Home Aktienanalysen Edwards Lifesciences Corp. – Aktienanalyse

Edwards Lifesciences Corp. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zur Edwars Lifesciences Corp.

Video

Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
      • Geschichte des Unternehmens
      • Management
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
      • Verschuldungsgrad und finanzielle Stabilität
      • Anzahl ausstehender Aktien
      • operative Marge
      • Free Cashflows
      • Buchwert
      • Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis
    • 1.7 Aussichten
      • Unternehmensspezifische Aussichten
      • Gesamtmarkbetrachtung
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
    • 1.11 Berichte und Präsentationen
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
      • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
      • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

Alle relevanten Fundamentaldaten, in Form der Dokumentation für die Aufsichtsbehörden, sind hier im Archiv der Securities and Exchange Commission zu finden.

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – Edwards Lifesciences Corp.

Die Edwards Lifescience Corporation (EW), mit Hauptsitz in Irvine, im US-Bundesstaat Kalifornien, ist ein großes und weltweit aktives Unternehmen im Bereich der Medizintechnik. Dabei hat sich die Firma stark auf die Entwicklung und den Produktvertrieb im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herz-Medizin und Blutkreislauf bzw. Überwachung der Hämodynamik spezialisiert. Das Angebot von Edwards umfasst dabei eine breite Palette an Geräte zur Überwachung der Hämodynamik und der Gefäßtherapie, der Herz-Kreislauf-Leistung, verschiedene Katheter, insbesondere Herz- und Vaskulär-katheter, verschiedene künstliche Herzklappen und Rekonstruktionssysteme, Zubehör und auch Softwarelösungen zur Entscheidungsunterstützung. Auffällig ist vor allem die Konzentration auf minimalinvasive Verfahren, die auf den Kathetersystemen von Edwards basiert. Ergänzt wird das Angebot noch durch eine Reihe von Einmalartikeln und Zubehör für den Operationsbetrieb, wie beispielsweise Kanülen für Spritzen und medizinische Einsätze. Die Produktion findet an mehreren Standorten weltweit satt, darunter dem Hauptsitz in Irvine, in DraperUtah, sowie in Costa Rica in der Domminikaischen Republik, in Puerto Rico und Singapur. Außerdem befindet sich eine weiter Produktionsstätte in Limerick in Irland im Bau. Seit dem Jahr 2000, nach seiner Ausgliederung aus Baxter International, Inc., ein US-Unternehmen im Bereich Pharma und Medizintechnik, ist die Edwards Lifesciences Corp. unter der ISIN US28176E1082 an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt bei rund 47,3 Mrd. US-Dollar.

Darstellung des menschlichen Herzens; Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Aortenklappe

Das Unternehmen selbst unterteilt seine Geschäftsbereiche in „Transcatheter Heart Valve Therapy“ (Transkatheter-Herzklappentherapie), „ Surgical Heart Valve Therapy “ (Chirurgische Herzklappentherapie) und „ Critical Care“ (Intensivpflege).

  • Die Transkatheter-Herzklappentherapie befasst sich hauptsächlich mit der Produktion von Gewebeersatzprodukten und Herzklappenreparaturprodukten für chirurgische Zwecke, sowie mit Möglichkeiten, Reparaturen an den Herzklappen eines Patienten durchzuführen. Unter dieses Segment fallen vor allem Herzchirurgiesysteme, aber auch Schutzvorrichtungen gegen Embolien und andere Produkte für den kardiopulmonalen Bypass.
  • Im Segment Transkatheter-Aortenklappenersatz, fasst das Unternehmen seine gesammelten Technologien zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen zusammen. Bemerkenswert ist hier der bereits erwähnte, auf Katheter spezialisierte Ansatz (minimalinvasiv) den Edwards verfolgt, im Gegensatz zu offenen Operationen.
  • Die Intesivpfelge-Sparte umfasst Lungenarterienkatheter, Einweg-Druckwandler, und fortschrittliche hämodynamische Überwachungssysteme. Das Portfolio umfasst auch eine Reihe von Gefäßprodukten auf der Basis von Ballonkathetern, chirurgischen Clips (Halter) und Einsätzen.

Neben den speziellen Swan-Ganz-Kathetern für Patienten mit akutem Myokardinfarkt, bietet Edwards auch Geräte für die Herzchirurgie in Form einer Produktlinie für Weichgewebe-Retraktoren, mit venösen und arteriellen Kanülen, Aortenokklusionsvorrichtung, Entlüftung und koronare Sinus-Katheter, sowie wiederverwendbare Instrumente zur Durchführung von minimalinvasiven Herzklappenverfahren. Bekannt sind heute vor allem die von Edwards entwickelten Herzklappenimplantate der SAPIEN Reihe, die über das Transkatheter-Aorteklappenersatz-Verfahren (TAVR) eingesetzt werden, ein minimalinvasives Verfahren, das über einen Katheter funktioniert. Dieses Verfahren ermöglicht die Platzierung und Implantierung zusammenlegbarer Herzklappen, die in einem Stent verankert sind und mit Hilfe eines Ballonkatheters oder durch „Formgedächtnislegierungen“ wieder im Körper entfaltet werden können. Die Klappenprothesen gelangen über verschiedene Zugangswege in den Körper. Dabei werden Katheter eingesetzt und diese bis zum Herzen vorgeschoben. Etwa über eine Punktion in der Leiste (transfemoral), am Arm (transaxillär), zwischen den Rippen (transapikal) oder über die Vorderseite des Brustkorbs – durch ein kleines Loch in der Aorta (transaortal). Edwards bietet hier für die Mitralklappen und die Aortenklappen des menschlichen Herzens Implantate an (daneben gibt es noch die Trikuspidalklappe und die Pulmonalklappe). Der Vorgang des TAVR-Verfahrens ist hier dargestellt:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Geschichte des Unternehmens

Starr-Edwards-Mitralklappe (Ball-in-Cage System), Exponat; Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Starr

Die Gründung von Edwards geht auf das Jahr 1958 zurück, als der pensionierte Ingenieur Miles Lowell Edwards zusammen mit dem jüngeren Herzchirurgen Albert Starr (Oregon Encyclopedia) von der Oregon Health and Science University eine künstliche Herzklappe entwickelte. Die Ursprüngliche Idee von Edwards sah vor, eine Herzprothese zu entwickeln, um ein Herz vollständig zu ersetzen. Starr überzeugte Edwards allerdings davon, sich auf die Herzklappen zu konzentrieren, da er die konstruktion eines kompletten künstlichen Herzens als seiner Zeit voraus betrachtete und ein direkter Bedarf an Herzklappenprothesen bestand. Diese Arbeit kostete sie zwei Jahre und bereits am 21. September 1960 konnte die erste Starr-Edwards-Mitralklappe erfolgreich einem Patienten implantiert werden, der stark an rheumatischem Fieber erkrankt war. Dieser bahnbrechende Erfolg führte schließlich im selben Jahr zur Gründung des Unternehmens Edwards Laboratories in Santa Ana in Kalifornien.

Die Gründer: Miles Lowell Edwards wurde 1898 in Newberg, Oregon geboren. Die Stadt wurde 1880 von seinem Großvater Jesse Edwards als Quäkergemeinde gegründet und der Vater von Miles Edwards, Clarence, gründete hier später das erste Geschäft mit Strom. In seiner Jugend litt Edwars immer wieder an rheumatischem Fieber, einer Krankheit, die Schäden an den Herzklappen zur folge haben kann, aufgrund von Narbenbildung. 1924 schloss er mit einem Grad in Elektrotechnik das Oregon Agricultural College (heute die Oregon State University) ab und konnte einen Wettbewerb gewinnen, der von den General Electric Research Laboratory in Schenectady, New York, dem damaligen Sitz des Unternehmens, ausgerichtet wurde. Er wurde daraufhin zum Ingenieur-Lehrling bei General Elecric ernannt. Bis 1927 lernte Edwards hier sein Handwerk. In den frühen 1930er Jahren wurde Edwards zum Chefingenieur der Bingham Pump Company in Portland ernannt, wo er Industriepumpen entwarf. 1937 nahm er eine Stelle als Anlageningenieur bei der Zellstofffabrik der Weyerhaeuser Timber Company in Longview, Washington an. Dort entwarf er eine leistungsstarke Wasserpumpe, die einen Wasserstrahl erzeugte, der Rinde von Baumstämmen reißen konnte. Der hydraulische Baumentmarker war seine erste große Erfindung. 1940 suchten die Ingenieure von Boeing Aircraft (heute The Boeing Company) aus Seattle verzweifelt nach einer Kraftstoffpumpe, mit der Flugzeugtriebwerke zuverlässig mit Treibstoff versorgt werden konnten. Der neue B-17-Bomber (Flying Fortress) von Boeing musste in großen Höhen fliegen, aber herkömmliche Kraftstoffpumpen fielen aus, weil der flüchtige Kraftstoff Gasblasen bildete, die den Durchfluss bei niedrigem Luftdruck blockierten. Die von Edwards konstruierte Kreiselpumpe trennte die flüssige Phase von den Dampfblasen und wurde für das nächste Jahrzehnt in den meisten amerikanischen Militärflugzeugen eingesetzt. Edwards war bereits eine Kapazität (63 Patente gingen auf ihn zurück) auf dem Gebiet der Pumptechnik und der Hydraulik, als er 1947 in den Ruhestand ging und sich einem neuen Tätigkeitsfeld widmete. Mit der Begründung, dass das Herz einfach eine Pumpe sei, entwarf er eine Herzprothese, um ein versagendes menschliches Herz zu ersetzen.

Albert Starr wurde 1926 in New York geboren und war ein begabter Schüler, der bereits vor seinem zwanzigsten Geburtstag von der Columbia University graduierte. Am College of Physicians & Surgeons der Universität kam Starr zu schließlich zu seiner Entscheidung, sich mit der Chirurgie beschäftigen zu wollen. Während eines Praktikums im Johns Hopkins Hospital in Baltimore, Maryland, arbeitete er für Dr. Alfred Blalock, den legendären Erfinder der „Blue Baby Operation“, die ein deformiertes Herz umstrukturierte, um seine Funktion zu verbessern. Dieses Verfahren wurde nach Blalock und der Kinderärztin und Kardiologin Helen Taussig benannt, die Blalock-Taussig-Anastomose und diente in ihrer ursprünglichen Form dazu, um als Palliativoperation bei cyanotischen Kindern (Blue-Baby-Syndrom) eingesetzt zu werden. Heute dient sie vor allem zur Linderung von Symptomen bis eine zur endgültigen Operation im Kleinkindalter. Blalocks Operation war ein Durchbruch bei der Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzerkrankungen, und Starr studierte seine Fähigkeiten als Chirurg und die Art und Weise, wie er sein Team bei der Durchführung des komplexen Verfahrens führte. 1952 trat Starr in das US Army Medical Corps ein und wurde nach Korea entsandt, wo er Schlachtfeldoperationen in einem mobilen chirurgischen Krankenhaus der Armee durchführte. Nach seiner Dienstzeit kehrte er nach New York City zurück, wo er als Allgemein-, Thorax– und Herzchirurg an den Krankenhäusern Presbyterian und Bellevue ausgebildet wurde. Starr war erst sechs Monate lang im Presbyterian Hospital beschäftigt, als er im Alter von 31 angeworben wurde, um ein Programm für Operationen am offenen Herzen an der Medizinischen Fakultät der Universität von Oregon in Portland zu leiten. Mitte der 1950er Jahre, kamen Verbesserungen bei kardiopulmonalen Bypass-Geräten den Chirurgen zu Gute und ermöglichten es das Herz zu öffnen und komplexe Verfahren bei Kindern mit tödlichen angeborenen Herzfehlern durchzuführen. 1957 verwendete Starr ein Stipendium der Oregon Heart Association, um im Tierlabor in Mackenzie Hall ein Team auszubilden. 1958 war das Team bereit und Starr schloss erfolgreich ein angeborenes Loch in der Innenwand des Herzens eines Kindes am Universitätsklinikum in Oregon, damals die erste Anwendung eines pädiatrischen Verfahrens am offenen Herzen im Bundesstaat. 1964 erweiterte Starr den Umfang seiner Praxis und gründete ein Team für Herzchirurgie im Providence St. Vincent’s Hospital. Er setzte seine Arbeit an der University of Oregon fort, wobei der Schwerpunkt auf der chirurgischen Korrektur angeborener Herzerkrankungen lag. Im Dezember 1985 leitete er ein Team an der Oregon Health & Science University, das die erste Herztransplantation in Oregon durchführte. Während seiner beruflichen Laufbahn bildete Starr Herzchirurgen aus, die seine Arbeit auf der ganzen Welt fortsetzten. 2007 erhielten er und sein Kollege Alain Carpentier den Albert-Lasker-Preis für klinisch-medizinische Forschung für „die Entwicklung von prothetischen Mitral- und Aortenklappen, die das Leben von Millionen von Menschen mit Herzerkrankungen verlängert und verbessert haben“.

Das Unternehmen: Nach der Gründung von Edwards Laboratories, zum Zweck der Herstellung von hochwertigen Klappenprothesen, entwickelten Edwards und sein Partner Starr innerhalb von zwei Jahren eine Aortenkappen-Prothese, die erfolgreich eingesetzt werden konnte. Die bereits erfundenen Klappenprothesen waren über 30 Jahre lang Standard in der chirurgischen Medizin. Bis 1961, war Edwards ein Pionier auf dem Gebiet der biomedizinischen Hochtechnologie und war ein Profi darin, praktikable Prototypen zu konstruieren. Das Unternehmen schaffte es 1963 einen Ebolektomie-Katheter zu entwickeln, mit dem ein Embolus oder Thrombus, ein Blutgerinsel, enternt werden kann. Das legte den Grundstein für das Segment Vascular bei Edwards Laboratories. 1966 wurde das Unternehmen von der American Hospital Supply Corp. übernommen und in Ameriacan Edwards Laboratories umbenannt. 1970 gelang dem Unternehmen ein weitere Meilenstein mit der Entwicklung des Swan-Ganz-Katheters durch den Kardiologen William Ganz und Harold Jeremy Swan. Dabei handelt es sich um einen perkutan über eine zentrale Vene durch den rechten Vorhof und die rechte Herzkammer in den Stamm der Arteria pulmonalis vorgeschobenen vierlumigen Katheter zur Messung der Drücke im rechten Vorhof des Herzens und in der Pulmonalarterie, des Lungenkapillarenverschlussdruckes (PCWP, Wedge-Druck) und des Herzzeitvolumens (bei Verwendung eines Thermistorkatheters). Diese Innovation, begründete das Geschäftssegment Critical Care.

Ausschnitt aus dem Histogramm von Edwards Lifesciences; Quelle: https://www.edwards.com/de/

1975 gelang dem Unternehmen ein weitere Durchbruch, mit der Entwicklung der Carpentier-Edwards Bioprothesen aus biologischem Material vom Schwein. Dem folgten 1981 die Markteinführung der Carpentier-Edwards PERIMOUNT Perikard-Bioprothesen. Ein Artikel zu diesem Thema, wurde unter dem Titel „Aortenklappenersatz mit perikardialen Bioprothesen“ unter link.springer.com archiviert. Damit wurde auch die Familie der PERIMOUNT Produkte etabliert. Im Jahr 1985 wurde American Edwards von Baxter International erworben, einem Großkonzern im Bereich Pharma und Medizintechnik aus DeerfieldIllinois. Der Name wurde beibehalten und 1993 entwickelte Edwards den Carpentier-Edwards Physio Annuloplastiering zur Marktreife. Mit diesem Herzklappen-Rekonstruktions-Implantat, werden die Herzklappen eines Patienten wieder in die ursprüngliche Form versetzt. Ebenfalls 1993 erfolgte die Markteinführung des Vigilance Monitors, zur Überwachung des hämodynamischen Verhaltens. Mit der aktuellen Ausführung, dem Vigilance II Monitor, können beispielsweise CO-, SvO2-, EDV-, SVR- und andere gemessene und abgeleitete Parameter auf anwenderspezifischen und vom Klinikpersonal ausgewählten Bildschirmen kontinuierlich ausgegeben werden.

Anfang 2000 erfolgte schließlich die Abspaltung (Spin-Off) von Baxter International und die Notierung an der New York Stock Exchange. Zu dieser Zeit übernahm auch der neue CEO, Michael A. Mussallem die Geschäfte. Im Lauf des Jahres 2000, wurde auch die neue Fertigungseinrichtung in Haina, in der Dominikanischen Republik eröffnet. 2004 folgte schließlich die Übernahme von Percutaneous Valve Technologies, Inc., ein in Privatbesitz befindliches Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Fort Lee, New Jersey, mit einer Tochtergesellschaft in Caesarea, Israel, und führend in der Entwicklung eines innovativen, katheterbasierten (perkutanen) Ansatzes zum Ersatz von Aortenherzklappen. Die Modalitäten sahen vor, dass in Summe 155 Mio. US-Dollar zu zahlen waren. (Mitteilung der Firma) Dem folgte 2005 die Markteinführung der FloTrac Technologie für die minimal invasive Überwachung den Hämodynamik und 2007 die Markteinführung der Edwards SAPIEN Transkatheter-Herzklappe in Europa, in den USA gelang dies 2011. Von diesem Zeitpunkt an, folgten kontinuierliche Produktentwicklungen und Markteinführungen. 2008 wurde ein neues Werkt für die Produktion von Herzklappen in Singapur eröffnet, 2010 folgte die Eröffnung des Werkes in Draper, im US-Bundesstaat Utah. Im gleichen Jahr wurde auch die Überwachungstechnologie EV1000 und VolumeView in Europa eingeführt. 2012 brachte Edwards weltweit seine ThruPort Systeme auf den Markt, die für die minimal invasive Klappenchirurgie entwickelt wurden. Außerdem konnten die Klappensysteme EDWARDS INTUITY in Europa eingeführt werden, die in den USA nicht erhältlich sind. 2013 wurden die nicht invasiven ClearSight Überwachungsysteme in Europa zugelassen und ein Jahr später in den USA. 2014 bzw. 2015, folgte noch die Markteinführung der Edwards SAPIEN 3 Transkatheter-Herzklappen in Europa und den USA.

Anfang 2017 war die Übernahme der Valtech Cardio Ltd. für rund 340 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Das israelische Unternehmen entwickelte das Cardioband-System zur Transkatheterreparatur der Mitral- und Trikuspidalklappen. Das System kombiniert ein Rekonstruktionsimplantat, das einem Mitralklappenreparaturgerät für die chirurgische Annuloplastik ähnelt, mit einem Transkatheter-Ansatz. Das System verwendet einen Katheter, der in die Oberschenkelvene eingeführt und durch einen transseptalen Zugang über das Septum des Herzens geführt wird. Das direkte Annuloplastiksystem verfügt über eine einzigartige segmentale Entfaltung, die der spezifischen Ringgeometrie jedes Patienten entspricht und auf die Bedürfnisse von Patienten mit funktioneller Mitralinsuffizienz eingeht. Im Jahr 2015 erhielt das transseptale Mitralreparatursystem Cardioband die CE-Kennzeichnung für den europäischen Vertrieb. Valtech hat außerdem eine CE-Kennzeichnung für die Trikuspidalanwendung einer ähnlichen Version dieses Geräts initiiert, mit der die Trikuspidalinsuffizienz reduziert werden soll. Mit der Übernahme von Valtech Cardio konnte Edwards seine eigenes Portfolio verstärken.

Ende 2017 kam es zu einer weiteren Übernahme mit dem Kauf von Harpoon Medical, Inc. aus Baltimore, Maryland. Das erst 2013 gegründete Unternehmen, wurde für 100 Mio. US-Dollar in Edwards eingegliedert. Harpoon gilt als Pionier auf dem Gebiet der Reparatur von degenerativer Mitralinsuffizienz am schlagenden Herzen. Zum Übernahmezeitpunkt, war noch kein Produkt der Firma am Markt verfügbar. 2019 folgte schließlich noch die Übernahme von CAS Medical Systems, Inc. für rund 100 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen aus Branford, Conneticut, beschäftigt sich mit der nicht-invasiven Überwachung der Sauerstoffversorgung von Gehirn und Gewebe. Im Rahmen der Akquisition hat Edwards die nicht-invasive zerebrale Oxygenierungstechnologie FORE-SIGHT von CASMED erworben, die vor allem dem Segment Critical Care zugute kommt. Edwards plant, die FORE-SIGHT-Technologie mit der fortschrittlichen hämodynamischen Überwachungsplattform HemoSphere des Unternehmens zu kombinieren, um ein einzigartiges Angebot an erweiterten Wiederherstellungstools und Funktionen für prädiktive Analysen für Ärzte zu schaffen.

Wichtige historische Ereignisse

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Management:

Zusammensetzung des Board of Directors; Quelle: http://ir.edwards.com/board-directors

Amtierender Chief Executive Officer (CEO) und Chairman von Edwards Lifesciences Corp. ist der 67 jährige Manager Michael A. Mussallem. Seine Ausbildung am Rose-Hullman Institute of Technology schloss er mit einem Bachelor in Chemie-Ingenieurwesen ab und erhielt auch einen Ehrendoktortitel des Instituts. Seine Karriere begann 1979 bei Baxter International, wo er bis 2000 verschiedene Positionen inne hatte und sich nach und nach die Karriereleiter hocharbeiten konnte. Zuletzt war er Vice President der Abteilung Cardio Vascular, eher er im April 2000 nach dem Spin-Off von Edwards Lifescience Corp. den Posten des Chairman und des CEO übernahm. Außerdem ist er seit April 2019 President von CAS Medical Systems, Inc. Neben seiner langen Management-Tätigkeit für das Unternehmen als CEO, fällt vor allem sein Aktienanteil von rund 0,5% auf, was in etwa 1,01 Mio. Aktien von Edwards entspricht. Beides Punkte, die als positiv gewertet werden können, da ein Posten wie der des CEO über einen Zeitraum von fas 20 Jahren zu halten, für hohen Rückhalt und möglicherweise für großes Führungsgeschick spricht und eine große Aktienposition auch ein gewisses Interesse am langfristigen Erfolg des Unternehmens implizieren. Derzeit ist Mussallem Mitglied des Vorstands der Advanced Medical Technology Association (AdvaMed) und Mitglied des Beirats des Leonard D. Schaeffer-Zentrums für Gesundheitspolitik und -ökonomie an der University of Southern California. Er ist Treuhänder der University of California, der Irvine Foundation und des Rose-Hulman Institute of Technology in Terre Haute, Indiana. Herr Mussallem ist der ehemalige Vorsitzende des Board of Directors von AdvaMed und des California Healthcare Institute (CHI).

Die Bezahlung des CEO gestaltet sich so, dass zuletzt 2018 rund 10,3 Mio. US-Dollar ausgezahlt wurden. Die Entwicklung der Bezüge weist hier zuletzt einen kleinen Rückgang aus und ansonsten ist die Gehaltsentwicklung auch im Einklang mit der Entwicklung von Edwards Geschäftserfolg. Zwei Punkte müssen hier angeführt werden: Der hohe Anteil von 3,4 Mio. US-Dollar an Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit und der ebenfalls hohe Anteil von 4,0 Mio. US-Dollar an Aktienoptionen. Ersteres fällt positiv, letzteres aber negativ auf.

Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen. Weitere Details zur Bezahlung des Managements, sind hier auf morningstar.com zu finden.

1.2 News – Edwards Lifesciences Corp.

30.01.2020 – Die Edwards Lifesciences Corporation gab die Ergebnisse für das am 31. Dezember 2019 endende vierte Quartal bekannt. Für das vierte Quartal gab das Unternehmen einen Umsatz von 1.174,1 Mio. USD gegenüber 977,7 Mio. USD im Vorjahr bekannt. Der Nettogewinn betrug USD 280,2 Millionen gegenüber USD 7 Millionen im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug USD 1,34 gegenüber USD 0,03 im Vorjahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug USD 1,32 gegenüber USD 0,03 im Vorjahr. Für das Gesamtjahr betrug der Umsatz USD 4.348 Millionen gegenüber USD 3.722,8 Millionen im Vorjahr. Der Nettogewinn betrug USD 1.046,9 Millionen gegenüber USD 722,2 Millionen im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug USD 5,03 gegenüber USD 3,45 im Vorjahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug USD 4,93 gegenüber USD 3,38 im Vorjahr.

Die Edwards Lifesciences Corporation gab die Umsatzprognose für das erste Quartal 2020 bekannt und überarbeitete die Umsatzprognose für das Jahr 2020. Für das erste Quartal 2020 prognostiziert das Unternehmen einen Gesamtumsatz zwischen 1,15 und 1,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen sah vor, dass die Umsatzprognose für 2020 für das Unternehmen nun voraussichtlich 4,6 bis 5,0 Milliarden US-Dollar betragen wird, verglichen mit der vorherigen Spanne des Unternehmens von 4,5 bis 5,0 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal zum 31. Dezember 2019 eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten in Höhe von 40,6 Mio. USD und im vierten Quartal 2018 eine Belastung in Höhe von 116,2 Mio. USD im Zusammenhang mit der nicht vorübergehenden Wertminderung bestimmter entwickelter Technologien und Technologien Prozessforschung und -entwicklung im Rahmen der Akquisition von Valtech Cardio Ltd.

Außerdem wurde das Slide der Präsentation von Edwards Lifesciences Corp. auf der 38. Annual J.P. Morgan Healthcare Conference hier auf seekingalpha.com veröffentlicht.

08.01.2020Firmenmitteilung zur 38. Annual J.P. Morgan Healthcare Conference.

06.11.2019 – Die Edwards Lifesciences Corporation gab bekannt, dass sie das CE-Zeichen erhalten hat, um die Verwendung der Edwards SAPIEN 3-Transkatheter-Herzklappe zur Behandlung von Patienten mit diagnostizierter Aortenstenose zu erweitern, bei denen ein geringes Risiko für Operationen am offenen Herzen besteht. Die Edwards SAPIEN 3-Klappe ist das erste Transkatheter-Aortenklappenimplantationssystem (TAVI) mit dieser Indikation in Europa. Diese Indikationserweiterung in Europa folgt auf die Veröffentlichung von Daten aus der zentralen PARTNER 3-Studie, einer unabhängig evaluierten, randomisierten klinischen Studie, in der die Ergebnisse zwischen TAVI und Operationen am offenen Herzen bei Patienten mit geringem chirurgischem Risiko verglichen wurden. TAVI mit dem SAPIEN 3-System erreichte eine Überlegenheit mit einer Reduzierung der Ereignisrate um 46% für den primären Endpunkt der Studie, die sich aus der Gesamtmortalität, dem gesamten Schlaganfall und der Rehospitalisierung nach einem Jahr zusammensetzte. Die Daten wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Eine zusätzliche Studie zur Untersuchung der Lebensqualität von PARTNER 3-Patienten, die online im Journal des American College of Cardiology veröffentlicht wurde, zeigte signifikante frühe und anhaltende Vorteile für Patienten mit geringem Risiko, die mit dem SAPIEN 3-Ventil behandelt wurden. Beim Vergleich der Behandlungsstrategien von TAVI und Operation bei Patienten mit geringem Risiko verbesserten sich die TAVI-Patienten schneller als die Patienten bei Operationen. Diese Studie zeigte zum ersten Mal, dass Patienten, die mit dem SAPIEN 3-Ventil behandelt wurden, auch ein Jahr nach dem Eingriff eine bessere Lebensqualität hatten. Die SAPIEN TAVI-Ventile sind die am häufigsten untersuchten Transkatheterventile. Mehr als 30.000 Patienten wurden in klinischen Studien und Registern in über 65 Ländern weltweit behandelt. Seit der ersten kommerziellen Zulassung des SAPIEN-Transkatheterventils in Europa im Jahr 2007 hat die SAPIEN-Ventilfamilie weltweit Hunderttausende von Patienten behandelt. Das fortschrittlichere SAPIEN 3 TAVI-System, das erstmals im Januar 2014 in Europa für die Behandlung von Hochrisikopatienten zugelassen und dann auf Patienten mit mittlerem Risiko ausgeweitet wurde, baut auf Edwards jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung von Gewebeherzklappen und den bewährten Methoden auf Vorteile der Edwards SAPIEN-Ventile. Während frühere Erfahrungen zeigen, dass es einige Zeit dauert, bis sich die klinische Praxis weiterentwickelt, sollte diese neue Indikation mit geringem Risiko für das SAPIEN 3-Ventil in Europa Änderungen der Richtlinien und die Erstattung für die klinische Praxis erleichtern, um den zukünftigen Zugang für Patienten zu verbessern.

Weitere News zum Unternehmen sind hier auf simplywallstreet.com im Zeitstrahl zu finden, oder in den Investor Relations von Edwards hier.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – Edwards Lifesciences Corp.

Mit einer Marktkapitalisierung von über 45 Mrd. US-Dollar, sind an Edwards erwartungsgemäß viele institutionelle Investoren und bekannte Holding-Gesellschaften und Vermögensverwalter beteiligt. So ist die Vanguard Group, Inc. mit rund 7,6% der größte Aktionär am Unternehmen. Weitere große Anteilseigner sind Capital Research & Management Co. mit rund 5,2% oder die bekannte Firma BlackRock Fund Advisors mit etwa 2,5%.

Rund 85% aller ausstehenden Aktien des Unternehmens, werden von institutionellen Anlegern gehalten. Rund 1% der Aktien wird von Insidern des Unternehmens gehalten, die restlichen 14% befinden sich im freien Umlauf. Eine Zusammenfassung der Besitzverhältnisse, kann hier auf morningstar.com gefunden werden.

Das Unternehmen schüttet zur Zeit keine Dividenden aus. Die Anzahl der ausstehenden Aktien sinkt zwar kontinuierlich, ein gesondertes Aktienrückkaufprogramm gibt es aber nicht. Mit Blick auf Aktienrückkäufe, müssen aber diverse Kritikpunkte beachtet werden, wie beispielsweise der Umstand, dass die Rückkäufe zu viel zu teuren Kursen stattfinden können. In einem Artikel von wallstreet-online.de, wird hier Warren Buffett´s Meinung und seine Kriterien im Bezug auf Aktienrückkäufe beschrieben. Der Artikel wurde unter dem Titel „Warren Buffett über Aktienrückkäufe“ veröffentlicht.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – Edwards Lifesciences Corp.

UnternehmenGesamtkapitalrenditeEigenkapitalrenditeEV/EBITReturn on Capital (Joel Greenblatt; Leistung)Earnings Yield (Joel Greenblatt; Preis)
STAAR Surgical Co.2,6%3,4%600,811,4%0,2%
Edwards Lifesciences Corp.12,4%19,9%53,647,1%1,9%
Stryker Corp.5,1%12,4%45,440,3%2,2%
Medtronic plc3,1%5,7%50,740,1%2,0%
Zimmer Biomet Holdings, Inc.-0,6%-1,2%-655,3-1,5%-0,2%
Smith & Nephew plc4,4%8,6%57,510,7%1,7%
Align Technology, Inc.45,0%66,7%112,051,4%0,9%
Abbott Laboratories6,5%14,4%40,357,6%2,5%
Boston Scientific Corp.-0,3%-0,8%225,77,9%0,4%
Insulet Corp.0,5%1,8%326,410,5%0,3%
Bruker Corp.5,4%17,3%40,527,0%2,5%
Abiomed, Inc.15,6%17,7%59,688,1%1,7%
Cochlear Ltd.-7,3%-12,5%-56,1-37,5%-1,8%
Penumbra, Inc.-2,1%-2,7%-263,4-10,9%-0,4%
Globus Medical, Inc.6,6%7,3%50,023,8%2,0%
Masimo Corp.15,2%18,2%46,961,0%2,1%
West Pharmaceutical Services, Inc.14,0%21,0%49,233,4%%2,0%
Steris plc7,7%12,2%31,232,9%3,2%
Varian Medical Systems, Inc.6,2%13,9%41,444,4%2,4%
ICU Medical, Inc.4,9%6,1%40,411,6%2,5%
Siemens Healthineers AG6,5%14,3%22,350,6%4,5%
Carl Zeiss Meditec AG14,5%9,1%51,819,4%1,9%
Envista Holdings Corp.0,5%0,9%235,15,6%0,4%
Luminex Corp.2,2%3,0%34,821,7%2,9%
OraSure Technologies, Inc.-3,8%-4,2%-96,8-8,1%-1,0%
LeMaitre Vascular, Inc.9,3%13,6%35,537,4%2,8%
Retractable Technologies, Inc.31,7%52,6%30,075,5%3,3%
Illumina, Inc.8,9%14,1%63,548,8%1,6%
Pulse Biosciences, Inc.-111,7%-165,7%-15,7-482,6%-6,4%
Utah Medical Products, Inc.10,1%11,0%21,373,8%4,7%
AngioDynamics, Inc.-26,6%-33,1%-4,9-231,9%-20,2%
Infu Systems Holdings, Inc.9,2%30,7%48,218,6%2,1%
Milestone Scientific, Inc.-75,9%-134,7%-49,6-743,1%-2,0%
IntriCon Corp.-2,2%-2,8%-154,5-4,3%-0,7%
Microbot Medical, Inc.-30,6%-34,3%-4,5-773,4%-22,2%
Pro-Dex, Inc.17,0%27,9%13,442,7%7,5%
Integrity Applications, Inc.-29,9%-41,6%-18,8-998,8%-5,3%
Isoray, Inc.-33,1%-46,7%-51,0-75,7%-1,9%
Nephros, Inc.-29,7%-52,5%-16,2-77,9%-6,2%
Harvard Bioscience, Inc.-5,0%-10,1%-117,8-6,8%-0,9%

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von diyinvestor.de zu laden.

Inhalt laden

1.5 Segmente und Umsatzverteilung – Edwards Lifesciences Corp.

Das Hauptsegment, in dem konstant rund 60% der Umsätze erwirtschaftet werden, ist der Bereich Transcatheter Heart Valve Therapy, der sich mit der Entwicklung und Herstellung der chirurgischen Implantate, sprich Herzklappen beschäftigt. Es ist auch das Segment, dass das größte Wachstum aufweist. Wie aus dem 10-K Filling für das Jahr 2019 ersichtlich ist, berichtet Edwards in insgesamt 4 Segmenten, von denen sich aber die Produktgruppen Transcatheter Aortic Valve Replacement und Transcatheter Mitral and Tricuspid Therapies zum Segment Transcatheter Heart Valve Therapy zusammenfassen lassen. Mit konstant über 55% Anteil am Unternehmensumsatz, sind die USA der wichtigste Markt für Edwards.

Auszug aus der Segmentberichterstattung, 10-K Filling für das Jahr 2019; Quelle: https://www.sec.gov/cgi-bin/viewer?action=view&cik=1099800&accession_number=0001099800-20-000005&xbrl_type=v#

1.6 Wichtige Kennzahlen – Edwards Lifesciences Corp.

Verschuldungsgrad und finanzielle Stabiliät

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201963,9%36,1%
201859,0%41,0%
201751,9%48,1%
201658,1%41,9%
201561,7%38,3%
201462,2%37,8%
201357,0%43,0%
201266,6%33,4%
201167,6%32,4%
201074,0%26,0%
200971,7%28,3%

Entwicklung der Verschuldung und des Gesamtkapitals: Das Gesamtkapital zeigt eine stabile Wachstumstendenz und die Eigenkapitalquote liegt konstant über über 50%. Die letzten 3 Jahre zeigen auch einen Anstieg der Eigenkapitalquote.

Finanzielle Stabilität: Die liquiden Mittel schwanken zwar etwas, konnten zuletzt aber wieder deutlich erhöht werden. Das Gesamte Fremdkapital ist zwar nicht gedeckt, allerdings können die langfristigen, zinstragenden Schulden vollständig beglichen werden, was ein positiver Indikator für die finanzielle Stabilität ist. Das Current Ratio liegt bei rund 3,3, das Quick Ratio bei etwa 2,6. Beide Kennzahlen sprechen für eine solide Stabilität und ein substanzielles Fremdkapitalrisiko kann daher als gering angenommen werden.

Entwicklung des Goodwills in der Bilanz: Der Anteil an Goodwill in der Bilanz, unterliegt größeren Schwankungen. Zwar konnte der Anteil von 2001 (34,0%) auf 2014 (10,7%) um einiges reduziert werden, allerdings liegt der Anteil heute wieder bei rund 18,0% und damit relativ hoch. Im Falle außerordentlicher Abschreibungen auf den Goodwill, könnten hier empfindliche Kurseinbrüche enstehen.

Entwicklung der Pensionsrückstellungen: Im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen für die Mitarbeiter des Unternehmens, müssen mögliche Risiken berücksichtigt werden. Vor allem die Möglichkeit der Unterfinanzierung von Pensionsansprüchen gegen das Unternehmen, wenn die erwarteten Renditen nicht eintreten oder das Unternehmen hohe Rückstellungen bilden muss, weil die erwarteten Renditen so gering sind, dass ein effektiver Kapitalaufbau mit diesen Rückstellungen nicht oder nur ungenügend möglich ist. Dazu werden in der Regel Abzinsungsfaktoren (Discountrate) festgelegt, mit denen erwartete Ansprüche in der Zukunft auf den heutigen Tag abgezinst werden um zu berechnen, wie hoch die Rückstellungen heute sein müssen. In Phasen niedriger Zinsen, sind die Abzinsungsfaktoren sehr niedrig, was dazu führt, dass höhere Rückstellungen gebildet werden müssen, mit Mitteln die dem Unternehmen auf der anderen Seite fehlen.

Das Unternehmen entwickelt seine Pensionspläne mit Anlageberatern und knüpft seine Erwartungen an aktuelle Marktdaten, langfristige Marktrenditen (historische Betrachtung). Unter Verwendung der Prozentsätze für die Zuweisung von Richtlinienzielen und der erwarteten Rendite der Anlageklasse formuliert das Unternehmen eine gewichtete durchschnittliche erwartete Rendite. Zur Auswahl der Abzinsungssätze für die leistungsorientierten Pensionspläne verwendet das Unternehmen einen Modellierungsprozess, bei dem die erwartete Laufzeit seiner Leistungspläne an eine Zinsstrukturkurve angepasst wird, die aus einem Portfolio von festverzinslichen Schuldtiteln mit AA-Rating oder einem gleichwertigen Wert erstellt wird. Für jedes Land verwendet das Unternehmen die implizite Rendite dieses hypothetischen Portfolios zum angemessenen Zeitpunkt als Abzinsungsmaßstab. Darin liegt auch ein Schwachpunkt für das Unternehmen, denn in der aktuellen Niedrigzinsphase, ist auch die Zinsstrukturkurve aus der Balance geraten. Da verschiedene Anlageklassen keine oder nur geringe Renditen abwerfen, müssen Pensionsrückstellungen praktisch sofort in voller höhe zurückgestellt werden. Aus dem aktuellen Marktumfeld ergeben sich so mögliche Pensionsrisiken für das Unternehmen.

Entwicklung der Kosten für Forschung und Entwicklung: Entsprechend dem Wachstum des Unternehmens und den durchgeführten Akquisitionen, haben auch die Kosten für Forschung und Entwicklung immer weiter zugenommen. Negativ fällt hier vor allem der Punkt auf, dass diese Kosten im Verhältnis zu den Bruttogewinnen einen immer höheren Anteil ausmachen. So stieg der Anteil von rund 14,5% im Jahr 2000 auf 23,3% der Bruttogewinne im Jahr 2019. Diese hohen Kosten stellen ein nicht unerhebliches Risiko dar, das erstens ein positives Ergebnis nicht sichergestellt ist und es in wirtschaftlichen Schwächephasen dazu kommen, dass diese Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen und somit das Ergebnis durch ausbleibende Innovationen weiter belastet wird.

Zinsdeckungsgrad: Die Zinslast des Unternehmens ist überschaubar und es besteht kein substanzielles Fremdkapital- oder Zinsänderungsrisiko für das Unternehmen. Am Beispiel für das Jahr 2019, hätte eine Erhöhung des Zinssatzes um 2 Prozentpunkte einen negativen Einfluss auf das Vorsteuerergebnis von gerade einmal -1,7% gehabt.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
2019209,1+0,7%
2018207,7-1,0%
2017209,7-0,9%
2016211,6-1,8%
2015215,4-0,1%
2014215,6-1,4%
2013218,6-4,4%
2012228,6+0,2%
2011228,2-0,8%
2010230,0-1,6%
2009233,8-0,3%

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Das Unternehmen kauft regelmäßig eigene Aktien zurück.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
20194.348,01.238,728,5%
20183.722,81.072,728,8%
20173.435,31.022,729,8%
20162.963,7783,826,5%
20152.493,7642,725,8%
20142.322,9492,821,2%
20132.045,5472,523,1%
20121.899,6419,922,1%
20111.678,6300,117,9%
20101.447,0284,319,7%
20091.321,4238,018,0%

Entwicklung der Umsätze, des EBIT und der Gewinne: Die Umsätze von Edwards, sowie die operativen und die Netto-Gewinne zeigen einen langfristig stabilen Aufwärtstrend.

Entwicklung der operativen und der Nettomarge:  Die Margen des Unternehmens sind über einen langen Zeitraum sehr stabil und weisen sogar einen Trend zu höheren Margen auf, der zwar relativ gering ist, aber vorhanden.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
2019925,0+34,4%
2018688,1-17,4%
2017832,6+57,6%
2016528,3+18,2%
2015447,0-52,4%
2014939,4+158,3%
2013363,7+43,7%
2012253,1+9,3%
2011231,6+22,2%
2010189,6+87,2%
2009101,3-1,3%

Entwicklung der operativen und freien Cashflows: Die Cashflows von Edwards zeigen langfristig auch eine solide Wachstumstendenz.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
20194.148,3+32,1%
20183.140,4+6,2%
20172.956,2+12,9%
20162.619,0+4,6%
20152.503,1+14,2%
20142.191,4+41,9%
20131.544,4+4,4%
20121.479,3+10,6%
20111.337,9+2,3%
20101.308,2+13,0%
20091.157,9+31,8

Entwicklung des Eigenkapitals: Der Buchwert des Unternehmens ist über die letzten 20 Jahre kontinuierlich gewachsen.

Entwicklung der Treasury Stocks in der Bilanz: Die eigenen Aktien in der Bilanz, die dem Eigenkapital negativ zugebucht werden, unterliegen größeren Schwankungen. Möglicherweise, unter Berücksichtigung der Anzahl ausstehender Aktien, vernichtet Edwards regelmäßig eigene Aktien die zurückgekauft wurden. Dafür spricht die Regelmäßigkeit, mit der der Treasury Stock zuerst anwächst und dann schlagartig dezimiert wird.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD /Aktie
Earnings
per Share
KGV
2019 0,00 USD 4,93 USD46,4
2018 0,00 USD3,38 USD 44,4
2017 0,00 USD 2,70 USD 40,7
2016 0,00 USD 2,61 USD 35,1
2015 0,00 USD 2,25 USD 34,3
2014 0,00 USD 3,74 USD 16,7
2013 0,00 USD 1,72 USD 18,7
2012 0,00 USD 1,24 USD 35,4
2011 0,00 USD 0,99 USD 34,2
2010 0,00 USD 0,92 USD 42,1
2009 0,00 USD 0,98 USD 85,2

Entwicklung der Dividenden und des KGV, sowie des KBV: Das Unternehmen schüttet keine Dividenden aus.

Entwicklung der Gewinne je Aktie, der Freien Cashflows je Aktie und der Owners Earnings: Die Gewinne und Cashflows je Aktie weisen auch ein solides Wachstum auf. Die Owners Earnings allerdings zeigen eine größere Schwankung und sind unregelmäßig. Positiv muss aber vermerkt werden, dass bis auf wenige Ausnahmen die Owners Earnings positiv waren.

1.7 Aussichten – Edwards Lifesciences Corp.

Unternehmensspezifisch: Für das erste Quartal 2020 prognostiziert das Unternehmen einen Gesamtumsatz zwischen 1,15 und 1,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen sah vor, dass die Umsatzprognose für 2020 für das Unternehmen nun voraussichtlich 4,6 bis 5,0 Milliarden US-Dollar betragen wird, verglichen mit der vorherigen Spanne des Unternehmens von 4,5 bis 5,0 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal zum 31. Dezember 2019 eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten in Höhe von 40,6 Mio. USD und im vierten Quartal 2018 eine Belastung in Höhe von 116,2 Mio. USD im Zusammenhang mit der nicht vorübergehenden Wertminderung bestimmter entwickelter Technologien und Technologien Prozessforschung und -entwicklung im Rahmen der Akquisition von Valtech Cardio Ltd.

Die Konsensmeinung der Analysten auf marketscreener.com, geht von steigenden Umsätzen und Gewinnen über die kommenden Jahre aus. Dabei wird mit stabilen Margen gerechnet. Mit der Ausschüttung von Dividenden rechnet aber niemand über die nächsten 3 Jahre. Es wird auch mit steigenden Buchwerten und Cashflows gerechnet.

Die Schätzungen auf finanzen.net, zeichnen hier ein vergleichbares Bild.

Erwartungen der Analysten auf simplywallstreet.com:

Gesamtmark: Material über den Gesamtmarkt, sind bei folgenden Quellen zu finden:

Unter den Folgenden Artikeln des BVMed, sind interessante Informationen mit Bezug auf die Hauptproduktgruppen von Edwards Lifesciences Corp. zu finden:

  • Kathetergestützte Mitralklappenreparatur; Wiesbaden 30.10.2019; Kathetergestützte Eingriffe haben die Möglichkeiten der Behandlung von Herzklappenerkrankungen wesentlich erweitert. Die kathetergestützte Mitralklappenreparatur bietet Patienten mit unvertretbar hohem operativem Risiko eine minimal-invasive Therapieoption bei hochgradiger symptomatischer MI. Für dieses Kollektiv belegen Registerdaten ein geringes eingriffsbedingtes Risiko sowie eine Verbesserung der Herzinsuffizienzsymptomatik und Lebensqualität nach dem Eingriff.
  • Effizienz und Sicherheit: Neue Metaanalyse belegt die Vorteile von Paclitaxel-beschichteten Ballonkathetern und Stents für die Therapie von PAVK Patienten; Münster 04.11.2019; Die Vorteile von Paclitaxel-beschichteten Ballonkathetern (DCB) und Stents (DES) für die Therapie von pAVK-Patienten wurden durch eine neue Metaanalyse bestätigt. Wissenschaftler der Universität Münster haben mit ihrer Studie die erhöhte Mortalitätsrate, die in einer griechischen Metaanalyse von Katsanos et al. beschrieben wurde, widerlegt. Der BVMed erwartet, dass diese Studienergebnisse, die die Katsanos-Daten zumindest für Deutschland widerlegen, das BfArM zu einer Stellungnahme veranlassen, die die Verunsicherung im Hinblick auf diese Therapieoption ausräumt.
  • Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz können von neuartigem Transkatheter-System zur Rekonstruktion von Herzklappen profitieren; Berlin 16.04.2019; Die Mitralinsuffizienz stellt eine der häufigsten Herzklappenerkrankungen dar – rund 10 Prozent der über 75-Jährigen sind davon betroffen. Sie kann ernsthafte Herzprobleme wie beispielsweise Herzversagen verursachen. Es handelt sich dabei um eine „Undichtigkeit“ der Mitralklappe des Herzens, die während der Auswurfphase zu einem Rückfluss von Blut aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof führt. Die Sterberate bei hochgradiger Mitralklappeninsuffizienz liegt dabei bis zu 10 Prozent pro Jahr. Kathetergestützte Eingriffe haben heute die Möglichkeiten der Behandlung wesentlich erweitert und Patienten profitieren von den minimal-invasiven Therapieoptionen. Ein neuartiges Transkatheter-System erlaubt jetzt, auch sehr komplexe Fälle einer Mitralklappenschwäche zu behandeln. Es wird zwischen den beiden Klappensegeln eingesetzt und vermindert die Undichtigkeit, indem es die Öffnung mit einem Implantat füllt.
  • Kardiologen sehen TAVI auch für Patienten mit niedrigem Operationsrisiko als Goldstandard; Düsseldorf 10.04.2019; Die kathetergestützte Therapie der Aortenklappenstenose (TAVI) ist auch für Patienten mit niedrigem Operationsrisiko von nun an der Goldstandard. So interpretiert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) neue Studienergebnisse, die im März auf dem Kongress des American College of Cardiology vorgestellt wurden. Andere Fachgesellschaften sehen das anders.
  • Minimalinvasive Behandlung kann Leben bei sekundärer Mitralklappeninsuffizienz verlängern; New York/San Diego 09.10.2018; Das MitraClip-Verfahren, das seit Längerem erfolgreich bei der degenerativen („primären“) Mitralklappeninsuffizienz eingesetzt wird, hat in einer randomisierten klinischen Studie bei Patienten mit einer sekundären Mitralklappen­insuffizienz infolge einer Herzinsuffizienz die Prognose deutlich verbessert. Die auf der Tagung TCT 2018 in San Diego vorgestellten und im New England Journal of Medicine (2018; doi: 10.1056/NEJMoa1806640) veröffentlichten Ergebnisse bestätigen eine in Europa bereits gängige Praxis.

Publikationen auf marketsandmarkets.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

SegmentPrognose
strukturelle Herzgeräte Der weltweite Markt für strukturelle Herzgeräte wird voraussichtlich bis 2023 15,08 Mrd. USD erreichen (gegenüber 8,16 Mrd. USD im Jahr 2017), was einer jährlichen Wachstumsrate von 10,2% im Prognosezeitraum entspricht. Das für diesen Bericht berücksichtigte Basisjahr ist 2017 und der Prognosezeitraum ist 2018–2023.
hämodynamische Überwachungssysteme Der Markt für hämodynamische Überwachungssysteme wird voraussichtlich bis 2023 USD 1.167,4 Mio. erreichen, nach USD 806,5 Mio. im Jahr 2017, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 6,4% im Prognosezeitraum. Das für den Bericht berücksichtigte Basisjahr ist 2017 und der für diesen Bericht berücksichtigte Prognosezeitraum ist 2018–2023. Es wird erwartet, dass technologische Fortschritte bei hämodynamischen Überwachungssystemen, die zunehmende Erforschung hämodynamischer Überwachungssysteme, der Zufluss von VC-Mitteln, die zunehmende Verbreitung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sowie der staatliche Fokus auf Infrastruktur und Dienstleistungen für die Intensivpflege das Wachstum des Marktes vorantreiben. Es wird jedoch erwartet, dass das mit der invasiven hämodynamischen Überwachung verbundene Risiko wie Sepsis, Blutung, Blutung, Thrombose, Luftembolie und Lungenkapillarnekrose das Wachstum dieses Marktes in gewissem Maße hemmt.
Gefäßpflaster Der Markt für Gefäßpflaster wird voraussichtlich bis 2023 USD 525,8 Mio. erreichen, nach USD 322,5 Mio. im Jahr 2017 bei einer CAGR von 8,5%. Das Basisjahr für diese Studie ist 2017 und der Prognosezeitraum ist 2018–2023.
Okklusionsgeräte Der weltweite Markt für Okklusionsgeräte wurde 2017 mit 2,61 Mrd. USD bewertet und soll bis 2023 bei einer CAGR von 5,3% 3,55 Mrd. USD erreichen.
Patientenüberwachungsgeräte Der Markt für Patientenüberwachungsgeräte wird voraussichtlich bis 2023 25,31 Mrd. USD erreichen, nach 18,11 Mrd. USD im Jahr 2017 bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5,7%. Der Umfang des Berichts umfasst Patientenüberwachungsgeräte zur kontinuierlichen Überwachung, Erkennung und Behandlung von Herz-, Gehirn-, Lungen- und Blutaktivitäten sowie zur Messung von Temperatur und Gewicht des Körpers. Das für die Studie berücksichtigte Basisjahr ist 2017, und der Prognosezeitraum für die Studie liegt zwischen 2018 und 2023.
Gefäßzugangsvorrichtungen Gefäßzugangsvorrichtungen umfassen zentrale Gefäßzugangsvorrichtungen, periphere Gefäßzugangsvorrichtungen und Zubehör. Der weltweite Markt für Gefäßzugangsgeräte wird voraussichtlich von 3,87 Mrd. USD im Jahr 2017 auf 5,45 Mrd. USD bis 2022 bei einer jährlichen Wachstumsrate von 7,1% wachsen. Das für den Bericht berücksichtigte Basisjahr ist 2016.
Zu den Schlüsselfaktoren für das Wachstum dieses Marktes zählen die zunehmende Verbreitung von Lebensstilkrankheiten, eine Zunahme der Anzahl von Chemotherapieverfahren und der zunehmende Einsatz von Gefäßzugangsgeräten bei pädiatrischen Patienten.
Herzklappenprothesen Der Markt für Herzklappenprothesen wird voraussichtlich bis 2022 8,86 Mrd. USD erreichen, nach 4,84 Mrd. USD im Jahr 2017 bei einer jährlichen Wachstumsrate von 12,9%. Das Marktwachstum ist auf die steigende geriatrische Bevölkerung und den anschließenden Anstieg der Prävalenz von HVD, die behördlichen Zulassungen für neue und fortgeschrittene Herzklappenprothesen, die Erhöhung der staatlichen Mittel für die Herzklappenforschung, das zunehmende Bewusstsein für HVD und das günstige Erstattungsszenario für Herzprothesen zurückzuführen Ventil.
diagnostische Katheter Der Gesamtmarkt für diagnostische Katheter wird voraussichtlich bis 2021 4.302,3 Mio. USD erreichen, von 3.025,8 Mio. USD im Jahr 2016 bei einer CAGR von 7,3% von 2016 bis 2021. Diagnosekatheter sind nützlich für die Durchführung verschiedener diagnostischer Verfahren unter Verwendung verschiedener bildgebender Verfahren. Der Markt für diagnostische Katheter wächst mit dem Aufkommen neuer Anwendungen und Technologien. Diese Katheter werden für verschiedene Indikationen in verschiedenen Anwendungsbereichen wie Kardiologie, Urologie, Gastroenterologie, Neurologie und anderen verwendet. Kontinuierliche Verbesserungen der Katheterkonstruktionen, um deren Verwendung zu vereinfachen und sie sicherer und effektiver zu machen, spielen eine entscheidende Rolle für das Wachstum des Marktes.

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – Edwards Lifesciences Corp.

Die Margen von Edwards sind stabil und die Wachstumskennzahlen deuten auf einen Fast Grower hin. Die Empfehlung von Peter Lynch wäre demnach: Kaufen und Halten.

1.9 Levermann Score – Edwards Lifesciences Corp.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von levermann24.com zu laden.

Inhalt laden



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite
2EBIT-Marge
3Eigenkapitalquote
4Kurs-Gewinn-Verhältnis
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)
6Analystenmeinung
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
8Gewinnrevision
9Kursverlauf der letzten 6 Monate
10Kursverlauf der letzten 12 Monate
11Trendumkehr
12Reversaleffekt
13Erwartetes Gewinnwachstum

Gesamt

1.10 Piotroski F-Score – Edwards Lifesciences Corp.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von diyinvestor.de zu laden.

Inhalt laden

WertPunkt
1Positiver Nettoertrag Ja1
2Positiver operativer Cashflow Ja 1
3Gesamtkapitalrendite höher als im Vorjahr Ja 1
4operativer Cashflow höher als Nettogewinn Ja 1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im Vorjahr Ja 1
6Current Ratio höher als im Vorjahr Ja 1
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Nein0
8Bruttomarge höher als im VorjahrNein0
9Kapitalumschlag höher als im Vorjahr Ja 1
Gesamt7 von 9

1.11 Berichte und Präsentationen – Edwards Lifesciences Corp.

2. Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

2.1 SWOT – Analyse – Edwards Lifesciences Corp.

Stärken:

  • Die Edwards Lifesciences Corp. ist in einem starken Markt aktiv und hat sich hier mit seinen Produkten bereits fest etabliert. Heute ist Edwards marktführend in seinem Bereich und verfügt über einen ausgezeichneten Ruf, der eine der wertvollsten Stärken darstellt. Dabei grenzt das Unternehmen seinen Fokus speziell auf die Herzchirurgie ein.
  • Durch mehrere strategische Übernahmen in der Vergangenheit, konnte Edwards sein Portfolio verstärken und ausbauen. Das verstärkt den vorteil gegenüber den Wettbewerbern denen sich das Unternehmen gegenüber sieht. Der starke Markenname kann hier ebenfalls als Stärke betrachtet werden.
  • Edwards Lifesciences hat einen sehr starken Fokus auf Forschung und Entwicklung. Wie aus den Kosten für diesen Bereich ersichtlich ist, steigert das Unternehmen seine Bemühungen konstant. Entsprechend verfügt das Unternehmen auch über eine Reihe von Patenten.
  • Eine weitere Stärke des Unternehmens zeigt sich darin, dass immer wieder erfolgreich neue Produkte an den Markt gebracht werden können. Gerade im Bereich Pharma, Medizin und Medizintechnik, unterliegt die Zulassung sehr strengen Auflagen durch diverse Behörden, wie die Food and Drug Administration (FDA) in den USA.
  • Edwards konnte über einen langen Zeitraum ein hohes Wachstum erreichen, seine Umsätze und Gewinne organisch und kontinuierlich steigern und auch die Cashflows haben sich sehr gut entwickelt. Das bedeutet unter anderem eine gewisse Sicherheit bei der Finanzierung von Forschungsprojekten und eine hohe finanzielle Stabilität. Die Renditekennzahlen sehen ebenfalls sehr gut aus.
  • Das Unternehmen ist global aktiv und hat sich mittlerweile in vielen Märkten etabliert. Außerdem zeigt das Unternehmen Erfolge darin, sehr gut von Übernahmen zu profitieren und diese auch sehr gut auszuwählen.

Schwächen:

  • Schwachpunkte sind vor allem die enormen und wachsenden Kosten für die Forschung und Entwicklung und der hohe Goodwill-Anteil der in der Bilanz ausgewiesen wird und der in den letzten Jahren konstant gewachsen ist. Das bedeutet im ersten Fall den Abfluss von Ressourcen und im zweiten Fall ein mögliches Risiko, dass in der Bilanz schlummert.
  • Eventuelle Rückrufaktionen, können das Vertrauen in das Unternehmen schwer schädigen.
  • Das Unternehmen hat in seiner Bilanz eine hohe Position an Inventar auszuweisen. Das bindet Mittel und entzieht diese anderen, möglicherweise besseren Verwendungen.
  • Der Fokus auf einen speziellen Bereich der Medizintechnik, hat auch einen markanten Schwachpunkt. Hier besteht das Risiko, dass das Unternehmen sich der Gefahr aussetzt, sich von nur einem Bereich abhängig zu machen. Vor allem wird dies deutlich, wenn man sich die Umsatzverteilung ansieht. Über 60% der Umsätze werden mit Transkatheter-Herzklappen erwirtschaftet. Eine hohe Abhängigkeit muss daher unterstellt werden.

Chancen:

  • Neue Produkte können dem Unternehmen einen weiteren wirtschaftlichen Erfolg sichern und neue Kunden gewinnen. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, sich auch in anderen Bereichen der Medizintechnik zu etablieren.
  • Strategische Übernahmen bieten dem Unternehmen hier auch die Möglichkeit, sich neue Technologien oder Vertriebswege zu sichern um das eigene Portfolio zu verstärken und die Reichweite zu erhöhen.
  • Der steigende Bedarf an Medizingütern ist hier für das Unternehmen eine weiter große Chance. Damit einhergehend ist der wirtschaftliche Aufstieg mehrere Schwellenländer für Edwards eine gute Gelegenheit, sich weitere Geschäftsfelder zu erschließen.
  • Die Entwicklung neuer Technologien kann Edwards ebenfalls für sich nutzen. Das Unternehmen verfügt über eine hohe Innovationskraft, die auch dafür eingesetzt werden kann, Entwicklungen dritter sinnvoll und gewinnbringend für sich zu nutzen.

Risiken:

  • Neben den allgemeinen Markt- und Währungsrisiken denen sich ein international tätiges Unternehmen ausgesetzt sieht, müssen weitere Gefahren und Risiken in Erwägung gezogen werden.
  • Edwards ist zwar marktführend in seinem Bereich, aber eine Zunahme von Konkurrenz könnte das Unternehmen Marktanteile kosten und die Margen beschneiden.
  • Daneben bestehen regulatorische Risiken, beispielsweise durch eine Verschärfung von Auflagen im Medizintechnik-Bereich. Da die Zulassung von solchen Produkten in der Regel mit einem hohen bürokratischen Aufwand einher geht, sollte dieses Risiko auf jeden Fall bedacht werden. Das Ausbleiben von Zulassungen könnte dem Unternehmen hier wirtschaftlich sehr zusetzen. Allgemeine politische Risiken in verschiedenen Märkten sind ebenfalls zu berücksichtigen.
  • Der Patentdiebstahl, Ersatzprodukte oder die Entwicklung besserer Konkurrenzprodukte stellen ebenfalls Risiken dar.

2.2 Bewertungsverfahren – Edwards Lifesciences Corp.

Für die Bewertung von Edwards Lifesciences Corp., greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Unter den von mir vorgegebenen Bedingungen, erreicht das Management von Edwards eine Leistungsfähigkeit von 82%. Nennenswerte Abschläge sind nur in den Punkten der Gesamtkapitalrendite und der Zeit, die für die Tilgung der Gesamtverbindlichkeiten nötig wäre zu machen. Sämtliche Wachstumskennzahlen und alle anderen Kapitalrenditen zeigen aber eine sehr gute Leistung. Damit kann man hieraus ein weiteres Indiz für ein gutes Management herleiten.

Die Wachstumskennzahlen für Edwards waren in den Jahren seit 2006 ebenfalls gut.

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von diyinvestor.de zu laden.

Inhalt laden

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Da Edwards bereits über 20 Jahre eine sehr gute Leistung und Entwicklung zeigt, unterstelle ich hier ein Sockel KGV von 8,0. Man kann auch für ein Sockel KGV von rund 11,2 argumentieren, was das niedrigste KGV der vergangenen 10 Jahre darstellt.

Für die finanzielle Stabilität berechne ich einen Aufschlag von rund 1,43 auf das Sockel KGV.

Für die Marktposition, rechne ich mit 12,0 Porter Punkten (5-Kräfte-Modell nach Porter; Branchenstrukturanalyse). Damit unterstelle ich einen eher mäßigen Wettbewerb um die Marktführerschaft von Edwards zu berücksichtigen. Für die Punkte Marktposition und Rentabilität, errechne ich einen Aufschlag von rund 3,6 auf das Sockel KGV.

Ich nehme hier ein relativ hohes Wachstum von 12,0% als realistischen Wert an. Daraus errechnet sich ein Aufschlag auf das Sockel KGV von rund 3,4.

Zuletzt habe ich für individuelle Faktoren einen Aufschlag von insgesamt 5,0 Punkten für das Sockel KGV berechnet.

  • Starke Produkte in einer Wachstumsbranche mit relativ hohen Markteintrittsbarrieren. +1,0
  • Das Unternehmen hat sich über einen langen Zeitraum etabliert und verfügt über einen herausragenden Markennamen. +0,5
  • Edwards konnte über einen beeindruckenden Zeitraum nahezu ausnahmslos sehr gute Ergebnisse erzielen und beständig wachsen. +0,5
  • Die finanzielle Situation des Unternehmens ist sehr gut, es bestehen hohe liquide Mittel, die Verschuldung ist überschaubar, die Zinslast unkritisch und die Cashflows geben hier einen sehr großen Spielraum. +1,5
  • Das Unternehmen ist überaus innovativ und es konnten bereits erfolgreich mehrere strategische Übernahmen getätigt werden, die nach Betrachtung sehr gut zum Unternehmen passen. +0,5
  • Das Management des Unternehmens leistet hier sehr gute Arbeit. Als Indizien für ein überaus gutes Management können die sehr guten Renditen betrachtet werden, sowie die Tatsache, dass der CEO seit fast 20 Jahren seine Position ausfüllt. +1,0

Ergebnis: Für Edwards Lifesciences Corp. konnte ich so ein theoretisches faires KGV von 21,43 berechnen. Daraus ergibt sich ein möglicher fairer Wert von 107,27 USD je Aktie, bezogen auf die zuletzt ausgewiesenen Gewinne. Lege ich die erwarteten Gewinne für das Jahr 2020 zugrunde, berechne ich einen theoretischen fairen Wert von 120,20 USD je Aktie. Eine Sicherheitsmarge habe ich hierbei aber noch nicht berücksichtigt.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von diyinvestor.de zu laden.

Inhalt laden

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, ergibt sich ein theoretisch faires KBV von 4,71. Davon ausgehend, wäre ein möglicher fairer Wert 93,39 USD je Aktie.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Für dieses Verfahren, habe ich relativ hohe Annahmen gesetzt. Ich rechne mit einem Zuwachs der Gewinne je Aktie von 13,0% p.a. im Mittel und verwende das mittlere KGV der letzten 10 Jahre von rund 36,0. Als Diskontierungsfaktor verwende ich 12,0%, da ich das als minimale Rendite von jedem Investment einfordere. Ich betrachte hier einen Zeitraum von 10 Jahren.

Ergebnis: Unter den von mir gewählten Bedingungen, konnte ich so einen theoretischen fairen Wert je Aktie von 197,00 USD berechnen, ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge. Da ich allerdings von relativ hohen Wachstumsannahmen ausgehe, ist eine Berücksichtigung empfehlenswert.

2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich rechne hier für beide Verfahren mit vergleichbaren Wachstumsannahmen. Ich gehe von einem relativ hohen Wachstum von +12,0% p.a. als realistischem Mittelwert aus für die nächsten 9 Jahre. Ab dem 10. Jahr unterstelle ich +8,0% als Terminal Growth. Ich rechne wieder standardmäßig mit einem Diskontierungsfaktor von 12,0%.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, konnte ich folgende Bewertungen berechnen: Für das Bruttoverfahren ergibt sich ein theoretischer fairer Wert von 159,57 USD je Aktie, das Nettoverfahren liefert ein Ergebnis von 140,89 USD je Aktie als möglichen fairen Wert. Dabei habe ich wiederum keine Sicherheitsmarge berücksichtigt.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – Edwards Lifesciences Corp.

Die Edwards Lifesciences Corp. ist ein Unternehmen, welches in einem sehr interessanten und zunehmend wichtigeren Markt operiert. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Herstellung von Kathetern und Kathetergestützten Implantaten für die Herzchirurgie. In seiner Nische ist Edwards sogar marktführend, es muss aber auch berücksichtigt werden, dass das Unternehmen damit einen sehr engen Fokus hat und möglicherweise Risiken durch ungenügende Diversifizierung aufweist. In den Jahren seit seiner Ausgliederung von Baxter International, ab dem Jahr 2000, sind einige Punkte besonders positiv herauszustellen. Das Unternehmen konnte in dieser Zeit nahezu durchgehend gute Ergebnisse vorweisen und konnte einen Prozess beständiger Innovation und Entwicklung in Gang bringen. Außerdem ist festzustellen, dass der aktuelle CEO seit fast 20 Jahren nun ununterbrochen seine Position inne hat. Ein Indiz für Kompetenz und gute Leistung. Die erfolgreichen Übernahmen der Vergangenheit sprechen auch für das Unternehmen. Mit Blick auf die Finanzen von Edwards, sieht das Unternehmen solide finanziert und stabil aus. Vor allem die niedrige Zinslast und die konstant hohen und wachsenden Cashflows sind hier nennenswert. Allerdings müssen auch die Negativen Aspekte wie ein hoher Goodwill und horrende Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Betracht gezogen werden. In Summe steht das Verhältnis von Chancen zu Risiken aber deutlich zugunsten der Chancen. Das Unternehmen versteht es, sich seine Stärken zunutze zu machen und auf diesen aufzubauen.

Einen möglichen fairen Wert für Edwards Lifesciences Corp. sehe ich zwischen 180,00 und 200,00 USD je Aktie. Ich berücksichtige dabei die von mir angewendeten Bewertungsverfahren, habe allerdings keine Sicherheitsmarge berücksichtigt. Eine mögliche Sicherheitsmarge wäre standardmäßig 25% Abschlag auf den berechneten fairen Wert zu verlangen. Da der Kurs von Edwards allerdings erst eine größere Korrektur durchlaufen müsste um an den fairen Bereich heran zu kommen, sehe ich eine Sicherheitsmarge erst als geboten, wenn diese Korrektur auf eine signifikante (möglicherweise aber kurzfristige) Verschlechterung der Unternehmenszahlen zurückzuführen wäre.

Die Bewertung auf simplywallstreet.com, stützt meine Bewertung des Unternehmens.

Die Fundamentalanalyse auf finanzen.net, sieht für Edwards aber bereits ein Premium von rund 28,7% relativ zu den Wachstumserwartungen.

Fazit: Für mich ist die Edwards Lifescience Corp. ein sehr interessanter Kandidat für eine Investition. Das Unternehmen arbeitet zwar ein einer Nische des Marktes für Medizintechnik, was ein Risiko wegen mangelnder Diversifizierung bedeuten kann, aber das Unternehmen ist in diesem Bereich sehr stark aufgestellt und marktführend. Der klare Vorteil in dieser Konzentration stellt für mich die Tatsache dar, dass man sich hier in einer klar umrissenen Disziplin zur Meisterschaft vorgearbeitet hat. Ich habe bereits eine Einschätzung angebracht, ab wann ich eine Sicherheitsmarge verlange würde und bis dahin sehe ich einen für mich interessanten Punkt für einen Kauf bei 180,00 bis 200,00 USD je Aktie. Ein erster Kauf könnte sogar bereits bei höheren Kursen vorliegen, evtl. nach einer größeren Korrektur. Ich sehe das Unternehmen definitiv als gute langfristige Investition und ich rechne entsprechend damit, das Edwards sein Geschäft auch in Zukunft sehr gut betreiben und ausbauen wird.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Umfrage

Sorry, there are no polls available at the moment.

Weitere Analysen gibt es hier.

No votes yet.
Please wait...

You may also like

Leave a Comment