Home Aktienanalysen Lowe`s Companies Inc. – Aktienanalyse

Lowe`s Companies Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • Lowe´s Companies ist eine der größten Baumarktketten der Welt und auf seinem Markt die Nummer 2. Damit bedient das Unternehmen Millionen von Kunden und ist neben dem Hauptkonkurrenten The Home Depot Inc. der bekannteste Marktteilnehmer. Daraus resultiert eine hohe Bekanntheit des Unternehmens und ein entsprechendes Kundenvertrauen, das als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen gewertet werden kann.
  • Auch im globalen Vergleich ist Lowe´s eines der größten Unternehmen seiner Branche, daher auch bei Investoren und anderen Kapitalmarktakteuren sehr bekannt. Auch die Listung an der NYSE und als Bestandteil wichtiger Indizes wies dem S&P 500 sorgen unter Anlegern für höheres Interesse. Zusätzlich die Aufführung in den Fortune 500 Unternehmen.
  • Alle diese Faktoren sorgen für einen außerordentlich starken Markennamen des Unternehmens.
  • Die Finanzen des Unternehmens zeigen gute Gewinne und starke Cashflows, die dem Unternehmen den nötigen Spielraum geben und eine gewisse Sicherheit unterstellen. Die Umsätze von Lowe´s beliefen sich zuletzt auf rund 89,6 Mrd. US-Dollar bei stabilen Margen.
  • Das Unternehmen verfügt über eine große Assetbasis, unterhält eine Arbeiterschaft von über 300.000 Mitarbeitern und betreibt über 2.000 Filialen in den USA und Kanada. Außerdem arbeitet das Unternehmen an der Expansion in neue Märkte.
  • In seinem Bereich, dem Markt für Heimwerker Bedarf, bietet Lowe´s ein enorm breites Produktspektrum an. Damit bietet das Unternehmen seinen Kunden die Option, alles direkt aus einer Hand zu beziehen, was für den eigenen Hausbau notwendig ist.
  • Auch wenn Lowe’s einem Abwärtsdruck auf die Rentabilität ausgesetzt ist, erzielt es im Vergleich zu Wettbewerbern immer noch höhere Gewinnspannen. Außerdem wirkt hier wiederum die Größe und Bekanntheit positiv, durch einen First-Mover-Vorteil, bei der Einführung neuer Produkte und dem erringen damit Verbundener Marktanteile.
  • Humanressourcen sind ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs von Lowe’s in der Einzelhandelsbranche

Schwächen:

  • Die Markteintrittsbarrieren sind sehr niedrig einzuschätzen und daraus resultiert eine Vielzahl an Konkurrenten. Damit einher gehen eine Limitierung der zu erreichenden Marktanteile und der zu erwirtschaftenden Margen für Lowe´s. Das Geschäftsmodell von Lowe’s kann leicht von den Wettbewerbern in der Branche nachgeahmt werden. Um diese Herausforderungen zu meistern, muss Lowe’s ein Plattformmodell aufbauen, das Lieferanten, Anbieter und Endbenutzer integrieren kann.
  • Die globale Ausbreitung von Lowe´s hat ein nur sehr geringes Ausmaß.
  • Die Eigenkapitalausstattung von Lowe´s ist in den vergangenen Jahren konstant gesunken, da das Unternehmen immer mehr einbehaltene Gewinne abgebaut hat. Zeitgleich wurde die Verschuldung konstant erhöht, was eine mögliche Gefahr für die finanzielle Stabilität bedeuten kann.
  • Die hohe Mitarbeiterfluktuation auf den unteren Ebenen bereitet den Lowe’s ebenfalls Sorgen. Es kann zu höheren Gehältern führen, um die Talente im Unternehmen zu halten. Dies ist eine Entwicklung, die vor allem in den letzten 2 Jahren in den USA flächendeckend zu beobachten sind. Die Fluktuation der Mitarbeiter hat hier enorm zugenommen.
  • Hohe Kosten für den Austausch bestehender Experten innerhalb der Lowe’s. Nur wenige Mitarbeiter sind für die Wissensbasis von Lowe’s verantwortlich, und es wird unter den gegenwärtigen Bedingungen äußerst schwierig sein, sie zu ersetzen.
  • Sinkender Umsatz pro Einheit für Lowe’s – Die Wettbewerbsfähigkeit in der Branche der Industrienamen übt einen Abwärtsdruck auf die Rentabilität aus. Ein erster Leitfaden zur Bewältigung dieser Situation für Lowe´s ist – die objektive Bewertung der gegenwärtigen Wertversprechen der verschiedenen Produkte.
  • Sinkender Marktanteil von Lowe’s bei steigenden Umsätzen – Die Einzelhandelsbranche wächst schneller als das Unternehmen. In einem solchen Szenario muss Lowe’s die verschiedenen Trends im Dienstleistungssektor sorgfältig analysieren und herausfinden, was es tun muss, um das zukünftige Wachstum voranzutreiben.

Chancen:

  • Eine mögliche Chance für Lowe´s besteht in der Forcierung der globalen Expansion. Hier kann sich das Unternehmen in neue Märkte ausdehnen und sein Geschäft weiter ausbauen.
  • Der Ausbau des Waren- und Dienstleistungsangebotes bietet der Firma ebenfalls Chancen für die Zukunft.
  • Der Ausbau des Online-Angebotes bietet für Lowe´s ein weiteres Feld mit großen Chancen. In allen Chancenbereichen kann Lowe´s seinen starken Markennamen mit ins Feld führen.
  • Beschleunigte technologische Innovationen und Fortschritte verbessern die industrielle Produktivität und ermöglichen es den Zulieferern, eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen herzustellen. Dies kann Lowe’s helfen, sich erheblich in benachbarte Produkte vorzuwagen.
  • Zunehmende staatliche Vorschriften erschweren es unorganisierten Akteuren, in der Einzelhandelsbranche tätig zu werden. Dies kann Lowe’s die Möglichkeit bieten, den Kundenstamm zu vergrößern.
  • Kundenpräferenzen ändern sich schnell – Angetrieben von steigenden verfügbaren Einkommen, einfachem Zugang zu Informationen und der schnellen Akzeptanz technologischer Produkte sind Kunden heute eher bereit, neue Produkte auf dem Markt zu experimentieren / auszuprobieren. Lowe’s muss nicht nur breitere Trends innerhalb der Einzelhandelsbranche sondern auch im breiteren Dienstleistungssektor sorgfältig überwachen.
  • Lokale Zusammenarbeit – Die Verbindung mit lokalen Akteuren kann auch Wachstumschancen für die Lowe’s auf internationalen Märkten bieten. Die lokalen Akteure verfügen über lokale Expertise, während Lowe’s globale Prozesse und Ausführungsexpertise einbringen kann.

Risiken:

  • Die hohe Konkurrenz kann die Margen von Lowe´s und damit die finanzielle Stabilität stark belasten. Es könnte hier zu einem Verdrängungswettbewerb kommen.
  • Obwohl im Online-Geschäft auch mögliche Chancen liegen, könnte die zunehmende Nachfrage von Kunden über E-Kommerz-Portale das Geschäft von Lowe´s zurückdrängen.
  • Es bestehen auch die allgemeinen Markt- und Währungsrisiken, die im Falle von Lowe´s auch ein großes Standortrisiko beinhalten, da das Unternehmen maßgeblich in den USA und Kanada operiert.
  • Da die WTO-Vorschriften und -Gesetze in verschiedenen Märkten schwer durchzusetzen sind. Rechtliche Verfahren sind zu teuren und langwierigen Prozessen geworden. Dies kann dazu führen, dass Lowe’s weniger in Schwellenmärkte investiert, was zu einem langsameren Wachstum führt.
  • Obwohl Lowe’s derzeit immer noch führend bei Produktinnovationen im Einzelhandelssegment ist. Es steht vor harten Herausforderungen durch internationale und lokale Wettbewerber.
  • Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China können die Wachstumspläne von Lowe beeinträchtigen – Dies kann zu einem umfassenden Handelskrieg führen, der das Potenzial von Lowe’s zur Ausweitung der Geschäftstätigkeit in China beeinträchtigen kann.
  • Demografischer Wandel – Da die Babyboomer in den Ruhestand gehen und die neue Generation Schwierigkeiten hat, ihre Kaufkraft zu ersetzen. Dies kann kurzfristig zu höheren Gewinnen für Lowe’s führen, aber langfristig zu einer Verringerung der Margen, da junge Menschen weniger markentreu und offener für Experimente sind.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Betrachtet man die Kapitalrenditen, fällt die starke Zunahme bei der Eigenkapitalrendite auf. Das kommt durch das Absinken der Eigenkapitaldecke zustande und ist nicht durch eine starke Zunahme der Leistung begründet. Insgesamt sehen die Renditen aber solide aus, die Gesamtkapitalrendite zeigt hier eine leichte Verbesserung im Zeitverlauf. Die Theoretische Tilgungsdauer der Schulden des Unternehmens aus den Gewinnen lieg aktuell bei rund 4,6 Jahren. Im großen und Ganzen kann man dem Management aber eine solide Arbeit unterstellen, betrachtet man die doch guten Margen von Lowe´s im Vergleich zur Gesamtbranche.

Return on Assets (blau); Return on Invested Capital (orange)
Return on Equity

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu ist hier ein interessanter Artikel auf diyinvestor.de zu finden.

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Ergebnis: Ich habe hier für Lowe´s nur eine Betrachtung vorgenommen und aus meinen Annahmen über das Unternehmen heraus, habe ich ein theoretisch faires KGV von 18,25 errechnet, was zum gegenwärtigen Gewinnniveau ein möglicher fairer Wert von rund 142,00 US-Dollar bedeuten würde. Nehme ich hier die erwarteten Gewinne für das kommende Jahr 2022 als Basis, ergibt sich ein möglicher fairer Wert von etwa 203,00 US-Dollar je Aktie.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Erläuterungen über die relative Bewertung mithilfe von Miltiples und Multiplikatoren sind hier auf der Seite diyinvestor.de zu finden.

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der “risikofreie Zinssatz“. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Ich ermittle hier ein faires Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 60,63. Dieser Wert liegt allerdings so exorbitant hoch und das Eigenkapital ist so niedrig bemessen, dass ich dieses Verfahren als wenig aussagekräftig für einen möglichen fairen Wert betrachte.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Eine Aufstellung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Ergebnis: Aus den von mir getroffenen Annahmen, errechnet sich auf einen Betrachtungszeitraum von 10 Jahren, ein theoretisch fairer Wert von 118,57 US-Dollar, bezogen auf das Nachsteuerergebnis.

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:
Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ergebnis: Unter den von mir getroffenen Annahmen, ergeben sich faire Werte von 182,00 und 150,00 US-Dollar als theoretisch faire Werte. Ich berücksichtige dabei noch keine Sicherheitsmarge.

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als “ewige Wachstumsrate” bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ergebnis: Ich rechne über einen Zeitraum von 15 Jahren mir einem relativ hoch angesetzten Dividendenwachstum von 15,0 Prozent p.a.. Unter den von mir gestellten Bedingungen, ergibt sich daraus ein theoretisch fairer Wert von 149,00 US-Dollar je Aktie, wiederum ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge.

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Summe-der-Teile-Analyse (SOTP)

Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Da das Unternehmen aber in einem sehr engen Geschäftsfeld operiert, ist eine SOTP-Analyse nicht sinnvoll anzuwenden.

Bewertung nach simplywall.st

simplywall.st Valuation

Das Portal simplywall.st, bewertet Lowe´s mit rund 257,43 US-Dollar, was im Rahmen der aktuellen Preisspanne des Wertpapiers liegt.

Als Bewertungsmodell wurde hier ein 2-Stufen Free Cashflow to Equity Verfahren verwendet. Dabei wurde mit einem Faktor von 7,3 Prozent abgezinst. Es wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren gerechnet.

Zusammenfassung und Fazit

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von eulerpool.com zu laden.

Inhalt laden

Zusammenfassung und Fazit

Lowe´s Companies ist nach meiner Einschätzung ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen und neben seinem großen Konkurrenten Home Depot, Inc. so gut aufgestellt, dass ich für die zukünftige Entwicklung der Firma positiv eingestellt bin. Das Unternehmen muss aber auch mit einigen kritischen Punkten bedacht werden, wie der steigenden Verschuldung und vor allem dem stark schrumpfenden Eigenkapital. Dem gegenüber stehen sehr gute Cashflows, solide Gewinne und Umsätze, sowie sehr starke Owners Earnings. Die Ausschüttungen an Dividenden sich für Lowe´s natürlich von einem besonderen Interesse und mit einer Ausschüttungsquote von rund 24 Prozent, sind diese auch durch die Gewinne des Unternehmens gut gedeckt.

Mit einem weiteren Blick auf die Gewinne des Unternehmens, kann man auch die höhere Schuldenlast mit etwas wohlwollenderem Blick betrachten, denn die Schuldenlast ist durch die Ertragskraft der Firma sehr gut zu tragen. Dennoch bin ich mit der geringen Eigenkapitalausstattung nicht sonderlich zufrieden. Auch die Prognosen über das Eigenkapital sehen hier bis 2026 keine Verbesserung. Außerdem ist die hohe Konkurrenz auf diesem Markt eine konstante Belastung für jeden Marktteilnehmer.

Des weiteren ist das Management in wichtigen Positionen noch nicht lange im Amt und auch das Durchschnittsalter ist als hoch zu bewerten. Von diesem Blickwinkel aus, kann noch keine abschließende Aussage über die Managementleistung getroffen werden. Positiv ist hier aber die hohe Qualifikation und die Erfahrung der leitenden Angestellten.

Zuletzt verweise ich nochmals auf die Aussage von Bill Ackman, der aktuell eine große Position an Lowe´s hät:

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich Lowe’s darauf, Marktanteile zu gewinnen und die Margen zu erweitern. Die Pro-Durchdringung beträgt heute immer noch nur 25 % des Umsatzes im Vergleich zu Lowes mittelfristigem Ziel von 30 % bis 35 %, was eine Startbahn für weiteres Wachstum über dem Markt bietet. Das Management setzt weiterhin verschiedene operative Initiativen um (Lowes „Perpetual Productivity Improvement“-Programm), die darauf abzielen, das Kundenerlebnis zu verbessern und gleichzeitig die Margen und die langfristige Ertragskraft des Unternehmens zu steigern. Die langfristigen Aussichten des Unternehmens implizieren erhebliche Chancen für eine kontinuierliche Margensteigerung und Gewinnsteigerung bei der Umsetzung seiner Geschäftstransformation. Lowe’s wird derzeit mit etwa dem 17-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Home Depot, sein engster Konkurrent, wird mit etwa dem 22-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, trotz Lowes überlegenem voraussichtlichem Gewinnwachstum.

Fazit: Insgesamt gefällt mir das Unternehmen sehr gut. Das Geschäft ist solide und Bodenständig und liefert konstante Kapitalflüsse. Hier ist unbedingt der Preis entscheidend und zum aktuellen Kurs, wäre Lowe´s nach meiner Einschätzung zu einem fairen Kurs zu bekommen. Ich würde bei Kursen von rund 210,00 US-Dollar je Aktie spätestens nach einem Einstieg suchen.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Disclaimer

👉🏽Disclaimer! Die von uns bereitgestellten Inhalte (Videos, Artikel, Podcast sowie alle sonstigen Veröffentlichungen) sind keine Handlungsempfehlung, keine Aufforderung zum Kauf, keine Empfehlung für ein Finanzprodukt und keine Anlageberatung. Wir übernehmen keine Garantie, Zusicherung oder sonstige Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und/oder Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Von unseren eigenen Inhalten sind Links auf die von anderen Anbietern bereitgehaltenen Inhalte zu unterscheiden. Für den Inhalt der verlinkten Seiten bzw. Medien sind ausschließlich deren Betreiber bzw. Anbieter verantwortlich. Wenn wir feststellen oder von anderen darauf hingewiesen werden, dass eine konkrete Veröffentlichung, zu der wir einen Link bereitgestellt haben, rechtswidrig ist (insbesondere einen zivil- oder strafrechtlichen Verstoß darstellt), werden wir den Link auf diese Veröffentlichung aufheben. Wir überprüfen die verlinkten Inhalte nicht ständig auf Veränderungen, die eine Rechtswidrigkeit begründen könnten.

Weitere Analysen gibt es hier.

Print Friendly, PDF & Email

You may also like

Leave a Comment