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Der Marktreport #8 – Der Energiemarkt

by Peter Merkle

Viel Vergnügen mit unserem neuen Marktreport von Modern Value Investing.

Das Thema des neuen Marktreports

Dieses mal möchte ich mich mit dem Thema der Energie und der damit verbundenen Rohstoffe widmen. Dabei lege ich entgegen dem allgemeinen Trend eine gesonderte Gewichtung auf die fossilen Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, die nach wie vor ein hohes Gewicht für die Energieversorgung der Welt haben.

Der Energiemarkt

Die Warenterminmärkte für Energie, setzen sich aus den fossilen Brennstoffen wie Rohöl (CL), Ethanol (EH), Erdgas (NG), Brent Öl (BB), Heizöl (HO) und Benzin (RB) zusammen. Dabei handelt es sich um die bekannten Warenterminmärkte, an denen Futures und entsprechenden Optionen auf diese an der Börse gehandelt werden. Dem gegenüber gibt es noch einen Markt für Strom, also leitungsgebundene Energieversorgung, zu der aber auch Erdgas zählt. Der Stromhandel in Europa wird beispielsweise über die European Energy Exchange abgewickelt. Diese Energiebörse, deren Handelsobjekte sich aus Energie und energienahen Produkten zusammensetzen, ist ein Teil der EEX Gruppe. Sie verbindet 600 Handelsteilnehmer und es werden StromErdgas, CO2-Emissionsrechte Emissionsberechtigungen, Frachtprodukte, Metalle und Agrarprodukte gehandelt.

Produkte wie Rohöl, Ethanol und andere Brennstoffe, werden aber über die großen Warenterminbörsen gehandelt. Beispielsweise werden Futures und Optionen über die COMEX und Optionen speziell über die CBOE gehandelt. Erdöl wird in den meisten Fällen mit Treibstoffen in Zusammenhang gebracht. Allerdings ist Erdöl ein Grundstoff für eine breite Palette an Produkten, die für das funktionieren vieler Prozesse unerlässlich sind. Darunter fallen Schmierstoffe, Bitumen als Bindemittel für den Straßenbau und Kunststoffe, die in essentiell sind für die Wirtschaft.

Mit dem Trend dahin, Ölprodukte nicht mehr als Energieträger zu favorisieren, könnte Erdöl zwar an Bedeutung als Brennstoff langfristig verlieren, als Grundstoff ist bisher aber noch eine Abhängigkeit diverser Produktionsabläufe feststellbar. Diese Bedeutung könnte erst im Laufe der Zeit durch günstigere Alternativen und andere Verarbeitungsverfahren schwinden.

Die Lagerbestände an Öl

Die Rohöllagerbestände beschreiben die Ölreserve der Vereinigten Staaten. Die Ölbestände werden wöchentlich von US-Unternehmen an die US-Energiebehörde EIA (US Energy Information Administration) weitergeleitet. Die USA gelten als einer der größten Produzenten von Erdöl. Aus diesem Grund haben die Zahlen einen starken Einfluss auf die internationalen Ölpreise, aber auch auf die Inflationserwartungen. Wenn die Rohöllagerbestände steigen, führt das auf dem Ölmarkt in der Regel zu einem fallenden Ölpreis. Umgekehrt steigt der Ölpreis, wenn die Ölreserven deutlich sinken.

Wie aus den Daten hervorgeht, sind die US- Lagerbestände im Mai 2020 auf über 532,345 Mio. Barrel gestiegen, ein Hoch, das zuletzt im März 2017 mit rund 535,543 Mio. Barrel erreicht wurde. In der langfristigen Betrachtung sieht es also so aus, als würden die Amerikaner ihre Lagerbestände auf einem hohen Niveau halten wollen.

Diese Bestände sind aktuell wieder etwas zurück-gekommen und liegen im Moment um die 474,0 Mio. Barrel, etwa 5,2 Mio. Barrel weniger als in der Vorwoche. Das Handelsbaltt titelte hierzu: „US-Lagerbestand für Öl überraschend gesunken“ vom 10. Juni 2021.

Die Positionierung der Marktteilnehmer

Aktuell steigen die Preise für alle Energieträger, was auf ein in Teilen schwer zerrüttetes Marktgefüge zurückzuführen ist, auf Angebots- und Nachfrageschocks, sowie auf die expansive Geldpolitik vieler Zentralbanken, sowie speziell im Fall der Bundesrepublik Deutschland auf eine zusätzliche Steuererhebung. Die allgemeine Preisentwicklung von Energieträgern stellt sich wie folgt dar:

Im Allgemeinen kann man hohe Preissteigerungen im Verlauf des Jahresanfanges 2021 sehen. Mit der Ausnahme von Uran sind diese Steigerungen im zweistelligen Prozentbereich.

Was die Netto-Positionierungen der kommerziellen Marktteilnehmer angeht, so befinden sich diese für Rohöl und Benzin durchgehend netto auf der Verkäuferseite für Futures auf diese Rohstoffe. Daher ist lediglich interessant, ob sich die Short-Position nennenswert in die eine oder andere Richtung bewegt.

Mit über 2,5 Millionen offenen Positionen, ist der Rohölmarkt der größte Markt in seiner Klasse und einer der bedeutendsten Märkte.

Der zweitgrößte Energiemarkt umfasste immerhin rund 1,2 Millionen offene Positionen.

Quelle: https://www.cmegroup.com/trading/energy/refined-products/rbob-gasoline_quotes_volume_voi.html?optid=429#tradeDate=20210609

Im Vergleich dazu, wird im Markt für Benzin gerade einmal ein Open Interest von 443140 Positionen gehandelt.

Die Energiemärkte sind von herausragender Bedeutung für jede Volkswirtschaft der Welt, denn Preisschwankungen hier haben Einfluss auf nahezu alle anderen Wirtschaftszweige. Die Verfügbarkeit von günstiger Energie und den aus diesen Rohstoffen gewonnenen Vorprodukte, ermöglichen es erst eine globale Wirtschaft wie die der modernen Zivilisation zu betreiben. Das war ein kurzer Überblick über den Energiemarkt.

Peter Merkle

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