,57% entspricht. Es wird einmal jährlich ausgeschüttet und die Ausschüttungsquote lag zuletzt bei rund 54% der Gewinne des Unternehmens.

Aktuell gibt es kein Aktienrückkaufprogramm und die Anzahl ausstehender Aktien hat sich in den letzten 5 Jahren kaum verändert. Aktuell sind rund 120,09 Mio. Aktien im Umlauf.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – Nintendo Aktienanalyse

UnternehmenGesamtkapitalrenditeEV/EBIT
Nintendo Co. Ltd.10,6315,05
Sony Corp.4,077,67
Microsoft Corp.14,8121,22
Bandai Namco Holdings Inc.11,6912,89
Konami Holdings Corp.8,879,31
Hasbro Inc.6,0536,04
Activision Blizzard Inc.9,5917,11
Electronic Arts Inc. 24,2517,93
Take-Two Interactive Software Inc.7,6758,48

1.5 Segmente und Umsatzverteilung

Nintendo berichtet nicht in klassischen Segmenten, sondern unterteilt seine Umsätze in die entsprechenden Produktkategorien, da das Unternehmen als ein einziges Segment behandelt wird.

Verkaufszahlen der weltweit meistverkauften Spielkonsolen bis Mai 2019 (in Millionen Stück)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160549/umfrage/anzahl-der-weltweit-verkauften-spielkonsolen-nach-konsolentypen/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261805/umfrage/weltweite-verkaufszahlen-des-nintendo-ds-und-nintendo-3ds/

Für das Geschäftsjahr 2019, gibt Nintendo in seinem Jahresbericht folgende Umsätze an:

Umsätze nach Produktkategorien

SegmentUmsatz in
Mio. JPY
Anteil am
Gesamtumsatz
Nintendo 3DS63.0355,26%
Nintendo Switch1.027.93785,62%
Andere61.6295,13%
Mobile, IP related income, etc. 46.0083,83%
Playing cards, etc.1.9490,16%

https://de.marketscreener.com/NINTENDO-CO-LTD-6491906/unternehmen/

Umsätze nach Regionen

RegionUmsatz in
Mio. JPY
Anteil am
Gesamtumsatz
United States 460.947 38,39%
Japan265.722 22,13%
Europa304.552 25,37%
Amerika Kontinent67.9485,66%
Sonstige101.389 8,45%

1.6 Wichtige Kennzahlen der Nintendo Aktienanalyse

https://www.infrontanalytics.com/fe-en/JP3756600007/Nintendo-Co-Ltd-/market-valuation
  • Verschuldungsgrad: Das Unternehmen hat keine langfristigen Schulden und damit keine nennenswerte Zinslast.
  • Anzahl ausstehender Aktien: Die Anzahl an ausstehenden Aktien hat sich in den vergangenen 5 Jahren nicht nennenswert verändert und liegt aktuell bei 120,091 Mio. Stück.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsatz in Mio. JPYEBIT in Mio. JPYoperative
Marge
2013635.422-36.410-5,7%
2014571.726-46.425-8,1%
201554.97824.77045,1%
2016504.45932.8826,52%
2017489.09529.3636,0%
20181.055.682177.55816,8%
20191.200.560249.70220,8%

Hier zeigt sich, dass die Margen mitunter sehr starken Schwankungen unterliegen. Betrachtet man die die Bilanzdaten, sieht man bei den Gewinnen ebenfalls starke Schwankungen.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. JPY
Veränderung
2013-49.878
2014-42.654+14,5%
201555.711+230,6%
201650.520-9,3%
20178.643-82,9%
2018142.599+1.549,9%
2019159.792+12,1%

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. JPY
Veränderung
20131.227.389
20141.118.281-8,9%
20151.167.446+4,4%
20161.160.777-0,6%
20171.250.840+7,8%
20181.319.034+5,5%
20191.409.712+6,9%

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

GeschäftsjahrDividenden
in JPY/Aktie
Earnings
per Share
KGV
2013100,0055,52182,10
2014100,00-183,59
2015180,00353,4850,00
2016150,00137,40116,45
2017430,00853,8730,26
2018590,001162,3040,32
2019810,001615,5219,54

Das mittlere KGV, über einen Zeitraum von 10 Jahren betrachtet, liegt bei ca. 35,52. https://www.gurufocus.com/stock/OTCPK:NTDOY/summary

1.7 Aussichten

Nach den aktuellen Einschätzungen, soll der Umsatz weiter wachsen, ebenso das EBIT und das Nettoergebnis, bis 2021. Ab 2022 wird hier von sinkenden Erträgen und Gewinnen ausgegangen. Die operative Marge, sowie die Nettomarge, sollen weiter leicht ansteigen.

Desweiteren geht man von soliden Cashflows und steigenden Buchwerten für die nächsten 3 Jahre aus. Die Finanzielle Situation soll weiterhin sehr stabil bleiben, was hier eine nahezu nicht vorhandene, langfristige Verschulung bedeutet.

https://de.marketscreener.com/NINTENDO-CO-LTD-6491906/fundamentals/

Weitere Schätzungen aus zusätzlichen Quellen, gehen nach dem Jahr 2022 von weiter rückläufigen Erträgen aus.

https://www.finanzen.net/schaetzungen/nintendo

1.8 Einteilung nach Peter Lynch der Nintendo Aktienanalyse

Nach den aktuellen Zahlen, sowie den Schätzungen bis 2021, ist Nintendo ein Fast Grower mit guten Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Da aber die Margen mitunter sehr stark, aber unregelmäßig schwanken, könnte man hier auch einen zyklischen Charakter unterstellen. Diese Zyklen entstehen mitunter durch Erfolg oder Misserfolg der Nintendoprodukte.

Empfehlung nach Peter Lynch: Geht man auf lange Sicht von steigenden Erträgen aus und nimmt die Umsatz- und Gewinnschwankungen in Kauf, kann man hier die Strategie für einen Fast Grower anwenden, das Unternehmen kaufen und Halten. Mittelfristig hat Nintendo vermutlich einen zyklischen Charakter, auf den sich die Strategie eines Zyklikers anwenden lässt, das Unternehmen beim Margentief zu kaufen und beim Margenhoch wieder zu verkaufen.


1.9 Levermann Score der Nintendo Aktienanalyse



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite13,2%0
2EBIT-Marge20,5%+1
3Eigenkapitalquote84,0%+1
4Kurs-Gewinn-Verhältnis26,15-1
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)38,8-1
6AnalystenmeinungKaufen (1,53)0
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(Nikkei 225)
-0,71%-1
8Gewinnrevision-1,61%0
9Kursverlauf der letzten 6 Monate+43,50%+1
10Kursverlauf der letzten 12 Monate+15,60%+1
11TrendumkehrNein0
12ReversaleffektKeiner0
13Erwartetes Gewinnwachstum+15,12%+1

Large-Cap. <=2 = VerkaufenGesamt+2

1.10 Piotroski F-Score der Nintendo Aktienanalyse

WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnNein0
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrJa1
6Current Ratio höher als im VorjahrJa1
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Ja1
8Bruttomarge höher als im VorjahrJa1
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt8

2. Detailanalyse der Nintendo Aktienanalyse

2.1 SWOT – Analyse

Stärken:

  • Nintendo verfügt über einen sehr starken und weit bekannten Markennamen. Das gilt zum einen für die Hardwareprodukte des Unternehmens, zum anderen für die von Nintendo entwickelten Spielserien. Die Langlebigkeit dieser Serien, sowie die Marke Nintendo, stellen gegenüber Wettbewerbern einen starken Wettbewerbsvorteil dar.
  • Der Vertrieb ist sehr gut organisiert und umfasst alle relevanten Vertriebswege. Darunter fallen Großhändler, Einzelhändler, teilweise eigene Läden, ein eigener Onlineshop und alle nennenswerten externen Internethändler, inklusive Amazon.
  • Nintendo verfolgt eine erfolgreiche Preisstrategie. Nach der Veröffentlichung neuer Produkte, startet die Initialphase mit hohen Preisen, die sukzessive abgesenkt werden und damit die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten steigert.
  • Langfristig hat Nintendo sehr gute Aussichten und es bestehen gute Geschäftsverbindungen mit der Walt Disney Co.
  • Nintendo ist sehr mitarbeiterfreundlich und verfügt über einen globalen Aktionsradius.

Schwächen:

  • Der Unternehmenserfolg von Nintendo hängt maßgeblich von wenigen Produkten ab. Den Hauptteil machen dabei die stationären und die Handheld Konsolen. Bleiben Erfolge aus, wie Beispielsweise bei den Konsolen WiiU oder dem Game Cube, kann das schwere Belastungen des Unternehmens mit sich bringen.
  • Die hohen Preise für Zubehör, wie Controller, Speichermodule und andere, fördern die Verbreitung von Ersatzprodukten fremder Hersteller. Hier kann auch stellenweise ein mangelnder Schutz des eigenen geistigen Eigentums vermutet werden.
  • Das Unternehmen arbeitet in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld und sieht sich der Konkurrenz von Sony Und Microsoft gegenüber. Als Ergebnis dieses Wettbewerbs, ist Nintendo ständig dazu gezwungen seine Produkte weiter zu entwickeln und neue Inhalte zu produzieren. Die starken Schwankungen der Margen sind auch dem starken Konkurrenzkampf geschuldet.
  • Viele Produkteinführungen, bedeuten aber auch hohe Werbekosten.

Chancen:

  • Eine Möglichkeit für Nintendo sein Geschäft zu vergrößern und neue Kunden zu Gewinnen, wäre die Ausweitung des Angebots für Mobilanwendungen. Durch die hohe Verbreitung von Smartphones, wäre hier auch eine weiteres Geschäftsfeld zu erschließen. Eine Diversifizierung in weitere Geschäftsfelder könnte weitere Potentiale heben.
  • Die schnelle Entwicklung der Netzinfrastruktur und immer mehr vernetzte Länder, bieten große Chancen, Inhalte über ein immer größeres Gebiet schnell zu verbreiten.
  • Die Entwicklung von Software durch Drittanbieter für Nintendos relativ einfache Technologie, könnte hier ebenfalls eine große Chance sein. Man hat die Möglichkeit, ohne eigenen Entwicklungsaufwand, neue Inhalte zu generieren.
  • Allgemein schreitet die technische Entwicklung immer weiter voran und könnte auch für Unterhaltungsunternehmen wie Nintendo immer mehr potentielle Gelegenheiten eröffnen, neue Produkte zu entwickeln.

Risiken:

  • Allgemeine Markt- und Währungsrisiken, die entstehen, wenn ein Unternehmen über viele Länder hinweg wirtschaftet, die neben eigenen Währungen auch eigene Rechtssysteme pflegen.
  • Die Hauptkonkurrenz geht zwar maßgeblich von Sony und Microsoft aus, aber es gibt immer mehr Nebenbewerber um Marktanteile. Das Risiko, hier auf einen potentiellen Rivalen zu stoßen, der größere Marktanteile für sich beanspruchen könnte, ist gegeben aber eher unwahrscheinlich. Es schränkt aber die Preismacht ein.
  • Die Markteintrittsbarrieren sind niedrig und sinken sogar tendenziell. Der Trend hin zu Online- und Smartphone basierten Spielen, könnte sogar gefährlich für das Geschäft von Nintendo sein.
  • Außerhalb seines Kerngeschäfts, hat Nintendo keine nennenswerte Diversifikation in andere Geschäftsfelder. Felder wie Mobilanwendungen, Fanartikel und so weiter, spielen eine nur geringe Rolle.

2.2 Bewertungsverfahren der Nintendo Aktienanalyse

Für die Bestimmung einer Preisspanne je Aktie, die ich als fair betrachten kann, verwende ich im folgenden Abschnitt mehrere Bewertungsverfahren. Ich verwende dazu Verfahren, die mir für das Unternehmen als angemessen und aussagekräftig erscheinen. Da mehrere Annahmen für die zukünftige Entwicklung von Nintendo getroffen werden müssen, orientiere ich mich an langfristigen historischen Entwicklungen, da ich von einem langen Anlagehorizont ausgehe und möglichst Vorsichtige Schätzungen verwenden will.

Wegen der geringen Dividendenrendite und den Schwankungen denen diese unterworfen ist, halte ich eine Dividendenbasierte Bewertung für ungeeignet, um Nintendo zu bewerten.

2.2.1 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis der Nintendo Aktienanalyse

Bei diesem werden über Fundamentaldaten und individuelle Faktoren Aufschläge auf ein Sockel KGV berechnet und diesem hinzuaddiert, um einen fairen Wert zu ermitteln. Da hier mehrere Annahmen über die zukünftige Entwicklung gemacht werden müssen, versuche ich diese sehr konservativ zu treffen. Zwar ist die Bewertung mit einem KGV von 25,9 relativ hoch, aber das Verfahren kann hier einige Aufschlüsse geben, ob die Bewertung in einem angemessenen Bereich liegt.

Das 10-Jahres-Tief des KGV lag für Nintendo bei etwa 7,13. Für das Unternehmen finde ich ein Sockel-KGV von 8,00 eine gerechtfertigte Annahme.

Das faire KGV errechnet sich aus den folgenden Komponenten:

Nintendo hat über einen sehr langen Zeitraum keine langfristigen Schulden, damit keine nennenswerte Zinsbelastung und eine hohe Eigenkapitalquote von 83,4%. Das honoriere ich mit einem KGV-Aufschlag von 2,00.

Nintendo hat zwar in einen sehr guten Markennamen, aber das Geschäftsfeld ist sehr von Wettbewerb geprägt und die Markteintrittsbarrieren sind sehr niedrig. Darum gehe ich trotz der guten Umsatzrendite von einem eher starken Wettbewerb aus. Für das Wachstum rechne ich ebenfalls mit einem konservativen Wert von 5,00%, wobei ich mich am langfristigen Mittelwert der letzten 20 Jahre orientiere.

Anmerkung: Als Mittelwert verwende ich das geometrische Mittel, nicht das arithmetische Mittel. Damit erhalte ich einen de facto Zinssatz, mit dem sich der Basiswert auf Jahresbasis entwickelt.

Ich konnte für Nintendo 7 individuelle Faktoren formulieren, die mir relevant erscheinen und jeden dieser Faktoren mit einem Aufschlag von 0,5 auf das KGV honoriert.

Als Ergebnis, erhalte ich ein theoretisches faires KGV von 17,50. Bezogen auf die aktuellen Gewinne aus dem Geschäftsjahr 2019, sowie der Anzahl ausstehender Aktien, ergibt sich daraus ein möglicher fairer Wert von 28.271,54 JPY je Aktie. Verwendet man bei der Berechnung die erwarteten Gewinne des Geschäftsjahres 2020, kommt man auf einen möglichen fairen Wert von 34.215,14 JPY je Aktie.

2.2.2 Gewinnrenditendiskontierung Nintendo Aktienanalyse

Dieses Verfahren ist eine einfache Form der Abzinsung. Ich unterstelle hier eine Wachstum der Gewinne je Aktie auf Nachsteuerbasis für die kommenden 10 Jahre, und berechne aus dem sich daraus ergebenden Wert die Gewinnrendite auf den aktuellen Aktienkurs. Diese zinse ich danach mit einem festgelegten Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mit einem angenommenen KGV, entweder dem mittleren KGV einer bestimmten Periode oder dem fairen KGV, berechne ich im Anschluss den angenommenen fairen Wert des Unternehmens je Aktie.

Ich habe mich wieder am langfristigen geometrischen Mittel orientiert und unterstelle bei dieser Berechnung ein EPS-Wachstum von 5,00% p.a. über die nächsten 10 Jahre. Standardmäßig rechne ich mit einem Abzinsungsfaktor von 12,00% und als KGV rechne ich mit dem aktuellen KGV von 25,93, da sich dieses bereits unter dem 10-Jahrs-Mittel befindet. Alternativ kann auch mit dem fairen KGV gerechnet werden. Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre von über 35 halte ich dagegen für eine zu hohe Annahme, da ich möglichst konservativ bleiben will.

Daraus errechne ich einen fairen Wert von 21.969,83 JPY je Aktie.

2.2.3 Cashflowdiskontierung Nintendo Aktienanalyse (Brutto- und Nettoverfahren)

Um auch auf Cashflows basierende Bewertungen zu verwenden, habe ich mich hier dafür entschieden, das Unternehmen einmal mit dem Bruttoverfahren zu bewerten, bei denen ich von den Free Cashflows to Firm (FCFF) ausgehe, und mit dem Nettoverfahren, basierend auf den Free Cashflows to Equity (FCFE). Beide Methoden unterscheiden sich in der Berechnung der zugrunde liegenden Werte und ich verwende diese Verfahren um eine mögliche Spannweite zu berechnen, in der sich ein fairer Wert bewegen könnte.

Ich rechne hier wieder Standardmäßig mit einem Abzinsungsfaktor von 12,00% p.a., wobei ich auch für den Terminal Value von 12,00% ausgehe. Das Wachstum der spezifischen Cashflows, nehme ich in beiden Fällen mit 10% an, da sich in der langfristigen Betrachtung die Free Cashflows besser entwickelt haben, als Umsatz und Gewinn. Den prognostizierten und abgezinsten Zeitraum veranschlage ich auf 10 Jahre, einschließlich des Terminal Value.

Für das Bruttoverfahren errechnet sich ein theoretischer fairer Wert von 28.006,95 JPY je Aktie.

Für das Nettoverfahren errechnet sich ein theoretischer fairer Wert von 15.849,40 JPY je Aktie.

Die Spannweite ist hier sehr breit ausgefallen, was die Zuverlässigkeit des Verfahrens mindert. Damit wäre eine Anwendung nur mit einer Sicherheitsmarge ratsam.

2.2.4 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognosezeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Hier zeigt sich für den Betrachtungszeitraum, dass vor allem bei den Renditen (Return on Investment, Eigenkapitalrendite, Gesamtkapitalrendite) nur niedrige Durchschnittswerte erreicht wurden. Die Tilgungszeiträume für das Fremdkapital sind zwar sehr gut, aber die Managementleistung kommt bei dieser Auswertung trotzdem nur auf 62%.

2.3 Zusammenfassung der Nintendo Aktienanalyse und Fazit

Die Nintendo Co. Ltd., ist ein Unternehmen mit langer Geschichte und einigen Herausragenden Markennamen in ihrem Besitz. Das Unternehmen hatte lange Jahre Zeit um unter Beweis zu stellen, dass es in der Lage ist seine Inhalte und Produkte ständig weiter zu entwickeln und hervorragend zu vermarkten. So war Nintendo trotz des Aufkommens starker Konkurrenten in der Lage, sich in seinem Geschäft zu behauten und die Marktführerschaft im Bereich der Handheld Konsolen zu erringen und zu halten. Es ist aber auffällig, wie Nintendo zwischen großen Erfolgen wie zuletzt der Nintendo Switch und dem Game Boy, und Enttäuschungen wie dem Game Cube und der WiiU hin und her schwankt. Das macht eine Prognose der zukünftigen Entwicklung des Geschäftes sehr schwierig. Damit ist der Erfolg einer Investition in Nintendo aber auch sehr stark vom Einstiegskurs abhängig.

Ich rechne damit, dass Nintendo auch in Zukunft ein gutes Geschäft betreiben wird, dieses allerdings unter größeren Schwankungen. In Anlehnung an das faire KGV-Verfahren, betrachte ich einen Bereich zwischen 28.000,00 und 32.000,00 JPY je Aktie als faire Bewertung. Wenn ich noch die beiden anderen Verfahren als Kontrolle heranziehe, rechne ich mit einer Sicherheitsmarge von 25%. Draus ergibt sich ein Bereich von 21.000 bis 24.000,00 JPY je Aktie.

Mein Fazit: Nintendo ist ein interessantes Unternehmen und vor allem seine starken Marken sind ein klarer Punkt für das Unternehmen. Aktuell ist Nintendo aber kein interessantes Investment, sondern bleibt lediglich auf der Liste zu beobachtender Unternehmen. Ein interessanter Bereich bleibt daher zunächst die Spanne von 28.000,00 bis 32.000,00 JPY je Aktie. Ab diesem Kursbereich wäre mein Interesse erneut geweckt.

Ich hoffe die Lektüre war interessant und Aufschlussreich

Peter Merkle

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