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Marktreport – 28. März 2021

by Peter Merkle

Marktreport

Um unseren Lesern einen weiteren Mehrwert zu bieten, veröffentlichen wir unseren ersten Marktreport. Wir wollen uns hier mit allgemeinen Markttrends beschäftigen und Entwicklungen analysieren und interpretieren. Speziell wollen wir uns in diesem Report neben den Aktienmärkten, mit den Anleihemärkten und besonders mit den Warenterminmärkten beschäftigen. Da die „Märkte“ in ihrer Gesamtheit sich gegenseitig beeinflussen und bestimmte Entwicklungen sich in verschiedenen Märkten überschneiden, möchte ich hier in diesem neuen Format einen möglichst umfassenden Gesamtüberblick schaffen. Wegen der schieren Größe verschiedener Märkte und der enormen Datenmengen, die täglich veröffentlicht werden, stellt diese Übersicht einen redaktionell ausgewählten Überblick über für uns interessante Entwicklungen dar, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

In der ersten Ausgabe des Marktreports, werden neben einigen Tools für die Marktanalyse auch die Märkte für Gold und andere Rohstoffe besprochen. Das Hauptthema des Reports wird der Goldmarkt sein, auf den das größte Augenmerk gelegt wird.

CNN Money – Fear & Greed Index

Der Fear and Greed Index liegt aktuell bei einem Wert von 40 und damit nahe dem als neutral angesehen Bereich. Das impliziert, dass aktuell weder besondere Gier oder besondere Angst im Markt liegt.

Fear & Greed Index

Der von CNN Money eingeführte Fear & Greed Index bemisst die beiden Hauptemotionen, die die Anleger bei Investitionsentscheidungen antreiben. Theoretisch kann der Index verwendet werden, um zu beurteilen, ob der Aktienmarkt einen fairen Preis hat. Dies basiert auf der Logik, dass übermäßige Angst dazu neigt, die Aktienkurse zu senken, und dass zu viel Gier den gegenteiligen Effekt hat. Der Index liefert demnach eine Art von Stimmungsbarometer für den breiten Markt.

Der Index für Angst und Gier ist eine Art konträrer Index. Er basiert auf der Prämisse, dass übermäßige Angst dazu führen kann, dass Aktien weit unter ihren inneren Werten gehandelt werden, und dass ungezügelte Gier dazu führen kann, dass Aktien weit über dem Wert geboten werden. Dabei berücksichtigt der Index folgende Faktoren, die als Variablen in die Berechnung einfließen:

  1. Aktienkursdynamik: Messung des Standard & Poor’s 500 Index (S & P 500) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt (MA)
  2. Aktienkursstärke: Berechnung der Anzahl der Aktien, die ein 52-Wochen-Hoch erreichen, im Vergleich zu denjenigen, die an der New Yorker Börse (NYSE) ein 52-Wochen-Tief erreichen
  3. Aktienkursbreite: Analyse des Handelsvolumens in steigenden Aktien gegen fallende Aktien
  4. Put- und Call-Optionen: Inwieweit bleiben Put-Optionen hinter den Call-Optionen zurück, was Gier bedeutet oder sie übertrifft, was auf Angst hinweist
  5. Junk-Bond-Nachfrage: Messung des Appetits auf Strategien mit höherem Risiko durch Messung der Spanne zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Junk-Bonds
  6. Marktvolatilität: CNN misst den Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX) und konzentriert sich auf einen 50-Tage-MA
  7. Safe Haven-Nachfrage: Der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Jeder dieser sieben Indikatoren wird auf einer Skala von 0 bis 100 gemessen, wobei der Index berechnet wird, indem ein gleichgewichteter Durchschnitt von jedem von ihnen genommen wird.

Cboe – S&P 500 Volaitlity Index (VIX)

Nach den mitunter heftigen Ausschlägen der Volatilität im S&P 500 im Verlauf des ersten Quartals 2020, liegt der VIX wieder bei einem Wert um rund 21. Verglichen mit der Lage vor 2020, ist er allerdings fast konstant doppelt so hoch wie gewöhnlich.

Sein letztes Hoch hatte der Index am 16. März 2020, als die Aktienmärkte auf Grund der weltweiten Lage einen starken Einbruch erlebte. Zu diesem Zeitpunkt erreichte der VIX 82,69.

Die Cboe und andere Options-Börsen bieten auch Produkte auf Basis des VIX an. Im Zusammenhang mit Optionen und Futures, sind Terminstrukturkurven von besonderem Interesse. Die Terminstruktur der VIX-Futures befindet sich aktuell im so genannten „Contango“, was bedeutet, dass länger laufende Kontrakte höher gepreist sind, als Kontrakte mit kürzerer Laufzeit.

Cboe - VIX

Der CBOE Volatility Index (VIX) drückt die erwartete Schwankungsbreite des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 aus. Der VIX wird von der Terminbörse Chicago Board Options Exchange (CBOE) in Echtzeit berechnet und veröffentlicht.

Der Volatilitätsindex VIX gibt die vom Markt erwartete kurzfristige Schwankungsintensität (implizite Volatilität) anhand von Optionspreisen auf den S&P 500 über 30 Tage in Prozentpunkten an. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten. Der VIX wird daher auch „Angstbarometer“ genannt. Über die Richtung der Änderung, also steigende oder sinkende Kurse, gibt er keinen Aufschluss. Zwischen VIX und S&P 500 liegt eine gegenläufige Korrelation vor. Fällt der S&P 500, dann steigt in der Regel der VIX an. Steigt der S&P 500, dann fällt meist der VIX.

S&P 500 – Put/Call-Ratio

Das Put/Call Ratio des S&P 500 Index kann über die Erwartungen der breiten Masse der Marktteilnehmer Aufschluss geben. Ist die Stimmung tendenziell bärisch, werden mehr Put Optionen zur Absicherung gekauft und das Put/Call-Ratio steigt, da mehr Kontrakte über Put-Optionen eröffnet wurden. Umgekehrt sinkt es, wenn tendenziell mehr Call-Optionen im Markt liegen. Aktuell liegt das Put/Call-Ratio bei rund 1,46 und ist nach einem letzten Hoch im ersten Quartal 2021 gesunken.

Türkische Lira

Nachdem der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Notenbankchef der türkischen Zentralbank, Naci Ağbal durch Şahap Kavcıoğlu ersetzt hat, hat die Lira einen massiven Wertverlust erlitten. Mit Stand 25.03.2021, war die türkische Währung je Lira nur noch 0,12507 US-Dollar wert. Der ehemalige Zentralbankchef Ağbal hat in der Vorwoche den Leitzins des Landes um rund 2 Prozentpunkte auf 19 Prozent erhöht. Die hohe Inflationsrate der Türkei von rund 15 Prozent p.a. sollte mit den höheren Zinsen gebremst werden, da in diesem Umfeld tendenziell weniger konsumiert wird und die Geldmengenausweitung eingedämmt wird. Das hat allerdings für die Türkei und die Staatsregierung den erheblichen Nachteil, das die Refinanzierung des Landes wesentlich teurer wird. Mit der Abberufung von Ağbal von seinem Posten, hat das durch ihn wieder gestärkte Vertrauen in die türkische Lira einen schweren Schaden erlitten, der sich in einem rapiden Verfall ausdrückt.

Unter dem Titel Lira-Talfahrt bringt Schuldenproblem – „Türkei ist Kandidat für Zahlungsausfall“ wurde ein Artikel im Manager-Magazin veröffentlicht.

Auch im Verhältnis zum Euro, zeigt sich ein anhaltender Verfall der Währung.

Wie aus Daten der Seite laenderdaten.info hervorgeht, hat auch die Arbeitslosenquote zuletzt wieder zugenommen. Durch die wirtschaftlichen Schäden im Rahmen der Corona-Lage und die hohe Schuldenlast des Landes, wird die Lage weiter verschärft. Damit ist nicht mehr damit zu rechnen, dass die Wirtschaft des Landes immer höhere Schulden verkraften kann.

Der Warenterminmarkt für Gold

Nachdem Gold im Verlauf des Jahres einmal kurz über 2.000 US-Dollar je Feinunze gestiegen war, befindet sich der Kurs des Edelmetalls seither in einer Abwärtsphase und viel auf rund 1.700 US-Dollar je Unze.

Auf der Datenseite der CME Group für Gold, werden folgende Daten mit Stand 25.032021 veröffentlicht:

Die aktuellen Verhältnisse von Angebot und Nachfrage, stellen sich folgendermaßen dar:

Quelle: https://www.gold.org/goldhub/data/gold-supply-and-demand-statistics

Hier fällt auf, dass das 3. Quartal 2020 einen Netto-Verkauf von Seiten der Zentralbanken gesehen hat. Diese Netto-Position lässt sich allerdings im Wesentlichen auf zwei Zentralbanken zurückführen. Darunter die türkische Zentralbank, die im Oktober 2020 alleine rund 45 Tonnen Gold veräußerte, um den Kurs der Lira zu stützen. Bei einem genaueren Blick in die gemeldeten Daten fällt auf, dass Zentralbanken tendenziell Edelmetalle kaufen. Besonders fällt hier das Verhalten der Zentralbank der Russischen Föderation ins Auge, die über einen sehr langen Zeitraum einen enormen Goldbestand aufgebaut hat, der Stand heute bei rund 2.999 Tonnen liegt. Eine Menge die ausreichend ist, um den Rubel in seiner aktuellen Menge in Gold decken zu können. Eine aktuelle Nachricht der Zentralbank in Polen gibt an, dass diese den Kauf von 100 Tonnen Gold plant. Aller gegenteiligen Verlautbarungen zum Trotz, halten Zentralbanken hohe Reserven an Gold oder bauen diese sogar aus. Ein Indiz für die Erwartung der Notenbanken, sich in absehbarer Zeit in schwierigem Fahrwasser zu befinden.

Dazu kommen Meldungen, dass auch Gold-ETF´s im Verlauf des letzten Jahres ihre Bestände an physischem Gold ausgebaut haben. Zuletzt veräußerten diese allerdings wieder größere Mengen. (https://www.gold.org/goldhub/data/global-gold-backed-etf-holdings-and-flows)

Für ein detailliertes Bild über Gold, sowie allgemein Rohstoffmärkte, sind die von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichten COT-Daten (Commitment of Traders) eine essenzielle Datenquelle.

COT-Daten

Die Commodity Futures Trading Commission (Kommission oder CFTC) veröffentlicht die Commitments of Traders (COT) -Berichte, um der Öffentlichkeit das Verständnis der Marktdynamik zu erleichtern. Insbesondere enthalten die COT-Berichte eine Aufschlüsselung der offenen Positionen für Futures und Optionen an Terminmärkten an jedem Dienstag, an denen 20 oder mehr Händler Positionen halten, die den von der CFTC festgelegten Berichterstattungsniveaus entsprechen oder darüber liegen. Entsprechend werden diese Berichte wöchentlich veröffentlicht.

Die COT-Berichte basieren auf Positionsdaten, die von berichtenden Unternehmen (FCMs, Clearing-Mitglieder, ausländische Broker und Börsen) bereitgestellt wurden. Während die Positionsdaten von berichtenden Unternehmen bereitgestellt werden, basiert die tatsächliche Händlerkategorie oder -klassifizierung auf dem vorherrschenden Geschäftszweck, der von den Händlern auf dem CFTC-Formular 401 selbst gemeldet wurde, und unterliegt der Überprüfung durch die CFTC-Mitarbeiter auf Angemessenheit.2 Die CFTC-Mitarbeiter wissen es nicht Spezifische Gründe für die Positionen der Händler und daher spielen diese Informationen keine Rolle bei der Bestimmung der Händlerklassifikationen. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass die Positionsdaten für einen Händler, der in die Kategorie „Produzent / Händler / Verarbeiter / Benutzer“ für eine bestimmte Ware eingestuft ist, alle seine Positionen in dieser Ware enthalten, unabhängig davon, ob die Position zur Absicherung bestimmt ist oder Spekulation. Beachten Sie, dass Händler Geschäftszwecke nach Waren melden können und daher in den COT-Berichten für verschiedene Waren unterschiedliche Klassifizierungen haben können. Für einen der Berichte, Händler in Finanzterminkontrakten, werden Händler für alle Waren in dieselbe Kategorie eingestuft.

Aufgrund rechtlicher Beschränkungen (CEA Section 8-Daten und vertrauliche Geschäftspraktiken) veröffentlicht die CFTC keine Informationen darüber, wie einzelne Händler in den COT-Berichten klassifiziert sind.

Im Allgemeinen stammen die Daten in den COT-Berichten von Dienstag und werden am Freitag veröffentlicht. Die CFTC erhält die Daten am Mittwochmorgen von den berichtenden Unternehmen und korrigiert und überprüft die Daten für die Veröffentlichung bis Freitagnachmittag.

Die COT-Daten schlüsseln die Positionierungen in insgesamt 3 Gruppen auf: Kommerzielle Teilnehmer (Commercials), Große Spekulanten (Large Traders) und kleine Spekulanten (Small Traders). Bei der Interpretation der Daten ist die dritte Gruppe in der Regel, mit wenigen ausnahmen zu vernachlässigen. Die interessanteste Gruppe für die meisten Rohstoffmärkte sind die Kommerziellen Marktteilnehmer, da sie ihr Handeln an konkreten Wirtschaftsinteressen ausrichten. Beispielsweise tritt ein goldförderndes Unternehmen als kommerzieller Marktteilnehmer auf, mit der Absicht, sein Geschäft über den Handel mit Futures abzusichern. Da diese Teilnehmer am nächsten an der Quelle des jeweiligen Rohstoffs sitzen, haben sie tendenziell die besten Informationen und ihr Verhalten an den Warenterminmärkten bildet ihre Erwartungshaltung als Gruppe ab.

Anhand der COT-Daten für Gold, veröffentlicht durch die CFTC, können einige Beobachtungen zur aktuellen Marktlage gemacht werden. Beginnend bei der Terminstrukturkurve. Hier zeigt sich ein Bild, wie man es in einer „normalen“ Marktlage für ein physisches Gut erwarten würde. Die TSK befindet sich im Contango, Future Kontrakte mit längerer Laufzeit sind teurer als Kontrakte mit einer kürzeren Laufzeit. Das größte Volumen liegt aktuell im Apirl-Kontrakt.

In den COT-Daten für alle gehandelten Rohstoffe an den Warenterminmärkten, finden sich immer dieselben Daten, auf die selbe Art aufgeschlüsselt. Für Gold sahen die letzten COT-Datensätze, veröffentlicht am 19.03.2021 wie folgt aus:

Quelle: https://insider-week.com/de/cot/?cookie-state-change=1616737705360

Wie bereits angesprochen, sind vor allem die Commercials interessant zu beobachten, da man vom besseren Informationsstand ausgehen kann. Die Veränderung der Positionierung der Marktteilnehmer ist von besonders großem Interesse, da man hieraus ableiten kann, welche Entwicklungen die großen Marktteilnehmer voraussichtlich erwarten. Im Bereich Gold sieht man, dass die Commercials tendenziell eine Netto-Short Position einnehmen und Future-Kontrakte verkaufen. In den letzten Wochen kann man sehen, dass die Commercials hier ihre relativ hohe Netto-Short Position merklich zurückgefahren haben und aktuell rund 209.475 Future-Kontrakte verkauft haben.

Commercials (rot); Large Traders (blau); Small Traders (grün)
Quelle: https://www.suricate-trading.de/cot-daten/

Betrachtet man in dieser Entwicklung auch das Open Interest, also die Gesamtzahl der ausstehenden Kontrakte, kann man folgendes feststellen: Seit seinem Hoch im Januar, ist die Anzahl der ausstehenden Kontrakte stark zurückgegangen. Man kann auch sagen, die Commercials haben hier angefangen Future-Kontrakte zu kaufen und somit ihre offenen Positionen geschlossen. War die Erwartung in diesem Zeitraum, dass der Goldpreis steigen würde, macht das Sinn, denn in diesem Fall wären die Commercials in der Lage, ihr Produkt zu einem besseren Preis auf den Markt zu bringen, als durch die Futures abgesichert. In den Rückgang des Open Interest, fällt ein großer Gold-Bullenmarkt, in dem Gold neue Höchststände erreicht hatte.

Der allgemeine Markteinbruch Mitte März, ging zunächst auch an Gold nicht spurlos vorbei und das Edelmetall viel auf knapp unter 1.500 US-Dollar je Unze. Ein möglicher Grund hierfür könnte der hohe Liquiditätsbedarf sein, der zu diesem Zeitpunkt aufkam. Entsprechend wurde viel Gold auf den Markt geworfen um diese Liquidität zu sichern. Danach zog Gold sehr stark an und erreichte Anfang August kurzzeitig ein Hoch bei über 2.000 US-Dollar je Unze.

Im folgenden wird die Positionierung der Commercials betrachtet. Ich habe für diese Betrachtung einen einfachen Oszillator entwickelt, der die aktuelle Positionierung in Verhältnis zu den höchsten bzw. niedrigsten Positionierungen setzt. Der Oszillator stellt die aktuelle Positionierung im Zeitverlauf dar und das einmal für einen Zeitraum von 6 Monaten (COT_6M) und einmal für einen Zeitraum von 12 Monaten (COT_12M).

Aus dem Graphen geht hervor, dass die Commercials aktuell ihre Netto-Short-Position deutlich zurückgefahren haben und das im Vergleich zum letzten halben Jahr und im Vergleich zum letzten Gesamtjahr. Betrachtet man in diesem Zusammenhang auch das sinkende Open Interest für Gold Futures, wird hier die Erwartung der kommerziellen Marktteilnehmer ersichtlich, dass der Goldpreis wieder steigen könnte. Es ist dabei unerheblich, ob die Commercials Netto-Long sind oder nicht. Da es sich hier um Teilnehmer am Markt wie Goldminen und Produzenten handelt, ist deren vordringliches Interesse die Absicherung ihres Geschäftes über den Warenterminmarkt, wie bereits angesprochen. Dementsprechend ist vor Allem die Veränderung der Positionierung als Gruppe interessant um Rückschlüsse auf deren Erwartungen zu ziehen.

Berücksichtigt man des weiteren die aktuelle Nachrichtenlage für den Goldmarkt, die Käufe von Zentralbanken und die hohen Goldreserven der Nationalstaaten, sowie die steigende Nachfrage nach physischen Edelmetallen zu Investitionszwecken, scheint die Annahme nach tendenziell steigenden Goldpreisen durch die Nachfrage-Situation bereits gerechtfertigt. Weitere Punkte die dafür sprechen, sind die steigende Inflationsangst und die Geldmengenausweitung verschiedener Notenbanken, die dieses Szenario weiter stützen.

Würde in so einer Situation die Terminstrukturkurve ihre Ausrichtung ändern, sich also in eine Backwardation drehen, wäre das ein deutliches Signal für zu erwartende Steigerungen beim Goldpreis. In einer Backwardation sind die Kontrakte mit einer längeren Laufzeit günstiger als die Kontrakte mit kürzerer Laufzeit, einfach weil die Nachfrage nach Long-Positionen so groß ist, dass die Preise der Futures in die Höhe getrieben werden. Und zwar die Nachfrage nach den Kontrakten mit kürzerer Laufzeit. Da an einem Future auch die Option einer physischen Lieferung hängt, bedeutet eine steigende Nachfrage nach kurz laufenden Futures, dass die Marktteilnehmer bereit sind eine Prämie für diese zu zahlen, weil sie entweder auf kurzfristig steigende Kurse spekulieren oder die Ware kurzfristig unbedingt geliefert bekommen müssen. Den letzten großen Ausschlag in der Terminstruktur der Gold-Futures konnte man im März 2020 beobachten, als der Mai-Kontrakt sowie der Juni-Kontrakt (bei deutlich höherem Volumen) deutlich teurer waren als die folgenden. Wie bereits erwähnt, stieg kurze Zeit später der Goldpreis stark an.

Eine tiefere Analyse könnte beispielsweise noch die Betrachtung der Optionen auf Gold-Futures beinhalten. für die Kontrakte mit besonders großem Volumen beispielsweise. Für den April-Kontrakt werden keine Optionen angezeigt, entsprechend wäre eine Betrachtung des Juni-Kontraktes interessant.

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