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Dolby Laboratories, Inc. – Unternehmens- und Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • Dolby ist in seinem Bereich eines der bekanntesten, wenn nicht sogar das bekannteste Unternehmen und der Name „Dolby“ ist nahezu jedem Besitzer elektronischer Unterhaltungsgeräte ein Begriff. Dolby ist ein damit ein sehr starker Markenname und sorgt für eine größere Marktmacht des Unternehmens.
  • Dolby ist außerdem global aktiv und anhand der Umsätze nach Regionen ist ersichtlich, dass das Unternehmen in allen wichtigen Regionen und Ländern mit signifikanter Halbleiterindustrie oder einer großen Branche für die Produktion von Unterhaltungselektronik aktiv ist.
  • Dolbys Geschäft basiert fast ausschließlich auf der Vergabe von Lizenzen an seinen technologischen Entwicklungen. Hier hat das Unternehmen eine breite Vielfalt an Lizenzvergabe-Möglichkeiten entwickelt, die es unterschiedlichen Kunden erlauben das geistige Eigentum der Firma für ihre Zwecke zu nutzen.
  • Dolby verfügt über ein großes Portfolio an geistigem Eigentum und an entsprechenden Patenten, die dem Unternehmen den Betrieb seines Geschäftsmodells erlauben.
  • In allen Bereichen der digitalen Medien, sowie dem Kino-Geschäft, ist Dolby in einer sehr guten Position und verfügt über einen exzellenten Ruf bei seinen Kunden und den Endkonsumenten. Dieser Ruf gründet vor allem auf eine sehr gute Qualität der Produkte von Dolby, die das Unternehmen auf dem internationalen Markt sehr konkurrenzfähig macht.
  • Die große Marktmacht von Dolby Laboratories schlägt sich auch in starken Margen und sehr guten Umsätzen nieder. Dazu kommen noch weitere Stärken mit Blick auf die Finanzen. Das Unternehmen hat kaum zinstragende Schulden, entsprechend sind Brutto-, Netto-, und operative Marge sehr hoch. Die Cashflows die das Unternehmen erzielt sind ebenfalls über einen langen Zeitraum sehr solide und waren in 10 Jahren zu keinem Zeitpunkt negativ.
  • Durch seine hohe Bekanntheit ist Dolby oft auch ein Vorreiter für neue Innovationen in seinem Bereich und besitzt somit gegenüber seinen Konkurrenten den Initiativ-Vorteil früher als andere mit Neuerungen am Markt zu sein.
  • Hier gliedert sich noch eine weitere Stärke von Dolby an. Die hohe Qualität der Produkte und der starke Markenname des Unternehmens sorgen für eine große Kundentreue.

Schwächen:

  • Das Geschäft von Dolby basiert fast vollständig auf der Vergabe von Lizenzen. Neben den Stärken eines solchen Geschäftsmodells, birgt diese Konzentration auf einen bestimmten Aspekt aber auch eine markante Schwäche. Das Unternehmen ist hier auf den Erfolg in einem bestimmten, klar umrissenen Segment angewiesen und hat kaum Ausweichmöglichkeiten.
  • Mit 40 Prozent Anteil am Umsatz, ist Amerika die größte und wichtigste Region für Dolby Laboratories. Zwar ist das weniger als die Hälfte des Umsatzes, aber es ist dennoch ein signifikantes Klumpenrisiko für die Firma.
  • Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist sehr spezialisiert, aber es besteht kein großes Hindernis für einen möglichen Konkurrenten dieses zu kopieren und für sich nutzbar zu machen.

Chancen:

  • Die Zunahme der Verfügbarkeit an mobilen Endgeräten mit einer immer besseren Wiedergabequalität für digitale Medien wie Filme oder Musik, bieten Dolby die Möglichkeit auf einem rasant wachsenden Markt eine etablierte Marke zu werden und von seinem bereits vorhandenen Angebot bestmöglich zu profitieren.
  • Zukünftige interessante Geschäftsfelder, wie die breite Vermarktung von VR-Geräten oder noch nicht marktfähigen Technologien, die neue Systeme für die Audio-Verarbeitung benötigen, stellen ebenfalls ein großes zukünftiges Potential dar, welches Dolby für sich erschließen kann.
  • Im Bereich Streaming und Internet-Inhalten, bzw. für Anwendungen auf mobilen Endgeräten, bietet sich ein Feld für Dolby um sich als einer der Hauptakteure zu etablieren. Viele Streamingdienste greifen bereits auf Dolby zurück.
  • Auch vom allgemeinen Zuwachs des Marktes kann Dolby hier sehr gut profitieren.

Risiken:

  • Dolby erwirtschaftet bekanntlich seine größten Umsätze übe die Vergabe von Lizenzen. Dieses Geschäft macht allerdings ein solides Patentrecht und den Schutz des geistigen Eigentums der Firma zu einer zwingend notwendigen Voraussetzung. Daraus entsteht das Risiko, dass Produktpiraterie, Substitute von Konkurrenzunternehmen oder eine Änderung im Patentrecht, beispielsweise eine Verkürzung der Laufzeit, sich negativ auf das Geschäft des Unternehmens auswirken.
  • Ein weiters Risiko, ist die Verfügbarkeit von Offenen Lösungen. Damit sind Angebote gemeint, für die die Hersteller keine Lizenzgebühren bezahlen müssen. Hier kann sich Dolby fast ausschließlich nur über die Qualität seiner Angebote einen Vorteil verschaffen, sowie über die möglichst leichte und damit kostengünstige Integration seiner Produkte.
  • Schlechte Produkte oder ein nachlässiger Service könnten das Unternehmen Marktanteile kosten. Bei einer fortlaufenden Unzufriedenheit der Kunden, läuft Dolby in die Gefahr hinein, dass diese sich nach besseren Alternativen umsehen. Die niedrigen Markteintrittsbarrieren sind hier ebenfalls eine Gefahr für Dolby, denn es ist innovativen Konkurrenten jederzeit möglich auf den Markt zu drängen.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Nach den von mir betrachteten Kriterien, kommt das Management von Dolby auf eine Gesamtleistung von rund 87 Prozent. Besonders die niedrigen theoretischen Zeiten für die Schuldentilgung des Unternehmens fallen hier positiv auf. Die Rentabilitätskennzahlen sind ebenfalls gut bis sehr gut, was ich für ein Indiz eines gut arbeitenden Managements sehe.

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu ist hier ein interessanter Artikel auf diyinvestor.de zu finden.

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

In einer ersten Betrachtung gehe ich von einem Sockel KGV von 8,0 für Dolby Laboratories aus. Das niedrigste KGV für das Unternehmen in den letzten 10 Jahren lag bei rund 9,98.

Dank der niedrigen Fremdkapitalbestände und den kurzen Zeiten für eine theoretische Schuldentilgung, bekommt Dolby den maximalen Aufschlag auf das Sockel KGV von 2,0.

Wegen der enormen Stärke der Marke von Dolby, gehe ich hier von 15 Porter-Punkten aus (5-Kräfte-Modell nach Porter; Branchenstrukturanalyse), unterstelle damit eine „oligopolistische“ Marktstruktur. Im Ergebnis berechnet sich hier ein Aufschlag für Marktposition und Rentabilität von insgesamt 4,5 auf das Sockel KGV.

Ich unterstelle mit 10,0 Prozent ein tendenziell hohes Wachstum für das Unternehmen, bezogen auf die Gewinne. Daraus ergibt sich hier ein Aufschlag von 3,0 auf das Sockel KGV.

Für individuelle Faktoren, habe ich insgesamt einen Aufschlag von 6,0 auf das Sockel KGV berechnet. Die Charakteristiken des Unternehmens waren mir diesen Aufschlag wert.

  • Sehr geringes Fremdkapital über einen sehr langen Zeitraum
  • hohe liquide Mittel und die Möglichkeit Verbindlichkeiten aus den sofort verfügbaren liquiden Mitteln (Quick Ratio) zu begleichen
  • Enormer Markenname im Bereich der Audioverarbeitung
  • Ein hoher Zuwachs im Streaming-Geschäft, von dem Dolby bestens profitieren kann
  • Die Zunahme mobiler Endgeräte sind ebenfalls ein großer Markt für das Unternehmen und in Verbindung mit dem steigenden Streaming-Angebot erst recht interessant
  • Felder wie virtuelle Realität und andere noch nicht marktreife Technologien (Beispiel Holografie) bieten Phantasie für zukünftige Entwicklungen

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, ergibt sich ein theoretisch faires KGV von rund 23,5 für Dolby Laboratories, Inc. Das durchschnittliche KGV von Dolby für die letzten 10 Jahre lag bei rund 23,7, das faire KGV ist damit nahe dem Durchschnitt. Das entspricht, berechnet für die zuletzt ausgewiesenen Gewinne der Firma, einem möglichen fairen Wert von rund 54,21 US-Dollar je Aktie. Lege ich hier die erwarteten Gewinne für das Jahr 2021 zugrunde, ergibt sich ein möglicher fairer Wert von rund 74,46 US-Dollar je Aktie. Das sind die Ergebnisse für die Grundannahmen. Ich habe hier weitere Variationen im Verfahren angewendet und überprüft, wie sich je nach Szenario die Bewertung verändert.

Nehme ich als Sockel KGV das durchschnittliche KGV der letzten 10 Jahre, ergibt sich ein mögliches faires KGV von rund 39,2 oder ein möglicher fairer Wert von rund 90,43 US-Dollar je Aktie, bezogen auf die zuletzt ausgewiesenen Gewinne, bzw. 124,21 US-Dollar je Aktie für die erwarteten Gewinne. Betrachtet man das erwartete KGV für 2021, das beispielsweise auf der Seite marketscreener.com angegeben wird, so liegt dieses aktuell bei 36,8 und damit nahe am berechneten Wert für dieses Szenario. Ich habe für keine Betrachtung eine gesonderte Sicherheitsmarge berücksichtigt.

Weitere Szenarien lassen sich abbilden, indem man beispielsweise die Marktstellung, die Wachstumsannahmen oder die individuellen Faktoren abändert. Je nach Variation, in der Regel habe ich schlechtere Werte für das Unternehmen angenommen, ergeben sich faire Werte auf die aktuellen Gewinne zwischen 47 und 49 US-Dollar je Aktie.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Erläuterungen über die relative Bewertung mithilfe von Miltiples und Multiplikatoren sind hier auf der Seite diyinvestor.de zu finden.

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ich habe mich für den „risikofreien“ Zins an den Zinssätzen auf 10 jährige US-Bonds orientiert und 0,5 Prozent als realistisch angenommen. In einer ersten Betrachtung habe ich für die Berechnung der Eigenkapitalkosten, das zuvor berechnete faire KGV von 23,5 als Variable herangezogen.

Ergebnis: Für die von mir unterstellten Annahmen, ergibt sich ein theoretisch faires KBV von rund 2,1 für Dolby Laboratories. Das entspricht einem theoretisch fairen Wert von etwa 51,00 US-Dollar je Aktie. In einer weiteren Betrachtung habe ich das faire KGV wieder mit 39,2 angenommen, wie es für ein Sockel KGV von 23,7 errechnet wurde. Daraus ergibt sich ein mögliches faires KBV von rund 3,26 und damit ein möglicher fairer Wert von rund 79,23 US-Dollar je Aktie.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Eine beisipielhafte Berechnung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Ungeachtet der Ergebnisse für das WACC-Modell, verwende ich für Abzinsungen standardmäßig einen Wert von 12,0 Prozent. Ich habe für mich festgelegt, dass ich von jedem Investment eine Rendite von mindestens 12,0 Prozent bei den Berechnungen verlangen will, was einen vergleichsweise sehr hohen Wert darstellt, berücksichtigt man die Kapitalkosten nach dem WACC-Modell. Das gilt im Übrigen für die meisten Unternehmen die ich betrachtet habe.

In einer ersten Berechnung habe ich hier ein Gewinnwachstum von +10,0 Prozent angenommen, obwohl diese Annahme bereits sehr hoch zu werten ist. Als relevantes KGV für die Berechnung verwende ich das mittlere KGV der letzten 10 Jahre von 23,7 und ich rechne weiterhin mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent. Der relevante Betrachtungszeitraum beträgt 10 Jahre und ich beziehe mich auf das Ergebnis nach Steuern.

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Variablen, ergibt sich ein möglicher fairer Wert von rund 45,66 US-Dollar je Aktie. In einem weiteren Schritt, habe ich weitere Szenarien geprüft und die Wachstumsannahmen auf 5,0 Prozent und 15,0 Prozent geändert. daraus ergaben sich theoretisch faire Werte von 28,67 und 71,21 US-Dollar je Aktie. Eine Änderung des Diskontierungsfaktors von 12,0 auf nur noch 8,0 Prozent, hätte einen theoretisch fairen Wert von rund 65,68 US-Dollar je Aktie zur Folge. So kann man weiter Szenarien abfahren, um ein möglichst breites Bild zu erhalten. Bei allen Berechnungen habe ich aber keine gesonderte Sicherheitsmarge berücksichtigt.

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich betrachte für beide Verfahren zunächst einen Zeitraum von 10 Jahren. Annahmen über das zukünftige Wachstum habe ich gleichermaßen auf +10,0 Prozent für den ersten Zeitabschnitt von 3 Jahren angenommen, anschließend +5,0 Prozent für alle folgenden Zeiträume. Der Diskontierungsfaktor liegt durchgehend bei rund 12,0 Prozent. Für alle anderen Variablen, orientiere ich mich an den Durchschnittswerten der letzten 10 Jahre.

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Annahmen, berechnet sich ein theoretisch fairer Wert von 45,47 US-Dollar je Aktie für das Bruttoverfahren, bzw. 32,62 US-Dollar je Aktie für das Nettoverfahren. Wiederum ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge. Verlängert man den Betrachtungszeitraum auf 20 Jahre, ohne Veränderung anderer Variablen, erhält man mögliche faire Werte von 49,45 und 36,31 US-Dollar je Aktie. Als weiters Szenario habe ich die Wachstumsannahmen über alle Zeit Perioden, mit ausnahmen des Terminal Growth, auf +10,0 Prozent geändert. Daraus ergeben sich mögliche faire Werte von 67,14 und 52,74 US-Dollar je Aktie. Nimmt man nun auch noch den Terminal Growth mit +10,0 Prozent an, ergeben sich sogar 121,58 und 103,31 US-Dollar je Aktie. Ein Szenario, dass allerdings als wenig wahrscheinlich zu betrachten ist.

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Dolby Laboratories ist zwar noch kein Unternehmen, für das die Dividenden ein maßgebliches Kriterium sind, ich möchte hier aber trotzdem eine Wertung mit Blick auf mögliche Dividendenzahlungen in Zukunft vornehmen. Das Unternehmen schüttet erst seit 2009 überhaupt Dividenden aus, von einer gesicherten Historie kann man hier also noch nicht sprechen. Ich nehme für diese Bewertung auch nur ein Szenario an. ich unterstelle den zukünftigen Dividendenausschüttungen ein jährliches Wachstum von +10,0 Prozent über die kommenden 15 Jahre und einen Terminal Growth von 5,0 Prozent. Die Abzinsung nehme ich wieder mit 12,0 Prozent vor, für alle Zeiträume.

Ergebnis: Aus diesem unterstellten Szenario, hätte Dolby einen theoretisch fairen Wert von rund 20,53 US-Dollar je Aktie. Dieser Wert bemisst sich rein durch die Dividendenzahlungen. Eine Sicherheitsmarge ist dabei nicht berücksichtigt.

Zusammenfassung und Fazit

Zusammenfassung und Fazit

Das Unternehmen Dolby Laboratories, Inc. ist eines der wohl bekanntesten Unternehmen im Bereich der Audiotechnologie sowie der Audio- und Video-Wiedergabe. Der Name ist vielen Leuten ein Begriff und das Geschäftsmodell der Firma ist sehr leicht verständlich, auch wenn das Produktangebot und das Verständnis der dahinter stehenden Technologien, ein großes Maß an Spezialwissen notwendig macht. Das Geschäft besteht zu über 90 Prozent aus der Vergabe von Lizenzen der eigenen selbst entwickelten Technologien an Hersteller und Anwender. Für diesen Zweck hat das Unternehmen mehrere verschiedene Arten der Lizenzen und der Lizenzvergabe für sich nutzbar gemacht, um unterschiedlichen Kunden und deren Bedürfnissen ein möglichst treffendes Angebot machen zu können, ohne dabei zu viele und unnötig komplizierte Lösungen unterhalten zu müssen. Positive Aspekte am Unternehmen, wie die hohe Eigenkapitalquote, große Reserven an liquiden Mitteln, solide Umsätze und Gewinne und hohe Margen, sind leicht ersichtlich und sprechen für das solide Geschäft der Firma. Die schwankenden Cashflows, die kein Wachstum aufweisen, sind hier allerdings negativ zu betrachten, obwohl das Unternehmen nie negative Cashflows in den letzten 10 Jahren ausweisen musste. Mit Blick auf das Management fällt ins Auge, dass zum einen langjährige Mitarbeiter in die Spitzenpositionen berufen werden und zum anderen dort über lange Jahre ihren Dienst verrichten. Lege ich die wirtschaftlichen Eckdaten der Firma zugrunden, kann ich dem Management hier eine gute Arbeit unterstellen. Auffällig bei der Betrachtung des Managements: Ein Sohn des Gründers ist im Aufsichtsgremium des Unternehmens vertreten und gleichzeitig der größte Einzelaktionär am Unternehmen. Das Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre gut etabliert, sich gegen Konkurrenten behauptet und konnte seinen Markennahmen weltweit ausbauen.

Aktuell sehe ich einen theoretisch fairen Wert des Unternehmens zwischen etwa 55,00 und 75 US-Dollar je Aktie, wobei ich maßgeblich das Ergebnis des fairen KGV´s betrachte. Mit dieser Einschätzung bewege ich mich nahe am fairen Wert nach Cashflows, wie er auf der Seite simplywall.st unter der Rubrik Valuation ausgewiesen wird.

Die Fundamentalanalyse auf der Seite finanzen.net, sieht aktuell einen Discount von rund 2,14 Prozent auf den aktuellen Kurs, also eine leichte Unterbewertung bezogen auf das zu erwartende Wachstumspotential.

Fazit: Dolby Laboratories, Inc. gefällt mit als Unternehmen sehr gut. Das Unternehmen wirtschaftet solide, verdient jedes Jahr Geld, hat stabile Umsätze und Gewinne, auch wenn zuletzt etwas rückläufig, ist sehr gut geführt und finanziell überaus stabil aufgestellt. Die Zinslast ist vernachlässigbar, es sind hohe liquide Mittel vorhanden und die Eigenkapitalbasis ist sehr gut. Dazu kommt der moderate Anteil an Goodwill in der Bilanz, der das Risiko außerordentlicher Abschreibungen weiter reduziert und die stabilen und hohen Margen, die das Unternehmen erwirtschaften kann. Das Geschäftsmodell ist ein weiterer Punkt für das Unternehmen, es werden nämlich kaum kapitalintensive Herstellung benötigt und es stehen genug Mittel für die notwendige Entwicklungsarbeit zur Verfügung, welche für das Unternehmen auch notwendig ist. Die Vergabe unterschiedlicher Lizenzen hat es dem Unternehmen ermöglicht, bestens von seinen Entwicklungen zu profitieren und der Markenname Dolby ist weltweit bekannt. Daher würde ich mich für eine Investition in Dolby entscheiden. Ich nehme hier meinen bereits angesprochenen Korridor von 55,00 bis 75,00 US-Dollar als Referenzpunkt und würde hier weiterhin das Kurs-Gewinn-Verhältnis als weitere Kontrollgröße betrachten. Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei rund 23,7. Wenn er Kurs von Dolby in die von mir gewünschte Richtung läuft oder sich die Bewertung der Unternehmensgewinne unter das langfristige Mittel bewegt, ist Dolby ein interessanter Kandidat für eine Investition. Beispielsweise lässt sich so auch mittelbar von der Entwicklung immer besserer mobiler Endgeräte mit besserer Wiedergabequalität für Online-Inhalte und Streaming-Inhalte profitieren.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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