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Marktreport – Der Versicherungsmarkt

by Peter Merkle

In unserem neuen Marktreport auf Modern Value Investing, nehmen wir uns den globalen Markt für Versicherungen vor. Versicherungen übernehmen in den modernen Volkswirtschaften eine Kernfunktion, denn erst mit der Entwicklung von Versicherungen war es möglich, in großer Zahl private Industrieanlagen aufzubauen. Gleichzeitig machte erst die große Anzahl der geschaffenen Anlagen es möglich, diese im Kollektiv zu versichern. Die Absicherung gegen Risiken ist ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft geworden.

Um sich gegen ein Risiko abzusichern, schließt man eine Versicherungspolice mit einem Versicherer ab, der gegen eine Gebühr, die man Prämie nennt, dem Versicherungsnehmer das Risiko absichert. Vertraglich werden Versicherungsschutz gegen die kalkulierte Prämie „getauscht“. Der Versicherer muss das Risiko allerdings richtig einschätzen und eine Prämie kalkulieren, die dem übernommenen Risiko entspricht und ihm einen Gewinn in Aussicht stellt. Dafür wurde das mathematische Teilgebiet der Versicherungsmathematik entwickelt. Als ihr Begründer gilt Johan de Witt. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der mathematischen Modellierung sowie der statistischen Schätzung der versicherten Risiken (insbesondere Schäden an Personen oder Sachen), der Kalkulation des benötigten Preises für die Übernahme solcher Risiken (Beitragskalkulation), der Berechnung von versicherungstechnischen Rückstellungen oder der benötigten EigenmittelausstattungControlling inkl. Berichtswesen, Risikomanagement und dem Bilanzstrukturmanagement. Die Versicherungsmathematik gehört zur angewandten Mathematik und stellt ein wesentliches Anwendungsgebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie und der Statistik dar. Zur Darstellung der in Versicherungsverträgen meist ebenso enthaltenen Finanzrisiken werden auch Methoden der Finanzmathematik verwendet.

Versicherung Definition

Mit Versicherung (veraltet Assekuranz) wird das Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme (Versicherungsprinzip oder Äquivalenzprinzip) bezeichnet, bei dem viele einen Geldbetrag (= Versicherungsprämie) in die Kapitalsammelstelle Versicherer einzahlen, um beim Eintreten eines entsprechenden Schadens, dem Versicherungsfall, aus dieser Kapitalsammelstelle einen Schadenausgleich zu erhalten. Da der Versicherungsfall nur bei wenigen Versicherten eintreten wird, reicht das Vermögen der Kapitalsammelstelle bei bezahlbarem Beitrag aus. Voraussetzung ist, dass der Umfang der Schäden statistisch abschätzbar ist und demnach mit versicherungsmathematischen Methoden der von jedem Mitglied des Kollektivs benötigte Beitrag bestimmbar ist.

Der globale Versicherungsmarkt

Den größten Anteil am Versicherungsgeschäft haben nach Region die USA, die über 40,3 Prozent der Versicherungsbeiträge ausweisen.

Anteil an den welt­wei­ten Bei­trag­s­ein­nah­men; Quelle: https://www.gdv.de/de/zahlen-und-fakten/versicherungsbereiche/internationale-maerkte-24124

Das Insurance Information Institute liefert für die globale Versicherungsbranche folgende Daten:

Alleine in den USA umfasst das Marktvolumen für Versicherungen über 2,5 Billionen US-Dollar. Global betragen die Prämien für Versicherungen insgesamt rund 6,3 Billionen US-Dollar.

Vor dem Hintergrund der weltweit verfügbaren vorläufigen Daten für 2020 und der COVID-19-Pandemie scheinen die Versicherungsunternehmen insbesondere im Lebensversicherungssektor eine Verlangsamung der gebuchten Bruttoprämien zu verzeichnen. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen sowohl im Lebens- als auch im Nichtlebenssektor in nur 15 von 53 meldenden Jurisdiktionen, weniger als 2019. Im Gegensatz dazu gingen die Prämien sowohl im Lebens- als auch im Nichtlebenssektor in 10 Jurisdiktionen zurück, im Lebensversicherungssektor in 19 anderen nur Jurisdiktionen und im Nichtlebenssektor nur in 9 anderen Jurisdiktionen. Im Durchschnitt stiegen die Nichtlebensversicherungsprämien im Jahr 2020 um 1,2 %, während die Lebensversicherungsprämien um 2,2 % zurückgingen.

Ausblick für die Versigerung

Die Swiss RE hat hierzu folgende Einschätzung veröffenlticht:

Swiss Re geht davon aus, dass sich die Weltwirtschaft aufgrund des schnellen Tempos der Impfungen und der weltweiten fiskalischen Anreize stark von der COVID-19-Pandemie erholen wird. Die Erholung kann jedoch durch das Problem neu auftretender Virusvarianten beeinträchtigt werden. Nach einem Rückgang des realen Wachstums um 2,9 Prozent im Jahr 2020 schätzt Swiss Re, dass die gesamten weltweiten Versicherungsprämien im Jahr 2021 real um 3,3 Prozent und im Jahr 2022 um 3,9 Prozent steigen werden wird geschätzt, dass die Prämien im Jahr 2021 um 3,8 Prozent und im Jahr 2022 um 4,0 Prozent steigen werden.

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