Modern Value Investing

Nestlé S.A. – Unternehmens- und Aktienanalyse

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zu Nestlé S.A. aus der Schweiz.

Disclaimer

Die von uns bereitgestellten Inhalte (Videos, Artikel, Podcast sowie alle sonstigen Veröffentlichungen) sind keine Handlungsempfehlung, keine Aufforderung zum Kauf, keine Empfehlung für ein Finanzprodukt und keine Anlageberatung. Wir übernehmen keine Garantie, Zusicherung oder sonstige Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und/oder Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Von unseren eigenen Inhalten sind Links auf die von anderen Anbietern bereitgehaltenen Inhalte zu unterscheiden. Für den Inhalt der verlinkten Seiten bzw. Medien sind ausschließlich deren Betreiber bzw. Anbieter verantwortlich. Wenn wir feststellen oder von anderen darauf hingewiesen werden, dass eine konkrete Veröffentlichung, zu der wir einen Link bereitgestellt haben, rechtswidrig ist (insbesondere einen zivil- oder strafrechtlichen Verstoß darstellt), werden wir den Link auf diese Veröffentlichung aufheben. Wir überprüfen die verlinkten Inhalte nicht ständig auf Veränderungen, die eine Rechtswidrigkeit begründen könnten.

Video

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Übersicht

Alle relevanten Fundamentaldaten, sind auf der Seite der Investor Relations von Nestlé zu finden. Auch hier auf der Hauptseite der FINMA, der schweizer Behörde für die Finanzmarktaufsicht und hier auf der Seiter der SIX Exchange Regulation und hier auf der entsprechenden Seite der SIX Stock Exchange können Daten zum Unternehmen gefunden werden.

Unternehmen und Geschäftsmodell

Unternehmen und Geschäftsmodell
Internationaler Hauptsitz des Gesamtkonzerns in Vevey, Kanton Waadt in der Schweiz
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Nestl%C3%A9

Das Unternehmen Nestlé S.A. ist einer der bekanntesten und global der größte Nahrungsmittelkonzern und das größte Industrieunternehmen der Schweiz, das auf der Forbes Global 2000 Liste den Platz 42 einnimmt (Stand Mai 2019). Die Firma stellt heute in rund 447 Fabriken und Werken in über 189 Ländern Lebensmittel her und ist laut Fortune Global 500 unter der Liste der 100 umsatzstärksten Unternehmen der Welt zu finden. Der Name des Unternehmens bedeutet Schwäbischen, ein in Teilen Baden-Württembergs, im Südwesten Bayerns sowie im äußersten Nordwesten Tirols gesprochener deutscher Dialekt, soviel wie „kleines Nest“ und korrespondiert mit dem Firmenlogo. Das Logo war das Familienwappen des Gründers Heinrich Nestle (ab 1839 Henri Nestlé) und stellt einen Vogel bei der Brutpflege dar, eine Anspielung auf die Ursprünglichen Produkte der Firma. Nestlé S.A. ist eine Holdinggesellschaft für rund 200 Betriebseinheiten, die eine Vielzahl von Produkten herstellen und verkaufen, darunter Kaffee, Säfte, Schokolade und Malzgetränke, Pralinen und Süßwaren, kulinarische und gekühlte Produkte, Milchprodukte, Babynahrung, Tiefkühlkost und Speiseeis, Tiernahrung und sogar pharmazeutische Produkte. Dabei umfasst die Anzahl an Marken im Besitz von Nestlé über 7.500 Einzelmarken, darunter bekannte Marken wie Nespresso, Nescafé, Kit Kat, Smarties, Nesquik, Stouffer’s, Vittel und Maggi. Bekannt wurde Nestlé im Lauf seiner Firmengeschichte aber auch wegen Zahlreicher Kontroversen und Kritiken an der Unternehmenspolitik und dem Verhalten der Firma. Die Kritik an Nestlé entzündet sich immer wieder an Umweltvergehen, dem Vorwurf der Wasserausbeutung, Regenwaldzerstörung und ungesunder Babynahrung sowie der Ausbeutung von Kindern für die Kakaoproduktion. Das führte immer wieder zu Boykotten und harter Kritik sowie schweren Imageschäden für die Firma. Der internationale Firmensitz von Nestlé liegt in Vevey im Schweizer Kanton Waadt, das am Ostufer des Genfersees liegt und als ein Zentrum der Schweizer Schokoladenindustrie bekannt ist. Das Aktienregister liegt allerdings in Cham, im Kanton Zug, weshalb die Stadt als zweiter Firmensitz betrachtet werden kann. Außerdem befinden sich zahlreiche weitere Standorte in der Schweiz, wie zum Beispiel zwei Standorte in Lausanne, im Kanton Waadt, wo mit dem Nestlé Research Center (NRC) und dem Nestlé Institute of Health Sciences (NIHS) zwei Forschungseinrichtungen unterhalten werden, die über die Hälfte aller Entwicklungsarbeiten des Unternehmens leisten. Heute ist das Unternehmen an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange, bestehend aus den drei Börsen in Genf, Basel und Zürich mit Hauptsitz in Zürich, gelistet und wird unter der ISIN CH0038863350 gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 291 Mrd. Schweizer Franken. Laut Statista wurden im Jahr 2020 rund 7.182.390 Mio. Schweizer Franken im Bereich Lebensmittel umgesetzt. Nestlé hat hier einen Anteil von rund 1,3 Prozent.

Standorte des Unternehmens in der Schweiz und Betriebsschwerpunkte
Quelle: https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/standorte

Das Kerngeschäft von Nestlé liegt vollständig im Bereich der Lebensmittelproduktion und verteilt sich hier auf verschiedene Produktkategorien mit zahlreichen Marken. Auf der Homepage des Unternehmens ordnet dieses seine Marken nach verschiedenen Produktkategorien zu Gruppen, von denen es insgesamt 8 gibt. Im folgenden wird ein kurzer Überblick über die von Nestlé angegebenen Produktgruppen und zugehörigen Marken geben, die allerdings nicht alles lückenlos abdeckt.

Nestlé ProduktgruppenMarken
BabyprodukteZu den Babyprodukten gehören die Marken BEBA, Baby Cereals, NaturNes Bio und Lactoplus. Weitere Marken der Babyprodukte sind Cerelac, Yogolino, Bébé und Little Steps. Das Produktangebot erstreckt sich hier von Babymilch und Babynahrung bis zu Snacks für kleine Kinder, wie beispielsweise die Nature´s Selection Bio-Marke sie darstellen und verschiedene Brei-Sorten. Lactoplus ist dagegen ein Zusatz für handelsübliche Kuhmilch, der Vitamine und Eisen ergänzen soll. Bébé umfasst ein Angebot an Getreidepulvern die als Zusatz für Babymilch gedacht sind.
CerealienCerealien als Produktkategorie umfasst mehrere Produktmarken, die unter Nestlé Cerealien zusammengefasst sind. Produkte von Nestlé in dieser Kategorie sind hauptsächlich Frühstücks-Lebensmittel, zu denen die Marken Cornflakes, Cookie Crisp, Cini Minis, Lion Cereals, Nesquik, Multi Cheerios und das Müsli der Marke FITNESS gehören.
Glacen und MilchprodukteZu dieser Produktgruppe gehöre die Speiseeis-Marken Mövenpick und Frisco, die Desserts der Marken Stalden und la Laitiére sowie die Jogurt-Marken Hirz und LC1.
Kaffee und warme GetränkeZu dieser Produktgruppe gehören neben der bekannten Kakao-Marke Nesquik eine Reihe andere Marken. Die Kaffeemarken Nespresso und Nescafe gehören dazu, ebenso die Systemprodukte und Kaffeesorten die unter der Marke Nescafe Dole Gusto vermarktet werden. Abgerundet wird das Angebot durch die Tee-Marke Special T. Außerdem wird in dieser Produktkategorie auf die bekannte Kaffee-Kette Starbucks verwiesen.
Kulinarische ProdukteUnter diese Produktkategorie fallen Produkte wie Pizzateig und Fertigpizza in verschiedenen Sorgen und Formen, die unter der Marke Buitoni verkauft werden. Dazu gehört auch die Marke Findus, unter welcher Protein und Low Carb Produkte, Fisch, Schlemmerfilets, Spinat, verschiedenes Gemüse, Plätzli, Pastas und Grains, Snacks, Fleisch und Kartoffelspezialitäten verkauft werden. Unter der Marke Leisi kommen noch verschiedene Teige hinzu, wie Mürbeteig, Kuchenteig, Blätterteig, Teige in Flüssiger Form und speziell für die Bedürfnisse der Gastronomie. Die im deutschsprachigen Raum besonders bekannten Marken Maggi und Thomy fallen ebenfalls unter diese Kategorie und erweitern das Angebot um verschiedene Sorten Brühen, Gewürzmischungen und Aromen, auch um die bekannte Flüssigwürze von Maggi. Thomy steht hier noch für verschiedene Soßen, wie beispielsweise Paprika oder BBQ Sauce, Mayonnaise und Senf.
MineralwasserAls Mineralwassermarken führt das Unternehmen hier S.Pellegrino und Henniez an. Aber auch die bekannte Marke Vittel gehört hierzu, unter deren Name Mineralwasser und mit Geschmack versetzte Getränke vermarktet werden.
SchokoladeHierzu gehören die Schokolader dar Marke Cailler und die bei Kindern beliebte Marke Smarties. Auch Markenprodukte wie KitKat und Lion gehören in dieses Segment.
TiernahrungHier verkauft Nestlé seine Tiernahrung der Marke Purina.

Die hier aufgeführten Marken stellen lediglich einen keinen Ausschnitt des Portfolios dar, über das der Nestlé Konzern verfügt. Für seine Segmentberichterstattung teilt das Unternehmen die Geschäftsbereiche etwas anders ein.

Liste von Marken der Nestlé S.A.

Das internationale Forschungszentrum in Lausanne
Quelle: https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/forschung

Das Unternehmen verfügt global auch über große Forschungskapazitäten und investierte zuletzt 2019 rund 1,7 Mrd. schweizer Franken in seine Entwicklungstätigkeit. Rund 55 Prozent dieses Budgets werden nach Firmenangaben in der Schweiz verwendet, wo der größte Teil der Entwicklungs- und Forschungsarbeit geleistet wird. Dafür unterhält das Unternehmen zwei Standorte in Lausanne, im Kanton Waadt, wo im Nestlé Research Center (NRC) und im Nestlé Institute of Health Sciences (NIHS) geforscht wird. Das Unternehmen schreibt hierzu folgendes:
Das NRC war Nestlés erstes Forschungszentrum überhaupt: Es wurde 1987 eingeweiht. Es bringt Wissenschaft und Technologie voran – von der Grundlagenforschung zu Ernährung und Gesundheit bis zur angewandten Forschung für die Produktentwicklung. Heute zählt das NRC rund 600 Beschäftigte, darunter über 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 50 Nationen: Ernährungsspezialisten, Biochemiker, Physiker, Immunologen, Pharmazeuten, IT-Spezialisten, Mathematiker, Sensoriker, Nahrungsmitteltechnologen, Verpackungs-und Designexperten und viele mehr.

Neue Züricher Zeitung: „Es fing an mit Kindermehl

Geschichte des Unternehmens

Geschichte des Unternehmens

Das heutige Unternehmen Nestlé entstand durch den Zusammenschluss der Farine Lactée Henri Nestlé lk.A und der Anglo-Swiss Condensed Milk Company im Jahr 1905. Beide Unternehmen wirtschafteten im selben Bereich und wurden beide im Jahr 1866 gegründet.

Henri Nestlé; Gründer
des Unternehmens

Farine Lactée Henri Nestlé lk.A: Der Gründer des Unternehmens war der Apotheker deutscher Abstammung Henri Nestlé, der am 10. August 1814 in Frankfurt am Main, Hessen im heutigen Deutschland (damals Freie Stadt Frankfurt) geboren wurde und aufgewachsen ist. Er war das elfte von insgesamt 14 Kindern des Glasermeisters Johann Ulrich Matthias Nestle und dessen Frau Anna Maria Catharina. 1829 begann er in der Brückenapotheke in Frankfurt am Main eine Lehre zum Apotheker, die er 1833 beendete. Zu dieser Zeit war es für ausgelernte Gesellen eines handwerklichen Berufes üblich und vorgeschrieben, auf Wanderschaft zu gehen. So wanderte Heinrich Nestle 1839 in die französische Schweiz aus und änderte seinen Namen in Henri Nestlé. Er lies sich in der Stadt Vevey nieder und fand dort eine Anstellung bei einem örtlichen Apotheker, nachdem er erfolgreich die Zulassung zum Apothekergehilfen abgelegt hatte.

Justus von Liebig (1866), deutscher Chemiker und Universitätsprofessor in Gießen und München; erkannte, dass Pflanzen wichtige anorganische Nährstoffe in Form von Salzen aufnehmen, und begründete durch seine Forschung die moderne Mineraldüngung und den Beginn der Agrochemie; entwickelte ein Herstellungsverfahren für Rindfleisch-Extrakte sowie moderne Analyseverfahren und gründete die renommierte Zeitschrift Justus Liebigs Annalen der Chemie; mit zwei anderen Forschern entdeckte er das Narkosemittel Chloroform; entwickelte zahlreiche Geräte für den Laborgebrauch, z.B. Liebigkühler
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Justus_von_Liebig

Dank der Förderung durch seinen Meister, familiärer Unterstützung und eigenes unternehmerisches Denken, konnte Nestlé 1843 eine Mühle mit angeschlossener Brennerei erwerben. Hier begann er, EssigKnochenmehlLikör und Öl herzustellen. Nebenbei versuchte er sich auch in der Senf– und Mineralwasserproduktion, sowie Limonaden. Die Produktion musste 1847 nach zwei krisenhaften Jahren eingetellt werden. Mit einem kleinen Laboratorium, das er sich 1849 einrichtete, begann Nestlé damit Mineraldünger und ein Flüssiggas aus Pflanzenöl zu produzieren. Er verkaufte dieses Gas beispielsweise als Brennstoff für die Straßenbeleuchtung an die Stadt Vevey und handelte auch mit Petroleum und Petroleumlampen. Ab Mitte der 1850er Jahre war Nestlé mit Jean Balthasar Schnetzler befreundet, einem Naturwissenschaftler, der ab 1869 zum Professor für Naturkunde an der Académie de Lausanne berufen wurde. Schnetzler beriet die Stadt Vevey in Sachen Gasbeleuchtung und war auch später noch für Nestlé eine Art Spiritus rector. Das Gasgeschäft lief von 1858 bis 1862, aber bereits früh kam es zu finanziellen Schwierigkeiten, als die Stadtverwaltung begann auf Steinkohlegas umzurüsten. Diese Entwicklungen zwangen Henri Nestlé dazu, sich neue Geschäftsfelder zu suchen. Schließlich begann er mit ersten Versuchen zur Herstellung künstlicher Säuglingsnahrung, speziell von Muttermilchersatz, die aber zunächst erfolglos blieben. Erst mit der Entwicklung der ersten Fertigprodukte für Säuglinge durch den deutschen Chemiker Justus von Liebig, gelang Nestlé der Durchbruch. Er erweiterte Liebigs Rezeptur um kondensierte Milch und brachte 1868 sein Produkt Henri Nestle’s Kindermehl auf den Markt. Damit begann die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Die Firma Nestlé wurde für die Massenproduktion umgerüstet und brachte das Geschäft in Gang. Beginnend 1874 zog sich Henri Nestlé nach und nach aus dem Unternehmen zurück und verkaufte 1875 den Betrieb an seine Geschäftsfreunde Gustav MarquisJules Monnerat, einem Abgeordneten von Vevey der Vorsitzender wurde und Pierre-Samuel Roussy, der Nestlé mit Mehl beliefert hatte. Nestlé verstarb am 07. Juli 1890 im Alter von 76 Jahren in Glion. Das von ihm begründete Unternehmen arbeitete aber profitabel und konnte sein Geschäft kontinuierlich ausbauen. Bereits als er die Firma verlies, belieferte die Firma

„In der modernen Wissenschaft gibt es keinen Glauben, was wir nicht wissen, ist ein weißes Blatt, welches wir suchen müssen zu beschreiben.“ Zitat Henri Nestlé – 1875; Quelle: https://www.nestle.de/unternehmen/geschichte/portrait-heinrich-nestle

1875 entwickelte ein Freund und Nachbar von Henri Nestlé, Daniel Peter, durch die Kombination von Milch und Kakaopulver die Milchschokolade. Nach jahrelanger Forschung gab er 1873 die Idee mit Milchpulver auf und versuchte es mit Kondensmilch. 1875 schließlich hatte er eine aus KakaoZucker und Kondensmilch bestehende Schokolade entwickelt, die beim Publikum zu einem Großerfolg wurde: Dies gilt in vielen Veröffentlichungen noch immer als das Erfindungsdatum der Milchschokolade, wobei die erste Milchschokolade nachweisbar 1839 von Jordan & Timaeus in Dresden hergestellt wurde. 1887 wurde eine verfeinerte Milchschokolade unter dem Markennamen Gala Peter lanciert. 1901 baute Peter die heute noch bestehende Fabrik in Orbe. 1904 fusionierte Peter-Cailler et Compagnie mit Kohler, 1911 taten sich die beiden mit Cailler zusammen. 1929 schlossen sich die Schokoladeproduzenten Peter, Cailler, Kohler und Nestlé schließlich zusammen. Bis 1898 sah die Firmenpolitik von Nestlé die Produktion nur in der Schweiz vor um internationale Märkte zu beliefern. In diesem Jahr beschloss das Unternehmen schließlich, sich mit dem Kauf eines norwegischen Kondensmilchunternehmens aus der Schweiz heraus zu bewegen. Zwei Jahre später, im Jahr 1900, eröffnete Nestlé eine Fabrik in den Vereinigten Staaten und es folgten in schneller Folge Großbritannien, Deutschland und Spanien. Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich Nestlé auch mit Schokolade, ein logischer Schritt für ein Unternehmen mit Sitz in Vevey, dem Zentrum der Schweizer Schokoladenindustrie. Nestlé wurde Partner der Swiss General Chocolate Company, dem Hersteller der Marken Peter und Kohler. Im Rahmen ihrer Vereinbarung produzierte das Schokoladenunternehmen die erste Milchschokolade der Marke Nestlé, während sich Nestlé auf den weltweiten Verkauf der Marken Peter, Kohler und Nestlé konzentrierte. Das war im Jahr 1904.

Anglo-Swiss Condensed Milk Company: Wie Henri Nestlé gründeten im Jahr 1866 die beiden Brüder Charles und George Page aus Lee County im US-Bundesstaat Illinois ihr Unternehmen Anglo-Swiss Condensed Milk Company in Cham im Kanton Zug in der Schweiz. Charles Page war amerikanischer Vize-Konsul für Handel in Zürich und erkannte in der Schweiz einen idealen Standort für eine Kondensmilchfabrik mit Zugang zu den benötigten landwirtschaftlichen Erzeugnissen, sprich Kuhmilch und dem Zugang zum europäischen Markt.

Als Erfinder der Kondensmilch in Dosen gilt der französische Konditor Nicolas Appert. Für seine besonderen Leistungen auf dem Gebiet der Konservierung von Obst wurde er 1810 mit einem Preis der französischen Regierung ausgezeichnet – verbunden mit der Auflage, ein Buch zu veröffentlichen. In diesem entwickelte er im selben Jahr die Idee der gleichartigen Konservierung von Milch in Dosen, was ihm schließlich 1827 erstmals gelang. Der Amerikaner Gail Borden entwickelte als erster ein industrielles Verfahren zur Herstellung von Kondensmilch und erhielt hierfür am 19. August 1856 das Patent und gründete 1864 die New York Condensed Milk Company.

Nach einem gescheiterten Versuch von Charles Page, „Borden Milk“ für den europäischen Markt als Lizenznehmer zu produzieren, folgte 1866 die Firmengründung. Der englische Name der Firma sollte insbesondere den Briten schmeicheln, da Charles Page vor allem den englischen Markt beliefern wollte. Die Brüder Page waren damit die ersten Anbieter von Kondensmilch in Europa und vertrieben sie unter der Marke „Milchmädchen“. Für ihre Fabriken führten die beiden Gründer industrielle Produktionsmethoden und -maschinen aus den USA in die Schweiz ein, die sie unter anderem von Gail Borden übernommen hatten. Die große Nachfrage sorgte für eine schnelle Profitabilität der jungen Firma. Besonders waren Spitäler und Kinderheime an der leicht zu lagernden Konsensmilch interessiert und wurden zu wichtigen Großabnehmern. Der Erfolg der Anglo-Swiss rief unzählige Nachahmer in Europa auf den Plan: Bis 1872 entstanden 25 weitere Milchkondensfabriken. Die Anglo Swiss reagierte mit Aufkäufen und neuen Fabrikgründungen: Die Fabriken im schweizerischen Düdingen und Gossau (1872) sowie im englischen Middlewich und Aylesbury (1874) waren nur der Anfang einer langjährigen Strategie, Konkurrenten durch Aufkaufen zu eliminieren. Ebenfalls 1872 expandierte die Firma über die Schweiz hinaus mit dem Bau einer Fabrik in Chippenham in England. Der Bau eigener Fabriken gehörte ebenfalls zur Unternehmensstrategie und war mit Blick auf die politische Lage in Europa auch notwendig. Durch das Aufkommen nationalistischer Tendenzen in den europäischen Staaten, entstanden zunehmend Hindernisse durch staatliche Protektion und die Eröffnung neuer Werke in den jeweiligen Ländern sollte das Unternehmen davor schützen, von seinen Zielmärkten abgeschnitten zu werden. Kondensmilch wurde zu einem Grundnahrungsmittel und selbst die Wirtschaftskrise 1875 hatte keinen Einfluss auf den Firmenumsatz. Charles Page verstarb schließlich 1873 und die Firmenleitung wurde seinem Bruder George Page anvertraut, sowie den Investoren von Anglo-Swiss. 1874 expandierte das Unternehmen weiter in England mit dem Kauf der Condensed Milk Company in London.

Ab 1882 expandierte die Anglo Swiss dann in die USA durch den Kauf einer ersten Fabrik in Middletown, hauptsächlich um dem Einfuhrzoll zu entgehen und bauten um 1889 im Heimatort der Gebrüder Page, in Dixon (Illinois), sogar die damals größte Kondensmilchfabrik der Welt. Der US-Hauptkonkurrent Borden Milk Products LP war aber zu stark – auch weitere Fabrikkäufe- und Gründungen konnten nicht verhindern, dass sie diesen Markt schließlich 1902 wieder an Borden abtraten. Unter Page hatte Anglo-Swiss versucht den US-Markt stärker für sich zu gewinnen und Borden Konkurrenz zu machen. Auch dafür wurden die bereits genannten Werke in Middletown und Dixon errichtet. Das hatte zur Folge, dass der europäische Markt zunehmend aus dem Fokus geriet und Nestlé sich dort sehr gut ausbauen konnte.

Zertifikat über 100 Aktien der Nestlé and Anglo-Swiss Condensed Milk Co. vom 1. November 1918
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nestl%C3%A9#Geschichte

Die beiden Unternehmen Anglo-Swiss Condensed Milk Company und Farine Lactée Henri Nestlé lk.A wirtschafteten bisher in eng beieinander liegenden Bereichen, aber 1877 änderte sich das mit der Produkteinführung von Käse und Milchnahrung für Babys durch die Anglo-Swiss Company. Damit traten die Firmen in direkte Konkurrenz zueinander. Beide Firmen versuchten sich erfolglos im Markt des jeweils anderen durchzusetzen und George Page versuchte auch Nestlé aufzukaufen. Eine bereits vorhandene Idee für die Fusion der beiden Firmen wurde von George Page bis zu seinem Tod 1899 strikt abgelehnt. Erst mit seinem Tod und einer Änderung in der Firmenpolitik von Anglo-Swiss wurden Verhandlungen zwischen Anglo-Swiss und Nestlé aufgenommen, die 1905 mit der Fusion der Unternehmen erfolgreich waren. Das aus der Fusion hervorgegangene Unternehmen wurde Nestlé und Anglo Swiss Condensed Milk Company benannt. 1977 wurde der Name zur heute bekannten Nestlé abgekürzt. Die Verwaltung der so entstandenen Firma wurde über zwei Standorte organisiert, einem in Vevey und einem in Cham in der Schweiz. Mit Emile-Louis Roussy als Vorsitzendem umfasste das Unternehmen nun sieben Fabriken in der Schweiz, sechs in Großbritannien, drei in Norwegen und jeweils eine in den USA, Deutschland und Spanien.

Zum Zeitpunkt der Fusion war Australien der zweitgrößte Exportmarkt von Nestlé. 1906 wurde von der australischen Regierung der Einfuhrzoll auf entsprechende Produkte von Nestlé erhöht. Das Unternehmen reagierte auf diese Entwicklung mit dem Kauf eines großen ortsansässigen Kondensmilchunternehmens, der Cressbrook Dairy Company in Brisbane. Nach und nach ersetzte das Unternehmen Handelsvertreter durch Tochterunternehmen und konnte den Umsatz kontinuierlich ausbauen. Im asiatischen Raum wuchs der Bedarf rasant. Einen enormen Einschnitt erlebte das Geschäft von Nestlé 1914, als beim Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 wurden der Thronfolger Österreich-Ungarns Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg ermordet wurden und die folgenden Ereignisse den Ersten Weltkrieg auslösten. Zwar war die Schweiz neutral in diesem Konflikt, aber die Operationen in den Kriegführenden Staaten, besonders in Großbritannien und dem Deutschen Kaiserreich waren ernsthaft gestört. Obwohl die Produktion in den ersten Kriegsmonaten in vollem Umfang fortgesetzt wurde, entwickelten sich bald starke Einschnitte. Bis 1916, insbesondere in der Schweiz, führte der Mangel an Frischmilch dazu, dass die Fabriken von Nestlé häufig fast ihre gesamte Milchversorgung verkauften, um den Bedarf der örtlichen Städte decken zu können. Versandhindernisse, erhöhte Herstellungs- und Betriebskosten sowie Einschränkungen bei der Nutzung von Produktionsanlagen und Unterbrechungen der Handelsrouten trugen zu den Schwierigkeiten von Nestlé während des Krieges bei, ebenso ein weiterer Rückgang der Frischmilchversorgung aufgrund von Viehknappheit.

Das Unternehmen suchte in der Folge nach Möglichkeiten den Betrieb aufrecht zu erhalten. Dazu expandierte Nestlé in vom Krieg weniger betroffene Regionen wie insbesondere die USA und Australien, wo bestehende Fabriken gekauft wurden und Beziehungen zu bestehenden Unternehmen aufgebaut wurden. Diese Infrastruktur nutzte Nestlé dazu um den Bedarf von Regierungen zur Truppenversorgung du decken und belieferte so beispielsweise die Britischen Streitkräfte mit Nestlé Dosenmilch ab 1915. Durch diese Firmenstrategie und den verschiedenen Armeen als Großabnehmer, konnte Nestlé auf Hochtouren produzieren. 1916 wurde das norwegische Milchunternehmen Egron übernommen welches ein Sprühtrocknungsverfahren für die Produktion von Milchpulver patentiert hatte. Bis 1917 waren 40 Fabriken im Besitz von Nestlé und bis 1918 hatte das Unternehmen seine Produktion des Jahres 1914 verdoppelt als der Erste Weltkrieg endete. In Australien konnte das Unternehmen bis 1920 eine Mehrheitsbeteiligung an drei Unternehmen erwerben. Im selben Jahr begann Nestlé mit der Produktion in Lateinamerika, als es in Araras, im Bundesstaat São Paulo in Brasilien, eine Fabrik gründete. Die erste einer Reihe lateinamerikanischer Fabriken. Bis 1921 hatte das Unternehmen insgesamt 80 Fabriken und 12 Tochtergesellschaften und verbundene Unternehmen und führte erfolgreich sein Milchpulver namens Lactogen ein. Allerdings hatte die ungezügelte Expansion der Firma 1921 auch zum ersten Verlust geführt den das Unternehmen melden musste. Der Aktienmarkt reagierte darauf mit Panik. Das Unternehmen erklärte, dass der Verlust von 100 Millionen Schweizer Franken auf die steigenden Preise für Rohstoffe wie Zucker und Kohle sowie auf eine Handelskrise zurückzuführen sei, die zu einem stetigen Rückgang der Kaufkraft der Verbraucher geführt habe, verbunden mit sinkenden Wechselkursen nach dem Krieg, die das Unternehmen dazu zwangen die Preise zu erhöhen.

Als Reaktion darauf begann Nestlé das Management neu zu strukturieren sowie die Produktion neu zu organisieren. 1922 wurde die Produktion durch die Schließung einiger Fabriken in den USA, Großbritannien, Australien, Norwegen und der Schweiz an den tatsächlichen Umsatz angepasst. Den Auftrag für die Restrukturierung erhielt der Bankfachmann Louis Dapples, der zum neuen CEO des Unternehmens wurde. Die Verwaltung wird zentralisiert und die Forschung wird in einem Labor in Vevey zusammengelegt. Außerdem führte er Finanzkontrollen für Nestlé ein. Bis 1923 konnte Dapples so die ausstehenden Bankdarlehen der Firma von 293 Mio. auf 54,5 Mio. Schweizer Franken senken. In Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland und Südafrika wurden die Produktionsanlagen erweitert. Durch die Konsolidierung bestimmter Geschäftsbereiche und die Erweiterung anderer konnte Nestlé auch seine traditionelle Produktpalette erweitern. Darunter Malzmilch, ein Getränkepulver namens Milo und Eledon, ein Buttermilchpulver für Babys mit Verdauungsstörungen und außerdem wurden Anteile an mehreren Produktionsfirmen gekauft. Unter ihnen befanden sich Butter- und Käsefirmen sowie Sarotti AG, ein in Berlin ansässiges Schokoladenunternehmen, das mit der Herstellung von Nestlé-, Peter-, Cailler- und Kohler-Schokolade begann.

Unter der Leitung des Vorsitzenden Louis Dapples fusionierte Nestlé 1928 schließlich mit Peter, Cailler, Kohler und Chocolats Suisses SA, die als Ergebnis einer Fusion der Swiss General Chocolate Company von 1911 mit Cailler entstanden war und fügte 13 Schokoladenfabriken in Europa, Südamerika und Australien dem wachsenden Unternehmen hinzu. Außerdem fusionierte die Linda GmbH mit der Schokoladenfabrik Otto & Quanz AG aus Hattersheim zur Deutschen AG für Nestlé Erzeugnisse. 1929 kam es schließlich am 24. Oktober zum Schwarzen Donnerstag, dem größten und folgenreichsten Börsenkrach der bisherigen Geschichte. Nachdem schon in den Vorwochen ein deutlicher Rückgang des zuvor jahrelang stark steigenden Dow-Jones-Index verzeichnet worden war, brach an diesem Tag Panik unter den Anlegern der New York Stock Exchange aus. Die Börsenkurse brachen stark ein, viele Anleger waren nach Börsenschluss hoch verschuldet. Diesem Ereignis folgte die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und die Große Depression. Nestlé war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits so gut etabliert, dass die Ereignisse kaum Auswirkungen auf die Firma hatten. Tatsächlich spürte die US-amerikanische Tochtergesellschaft Nestlé’s Food Company Inc. aus New York kaum den Börsencrash von 1929. 1930 gründete Nestlé neue Tochtergesellschaften in Argentinien und Kuba. Trotz der Wirtschaftskrise fügte Nestlé weitere Produktionszentren auf der ganzen Welt seinem Firmengeflecht hinzu, darunter einen Schokoladenhersteller in Kopenhagen, Dänemark und eine kleine Fabrik in Mähren, in der Tschechoslowakei, zur Herstellung von Milchprodukten, Nescao und Kondensmilch. Mitte der 1930er Jahre wurden auch Fabriken in Chile und Mexiko eröffnet.

Während die Gewinne 1930 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent zurückgingen, hatte Nestlé während der Wirtschaftskrise keine größeren finanziellen Probleme, da die Fabriken im Allgemeinen ihre Produktion und Verkäufe konstant hielten. Obwohl die in New York ansässige Tochtergesellschaft von Nestlé, die in Nestlé’s Milk Products Company umbenannt wurde, stärker betroffen war als in anderen Ländern, blieb der Verkauf von Milchprodukten in den USA bis 1931 und 1932 stabil, als eine wachsende öffentliche Genügsamkeit teurere, aber etablierte Marken in Schwierigkeiten brachte wie es die Produkte von Nestlé waren. Die Gewinnmargen verringerten sich, die Preise fielen und der Verdrängungswettbewerb hielt bis 1933 an, als neue Gesetze Mindestpreise und Verkaufsbedingungen festlegten. Das Malz-Schokoladegetränk Milo wird in Australien eingeführt und aufgrund des Erfolgs später in andere Märkte exportiert. Das Unternehmen entwickelt in der Zeit zwischen 1918 und 1939 weiterhin Baby- und Säuglingsnahrung und lanciert 1934 Pelargon, ein Vollmilchpulver für Babys, das mit Milchsäurebakterien angereichert ist, damit es die Säuglinge besser verdauen. Die Auswirkungen der Depression schwappten um die Welt und erschwerten den Export aus der Schweiz, als viele europäische Länder ihre Währungen gegenüber dem Schweizer Franken abwerteten. Das Unternehmen beschloss, die Produktion zu rationalisieren und mehrere Fabriken, darunter die beiden ältesten, in Cham und Vevey zu schließen. Das Unternehmen begann im Verlauf der Wirtschaftskriese damit, seine Organisation schrittweise zu dezentralisieren. Bis 1936 hatte sich die Nestlé and Anglo-Swiss Condensed Milk Company zu einer Holdinggesellschaft entwickelt, deren eigene kommerzielle Tätigkeit und Produktion relativ gering war im Vergleich zu den über 20 Unternehmen, an denen Nestlé große Anteile im Besitz hatte und die sich über 5 Kontinente verteilten. In Folge der Umstrukturierung wurde die Nestlé and Anglo-Swiss Condensed Milk Company Limited gegründet, um die Produktion und Vermarktung auf dem Schweizer Markt abzuwickeln. Die Muttergesellschaft wurde offiziell zu einer Holdinggesellschaft namens Nestlé and Anglo-Swiss Holding Company Ltd., während eine zweite Holdinggesellschaft, Unilac Inc., wurde in Panama von einer Reihe von Nestlé-Tochtergesellschaften in Übersee gegründet. Außerdem brachte Nestlé 1936 das Vitaminpräparat Nestrovit auf den Markt. Weitere Produktinnovationen waren beispielswiese die weiße Schokolade Galak.

1937 verstarb schließlich der Vorsitzende Louis Dapples und eine neues Management wurde eingesetzt. Zu den neuen Firmenleitern wurden langjährige Firmenangehörige bestimmt, darunter der neue Vorsitzende und ehemalige Geschäftsführer Edouard Muller, Carl J. Abegg, der zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt wurde und Maurice Paternot, als dem neuen Geschäftsführer. Edouard Muller wurde bereits im Alter von 18 Jahren Mitarbeiter bei Nestlé und wurde von Emil-Louis Roussy protegiert. Er wurde Sekretär von Louis Aguet, der ab dem 01. Oktober 1903 das Auslandsgeschäft leitete. Muller war in mehreren Sprachen verhandlungssicher, darunter Deutsch, Französisch und Englisch. 1908 wurde er zum Manager der südamerikanischen Abteilung ernannt und später zum Manager der Nahostagenturen für den Balkan, Griechenland, die Türkei, Syrien, Palästina und Mesopotamien. So arbeitete er sich kontinuierlich nach oben, wurde nach dem ersten Weltkrieg Manager für die Regionen Europa und Lateinamerika und wurde schließlich der neue CEO von Nestlé. 1938 wurde schließlich ein neues Produkt eingeführt, dass die bisherige Produktpalette des Unternehmens erweiterte. Unter dem Markennamen Nescafé brachte Nestlé sein erstes Kaffeeprodukt auf den Markt, ein Pulverextrakt aus Kaffee, dass in heißem Wasser gelöst wird und ein Einfall von Max Morgenthaler war. Max Rudolf Morgenthaler war ein Lebensmittelchemiker aus der Schweiz, der ab 1929 im Auftrag von Nestlé in Vevey daran arbeitete, eine haltbare Kaffeekonserve zu entwickeln um die überschüssigen Kaffeebohnen, hauptsächlich aus brasilianischer Produktion, effektiv verwerten zu können. Obwohl Nestlé das Projekt 1933 eingestampft hatte, forschte Morgenthaler weiter und konnte dem Unternehmen 1936 ein funktionsfähiges Verfahren vorstellen. Der lösliche Pulverkaffee wurde auf seinen Namen patentiert und 1938 von Nestlé unter dem Namen Nescafé als Produkt lanciert, wobei die ursprüngliche Idee einer Produktion in Brasilien wegen administrativen Hindernissen in die Schweiz verlegt wurde. Morgenthaler wurde ein Zehntel Promille vom Umsatz der Erfindung seitens des Unternehmens Nestlé zugesichert, allerdings wurde er wegen eines Zerwürfnisses über die Qualitätssicherung 1955 entlassen. Aufgrund der begrenzten Produktionskapazität wurde es ohne die aufwändige Marketingtaktik eingeführt, die normalerweise für Produkte mit einem solchen Potenzial angewendet wird. Nescafé erlangte jedoch schnell einen weltweiten Ruf, nachdem es 1939 in den USA eingeführt wurde, wo es außergewöhnlich gut abschnitt. Nestea, ein löslicher pulverisierter Tee, gab Anfang der 1940er Jahre ebenfalls ein erfolgreiches Debüt.

Mit dem Überfall auf Polen durch das Dritte Reich unter Adolf Hitler am 1. September 1939,brach der 2. Weltkrieg aus. Dieser globale Konflikt hatte auch weitreichende Auswirkungen auf Nestlé. 1939 sanken die Gewinne auf 6 Millionen US-Dollar gegenüber 20 Millionen US-Dollar im Vorjahr und wie im Ersten Weltkrieg war das Unternehmen von Nahrungsmittelknappheit und unzureichender Rohstoffversorgung geplagt. Um seinen eigenen Kampf gegen den Krieg zu führen, beschloss das Unternehmen, seinen Hauptsitz in Vevey aufzuteilen und einen Teil des Management- und Führungsteams in ein Büro in Stamford, Connecticut, zu verlegen, wo es entfernte Märkte besser überwachen könnte. Ein weiterer Grund für diese Entscheidung war die Befürchtung, dass auch die Schweiz durch die Achsenmächte besetzt werden könnte. Diese Befürchtung erwies sich zwar als unbegründet, allerdings waren die Ängste zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen. Nestlé blieb bis 1945 unter der Kontrolle dieses aus der Not geborenen Doppelmanagements und belieferte neben der Zivilbevölkerung auch die Streitkräfte mehrere Konfliktparteien. Mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, als Reaktion auf den Angriff der japanischen Streitkräfte am 7. Dezember 1941 auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor, verbesserte sich die Lage für Nestlé schlagartig. Nescafé und Kondens- und Milchpulver wurden in großen Mengen von der US-Army, der US-Navy und dem US-Marine Corps sowie der Air Force nachgefragt. Der Gesamtumsatz von Nestlé stieg von 100 Millionen US-Dollar vor dem Krieg auf 225 Millionen US-Dollar im Jahr 1945, wobei der größte Anstieg in Nordamerika zu verzeichnen war. Der Umsatz des Unternehmens stieg hier von 14 Millionen US-Dollar auf 60 Millionen US-Dollar. Am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Japans, nachdem das Dritte Reich bereits am 8. Mai 1945 ausgeschieden war. Durch die Unterschrift von Generalfeldmarschall Keitel endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht der Krieg in Europa. Nestlé begann nach dem Ende des Krieges ohne Unterbrechung damit, seine Tochtergesellschaften wieder aufzubauen und Kriegsschäden zu beseitigen. Nestlé brachte Nescafé und Babynahrung neu auf den Markt und begann intensiv mit der Entwicklung neuer Produkte. Die Forscher konzentrierten sich auf die drei Bereiche, von denen Nestlé glaubte, dass sie die Zukunft der Lebensmittelindustrie am wahrscheinlichsten beeinflussen: Eine Zunahme der Weltbevölkerung, ein steigender Lebensstandard in Industrieländern und die sich ändernden sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Rohstoff produzierenden Länder.

Julius Michael Johannes Maggi;  Schweizer Unternehmer und Erfinder; Gründer des Lebensmittelherstellers Maggi und Erfinder der Maggi-Würze
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Maggi

1947 fusionierte Nestlé mit Alimentana, einem Schweizer Unternehmen und dem Hersteller von Maggi-Gewürzen, Bouillon und dehydrierten Suppen, und die Holdinggesellschaft änderte ihren Namen in Nestlé Alimentana Company. Maggi selbst ist ein nach seinem Begründer Julius Maggi benanntes Schweizer Unternehmen der Lebensmittelindustrie, das heute vor allem für Instantsuppen, Brühwürfel, Flüssigwürze, Fertigsaucen und Fertiggerichte bekannt ist. 1872 gründete Julius Maggi die Firma J. Maggi & Cie. Ab 1885 brachte er neun industriell hergestellte Leguminosenmehl-Sorten auf den Markt. Auf der schweizerischen Kochkunst-Ausstellung in Zürich 1885 erhielt er das «Diplom erster Klasse». 1886 folgten die ersten Fertigsuppen auf Basis von Leguminosenmehl und die Maggi-Würze als Konkurrenz für den von Justus von Liebig erfundenen Fleischextrakt. Die Firma wurde 1889 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit Julius Maggi als Generaldirektor und ab 1908 brachte Maggi den Brühwürfel auf den Markt. Julius Maggie selbst verstarb 1912 und nach einer lebhaften Geschichte und 2 überstandenen Weltkriegen, fusionierte sein Unternehmen 1947 schließlich mit Nestlé.

Edouard Muller wurde der erste Vorsitzende von Nestlé Alimentana, starb jedoch 1948, bevor die von ihm formulierten Richtlinien das Unternehmen auf den Weg in eine neue Zukunft brachten. Carl Abegg übernahm die Leitung des Verwaltungsrates. 1950 wurde Crosse and Blackwell übernommen, ein britischer Hersteller eingemachter Lebensmittel und Konserven, sowie 1963 der Tiefkühlkost-Produzent Findus aus Schweden. Beide Investitionen von 24 Millionen und 32 Millionen US-Dollar waren allerdings erfolglos. Crosse and Blackwell sollte Nestlé der Vermarktung von Maggi-Produkten dienen, konnte auf dem britischen Heimatmarkt aber nicht mit der damaligen H. J. Heinz Company konkurrieren. Die 1957 von Nestlé eingeführten Dosenravioli wurden dennoch ein großer Erfolg für das Unternehmen. Findus konnte zwar in Schweden eine sehr gute Entwicklung vorweisen, die Konkurrenz auf den außerschwedischen Märkten durch Unilever war aber ein zu starkes Hemmnis.

Die bereits bekannte Nestlé Säuglingsnahrung bekommt 1954 den neuen Namen Cerelac und die ursprünglich ausschließlich als Bouillonwürfel verkaufte Maggi Würzmarke Fondor wird als Pulver eingeführt. Verpackt in einem praktischen Streuer, kann es nun als Gewürz am Tisch und in der Küche verwendet werden. Die Entwicklung des Verfahrens der Gefriertrocknung, führte außerdem bis 1966 zur Entwicklung von Taster’s Choice, dem ersten gefriergetrockneten Kaffee, sowie anderen Instantgetränken. Die 1960er Jahre waren von steigendem Wohlstand geprägt und die Verfügbarkeit von Strom und die Möglichkeiten der gekühlten Lagerung von Speisen ließen die Nachfrage nach Speiseeis schnell ansteigen. Nestlé kaufte den deutschen Produzenten Jopa und die französische Fabrik Heudebert-Gervais, um Nutzen aus diesem Wachstum zu ziehen. 1962 kommt die Schweizer Marke Frisco hinzu. Mit der Übernahme der französischen Firma Chambourcy 1968, kommt auch ein Hersteller von Jogurt zum Unternehmen hinzu. In den 1970er Jahren konnte Nestlé so die Jogurtmarke Sveltesse auf den Markt bringen. 1971 folgte die nächste Übernahme mit der Milchfirma Société Laitière des Alpes Bernoises in Konolfingen in der Schweiz, die die Marke Salden produzieren. Außerdem fusionierten Nestlé Findus in der Schweiz mit Roco Frisco. Daraus entsteht die auf Glace und Tiefkühlprodukte spezialisierte Frisco-Findus in Rorschach. Nestlé kaufte 1971 auch die Ursina-Franck AG mit Sitz in Bern. Zu der Firma gehörten unter anderem die Unifranck Lebensmittelwerke GmbH, die die Marke Caro-Kaffee besaß und eine Mehrheitsbeteiligung an der Allgäuer Alpenmilch AG, die die Marke Thomy bis 1993 in Besitz hatte. Außerdem gehörte seit der Fusion der Ursina AG mit der Interfranck-Holding AG zur Ursina-Franck AG, die Milchmarke Bärenmarke zum Unternehmen. Mit der Übernahme der Ursina-Franck AG kamen alle diese Marken nun in den Besitz von Nestlé. Ebenfalls 1971 übernahm Nestlé den Fruchtsafthersteller Libby aus den Vereinigten Staaten, gefolgt vom 1922 gegründeten Unternehmen Stouffer´s in 1973, einer Marke von Tiefkühlprodukten die vornehmlich in den USA und Kanada verkauft werden. Stouffer’s ist bekannt für Gerichte wie Lasagne, Makkaroni mit Käse, Hackbraten, Ravioli und Salisbury-Steak, zum Zeitpunkt der Übernahme gehörten aber auch Hotels und Restaurants zum Geschäft, deren Verkauf 1993 durch Nestlé an die New World Development Co Ltd. angekündigt wurde und bis 1996 abgeschlossen war. Nach der Übernahme erfolgte die Entwicklung der Marke Lean Cuisine bis 1981, eine Reihe fettarmer Produkte, die heute als eigenes Tochterunternehmen im Geflecht von Nestlé firmieren und traditionelle Abendessen, ethnische Gerichte, Pizza, Vollkorn-Vorspeisen aus der Spa-Küche und Panini in ihrem Produktportfolio haben. Der Hauptsitz befindet sich heute in Solon, Ohio, einem Vorort von Cleveland.

1973 wurden die Firmengeschäfte Nestlé´s von Pierre Liotard-Vogt als neuem CEO und Präsidenten des Verwaltungsrates übernommen. Der 1909 in London geborene Liotard-Vogt arbeitete bereits seit 1933 bei Nestlé in Vevey und war für das Unternehmen vor allem in England, Belgien und Frankreich tätig. Nestlé beteiligte sich unter seiner Leitung als Delegierter 1969 neu im Mineralwassergeschäft mit dem Kauf der französischen Marke Vittel zu 30 Prozent und später am Kosmetikgeschäft (L’Oréal), sowie am Pharmaunternehmen Alcon Laboratories welche heute zu den erfolgreichsten Beteiligungen der Nestlé gehören. Die Beteiligung an L’Oréal erreichte Nestlé über einen Kauf von rund 51 Prozent der Anteile der Gesparal Holding, die wiederum 53,7 Prozent der Anteile von L’Oréal im Besitz hatte. Dieses Geschäft markierte 1974 den Einstieg des Unternehmens in den Non-Food Sektor. Mit der Fusion von L’Oréal und Gesparal im Jahr 2004, gehören Nestlé heute 23,3 Prozent von L’Oréal. Die bereits angesprochene Beteiligung am Pharmaunternehmen Alcon aus Fort Worth in Texas, kam 1977 als weitere Diversifizierung hinzu. Zunächst akquiriert, wurde 2002 entschieden, Alcon als Spin-off wieder an die Börse zu bringen. Das Unternehmen hat heute seinen Hauptsitz in Freiburg in der Schweiz und hat sich auf Augenheilkunde spezialisiert. Nestlé war, nachdem im Dezember 2008 24,8 % an Novartis verkauft wurden, noch mit 52 % der Anteile an Alcon beteiligt und veräußerte diese im Jahr 2010 ebenfalls an Novartis. Damit bezahlte Novartis insgesamt 38,7 Milliarden Dollar an Nestlé für deren 77 % Anteil an Alcon. Nach der vollständigen Übernahme durch Novartis wurde Alcon mit Ciba Vision fusioniert und bildete zusammen mit einigen ophthalmologischen Pharmazeutika innerhalb des Novartis-Konzerns eine neue Division für Augenheilkunde. Eine andere Entwicklung mit der sich Nestlé konfrontiert sah, begann ebenfalls 1977 durchzuschlagen. In den 1970er Jahren stieß die offensive Werbekampagne von Nestlé für seine Babynahrung auf immer entschiedenere Kritik, die 1977 in einem Aufruf zum Boykott gegen Nestlé Produkte gipfelte. Der Vorwurf von Aktivisten gegen die Firma war, dass vornehmlich in ärmeren Gegenden mit hohe Analphabetenrate Mütter nicht in der Lage wären die Anweisungen auf den Babyprodukten zu lesen und zu befolgen. Sie mischten die Produkte häufig mit lokal verschmutztem Wasser oder verwendeten eine unzureichende Menge der teuren Formel, was zu Mangelernährung und zum Hungertod führen würde. An diesen und weiteren Kontroversen entzündete sich der Boykott. Die Schätzungen der Verluste von Nestlé infolge des Nestlé-Boykotts, der bis in die frühen 1980er Jahre andauerte, lagen bei 40 Millionen US-Dollar.

Ebenfalls 1979 wurde der Firmenname erneut geändert und das Unternehmen nimmt den heutigen Namen, Nestlé S.A. an. Am 01. Oktober 1980 wurde der deutsche Manager Helmut Oswald Maucher in die Schweiz berufen als Generaldirektor der Nestlé AG und Mitglied des Exekutivkomitees. Maucher bekleidete von 1964 bis 1980 verschiedene Führungspositionen bei Nestlé Frankfurt, ab 1975 war er Generaldirektor der Nestlé-Gruppe Deutschland. Im November 1981 wurde er zum Delegierten des Verwaltungsrates der Nestlé AG in Vevey ernannt und von 1990 bis 1997 war er gleichzeitig Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates. In seiner Position als Geschäftsführer ab 1981 machte Maucher die Kontroverse um den Boykott von Nestlé Produkten zu seiner obersten Priorität. Er traf sich mit Boykott-Anhängern und erfüllte die Forderungen der Weltgesundheitsorganisation, dass Nestlé die Werbung für seine Produkte durch Werbung mit kostenlosen Mustern einstellen solle. Seine direkte Auseinandersetzung mit dem Thema stand im Gegensatz zu Nestlés früherem unauffälligen Ansatz und war ziemlich erfolgreich darin, die Befürchtungen seiner Kritiker zu zerstreuen. 1981 wurde Galderma als Joint Venture von Nestlé und L’Oréal gegründet, 2014 übernahm Nestlé den 50-%-Anteil von L’Oréal an Galderma und seither ist das Unternehmen Teil der neuen Sparte Nestlé Skin Health. Die Marke Bübchen gehörte von 1983 bis 2019 zum Konzern. Unter der neuen Führung von Maucher wurde das Personal in der Zentrale reduziert und mehr Kompetenzen auf die operativen Einheiten von Nestlé übertragen, was die allgemeinen Kosten reduzierte. Die allgemeine Strategie von Firmenkäufen wurde unter ihm ebenfalls fortgesetzt. 1985 kaufte das Unternehmen für 3 Milliarden US-Dollar den US-amerikanischen Hersteller von Milch-, Haustier- und kulinarischen Produkten Carnation aus dem gleichnamigen Ort Carnation in der Nähe von Seattle, die als Kondensmilchunternehmen gegründet worden war. 1985 folgte die Übernahme von Hills Brothers Inc., dem drittgrößten US-amerikanischen Kaffeeunternehmen mit Sitz in San Francisco, das die Produktlinie von Nestlé um gemahlenen Röstkaffee erweiterte. 1999 wurde diese Akquisition aber wieder verkauft, bzw. die Marke Hills Brothers Coffee wurde an die Sara Lee Corp veräußert. Heute hält Massimo Zanetti Beverage USA die Rechte an der Marke. Im Jahr 1986 wurde die eigenständig geführte Nestlé Nespresso S.A. gegründet.

Die Unternehmensstrategie fortgesetzter Übernahmen ging in den 1980er Jahren weiter und so wurde 1988 für den Preis von rund 2,55 Mrd. Britischen Pfund das Unternehmen Rowntree Mackintosh plc aus York in England übernommen. Heute firmiert der britische Süßwarenhersteller unter dem Namen Nestlé UK Ltd. und brachte der Firma unter Anderem die Marken KitKat, Nuts, After Eight und Smarties in ihr Produktportfolio. Ebenfalls 1988 wurde der italienische Nudelhersteller Buitoni SpA aufgekauft, der seinen Stammsitz nahe Arezzo in Sansepolcro hat und die bekannten Nudeln der Marke Buitoni produziert. Das Unternehmen hatte bis 1991 schließlich ein enormes Investitionsvolumen von 2,8 Milliarden Schweizer Franken erreicht, die in Installationsverbesserungen, Datenverarbeitung und Automatisierung in Nordamerika und Europa investiert wurden und auch für die Verbesserung von Werken in Lateinamerika und in Fernost verwendet wurden. 1991 wurden rund 31 Akquisitionen von Nestlé durchgeführt, darunter der Eiscremefabrikant Alco Drumstick aus den USA, der schwedische Tiefkühlkost-Hersteller Indra und das Kondensmilch-Unternehmen La Campiña aus Mexico.

Mit dem Zusammenbruch der DDR ab 1989 und dem damit zusammenfallenden Ende des Kalten Krieges zwischen den westlichen Nationen und der Ostblock unter Führung der Sowjetunion, eröffneten sich auch für Nestlé neue Märkte. Beispielsweise war die Übernahme von 97 Prozent des ungarischen Schokoladenherstellers Intercsokolàdé die erste Investition von Nestlé im osten Europas. Im September 1991 gründeten Nestlé und The Coca-Cola Company ein 50: 50-Joint Venture, die Coca-Cola Nestlé Refreshment Company, um Konzentrate und Basen für die Herstellung von trinkfertigen Kaffee- und Teegetränken herzustellen und zu vertreiben. Dieses Joint Venture erhielt einen Nachfolger, der 2001 als Beverage Partners Worldwide gegründet wurde. Nestlé brachte die Marken Nestea und Nescafé und die Produktionsstätten in die Partnerschaft mit ein, während von Coca-Cola fünf kleinere in Europa unbekannte Tee- und Kaffeemarken kommen und vor allem die Distributionswege zur Verfügung gestellt werden. Die beiden Unternehmen sind in anderen Geschäftsbereichen wie Mineralwasser Hauptkonkurrenten. Im Bereich Mineralwasser sicherte sich Nestlé 1992 die französische Marke Perrier aus Vergéze und 1998, mit dem Kauf der Sanpellegrion SpA aus Mailand in Italien, auch die gleichnamige Marke. Die Übernahme von Perrier ging dabei nicht ohne Probleme über die Bühne, Nestlé musste in Absprache mit einigen europäischen Regulierungsbehörden mehrere Marken von Perrier veräußern, ehe der Kauf mit einem Preis von rund 2,3 Mrd. US-Dollar erfolgreich war.

Peter Brabeck-Letmathe ab Juni 1997 neuer Vorsitzender der Konzernleitung von Nestlé

Im selben Jahr erfolgte die vollständige Übernahme des Mineralwasserherstellers Vittel. Mit den Mineralwassermarken Deer Park und Utopia aus den USA 1993 sowie den italienischen Mineralwassermarken Vera und San Bernardo baute Nestlé dieses Segment immer weiter aus. Dazu kamen noch diverse Eismarken aus Italien, den Philippinen und Südafrika. Im Folgejahr 1994 folgten der Kauf der deutschen Eiscrem-Marke Warnke und dem Hersteller von Tiernahrung Alpo Petfoods, Inc. aus den USA, der die Alpo Marke in das Unternehmen mitbrachte, gefolgt von der Übernahme des Schokoladenherstellers Goplana S.A. aus Polen. 1995 übernahm Nestlé den spanischen Eisfabrikanten Conelsa, der bis dahin die Marktführerschaft auf dem spanischen Markt inne hatte. Gleichermaßen wurde die Sparte für gekühlte Milchprodukte von Pacific Dunlop aus Australien und der Ägyptische Eishersteller Dolce S.A.E aufgekauft. Ein letzter wichtiger kauf 1994 war die Übernahme der mexikanischen Lebensmittelmarke Ortega. Den Einstieg in den kanadischen Markt für Speiseeis schaffte Nestlé im Jahr 1997 mit der Übernahme von Ault und Dairy World. 1998 erwarb Nestlé Milchpulver der Marke Kim, kaufte Cremora Coffee Creamers von Borden Brands International und sicherte sich das Tiernahrungsgeschäft von Dalgety plc aus England. Als weitere Expansion im Osten, wurde über ein anderes Joint Venture eine Mehrheitsbeteiligung am Schokoladen- und Keksproduzenten Cokoladovny in der Tschechischen Republik erworben. Auf der anderen Seite wurden auch diverse Beteiligungen im Verlauf der 1990er Jahre verkauft. Bis auf Alcon und eine Minderheitsbeteiligung an L’Oréal verkaufte Nestlé alles in den Segmenten Gesundheit und Kosmetik. Die kalifornischen Weingüter von Wine World Estates wurden 1995 verkauft, Nudel- und Dosenhersteller in Kanada, Fleischereibetriebe und Aufschnitthersteller in Deutschland und Schweden 1996 ebenso wie die Tomatenkonserven von Contadina aus den USA, die Schokoladen von Sarotti und Dany-Sandwiches in Deutschland und die italienische Käsemarke Locatelli 1997. Libby Fleischkonserven wurden zuletzt 1998 für rund 126 Mio. US-Dollar an International Home Foods verkauft. Im Juni 1997 übernimmt Peter Brabeck-Letmathe die Position als Vorsitzender der Konzernleitung von Nestlé von Helmut Maucher. Von 2005 bis 2017 war er auch Präsident des Verwaltungsrats, eine Position die er trotz einer Krebsdiagnose 2015 ausfüllte. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Hochschule für Welthandel in Wien begann Brabeck 1968 für Nestlé in Österreich als Spezialist für neue Produkte zu arbeiten. Im September 1998 gab Nestlé bekannt, dass Helmut Maucher bis zum Frühjahr 2000 als Vorsitzender in den Ruhestand treten und durch Rainer Gut, den damaligen Vorsitzenden der Credit Suisse Group, ersetzt wird. Unter Brabeck wurde der Fokus von Nestlé verstärkt auf die individuelle Ernährung gelegt. Zunächst hatten sich Maucher und sein Nachfolger Brabeck auf mehrere Punkte geeinigt, die unverändert beibehalten werden sollten. Beispielsweise die dezentrale Firmenstruktur, die es Nestlé möglich machte den lokalen Märkten und Geschmäcken gerecht zu werden. Nach einigen Jahren im Amt begann Brabeck allerdings damit Änderungen in die Wege zu leiten, da die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr in vollem Umfang gegeben war. Also wurde die Geschäftstätigkeit des Unternehmens konsolidiert. Das Management von Fabriken, die historisch von Land zu Land aufgeteilt worden waren, wurde in regionale Abteilungen unterteilt. Darüber hinaus wurden ähnliche Produkte in strategische Geschäftsbereiche unterteilt, wodurch der Betrieb des globalen Geschäfts in den kommenden Jahren nachvollziehbarer wurde.

Die rege Übernahmetätigkeit von Nestlé verlangsamte sich gegen Ende der 1990er Jahre. Gründe dafür waren mitunter die stärkere Konzentration auf ein organisches Wachstum der Firma, die steigenden Kosten für Akquisitionen und die aus der Größe des Unternehmens stärkeren kartellrechtlichen Bedenken. Die Übernahmetätigkeit hatte dafür gesorgt, dass Nestlé in vielen Produktbereichen präsent war und es nun immer weniger Ziele für das Unternehmen gab. Allerdings flammte ein altes Problem von Nestlé ab 1997 erneut auf: Die aggressive Vermarktung von Säuglingsnahrung wurde wiederum zum Problem für das Unternehmen, als die Interagency Group on Breastfeeding Monitoring (IGBM), die in Bangladesch, Polen, Südafrika und Thailand geforscht hatte, einen Bericht mit dem Titel Cracking the Code herausgab. Die IGBM kam in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass unter anderem Nestlé neben anderen Firmen gegen den 1981 verabschiedeten internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten der Weltgesundheitsorganisation verstießen. Es wurde unter anderem die Vergabe von Produktproben beklagt sowie die Verteilung von Material an schwangere Frauen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die die Ernährung mit Muttermilchersatzprodukten promoteten, dabei aber die Vorteile des Stillens gegenüber dem Ersatzprodukt nicht erwähnen und herausstellen würden. Nestlé reagierte mit scharfer Kritik und bezeichnete den Bericht als voreingenommen und fehlerhaft. 1999 sah sich das Unternehmen außerdem Protesten und Kritik ausgesetzt, weil es Produkte mit gentechnisch veränderten Zutaten auf dem europäischen Markt verkauft hatte, namentlich ist hier der Bufferfinger zu nennen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hatte Nestlé rund 500 Fabriken in mehr als 78 Ländern, erzielte einen Umsatz von über 70 Milliarden Schweizer Franken und war der unbestrittene Marktführer in der Lebensmittelindustrie weltweit. Das Portfolio umfasste mehr als 8.500 Marken. Das Unternehmen hatte sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr ein Umsatzwachstum von 4 Prozent zu erzielen, konnte dieses Ziel für 1998 jedoch nicht erreichen, was hauptsächlich auf den wirtschaftlichen Abschwung in Südostasien, Lateinamerika und Osteuropa zurückzuführen war. Mit Beginn des Jahres 2000 fasste der neue Geschäftsführer wieder Übernahmen ins Auge und konzentrierte sich dabei maßgeblich auf die Bereiche der Tiernahrung sowie der Ernährungsergänzung. Zunächst aber kaufte Nestlé das Unternehmen PowerBar, Inc., einen Hersteller von Sporternährungsprodukten, insbesondere von Energieriegeln, -gels und Instantpulvern für Sportgetränke aus Glendale in Kalifornien. Diese Akquisition wurde allerdings schon 2014 wieder an Post Holdings verkauft. 2001 setzte Brabeck mit dem Kauf von Ralston-Purina für rund 10,3 Milliarden US-Dollar eine der größten Übernahmen der Firma in die Tat um. Die Ralsotn Purina Company war ein US-amerikanischer Tiernahrungskonzern mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri und produzierte spezielle Nahrung für Farmtiere. Der Name Purina entstand aus dem Firmenslogan „Where purity is paramount“ (etwa „Reinheit ist unser höchstes Gebot“). Purina wurde von Nestlé mit Friskies Petcare zu Nestlé Purina PetCare fusioniert und die Marke ist heute eine der führenden im Bereich Tiernahrung für Hunde und Katzen. Die Akquisition machte Nestlé zum gemeinsamen Weltmarktführer im Tiernahrungsgeschäft und stellte das Unternehmen neben Mars, Inc., dem die Marken Pedigree, Sheba und Whiskas gehörten. 2002 folgte die Übernahme des deutschen Speiseeis-Fabrikanten Schöller, die seit 1995 unter dem Namen Schöller-Holding GmbH & Co KG firmierte. Hauptgesellschafter waren die deutsche Südzucker AG und die Familie Schöller. Der Aufsichtsratsvorsitzende war hier der Gründer der Eismarke, Theo Schöller. Zum 1. Januar 2007 verkaufte Nestlé seine Anteile an Schöller, die Produktion von Handelsmarken-Eis (für Aldi, Lidl, Penny etc.) an den Standorten Nürnberg und Prenzlau an die Rosen Eiskrem GmbH. Ebenfalls 2002 wurde das Areal von Maggi in Kemptthal verkauft, ebenso die Aromaproduktion in Givaudan. 2003 folgte die Übernahme der Dreyer’s Grand Ice Cream Holdings, Inc. aus Oakland, Kalifornien für rund 2,8 Mrd. US-Dollar, eine Akquisition die 2006 mit dem Erwerb des Restes der Firma vollständig abgeschlossen war. Damit baute Nestlé auch sein Eiscreme-Geschäft großflächig aus, allerdings wurde 2019 bekannt gegeben, man werde das gesamte US-amerikanische Eisgeschäft, einschließlich Dreyer’s, Häagen-Dazs und Drumstick, an das Joint Venture Froneri verkaufen, den globalen Eiscremehersteller, den Nestlé gemeinsam mit dem Private Equity Unternehmen PAI Partners in Besitz hat und der seinen Hauptsitz in North Yorkshire, Großbritannien hat. Die Strategie die Nestlé in diesen Jahren entwickelte unterschied sich grundlegend von der Strategie großer Konkurrenten wie Unilever oder Danone, die ihre Margen durch Konsolidierung und Verschlankung steigern wollten. Nestlé setzte dagegen auf Ausbau und Wachstum.

Die Akquisitionen gingen auch 2004 weiter und Nestlé kaufte 49 Prozent der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH mit dem Ziel, sich in deutschen Markt gegen Herausforderer wie die Dr. Oetker GmbH Und die Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- & Vertriebs KG zu stellen. Dieses Engagement wurde 2010 mit Übernahme von 74 Prozent von Wagner ausgebaut und ist seit 2012 mit der vollständigen Übernahme abgeschlossen.

Mit Beginn des Jahres 2005 wurde Peter Brabeck-Letmathe auch zum Vorsitzenden von Nestlé ernannt. Ein anderes Projekt von Nestlé startete dann im Jahr 2006. Mit Erhalt der Zustimmung durch die Europäische Kommission, startete Nestlé ein Joint Venture mit dem französischen Milchindustrie-Konzern Lactalis Groupe. Das Joint Venture, an dem Nestlé 40 Prozent Anteil hatte, beinhaltete das Angebot von Frischeprodukten in den EU-Staaten Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Irland, Spanien, Italien und Portugal und trug den Namen Lactalis Nestlé Produits Frais. Außerdem kaufte Nestlé 2006 Jenny Craig, Inc., ein australisches Unternehmen im Bereich Weight-Management aus Melbourne. Noch im Jahr 2005 sah sich Nestlé allerdings erneut scharfer Kritik ausgesetzt. Der International Labor Rights Fund (ILRF) und die Kanzlei Wiggins, Childs, Quinn & Pantazis, LLC reichten eine Klage in den USA gegen verschiedene Firmen ein, darunter auch Nestlé, in der Vorwürfe gegen die Unternehmen wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit erhoben wurden. Hauptsächlich ging es hierbei um den Kakao-Anbau auf dem afrikanischen Kontinent. Vorwürfe gegen die Schokoladen-Industrie gingen auch dahin, dass das Gewerbe Ausbeutung und Kindersklaverei, wenn nicht aktiv nutzen, sie dennoch dulden würde. 2007 folgte die Übernahme der Gerber Products Company aus ParsippanyNew Jersey. Der Hersteller von Babynahrung gehörte bis zu diesem Zeitpunkt dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis AG und wurde von Nestlé für rund 5,5 Mrd. US-Dollar gekauft. Am 19. November 2013 wurde Jenny Craig Inc. von North Castle Partners für einen nicht genannten Betrag gekauft. Zusätzlich kaufte die Firma auch Novartis Medical Nutrition. Mit den bisher im Besitz von Nestlé befindlichen Babyprodukten, erreichte das Unternehmen mit dieser Übernahme nun die weltweite Marktführerschaft und zeitgleich die Marktführerschaft in den USA. Wie bereits angesprochen veräußerte Nestlé kurz darauf seinen 77 Prozent-Anteil am Pharmaunternehmen Alcon in zweit Teilen an Novartis, was der Firma einen Mittelzufluss Erlös von 38,7 Milliarden US-Dollar in Summe einbrachte. Das war im Jahr 2008. Noch 2007 erweiterte Nestlé auch sein Mineralwassergeschäft mit der Übernahme der Schweizer Firma Sources Minérales Henniez aus dem gleichnamigen Ort Henniez im Kanton Waadt.

Im selben Jahr trat der Geschäftsführer Peter Brabeck-Letmathe von seinem Posten als Vorsitzender der Konzernleitung zurück und wurde im April 2008 von Paul Bulcke beerbt. Bulcke, geboren am 08. September 1954 in Roeselare in Belgien, studierte von 1972 bis 1976 Wirtschaftsingenieurwesen an der Katholieke Universiteit Leuven und erweiterte seine Ausbildung mit einem Aufbaustudium in Management an der Universität Gent. Nach einer ersten Stelle als Finanzanalyst, kam er 1979 zu Nestlé und arbeitete sich innerhalb der Firma hoch. Bis 1980 war er Leiter des Marketing Trainees, wurde Verkaufs- und Marketingleiter von Nestlé Chile, Ecuador und Peru bis 1996 und war als Market Head in verschiedenen Ländern tätig, ehe er 2004 zum Vize-Geschäftsführer berufen wurde. In dieser Position war er zuständig für die USA, Kanada, Lateinamerika und die Karibik. Mit dem Rücktritt von Brabeck-Letmathe von der Position des Vorsitzenden 2017, übernahm Bulcke auch diese Stelle im Unternehmen. Auch unter Leitung Bulckes setzte sich die Übernahmetätigkeit von Nestlé fort, er sah sich allerdings auch zeitgleich mit einer ganzen Abfolge an Kritiken an der Geschäftspraxis des Unternehmens gegenüber. Ab 2009 sah sich Nestlé immer wieder harter Kritik an seinem Trinkwassergeschäft ausgesetzt. Der Vorwurf lautet hier, dass das Unternehmen ohne Rücksicht auf die Bevölkerung in ländlichen Gemeinden deren Wasser praktisch kostenlos abpumpen lasse und mit großem Gewinn weiterverkaufe. Darüber hinaus belasteten die Plastikflaschen die Umwelt und stellten eine Gefahr für die Weltmeere dar. Plastikflaschen gäben Kunststoffpartikel an das Wasser ab und letzteres sei damit ungesünder als Leitungswasser. Das Unternehmen hat weltweit Wasserrechte, vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern und denen der Dritten Welt erworben. Durch die dort von Nestlé betriebene Wasserförderung sinkt der Grundwasserspiegel in den betroffenen Ländern und Brunnen trocknen aus. Bekannte Filme wurden zu diesem Thema Produziert, wie 2009 der Dokumentarfilm „Abgefüllt“ und 2012 „Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser„. Das Unternehmen kritisierte vor allem Bottled Life als Falschdarstellung und mangelhaft objektiv. Die Kritik am Mineralwassergeschäft ist allerdings ein beständiger Begleiter der Unternehmensgeschichte und ein beständiger Riss im Image der Firma. Im Januar 2010 kaufte Nestlé das Geschäft mit Tiefkühlpizzen von Kraft Foods für rund 3,7 Mrd. US-Dollar und wurde auch in diesem Segment globaler Marktführer. Eine unschöne Entwicklung für Nestlé war eine Social-Media-Kampagne der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die ebenfalls 2010 startete und dem Unternehmen schwere Vorwürfe machte. Unter anderem wurde Nestlé angelastet, Palmöl von Unternehmen zu beziehen, die den indonesischen Regenwald zerstören und den Orangutan an den Rand der Ausrottung bringen würden. Das Ergebnis dieser Kampagne war ein Ende des Palmöl-Geschäfts mit der indonesischen Sinar Mas Group, die bereits 2009 wegen illegaler Abholzung und Trockenlegung von Mooren in die Kritik geraten war. Nestlé ging außerdem eine Partnerschaft mit The Forest Trust ein und führte beim Einkauf strenge Sozial- und Umweltstandards ein. Einer der größten Erfolge für Greenpeace. Zwei Jahre darauf, im April 2012, kaufte Nestlé das Babynahrungsgeschäft von Pfizer, Inc. für 11,9 Milliarden US-Dollar und erwirbt damit die Firma Wyeth Nutrition, früher Pfizer Nutrition, um die Position in der Säuglingsnahrung zu stärken. Allerdings wurde das Unternehmen auch abermals harscher Kritik ausgesetzt, als die Tierrechtsorganisation PETA Nestlé vorwarf, für Tee der Marke Nestea bzw. dessen Inhaltsstoffe Tierversuche durchführen zu lassen. Als ein enormer Schaden für den Ruf von Nestlé wurde allerdings die Ermordung eines Nestlé-kritischen Gewerkschafters in Kolumbien mit Namen Luciano Romero. Das Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) mit Sitz in Berlin und Kolumbiens nationale Gewerkschaft der Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie (Sinaltrainal) reichten als Reaktion auf diesen Mord eine Strafanzeige gegen das Management des Unternehmens ein. Der Vorwurf gegen das Unternehmen lautete, den Mord an dem kolumbianischen Gewerkschafter mit verursacht zu haben. Es wurde jedoch kein Strafverfahren durch die zuständigen Staatsanwaltschaften in den Kantonen Kanton Zug und Kanton Waadt eröffnet, wogegen die Kläger beim Schweizer Bundesstrafgericht Berufung einlegten.

2013 wurde das Unternehmen allerdings in den Pferdefleischskandal verwickelt. Im Verlauf dieses Skandals wurden in verschiedenen Ländern Europas Produkte gefunden, die als Rindfleisch deklariert waren, allerdings horrende Mengen, teilweise sogar vollständig, Pferdefleisch enthielten. Im Rahmen der Untersuchungen wurden teilweise auch nicht deklarierte Anteile von anderen Fleischsorten wie Schweinefleisch und Medikamente wie Phenylbutazon nachgewiesen. Betroffen waren insbesondere Tiefkühlkost und Soßen mit Hackfleisch wie LasagneSauce Bolognese und ähnliche Produkte. Im Falle von Nestlé handelte es sich um Produkte der Tochterfirma Buitoni, die vom Mutterkonzern als Konsequenz aus dem Sortiment genommen wurden. Außerdem wurde das Unternehmen vom Bundeskartellamt in Deutschland zu einem Bußgeld in Höhe von 20 Mio. Euro verurteilt, wegen illegaler Preisabsprachen mit der Kraft Foods Group. Anschuldigungen zu Preisabsprachen bei Schokolade in Kanada wurden von Nestlé außergerichtlich in einem Vergleich beigelegt.

Mit der Firmierung von Nestlé Skin Health im Jahr 2014 übernimmt Nestlé die komplette Kontrolle über das Dermatologie Joint Venture Galderma, das 1981 zusammen mit L’Oréal gegründet wurde. Die Unternehmen beenden gleichzeitig ihr Joint Venture Innéov, ein 2002 gegründetes Kosmetikernährungszusatzgeschäft und Galderma erwirbt daraufhin einige der Anteile. 2015 ereilte Nestlé wiederum eine Klage in Form einer Sammelklage in Kalifornien. Käufer von Katzenfutter hatten das Unternehmen verklagt, weil es gegen das kalifornische Konsumentenschutzgesetz verstoßen haben soll und Kenntnisse über Sklaverei-ähnliche Arbeitsbedingungen in seinen Lieferketten hatte. Eine vom Unternehmen eingeleitete Untersuchung kam schließlich zu dem Ergebnis, dass es tatsächlich Hinweise auf ZwangsarbeitMenschenhandel und Kinderarbeit in der Lieferkette geben würde. Die Firma kündigte hier einen Aktionsplan an. Zu selben Zeit im Jahr 2015 klagte außerdem die indische Behörde für Lebensmittelsicherheit gegen das Unternehmen und verbot den Verkauf von Fertignudeln der Marke Maggi, da hier ein zu hoher Bleigehalt festgestellt worden war. Nestlé rief ungefähr 400 Millionen Packungen zurück und ließ sie vernichten, aber die indische Regierung klagte zudem auf 95 Millionen Franken Schadensersatz. Das Verkaufsverbot wurde im August 2015 aufgehoben und Nestlé brachte im folgenden November die Fertignudeln wieder auf den Markt.

Ulf Schneider; Ab 2017 Vorstandsvorsitzender der Nestlé S.A.

Mit einer Partnerschaft mit der chinesischen Alibaba Group Holding Limited, baute Nestlé ab 2016 seine Onlinepräsenz im E-Commerce weiter aus. Wieder wurde 2016 auch Kritik am Mineralwassergeschäft laut. Nestlé wurde im Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgungskrise in Flint, USA sowie im Zusammenhang mit der Finanzierung der Kampagne zur Ausbeutung der Oxbow Springs in Oregon kritisiert und auch in Frankreich wird Nestlé wegen der Senkung des Grundwasserspiegels durch die Abfüllung des Flaschenwassers Vittel hart kritisiert. 2017 übernahm Ulf Schneider den Posten des Vorstandsvorsitzenden und die Geschäfte des Unternehmens. Mit Beginn des Jahres 2018 verkaufte das Unternehmen sein Süßwarengeschäft in den USA an das Unternehmen Ferrero aus Italien und trennte sich auch vom Geschäft mit Wasser in Brasilien. Die Marken São Lourenço und Petrópolis, drei Werke sowie verschiedene Vertriebslizenzen würden von Indalá Minalba, einer Tochter der Grupo Edson Queiroz, übernommen. Damit trennt sich das Unternehmen auch von den Lizenzen für Pureza Vital und den Vertriebsrechten von PerrierS.Pellegrino und Acqua Panna für Brasilien. Am 07. Mai 2018 gab das Unternehmen schließlich die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Starbucks Corp. bekannt, mit der Nestlé die weltweiten Vermarktungsrechte für Konsum- und Gastronomieprodukte von Starbucks erhält, für einen Preis von rund 7,15 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verfügt heute über 31 Produktionsstätten, drei Forschungs- und Entwicklungszentren sowie vier Innovationszentren, ein Institut für Lebensmittelsicherheit, ein Institut für Milchviehhaltung und ein Kaffeezentrum.

Principal Subsidiaries

Quelle: https://www.encyclopedia.com/books/politics-and-business-magazines/nestle-0

EUROPE: Nestlé Deutschland AG (Germany; 97.2%); Blaue Quellen Mineral- und Heilbrunnen AG (Germany; 90.6%); Trinks GmbH (Germany; 90.6%); Alcon Pharma GmbH (Germany); Alois Dallmayr Kaffee OHG (Germany; 48.6%); Heimbs & Sohn GmbH & Co. KG (Germany; 48.6%); Azul Kaffee GmbH & Co. KG (Germany; 48.6%); Nüahr-Engel GmbH (Germany; 97.22%); Vittel Mineralwasser GmbH (Germany); Österreichische Nestlé GmbH (Austria); Nestlé Belgilux S.A. (Belgium); Perrier Vittel Belgilux S.A. (Belgium); Alcon-Couvreur S.A. (Belgium); Nestlé Sofia A.D. (Bulgaria; 99%); Nestlé Danmark A/S (Denmark); Premier Is A/S (Denmark); Nestlé España S.A. (Spain); Productos del Café S.A. (Spain); Davigel España S.A. (Spain); EYCAM Perrier S.A. (Spain); Alcon-Cusi S.A. (Spain); Helados y Congelados S.A. (Spain); Compañia del Frio Alimentario S.A. (Spain); Compañia Avidesa S.A. (Spain; 99.43%); Alimentos Congelados S.A. (Spain); Soumen Nestlé Oy (Finland); Nestlé France S.A.; France Glaces-Findus S.A.; Chambourcy S.A. (France; 99.9%); Herta S.A. (France); Davigel S.A. (France; 99.9%); Perrier Vittel France S.A.; S.A. des Eaux Minérales de Ribeauvillé (France; 98.3%); Société Conditionnement et Industrie S.A. (France; 77.9%); Eau Minérale Naturelle de Plancoët „Source Sassay“ S.A. (France); Nestlé Coffee Specialties France S.A.; Nestlé Clinical Nutrition S.A. (France); Laboratoires Alcon S.A. (France); Nestlé Dairy Industry S.A.I. (Greece; 85.4%); Alcon Laboratories Hellas E.P.E. (Greece); Nestlé Italiana S.p.A. (Italy; 99.9%); SO.GE.AM S.p.A. (Italy); SO.GE.PLAST S.p.A. (Italy); Alcon Italia S.p.A. (Italy); Nestlé Hungaria Kft (Hungary); A/S Nestlé Norge (Norway); Nestlé Nederland B.V. (Netherlands); Alcon Nederland B.V. (Netherlands); Goplana S.A. (Poland; 76.97%); Nestlé Polska Sp. zo.o. (Poland); Naleczowianka Spolka zo.o. (Poland; 33.3%); Winiary S.A. (Poland; 83.28%); Nestlé Portugal S.A.; Longa Vida S.A. (Portugal); Sociedade das Aguas de Pisoes Moura S.A. (Portugal); Nestlé (Ireland) Ltd.; Nestlé Food S.r.o. (Czech Republic); Nestlé UK Ltd.; Perrier Vittel UK Ltd.; Buxton Mineral Water Company Ltd. (U.K.); Alcon Laboratories (U.K.) Ltd.; C.U. Rossiya (Russia; 93.21%); Nestlé Zhukovsky Ice Cream LLC (Russia; 80.48%); Nestlé Food LLC (Russia); Nestlé Food S.r.o. (Slovakia; 99.9%); Svenska Nestlé AB (Sweden); Jede AB (Sweden); Zoégas Kaffe AB (Sweden); Société des Produits Nestlé S.A.; Nestlé Suisse S.A.; Frisco-Findus AG (99.8%); Perrier Vittel Suisse S.A.; Alcon Pharmaceuticals Ltd.; Nestlé World Trade Corporation; Food Ingredients Specialities S.A.; Nestlé Coffee Specialties S.A.; NestléTürkiye Gida Sanayi A.S. (Turkey). AFRICA: Nestlé (South Africa) (Pty) Ltd.; Alcon Laboratories Pty Ltd. (South Africa); Nestlé Cameroun (Cameroon; 99.6%); Nestlé Côte d’Ivoire (Ivory Coast; 80.9%); Dolce S.A.E. (Egypt); Industrie du Froid S.A.E. (Egypt); Société des eaux minérales Vittor S.A.E. (Egypt; 88.5%); Nestlé Gabon (90%); Nestlé Ghana Ltd. (51%); Nestlé Guinée (Guinea; 99%); Nestlé Foods Kenya Ltd.; Nestlé’s Products (Mauritius) Ltd.; Nestlé Maroc S.A. (Morocco; 93.4%); Nestlé Foods Nigeria PLC (57%); NestléSénégal; Nestlé Tunisie (Tunisia; 59.2%); Nestlé Zimbabwe (Pvt) Ltd. AMERICAS: Nestlé Argentina S.A.; Alcon Laboratorios Argentina S.A.; Nestlé Bolivia S.r.l.; Nestlé Industrial e Comercial Ltda. (Brazil); Companhia Produtora de Alimentos (Brazil); Tostines Industrial e Comercial Ltda. (Brazil); Perrier Vittel de Brasil Ltda. (Brazil); Alcon Laboratorios do Brasil S.A. (Brazil); Nestlé Canada, Inc.; Midwest Food Products, Inc. (Canada; 50%); Laura Secord, Inc. (Canada); The Perrier Group of Canada Ltd.; Alcon Canada, Inc.; Nestlé Chile S.A. (99.5%); Alcon Laboratorios Chile Limitada; Nestlé de Colombia S.A.; Laboratorios Alcon de Colombia S.A.; Nestlé Costa Rica S.A.; Nestlé El Salvador S.A.; Nestlé Ecuador S.A. (74.7%); Neslandia S.A. (Ecuador); Nestlé USA, Inc.; Nestlé USA – Food Division, Inc.; Nestlé USA – Beverage Division, Inc.; Food Ingredient Specialities, Inc. (U.S.A.); Great Spring Waters of America, Inc. (U.S.A.); Nestlé Puerto Rico, Inc. (U.S.A.); Alcon Laboratories, Inc. (U.S.A.); Alcon (Puerto Rico), Inc. (U.S.A.); Nestlé Guatemala S.A.; Nestlé Hondureña S.A. (Honduras); Nestlé-JMP Jamaica Ltd.; Cremo Ltd. (Jamaica); Compañá Nestlé S.A. de C.V. (Mexico); Alimentos Findus S.A. de C.V. (Mexico); Industrias Alimenticias Club S.A. de C.V. (Mexico); Manantiales La Asuncion, S.A. de C.V. (Mexico); Alcon Laboratorios S.A. de C.V. (Mexico); Productos Nestlé (Nicaragua) S.A.; Nestlé Panamí S.A.; Nestlé Caribbean, Inc. (Panama); Nestlé Perú S.A. (93.1%); D’Onofrio S.A. (Peru; 80.6%); Sociedad Dominicana de Conservas y Alimentos S.A. (Dominican Republic; 75.7%); Compañia Dominicana de Alimentos Lacteos S.A. (Dominican Republic); Helados Nestlé S.A. (Dominican Republic); Nestlé Trinidad and Tobago Ltd.; Nestlé del Uruguay S.A.; Nestlé Venezuela S.A.; Chocolates Nestlé S.A. (Venezuela); Caramelos Royal C.A. (Venezuela). ASIA: Saudi Food Industries Co. Ltd. (Saudi Arabia; 51%); Nestlé Bangladesh Ltd. (60%); Nestlé Ice Cream L.L.C. (United Arab Emirates; 49%); Nestlé Hong Kong Ltd.; Nestlé Dairy Farm Hong Kong Ltd.; Nestlé India Ltd. (51%); P.T. Nestlé Indonesia(57.6%); P.T. Nestlé Confectionery Indonesia; P.T. Nestlé Asean (Indonesia) (60%); P.T. Supmi Sakti (Indonesia; 97%); OSEM Investments Ltd. (Israel; 39.7%); Nestlé Japan Ltd.; Nestlé-Mackintosh K.K. (Japan; 66%); Perrier Japon K.K. (Japan); Alcon Japan Ltd.; Nestlé Jordan Trading Co. Ltd. (49%); Nestlé Kuwait General Trading Co. W.L.L. (49%); Société pour l’Exportation des Produits Nestlé S.A. (Lebanon); Nestlé (Malaysia) Bhd. (52.7%); Nestlé Foods (Malaysia) Sdn. Bhd. (51%); Nestlé Products Sdn. Bhd. (Malaysia; 51%); Malaysia Cocoa Manufacturing Sdn. Bhd. (51%); Nestlé Asean (Malaysia) Sdn. Bhd. (60%); Nestlé Cold Storage (Malaysia) Sdn. Bhd. (51%); Milkpak Ltd. (Pakistan; 56.2%); Nestlé Philippines, Inc.; Nestlé Foods Korea Ltd.; Nestlé Shuangcheng Ltd. (China; 90%); Nestlé Dongguan Ltd. (China; 60%); Maggi Dongguan Ltd. (China); Nestlé Tianjin Ltd. (China); Nestlé Qingdao Ltd. (China); Nestlé Dairy Farm Tianjin Ltd. (China; 75%); Nestlé Dairy Farm Qingdao Ltd. (China); Nestlé Dairy Farm Guangzhou Ltd. (China; 60%); Nestlé Singapore (Pte) Ltd.; Nestlé Asean Singapore (Pte) Ltd. (60%); Nestlé Lanka Ltd. (Sri Lanka; 90.8%); Nestlé Taiwan Ltd.; Nestlé Distributors Ltd. (Taiwan); Foremost Foods (Taiwan) Ltd.; Alcon Pharmaceuticals Ltd. (Taiwan); Nestlé Products Thailand, Inc.; Nestlé Asean (Thailand) Ltd. (60%); Quality Coffee Products Ltd. (Thailand; 49%); Nestlé Foods (Thailand) Ltd.; Nestlé Trading (Thailand) Ltd. (49%); Nestlé Manufacturing (Thailand) Ltd.; Nestlé Ice Cream (Thailand) Ltd. (46.3%); Nestlé Vietnam Ltd.; Long An Mineral Water Joint Venture Company (Vietnam; 42.7%). OCEANIA: Nestlé Australia Ltd.; Petersville Australia Ltd.; Nestlé Echuca Pty Ltd. (Australia); Alcon Laboratories (Australia) Pty Ltd.; Nestlé (Fiji) Ltd. (67%); Nestlé Nouvelle-Calédonie S.A. (New Caledonia); Nestlé New Zealand Ltd.; Nestlé (PNG) Ltd. (Papua New Guinea); Nestlé Polynesia S.A. (French Polynesia); Nestlé Purina PetCare Co.

Management:

Management
Quelle: https://www.nestle.com/aboutus/management/boardofdirectors

2019 hatte Nestlé rund 2.976 Mio. Aktien splitbereinigt im Umlauf. Wie aus der nachfolgenden Tabelle hervorgeht, hält das gesamte Management von Nestlé rund 876.482 Aktien am Unternehmen und damit entfallen gerade einmal aufgerundet 0,03 Prozent Firmenpapiere auf die Firmenleitung. Laut Daten von simplywall.st, halten Firmeninsider rund 0,09 Prozent der Aktien. Ein so geringer Anteil an Aktien, die vom Management gehalten werden, stellt einen ersten Kritikpunkt dar, da ich es prinzipiell gerne sehe, wenn die Geschäftsleitung substanziell Anteile am Unternehmen hält. Relativiert wird das etwas durch die nominal trotzdem hohen Aktienbestände in Händen des Managements, voran der amtierende CEO, der rund 300.957 Aktien von Nestlé im Besitz hat. Ein weitere positiver Aspekt muss hier ebenfalls beachtet werden: Die Anzahl der vom Management gehaltenen Anteile ist von 593.521 Stück in 2018 auf über 876.482 um rund 47,5 Prozent gewachsen. Für das Gesamte Management betrug die Bezahlung im Jahr 2019 rund 45,8 Mio. Schweizer Franken. Das Board of Directors von Nestlé weist rund 1,6 Mio. Aktien im Besitz der Direktoren aus, etwa 0,05 Prozent aller ausstehenden Aktien.

Ulf Mark Schneider; seit 2017 CEO der Nestlé SA

Der amtierende Chief Executive Officer (in der Schweiz Vorsitzender des Verwaltungsrates, bzw. Vorstandsvorsitzender nach deutschem Recht) von Nestlé ist der 1965 in Neuwied geborene Wirtschaftsmanager Ulf Mark Schneider (Bloomberg Profil). Seit dem 01. Januar 2017 ist er der Geschäftsführer der Nestlé S.A. Seine Tätigkeit bei Nestlé begann erst im September 2016, als er dem Verwaltungsrat beitrat. Zuvor war er der Vorstandsvorsitzende des deutschen Gesundheitsunternehmens Fresenius SE & Co. KGaA aus dem hessischem Bad Homburg, eine Position die er von Mai 2003 bis Juni 2016 inne hatte. Insgesamt arbeitete er von 2001 bis 2016 für Fresenius oder eine der Tochtergesellschaften, so auch von 2001 bis 2003 als Chief Financial Officer für den weltweiten Marktführer im Bereich der Dialyse, die Fresenius Medical Care AG. Seine Karriere begann 1989 bei der Investmentholding Franz Haniel & Cie. GmbH in Duisburg-Ruhrort. Innerhalb der Holding hatte er hier verschiedene leitende Tätigkeiten inne, darunter als Chief Financial Officer des Pharma-Groß- und Einzelhändlers Gehe UK plc, die heute zur McKesson Europe AG gehört. Außerdem war er Vice President für die Abteilung Geschäftsentwicklung für Nord-Amerkia und hatte andere leitende Positionen bei der deutschen Halfen GmbH inne, ein Anbieter von Verankerungstechnik und Bewehrungstechnik aus Langenfeld im Rheinland. Auch als Assistent des Aufsichtsrates der Haniel Gruppe war er tätig. Neben seiner Haupttätigkeit als Geschäftsführer von Nestlé, ist er auch Co-Chairman bei Cereal Partners Worldwide SA, sowie Mitglied des Board von Nestlé und hat noch Mitgliedschaften in den Aufsichtsräten von 8 weiteren Firmen. Kritisch zu sehen ist seine Karriere unter dem Aspekt, dass er Stellen bei Firmen unterschiedlichster Art inne hatte, also einer Investmentfirma, einem Medizin-Unternehmen und nun einer Lebensmittel-Firma. Seine Erfolge in den jeweiligen Unternehmen sprechen allerdings für ihn. So hat sich Fresenius unter seiner Leitung, mit Blick auf eine Vervierfachung der Umsätze, sehr gut entwickelt. Auch die Übernahmen der HELIOS Kliniken 2005, die Akquisition des US-amerikanischen Dialyseanbieters Renal Care Group 2006, die Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmens APP Pharmaceuticals 2008, die Übernahme von Liberty Dialysis, einem weiteren großen Dialyseanbieter in den USA die 2011 erfolgte und 2014 die Übernahme von 41 Kliniken der Rhön Klinikum AG, wodurch HELIOS zum größten privaten Krankenhausbetreiber in Deutschland wurde. Seine Ausbildung umfasst ein Studium in Finanzen und Buchhaltung an der Universität St. Gallen in der Schweiz, welches er 1988 beendete, gefolgt von einem Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften 1992, ebenfalls in St. Gallen erworben. Im Anschluss erhielt er noch einen Master of Business Administration, erworben 1993 an der Harvard Business School in Cambridge, USA.

Aus dem Compensation Report von Nestlé aus dem Jahr 2019 geht hervor, dass Ulf Schneider für das Jahr 2018 rund 9,3 Mio. Schweizer Franken an Gehältern bezogen hat, sowie rund 9,9 Mio. Schweizer Franken im Jahr 2019. Positiv fallen mir hier zwei Aspekte auf: Zum einen sind hier keine Aktienoptionen direkt in der Aufstellung zu finden, und der Anteil an Aktien, zum Teil mit eingeschränkter Verfügung auf 3 Jahre, ist sehr hoch angesetzt. Insgesamt enthielt die Bezahlung des CEO zuletzt rund 5,3 Mio. Schweizer Franken, mehr als die Hälfte der Gesamtbezüge. Wie aus der Aufstellung des Unternehmens hervor geht, hält das gesamte Management rund 80.800 Aktienoptionen für Nestlé Aktien, Stand 2018. Geht man hier von einem Standard-Kontraktvolumen von 100 Aktien je Option aus, was der Normalfall ist, dann hält das gesamte Management Optionen für rund 8,08 Mio. Unternehmensaktien.

Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen.

Paul Bulcke; Präsident des Verwaltungsrates seit 2017; ehemaliger Vorsitzender der Konzernleitung

Amtierender Chairman (bzw. Präsident des Verwaltungsrates) von Nestlé ist der 1954 in Belgien geborene Manager Paul Bulcke (Bloomberg Profil), der dieses Amt seit April 2017 inne hat. Er war auch von April 2008, bis zur Übernahme durch Ulf Mark Schneider 2017, Chief Executive Officer von Nestlé, wie bereits in der Unternehmenshistorie ausgeführt: „Bulcke, geboren am 08. September 1954 in Roeselare in Belgien, studierte von 1972 bis 1976 Wirtschaftsingenieurwesen an der Katholieke Universiteit Leuven und erweiterte seine Ausbildung mit einem Aufbaustudium in Management an der Universität Gent. Nach einer ersten Stelle als Finanzanalyst, kam er 1979 zu Nestlé und arbeitete sich innerhalb der Firma hoch. Bis 1980 war er Leiter des Marketing Trainees, wurde Verkaufs- und Marketingleiter von Nestlé Chile, Ecuador und Peru bis 1996 und war als Market Head in verschiedenen Ländern tätig, ehe er 2004 zum Vize-Geschäftsführer berufen wurde. In dieser Position war er zuständig für die USA, Kanada, Lateinamerika und die Karibik. Mit dem Rücktritt von Brabeck-Letmathe von der Position des Vorsitzenden 2017, übernahm Bulcke auch diese Stelle im Unternehmen.“ Neben seiner Tätigkeit als Chairman bei Nestlé, ist Paul Bulcke heute auch Vice-Chairman im Board von L’Oréal, ist Mitglied im Board des Pharmaunternehmens Roche Holding Ltd. aus Basel in der Schweiz, ist Co-Chairman der 2030 Water Resources Group und hat daneben noch eine Reihe weiterer Mitgliedschaften in Gremien von Wirtschaftsorganisationen und anderen Vereinen, wie beispielsweise dem Weltwirtschaftsforum oder dem European Round Table for Industry.

Besonders 2 Aspekte sehe ich bei Paul Bulcke als Personalie sehr positiv. Erstens: Er war bereits lange Jahre Geschäftsführer von Nestlé und ist damit eine gute Besetzung als Chairman, sieht man es von der Position der Beratung des Managements aus. Er hat viel Erfahrung mit den Prozessen in der Firma und kann darauf zurückgreifen. Es ist aber auch ein kritischer Punkt dabei zu betrachten: Als Chairman of the Board ist es seine Aufgabe und die des Board of Directors insgesamt, das Management zu überwachen und zu kontrollieren. Insofern ist es fraglich, einem ehemaligen Geschäftsführer diese Position zuzugestehen. Die Praxis, dass der CEO zeitgleich auch Chairman ist, ist allerdings in vielen Unternehmen verbreitet. Der Aspekt der langjährigen Erfahrung mit der Firma ist hier nach meiner Auffassung gewichtiger. Zweitens: Er hält mit rund 1,4 Mio. Aktien von Nestlé eine sehr große Position. Wie bereits angesprochen sehe ich es sehr positiv, wenn das Management oder in diesem Fall der Chairman, hohe Aktienanteile am Unternehmen halten. Bei einem Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung, das nicht im Familienbesitz liegt oder Gründergeführt ist, sind keine sehr hohen Aktienpositionen bei Einzelpersonen üblich, die mehrere Prozent des gesamten Aktienbestandes ausmachen. Deswegen sind in solchen Fällen wie bei Nestlé relativ hohe Aktienbestände des Managements ein guter Anfang.

News

News

25. November 2020 – Foodwise Company Limited hat am 25. November 2020 die Übernahme von Yinlu-Erdnussmilch und Reisbrei in Dosen von Nestlé SA (SWX: NESN) vereinbart. Der Deal umfasst alle Aktivitäten von Yinlu, einschließlich der fünf Fabriken in Fujian, Anhui, Hubei, Shandong und Sichuan . Die Marken von Yinlu erzielten im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2019 einen Umsatz von 700 Mio. CNY. Im Rahmen der Transaktion wird Nestlé sein trinkfertiges Nescafé-Kaffeegeschäft (RTD) beibehalten und die Produkte in den meisten Teilen der Region Greater China vertreiben. Nescafé ist ein strategischer Wachstumstreiber für Nestlé, und das Unternehmen investiert weiter, um die Marke über alle Kanäle des Marktes hinweg weiter zu stärken. Das gesamte Nescafé-Geschäft in China wird von einem Team verwaltet, wobei Synergien und Stärkungskapazitäten genutzt werden, um das weitere Wachstum des Geschäfts voranzutreiben. Die Transaktion wird voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

10. November 2020 – Pulmuone Co., Ltd. (KOSE: A017810) erklärte sich bereit, am 10. November 2020 51% der Anteile an Pulmuone Waters Co., Ltd. von Nestlé SA (SWX: NESN) für 36 Mrd. KRW zu erwerben. Die Gegenleistung ist in bar zu zahlen . Pulmuone Co., Ltd. erwirbt 345.717 Aktien, was 51% der Anteile entspricht, von denen 21% für 14,8 Mrd. KRW an Pulmuone Waters Co., Ltd. und 30,2% für 21,2 Mrd. KRW beteiligt sind. Nach Fertigstellung hält Pulmuone Co., Ltd. eine 100% ige Beteiligung an Pulmuone Waters Co., Ltd. Für das im Dezember 2019 endende Geschäftsjahr betrug das Gesamtvermögen, das Nettovermögen, der Umsatz und das Nettoergebnis von Pulmuone Waters Co., Ltd. ungefähr KRW 52,7 Mrd. KRW, ca. 18,6 Mrd. KRW, ca. 88,2 Mrd. KRW bzw. ca. 7,4 Mrd. KRW. Der Abschluss des Erwerbs von 21% der Anteile wird am 1. Februar 2021 erwartet. Die verbleibenden 30% werden in 3 Jahren erworben.

30. Oktober 2020 – Prometheus Biosciences, Inc. gab bekannt, dass das Unternehmen am 30. Oktober 2020 eine Finanzierung in Höhe von 130.000.000 USD erhalten wird. Das Unternehmen wird Stammaktien im Rahmen der Transaktion ausgeben. Die Gesellschaft wird Wertpapiere gemäß der in Verordnung D vorgesehenen Ausnahme ausgeben.

Am 9. November 2020 schloss Prometheus Biosciences, Inc. die Transaktion ab. Die Transaktion wurde von den neuen Investoren Eventide Asset Management, LLC und RTW Investments, LP gemeinsam geleitet und beinhaltete auch die Teilnahme von insgesamt 15 Investoren, darunter die neuen Investoren Perceptive Advisors LLC, Cormorant-Capital, Cowen Healthcare Investments, Point72 Asset Management, LP und Irving Investors LLC, bestehende Investoren Ascend Global Investment Fund SPC, Cedars-Sinai Health System und Nestlé SA (SWX: NESN). Joy Ghosh von Eventide Asset Management, LLC und Adam Stone von Perceptive Advisors LLC werden dem Board of Directors beitreten.

23. Oktober 2020 – Nestlé S.A. (SWX: NESN) stimmte der Übernahme von La Fête Chocolat am 23. Oktober 2020 zu. Der Deal steht unter dem Vorbehalt der Due-Diligence-Prüfung.

21. Oktober 2020 – Nestlé S.A. gab eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2020 heraus. Für das Jahr erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von rund 3% für das Gesamtjahr. Das zugrunde liegende Ergebnis je Aktie bei konstanten Wechselkursen und Kapitaleffizienz wird voraussichtlich steigen.

15. Oktober 2020 – Nestlé S.A. (SWX: NESN) hat den Verkauf seiner nordamerikanischen Wassermarken initiiert, darunter Pure Life und Poland Spring, Reuters ‚Bericht von Martinne Geller und Pamela Barbaglia, unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die verkauften Marken, zu denen auch Deer Park, Ozarka, Ice Mountain, Zephyrhills und Arrowhead gehören, könnten ein Angebot von rund 5 Milliarden US-Dollar machen, basierend auf einem Kerngewinn von rund 600 Millionen US-Dollar, sagen die Autoren unter Berufung auf eine der Quellen.

12. September 2020 – John Lewis Partnership plc plant die Übernahme von Mindful Chef Ltd., um die postpandemische Vorliebe der Verbraucher für Abonnementdienste zu nutzen. Sky News hat erfahren, dass sich Waitrose Limited in detaillierten Verhandlungen befindet, um Mindful Chef zu kaufen. An diesem Wochenende stellte sich heraus, dass Waitrose, die Supermarktabteilung von Großbritanniens bekanntestem Einzelhandelsunternehmen, im Wettbewerb um die Übernahme von Mindful Chef von Nestlé S.A. (SWX: NESN) steht. Mindful Chef sagte, der Fundraising-Prozess sei „noch nicht abgeschlossen und keine Partei sei exklusiv“. Insider erwarten, dass ein Deal innerhalb von Wochen abgeschlossen wird. Es wird auch davon ausgegangen, dass LDC (Managers) Limited (LDC) um den Kauf des Rezeptbox-Anbieters gekämpft hat. Ein Sprecher der John Lewis Partnership sagte an diesem Wochenende: „Wir äußern uns nicht zu wirtschaftlich sensiblen Themen.“ Wir führen eine strategische Überprüfung durch und erwägen dabei eine Reihe von kommerziellen Möglichkeiten. “Nestle lehnte ab Kommentar.

28. August 2020 – Die Tsingtao Brewery Company Limited (SEHK: 168) hat am 28. August 2020 die Übernahme des chinesischen Wassergeschäfts von Nestlé SA (SWX: NESN) vereinbart. Im Rahmen des Vertrags wird die Tsingtao Brewery Company Limited die lokale Marke Dashan Yunnan Shan Quan von Nestlé Sources übernehmen Shanghai Limited, Nestlé Sources Tianjin Limited, Yunnan Dashan Drinks Co. Ltd. und Shanghai Nestle Drinking Water.

07. August 2020 – Laticínios Bela Vista Ltda. hat vereinbart, Nestlé Sudeste Alimentos und Bebidas Ltda am 7. August 2019 von Nestlé S.A. (SWX: NESN) zu erwerben. Die Transaktion unterliegt der Genehmigung der Kartellbehörde. Am 22. Oktober 2019 wurde die Transaktion von der Generalaufsicht des Verwaltungsrates für Wirtschaftsverteidigung genehmigt. Der Deal wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein. Luiz Octavio Duarte Lopes, Zeca Berardo, Juliana Mainardi de Meneses und Marcela Junqueira C. Pirola aus Lefosse fungierten als Rechtsberater für Laticínios Bela Vista und Yi Shin Tang von Magalhães e Dias Advocacia als Rechtsberater für Nestlé. Laticínios Bela Vista Ltda. stornierte die Übernahme von Nestlé Sudeste Alimentos und Bebidas Ltda von Nestlé S.A. (SWX: NESN) am 7. August 2020.

05. August 2020 – Nestlé S.A. (SWX: NESN) prüft strategische Optionen, einschließlich eines möglichen Verkaufs, für Teile des Waters-Geschäfts in Nordamerika und des Yinlu-Geschäfts mit Erdnussmilch und Reisbrei in China. Im Mai gab Nestle die Entscheidung bekannt, strategische Optionen, einschließlich eines potenziellen Verkaufs, für den Großteil des Waters-Geschäfts in Nordamerika zu prüfen. Im Rahmen dieses Prozesses erklärte sich die Gruppe bereit, das kanadische Nestle Pure Life-Geschäft im Juli an Ice River Springs zu verkaufen. Die strategische Überprüfung des Geschäfts mit Yinlu-Erdnussmilch und Reisbrei in Dosen in China ist noch nicht abgeschlossen. Beide Überprüfungen werden voraussichtlich Anfang 2021 abgeschlossen sein.

30. Juli 2020 – Nestlé S.A. (SWX: NESN) wird nach Akquisitionen suchen. Ulf Schneider, Vorstandsvorsitzender, sagte: „Bei Akquisitionen haben Sie bereits im ersten Halbjahr 2019 im Akquisitionsbereich eine verstärkte Aktivität festgestellt. Lassen Sie mich Sie nur an Vitalproteine erinnern. Ich denke, wir haben das erst Ende Juni angekündigt. Zenpep, den wir bereits geschlossen haben; und auch Lilys Küche. Deshalb sage ich, dass Akquisitionen im Vergleich zum letzten Jahr jetzt einen größeren Teil des Bildes ausmachen. Und wir arbeiten weiter an einer attraktiven Pipeline, und hoffentlich wird es noch mehr geben. “

Nestlé S.A. gab die Ergebnisse für das am 30. Juni 2020 endende Halbjahr bekannt. Für das Halbjahr gab das Unternehmen bekannt, dass der Umsatz CHF 41.152 Millionen gegenüber CHF 45.456 Millionen im Vorjahr betrug. Das Betriebsergebnis betrug CHF 7’833 Millionen gegenüber CHF 6’734 Millionen im Vorjahr. Der Nettogewinn betrug CHF 5.883 Millionen gegenüber CHF 4.972 Millionen im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug CHF 2.06 gegenüber CHF 1.68 vor einem Jahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug CHF 2.05 gegenüber CHF 1.68 vor einem Jahr.

Nestlé S.A. gab eine Umsatzprognose für das Jahr 2020 bekannt. Das Unternehmen erwartete für das Gesamtjahr ein organisches Umsatzwachstum zwischen 2% und 3%.

27. Juli 2020 – Nestlé hat eine neue Reihe seiner YES! Snackriegel, wobei jeder Riegel 10 Gramm Pflanzenprotein aus einer köstlichen natürlichen Kombination von Nüssen und Erbsen enthält. Das neue JA! Der Riegel enthält 10 Gramm Pflanzenprotein aus Erbsen und Nüssen und gibt den Verbrauchern unterwegs Kraft. Wie andere JA! Riegel, die neuen Proteinriegel bestehen aus gesunden Zutaten, sind reich an Ballaststoffen, verwenden keine künstlichen Farbstoffe oder Konservierungsstoffe, sind glutenfrei und für Vegetarier geeignet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Proteinriegeln ist das neue YES! Proteinriegel erschließen einen aufkommenden Trend zu Erbsenprotein. Dies eröffnet den Verbrauchern, die nach innovativeren pflanzlichen Proteinalternativen suchen, eine neue Wahl. Und die neuen Riegel erreichen dies ohne Kompromisse zwischen „gesund“ und „lecker“. Die neue Bar ist in zwei köstlichen Geschmacksrichtungen erhältlich: Mandel, Erdnuss und Double Dark Chocolate; und Cashew, Blaubeere und dunkle Schokolade. Nüsse sind die Hauptzutat, und die Riegel sind mit echter dunkler Schokolade beträufelt, die aus nachhaltigem Kakao hergestellt wurde, der von der Rainforest Alliance zertifiziert wurde. Die Bars sind ab September 2020 in europäischen Ländern wie Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und der Tschechischen Republik erhältlich. Wie beim bestehenden JA! Bereich werden die Riegel sorgfältig in recycelbares Papier eingewickelt. Das Papier stammt aus nachhaltigen Quellen und wurde vom Forest Stewardship Council (FSC) oder vom Programm zur Bestätigung der Waldzertifizierung zertifiziert.

11. Juni 2020 – Nestlé S.A. (SWX: NESN) prüft derzeit einen möglichen Verkauf eines Teils seines nordamerikanischen Wassergeschäfts, einschließlich seiner bekannten Marke Pure Life, um sich auf die leistungsstärkeren Marken in seiner Wassersparte zu konzentrieren. In einer Erklärung vom 11. Juni 2020 wurde angekündigt, bis Anfang 2021 eine strategische Überprüfung der regionalen Quellwassermarken, des Geschäfts mit gereinigtem Wasser und des Getränkelieferservices in der Einheit Nestle Waters North America abzuschließen, nachdem entschieden worden war, dass sie keine Hauptbereiche von sind Fokus. Eine interne Überprüfung des Unternehmens zur Prüfung des Verkaufs seiner Einheit in Nordamerika wird voraussichtlich Anfang 2021 abgeschlossen sein. Mögliche Käufer sind The Coca-Cola Company (NYSE: KO) und PepsiCo, Inc. (NasdaqGS: PEP).

22. Mai 2020 – Am 20. Mai 2020 kündigte Nestle eine Reihe von Investitionen an, die seine Präsenz in China weiter stärken und es ihm ermöglichen werden, sein Produktportfolio laut dem Standort von Nestle mit innovativen und Premium-Produkten weiter zu verbessern. Die Investitionen, insgesamt mehr als 100 Millionen Schweizer Franken (730 Millionen RMB), umfassen eine signifikante Kapazitätserweiterung des bestehenden Nestlé-Heimtierfutterwerks in Tianjin und die Einführung neuer Produktionslinien für hochwertige Produkte, die auf dem starken Wachstum des bestehenden Heimtierfutterportfolios des Unternehmens aufbauen . Dazu gehört auch die erste Produktionsstätte des Unternehmens in Asien für pflanzliche Produkte. Darüber hinaus wird das Süßwarengeschäft mit einem Upgrade der Produktionslinie von Nestlé Chengzhen Wafer neu investiert. Nestlé wird auch das Qualitätssicherungszentrum Tianjin Nestlé weiterentwickeln. Zusammen unterstreichen diese Investitionen die Entschlossenheit von Nestlé, zur Transformation und Aufwertung der chinesischen Lebensmittelindustrie beizutragen. Nestle bringt weiterhin Innovationen in sein Produktangebot in China. Chengzhen, eine 2019 eingeführte Flaggschiff-Wafer-Produktreihe, wurde vom Markt allgemein begrüßt. Mit diesem neuesten Projekt wird Nestlé die Investitionen in die Transformation von Waferprodukten erhöhen und die jährliche Produktionskapazität erweitern, um den Verbrauchern vielfältigere Optionen für gesunde Freizeit-Snacks zu bieten. Über die Erweiterung der Produktionskapazität hinaus wird Nestlé auch sein Qualitätssicherungszentrum in Tianjin verbessern, indem Labortests und Qualitätsüberwachungsdienste, Schulungen zur Qualitätssicherung und zum Aufbau von Laborkapazitäten, technische Unterstützung für Lebensmittelsicherheits- und Compliance-Tests und mehr weiter verbessert werden. Nestle ist seit über 30 Jahren in China verwurzelt und bietet Verbrauchern eine schmackhaftere und gesündere Auswahl und schafft gemeinsamen Wert für Aktionäre und Gesellschaft. China ist heute der zweitgrößte Markt für Nestlé. Das Unternehmen verfügt über 31 Produktionsstätten, drei Forschungs- und Entwicklungszentren sowie vier Innovationszentren, ein Institut für Lebensmittelsicherheit, ein Institut für Milchviehhaltung und ein Kaffeezentrum. Nestlé beschäftigt in China rund 43.000 Mitarbeiter.

28. April 2020 – Nestle hat mit nesQino eine intelligente und einfache Lösung auf den Markt gebracht, mit der Menschen gesunde Superfood-Getränke aus 100% natürlichen Zutaten zu Hause oder im Büro personalisieren können. NesQino wurde erstmals in China eingeführt und umfasst eine leise, digital angeschlossene Q-Cup-Maschine, Superfood-Beutel und drei verschiedene Basisbeutel: Smoothie, Hafer- und Milchshake. Mit nesQino können Verbraucher 21 verschiedene Superfood-Getränkerezepte herstellen, die von kreativen Ernährungswissenschaftlern unter Verwendung verschiedener Arten von Zutaten entwickelt wurden, die als gesund bekannt sind. Die Superfood-Beutel werden aus Zutaten wie Obst, Gemüse, Nüssen und Samen, Wurzeln und Mikroalgen hergestellt. Sie haben auch Probiotika, um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Ergänzende Basisbeutel werden aus Milch, Getreide und pflanzlichen Zutaten hergestellt. Unter Verwendung fortschrittlicher Flash-Gefrier- und Trocknungstechniken in Kombination mit patentierten Pulvertechnologien, die vom Nestle RD-Team entwickelt wurden, werden die Inhaltsstoffe auf natürliche Weise ohne Zusatzstoffe, Konservierungsmittel, künstliche Farbstoffe oder Aromen konserviert. Die Verpackung ist in China recycelbar. Die Leute wählen einfach einen Superfood-Beutel und einen Basis-Beutel, gießen den Inhalt mit Wasser in die Q-Tasse und wählen die gewünschte Temperatur – für ein heißes oder kaltes Getränk, das in nur zwei Minuten fertig ist.

24. April 2020 – Nestlé S.A. meldete konsolidierte Verkaufsergebnisse für die drei Monate des Jahres 2020. Für die drei Monate meldete das Unternehmen einen Umsatz von CHF 20.812 Millionen gegenüber CHF 22.183 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für das Jahr ist das Unternehmen noch zu früh, um die vollständigen Auswirkungen von COVID-19 beurteilen zu können, und die ursprünglichen Leitlinien für das Gesamtjahr 2020 vorerst beizubehalten. Das Unternehmen erwartet eine weitere Verbesserung des organischen Umsatzwachstums und der zugrunde liegenden operativen Handelsgewinnmarge. Das zugrunde liegende Ergebnis je Aktie bei konstanten Wechselkursen und Kapitaleffizienz wird voraussichtlich steigen.

23. April 2020 – Nestlé S.A. gab bekannt, dass Ernst & Young Ltd. auf seiner Hauptversammlung am 23. April 2020 zum Abschlussprüfer für das Jahr 2020 ernannt wurde und die KPMG AG ersetzte.

Weitere Nachrichten zum Unternehmen können hier im News-Bereich von simplywall.st gefunden werden oder hier im Press Room der Investor Relations.

Fragen an die Investor Relations

Fragen an die Investor Relations

Auf eine schriftliche Anfrage an die Investor Relations von Nestlé, bekamen wir nach wenigen Tagen eine freundliche Antwort, in der uns von Unternehmensseite ein persönliches Gespräch mit dem Head of Investor Relations angeboten wurde um unsere Fragen zu diskutieren. Aus Zeitgründen konnten wir zwar keinen der angebotenen Termine wahrnehmen, aber die Initiative der Firma zeigt ein hohes Interesse an den Firmeneignern und den möglichen Investoren. Diese Eigenschaft stelle ich als einen sehr positiv zu bewertenden Aspekt heraus.

Frage: Das Unternehmen kauft seit Jahren eigene Aktien zurück und soweit ich sehen kann, werden diese Aktien als eigene Aktien in die Bilanz aufgenommen. Wie finanziert Nestlé diese Rückkäufe und möchte das Unternehmen die in der Bilanz gesammelten eigenen Aktien verkaufen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, die erforderlichen Mittel zu beschaffen? Mich würde auch interessieren, ob das Unternehmen bestimmte Regeln für Rückkäufe anwendet, ob bestimmte Preisbewegungen dabei eine Rolle spielen oder ob das Unternehmen versucht, ernsthafte Kursbewegungen durch eigene Handlungen zu vermeiden oder zu begünstigen, und ob das Unternehmen auch einen Punkt formuliert hat, an dem der Rückkaufpreis pro Aktie als zu teuer angesehen wird?

Antwort: Unsere Aktienrückkaufpläne spiegeln die anhaltend starke Cash-Generierung von Nestlé sowie die erheblichen Mittelzuflüsse aus Veräußerungen wider. Im Rahmen eines Plans zur Erhöhung der Hebelwirkung des Unternehmens haben wir von 2017 bis 2019 ein bedeutendes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von CHF 20 Mrd. durchgeführt. Wir befinden uns derzeit mitten in einem weiteren Aktienrückkaufprogramm von CHF 20 Mrd. von 2020 bis 2022, um einen Schuldenabbau des Unternehmens zu vermeiden (nach Mittelzuflüssen aus Veräußerungen). Die Anzahl der täglich zurückgekauften Aktien kann je nach Aktienkurs variieren (siehe tägliche Entwicklung auf unserer Website https://www.nestle.com/investors/sharesadrsbonds/share-buy-back). Wir behalten uns die Flexibilität vor, den durch Aktienrückkäufe ausgeschütteten Betrag anzupassen, falls beträchtliche Akquisitionen stattfinden sollten.

Frage: Derzeit schüttet das Unternehmen etwas mehr als die Hälfte des erzielten Gewinns in Form von Dividenden an seine Aktionäre aus, was für viele Aktionäre der Hauptgrund für die Beteiligung an Nestlé ist. Hat das Unternehmen einen Maßstab dafür, inwieweit es bereit wäre, die Ausschüttungsquote zu erhöhen, sollte es zu erheblichen Einbußen bei den erzielten Gewinnen kommen?

Antwort: Wir haben keine formelle Dividendenpolitik oder gezielte Ausschüttungsquote. Wir haben die Praxis, eine nachhaltige Dividendenerhöhung von CHF gegenüber dem Vorjahr (jetzt in 25 aufeinander folgenden Jahren) vorzusehen, eine Währung, die tendenziell gegenüber anderen aufgewertet wird. Wir glauben fest daran, zuverlässig zu sein, insbesondere in dieser Zeit der Unsicherheit. Unsere Dividende ist für unsere Aktionäre von großem Wert, von denen viele Privatpersonen und Pensionsfonds sind, die auf das regelmäßige Einkommen aus jährlichen Dividenden angewiesen sind.

Frage: Das Unternehmen wird im Bezug auf seine Geschäftspraktiken ständig und mitunter heftig kritisiert und das Image von Nestlé damit beschädigt. Können Sie beschreiben, wie sich das Unternehmen verhält und wie es vorgeht, wenn es Kenntnis von Vorfällen erlangt, die sein Image schädigen könnten oder bereits getan haben und was das Unternehmen in solchen Fällen unternimmt, um Vorwürfen und Anschuldigungen entgegenzuwirken, die Richtigkeit zu überprüfen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen?

Antwort: Ethisches Handeln ist das Kernstück des Geschäftsansatzes von Nestlé. Die Einhaltung strenger ethischer Grundsätze, nicht nur in unserem direkten Geschäft, sondern auch in unserer gesamten Wertschöpfungskette, ist für unser Handeln von grundlegender Bedeutung. Wir ermutigen Mitarbeiter und externe Interessengruppen, unangemessene oder illegale Praktiken oder Verhaltensweisen bei Nestlé zu melden. Wir glauben, dass Unternehmen nur dann gedeihen, wenn sie ethisch nachhaltig sind und die Bedürfnisse der Stakeholder widerspiegeln. Wir pflegen auch kontinuierlich eine Kultur der Compliance, einschließlich Aussagen von Marktleitern, jährlichen Nachrichten der Compliance-Beauftragten an Mitarbeiter, Kampagnen, Postern und Newsletter-Artikeln. Dies stärkt die Kultur und das Bewusstsein für das „Speak Up“ sowie das Vertrauen in das Nestlé Integrity Reporting System. Im Rahmen unseres CARE-Programms, das auf einem unabhängigen externen Prüfungsnetzwerk beruht, bewerten wir auch die Einhaltung unserer Unternehmensgrundsätze in Bezug auf Menschenrechte, Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Unternehmensintegrität. Wir bewerten auch die Fortschritte in Bezug auf unsere gesellschaftliche, verantwortungsvolle Beschaffung, Qualität, verantwortungsbewusstes Marketing und andere Verpflichtungen durch unabhängige externe Audits und Zertifizierungen.

Frage: Wie haben sich die Maßnahmen und die Absperrung verschiedener Länder am Jahresanfang 2020 auf die Lieferketten von Nestlé ausgewirkt und welche Konsequenzen hatte das für das Unternehmen?

Antwort: Nestlé hat sich als belastbar, reaktionsschnell und agil erwiesen. Wir haben sofort reagiert, indem wir Maßnahmen ergriffen haben, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, indem wir den Verbrauchern weiterhin wichtige Lebensmittel und Getränke liefern, uns um unsere Gemeinden kümmern und unsere Geschäftspartner unterstützen. Wir haben ein sehr professionelles Team und Business Continuity-Pläne, die insgesamt mit begrenzten Störungen effektiv funktioniert haben. Wir haben eine erhöhte Nachfrage nach „At-Home“ Konsum, vertrauenswürdigen Marken und Produkten mit gesundheitlichen Vorteilen festgestellt. In der Zwischenzeit wurde das Wachstum der Out-of-Home-Kanäle erheblich negativ beeinflusst, wobei sich die Umsatzrückgänge im dritten Quartal abschwächten, da die Beschränkungen teilweise aufgehoben wurden.

Frage: Als Lebensmittelproduzent muss sich das Unternehmen am Markt vor starken Schwankungen der Rohstoffpreise schützen. Wie geht Nestlé damit um und können Sie den Einkaufsansatz des Unternehmens skizzieren? Bevorzugt das Unternehmen größere Lieferanten, denen es den Kauf der erforderlichen Produkte von kleineren Unternehmen überlässt, oder kauft Nestlé auch direkt von kleinen Unternehmen, beispielsweise in der Nähe von Fabriken, die diese Waren benötigen?

Antwort: Ziel des Konzerns ist es, die Auswirkungen von Schwankungen der Rohstoffpreise zu minimieren. Dieses Risiko wird gemäß der Politik der Nestlé-Gruppe zum Management des Rohstoffpreisrisikos abgesichert. Die Global Procurement Organization ist verantwortlich für das Management des Rohstoffpreisrisikos auf der Grundlage interner Richtlinien und zentral festgelegter Limits, in der Regel unter Verwendung von Terminkäufen und börsengehandelten Warenderivaten (nur zum Schutz vor Preisschwankungen). Diese Aktivität wird von einem unabhängigen Middle Office überwacht.

Wir arbeiten mit rund 165.000 Lieferanten weltweit unterschiedlicher Größe zusammen und unsere Beschaffungsstrategie orientiert sich an unserem Responsible Sourcing Standard. Dies umfasst alle unsere Beschaffungen, sei es direkt über unser Farmer Connect-Programm oder über unsere Beschaffungsabteilung. Über Farmer Connect beziehen wir direkt von mehr als 550 000 Landwirten Kaffee, Kakao und Milch. Wir bieten auch Schulungen und Unterstützung für Landwirte an, von denen die meisten ländliche Kleinbauern in Entwicklungsländern sind. Der Rest unserer Lieferungen und alle anderen Rohstoffe werden über unsere Beschaffungsabteilung bezogen.

Frage: Nach einer ersten Überprüfung der Bilanz stellte ich einen hohen Anteil an Goodwill und immateriellen Vermögenswerten fest, der fast 40 Prozent der Bilanzsumme ausmacht. Wie bewertet das Unternehmen die möglichen Risiken einer außerordentlichen Abschreibung und können Sie mir eine Vorstellung davon geben, wie sich der Goodwill zusammensetzt?

Antwort: Goodwill und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer oder noch nicht zur Nutzung verfügbar werden mindestens einmal jährlich und bei Anzeichen einer Wertminderung auf Wertminderung überprüft. Die jährlichen Wertminderungstests werden auf der Ebene der Cash Generating Unit (CGU) durchgeführt. Die Wertminderungstests werden durchgeführt, indem der Buchwert der Vermögenswerte dieser CGU mit ihrem erzielbaren Betrag verglichen wird, in der Regel basierend auf ihrem Nutzungswert, der ihren künftigen prognostizierten Cashflows entspricht, die mit einer angemessenen Rendite vor Steuern abgezinst werden. In der Regel entsprechen die Zahlungsströme den Schätzungen der Konzernleitung in Finanzplänen und Geschäftsstrategien für einen Zeitraum von fünf Jahren, nachdem Anpassungen vorgenommen wurden, um die Vermögenswerte in ihrem aktuellen Zustand zu berücksichtigen. Sie werden dann unter Verwendung eines Vielfachen, das einer stetigen oder abnehmenden Wachstumsrate entspricht, auf Ewigkeit projiziert. Der Konzern bewertet die Unsicherheit dieser Schätzungen anhand von Sensitivitätsanalysen. Informationen zur Aufschlüsselung des Goodwills finden Sie in der folgenden Tabelle auf Seite 104 unseres Jahresabschlusses 2019.

Frage: Wie sind die Erwartungen des Unternehmens in der aktuellen Situation für die Entwicklung des Geschäfts und können Sie mir Informationen über eine mögliche Preispolitik geben, wenn die derzeitige angespannte Situation der Weltwirtschaft weiter zuspitzt?

Antwort: Das Modell, das wir in früheren Rezessionen gesehen haben, ist, dass sich die beiden Extreme der Preisgestaltung gut behaupten. Es besteht ein starkes Interesse am Wert und auch an Premiumprodukten. In der Vergangenheit haben wir uns mit Premium-Angeboten sehr gut geschlagen, aber wir glauben, dass wir mit erschwinglichen Angeboten mehr erreichen können. Wir haben den Umfang unserer populär positionierten Produkte neu definiert, um unseren Ansatz effektiver zu fokussieren. Wir konzentrieren uns auf barrierefreie Produkte und erschwingliche Ernährung für Verbraucher mit niedrigem Einkommen in Schwellenländern über eine wettbewerbsfähige Wertschöpfungskette.

Zur Preisgestaltung von Fertigprodukten:

Die Preisgestaltung ist normalerweise mit Warenbewegungen sowie Währungsabwertungen verbunden.
Die neue Form der Preisgestaltung ist der Mix, der weiterhin ein wesentlicher Treiber unseres Wachstums ist.
Verbraucher suchen nach einem Wert (in Bezug auf Geschmack, Ernährung, Bequemlichkeit und Nachhaltigkeit), der über die Erschwinglichkeit hinausgeht. Wir passen unsere Produkte an die Bedürfnisse der Verbraucher an und schaffen durch Innovation Relevanz für die Verbraucher, anstatt ein Preisspiel zu spielen.

Die Fragen an die Investor Relations wurden schnell beantwortet und es wurde auf alle wesentlichen Punkte eingegangen. Der Schriftwechsel war zwar recht allgemein gehalten, ohne viele Details, ist aber insofern mit dem richtigen Umfang ausgefallen, dass man basierend auf den Antworten des Unternehmens tiefer gehende Fragen stellen kann. Beispielsweise wurden verschiedene Mechanismen im Unternehmen genannt, die für die Einhaltung und Aufklärung bei ethisch Fragwürdigen Geschäftspraktiken zuständig sind. Hier könnten weitere Details abgefragt werden. Wo die Aussagen sehr allgemein waren, war die Angabe ethischer Standards, die nicht weiter ausformuliert wurden. Was für Nestlé strenge Standards sind, wäre ebenfalls eine Detailfrage.

Aktionäre, Dividenden und Aktienrückkäufe

Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe

Als eines der größten Unternehmen in seiner Branche weltweit, sind an Nestlé eine Reihe bekannter Institutionen als Großinvestoren beteiligt. Mit rund 3,03 Prozent Anteil an den ausstehenden Aktien ist The Vanguard Group der größte Anteilseigner am Unternehmen. Die 10 größten institutionellen Anleger bei Nestlé sind allesamt bekannte und große Investmentfirmen. Ein detailliertes Bild über die Besitzstruktur des Unternehmens kann beispielsweise hier auf morningstar.com gefunden werden.

Es befinden sich insgesamt 37,3 Prozent der Aktien des Unternehmens in der Händen institutioneller Investoren. Der Überwiegende Teil aller Aktien, rund 62,6 Prozent, befindet sich im freien Umlauf. 0,09 Prozent der Aktien werden von Firmenangehörigen gehalten. Der Größte Einzelaktionär mit einem Anteil von 0,04 Prozent aller ausstehender Aktien, ist der amtierende Chairman von Nestlé Paul Bulcke.

Für das Jahr 2019 hat die Nestlé SA eine Dividende in Höhe von 1,70 Schweizer Franken je Aktie ausgeschüttet. Dafür wurden rund 58 Prozent der Gewinne des Unternehmens verwendet. Die durchschnittliche Ausschüttung lag in den letzten 10 Jahren bei rund 64 Prozent. In den letzten 25 Jahren hat Neslté seine Ausschüttungen konstant erhöht und gehört damit zur Gruppe der Dividendenaristokraten. Wie aus den Antworten der Investor Relations hervorgeht, hat Nestlé keine spezielle Dividendenpolitik. Das Unternehmen ist aber bestrebt stabile Dividenden zu zahlen und seine Ausschüttungen zu steigern.

Wie am 17. Oktober 2019 angekündigt, hat Nestlé am 3. Januar 2020 ein neues Aktienrückkaufprogramm zum Zweck der anschließenden Kapitalherabsetzung gestartet. Dieses Rückkaufprogramm von bis zu 20 Milliarden Schweizer Franken soll bis Ende Dezember 2022 abgeschlossen sein. Es schließt an ein Rückkaufprogramm an, in dessen Verlauf von 2017 bis 2019 ebenfalls rund 20 Milliarden Schweizer Franken in den Rückkauf eigener Anteile investiert wurden. Aktienrückkäufe von Nestlé-Aktien werden an einer zweiten Handelslinie an der SIX Swiss Exchange durchgeführt, wobei Nestlé der ausschließliche Käufer dieser Handelslinie ist. Ein Aktionär, der Aktien verkaufen möchte, kann dies entweder über die normale Handelslinie oder über die zweite Handelslinie tun. Über die zweite Handelslinie verkaufte Nestlé-Aktien unterliegen der schweizerischen Quellensteuer von 35 Prozent auf die Differenz zwischen dem Rückkaufpreis der Nestlé-Aktie und ihrem Nennwert von 0,10 Schweizer Franken. Diese Quellensteuer kann gegebenenfalls zurückgefordert werden.

Mit Blick auf Aktienrückkäufe, müssen aber diverse Kritikpunkte beachtet werden, wie beispielsweise der Umstand, dass die Rückkäufe zu viel zu teuren Kursen stattfinden können. In einem Artikel von wallstreet-online.de, wird hier Warren Buffett´s Meinung und seine Kriterien im Bezug auf Aktienrückkäufe beschrieben. Der Artikel wurde unter dem Titel „Warren Buffett über Aktienrückkäufe“ veröffentlicht. Da Nestlé hier selbst angibt, dass es seine Cashflows nutzen möchte um eine höhere Verschuldung fahren zu können, muss man dieses Verhalten aus Sicht der finanziellen Stabilität kritisch betrachten. Eine Ausweitung der Verschuldung erhöht das Risiko für die Firma.

Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)

UnternehmenGesamtkapitalrenditeEigenkapitalrenditeEV/EBITReturn on Capital (Joel Greenblatt; Leistung)Earnings Yield (Joel Greenblatt; Preis)
Nestlé SA10,7%27,7%18,458,7%5,5%
Hormel Foods Corp.10,3%14,7%21,949,2%4,6%
Emmi AG6,1%10,8%24,116,6%4,2%
Aryzta AG-27,5%-64,0%-1,5-78,1%-66,2%
Beyond Meat, Inc.-5,9%-7,3%-336,3-15,6%-0,3%
Darling Ingredients, Inc. 9,4%19,3%14,429,6%6,9%
Sanderson Farms, Inc.-1,2%-1,6%-37,7-5,6%-2,7%
The Simply Good Foods Co.1,9%3,1%31,979,8%3,1%
B&G Foods, Inc.3,9%15,8%12,638,0%8,0%
Landec Corp.-8,2%-18,1%-10,3-17,1%-9,7%
MamaManicini´s Holdings, Inc.23,4%246,1%22,647,7%4,4%
Lifeway Foods, Inc.6,9%9,1%15,721,4%6,4%
Farmer Bos. Co.-11,9%-34,2%-4,5-14,6%-22,0%
Bridgford Foods Corp.5,1%9,7%31,76,2%3,2%
Calavo Growers, Inc.-3,4%-5,2%-131,8-4,6%-0,8%
John B Sanfilippo & Son, Inc.13,3%23,1%12,128,0%8,2%
BellRing Brands, Inc.3,6%-8,995,6%11,2%
MGP Ingredients, Inc.12,0%17,5%14,019,3%7,1%
Hostess Brands, Inc.1,9%4,2%22,044,6%4,5%
The Hain Celestial Group, Inc.1,2%1,9%73,49,1%1,4%
Freshpet, Inc.1,4%1,7%865,12,9%0,1%
J&J Snack Foods Corp.1,7%2,2%113,84,8%0,9%
Treehouse Foods, Inc.-0,1%-0,3%52,05,6%1,9%
Central Garden & Pet Co.5,5%11,8%11,121,9%9,0%
Danone SA4,1%11,4%14,149,0%7,1%
Herbalife Nutrition Ltd.12,3%-12,3110,9%8,1%
Ingredion, Inc.5,5%12,8%11,717,4%8,6%
Pilgrims Pride Corp.2,6%7,7%18,111,0%5,5%
Flowers Foods, Inc.3,0%7,5%34,813,9%2,9%
Lancaster Colony Corp.13,5%17,2%26,344,3%3,8%
The Kraft Heinz Co.-0,5%-1,0%45,121,2%2,2%
General Mills, Inc.7,5%29,4%15,089,0%6,7%
McCormick & Co., Inc.7,2%21,1%27,299,6%3,7%
Kellogg Co.6,6%42,4%16,344,8%6,2%
Congara Brands, Inc.4,5%12,8%15,564,1%6,5%
Campbell Soup Co.12,9%81,6%18,445,1%5,4%
JM Smucker Co.5,2%10,6%13,455,9%7,4%
Lamb Weston Holdings, Inc.8,9%149,5%24,2324,1%4,1%
Post Holdings, Inc.0,0%0,0%26,421,5%3,8%
Orior AG6,6%32,8%22,714,6%4,4%
G. Willi-Food International Ltd. 9,5%10,3%8,132,4%12,3%
Coca-Cola Co.9,1%45,3%23,0102,1%4,3%
PepsiCo, Inc.8,3%51,5%23,152,9%4,3%
Nomad Foods Ltd.3,7%5,6%25,486,0%6,5%
Seneca Foods Corp.8,8%20,4%5,316,0%18,9%
The Hershey Co.13,7%66,5%21,954,4%4,6%
Chocoladefabriken Lindt & Spruengli AG5,9%10,2%40,119,6%2,5%
Barry Callebaut AG4,5%13,3%25,415,6%3,9%
Rocky Mountain Chocolate Factory, Inc.-14,5%-22,6%-4,9-45,1%-20,5%
Tootsie Roll Industries, Inc.6,0%7,7%23,332,3%4,3%
Paradise, Inc.-----
Mondelez International, Inc.4,8%11,6%27,141,4%3,7%
Unilever PLC8,8%42,4%17,277,3%5,8%
Procter & Gamble Co.11,7%28,9%20,982,9%4,8%
Monster Beverage Corp.22,9%28,4%28,7225,1%3,5%
National Beverage Corp. 23,9%34,1%22,488,3%4,5%

Einer der größten Konkurrenten von Nestlé, die US-Amerikanische Mars, Inc. ist nicht an der Börse gelistet.

Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

Börsen-Zauberformel nach Joel Greenblatt

In der oben aufgeführten Vergleichsgruppe, rangiert Nestlé mit einer Gesamtkapitalrendite von rund 10,7 Prozent auf Platz 8 und erreicht mit einer Eigenkapitalrendite von 27,7 Prozent immerhin noch Rang 10 und befindet sich damit in den Top 10 der betrachteten Unternehmen. Gleichzeitig liegt das Unternehmen mit einem Enterprise Value/EBIT-Verhältnis von rund 18,4 im Mittelfeld, was die Höhe der Bewertung angeht. Vor allem kleinere Peers sind hier günstiger bewertet, die teilweise ein EV/EBIT von 12 erreichen. Größere Konkurrenten mit günstigerer Bewertung wären hier beispielsweise die Kellogg Co. mit einem EV/EBIT von 16,3 oder General Mills, Inc. mit 15,0. Beide Peers schlagen Nestlé mit Blick auf die Eigenkapitalrendite. Hier muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass der Vergleich der Bewertung hier nur über die Unternehmensgröße im Verhältnis zur operativen Ertragskraft geschieht, ohne dabei weitere Lasten wie Zinslast, Steuerlast und andere im Nachgang zu berücksichtigenden Punkte geschieht und somit nur als erste Orientierung dienen kann. Eine weitere Bewertung über die Methode nach Joel Greenblatt zeigt, dass Nestlé mit Blick auf die Kapitalrendite (ROC) immer noch Platz 9 der Peergroup einnimmt, also eine sehr gute Leistung bietet, bei der Gewinnrendite (EY) mit rund 5,5 Prozent aber nur noch auf Rang 18 landet. Das würde dafür sprechen, dass die Leistung des Unternehmens bereits eine hohe Bewertung der Aktie von Nestlé zur Folge hat.

Segmente und Umsatzverteilung

Segmente und Umsatzverteilung

Nestlé unterteilt seine Umsätze nach Produkten in insgesamt 8 Segmente ein, von denen 7 Segmente auch auf der Seite marketscreener.com dargestellt werden. Der Jahresbericht von Nestlé weist zusätzlich noch das Segment „Nicht Zugeteilt“ in der Aufstellung aus. Das Segment „Getränke in flüssiger und Pulverform“ ist mit einem Anteil von 25,1 Prozent an den 2019 erwirtschafteten Umsätzen das wichtigste Segment für Nestlé. Darunter fallen Beispielsweise die bekannten Kakao-Getränke und Kaffee-Marken von Nestlé. Alle anderen Segmente, Wasserprodukte (8,1%), Milchprodukte und Speiseeis (14,5%), Nutrition-Produkte und Health Science (17,7%), Fertigprodukte und Gerichte für die Küche (13,2%), Süßwaren (8,9%), Produkte für Heimtiere (14,0%) und Nicht zugeteilte (0%), stehen fast alle auf gleicher Stufe, fallen aber deutlich geringer ins Gesamtgewicht. Der wichtigste Markt für Nestlé sind die Vereinigten Staaten, die für rund 31,1 Prozent aller Umsätze stehen. Demnach hat das Unternehmen einen deutlichen Schwerpunkt, der auch unter Risikoaspekten als kritisch betrachtet werden muss. Im Geschäftsbericht von Nestlé werden hier Wirtschaftszonen formuliert. Die Zone Nord- und Südamerika (AMS) ist hier für insgesamt 35,8 Prozent der Umsätze verantwortlich. Die Zone Europa, Naher Osten und Nordafrika (EMENA) zeichnet 20,3 Prozent der Umsätze und die Zone Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika (AOA) erwirtschaftet 23,3 Prozent der Umsätze.

Der Jahresbericht des Unternehmens gibt über die Segmente folgende Auskünfte:

Quelle: Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2019

Wichtige Kennzahlen

Wichtige Kennzahlen

Verschuldungsgrad und finanzielle Stabiliät

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201941,32 %58,68 %
201842,63 %57,37 %
201748,15 %51,85 %
201650,02 %49,98 %
201551,60 %48,40 %
201453,87 %46,13 %
201353,25 %46,75 %
201249,60 %50,40 %
201151,08 %48,92 %
201056,07 %43,93 %
200948,35 %51,65 %

Finanzielle Stabilität: Das Current Ratio von Nestlé lieg aktuell bei rund 0,75 und das Quick Ratio des Unternehmens bei etwa 0,47. Daraus geht hervor, dass die liquiden Mitteln in Form des Umlaufvermögens (Total Current Assets) von Nestlé ausreichen um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu etwa 75 Prozent sofort zu decken. Zieht man hierfür die Inventargegenstände ab, ergibt sich das Quick Ratio, im Prinzip sofort liquidierbare Mittel, die noch rund 47 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten decken. Aktuell hat das Unternehmen rund 75,1 Mrd. Schweizer Franken an Verbindlichkeiten insgesamt in seiner Bilanz ausgewiesen. Demgegenüber stehen rund 10,3 Mrd. Schweizer Franken an Cash und anderen sofort liquidierbaren Sicherheiten. Das entspricht einer Deckung von rund 13,7 Prozent der gesamten Schuldenlast. Entsprechend muss hier auf die Cashflows geachtet werden, da Nestlé mit rund 58,7 Prozent Fremdkapital eine relativ hohe Verschuldung fährt und diese mittels der Kapitalflüsse abgesichert ist. Treten unerwartet größere Einschnitte bei den Cashflows ein, könnte das zu Problemen bei der Finanzierung des Unternehmens führen.

Entwicklung des Goodwills in der Bilanz: Die Bilanz des Unternehmens weist mit rund 26,3 Prozent Anteil an der Bilanzsumme einen hohen Goodwill-Anteil aus. Entsprechend besteht auch ein Risiko durch außerordentliche Abschreibungen auf den Goodwill. Da Nestlé eine rege Übernahmentätigkeit hat, sind höhere Goodwill-Bestände in der Bilanz zu erwarten gewesen und im Falle der Übernahmen handelt es sich in der Regel um produzierende Unternehmen, die das Portfolio von Nestlé ergänzen sollen. Entsprechend kann man hier argumentieren, dass eine außerordentliche Abschreibung, beispielsweise bedingt durch eine Neubewertung von Tochterunternehmen, zwar Effekte auf den Aktienkurs des Mutterkonzerns haben würde, diese aber zu vernachlässigen wären, sofern die operative Tätigkeit unbeeinträchtigt ist. Dieses Argument ist aber nur unter der Betrachtung eines Dividendenunternehmens stimmig, wo das Investoreninteresse zu einem Großteil auf Cashflows durch Dividenden liegt und der Kurs von Anteilen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ansonsten ist feststellbar, dass sich der Goodwillanteil relativ stabil in einem Bereich von 25 bis 30 Prozent bewegt und das über fast 20 Jahre hinweg inklusive der Finanzkrise zwischen 2007 und 2009. (Darstellung auf visualcapitalist.com)

Entwicklung der Pensionsrückstellungen: Über die Pensionen für die Mitarbeiter, gibt der Jahresbericht 2019 eine detaillierte Auskunft. Diese beinhaltet die Assets und alle relevanten Daten zum Thema. Nestlé hat demnach Netto-Verpflichtungen von rund 5,6 Mrd. Schweizer Franken für Pensionen und gibt auch Auskunft über die zu erwartenden durchschnittlichen Zeiträume in denen die Leistungen ausbezahlt werden. Im Schnitt rechnet Nestlé zwischen 20 und 22 Jahren Bezugsdauer bei Männern, und zwischen 22 und 24 Jahren bei Frauen. Auffällig ist für mich hier die Veränderung der Diskontfaktoren von 2018 mit 2,9 Prozent zu 2019 mit nur noch 1,9 Prozent. Das spricht für mich dafür, dass es im aktuellen Umfeld niedriger Zinsen auch für Nestlé zunehmend schwieriger wird auskömmliche Renditen auf die Pensionsrückstellungen zu generieren. Damit erhöht sich auch die Gefahr, dass Pensionsverpflichtungen nicht ausreichend gedeckt sind. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (defined benefit obligations) liegt für das Jahr 2019 bei rund 29,1 Mrd. Schweizer Franken. Bei einem Defined Benefit Plan verpflichtet sich der Arbeitgeber dazu, dem Arbeitnehmer nach der Pensionierung einen bestimmten Leistungsbetrag bereitzustellen. Das Unternehmen muss sicherstellen, dass der Plan finanziert wird und muss Zusagen an die Mitarbeiter machen, die eine rechtliche Verpflichtung darstellen, die im Jahresabschluss öffentlich ausgewiesen werden muss. Die Finanzierung ist der Prozess, mit dem der Arbeitgeber Vermögenswerte in den Plan einbringt. Der Betrag, den ein Unternehmen zu einem Plan beiträgt entspricht dabei nicht den Kosten des Plans. Die Gesamtkosten hierfür lagen 2019 bei rund 937 Mio. Schweizer Franken. Die Aufstellung von Nestlé enthält am Ende auch eine Sensitivitätsanalyse, in der verschiedene Faktoren verändert und die Auswirkung auf die Ergebnisse dargestellt werden.

Entwicklung der Kosten für Forschung und Entwicklung: Nestlé investiert regelmäßig hohe nominale Summen in die Forschung und Entwicklung, zuletzt waren das 2019 rund 1,7 Mrd. Schweizer Franken. Dieser Betrag schwankt im Laufe der Zeit nur sehr wenig. Bezogen auf die Bruttoumsätze machen diese Kosten aber nur rund 3,6 Prozent aus und verlaufen seit mehreren Jahren um diesen Wert. Damit hat Nestlé zwar nominal hohe Kosten für Investitionen in die Forschung, diese können aber aus dem laufenden Geschäft heraus sehr gut finanziert werden und stellen somit kein hohes Risiko dar, dass sie nicht mehr bezahlt werden können und Innovationen auf der Strecke bleiben.

Zinsdeckungsgrad: Der Zinsdeckungsgrad liegt aktuell bei rund 13,71, was eine mehr als ausreichende Deckung der Zinslast durch das operative Ergebnis darstellt. Wie bereits erwähnt fährt Nestlé mit einem hohen Fremdkapital-Bestand und hat dementsprechend hohe Zinslasten zu tragen. Wie aus dem Gespräch mit den Investor Relations hervor geht, wird sich diese Last in den kommenden Jahren noch steigern. Auch mit Blick auf das bis 2022 laufende Aktienrückkaufprogramm und der damit einhergehenden Ausweitung der Verschuldung. Das birgt allerdings auch das Risiko, dass die Zinslast sich stark erhöht und für das Unternehmen zu einem Problem wird.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
20192.880-3,2 %
20182.975-2,7 %
20173.058-1,3 %
20163.098+0,4 %
20153.085-4,4 %
20143.2250,0 %
20133.2250,0 %
20123.225-2,3 %
20113.300-4,8 %
20103.465-5,1 %
20093.650-4,7 %

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Es laufen seit mehreren Jahren Aktienrückkaufprogramme mit hohen Volumina. Entsprechend sinkt die Anzahl der ausstehenden Aktien. Mit dem aktuellen Programm wird sich das bis mindestens 2022 fortsetzen. Das Gesamtvolumen des Rückkaufprogramms liegt bei rund 20 Mrd. Schweizer Franken.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsätze
in Mio. CHF
EBIT
in Mio. CHF
operative
Marge
201992.86516.07815,0 %
201891.75013.75211,3 %
201790.12110.11211,3 %
201689.78613.16314,7 %
201589.08312.40814,0 %
201491.61210.90511,9 %
201392.15813.06814,2 %
201292.18613.93215,1 %
201183.64212.47114,9 %
2010109.72238.82035,4 %
2009107.61814.97013,9 %

Anmerkung: Je nach Datenbasis, können in Teilen unterschiedliche Ergebnisse bei der Berechnung erreicht werden. Ich habe im wesentlichen verfügbare Daten von morningstar.com und barchart.com verwendet und umgerechnet und kann daher nicht ausschließen, das durch Unterschiede in den Bilanzierungsstandards Abweichungen der Ergebnisse folgen.

Entwicklung der Umsätze, des EBIT und der Gewinne:

Entwicklung der operativen und der Nettomarge:

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. CHF
Veränderung
in %
201912.155+5,4 %
201811.529+20,7 %
20179.552-17,5 %
201611.572+11,0 %
201510.430-3,0 %
201410.756+7,1 %
201310.040-3,4 %
201210.388+103,9 %
20115.095-44,3 %
20109.144-31,8 %
200913.404+122,8 %

Entwicklung der operativen und freien Cashflows: Die Cashflows von Nestlé haben sich über die Jahre als stabil erwiesen.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. CHF
Veränderung
in %
201952.862-9,5 %
201858.403-7,0 %
201762.777-4,9 %
201665.981+3,1 %
201563.986-10,7 %
201471.686+12,0 %
201363.990+2,4 %
201262.510+7,3 %
201158.274-6,9 %
201062.598+16,7 %
200953.631-2,3 %

Entwicklung des Eigenkapitals:

Entwicklung der Treasury Stocks in der Bilanz: Bedingt durch die Aktienrückkäufe des Unternehmens, steigen in den letzten Jahren die eigenen Aktien, die in der Bilanz ausgewiesen werden.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in CHF /Aktie
Earnings
per Share
KGV
20192,70 CHF4,30 CHF24,4
20182,45 CHF3,36 CHF23,8
20172,35 CHF2,32 CHF36,1
20162,30 CHF2,76 CHF26,5
20152,25 CHF2,90 CHF25,8
20142,20 CHF4,54 CHF16,1
20132,15 CHF3,13 CHF20,8
20122,05 CHF3,32 CHF17,9
20111,95 CHF2,96 CHF18,2
20101,85 CHF10,12 CHF5,4
20091,60 CHF2,91 CHF17,2

Entwicklung der Dividenden und des KGV, sowie des KBV:

Entwicklung der Gewinne je Aktie, der Freien Cashflows je Aktie und der Owners Earnings:

Investitionen: Aus dem Geschäftsbericht von Nestlé geht hervor, dass das Unternehmen im Jahr 2019 rund 28,284 Milliarden Schweizer Franken an Kapital investiert hat. Nach Region wurden davon rund 36 Prozent in Nord- und Südamerika investiert, dem umsatzstärksten Gebiet für das Unternehmen. Im Verhältnis zu den Umsätzen, wird in den Bereich Nestlé Waters am meisten Geld investiert. Das Segment erwirtschaftet nur rund 8 Prozent der Umsätze, erhält aber 12,3 Prozent der Investitionen. Nach Produkten erhält das Segment für Getränke in flüssiger und Pulverform rund 20,6 Prozent der Investitionen, ist hier aber auch das umsatzstärkste Segment. Das Segment Nutrition Produkte und Health Science sticht hier heraus. Das Segment liefert rund 16,2 Prozent der Umsätze, es wird aber fast genauso viel Geld investiert wie in das Hauptsegment, rund 18,0 Prozent.

Quelle: Geschäftsbericht 2019

Aussichten

Aussichten

Unternehmensspezifisch: Nestlé S.A. gab eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2020 heraus. Für das Jahr erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von rund 3% für das Gesamtjahr. Das zugrunde liegende Ergebnis je Aktie bei konstanten Wechselkursen und Kapitaleffizienz wird voraussichtlich steigen.

Die Analysten von marketscreener.com, gehen für das noch laufende Geschäftsjahr 2020 von einem Rückgang bei den Umsätzen von rund -8,2 Prozent aus, rechnen aber im Verlauf bis 2022 wieder mit steigenden Umsätzen. Gleiches gilt für die zu erwartenden Gewinne von Nestlé. Man rechnet hier damit, dass die Margen stabil bleiben und sich sogar leicht verbessern werden. Die Schätzungen auf der Seite finanzen.net gehen von vergleichbaren Entwicklungen aus.

Branchenspezifisch: Die Seite de.statista.com weist beispielhaft für die Bundesrepublik Deutschland folgende Zahlen und Prognosen für die Lebensmittelindustrie aus:

Für den Globalen Mark für Lebensmittel:

  • Der Umsatz im Markt Lebensmittel beträgt 2020 etwa 6.631.664 Mio. €.
  • Laut Prognose wird im Jahr 2025 ein Marktvolumen von 7.920.518 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 3,6% (CAGR 2020-2025).
  • Das größte Marktsegment ist das Segment Süßwaren & Snacks mit einem wertmäßigen Marktvolumen von rund 1.076.345 Mio. € in 2020.
  • Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2020 etwa 887,86€ pro Kopf umgesetzt.

Der Markt für Lebensmittel umfasst hier sämtliche frische und verarbeitete Lebensmittel. Der Markt wird in folgende Segmente unterteilt: Milchprodukte & Eier, Fleisch, Fisch & Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Brot & Getreideprodukte, Öle & Fette, Aufstriche & Süßungsmittel, Saucen & Würzmittel, Convenience Food, Süßwaren & Snacks, Babynahrung und Heimtiernahrung. Nahrungsmittel stellen einen wesentlichen Bestandteil der privaten Haushaltsausgaben dar, dessen relative Bedeutung im Vergleich zu anderen Posten allerdings mit steigendem Einkommen sinkt.

Quelle: https://de.statista.com/outlook/40000000/100/lebensmittel/weltweit

Publikationen auf marketsandmarkets.com und der Research-Plattform marketresearch.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

Segment, TeilbereichPrognose
Markt für TiefkühlkostDer Markt für Tiefkühlkost wird 2020 voraussichtlich rund 244,3 Mrd. USD ausmachen und bis 2025 einen Wert von rund 312,3 Mrd. USD erreichen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5,0%. Entwicklungen in der Einzelhandelslandschaft, steigende Nachfrage nach Fertiggerichten und technologische Fortschritte auf dem Kühlkettenmarkt sind die Haupttreiber für den Markt. Andererseits ist die zunehmende Präferenz für frische und natürliche Lebensmittel ein zurückhaltender Faktor für den Tiefkühlmarkt.
Markt für laktosefreie ProdukteLaut MarketsandMarkets wird der Markt für laktosefreie Produkte im Jahr 2020 auf 12,1 Mrd. USD geschätzt und bis 2025 voraussichtlich 18,4 Mrd. USD erreichen, was einem CAGR von 8,7% in Bezug auf den Wert entspricht. Faktoren wie das zunehmende Bewusstsein der Verbraucher für Laktoseintoleranz in den Regionen und die wachsende Nachfrage nach reduzierten Zuckerzusätzen oder Produkten ohne Zuckerzusatz dürften das Wachstum der laktosefreien Produktindustrie im Prognosezeitraum vorantreiben. Das Wachstum des Marktes für laktosefreie Produkte wird jedoch durch Faktoren wie hohe Kosten für laktosefreie Produkte und starke Konkurrenz durch pflanzliche Alternativen behindert.
Markt für personalisierte ErnährungDie weltweite Größe des Marktes für personalisierte Ernährung wird voraussichtlich von 8,2 Mrd. USD im Jahr 2020 auf 16,4 Mrd. USD im Jahr 2025 steigen und im Prognosezeitraum eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 15,0% verzeichnen. Die steigende Nachfrage nach personalisierten Lösungen aufgrund des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins, des wachsenden Trends digitaler Lösungen für das Gesundheitswesen und der alternden Bevölkerung in den Regionen sind einige der Hauptfaktoren, die voraussichtlich im Prognosezeitraum zum Wachstum des Marktes beitragen werden. Darüber hinaus sollen die sich wandelnden Verbrauchertrends, wie beispielsweise eine Zunahme der Präferenz für hochwertige Nahrungsmittel gemäß ihrem Nährstoffprofil, die Entwicklung personalisierter Ernährungsansätze fördern und zum Marktwachstum beitragen.
Marktgröße für BäckereimischungenDie weltweite Marktgröße für Bäckereimischungen wird 2019 auf 298 Mio. USD geschätzt und soll ab 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5,6% wachsen und bis 2025 einen Wert von 413 Mio. USD erreichen. In Südamerika ist Brasilien das größte Land in Bezug auf die Bevölkerung in der Region und wird aufgrund der Zunahme der urbanisierten Bevölkerung in der Region, die den Verkauf von Brot und Backwaren vorantreibt, voraussichtlich zu einem wichtigen Umsatzträger. In Europa wird Russland im Prognosezeitraum voraussichtlich der am schnellsten wachsende Markt auf Länderebene sein, was den Herstellern von Backmischungen, insbesondere für Brotanwendungen, lukrative Chancen bietet.
Markt für Inhaltsstoffe für SäuglingsnahrungDer Markt für Inhaltsstoffe für Säuglingsnahrung wird 2019 auf 16,7 Mrd. USD geschätzt und soll ab 2019 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 7,3% wachsen und bis 2025 einen Wert von 25,5 Mrd. USD erreichen. Die Zahl der Frauen, die in die Arbeitswelt eintreten, steigt Die Geburt, die Laktationsunfähigkeit von Müttern und Eltern, die nach zusätzlichen Nahrungsquellen für ihre Babys suchen, gehören zu den Schlüsselfaktoren, die den Verkauf von Säuglingsnahrung in den kommenden Jahren ankurbeln dürften. Abgesehen davon haben Hersteller von Säuglingsnahrung-Inhaltsstoffen in Forschung und Entwicklung investiert, was das Wachstum der Säuglingsnahrung-Inhaltsstoffindustrie in den kommenden Jahren weiter vorantreiben dürfte.
Probiotika-MarktDer Probiotika-Markt wird für 2018 auf 49,4 Mrd. USD geschätzt und soll mit einer jährlichen Wachstumsrate von 7,0% auf 69,3 Mrd. USD bis 2023 wachsen. Das Wachstum des Marktes wird von Faktoren wie den gesundheitlichen Vorteilen von mit Probiotika angereicherten Lebensmitteln und technologische Fortschritte bei probiotischen Produkten. Haupttreiber für das Wachstum des Marktes sind die zunehmende Verwendung eines hohen Nährstoffgehalts in Lebensmitteln aufgrund des zunehmenden Bewusstseins der Verbraucher für gesunde Ernährung. In einem asiatischen Land, insbesondere in Japan, ist die Zunahme der alternden Bevölkerung eine lukrative Gelegenheit für den Verkauf von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln in der Region. Eine der Hauptbeschränkungen für das Wachstum des Marktes sind die internationalen Qualitätsstandards, Vorschriften für probiotische Produkte und die hohen F & E-Kosten für die Entwicklung neuer probiotischer Stämme.
Marktbericht zur Extrusion von TiernahrungDer Marktbericht zur Extrusion von Tiernahrung kategorisiert den globalen Markt nach Extruderausrüstung für Tiernahrung (Typ (Einzel- und Doppelschraube), nach extrudierten Tiernahrungsprodukten (Typ (vollständige Diäten und Leckereien)), Tierart (Hunde, Katzen, Fische und Vögel). und Zutaten) und Region. Der globale Markt für die Extrusion von Tiernahrung umfasst den globalen Markt für extrudierte Tiernahrungsprodukte und die Extrusionsausrüstung für Tiernahrung. Der weltweite Markt für die Extrusion von Tiernahrung wird 2017 auf USD 55,21 Milliarden geschätzt und voraussichtlich auf 55,21 Milliarden USD geschätzt bis 2022 USD 72,64 Milliarden erreichen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5,6% im Prognosezeitraum.
Marktgröße für TierfutterzutatenDie weltweite Marktgröße für Tierfutterzutaten wird im Jahr 2020 auf 38,6 Mrd. USD geschätzt und bis 2025 voraussichtlich 53,2 Mrd. USD erreichen, was einer CAGR von 6,6% im Prognosezeitraum entspricht. Der Markt wird in erster Linie von der wachsenden Besorgnis über die Tiergesundheit, dem zunehmenden Trend zu geschuldeten Haustieren und der Forderung nach einer Erhöhung der Nährstoffaufnahme von Heimtierfutter angetrieben.

Einteilung nach Peter Lynch

Einteilung nach Peter Lynch

Nach Peter Lynch handelt es sich bei Nestlé um einen Average Grower mit einem moderaten Gewinnwachstum und einer mittleren Dividende, die aber regelmäßig ausbezahlt und gesteigert wird. Er würde empfehlen: Kaufen wenn das Unternehmen unter seinem eigenen Schnitt bewertet ist.

Levermann Score

Eine Erläuterung zum Levermann-Score ist hier zu finden.



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite
2EBIT-Marge
3Eigenkapitalquote
4Kurs-Gewinn-Verhältnis
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)
6Analystenmeinung
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
8Gewinnrevision
9Kursverlauf der letzten 6 Monate
10Kursverlauf der letzten 12 Monate
11Trendumkehr
12Reversaleffekt
13Erwartetes Gewinnwachstum

Gesamt

Piotroski F-Score

Ein Artikel zum Piotroski F-Score ist hier auf diyinvestor.de zu finden.

WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnJa1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrJa1
6Current Ratio höher als im VorjahrJa1
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Ja1
8Bruttomarge höher als im VorjahrNein0
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt8 von 9

Berichte und Präsentationen

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • Nestlé ist eines der bekanntesten Unternehmen weltweit und seit über 154 Jahren erfolgreich in seiner Branche tätig. Die Bekanntheit der Marke ist eine der wertvollsten Stärken des Unternehmens und ein klarer Wettbewerbsvorteil gegen weniger bekannte Konkurrenzprodukte. Auch die Lange Erfahrung des Unternehmens kann als Stärke betrachtet werden, da das Unternehmen über zahlreiche Krisen, Verwerfungen, Konflikte und Wirtschaftsbeben hinweg immer bestehen konnte. Die von Nestlé gehaltenen Marken sind zahlreich und in vielen Ländern bekannt, wie beispielsweise Maggi, KitKat, Nescafé oder Nesquik.
  • Nestlé gehört auch zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen der Welt und nimmt in der Liste der größten Unternehmen einen sehr guten Platz ein. Auf der Forbes Global 2000 Liste steht Nestlé auf Platz 42. Die Größe und der globale Aktionsradius in über 86 Ländern von Nestlé, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen gegenüber kleineren Konkurrenten.
  • Innerhalb der Lebensmittelindustrie, ist Nestlé breit aufgestellt und bietet hier eine enorme Produktpalette, die von Getränken über Babynahrung und Süßwaren bis hin zu Health Science-Produkten reicht. Damit ist die Firma stark auf eine Branche fokussiert, innerhalb der Branche aber breit gestreut. Mitunter bedient Nestlé aber auch den pharmazeutischen Markt. Für das Geschäft mit Lebensmitteln gilt auch die Vermutung eines besonders robusten Geschäftsmodells, da Lebensmittel als Lebensgrundlage eine durchgehende Nachfrage aufweisen.
  • Das Unternehmen unterhält 3 große Forschungs- und Entwicklungszentren. Für das Jahr 2019 weist das Unternehmen Investitionen von rund 1.672 Mio. Schweizer Franken an Forschungskosten aus, was rund 1,8 Prozent der Umsätze entspricht. Damit hat das Unternehmen nominal hohe Investitionen in seine Entwicklungen, diese machen auf der Seite der Kosten aber nur einen geringen Einschnitt der Umsätze aus.
  • Nestlé verfügt über eine Starkes Liefernetzwerk und kann mit einer global verteilten Produktion überall liefern wo die Nachfrage besteht. Nach Aussage der Investor Relations hat das Unternehmen ausgearbeitete Business Continuity Pläne, die sich am Beginn des Jahres 2020 gut bewährt haben und die Lieferketten von Nestlé vor schweren Schäden und Unterbrechungen weitgehend geschützt haben. Die Produkte sind in Läden, Supermärkten oder auch Online zu erhalten. (Anmerkung: Diese Aussage ist schwer zu prüfen, aber es gab mitunter Berichte über Lieferengpässe bei beispielsweise Mineralwasser oder Nescafé-Kapseln, von denen nicht mehr alle geliefert werden konnten; Großflächige Lieferausfälle waren aber nicht zu verzeichnen)
  • Nestlé ist sehr versiert im Bereich der Übernahmen und konnte sich in seiner langen Geschichte so kontinuierlich weiterentwickeln. Diese Stärke in der Firmenkultur, ist für die Zukunft ebenfalls eine wichtige Fähigkeit um von neuen Trends profitieren zu können.
  • Das Unternehmen ist ein starker Vermarkte und in der Werbung für seine Produkte sehr versiert. Dafür ist Nestlé in allen Bereichen des Marketings stark aktiv und wirbt in TV, online, in Printmedien und auch über Sponsoring-Programme für sich.
  • Die bekannten Marken von Nestlé haben eine starke Kundenloyalität. Außerdem unterhält das Unternehmen gute Beziehungen und Geschäftsverbindungen zu anderen Unternehmen mit starken Marken, wie Coca-Cola, Colgate Palmolive, General Mills und seit jüngstem auch Starbucks.
  • Das Unternehmen hat einen sehr starken Umsatz und hier auch eine gute Stabilität. Gleiches gilt für die Gewinne des Unternehmens, was Nestlé zu einem sehr zuverlässigen Wirtschaftsteilnehmer macht. Nestlé arbeitet zwar mit einem sehr hohen Fremdkapitalanteil von rund 63 Prozent, erwirtschaftet aber konstant solide Cashflows um diese Last tragen zu können. Die Margen sind hier im Vergleich ebenfalls sehr stabil. Als Dividendenaristokrat hat Nestlé außerdem eine über 25 jährige Geschichte steigender Dividendenzahlungen.
  • Der Einkauf von Neslté läuft über zwei Schienen. Zum einen bezieht das Unternehmen in seinen lokalen Produktionsstätten von großen Zulieferern seine Rohstoffe, kauft aber auch über verschiedene Programme direkt bei Kleinfarmern und lokalen Herstellern, die auch mit Schulungsprogrammen unterstützt werden.

Schwächen:

  • Wegen seiner Größe und seinem globalen Aktionsradius, ist Nestlé regelmäßig in die Kritik geraten. Dabei wurden immer wieder die Geschäftspraktiken hart kritisiert und es kam immer wieder zu Vorwürfen, Nestlé würde wissentlich von Sklaverei oder Sklaverei-ähnlichen Zuständen und Praktiken profitieren, was auch bereits Anklagen zur Folge hatte. Auch die Geschäftspraxis der Vermarktung von Mineralwasser wurde regelmäßig als „Ausbeutung“ kritisiert. Das hat dem Firmenimage immer wieder stark geschadet. Außerdem kam es auch immer wieder zu Boykott-Aufrufen für Nestlé Produkte, die zum Teil auch erfolgreich die Firmenpolitik beeinflusst haben, wie beispielsweise die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Das setzt das Unternehmen einem konstanten Druck aus und zwingt das Unternehmen zur kontinuierlichen Überprüfung seiner Lieferketten. Ein nachlassen der Bemühungen könnte berechtigte und unberechtigte Kritik und Schäden am Geschäft zur Folge haben.
  • Die Größe von Nestlé ist auch ein markanter Schwachpunkt, sie begrenzt das Wachstumspotential der Firma und macht das Unternehmen auch schwerer steuerbar.
  • Nestlé arbeitet in einer Branche mit sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren und sieht sich somit einem sehr starken Wettbewerb gegenüber. So könnten sich auch plötzliche Änderung im Konsumentenverhalten stark auf das Unternehmen auswirken.
  • Die Preissetzungsmacht des Unternehmens ist somit auch begrenzt. Die Bekanntheit der Marken erlauben zwar tendenziell höhere Preise, Nestlé ist aber auch stark auf den Verkauf in Supermärkten angewiesen und hat somit nur eine eingeschränkte Möglichkeit, besonders hohe Preise verlangen zu können. Mit Blick auf Deutschland, gibt es auch nur eine Reihe von Supermärkten und Discountern, mit denen harte Verhandlungen die Regel sind. Diese sind Aldi, Penny, Lidl, Norma, Netto, Rewe, Kaufland und Edeka plus einige weitere. Wie groß hier die Verhandlungsmacht der Einzelhändler ist, zeigt beispielhaft das Verhalten von EDEKA 2019, als die Supermarktkette 160 Nestlé Artikel aus dem Sortiment nahm. In den USA sind die Händler hauptsächlich Kroger und Walmart, sowie Tesco in Großbritannien.
  • Die Stärke im Marketing hat auch einen Schwachpunkt. Nestlé ist auf ein gutes Marketing angewiesen, da der Vertrieb zu einem Großteil über traditionelle Wege, sprich den Einzelhandel läuft.

Chancen:

  • Wie aus den Investitions-Auflistung im Geschäftsbericht hervorgeht, investiert Nestlé sehr stark in die Sparte Nutrition-Produkte und Health Science. Hier liegen auch mitunter große Chancen für das Unternehmen. Hier könnte Nestlé seine Kunden auch aktiv zu einer gesünderen Ernährung begleiten und dafür sensibilisieren, indem vermehrt Angebote gemacht werden.
  • Nestlé ist bereits stark in den Entwicklungsländern vertreten und kann hier aus seinen bestehenden Brückenköpfen heraus seine Position ausbauen.
  • Die große Erfahrung mit Übernahmen und Akquisitionen kann dem Unternehmen auch in Zukunft von großen Nutzen sein und Nestlé kann sich hier weiter gute Möglichkeiten suche um weiter voran zu kommen.
  • Seinen großen Marktanteil kann Neslté beispielsweise mit Kooperationen mit bekannten Hotelketten, Restaurants, Regierungsbehörden, Schulen, Instituten und anderen ausbauen.

Risiken:

  • Ein Ausfall oder eine schwerwiegende Störung der Lieferketten kann eine schwerwiegende Auswirkung auf das Geschäft des Unternehmens haben. Bei einer starken Zerrüttung dieser Kette, ist es nur sehr schwer möglich und mit hohen Kosten verbunden, die Lieferketten wieder zu synchronisieren und mögliche Zulieferer-Ausfälle zu ersetzen.
  • Die Entwicklung der Rohstoff-Preise hat einen großen Einfluss auf das Firmenergebnis. Starke Preissteigerungen, können womöglich nicht mehr abgefedert werden und führen zu einem negativen Einfluss auf die Gewinnmargen. Das ist bei lang anhaltenden Preissteigerungen der Fall, da Nestlé seine Rohstoffbezüge über Derivate-Geschäfte wie Futures absichert, was eine gängige Praxis ist um starke Preisschwankungen in kurzer Zeit auszugleichen. Für die Absicherung gegen starke Schwankungen der Rohstoffpreise setzt Nestlé Finanzderivate ein, wie beispielsweise Future-Kontrakte. In der Bilanz hat das Unternehmen zuletzt Derivate mit einem Volumen von rund 254 Mio. Schweizer Franken ausgewiesen.
  • Wirtschaftliche Rezessionen oder andere Instabilitäten können das Geschäft des Unternehmens stark beeinflussen.
  • Der Wettbewerb ist führ Nestlé eine der größten Risiken, da dieser im Lebensmittelbereich sehr stark vorherrscht. Es limitiert die Preissetzungsmacht der Firma und die relative Stärke der Einzelhändler verstärkt diesen Effekt noch. Somit ist das Unternehmen auf eine möglichst günstige und effiziente Produktion angewiesen.
  • Einzelhändler wie Walmart, Kroger und Aldi fördern zunehmend Hausmarken, die für sie rentabler sind. Hausmarken werden oft zu einem niedrigeren Preis verkauft und erhalten eine bessere Sichtbarkeit in den Regalen. Einige Einzelhändler wie Aldi und Trader Joe’s betonen Hausmarken auf Kosten traditioneller Produkte.
  • Das konventionelle Marketing ist immer ineffizienter, was an einem wachsenden Aufkommen von Streaming Angeboten liegt.
  • Rechtliche Risiken sind für Nestlé eine konstante Bedrohung.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Das Management von Nestlé kommt nach meiner Wertung auf eine Gesamtleistung von rund 62 Prozent. Vor allem wegen dem hohen Anteil an Fremdkapital, wird der Wert hier negativ beeinflusst. Die theoretischen Zeiten für eine vollständige Schuldentilgung durch die Unternehmensgewinne sind hier ausschlaggebend.

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu ist hier ein interessanter Artikel auf diyinvestor.de zu finden.

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Das niedrigste KGV der letzten 10 Jahre lag für Nestlé bei rund 4,6. Da das Unternehmen in einer Branche wirtschaftet, die einer regelmäßigen Nachfrage unterliegt wirtschaftet, habe ich zunächst ein Sockel-KGV von 7,0 unterstellt.

Für die finanzielle Stabilität kommt Nestlé insgesamt auf einen Aufschlag von 1,29 auf das Sockel-KGV. Größere Abschläge muss Nestlé hier für die relativ niedrige Eigenkapitalquote und das Gearing von fast 52 Prozent hinnehmen.

Für seine Marktposition habe ich Nestlé nur 7,0 Porter-Punkte gegeben (5-Kräfte-Modell nach Porter; Branchenstrukturanalyse) und unterstelle damit einen starken und deutlichen Wettbewerb. Kombiniert mit der Rentabilität des Unternehmens und der ungehebelten Eigenkapitalrendite, errechnet sich daraus ein Aufschlag von rund 2,1 auf das Sockel KGV.

Für sein Wachstum und das von mir unterstellte Wachstum von etwa 4,0 Prozent, erhält Nestlé einen Aufschlag von rund 0,75 auf das Sockel-KGV.

Für individuelle Faktoren und Eigenheiten bin ich bereit Nestlé einen Aufschlag von 3,0 auf das Sockel-KGV zuzugestehen. Da Nestlé zu den großen Unternehmen seiner Branche gehört, sogar die Marktführerschaft inne hat, über solide Cashflows verfügt sowie starke Markennamen in seinem Portfolio hat.

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Vorgaben errechnet sich ein theoretisch faires KGV von 14,14 für die Nestlé SA. Auf die aktuellen Gewinne bezogen bedeutet das einen möglichen fairen Kurs von 61,91 Schweizer Franken je Aktie. Bezogen auf die erwarteten Gewinne für das Jahr 2020, 66,38 Schweizer Franken je Aktie ohne eine weitere Sicherheitsmarge zu berücksichtigen. Ich habe noch eine weitere Betrachtung für Nestlé vorgenommen, in der ich einmal das niedrigste KGV von 4,6 und einmal das durchschnittliche KGV von 21,8 der letzten 10 Jahre als Sockel zugrunde gelegt habe. Daraus haben sich faire KGV´s von 11,74 und 28,94. Entsprechend ergeben sich daraus folgende fairen Werte für die Aktien des Unternehmens:

51,40 bzw. 55,12 Schweizer Franken für den niedrigsten Sockel-Wert

126,70 bzw. 135,86 Schweizer Franken je Aktie für den Durchschnittswert. Da dieser Wert aber zu einem, nach meiner Einschätzung, übertriebenen Bewertungspotential führen würde, werde ich dieses Ergebnis als irrelevant verwerfen.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Erläuterungen über die relative Bewertung mithilfe von Miltiples und Multiplikatoren sind hier auf der Seite diyinvestor.de zu finden.

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Als Basis für die Eigenkapitalkosten habe ich hier zunächst mit einem fairen KGV gerechnet, dass auf einem Sockel-KGV von 7,0 aufbaut. Für den „risikofreien Zinssatz“ habe ich 0,5 Prozent unterstellt, orientiert an den Kupons 10-jähriger US-Staatsanleihen.

Ergebnis: Aus den Vorgaben errechnet sich ein theoretisch faires Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 3,14 für Nestlé. Zuletzt lag diese Kennzahl für das Unternehmen bei etwa 6,4. Aus dem theoretisch fairen KBV ergibt sich ein möglicher fairer Wert von rund 57,71 Schweizer Franken je Aktie.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Eine beisipielhafte Berechnung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Ich gehe in einer ersten Betrachtung von einem Wachstum der Gewinne je Aktie von rund 4,0 Prozent p.a. aus und rechne mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent, der minimalen Rendite die ich von einem Investment erwarte. Die gewichteten Kapitalkosten können hier zwar als eine auf Berechnung fußende Möglichkeit verwendet werden, ich gehe aber in der Regel von einem Standardwert aus. Als relevantes KGV setze ich zuerst das faire KGV von 14,14 ein. Ich betrachte einen Zeitraum von 10 Jahren und beziehe mich bei meiner Betrachtung auf das Ergebnis nach Steuern.

Ergebnis: Für die von mir unterstellten Annahmen ergibt sich ein theoretisch fairer Wert von 29,50 Schweizer Franken je Aktie. Dabei habe ich wiederum keinen gesonderten Sicherheitsspielraum eingeplant. Bei Veränderung der Variablen können weitere Szenarien durchgespielt werden. Für ein eingesetztes KGV von 21,8, dem 10-Jahres-Durchschnitt, ergibt sich auf 10 Jahre ein möglicher fairer Wert von 45,49 Schweizer Franken.

Ein anderes Szenario habe ich mit der Veränderung der Variable für das Wachstum der Gewinne je Aktie gefahren. Ich habe dabei ein Wachstum von 10,0 Prozent p.a. unterstellt und einen theoretisch fairen Wert je Aktie von 51,70 Schweizer Franken erhalten. Ändert man in diesem Szenario noch das KGV auf den Durchschnittswert von 21,8, erhält man einen möglichen fairen Wert von 79,70 Schweizer Franken je Aktie. Ob das Unternehmen über einen längeren Zeitraum in der Lage ist 10,0 Prozent Wachstum der Gewinne je Aktie zu erwirtschaften ist dabei allerdings höchst fraglich.

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Ich unterstelle in einer ersten Betrachtung den zugrundeliegenden Erfolgskennzahlen, also dem operativen Ergebnis nach Steuern für das Bruttoverfahren und den Unternehmensgewinnen für das Nettoverfahren, ein Wachstum von +4,0 Prozent über alle Laufzeiten hinweg, inklusive dem Terminal Growth. Ich halte diese Annahme für langfristig plausibel und von Nestlé für erreichbar.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich rechne für alle Verfahren und über alle Laufzeiten wiederum mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent, wie ich es standardmäßig mache. Diese Variable kann beispielsweise für die Prüfung weitere Szenarien mit geringeren oder höheren Renditeerwartungen oder unter Verwendung berechneter, gewichteter Kapitalkosten verändert werden. Für alle weiteren Variablen orientiere ich mich an den Durchschnittswerten der letzten 10 Jahre.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, ergibt sich für die Nestlé SA ein fairer Wert von 64,58 Schweizer Franken je Aktie für das Bruttoverfahren und rund 47,87 Schweizer Franken für das Nettoverfahren. Dabei habe ich noch keine gesonderte Sicherheitsmarge berücksichtigt.

Verändert man die Wachstumsannahmen auf einen Wert von nur noch 3 Prozent für Betrachtungsphasen, ergeben sich theoretisch faire Werte von 56,03 (FCFF) und 42,34 (FCFE) Schweizer Franken je Aktie. Eine Erhöhung auf rund 5 Prozent hätte Ergebnisse von 75,53 Schweizer Franken (FCFF) und 54,94 Schweizer Franken (FCFE) zur Folge. Würde ich von meiner ursprünglichen Wachstumsannahme von 4 Prozent ausgehend der Betrachtungszeitraum von 10 auf 20 Jahre ausdehnen, würden sich faire Werte von 66,98 und 49,42 Schweizer Franken je Aktie ergeben. So könnte man unter Veränderung weiterer Variablen fortfahren, um mehrere Szenarien für das Unternehmen abzuprüfen. Dabei sollte anschließend geprüft werden, welches Szenario am wahrscheinlichsten ist.

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ausgehend von einer Wachstumsannahme der Dividenden von 6,0 Prozent p.a. und einem Diskontierungsfaktor von 12,0 Prozent, versuche ich hier dem Unternehmen einen Wert zuzuweisen, der den Dividendenzahlungen entspricht. Das Unternehmen hat zuletzt rund 58 Prozent seiner Gewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet und seine Dividenden auch in den letzten 25 Jahren kontinuierliche gesteigert. Daher gehe ich für alle Annahmen davon aus, dass die Dividenden von Nestlé nach aktuellem Stand gesichert sind. Für den Terminal Growth oder auch ewige Rendite, rechne ich mit nur noch 3,0 Prozent Zuwachs. Der von mir betrachtete Zeitraum liegt hier bei rund 15 Jahren.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Annahmen, ergibt sich ein theoretisch fairer Wert von 36,16 Schweizer Franken je Aktie für das Unternehmen. Ich hab das Szenario in einem zweiten Schritt mitunter stark verändert um hier die Unterschiede zwischen verschiedenen Annahmen klar darzustellen. Ich habe die Wachstumsannahmen auf 10,0 Prozent p.a. und einen Terminal Growth von 5,0 Prozent erhöht und habe gleichzeitig mit einem Diskontierungsfaktor von nur noch 10,0 Prozent gerechnet. Das Ergebnis sind hier 85,58 Schweizer Franken je Aktie als möglichem fairen Wert. Würde ich bei meinen Ausgangsannahmen für das Wachstum von 6,0 und 3,0 Prozent bleiben, die erwartete Rendite in Form des Abzinsungsfaktors aber auf 5,0 Prozent reduzieren, wäre ein fairer Wert je Aktie von rund 182,60 Schweizer Franken die Folge.

Aus diesen Szenarien kann man die Einschätzung entwickeln, dass bei einem realistischen Dividendenwachstum Nestlé bereits heute ein möglicherweise fair bewertetes Unternehmen darstellt. Dazu kann man sich beispielsweise mit den Erwartungen versuchen dem aktuellen Kurs der Aktie anzunähern. Zum Zeitpunkt der Analyse liegt der Aktienkurs bei rund 99,00 Schweizer Franken je Aktie. Unter Wachstumsannahmen von 3,0 Prozent p.a. und 2,5 Prozent für den Terminal Growth, sowie Abzinsungsfaktoren von 8,5 Prozent und 5,0 Prozent für den Terminal Value, ergibt sich ein theoretisch fairer Wert von 98,93 Schweizer Franken je Aktie. Dieses Ergebnis liegt nahe des momentanen Aktienkurses und ich halte Dividendensteigerungen von durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr über einen längeren Zeitraum für durchaus realistisch. Daraus kann man die Annahme entwickelt, dass Nestlé bei einem Kurs von 99,00 Schweizer Franken sogar fair bewertet sein könnte aus Sicht der Dividenden.

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Erläuterungen über die Summe der Teile Analyse sind hier auf der Seite Diyinvestor.de zu finden.

Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Man kann eine Summer der Teile Analyse auch so aufstellen, dass man das Unternehmen als Summe der daraus bestehenden Unternehmen, ergo Töchter und anderer im Besitz befindlichen Firmen betrachtet. Aus der Bewertung dieser Einzelfirmen lässt sich dann schließen, ob das Gesamtunternehmen günstiger bewertet ist als seine einzelnen Bestandteile.

Ergebnis: Unter Verwendung der Bewertungen von Vergleichsunternehmen, komme ich für die Summe der Teile-Bewertung auf einen möglichen fairen Wert von 147,79 Schweizer Franken je Aktie. Hier gibt es allerdings einige Einschränkungen, die bei der Verwendung der Methode beachtet werden müssen. Viele Vergleichsunternehmen wirtschaften auch in mehreren Segmenten, die mit der Segmentierung von Nestlé teilweise übereinstimmen und es handelt sich trotz der Einteilung in Segmente immer noch um die gleiche Branche, die der Lebensmittel. Demnach bilde ich mit der Summer der Teile Analyse wie ich sie hier verwende nur eine andere Bewertung der einzelnen Segmente ab. Nestlé hält auch Teile anderer Unternehmen, wie beispielsweise LÓreal und hat zahlreiche Tochterunternehmen. Entsprechend wäre es sinnvoll, hier auch eine Bewertung des Mutterkonzern vorzunehmen und dabei sämtliche Teilfirmen, Beteiligungen, Tochterfirmen und Investitionen von Nestlé zu berücksichtigen. Das würde allerdings einen enormen Arbeits- und Zeitaufwand bedeuten. Hier müssten sämtliche Daten aller Teile Zusammengetragen, verarbeitet, ausgewertet und gewichtet bzw. bewertet werden, was bei einem Firmengeflecht wie dem von Nestlé eine große Herausforderung wäre. Eine weitere Anmerkung: Ich beziehe mich hier bei der Wertung durchgehend auf das EV/EBIT-Verhältnis. Damit vergleiche ich die Firma und ihre Peer Group anhand des Marktwertes im Verhältnis zu ihrer jeweiligen operativen Ertragskraft ohne die Steuerlast der jeweiligen Unternehmen, die Zinslast oder sonstige Faktoren zu berücksichtigen.

Ein zweiter Aspekt der mir aufgefallen ist, ist die überdurchschnittliche Wertung des Segments für Tierfutter. Ich habe daher ein weiteres Szenario gefahren, bei dem ich die Wertung des EV/EBIT auf 15,0 reduziert habe. Daraus ergibt sich ein theoretisch fairer Wert von rund 91,05 Schweizer Franken je Aktie. Geht man von einer Plausibilität des Verfahrens aus, könnte sich Nestlé mit einem aktuellen Kurs von 99,00 Schweizer Franken je Aktie auch nach diesem Verfahren in einem fairen Bereich befinden. Hier muss allerdings noch eine Einschränkung gemacht werden, die das Verfahren wie es hier verwendet wird aufwirft: Es besteht die Möglichkeit, dass die gesamte Vergleichsgruppe signifikant überbewertet ist und eine mögliche Marktkorrektur sämtliche Bewertungen obsolet macht. Darum ist gerade hier eine Sicherheitsmarge empfehlenswert. Beispielsweise in höhe von 25 Prozent, was einen fairen Wert von 68,29 Schweizer Franken bedeuten würde.

Kritische Betrachtung

Kritische Betrachtung

Wie bereits erwähnt und wie in der Historie immer wieder nachweisebar, ist Nestlé eines der mitunter am stärksten kritisierten Unternehmen des Welt. Immer wieder geriet die Firma wegen ihrer Geschäftspraktiken und ihres Wirtschaftens in die Kritik und wurde auch in viele rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt. Daraus resultierend, wurde das Image von Nestlé immer wieder und mitunter stark geschädigt. Das ist ein Punkt, der jedem Investor auch zu denken geben muss, denn eine signifikante Schädigung des Rufs der Firma, könnte einen starken negativen Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben und ein potentielles Investment damit sehr riskant machen.

Nestlé selbst ist daher bemüht, sich in der Außenwahrnehmung möglichst positiv darzustellen. Ob der Größe und der globalen Verteilung der Geschäfte von Nestlé, ist es schwierig über sämtliche Firmenbelange, mögliche Rechtsverstöße, Umweltschädigungen, Beschaffungsprobleme und das Handeln aller Zulieferer und Geschäftspartner detaillierte Kenntnisse zu haben. Entsprechend steht das Unternehmen immer in der Gefahr, dass kritische Beobachter der Firma noch vor Kenntnis des Managements solche Vorfälle an die Öffentlichkeit bringen. Da es in der Verantwortung des Managements liegt, für den guten Ruf der Firma die Verantwortung zu übernehmen, liegt die präventive Pflicht hier auf Seiten der Firmenleitung und ist nach meiner Einschätzung ein Treiber dafür, dass es sich aus Unternehmenssicht nicht lohnt finanzielle Vorteile durch fragwürdige Praktiken aktiv zu suchen. Ein weiter Aspekt ist die Kenntnis von solcher Praktiken, wie beispielhaft an den Vorwürfen um die Kenntnis und die Duldung von Sklaverei ähnlichen Arbeitsverhältnissen in Afrika. Auch diese Vorwürfe wiegen schwer und bringen das Unternehmen in Zugzwang, um schwere Imageschäden zu vermeiden. Gerade mit Blick auf die Arbeitsverhältnisse in manchen Ländern, ist eine Aussage von Adam Smith aus „Wohlstand der Nationen“ bemerkenswert. Adam Smith schrieb zur Sklaverei, dass sie, obwohl sie die günstigste Form der Arbeit zu sein scheint, doch die teuerste darstellt, denn ein Mensch der kein Eigentum erwerben kann, hat immer das Bestreben, so viel zu Konsumieren und so wenig zu arbeiten wie möglich. Alles an Arbeit was über den Unterhalt hinausgeht, kann ihm nur gewaltsam abgepresst werden. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass das Unternehmen kein Interesse daran hat, von etwas wie Sklaverei bewusst zu profitieren und bei Kenntnis über solche Praktiken tendenziell einschreiten wird um die daraus entstehenden Schäden zu verhindern. Es muss hier nicht einmal mit ethischen Maßstäben argumentiert werden, es genügt der Verweis auf den Selbsterhaltungstrieb. Ein öffentlicher Skandal würde dem Unternehmen schwer schaden und wie bereits vorgekommen, zu Rechtsstreiten führen welche auch ein signifikantes finanzielles Risiko darstellen. Das Unternehmen hat dementsprechend auch Prozeduren und Programme entwickelt, um möglichst früh Kenntnisse über solche Vorfälle zu erhalten.

Wie aus der Geschichte des Unternehmens ebenfalls hervorgeht, gibt es auch Gründe für die Annahme, dass Interessenverbände und gemeinnützige Organisationen Einflussmöglichkeiten auf das Unternehmen haben. Beispielhalft ist der Erfolg zu nennen, der der Umweltschutzorganisation Greenpeace gelang, als es um den Bezug von Palmöl durch Nestlé ging. Das lässt die Vermutung zu, dass öffentlicher Druck dazu in der Lage ist, das Unternehmen dazu zu zwingen, Missstände zu beheben. Aber auch hier gilt die Sorgfaltspflicht der Geschäftsleitung, denn die Veröffentlich von gravierenden Missständen, ich gehe hier von Unkenntnis der Geschäftsleitung aus, hat einen mitunter gravierenden Einfluss auf die Unternehmensentwicklung. Ich gehe darum davon aus, dass Geschäftsleitung und Investoren ein eigenes Interesse daran haben, schwere Missstände zu vermeide oder gegebenenfalls zu korrigieren. In diesem Zusammenhang halte ich die öffentliche Diskussion, die Veröffentlichung von Kritik und die Meldung von kritikwürdigen Praktiken für ein geeignetes Mittel um Druck auf die Firmenleitung auszuüben. In letzter Konsequenz gehört dazu auch der Streit vor einem ordentlichen Gericht.

Andere Kritiken am Unternehmen führen in die Richtung, Nestlé würde aktiv Ressourcen ausbeuten. Beispielhaft hierfür ist die Mineralwasserproduktion in Vittel genannt. Da ich hierzu die genaue Faktenlage nicht kenne, sondern nur die Meinungen der streitenden Parteien, gehe ich von einem aus meiner Sicht vernünftigen Verhalten aus. Da Nestlé über sein Wassergeschäft wiederkehrende Profite erwirtschaftet, wäre eine unkontrollierte Ausbeutung für das Unternehmen weder wünschenswert noch sinnvoll. Die Quellen in Vittel überzustrapazieren und deren Versiegen in Kauf zu nehmen, würde langfristig die Erträge belasten. Ansonsten hat das Unternehmen die Mineralwasserproduktion nach Recht und Gesetz erhalten und damit auch das Recht diese zu nutzen um die Kunden mit Mineralwasser zu beliefern. Die Entscheidung des Kunden für den Kauf der von Nestlé angebotenen Waren ist hier die letztendlich gültige Abstimmung über das Unternehmen. Dass es allerdings zu Fällen von fragwürdigem Verhalten gekommen ist oder kommen kann, steht nach Ansicht des Autors außer Frage und es liegt in der Verantwortung des Unternehmens, hier entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Gleiches gilt für die generelle Kritik an Lebensmittelunternehmen und der industriellen Lebensmittelproduktion. Eine vollständig nicht industrielle Produktion wäre nicht dazu in der Lage, eine wachsende Weltbevölkerung effizient zu versorgen. Zwar können regelmäßig hohe Umfragewerte erreicht werden, bei der Frage ob man gerne mehr ökologische Lebensmittel konsumieren würde, aber auch aus Preisgründen scheitert dieser gute Vorsatz regelmäßig bei der Betrachtung der Verkäufe. Es fehlt schlicht an der Kaufkraft der Bevölkerung. Nach meiner Betrachtung ist die Bereitstellung preiswerter Nahrungsmittel somit ethisch nicht fragwürdig, das somit Lebensmittel für jeden erhältlich sind. Hier kann ein Satz als ausschlaggebend angeführt werden: Es ist kaum möglich einem hungernden Menschen die Notwendigkeit von Umweltschutz nahe zu bringen. Auch die Eigenversorgung ist in einer Gesellschaft, die eine immer höhere Arbeitsteilung fährt, halte ich für großflächig nicht durchführbar. Mängel bei der Qualität sind hier wiederum nicht hinzunehmen und die Geschäftsleitung wäre hier auch entsprechend in die Verantwortung zu nehmen. Auch dafür hat Nestlé entsprechende Prozesse entwickelt und es kam bereits in der Vergangenheit zu Rückrufaktionen. Aus Eigeninteresse heraus unterstelle ich der Firma deswegen, ein Interesse an guter Qualität zu haben. Ich gehe prinzipiell von einem Eigeninteresse eines Menschen aus, möglichst gesund bleiben zu wollen.

Weitere Kritik geht in Richtung einer Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger oder auch der Unterdrückung von gewerkschaftlichen Tätigkeiten gegen das Unternehmen, wie der Fall eines ermordeten kolumbianischen Gewerkschafters 2013 zeigt. In diesem Zusammenhang wurde Nestlé vorgeworfen, die Tat mit verursacht zu haben. Solche Vorkommnisse schüren entsprechende Skepsis gegen die Firma und die Auswirkungen von Lobbyarbeit großer Unternehmen ist hinlänglich bekannt. Mit Blick auf die Auswirkungen von Lobbyarbeit bin ich als Investor in einer Zwickmühle. Übermächtige Unternehmen, die ohne oder mit nur wenig Konkurrenz wirtschaften können und ob ihrer Größe in der Lage sind Probleme regelrecht auszusitzen, sind mit Blick auf die Gesamtwirtschaft weder gut noch wünschenswert. Allerdings suche ich im Rahmen meiner Investorentätigkeit genau danach. Diesen Knoten zu lösen ist nicht leicht und lässt sich nur über ein funktionsfähiges Rechtssystem lösen. Ergo gelten Gesetze für jeden gleich. Fälle von strukturellen Ungleichgewichten kommen allerdings auch immer wieder vor. Das geht einher mit einer generellen Kritik meinerseits an überbordender Lobbyarbeit. Da ein Unternehmen keine Möglichkeit hat, Rechtsansprüche gegen Käufer und Kunden zu richten, sehe ich Lobbyarbeit als eine Möglichkeit an, über die Einflussnahme auf Regierungen dieses Defizit auszugleichen, denn Regierungen haben die Möglichkeit die Bürger die sie vertreten in die Pflicht zu nehmen oder die Rahmenbedingungen zum Vor- oder Nachteil zu verändern. Daher halte ich den Vorwurf von negativen Einflüssen durch Lobbyarbeit für gerechtfertigt. Die Interessenvertretung gegenüber der Gesetzgebung halte ich zwar für legitim, die Möglichkeiten der Einflussnahme und die damit verbundenen negativen Auswirkungen aber für nicht wünschenswert. Besonders hart ausgedrückt, kann Lobbyismus als eine form der Korruption betrachtet werden, hier nehme ich aber speziell die Zielpersonen in die Pflicht, die lobbyiert werden. Eine befriedigende Lösung dieses Sachverhaltes sehe ich allerdings nicht kurzfristig erreichbar und auch aus Investorensicht, wäre es sogar ein Punkt für das Unternehmen, wenn es in der Lage ist seine Interessen auch an höchster Stelle zu vertreten.

Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassung und Fazit

Die Nestlé SA ist nach meiner bisherigen Betrachtung ein Unternehmen, dass in einer überaus wichtigen Branche wirtschaftet. Die Produktion und der Vertrieb von Lebensmitteln ist ein Geschäft, dass nicht in der Gefahr steht, plötzlich obsolet zu werden. Entsprechend kann das Geschäft von Nestlé als relativ sicher betrachtet werden und die Firma hat eine bereits sehr lange Lebensspanne vorzuweisen. Was mir bei der Betrachtung der fundamentalen Daten nicht gut gefallen hat, waren zum einen der steigende Fremdkapitalbestand und der hohe Goodwill-Anteil in der Bilanz. Beide Punkte steigern nach meiner Ansicht das finanzielle Risiko des Unternehmens, einmal in Form möglicher höherer Zinslasten für die Firma und einmal wegen der Gefahr außerordentlicher Abschreibungen. Die Cashflows der Firma sind dagegen sehr solide und erlauben es dem Unternehmen eine höhere Verschuldung auszuhalten zu können. Ein Risiko für die finanzielle Sicherheit bleibt allerdings bestehen. Ein anderer Kritikpunkt ist in meinen Augen die Fremdkapitalaufnahme für den Rückkauf von Aktien, ein Verhalten das ich generell ungerne sehe. Aus Sicht der Dividenden ist Nestlé allerdings ein Unternehmen, dass man auf der Liste haben sollte. Die Dividenden sind nach meiner Ansicht relativ sicher, allerdings gibt es hierfür keine Garantien. Bei einer Ausschüttungsquote von rund 58 Prozent hat das Unternehmen noch Spielraum. Positiv sehe ich hier den Schriftwechsel mit den Investor Relations und die Beantwortung verschiedener Fragen. Was die allgemeine Kritik an Nestlé angeht, sehe ich hier ein gemischtes Bild. Ich gehe davon aus, dass es berechtigte Kritik am Unternehmen gibt, dass es zu Vorfällen gekommen ist, die nach meinen Maßstäben fragwürdig sind. Ich sehe es allerdings auch als positiv an, dass das Unternehmen hierfür Strukturen geschaffen hat, um gegen solche Vorfälle präventiv und falls bereits geschehen korrigierend einzugreifen. Ich schreibe das nicht zuletzt dem Eigeninteresse des Unternehmens zu, denn negative Schlagzeilen sind nie gut für die wirtschaftliche Entwicklung. Was die Lobbyarbeit von Unternehmen gegenüber politischen Entscheidungsträgern angeht, kann ich keine zufriedenstellende Beurteilung abgeben. Einerseits kann eine überbordende Interessenvertretung negative Folgen auf ein größeres wirtschaftliches Gefüge haben, die Möglichkeit seine Interessen solide zu vertreten ist aber ein Pluspunkt für die Firma. Insofern müsste hier eine Diskussion geführt werden, inwiefern es sinnvoll ist, politischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit des Zugriffs auf ihre Bürger zu geben, was hier allerdings das maßgebliche Thema verlassen würde und nicht zielführend wäre. Die Erfahrungen des Unternehmens im Bereich der Firmenübernahmen sehe ich als klaren Pluspunkt für Nestlé und als gute Möglichkeit für die Firma, auch in Zukunft sein Geschäft auszubauen und auf neue Trends zu reagieren. Eine Bedrohung für die Firma mit der man aber rechnen muss, sehe ich in der großen Verhandlungsmacht der Einzelhandelsketten. Als Beispiel kann man für die Bundesrepublik Deutschland die großen Ketten wie Aldi, Lidl, Rewe oder Edeka betrachten und auch Ketten wie Netto oder Kaufland mit in die Betrachtung aufnehmen. diese Ketten konkurrieren zu einem nicht unwesentlichen Teil über den Warenpreis miteinander und dieser Druck wird schlussendlich an die Erzeuger weiter gegeben. Hier hat Nestlé einen definitiv schwereren Stand, ich gestehe dem Unternehmen allerdings auch Vorteile wegen der Bekanntheit der Marken und hohen Produktionskapazität zu. Allerdings hat dieser Vorteil auch seine Grenzen und man sieht an der Entscheidung von Edeka, über 160 Produkte von Nestlé aus dem Sortiment zu nehmen, auch die Marktmacht der Einzelhändler. Erschwerend kommt hier die zunehmende Verbreitung von Eigenmarken der Einzelhändler hinzu.

Auf Grundlage der von mir vorgenommenen Bewertung und nach der Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge, sehe ich einen möglichen fairen Wert für Nestlé zwischen 70,00 und 80,00 Schweizer Franken je Aktie. Hauptsächlich berücksichtige ich hier die Bewertung aus Sicht der Dividendenausschüttungen. Die Seite simplywall.st sieht die Bewertung des Unternehmens wie folgt:

Die Seite finanzen.net sieht bereits ein Premium von rund 13,59 Prozent in der Fundamentalanalyse.

Fazit:

Trotz aller berechtigten und teils auch unberechtigten Kritik an Nestlé, halte ich das Unternehmen für einen Investor der es hauptsächlich auf möglichst solide Dividendenzahlungen abgesehen hat, für einen Kandidaten der berücksichtigt werden sollte. Entsprechend würde ich bei einer möglichen Unterbewertung der Firma einen Kauf in Erwägung ziehen. Auch als mögliche Investition in Krisenzeiten halte ich Nestlé für eine gute Option, das Lebensmittel immer eine Nachfrage haben werden und Nestlé hier auch durch seine Größe und seine langjährige Erfahrung eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit hat, soweit ich das einzuschätzen vermag. Ich würde demnach bei einer Unterbewertung der Firma eine Investition vornehmen. Eine Unterbewertung wäre aus meiner Sicht unter einem Kurs von 70,00 Schweizer Franken je Aktie gegeben.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

Die mobile Version verlassen