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Die Arbeit mit Optionen

by Peter Merkle

Bei Modern Value Investing sind wir immer bestrebt, uns mit allen Aspekten des Börsengeschehens vertraut zu machen und bilden uns in diesem Bereich auch ständig weiter. Darum wollen wir unseren Lesern auch unsere Erfahrungen und unser Fachwissen zugute kommen lassen. In diesem neuen Beitrag gehen wir auf das breite Thema börsengehandelter Optionen ein und konzentrieren uns dabei auf die Fragestellung, wie man mit Optionen auch Kapitalströme generieren kann.

Wichtig dabei ist sich bewusst zu machen, dass Optionen ein höheres Risiko beinhalten als der Handel mit beispielsweise Aktien.

Beispielsweise um eine Möglichkeit zu haben, auch in Bärenmärkten positive Zuflüsse zu erhalten und eventuell auch um Barreserven die aktuell nicht investiert werden (können) als Margin für den Handel zu nutzen. Später näheres dazu.

Warum dieser Artikel für alle Investoren interessant sein kann: Wir gehen hier umfänglich auf verschiedene Kennzahlen für Optionen ein, betrachten ihren Zusammenhang mit den Wertpapiermärkten und formulieren ein Vorgehen für die Betrachtung der Stimmung, die gerade im Gesamtmarkt vorherrscht.

Für das Arbeiten mit Optionen, lohnt sich ein Blick in die Grundlagen der technischen Analyse, denn der Umgang mit Charts ist ein, zwar nicht entscheidendes, aber ein hilfreiches Werkzeug. Macel hat hierzu einen sehr sehenswerten Beitrag auf YouTube zur Verfügung gestellt.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist eine börsengehandelte Opition

Definition: Unter einer Option versteht man im Finanzwesen das Recht (aber nicht die Verpflichtung) einer Vertragspartei (Optionsnehmer), einen Basiswert durch Ausübung von der Gegenpartei (Stillhalter) zu einem bestimmten Preis (Optionspreis) zu kaufen oder an diese zu verkaufen oder durch Nichtausübung das Recht verfallen zu lassen.

Aus dieser Definition geht hervor, dass Optionen ein derivatives, also ein abgeleitetes Finanzprodukt sind, die sich auf einen bestimmten Basiswert (Underlying) beziehen und eine festgelegte Menge dieses Wertes zu einem bestimmten Preis verbriefen. Dazu kommt noch eine Laufzeit der Optionen. Diese Finanzprodukte haben also den Charakter einer Versicherung, die zu einer Prämie über einen festgelegten Zeitraum erworben werden, ehe sie bei nicht Ausübung wertlos verfallen. Für uns sind nun Optionen interessant, die sich auf Aktien beziehen oder auch auf Rohstoff-Futures. Optionen gibt es in zwei Ausführungen:

CALL-Optionen

  • Recht ein bestimmtes Underlying zu einem vorher festgelegten Preis (Strike) innerhalb einer genau festgelegten Zeitspanne zu kaufen.

PUT-Optionen

  • Recht ein bestimmtes Underlying zu einem vorher festgelegten Preis (Strike) innerhalb einer genau festgelegten Zeitspanne zu verkaufen.

MERKE: Wir behandeln hier die amerikanischen Optionen. Es gibt im daneben auch so genannte Optionsscheine, die sich allerdings in wesentlichen Mechaniken von Optionen unterscheiden und für unsere Zwecke nicht geeignet sind und daher nicht weiter behandelt werden. Wichtig ist hier nur die Information, dass man bei der Arbeit mit Optionen darauf achtet, dass es sich nicht um Optionsscheine handelt.

Wichtige Begriffe

  • Underlying: Gegenstand auf den sich eine Option bezieht, zum Beispiel Aktien, Futures, Indizes oder Währungen.
  • Strike: Festgelegter Preis zu dem ein Underlying gekauft oder verkauft werden kann.
  • Laufzeit: Die Laufzeit der Option wird im Voraus festgelegt und bestimmt wann die Option wertlos verfällt.
  • Bezugsverhältnis: Auch der “Hebel” der Option.
    • Für Aktien und ETF´s liegt das Bezugsverhältnis in der Regel bei 1:100 – 1 Option bezieht sich auf 100 Aktien. (Beispielsweise sind auch Verhältnisse von 1:10 möglich)
    • Für Futures liegt das Bezugsverhältnis in der Regel bei 1:1, wobei sich ein Future wiederum auf eine bestimmte Menge eines Rohstoffes oder einer Währung etc. bezieht. (Beispielsweise bezieht sich 1 Gold-Future auf 100 Feinunzen Gold, enthält also einen Wert von rund 170.000 Euro)

MERKE: Man soll immer das handeln, was liquide ist, denn man muss immer in der Lage sein eine Position zu kaufen oder zu verkaufen. Erkennen kann man einen liquiden Markt beispielsweise an den Spreads zwischen Geld- und Briefkursen. Wie auch Aktien, haben börsengehandelte Optionen Bid- und Ask-Kurse. Je geringer die Differenz zwischen diesen ist (Spread) desto liquider ist der Markt. Idealerweise kann man auch suchen, ob und wenn ja wie viel Volumen einer bestimmten Option gehandelt wird.

Im Folgenden ist eine Optionsreihe mit verschiedenen Strike-Preisen zu sehen, für das Unternehmen Microsoft Corp. Alle Optionen verfallen zum 18.03.2022.

Optionspreise (Options Prices) für Mircosoft Corp., Verfallstag 18.03.2022; Quelle: https://www.barchart.com/stocks/quotes/MSFT/options?expiration=2022-03-18-m

Ersichtlich ist hier, dass Optionen mit einem höheren Handelsvolumen auch niedrigere Spreads aufweisen. Die Optionen sind also liquider.

Handeln von Optionen mit einem Margin-Konto

Möchten wir als Investoren nun mit Optionen arbeiten und diese auch aktiv handeln, benötigen wir ein Margin Konto. Wie bereits angesprochen, sind Optionen Finanzderivate und der Umgang mit ihnen ist risikoreicher als die simple Investition in Aktien. Ich schließe hier auch beispielsweise den Leerverkauf von Aktien aus. Der Kauf einer Option ist dabei kein Risiko, denn bei Verfall der Option, kann ich maximal die Prämie verlieren, die ich für die Option bezahlt habe.

Beispiel Microsoft (MSFT): Wie im folgenden Chart zu sehen ist, ist die Aktie von Microsoft im Zeitraum vom 23.12.2021 bis 24.01.2022 stark gefallen auf rund 295,82 US-Dollar je Aktie. Wäre meine Meinung nun, dass die Aktie im Verlauf der nächsten 60 Tage wieder über 305,00 US-Dollar steigt (Bullische Meinung), kann ich diese Marktmeinung auch über Optionen abbilden, ich muss also nicht direkt die Aktien kaufen.

Will ich nun diese Meinung über eine Option abbilden, benötige ich eine Call-Option mit einem Strike von 305,00 US-Dollar und einer entsprechenden Laufzeit. Wiederum finde ich eine entsprechende Option mit einem Verfallsdatum zum 18.03.2022, einer Restlaufzeit also von 55 Tagen. Der Kurs der Option liegt bei rund 12,60 US-Dollar. Wichtig: Der Kurs der Option ist NICHT die zu bezahlende Prämie. Die Option beinhaltet 100 Microsoft Aktien, die Prämie für die Call-Option beträgt also 1.260,00 US-Dollar. Der Wert der Option besteht aktuell nur aus dem so genannten “Zeitwert“.

Gehen wir nun davon aus, dass der Kurs der MSFT-Aktie vor dem Verfallstag auf 306,00 US-Dollar je Aktie steigt. Meine Call Option hat nun neben ihrem “Zeitwert” auch einen inneren Wert. Ich habe mit der Call Option das Recht, 100 MSFT-Anteile zu einem Kurs von 305,00 US-Dollar zu kaufen. Der innere Wert meiner Call-Option beträgt also (306,00 US-Dollar – 305,00 US-Dollar) * 100 MSFT-Aktien, im Ergebnis 100,00 US-Dollar. Ich kann nun also einen Gewinn realisieren oder die Option ausüben, mir also die entsprechenden Aktien holen.

Wenn die MSFT-Aktie allerdings bis zum Verfallsdatum der Option unter 305,00 US-Dollar notiert, verfällt meine Option und ich verliere meine bezahlte Prämie.

Ich kann aber auch beispielsweise über Put-Optionen, also dem Erwerb eines Verkaufsrechts zu einem bestimmten Kurs, meine Position an MSFT-Aktien absichern (Bärische Meinung). Sagen wir, ich kaufe eine Put Option mit einem Strike von 290,00 US-Dollar und wieder 55 Tagen Restlaufzeit. Fällt jetzt die Aktie auf 280,00 US-Dollar, hat die Put Option einen inneren Wert, den ich realisieren kann oder ich kann 100 MSFT-Aktien zu 290,00 US-Dollar fix verkaufen.

Bei beiden Beispielen handelt es sich um so genannte Long-Positionen. Ich kaufe also Optionen! Mein Risiko hierbei ist auf die gezahlte Prämie beschränkt und darüber hinaus kann ich keine Verluste erleiden.

Verkauf von Optionen

Ich kann mich nun dafür entscheiden, Optionen zu verkaufen, sofern ich ein Margin Konto mein Eigen nenne. Damit würde ich eine so genannte Short Position eingehen. Für diese Positionierung benötige ich ein Margin Konto, da ich für das einzugehende Risiko bei meinem Broker eine Margin (Sicherheit) hinterlegen muss. Der Verkauf einer Option macht mich zum so genannten “Stillhalter”. Ich verkaufe jemandem das Recht, ein bestimmtes Underlying zu einem festgelegten Preis innerhalb einer festgelegten Laufzeit, von mir zu kaufen oder an mich zu verkaufen.

Im Unterschied zu einer Long-Position bei einer Option, bei der ich eine bestimmte Erwartung habe, was der Kurs des Basiswertes machen wird, treffe ich bei einer Short-Position eine Annahme darüber, was der Kurs NICHT machen wird.

Wieder das Beispiel Microsoft Corp.: Gehe ich davon aus, dass die MSFT-Aktie den Kurs von 295,00 US-Dollar nicht unterschreitet, verkaufe ich eine Put-Option zu einem Strike von 295,00 US-Dollar. Ich habe also hier eine Bullische Meinung. Demgegenüber, wenn ich davon ausgehe, dass der Kurs 305,00 US-Dollar je Aktie nicht überschreiten wird, verkaufe ich eine Call-Option zu einem Strike von 305,00 US-Dollar. Ich hab hier also eine Bärische Meinung.

Ich könnte aber auch die Meinung haben, dass sich der Kurs von MSFT zwischen diesen beiden Kursen bewegen wird.

In allen Fälle in denen ich Optionen verkaufe, kann ich eine Prämie für die Option vereinnahmen. Die Prämie stellt auch gleichzeitig meinen maximal möglichen Gewinn dar. Demgegenüber steht das Risiko, dass der Kurs des Basiswertes den Strike überschreitet und ich damit in den Verlust komme.

Es gibt beim Verkauf von Optionen einige Grundlagen, die zu beachten sind.

  • Die Verkauften Optionen bestehen zu ihrem Verkaufszeitpunkt lediglich aus Zeitwert. Dieser Zeitwert nimmt immer weiter ab, je geringer die Restlaufzeit wird.
    Merke: Je geringer die Restlaufzeit, desto billiger werden die Optionen.
  • Je näher der Strike einer Option am aktuellen Kurs des Basiswertes liegt, desto teurer ist die Option. Je weiter der Strike vom Kurs entfernt liegt, desto günstiger wird die Option.

“Moneyness” – Die Lage von Optionen

Unter dem Begriff “Moneyness”, bezeichnet man die Lage einer Option im Verhältnis zum aktuellen Kurs/Preis des Basiswertes. Dabei werden folgende Begriffe unterschieden:

  • Out of the Money (OTM): Der Strike einer Option liegt sehr weit vom Kurs des Basiswertes entfernt
    • Die Option hat keinen inneren Wert
    • Die Option besteht nur aus Zeitwert
  • At the Money (ATM): Der Kurs des Basiswertes bewegt sich in einem engen Radius um den Strike der Option.
  • In the Money (ITM): Eine Option die sich “im Geld” befindet, besteht aus ihrem Zeitwert und einem inneren Wert.
Black & Scholes-Formel

Die Bepreisung von Optionen wird heute wahlweise mit einem von zwei mathematischen Verfahren berechnet. Zum einen mit der “Black & Scholes Formel” oder zum anderen mit einem “binominalen” Verfahren. Welches Verfahren herangezogen wird ist nicht relevant, die Ergebnisse unterscheiden sich nur marginal. Diese Information ist am Rande interessant, denn um effektiv und mit einer gewissen Sicherheit mit Optionen arbeiten zu können, muss man die Variablen bei der Bepreisung von Optionen verstehen.

Die Black & Scholes Formel basiert im Wesentlichen auf 4 Kennzahlen, die vom Strike der Option und deren Laufzeit abhängig sind. Diese 4 Optionskennzahlen nennt man auch die “Optionsgriechen“.

Optionskennzahlen – Die “Griechen”

1. “Delta” – Die Geschwindigkeit

Das Delta einer Option gibt an, wie schnell sich der Preis der Option im Verhältnis zu einer Preisbewegung des Basiswertes bewegt. Die Kennzahl kann als prozentuale Bewegung der Option im Verhältnis zu ihrem Basiswert gesehen werden.

Beispielsweise wenn sich der Basiswert um 1,00 US-Dollar bewegt, die Option sich entsprechend um 0,10 US-Dollar bewegt:

  • Das Delta berechnet sich hier als 0,10 USD / 1,00 USD, was im Ergebnis ein Delta = 0,10 bedeuten würde oder in Prozent ausgedrückt ein Delta von 10%.

Die Nutzung des Deltas für den Handel mit Optionen

Für den aktiven Handel mit Optionen, kann man das Delta als Maß für die Wahrscheinlichkeit betrachten, dass eine Option bis zu ihrem wertlosen Verfall ins Geld läuft (In the Money). Also wäre ein Delta von 0,10 gleichbedeutend mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent, dass die Option ins Geld läuft, also einen inneren Wert bekommt.

Der Handel mit Optionen ist hier wieder stark mit dem Versicherungsgeschäft verwandt, denn er besteht zu einem großen Teil aus dem Handel mit Wahrscheinlichkeiten.

MERKE: Auch das Delta verändert sich mit dem Kurs des Basiswertes, Diese Veränderung ist die nächste Kennzahl.

2. “Gamma” – Die Beschleunigung

Das Gamma bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der sich das Delta einer Option verändert, wenn sich der Basiswert bewegt. Liegt das Delta beispielsweise aktuell bei 0,10 und das Gamma bei 0,05: In diesem Fall, bewegt sich die Option bei einer Veränderung des Kurses von 1,00 USD des Basiswertes um 0,10 USD und das Delta bewegt sich um 0,05.

MERKE: Je kürzer die Restlaufzeit einer Option ist, umso höher ist ihr Gamma. Diesen Effekt nennt man die “Gammasensitivität“.

Die Nutzung des Gammas für den Handel mit Optionen

Das Gamma dient zur Beurteilung von Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten, denn kurz laufende Optionen, können schnelle und plötzliche Bewegungen machen. Damit haben Optionen mit einer längeren Restlaufzeit ein geringeres Risiko, plötzlich starke Bewegungen zu vollziehen.

Aus diesem Grund, werde ich als Stillhalter tendenziell Optionen bei erreichen einer bestimmten Gewinnschwelle wieder zurückkaufen, meine Position schließen, um das Risiko der Gammasensitivität zu umgehen. Eine verkaufte Option werde ich also nicht bis zu ihrem Verfall als Position halten.

3. “Theta” – Der Zeitwertverlust von Optionen

Die Kennzahl Theta gibt an, um wie viel der Preis einer Option verliert, wenn sich die Restlaufzeit einer Option um 1 Tag verkürzt. Dabei steigt Theta mit jedem Tag weniger an Restlaufzeit exponentiell an. Das bedeutet, dass sich der Zeitwertverfall im Zeitverlauf beschleunigt.

Wichtig ist hier zu verstehen, dass diese exponentielle Zunahme aber auch mit einem bereist stark verfallenen Zeitwert einher geht, der nominale Zeitwert Verlust der Option daher überschaubar bleibt. Der Grund dafür ist einfach, es ist bei kurzen Laufzeiten einfach schon kaum Zeitwert übrig auf den sich die Kennzahl bezieht.

Faustregel für den Zeitwert

Für verschiedene Underlyings empfehlen sich unterschiedliche Restlaufzeiten. Folgende Restlaufzeiten haben sich für den Optionsverkauf aus der Erfahrung verschiedener Händler heraus an gute Basis herausgestellt:

  • Für Aktien-Optionen 45 bis 60 Tage Restlaufzeit
  • Für Future-Optionen 60 bis 120 Tage Restlaufzeit

Bei der Auswahl der Laufzeit einer Option, die man verkaufen möchte, muss man zwischen dem Gamma-Risiko einer möglichen schnellen Bewegung des Optionspreises und dem Risiko einer längeren Laufzeit der Option einen Kompromiss finden.

“Vega” – Die Veränderung durch die Volatilität

Die Kennzahl Vega gibt an, wie sich der Preis einer Option verändert, wenn sich die implizite Volatilität um 1% verändert. Die Volatilität, oder auch die Schwankung, ist ein Maß für die Angebots- und Nachfrage-Situation. Mit steigender Volatilität im Markt, werden Optionen teurer bepreist, denn eine Zunahme der Schwankungen eines Basiswertes, stellen auch ein höheres Bedürfnis nach Absicherung dar. Dabei ist es unerheblich, ob die Schwankung, die Volatilität, mit sinkenden oder steigenden Kursen einhergeht. Ein schnell steigender Kurs hat genauso einen starken Anstieg der Volatilität zur Folge wie ein stark fallender Kurs des Basiswertes.

MERKE: Für den Optionshandel ist immer die “implizite Volatilität” von Bedeutung. Es wird zwischen der historischen Volatilität, die sich auf die Vergangenheit bezieht und der impliziten Volatilität unterschieden, die die Erwartungen für die Zukunft abbildet. Wenn im weiteren Verlauf von Volatilität gesprochen wird, ist die implizite Volatilität gemeint.

Nutzung der Volatilität für den Handel mit Optionen

Wenn man als Stillhalter Optionen verkaufen möchte, dann tut man dies bevorzugt in einem Umfeld HOHER Volatilität. Der Grund hierfür liegt in einem geringeren Risiko. Ist die Volatilität bereits hoch, besteht ein geringeres Risiko dafür, dass sie weiter steigt. Die Wahrscheinlichkeit wird höher, dass die Volatilität wieder sinkt, der Optionspreis also schneller verfällt. Damit steigt die Gewinnwahrscheinlichkeit.

MERKE: Als Stillhalter werde ich also bevorzugt nach Basiswerten suchen, die aktuell eine hohe Volatilität aufweisen um auf diese Optionen zu verkaufen.

Darstellung der Optionskennzahlen

Wieder am Beispiel Microsoft Corp., sehen wir hier in der Tabelle, die Optionskennzahlen für eine Optionsreihe mit Verfallsdatum 18.03.2022. In dieser Tabelle interessieren uns vordringlich die Kennzahlen Delta, Gamma, Theta und Vega.

Wie man aus den vorhandenen Kennzahlen eine Option für den Verkauf heraussucht, dazu kommen wir im weiteren Verlauf.

Regeln für den Handel mit Optionen

Wenn ich als Stillhalter am Markt Optionen verkaufen will, ist ein solides Regelwerk für den Handel ein essentieller Grundstein. Das bedeutet, dass ich mir Regeln geben muss, zu welchen Bedingungen ich Optionen verkaufe, sie halte, die Positionen verschiebe oder Positionen schließe. Der Sinn und Zweck eines Regelwerkes ist die Risikobegrenzung.

Langfristig kann man mit einem positiven Erwartungswert von ca. 60 bis 70 Prozent rechnen. Das bedeutet, dass 6 oder 7 eingegangene Positionen von 10 wertlos verfallen. Das ist der langfristige positive Erwartungswert. Um diese 60 bis 70 Prozent der eingegangen Positionen muss man sich nicht kümmern, sie laufen praktisch von selbst. An dieser Stelle kommt das Regelwerk ins spiel, das mir einen Leitfaden geben soll, wie ich mit den anderen Positionen umgehe.

Wünschenswert ist eine möglichst hohe Trefferquote. Diese mach aber nur im Zusammenspiel mit einem gezielten Geld-Management Sinn.

Beispiel: Erziele ich mit 9 Positionen jeweils 1,00 US-Dollar Gewinn, und mit einer Position einen 10,00 US-Dollar Verlust, habe ich zwar eine Trefferquote von 90 Prozent, aber immer noch einen Nettoverlust von 1,00 US-Dollar.

MERKE: Die Trefferquote allein ist nicht von Bedeutung.

Ein solides Regelwerk behandelt also die Fragen, was kann ich maximal gewinnen und was kann ich maximal verlieren.

Hier muss ich nochmals auf das allgemeine Risiko von Optionen eingehen, wenn man diese verkauft. Denn es gilt prinzipiell, dass ich maximal die eingenommene Prämie gewinnen kann, aber ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko habe. Bei Put-Optionen alleine dadurch begrenzt, dass ein Underlying nicht unter Null fallen kann. (Hier gibt es allerdings auch mögliche Ausnahmen bei Futures, beispielsweise ist der Ölpreis einmal ins negative gefallen) Aber es gibt auch hier Strategien, mit denen man das Risiko begrenzen kann.

Ich muss mich also nicht um meine Gewinner-Positionen kümmern, sondern um meine Verlierer. Bei diesen ist mein vordringliches Interesse, Verluste möglichst zu begrenzen, denn ein nicht realisierter Verlust ist auch ein Gewinn!

Realistische Trefferquoten im Optionshandel liegen zwischen 55 bis 65 Prozent aller eingegangenen Positionen, die erfolgreich verlaufen.

Die 3 harten Regeln

1. Die 100%-Regel – Die “Schutzregel”

  • Hat sich die Prämie einer verkauften Option seit der Eröffnung der Position verdoppelt (Anstieg von 100%), wird die Option zurück gekauft und die Position damit geschlossen.
  • Diese Entscheidung wird alleine anhand des Preises der Option getroffen und nicht anhand der Charttechnik.

Die 100%-Regel hat hier die alleinige Funktion, als Risikoschutz zu dienen und einen weiteren Verlust einzugrenzen. Der entstandene Buchverlust wird realisiert, ein größerer Schaden wird aber verhindert.

Das Konto wird vor einem Totalverlust geschützt.

MERKE: Die 100%-Regel darf NIEMALS mittels Stop-Orders in den Markt gestellt werden, egal für welchen Basiswert. Der Grund dafür liegt in der Gefahr, von Market-Makern abseits der regulären Handelszeiten ausgestoppt zu werden, wenn nur wenig Volumen im Markt ist. Optionen werden rund um die Uhr gehandelt, aber es kann zu Situationen kommen, in denen ein sehr geringes Volumen vorliegt aber hohe Bid- Ask-Spreads, die von Market Makern gegen den Stillhalter benutzt werden können.

2. Die 50%-Regel – Die “Kontrollregel”

  • Hat sich die Prämie einer verkauften Option seit ihrem Verkauf um 50% verteuert, muss man sich die Frage stellen, ob diese Position gehalten oder “adjustiert” werden soll.
  • Diese Regel ist eine nicht zwingende Regel, sie dient aber dazu, über eine Position erneut nachzudenken.

3. Die 20%-Regel – Die “Gewinnregel”

  • Wenn die Prämie einer bereits Verkauften Option nur noch 20% des ursprünglichen Wertes beträgt, wird die Option zurück gekauft und die Position damit geschlossen. Damit können 80% der eingenommenen Prämie als Gewinn vereinnahme werden.
  • Der Grund für diese Regel: Der Zeitwert verfällt zwar immer schneller mit abnehmender Restlaufzeit, gegen Ende der Laufzeit ist aber kaum noch Wert vorhanden, der verfallen könnte. Damit ist der mögliche zusätzliche Ertrag der durch den Verfall des restlichen Zeitwerts zu erzielen ist, nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll wenn man ihn mit der noch verbliebenen Laufzeit ins Verhältnis setzt.
  • Die Gammasensitivität wird damit außerdem umgangen, das Risiko also weiter reduziert.

MERKE: Die 20%-Regel kann mittels Limit Orders umgesetzt werden. Man bekommt sein Limit oder einen besseren Preis.

Einmal am Tag, während der US-Handelszeiten, muss das Konto und die offenen Positionen überprüft werden.

Adjustierung

Wenn die 50%-Regel greift, wird die Frage gestellt, ob die Position aufrecht erhalten werden soll. Je nachdem, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, was anschließend zu passieren hat.

Ist die Antwort “Ja”Ist die Antwort “Nein”
– Adjustieren der Position
– Roll up oder Roll Down
– Roll Over
– eröffnen einer Gegenposition
– Schließen der Position
– Wenn nötig oder möglich auch vor der erreichen der 100%-Regel

Eine Adjustierung kann dann notwendig werden, wenn sich der Preis eines Basiswertes gegen den Stillhalter bewegt und zu Verlusten führt. Das Ziel einer Adjustierung ist immer den maximalen Verlust so weit wie möglich zu reduzieren.

Roll Up oder Roll Down

Ein Roll Up oder ein Roll Down bedeutet, dass man die Position weiter aus dem Geld verschiebt um damit das Delta zu verringern. Das heißt, dass hier Verluste in Kauf genommen werden, denn man kauft die Option zurück und eröffnet die Position an einem anderen Strike neu. Das bedeutet Verluste aus den Prämien und auch die Ordergebühren des Brokers. Diese Form der Adjustierung findet dann Anwendung, wenn die Idee hinter der ursprünglichen Position noch intakt ist.

Roll Over

Die Position wird in eine längere Laufzeit gerollt und damit eine höhere Prämie für einen größeren Zeitwert vereinnahmt. Der Verlust kann hier sehr niedrig gehalten werden bis vollständig kompensiert werden.

Man kann einen Roll Over auch mit einem Roll Up bzw. Roll Down kombinieren.

Gegenposition eröffnen

Man kann hier aus einer bereits eingegangenen Position einen “Strangle” oder einen “Iron Condor” machen, wobei bei einem Strange mindestens eine Position ein Gewinner werden wird. Mehr dazu in den Optionsstrategien.

Geld-Management

Das Geld-Management (Money Management) ist deswegen notwendig, damit keine Klumpenrisiken eingegangen werden. Es ist potentiell möglich, dass ein “Schwarzer Schwan” Ereignis eintritt, das im schlimmsten Fall zur Auslöschung des Kontos führt. Darum sollte man folgende Punkte beachten:

  • Die implizite Volatilität muss unbedingt berücksichtigt werden.
  • Schwarze Schwäne kann man nicht im Voraus erkennen.
  • Klumpenrisiken müssen auf jeden Fall vermieden werden.

Als Grundsatz kann gelten, dass mit jeder eingegangenen Position niemals mehr als 2 Prozent des Kontos riskiert werden sollen. Daraus ergibt sich, dass man nie zu große Positionen eingehen sollte und eine Rechengrundlage für das maximale Risiko.

2 Prozent maximales Risiko bedeuten, dass die Gesamtprämie einer Position (unabhängig von der Anzahl der verkauften Einzeloptionen) nie mehr als 2 Prozent des Kontowertes betragen soll. Wenn die 100%-Regel greift, ist das der maximal zu verkraftende Verlust.

Beispielsweise darf nach diesem Risikomaßstab, bei einem 25.000 US-Dollar-Konto, nie eine größere Prämie als 500,00 US-Dollar vereinnahmt werden. Wenn sich die Prämie nach Verkauf der Option verdoppelt und die 100%-Regel zum tragen kommt, stehen nur 2 Prozent des Kontos im Risiko.

Ein Klumpenrisiko ist schwieriger zu umgehen, denn dazu muss man auf Korrelationen zwischen den Märkten achten. Beispielsweise sollte man nicht nur Optionen auf Aktien des NASDAQ 100 verkaufen.

Zusammengefasst:

  • Maximal 2 % Risiko pro Trade eingehen bemessen an der Prämieneinnahme
    im Verhältnis zur Gesamtgröße des Kontos
  • Idealerweise 0,5 – 1,0 % Risiko! (Kleinere Konten sind immer anfälliger für
    Schwankungen)
  • Auf Korrelationen von Märkten achten und Klumpenrisiken vermeiden
  • Extremsituationen bergen die Gefahr überdurchschnittlicher Korrelation
  • Permanent gegen den Trend zu handeln ist keine Grundlage für eine
    Strategie
  • Positionsgrößen immer gleich halten
    • Positionen nicht zu groß werden lassen
    • Regeln beachten

Margin – das “Pfand”

Wie bereits angesprochen, benötigen wir für den Handel mit Optionen ein Margin-Konto. Beim Kauf von Optionen wird keine Margin fällig, durch das begrenzte Risiko, wohl aber beim Verkauf. Mit einer verkauften Option bewegen wir einen größeren Wert als nur die Prämie, den hinter der Option steht ein größerer Wert. Beim Verkauf von Optionen wird daher eine Margin berechnet, die dafür sorgen soll, dass der Stillhalter der eine Option geschrieben hat, seine möglichen Verluste auch bedienen kann.

Beim Handel mit Futures, wird allerdings IMMER eine Margin berechnet, sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf.

Die Margin ermöglicht es uns, ein Konto zu “hebeln“, also einen größeren Wert zu bewegen, als unser Konto im Regelfall zulässt. Das Risiko dabei ist jenes, dass ein Hebel in beide Richtungen wirkt. Bei der Margin wird des weiteren folgender Unterschied gemacht:

  • Inital Margin: Die bei der Eröffnung einer Position berechnet wird.
  • Maintenance Margin: Die für das Halten einer Position über Nacht berechnet wird.

Die Initial Margin ist dabei aber immer größer als die Maintenance Margin. Optionen auf Aktien und ETF´s besitzen eine „maximale“ Risiko Margin, während Optionen auf Futures nach dem SPAN (Standardized Portfolio Analysis of Risk) Margin Prinzip behandelt werden. Bei Aktien und ETF-Optionen, berechnet sich die Höhe der Margin immer nach dem maximalen Risiko, mit der ausnahmen “nackter” Optionen.

Gerade wenn man noch wenig Erfahrung mit dem Optionshandel hat, ist es eine gute Idee mit Short-Spreads zu handeln, um das eingegangene Risiko zu reduzieren. Das geringere Risiko wird hier mit geringeren Prämien erkauft. Dazu später mehr in den Optionsstrategien.

Für die Margin gilt die Faustregel, dass man niemals mehr als 50 bis 60 Prozent der maximalen Margin-Auslastung überschreitet. Das ist ein dringend notwendiger Risikopuffer. Sollte es einen Sprung in der Auslastung der Margin geben, sollten umgehend Positionen reduziert werden oder Spreads daraus gemacht werden.

Die Volatilität

Die Volatilität ist für das Geld-Management ein entscheidender Faktor, denn sie entscheidet über die vernünftige Anwendung der Regeln und sie ist ein Kriterium, ob eine Position überhaupt eröffnet wird.

MERKE: Unter Volatilität versteht man die Schwankung von Kursen eines Basiswertes. Je größer diese Schwankung ist, desto größer ist die Volatilität. Die “Schwankungsbreite” ist ein Begriff aus der Statistik. Ein Optionsverkäufer wird immer in einem Umfeld hoher Volatilität bevorzugt Positionen schreiben, da diese bei hoher Volatilität eine höhere Prämie abwerfen und man bei Rückgang der Volatilität den Gewinn bei Optionspreisverfall schnell realisieren kann. Die implizite Volatilität ist ein Maß für den Absicherungsbedarf im Markt.

Wie bereits angesprochen, unterscheidet man zwischen der historischen Volatilität (HV) und der impliziten Volatilität (IV).

  • Historische Volatilität: Die Schwankungsbreite eines Basiswertes in der Vergangenheit. Sie wird im späteren Verlauf für die Berechnung des Impliziten-Volatilitäts-Rankings (IVR) benötigt.
  • Implizite Volatilität: Darunter versteht man den Preisaufschlag oder -Abschlag einer Option gegenüber ihrem theoretisch fairen Wert zum aktuellen Zeitpunkt. Die Kennzahl Vega ist hier das maß der impliziten Volatilität.

Für Optionen ist mit Blick auf das Vega, die implizite Volatilität, folgendes von Bedeutung:

  • Je näher sich der Strike einer Option am Kurs des Basiswertes (At the Money) befindet, desto mehr nimmt das Vega zu.
  • Vega nimmt ab, je weiter sich eine Option aus dem Geld heraus bewegt oder auch ins Geld bewegt.
  • Je länger die Laufzeit einer Option beträgt, desto höher ist der Einfluss von Vega auf den Optionspreis, die Prämie.

Betrachten wir den VIX-Index der Chicago Board of Options Exchange (CBOE). Dieser Index der größten Optionsbörse der Welt, bemisst die Volatilität des S&P 500 Index.

VIX, CBOE

Aus dem Chart des VIX kann man sehen, dass die Volatilität zyklisch verläuft. Besondere Ereignisse sorgen dafür, dass die Volatilität aber auch schnell hoch ansteigen kann, ehe sie wieder herunterkommt. So geschehen beispielsweise im März 2020, als die Verunsicherung im Zuge der aufkommenden Pandemie ein Hoch erreicht hat. Im gleichen Zeitraum sieht man einen starken Abverkauf des S&P 500:

S&P 500 Index

Die Volatilität wird also immer um einen Mittelwert schwanken und auch nach starken Ausbrüchen wieder in Richtung ihres Mittelwertes zurückkehren. Das nennt man “Reversion to the mean“. Aufgrund dieser Korrelation einer hohen Volatilität mit fallenden Kursen, nennt man den VIX auch den “Angstindex“. Die CBOE führt den VIX als einen synthetischen Index für die Bemessung der impliziten Volatilität des S&P 500 Index und er wird alle 10 Sekunden neu berechnet.

VIX-Warnsystem

Es galt bisher die Faustregel, dass sobald der VIX auf Wochenbasis über 20 steigt, der Markt sofort verlassen werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt lag der VIX im Mittel bei etwa 15. Betrachten wie den VIX über einen Zeitraum von 2020 bis 2022, erkennt man schnell, dass sich dieser Mittelwert nach oben verschoben hat. Daher könnte man in heutigen Zeiten für einen VIX auf Wochenbasis von über 25 für erhöhte Vorsicht ins Auge fassen.

Langzeit VIX, VIX Average = 19,48; Quelle: https://www.cboe.com/tradable_products/cboe_minis/vix_mini_vix/

Implied Volatility Rank (IVR)

Wenn ich nun einen Basiswert für eine Options-Position suche, ist der IVR ein gutes Werkzeug, um entsprechende Kandidaten vorab zu prüfen. Der IVR betrachtet die implizite Volatilität eines Underlyings auf 1 Jahr. Dabei wird die aktuelle implizite Volatilität mit den historischen Hoch- und Tiefpunkten des vergangenen Jahres ins Verhältnis gesetzt.

Das Ergebnis ist eine Prozentangabe die aussagt, wie hoch die aktuelle implizite Volatilität im Vergleich zur Historie liegt. Hier kann man die Faustregel aufstellen, dass wenn das IVR einen Wert über 40 Prozent ergibt, der Basiswert für den Optionsverkauf interessant ist.

Gehen wir beispielhaft wieder auf Microsoft Corp. ein. Das Unternehmen hat am 25.01.2022, wie aus den Daten der Plattform barchart.com hervorgeht, einen IVR von 100,00 %. Das bedeutet, dass die implizite Volatilität der Aktie des Unternehmens aktuell höher ist als im vergangenen Jahr. Das Unternehmen ist also ein interessanter Kandidat für den Verkauf einer Option.

Microsoft Corp, Opitons Overview; Quelle: https://www.barchart.com/stocks/quotes/MSFT/overview

Charts

Auch als fundamental orientierter Investor, der ansonsten wenig auf die Aussagen eines Charts gibt, sind diese ein Werkzeug für den Umgang mit Optionen. Sie dienen hier der Generierung von Signalen für den Handel. Darum werden Charts wichtiger Märkte regelmäßig kontrolliert, ob Signale vorliegen.

Dabei muss man aber klar Aktien-Charts von Future-Charts unterscheiden, denn Futures haben eine begrenzte Laufzeit nach deren erreichen die Futures verfallen. Bei so genannten “Endloskontrakten” werden immer die liquidesten Kontrakte gezeigt und ein Chart zeigt nicht immer den gleichen Wert.

Es gibt daher nicht adjustierte und adjustierte Charts. Nicht adjustierte Charts können bei den Übergängen von Futures große Lücken (Gaps) aufweisen, während adjustierte Charts mathematisch geglättet werden. In der Praxis ergeben sich hier allerdings mitunter Probleme, da zum Beispiel Preise in der Vergangenheit sich unterscheiden können. Bei Futures empfiehlt sich daher, Einzelkontrakte zu betrachten und nach Möglichkeit “nicht adjustierte” Charts zu verwenden.

Chart-Software:

MERKE: Charts sind zwar wichtig, aber für die Arbeit mit Optionen nicht das entscheidende Werkzeug.

Beispielsweise können auch fundamentale Kriterien berücksichtigt werden.

Das Open Interest

Im Gegensatz zu Aktien, bei denen die Anzahl der am Markt befindlichen Stücke feststeht, gibt es bei Optionen kein Maximum an ausstehenden Kontrakten für einen zugrundeliegenden Wert. Die Anzahl der Optionskontrakte hängt einfach
von Angebot und Nachfrage am Markt ab. Für eine Optionsserie wird die Gesamtzahl aller ausstehenden, also nicht ausgeübten oder geschlossenen, Kontrakte Open Interest genannt. Gibt es zum Beispiel in einer Optionsserie nur zwei Parteien, nämlich Inhaber und Stillhalter eines einzigen Optionskontraktes, dann beträgt Open Interest gleich Eins. Nach dem Öffnen einer neuen Optionsposition nimmt das Open Interest um die Anzahl der gehandelten Optionen zu. Wenn die Position später geschlossen wird, dann nimmt das Open Interest wieder um die Anzahl der geschlossenen Kontrakte ab. Anhand des Open Interest wird sichtbar, ob in einer bestimmten Optionsserie viele Optionskontrakte ausstehen. Dies wird täglich angepasst. Ein großes Open Interest bedeutet, dass marktseitig ein großes Interesse an der betreffenden Optionsserie
besteht. Die Optionsserien mit dem größten Open Interest sind in der Regel auch die Optionen, die am liquidesten sind. Dies sagt übrigens wenig über die zukünftige Kursentwicklung für einen Basiswert aus. Denn jedem Käufer einer Option steht immer auch ein Verkäufer gegenüber.

Nützliche Webseiten

Für die Arbeit mit Optionen sind beispielsweise auch Daten über die Liquidität von Optionen interessant. Wie viele Optionen wurden am Tag gehandelt und natürlich die Optionskennzahlen. Das Handelsvolumen und Angeben zu Strikes und Verfallsdaten sind ebenfalls interessant.

VIX-Central

Neben dem aktuellen Kurs des VIX, findet man auf VIX-Central auch die Terminstrukturkurve (TSK) der VIX-Futures. Anhand der TSK, können wir einige Marktentwicklungen antizipieren. Im hier gezeigten Beispiel, sind die VIX-Futures mit kürzerer Laufzeit deutlich teurer als folgende Futures. Das bedeutet, dass die kurzen Futures verstärkt gehandelt werden und die hohe Nachfrage für Preissteigerungen sorgt. So eine Konstellation wird als Backwardation bezeichnet. Befindet sich die Terminstrukturkurve in Contango, dann sind die Kontrakte mit kürzerer Laufzeit günstiger als die fortfolgenden Kontrakte.

Bei allen lagerfähigen Rohstoffen, werden Futures mit längerer Laufzeit zunehmend teurer, weswegen Contango her der Normalzustand wäre. Besonders wenn die TSK von Contango in eine Backwardation übergeht, sind hohe Profite möglich, da dieser Übergang durch eine stark steigende Nachfrage evtl. sogar Panikkäufe zustande kommt.

Lagerkosten, Versicherungskosten etc. (Cost of Carry) müssen von Lieferanten getragen werden, was dazu führt, dass je länger die Laufzeit eines Futures ist, dieser entsprechend teurer wird. Je länger die Laufzeit eines Futures ist, desto teurer muss der Rohstoff sein.

CNN Money Fear and Greed Index

CNN Money veröffentlicht den Fear & Greed Index, der in form eines Skalenrades gezeigt wird. Dieser Index errechnet aus verschiedenen Faktoren, wie dem %-Tages-Schnitt des Put/Call Ratios, der Nachfrage nach Junk Bonds gegen die Nachfrage nach Anleihen mit Investment Grat, der Bandbreite der Aktienpreise und der Marktvolatilität, dem Momentum und einigen weiteren Variablen einen Wert, der von 0 bis 100 reicht. Dabei steht 0 für “extreme Furcht” und 100 für “extreme Gier” im Markt.

Der Counterpart, der Handelspartner

Beim Handel mit Optionen, müssen auch einige Gedanken darüber gemacht werden, mit wem man eigentlich handelt. Die Börse dient hier nur als Mittler zwischen den Geschäftspartnern. Da mit Optionen immer Rechte und Pflichten verbunden sind, es sich bei ihnen um Kontrakte handelt, ergeben sich je nach Counterpart unterschiedliche Interessen und Absichten.

  • Hedger (Absicherungs-Interessenten oder Versicherte): Diese Marktteilnehmer haben ein Interesse daran, ihren Rohstoffbedarf oder ihren Verkaufspreis abzusichern gegen die Preisrisiken. Dabei kann man die “kommerziellen” Marktteilnehmer in Produzenten und Verarbeiter unterscheiden. Hedger handeln meist antizyklisch, also “gegen den Preis”. Aus der Positionierung dieser Gruppe kann man beispielsweise mögliche Preisextreme ableiten.
  • Spekulanten: Diese Gruppe handelt sehr trendorientiert und ihr Verhalten kann sehr gut eingeschätzt werden. Die Spekulanten können in große und kleine Spekulanten eingeteilt werden und sie haben kein grundsätzliches Interesse am Basiswert. Die Spekulanten sind nichtsdestoweniger eine wichtige Gruppe am Markt, denn sie stehen im Markt den Commercials gegenüber und nehmen hier die Gegenposition ein.
    Es ist wichtig zu verstehen, dass wann immer beispielsweise ein Commercial einen Kontrakt verkaufen will, er einen Counterpart braucht, der eben diesen Kontrakt kaufen möchte. Die Funktion der Spekulanten ist also dahingehend zu verstehen, dass sie mit ihrem Handeln dem Markt Informationen und Liquidität zur Verfügung stellen.
  • Market Maker: Diese Gruppe sucht immer eine möglichst risikoarme Position. Das hat zum Beispiel die Folge, dass Strangles oder Spreads (Optionsstrategien) gerne als Counterpart eingenommen werden, denn diese sind annähernd Deltaneutral, bieten also ein geringes Risiko. Market Maker sind in der Regel Börsenmakler. Sie stellen die Handelbarkeit, die Liquidität eines Marktes sicher, indem sie kontinuierlich Bid- und Ask-Kurse für verschiedene Werte stellen. Außerdem gleichen sie Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage in weniger liquiden Märkten aus. Sie haben selbst keine Preiserwartung und erwirtschaften ihre Gewinne aus den Spannen zwischen Bid- und Ask-Kursen. Für einen Verkäufe von Optionen, die weit aus dem Geld (Out of the Money) liegen, ist diese Gruppe der wahrscheinlichste Counterpart.

Im Falle von Future-Optionen, haben wir hier wieder eine solide Datengrundlage über die verschiedenen Interessengruppen und ihre aktuelle Verhaltensweise.

Die Commodity Futures and Trading Commission (CFTC) und die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA, liefern uns hier ein breites Feld ans Daten. von besonderer Bedeutung für Futures, ist der Commitment of Traders-Report (CoT-Report), der wöchentlich am Freitag veröffentlicht wird. Er schlüsselt die Positionierung der kommerziellen Marktteilnehmer (Commercials) der großen Spekulanten (Large Trader) und der kleinen Spekulanten auf, indem er alle aktuell offenen Futures (open Interest) den jeweiligen Gruppen zuordnet. Daraus kann man Netto-Positionen ablesen, also welche Gruppe tendenziell als Käufer (Long) und welche tendenziell als Verkäufer (Short) von Futures auftritt.

Am Beispiel der Gold-Futures erläutert, sehen wir hier, dass die Large Traders als Netto-Käufer von Futures auftreten, die Commericals als Netto-Verkäufer.

Netto-Positionierung bei Gold-Futures, Commercials (rot), Large Traders (blau), Small Traders (grün); Quelle: https://www.suricate-trading.de/cot-daten/

Rohstoffpreise verlaufen in der Regel zyklisch und richten sich nach Angebot und Nachfrage. Aus diesem Sachverhalt heraus, haben die verschiedenen Marktteilnehmer entsprechende Interessen.

Der Optionshandel

Im Folgenden fasse ich die grundlegende Idee und das Konzept zusammen, wie man mit Optionen am Markt umgehen kann und skizziere das Vorgehen.

Basiskonzept

Ziel ist der Verkauf von Optionen, die keinen inneren Wert besitzen und nur aus ihrem Zeitwert bestehen. Bei Optionen die “im Geld” (In the Money) liegen, besteht ihr innerer Wert in der Differenz des Strike-Preises der Option zum aktuellen Preis des Basiswertes.

Ich erinnere daran, dass eine Option ein Terminkontrakt ist, dessen Zeitwert entsprechend der Laufzeit ausfällt, also mit längerer Laufzeit steigt. Verringert sich die Laufzeit, fällt der Zeitwert Theta. Daraus ergibt sich der Vorteil des Optionsverkäufers, dass die Zeit für ihn arbeitet. Er verkauft dem Counterpart eine Versicherung auf Zeit. Zugespitzt kann man auch sagen, dass der Optionsverkäufer, der Stillhalter, darauf wettet, dass ein bestimmtes Ereignis NICHT eintritt, innerhalb eines feststehenden Zeitraums.

Zitat: “Die Märkte können viel länger irrational bleiben, als Menschen liquide.” (John Maynard Kaynes)

Das Chancen-Risiko-Verhältnis

Es gilt der Grundsatz, dass je länger die Laufzeit einer Option ist, desto höher ist das Risiko, dass die Option ins Geld läuft.

Daraus würde resultieren, dass je länger die Laufzeit ist, dass der Strike der Option weiter aus dem Geld liegen muss, um das höhere Zeit Risiko zu kompensieren. Also wird die Auswahl der zu verkaufenden Option an den Kennzahlen Theta (Zeitwert) und Delta (“Wahrscheinlichkeit” für erreichen des Strikes) festgemacht und eine bestimmte Prämieneinnahme anvisiert. Als Faustregel für Optionslaufzeiten kann man hier, wie bereits erwähnt, 45 bis 60 Tage für Aktienoptionen und 60 bis 120 Tage für Future-Optionen heranziehen.

Ich rechne damit, dass ich eine Option nicht bis zu ihren Verfallstag halte, um die Gammasensitivität zu vermeiden. Ich möchte die Position bei erreichen der 20%-Regel schließen. Daraus errechnet sich eine “Mindestprämie“, die ich mit einer Optionsposition erreichen möchte. Es empfiehlt sich einen Optionsrechner zu verwenden, um eine Berechnung über die theoretische Haltedauer einer Position anzustellen, bis ein bestimmter Restwert erreicht ist.

Wichtig ist folgender Gedanke: Es ist für einen kleinen Investor und Trader nicht möglich, institutionelle Anleger auf den Feldern Liquidität, der verfügbaren Mittel oder des Know Hows und die technologischen Möglichkeiten schlagen zu wollen. Es ist hier lediglich ein statistischer Vorteil nutzbar, denn rund 70 Prozent aller Optionen verfallen wertlos.

Standardabweichung

Ich mache hier einen theoretischen Abstecher in die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Für Optionen stellt die Standardabweichung in unserem Zusammenhang die Wahrscheinlichkeit dar, dass ein Preis während eines festgelegten Zeitraums innerhalb einer gewissen Preisspanne schwanken wird.

  • Mittelwert:
  • Standardabweichung:

Die Standardabweichung eines aktuellen Preises kann man im Falle von Optionen berechnen. Das Ergebnis dieser Berechnung wäre dann die Wahrscheinlichkeit, dass eine Option ins Geld läuft:

  • Preis: aktueller Preis des Basiswertes.
  • Volatilität: implizite Volatilität von am Geld liegenden (At the Money) Call-Optionen.
  • Kalendertage: Restlaufzeit oder der gewünschte Zeitraum.

Nehmen wir wiederum ein Beispiel an der Microsoft Corp. Wir wissen bereits, dass der IVR bei 100% liegt, der Basiswert also für Optionsverkäufe interessant ist. Der Aktienkurs fällt aktuell. Ich entscheide mich also dafür, einen Short Call zu schreiben, also eine Call Option auf MSFT zu verkaufen. Der Kurs der Aktie liegt aktuell bei rund 292,73 US-Dollar.

Dabei nehme ich an der Faustregel für die Laufzeit Maß und entscheide mich für eine Option mit einer Laufzeit von noch 52 Tagen. Ich wähle eine Option mit einem Delta von 0,098, bei einem Strike von 350,00 US-Dollar.

Der Wert der Option, die zu erzielende Prämie liegt bei rund 163,00 US-Dollar. Damit haben wir eine erste Einschätzung und geben die Daten in den optionsprofitcalculator ein. Ich gebe in die Berechnung außerdem noch die Annahme ein, dass die implizite Volatilität von MSFT wieder um mindestens 25 Prozent zurück geht.

Für diesen Trade und unter diesen Voraussetzungen, errechnet sich eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 87,1%.

Gehe ich nun nach der 20%-Regel, suche ich nach dem Zeitpunkt, an dem ich 80% der Prämie von 163,00 US-Dollar vereinnahmen kann und die Position schließen kann. 80% von 163,00 US-Dollar sind rund 130,00 US-Dollar und es zeigt sich mit Blick auf die Wertetabelle, dass knapp 5 Tage ausreichen würden, wenn die Volatilität um 25% fällt um die Prämie von 130,00 US-Dollar zu vereinnahmen. Das ist natürlich rein hypothetisch, denn ich kann die Kursbewegungen und die Bewegung der Volatilität nicht vorhersehen. Diese Berechnungen dienen lediglich der besseren Abschätzung über die Chancen und Risiken.

Würde beispielsweise die Volatilität weiter zunehmen, würde alleine das für einen zumindest Buchhalterischen Verlust sorgen, denn die Option würde teurer werden, ehe der Zeitwertverfall diese Verteuerung wieder abschmelzen würde.

MERKE: Der Zeitwertverfall eine Option bietet dem Stillhalter auch dann eine Gewinnchance, wenn sich der Basiswert nicht in die erwartete Richtung bewegt.

Vorteile und Nachteile von Kauf- oder Verkauf von Optionen

Options-Strategien

Optionen können von einem Stillhalter flexibel eingesetzt werden um ein möglichst gutes Kosten-Risiken-Profil zu erhalten. Im folgenden werde ich einige Strategien skizzieren, die dem Optionsverkäufer zur Verfügung stehen. Ich konzentriere mich dabei auf die Strategien, die eine Prämieneinnahme zum Ziel haben.

1. Der Verkauf “nackter” Optionen

Dabei handelt es sich um die einfachste Strategie, denn man verkauft simpel Optionen auf einen Basiswert, typischerweise Indizes, Aktien, Futures oder ETF´s. Der maximal mögliche Ertrag ist dabei immer die eingenommene Prämie.

Der Verkauf einer Option ist dabei immer ein Ergebnis einer klaren Marktmeinung.

  • Verkauf einer Call-Option: Die Marktmeinung geht dahin, dass der Basiswert einen bestimmten Strike nicht mehr erreicht.
  • Verkauf einer Put-Option: Die Marktmeinung geht dahin, dass ein bestimmter Strike nicht unterschritten wird.

Das Risikoprofil sieht für den jeweiligen Fall so aus, dass es ein hohes Risiko für Verluste gibt, wenn sich der Basiswert unerwartet schnell entgegen der eingenommenen Marktmeinung bewegt. Gerade bei Aktien kann dieses Risiko entstehen. Es wäre daher für ein besseres Risikoprofil besser, nicht auf einzelne Aktien Optionen zu schreiben, sondern eher auf Indizes oder Fonds bzw. ETF´s.

2. Vertical Spreads

Ein Spread ist eine grundlegende Optionsstrategie, bei der man das Risiko einer eingegangenen Position minimiert, aber auch die Prämie reduziert. Die Strategie wird realisiert, in dem man eine Option die aus dem Geld (Out of the Money) verkauft und eine weitere Option, die noch weiter aus dem Geld liegt kauft. Da die verkaufte Option näher am Geld liegt, hat sie eine höhere Prämie, als die gekaufte Option. Man investiert also einen Teil der eingenommen Prämie in eine eigene Absicherung und begrenzt das Risiko der Position auf die Differenz der Strikes.

Bull-Put-Spread (Hausse-Spread)

Bei dieser Strategie, habe ich eine bullische Marktmeinung für den Basiswert. Um mein Meinung als Strategie zu realisieren, verkaufe ich eine Put Option (OTM) und kaufe zeitgleich eine Put Option die noch weiter aus dem Geld liegt, aber die gleiche Laufzeit hat.

Die Prämieneinnahme wäre in diesem Fall die Verkaufsprämie, abzüglich der Kaufprämie.

Bear-Call-Spread (Baisse-Spread)

Das Prinzip ist hier genau das gleiche, ich habe allerdings eine bärische Marktmeinung und verwende Call Optionen um einen Spread zusammenzustellen.

MERKE: Bei Spreads wird das Risiko erheblich reduziert, aber nicht auf 0 gesenkt. Das maximale Gewinn/Verlust Verhältnis, sollte hier nie schlechter als 1:10 sein. Spreads sind gerade für Anfänger eine brauchbare Strategie und eignen sich besonders für den Einsatz bei Aktienmärkten.

3. Short Strangle

Ein Short Strangle wird aus dem Verkauf von zwei “nackten” Optionen aufgebaut, die beide aus dem Geld (OTM) liegen. Diese Strategie ist für seitwärts gehende Märkte gedacht, denn es wird eine Call Option und eine Put Option verkauft, deren Deltas dabei beide um 0,10 bzw. -0,10 liegen sollten. Die Gesamtposition ist dabei deltaneutral. Beide Positionen bestehen nur aus Zeitwert und haben keinen inneren Wert.

Dabei liegt das Risiko aber höher als bei Spreads, denn man hat auf der Unterseite ein durch 0 limitiertes Risiko, nach ober aber ein unbegrenztes Risiko. Der Vorteil liegt hier in einer höheren Gesamtprämie und einer geringeren Marginanforderung. Außerdem kann man davon ausgehen, dass mindestens eine Position ein Gewinner sein wird.

Man kann einen Short Strangle wie gesagt bei Märkten mit einer Seitwärtsbewegung einsetzen oder in Märkten, in denen man eine niedrige Volatilität erwartet.

4. Iron Condor

Der “Iron Condor” ist eine Erweiterung des Short Strangle, denn es werden hier defacto zwei Spreads aufgebaut. Ein Bear Call Spread auf der Oberseite und ein Bull Put Spread auf der Unterseite, beide jeweils aus dem Geld liegend. Diese Strategie stellt ein besseres Risikoprofil bereit, denn auf beiden Seiten sind die Verluste begrenzt, der unlimitierte Verlust ist praktisch ausgeschlossen. Dieses bessere Risikoprofil erkauft man sich aber wiederum mit geringeren Prämien.

Das größte Risiko bei dieser Strategie ist die Auswahl ungeeigneter Stikes oder der falsche Zeitpunkt. Im großen und Ganzen verzeiht diese Strategie aber mehr Fehler als ein Short Strangle.

5. Butterfly

Ein Butterfly hat ein sehr gutes Gewinn zu Risiken- Verhältnis und benötigt geringe Investitionen, allerdings sind die Transaktionskosten wesentlich höher, denn es werden insgesamt 4 Optionen mit der gleichen Laufzeit gehandelt. Durch die Konstruktion des Butterfly, ist das maximale Risiko auf die eingenommene Prämie beschränkt. Der Butterfly kann hier entweder als Long oder als Short Butterfly ausgelegt werden und das Ziel dieser Strategie ist es im wesentlichen, dass meine Marktmeinung dahingeht, dass ein Basiswert sich über die Laufzeit innerhalb einer bestimmten Preisspanne bewegen wird.

Long-Butterfly

Bei dieser Konstruktion wird eine Option im Geld (In the Money) gekauft, sowie eine Position aus dem Geld (Out of the Money) die gekauft wird. Außerdem werden 2 Optionen am Geld (At the Money) verkauft. In der Summe sind das also 4 Optionen und da die beiden Optionen im Geld und aus dem Geld gekauft werden, ist es ein Long-Butterfly. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Call oder Put Optionen handelt.

Beispielsweise konstruiere ich einen Butterfly mit Put Optionen. Ich kaufe eine Put Option zu einem Strike von 35,00 (OTM) und einem Strike von 45,00 (ITM). Dazu verkaufe ich 2 Put Optionen zu je 40,00 (ATM). Damit wäre der Kursbereich zwischen 35,00 und 45,00 meine Erwartungszone innerhalb derer ich die Prämie vereinnahmen kann.

Short-Butterfly

ein Short Butterfly wird analog dem Long-Butterfly konstruiert, aber hier werden die 2 Optionen am Geld gekauft und die Optionen im Geld und aus dem Geld verkauft. Die Konstruktion eines Short Butterfly hätte die Erwartung zugrunde liegen, dass sich der Kurs eine Basiswertes NICHT innerhalb eines Bereiches bewegen wird, zum Zeitpunkt des Verfalls der Optionen.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Strategien, wie Long- oder Short-Straddle, Ratio-Spreads, Back-Spreads und viele mehr.

Aktien andienen lassen

Neben den Strategien für Optionen, wie wir sie oben gesehen haben, kann man Optionen aber auch noch für andere Zwecke einsetzen. Beispielsweise wenn ich auf Kurssteigerungen spekulieren will, ohne die Aktie kaufen zu wollen. Ich kann hier diese Meinung mit einer Long Call Option einnehmen. Gleiches gilt bei umgekehrter Meinung mit einem Long Put, wenn ich also auf fallende Kurse spekuliere.

Eine andere Möglichkeit mit Optionen zu arbeiten, wäre die Idee, sich Aktien andienen zu lassen. Sagen wir ich möchte einen bestimmten Basiswert erwerben, aber nicht zum aktuellen Preis. Ich nehmen hier jetzt an, dass ich den Basiswert zu einem günstigeren Kurs haben möchte. Ich kann mich hier also dafür entscheiden, an meinem gewünschten Einstiegspunkt eine Put Option in den Markt zu legen und die Prämie zu vereinnahmen. Sollte es dann dazu kommen, dass der Kurs tatsächlich fällt und der Kurs des Underlyings meinen Strike erreicht und darunter fällt, kann ich mir die Aktien, die in der Option verbrieft sind, andienen lassen, sie also als Long Position in mein Depot nehmen. Das Risiko hier liegt in der Aktie selbst, nicht in der Option. Man muss aber berücksichtigen, dass in einer Aktienoption 100 Aktien liegen, was bei einem Kauf auf Margin und weiteren Kursverlusten einen “Margin Call” zur Folge haben könnte. Ein solcher Margin Call, die Forderung des Brokers nach mehr Absicherung, muss unter allen Umständen vermieden werden.

Außerdem ist es nicht sicher, dass mir die Aktien der Option auch tatsächlich angedient werden. Aber ich kann bis zu einer möglichen Andienung der Aktie, praktisch immer wieder einen Short Put (oder umgekehrt auch einen Call bei Spekulation auf höhere Kurse) schreiben, die Prämie vereinnahmen und somit rechnerisch bei einem Andienen der Aktien, meinen Einstandskurs weiter senken.

Auswahlkriterien und handelbare Märkte

Bei der Auswahl von Optionen für den Handel, haben wir bereits einige Kriterien angeschnitten, die wir im folgenden zusammenfassend behandeln. Ich fange damit an, auf welche Märkte man hier seinen Fokus legen sollte.

Prinzipiell sind alle Märkte handelbar, auf die Optionen angeboten werden. Mein Kriterium für einen interessanten Markt richtet sich nach der Liquidität. Es muss problemlos möglich sein, in einen Markt ein- und wieder auszusteigen. Daher sind Märkte interessant, auf denen ein rege Handel statt findet. Das lässt sich am gehandelten Volumen sehen, denn je höher das gehandelte Volumen, desto liquider der Markt und desto enger sind die Spreads der Geld- und Briefkurse.

MERKE: Liquide Märkte lassen sich leichter handeln, den sie haben neben engeren Sreads auch eine bessere Ausführung der eingestellten Orders.

Zu den oben genannten Märkten, gesellen sich auch noch Volatilitätsprodukte. Beispielsweise können Optionen auf dne VXX ETF geschrieben werden, der die ersten beiden Futures des VIX abbildet oder auf VIX Futures selbst.

Beim aktiven Handel sollte man hier unbedingt darauf achten, dass man keine Klumpenrisiken eingeht, seine Positionen also über ein möglichst breites Spektrum streut.

Für die Auswahl eines Marktes, kann ich beispielsweise wieder auf die Daten von barchart.com zurückgreifen und mir die gehandelten Volumina ansehen. Beispielsweise für den S&P 500 Index. Auf den Index gibt es auch einen ETF, den S&P 500 SPDR (SPY), für den ich mir wieder das Volumen ansehe und den Spread der Bid- und Ask-Kurse. Das Volumen ist hier hoch, die Spreads sehr eng (0,09 USD), der Markt also sehr liquide.

Die Liquidität des Marktes ist eines der ersten Kriterien, nach denen selektiert wird, wenn ich plane Indizes oder ETF´s auf Indizes zu handeln, bzw. Optionen auf diese Basiswerte.

Vorgehen bei der Auswahl eines Basiswertes

Plane ich, Optionen auf Einzelaktien zu schreiben, skizziere ich im Folgenden mein Vorgehen. Sagen wir, dass die aktuelle Marktlage nach Betrachtung der Indizes so aussieht, dass die Kurse aktuell auf breiter Front fallen und ich möchte nun auf ausgewählte Unternehmen Short Call Optionen handeln. Meine erste Anlaufstelle ist hier zum Beispiel ein Stock Screener wie finviz.com. Hier stelle ich mir bei den technischen Indikatoren als Filter “Price below SMA20” ein, also suche ich gezielt nach Aktien, deren Kurs aktuell unter ihrem gleitenden Mittelwert der letzten 20 Tage notiert. Diese Unternehmen befinden sich mit einiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls in einem Abwärtstrend, analog zu den Indizes von denen ich diese Information abgeleitet habe.

Auf finzviz.com finde ich nun auf Position 5 die Aktie von Amazon.Com, Inc. (AMZN). Ich suche jetzt bei barchart.com nach dem entsprechenden Wertpapier um zu prüfen, ob das Unternehmen prinzipiell für den Handel interessant ist und hole mir zusätzliche Informationen ein, wie die Zugehörigkeit zu welchen Indizes, die Listung an welcher Börse (hier NASDAQ), die Marktkapitalisierung und ich sehe auch nach, zu welcher Branche das Unternehmen gehört. Letzteres soll auch dazu dienen, dass ich nicht in einer Branche gehäuft Positionen halte.

Ehe ich weiter mache, prüfe ich das nächste Datum für die Berichtssaison. Fällt das “Earnings” Datum in die Laufzeit meiner Optionen, gehe ich die Position nicht ein. Das dient wiederum der Sicherheit, denn bei Veröffentlichung der Quartalszahlen, kann es bei Aktien zu größeren Bewegungen kommen, die jede Optionsposition zu einem unkalkulierbaren Risiko machen. Das Datum der nächsten Quartalsmeldungen kann ich beispielsweise über EarningsWhispers.com prüfen. Für dieses Beispiel, gehe ich von einem Earnings Datum nach April aus.

Das sind aber eher nebensächliche Informationen. Vordringlich sehe ich mir bei barchart.com die gehandelten Volumina an, die Spreads der Aktie und den implied Volatility Rank (IVR) des Unternehmens.

Aus den Daten von barchart sehe ich, dass das Volumen bei rund 222.960 Aktien zuletzt lag, die Spreads sich bei 19,37 US-Dollar bewegen und das Unternehmen einen IVR von rund 91,3% hat. Damit ist Amazon ein interessanter Kandidat, denn obwohl 19,37 US-Dollar als Spread hoch zu sein scheinen, muss man sie hier ins Verhältnis zum nominal hohen Aktienkurs von über 2777,00 US-Dollar setzen. Ich sehe mir jetzt noch den Chart von AMZN an.

Ich stelle fest, dass AMZN auf Tagesbasis seit mehreren Wochen unter seinem gleitenden Durchschnitt notiert (SMA 21 Days) schließt. Ich entscheide mich also hier eine Call Option zu verkaufen. Nochmal will ich an dieser Stelle auf Marcels Video verweisen, wie man Trends einschätzen kann. Ich sehe mir also als nächstes die Daten der verfügbaren Optionen an. Ich nutze wiederum die Daten von barchart.com und suche zuerst nach der passenden Laufzeit. Ich möchte für AMZN als Basiswert, eine Laufzeit zwischen 45 und 60 Tagen und wähle hier den Verfallstag (Expiration) zum 18.03.2022, eine Restlaufzeit von 50 Tagen.

Ich suche hier nach Call Optionen, die ein Delta von oder um 0,10 haben. Der 3.000,00 USD Call hat ein Delta von rund 0,11499 und ein höheres Volumen und Open Interest, weshalb dieser Call für mich interessant ist. Laut barchart.com notiert die Option zu 20,00 USD, also zu einer Prämie von 2.000,00 US-Dollar für 100 AMZN Aktien. Hier hole ich mir die aktuellen Preise von meinem Broker ab, denn aus den Daten von barchart.com würde der 3.305er Call zu einer Prämie von 3.400,00 US-Dollar gehandelt werden. Diese Prüfung über meinen Broker ergab allerdings ein anderes Bild. Daher sollte man immer mit aktuellen Kursen des Brokers gegenchecken. Der 3.300er Call wird aktuell mit 2052,00 US-Dollar Prämie bepreist.

Ich kann über barchart.com auch nochmals die Bid- und Ask-Kurse der Optionen prüfen um die Liquidität einzuschätzen.

Ich habe allerdings jetzt ein nicht unerhebliches Risiko, denn eine Call Option auf eine Aktie, bietet ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko und jeder Dollar, den der Aktienkurs über den Strike der Opition läuft, bedeutet einen Verlust von 100 US-Dollar. Gleichzeitig wäre ein Dollar bei einem Kurs von 3.300 Dollar nur eine Bewegung von 0,03 Prozent. Ich entscheide mich daher, mein Risiko zu begrenzen. Diese Entscheidung ist insbesondere für Call Optionen auf Aktien eher so zu treffen, dass gegen diese Entscheidung argumentiert wird als dafür, ich also eher geneigt bin einen Call Spread zu schreiben als dass ich es nicht mache.

Ich entscheide mich dazu, mein Risiko auf maximal 2.000,00 US-Dollar zu begrenzen und wähle einen 3.320er Call, den ich für eine Prämie von 1.857,00 US-Dollar kaufe. Ich gehe also eine Long Call Position ein, mit einem Delta von 0,11237. Damit ist meine Gesamtposition nahezu Deltaneutral und ich habe eine Prämie von Netto 195,00 US-Dollar abzüglich Transaktionskosten vereinnahmt.

Ab diesem Zeitpunkt beachte ich die gesetzten Regeln. Würde sich die Prämie verdoppeln, schließe ich die Positionen mit Verlust um potenziell größeren Schaden abzuwenden, haben die Optionen nur noch einen Restwert von 20 Prozent, schließe ich die Positionen und realisiere 80 Prozent Gewinn, rund 156,00 US-Dollar. Über den optionsprofitcalculator.com kann ich hier zusätzlich eine Berechnung anstellen.

Das ist das mögliche Vorgehen für den Verkauf von Optionen. Analog gilt dieses Vorgehen auch für den Handel mit Put Optionen.

MERKE: Beim Verkauf von Optionen arbeitet man IMMER mit Limit Orders (LMT) und stellt eine Order nie Market ein. Außerdem sollten alle Aktionen während der US-Börsenzeiten erfolgen.

Routinemäßige Prüfung der Marktlage

Wie bereits deutlich geworden ist, sind Optionen ein sehr nützliches Werkzeug, aber auch mit einigen, nicht unerheblichen Risiken behaftet. Daher muss man seine Positionen mindestens einmal täglich während der US Handelszeiten kontrollieren. Außerdem ist ein regelmäßiger Blick auf die Gesamtlage des Marktes zu richten, denn das große Gesamtbild liefert uns wertvolle Hinweise und Indikationen. Diese Betrachtung muss täglich erfolgen und sollte beispielsweise nach Handelsbeginn an den deutschen Börsenplätzen um 09.00 erfolgen. Dieses Vorgehen soll einen schnellen Überblick über die wichtigsten Märkte verschaffen.

1. Die Volatilität

Ich prüfe täglich den VIX und den VVIX. Wie bereits erklärt, beschreibt der VIX die Volatilität des S&P 500 und wird alle 10 Sekunden von den Rechnern der CBOE berechnet. Er wird auch als “Angstindikator” bezeichnet und sollte bestenfalls unter 20 liegen. Der VVIX ist die Volatilität der Volatilität und sollte in der Regel kleiner als 130 bis 140 sein. Dieser Index bezieht sich auf den VIX und bemisst dessen Volatilität. Außerdem sollte auch die Volatilität einiger wichtiger Rohstoffe kontrolliert werden, beispielsweise für Öl, Gold und einige Währungen.

Vor allem sollte die Volatilität der Märkte im Blick liegen, in denen aktuell Positionen liegen. Die Terminstrukturkurve des VIX wird ebenfalls kontrolliert. Liegt eine Backwardation vor oder befindet sie sich im Contango.

2. Fear & Greed Index

Der CNN Money Fear & Greed Index wird ebenfalls täglich kontrolliert. Er vermittelt einen schnellen Blick auf die Gesamtstimmung im Markt.

3. Betrachtung einiger wichtiger Märkte

Bei der Betrachtung der Märkte interessiert mich vor allem, welche Bewegungen es gab, also wie stark ein Index beispielsweise gestiegen oder gesunken ist und wie sich das Volumen verändert hat.

Wichtige Märkte sind zum Beispiel folgende:

Bei der Betrachtung der Märkte ist die Entwicklung der neuen 52-Wochen-Hochs und den neuen 52-Wochen-Tiefs von Interesse. Wie viele neue Hochs wurden gemacht im Verhältnis zu wie vielen neuen Tiefs. Außerdem der S&P GSCI (früher Goldman Sachs Commodity Index), der 24 unterschiedliche Futures umfasst sowie verschiedene andere Rohstoffindizes. Das Verhältnis zu ihrem gleitenden Schnitt ist von Interesse.

Brauchbare Software sind beispielsweise wieder das Chartprogramm von barchart.com oder Tradingview.

4. Put / Call-Ratios

Bei den P/C-Ratios sind die Veränderungen interessant. Diese Verhältniszahlen geben an, wie viele Puts im Verhältnis zu wie vielen Calls gerade im Markt liegen. Eine sehr gute Quelle sind hier die täglichen Marktdaten der CBOE. Bewegt sich beispielsweise das P/C-Ratio weit über 1,0, dann bedeutet das, dass eine weit größere Anzahl an Put Optionen im Markt liegt, es also ein sehr hohes Interesse daran gibt, sich auf der Unterseite abzusichern.

5. Aktienmärkte

Verschiedene Indizes werden wieder überprüft, welches Volumen in welche Richtung bewegt wurde. Auch ganze Börsen können hier überprüft werden, beispielsweise die NYSE, die NASDAQ, CME oder AMEX, sowie andere Börsenplätze wie die Deutsche Börse oder die London Stock Exchange. Die Märkte können auch untereinander verglichen werden, wer ist relativ der Stärkste oder kommt es an einem bestimmten Markt gerade zu ungewöhnlichen Bewegungen oder ungesunden Tendenzen.

Grundsätzliche kann man die Homepages der jeweiligen Börsenplätze für die Recherche nutzen. Aber auch auf barchart.com sind eine Reihe sehr guter Datensätze über verschiedene Märkte zu finden. Beispielsweise hier die Zusammenstellung der Bewegung an NYSE und NASDAQ, mit der Zahl der gestiegenen, gesunkenen und der unbewegten Aktien und dem entsprechenden Handelsvolumen.

6. Implied Volatility Rank (IVR)

Wie im Verlauf dieses Artikels klar geworden ist, ist der IVR eine gute Indikation, wann ein Markt für den Optionshandel interessant ist. Daher sollte auch regelmäßig der IVR für ganze Märkte kontrolliert werden. Märkte mit einem besonders hohen IVR weit über 40%, sind von Interesse, denn sie bieten die Möglichkeit, schnelle Gewinne durch den möglichen Rückgang der Volatilität zu realisieren. Wiederum bietet sich barchart.com als Datenbasis an. Wahlweise kann der Index selbst ausgelesen werden, aber es ist auch zielführend, einen ETF auf einen bestimmten Index zu betrachten und hier den entsprechenden IVR heranzuziehen.

Der IVR ist prinzipiell für alle Aktien, ETF´s, Indizes etc. interessant, in denen gehandelt werden soll.

Damit sind wir am Ende der Betrachtung über den Handel mit Optionen. Ich hoffe, ich konnte ein gutes Bild über die Möglichkeiten und die Funktionsweise von Optionen vermitteln. Diese Finanzprodukte sind eine gute Ergänzung für jeden Investor und bieten großes Potential, setzen aber definitiv tiefere Kenntnisse voraus, denn ihr Risiko ist nicht unerheblich. Der Vorteil liegt hier darin, dass lediglich der Verkauf ein erhöhtes Risiko aufweist. Ansonsten gilt die altbekannte Regel von Warren Buffett, “Risiko entsteht immer dort, wo ein Investor nicht weiß was er tut.

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