Home Marktbericht Der Marktreport #7 – Uran als Energieträger

Der Marktreport #7 – Uran als Energieträger

by Peter Merkle

Viel Vergnügen mit unserem neuen Marktreport von Modern Value Investing.

Das Thema des Marktreports

In unserem neuen Marktreport beschäftigen wir uns dieses Mal mit dem Energieträger Uran und das bedeutet speziell mit dem Uranisotop 235U, wie es für konventionelle Kernkraftwerke gefördert und verwendet wird. Zwar hat die Kernenergie einen fast durchgehend schlechten Ruf, ist aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades und dem in Relation sehr geringen Flächenbedarf pro Leistungseinheit, für viele Staaten eine angestrebte Form der Energieerzeugung, um den wachsenden Bedarf ihrer Volkswirtschaften an erschwinglicher Energie zu decken. Die Faustregel lautet immer wieder, dass günstige Energie essenziell notwendig ist, wenn Wohlstand für möglichst viele Menschen erreicht werden soll.

Uran

Natürlich in Mineralen auftretendes Uran besteht zu etwa 99,3 % aus dem Isotop 238U und zu 0,7 % aus 235U. Das Uranisotop 235U ist durch thermische Neutronen spaltbar und damit – neben dem äußerst seltenen, aber aus Uran erzeugbaren Plutonium-Isotop 239Pu – das einzige natürlich vorkommende Nuklid, mit dem eine selbsterhaltende Kernspaltungs-Kettenreaktion möglich ist. Daher findet es Verwendung als Primärenergieträger in Kernkraftwerken und Kernwaffen.

Neben den bekannten Katastrophen und Problemfällen, wie dem Kernkraftwerk Tschernobyl und der Fukushima-Katastrophe, stellt auch das Isotop 238U ein Problem dar, denn pro Tonne spaltbares Uran, fallen ein Vielfaches an „abgereichertem“ Uran an, welches ebenfalls traurige Berühmtheit erlangte, in seiner Verwendung als panzerbrechende Munition. Beispielsweise verwenden die USA in ihrer M829-120-mm-Wuchtmunition abgereichertes Uran und wurde zum Beispiel in den Golfkriegen eingesetzt. Aus diesen Beispielen und weiteren Ereignissen und der harten Kritik an der Kernkraft, hat sich ein äußerst negatives Bild selbiger entwickelt. Nichtsdestoweniger, setzten viele Staaten, unabhängig von mitunter berechtigter Kritik, auf diese Technologie und entwickeln diese auch kontinuierlich weiter. Trotz aller Nachteile ist Atomkraft CO2-neutral und spielt neben der Smog-Reduzierung für viele Länder daher auch zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen und somit paradoxerweise zur Erreichung von Klimazielen eine wichtige Rolle.

Kernkraft als Wirtschaftsfaktor

Nach Angaben der International Atomic Energy Agency, befinden sich aktuell über 400 Kernreaktoren in 30 Ländern im Einsatz, die rund 11 Prozent der weltweiten Strommengen liefern. Insgesamt arbeiten aktuell 443 Reaktoren, weitere 52 befinden sich im Bau. Damit nimmt netto die Anzahl an Kernkraftwerken zu, trotz zahlreicher Abschaltungen. Dazu finden aktuell mehrere hundert Planungen und Machbarkeitsstudien für neue Anlagen statt.

Quelle: https://pris.iaea.org/pris/

Daraus kann man schließen, dass abgesehen vom Sonderweg der Bundesrepublik Deutschland, die Kernenergie für viele Staaten eine Lösungsstrategie für ihren Energiebedarf darstellt. Auch der technische Fortschritt begünstigt die Reaktortechnologie zur Energiegewinnung. So weist die IAEA mittlerweile 5 Reaktorsysteme aus:

Vor allem die Flüssigsalzreaktoren, oder auch Salzschmelzenreaktoren, könnten dabei helfen, ein altbekanntes Problem der Kernenergie zu lösen. Die Radioaktiven Abfälle der Siedewasser-Reaktoren, die bisher das gängige Reaktorkonzept darstellen, können in diesen Reaktoren wiederverwertet werden. Außerdem werden sicherheitsrelevante Aspekte betont. Flüssigsalzreaktoren arbeiten bei Atmosphärendruck und nicht, wie Druckwasserreaktoren oder Siedewasserreaktoren, bei Drücken von 50 bis 150 bar, weshalb eine Dampfexplosion im Bereich des Reaktorkerns nicht möglich ist. Das soll nur ein Beispiel sein um die Möglichkeiten zu verdeutlichen, die die fortschreitende Entwicklung bietet. Somit könnte man einem maßgeblichen Rufschädiger der Kernenergie allmählich Herr werden, was für die weitere Forschung an der Technologie spricht und für die Zukunft einen positiven Ausblick bietet.

Molten Salt Reactors - IAEA

Sie arbeiten bei höheren Temperaturen, was zu einer höheren Effizienz bei der Stromerzeugung führt. Darüber hinaus können niedrige Betriebsdrücke das Risiko eines großen Bruchs und eines Kühlmittelverlusts infolge eines Unfalls verringern und dadurch die Sicherheit des Reaktors erhöhen.

MSRs erzeugen auch weniger hochaktive Abfälle, und für ihre Konstruktion sind keine festen Brennstoffe erforderlich, sodass sie nicht mehr gebaut und entsorgt werden müssen. Diese Reaktoren können sich an eine Vielzahl von Kernbrennstoffkreisläufen (wie Uran-Plutonium- und Thorium-Uran-Kreisläufen) anpassen, die die Erweiterung der Brennstoffressourcen ermöglichen. Sie können auch als Atommüllbrenner oder Züchter konzipiert werden. Die von MSRs erzeugte Hochtemperaturwärme kann dann zur Stromerzeugung und für andere Hochtemperatur-Prozesswärmeanwendungen verwendet werden.

Die Entwicklung der MSR-Technologie nimmt in vielen Ländern zu. Sie arbeiten an einer Vielzahl von Reaktorkonzepten, die ihre Ursprünge auf das Salzschmelze-Reaktorexperiment zurückführen können, das in den 1960er Jahren von den Oak Ridge National Laboratories durchgeführt wurde. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen konzentrieren sich auf die Lösung materialbezogener Probleme, die Bewertung von Sicherheitsmerkmalen, die Entwicklung zentraler Entwurfsmethoden und die Bewertung von Wirtschaftsmodellen.

Die IAEO fördert einen internationalen Informationsaustausch über die Fortschritte in der Reaktortechnologie, auch für MSRs. Es bietet ein Forum für die internationale Zusammenarbeit bei FuE-Aktivitäten und unterstützt die Mitgliedstaaten durch objektive und zuverlässige Informationen und das Verständnis verschiedener Reaktortechnologien und ihrer nichtelektrischen Anwendungen.

Der Rohstoff Uran

Derzeit entfallen rund 25 % der weltweiten Produktion auf Kanada, weitere Förderländer sind Australien, wo gleichzeitig die größten Uranreserven lagern, Russland, Kasachstan, Namibia sowie Niger. Im weiteren Marktreport gehen wir näher auf den Uranmarkt ein.

Die IAEA rechnete in einer Prognose, dass der Bedarf an Uran von rund 64 Kilotonnen in 2010, auf 98 bis 136 Kilotonnen 2035 weltweit steigen könnte. In einem Bericht der Nuclear Energy Agency vom 23. Dezember 2020, der unter dem Titel “ Uranium 2020 Resources, Production and Demand“ veröffentlicht wurde„, wird von bekannten Lagerbeständen von rund 8.070 Kilotonnen Uran-Erz gesprochen. Das sind +1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2018. Der Bericht selbst bezieht sich auf den 01. Januar 2019. Die weltweite Uranminenproduktion ging von 2017 bis 2018 aufgrund von Produktionskürzungen aufgrund schlechter Marktbedingungen um 10,8% zurück, stieg jedoch 2019 leicht um 1% auf 54,224 Kilotonnen Uran. Darüber hinaus wurden die geplanten Kürzungen der Uranproduktion Anfang 2020 durch den Beginn der Produktion vertieft. Die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen waren bis 2021 und darüber hinaus zu spüren.

Abhängig von den Entwicklungen im Kernenergiesektor könnte der reaktorbezogene Uranbedarf von 56,64 Kilotonnen Uran pro Jahr in einem Szenario mit geringer Nachfrage bis zu 100,224 Kilotonnen im Jahr in einem Szenario mit hoher Nachfrage bis 2040 reichen. Während die Prognosen für die Kernkapazität von Region zu Region erheblich variieren wird erwartet, dass das größte Wachstum im Nuklearsektor und im Uranbedarf in der ostasiatischen Region liegt.

Die Schätzungen gehen dahin, dass sogar ohne vorhandene Recycling-Möglichkeiten die Uranvorkommen zwischen 50 und 200 Jahren ausreichen dürften.

Der Markt für Uran

Seinen Hochpunkt hatte der Uranpreis im Jahr 2007, mit rund 140,00 US-Dollar pro Pfund. Danach nahm der preis kontinuierlich ab. Sein Tief erreichte der Preis schließlich 2016 mit gerade einmal 17,00 US-Dollar pro Pfund Uranerz.

Mit der zunehmenden Bedeutung der Kernenergie als einem Weg zu günstiger Energie, könnte sich dieser Preis allerdings bald wieder besser entwickeln. Entsprechend könnten die Fördergesellschaften und die Unternehmen dieser Industrie eine starke Wiederbelebung ihres Geschäfts erleben. Ein weiteres Indiz für mögliche steigende Uranpreise, sind die Verknappungen auf dem Markt. LYNX-Broker schrieb dazu in einem Artikel folgendes:

Auf der anderen Seite verknappt sich das Angebot durch stetige Minenschließungen. Waren vor einigen Jahren noch rund 500 Minen in Betrieb, so liegt die Zahl aktuell bereits unter 50. Rund 80 % der weltweiten Uranversorgung stammen dabei aus lediglich zehn Minen. Darüber hinaus gibt es gerade mal fünf in der Entwicklungsphase befindliche Großprojekte, durch die das Angebot zukünftig sichergestellt werden soll.

Der größte börsennotierte Urankonzern Cameco legte im Jahr 2018 die weltgrößte Uranmine McArthur River vorläufig still und nahm dadurch mehr als 8.000 Tonnen Uran vom Markt. Kurz darauf erklärte auch der mit 40 % Marktanteil weltgrößte Uranproduzent Kazatomprom vorläufige Produktionskürzungen um mindestens 4.000 Tonnen jährlich. Allein die beiden Produktionsdrosselungen sortgen dafür, dass sich das weltweite Uranangebot um mehr als ein Fünftel (!) reduzierte. Weitere Minenschließungen wie die Langer Heinrich Mine in Namibia durch den Bergbaukonzern Paladin verschärfen die Lage. Deshalb bewegt sich der Uranmarkt von einem leichten Überschuss im Jahr 2017 langsam aber sicher in Richtung Versorgungsdefizit. Im Jahr 2020 sorgten Corona-bedingte Shutdowns für einen weiteren Produktionsrückgang von insgesamt rund 9.000 Tonnen.

Diese Verknappungen des Angebots sind durchaus glaubhaft, denn viele Minen sind nicht in der Lage, bei den aktuellen Uranpreisen zwischen 30 und 32 US-Dollar pro Pfund profitabel zu arbeiten. Laut dem Artikel von LYNX-Broker, machen die Uran-Kosten nur etwa 2 bis 3 Prozent der Gesamtkosten aus, entsprechend können diese Energielieferanten Preissteigerungen beim Uran relativ leicht verkraften.

Der Artikel wurde unter dem Titel „Die besten Uran Aktien 2021“ veröffentlicht und wird im Marktreport mit behandelt.

Die interessanten Marktteilnehmer

Es gibt für den Uranmarkt eine relativ überschaubare Anzahl an Unternehmen, die man betrachten kann, sollte man als geneigter Investor die Möglichkeit in Betracht ziehen, von der Zukunft der Kernenergie zu profitieren.

UnternehmenHeimatlandMarktkapitalisierung
[in Mio. US-Dollar]
EV/EBITReturn on Capital
(Joel Greenblatt)
[in %]
Earnings Yield
(Joel Greenblatt)
[in %]
Cameco Corp.Kanada7750,0423,70,510,24
Denison Mines Corp.Kanada937,2-66,42-5,81-1,51
Centrus Energy Corp.USA311,35,381088,3718,6
NexGen Energy Ltd.Kanada2040-15,41-56,5-6,48
Uranium Energy Corp.USA665,4-52,57-17,87-1,92
Ur-Energy, Inc.USA265,2-52,57-17,87-1,92
Uranium Royality Corp.Kanada209,8-197,42-204,29-0,50
Energy Fuels, Inc.USA825,9-24,1-24,52-4,16
Berkeley Energia Ltd.Australien114,3-14,13-30,71-7,08
NAC KazatompromKasachstan----
Paladin Energy Ltd.USA1060,0-50,29-6,99-1,99
Uranium Participation Corp.Kanada608,0-14,89-525,27-0,68

Aus den vorhandenen Daten lässt sich erkennen, dass aktuell die Mehrzahl der Uran-Förderer rote Zahlen schreiben und wirtschaftlich kaum Schlagkraft entwickeln können. Der Uranpreis ist für diese Unternehmen natürlich der entscheidende Faktor.

Cameco ist in Kanada beheimatet und eines der größten Unternehmen der Branche. Hier fällt vor allem der enorme Verfall der Margen ins Auge, der durch die sinkenden Uran-Preise zustande gekommen ist. Als globaler Marktführer dient Cameco praktisch als Vergleichsstandard für die gesamte Uran-Branche.

Auch andere Unternehmen der Vergleichsgruppe, wie beispielswiese Energy Fuels, leiden unter ähnlichen Effekten.

Ebenso hier Centrus Enegy.

Ein Sonderfall in dieser Konstellation ist das Unternehmen Uranium Participation, deren Geschäftsmodell darin besteht, Uran physisch anzukaufen und es anschließend in Kanada, den USA und in Europa einzulagern. Dieses Unternehmen hat dementsprechend keine hohen Förderkosten und kann auch von den aktuell niedrigen Preisen profitieren, indem diese zum Kauf von Uran genutzt werden. Das macht das Unternehmen attraktiv, wenn man als Investor auf einen steigenden Uranpreis setzt.

Artikel von LYNX-Broker – Ausschnitt über Unternehmen

LYNX: Die besten Uran Aktien 2021

Cameco: Schwergewicht der Uranbranche

Wer in Uranaktien investieren möchte, der kommt um Cameco (ISIN: CA13321L1085 – Symbol: CCJ – Währung: CAD), den größten börsennotierten Uranproduzenten wohl nicht herum. Der kanadische Konzern mit Sitz in Saskatoon, Saskatchewan ging im Jahr 1988 aus der Fusion der Saskatchewan Mining Development Corporation (SMDC) und Eldorado Nuclear Limited hervor. Cameco (Canadian Mining & Energy Corporation) verfügt über Minen in Kanada, den USA und Kasachstan, die schätzungsweise zwischen 15 % und 18 % der weltweiten Abbaukapazitäten repräsentieren und insgesamt für geprüfte und wahrscheinliche Uranlagerstätten im Umfang von 455 Mio. Pfund stehen. Damit ist der Konzern weltweit die Nummer zwei hinter Kazatomprom aus Kasachstan. Neben der Urangewinnung bietet das Unternehmen Dienstleistungen für Unternehmen aus der Kernkraft- und Nuklearbranche an. Über eine Kooperation mit einem Atomkraftwerkbetreiber ist Cameco in Kanada auch an der Weiterverarbeitung von Uran und der Produktion von Kernenergie beteiligt.

Minenschließungen sollen Uranpreise nach oben treiben

Aufgrund der niedrigen Uranpreise wurde 2016 bereits die Rabit Lake Mine geschlossen. Im vergangenen Jahr wurde auch das vorübergehende Aus für die Cigar Lake und McArthur River Minen verkündet. Durch die harten Maßnahmen begegnete man den niedrigen Uranpreisen, die keine kostendeckende Produktion erlaubten. Denn Cameco produziert Uran im Schnitt zu Pfund-Preisen von 31 USD, ein Preisniveau, das zuletzt viele Jahre nicht mehr erreicht und erst im Jahr 2020 kurzzeitig überschritten wurde. Und genau deshalb hat die Cigar Lake-Mine den Betrieb im September 2020 wieder aufgenommen, während die anderen beiden Minen lediglich gewartet und in Stand gehalten werden.

Dass Cameco die Minen zuvor relativ lang in Betrieb hielt, lag unter anderem daran, dass es mit vielen Kunden noch alte, langfristige Lieferverträge zu höheren Preisen gibt. Im Jahr 2020 erlöste Cameco trotz eines durchschnittlichen Spot-Preises von ca. 29 USD je Pfund im Schnitt knapp 37 USD je verkauftem Pfund. Außerdem besteht ein großer Teil der Kosten aus Abschreibungen auf Förderanlagen. Auch wenn die Substanz „leidet“, floss zumindest kein Cash ab, so dass die erzielten Erlöse weiterhin für Mittelzuflüsse sorgten.

Um seinen Lieferverpflichtungen trotz stark gedrosselter Produktion nachzukommen kaufte Cameco zuletzt selbst große Uranmengen günstig am Markt auf und gab diese mit vertragsgemäßem Aufschlag an die Kunden weiter. Dadurch konnte man gleichzeitig das Überangebot am Markt deutlich reduzieren. Aktuell wird weniger als ein Drittel des benötigten Urans selbst gefördert, der Rest wird am Markt eingekauft.

Durch die Preiseinbrüche sind bereits zahlreiche Wettbewerber ausradiert worden und von der Bildfläche verschwunden. Durch die klare Richtungsänderung im Jahr 2018 mit erheblichen Förderkürzungen wurden die Preise mittlerweile wieder in knapp profitable Regionen bewegt. Durch die mittlerweile geschlossene Nachfragelücke sollte dieser Trend weiter anhalten, so dass jeder weitere Preisanstieg für Cameco als Gewinnhebel wirkt.

Dividendenzahlung trotz schwacher Uranpreise

Dass Cameco aufgrund der schwachen Uranpreise seit Jahren mit Umsatzrückgängen kämpft, überrascht wenig. Im Schnitt gingen die Umsatzerlöse in den vergangenen drei Jahren um -4 % zurück. Trotzdem generiert das an der Börse mit rund 6,2 Mrd. USD bewertete Unternehmen zumindest weiterhin einen positiven Cashflow: Im Jahr 2020 wurden insgesamt Mittelzuflüsse in Höhe von 57 Mio. CAD generiert (2019: 527 Mio. CAD). Neben den Wartungskosten für die zeitweilig geschlossenen Minen belastete vor allem die Covid-19-Pandemie, so dass es trotz höherer Uranpreise einen Umsatzrückgang in Höhe von -3 % auf 1,80 Mrd. CAD (2019: 1,86 Mrd. USD) sowie einen Verlust in Höhe von 0,13 CAD je Aktie zu verbuchen gab (2019: +0,19 CAD je Aktie).

Mit rund 943 Mio. USD an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen ist das Unternehmen weiterhin kerngesund und in einer komfortablen Finanzsituation.

Zwar wurde die Dividende zuletzt deutlich auf 8 Cent je Aktie zusammengestrichen, aber allein die Tatsache, dass eine Dividende bezahlt werden kann, ist im schwierigen Marktumfeld der vergangenen Jahre keine Selbstverständlichkeit. Seit dem Börsengang im Jahr 1991 wurde jedes Jahr eine Dividende bezahlt. Auch wenn sich die Branche preisbedingt weiterhin in einer schwierigen Phase befindet, ist Cameco weiterhin profitabel und schüttet Gewinne aus.

Fazit: Wer auf steigende Uranpreise setzt, investiert in Cameco

Wer als Anleger im Jahr 2020 und darüber hinaus auf eine Uranpreisrallye setzt, sollte sich zum aktuellen Kurs von knapp 16 USD spekulativ einige Cameco-Aktien ins Depot legen. Ohne Frage, Investments in Uranwerte sind mit höheren Risiken verbunden als andere Investments. Die Betreiber von Uranminen arbeiten unmittelbar an der Grenze zur Profitabilität und könnten durch erneute Preisrückgänge entsprechend hart getroffen werden.

Die besten Uran Aktien: Entwicklung der Cameco Corp Aktie von März 2018 bis März 2021 | Online Broker LYNX

Der Preis für Uran ist nach den Minenschließungen jedoch bereits ein Stück weit angestiegen, so dass es durchaus auch Grund für Optimismus gibt. Cameco kommt zu Gute, dass das Unternehmen immer noch langfristige Lieferverträge zu höheren Preisen bedient und dabei zu Kosten unter dem Branchendurchschnitt produzieren kann. Rechnen Sie bei Cameco, wie auch bei allen anderen Uran-Aktien, mit weiterhin hohen Kursschwankungen und investieren Sie ggf. einen geringen Depotanteil.

Uranium Energy: Heiße Wette auf Uranpreis-Anstiege

Das US-Unternehmen Uranium Energy (ISIN: US9168961038 – Symbol: UEC – Währung: USD) ist einer der wenigen kleineren Uran-Produzenten, die im Geschäft geblieben sind. Aufgrund der niedrigen Preise steht die Uranförderung allerdings still, was jedoch nicht heißt, dass keine Testbohrungen und Datenanalysen stattfinden. Uranprojekte des Unternehmens finden sich beispielsweise in den US-Bundesstaaten Texas, Wyoming, New Mexico, Arizona und Colorado. Außerdem betreibt das Unternehmen eine Uran-Verarbeitungsanlage in Hobson, Texas. Da Uranium Energy generell keine Vorausverkäufe tätigt, profitiert der Konzern vollumfänglich von Uranpreisanstiegen. Außerdem hat das Unternehmen zuletzt 1,2 Mio. Pfund Uran im Gesamtwert von 35 Mio. CAD zu einem Preis von knapp 29 USD je Pfund erworben, da man von steigenden Notierungen ausgeht.

Erfahrenes Management nutzte die Opportunitäten der Uranpreis-Schwäche

Geführt wird der Konzern durch ein erfahrenes und sehr umsichtig agierendes Management um Gründer und CEO Adnani. Dieser positionierte sein Unternehmen in der Krise geschickt und erwarb für kleines Geld weitere hochkarätige Uran-Projekte wie beispielsweise im Powder River Basin in Wyoming, USA. Dadurch kann Uranium Energy die Produktion schnell hochfahren, sobald der Uranpreis ausreichend weit nach oben klettert. Und da es genau danach aussieht, wird aktuell mit Hochdruck daran gearbeitet die Produktionsanlagen auf einen baldigen Betrieb vorzubereiten.

Geschäftsbetrieb noch auf Sparflamme

Neben der Schnäppchenjagd bei erstklassigen Uranprojekten hat Uranium Energy die Kostenstruktur in der Krise schnell an die Gegebenheiten des Marktes angepasst und ist in den vergangenen Jahren im Gegensatz zu vielen Konkurrenten keine großen finanziellen Risiken eingegangen. An erster Stelle stand das Überleben des Unternehmens, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, gestärkt aus der Branchenbereinigung hervorzugehen. Nach Kapitalerhöhungen Ende 2020 und Anfang 2021 hat Uranium Energy aktuell rund 95 Mio. USD an Cash, Eigenkapital und Uran-Lagerbeständen und könnte am Markt notfalls weitere Mittel einsammeln, falls wider Erwarten ein erheblich längerer Betrieb auf Sparflamme notwendig sein sollte.

US-Regierung will Uran-Produktion in den USA ankurbeln: Uranium Energy profitiert

Doch danach sieht es aktuell gar nicht aus, denn es könnte sich schon bald etwas tun: Die US-Regierung beschloss noch unter Trump den Aufbau einer strategischen staatlichen Uran-Reserve. Auch die Demokraten scheinen offensichtlich an dem Plan festzuhalten, mindestens zehn Jahre lang jährlich in den USA gefördertes Uran im Wert von 150 Mio. USD aufzukaufen. Aktuell werden noch 99 % des benötigten Urans aus dem Ausland importiert, so dass auch das US-Militär von ausländischen Lieferungen abhängig ist. Diesen Zustand will man nun so schnell wie möglich beenden, denn die USA sind nach wie vor der größte Nachfrager nach Uran. Damit der Plan in die Tat umgesetzt werden kann, müssen neue oder stillgelegte Projekte in den USA (wieder) in Produktion gehen, denn die aktuelle US-Produktion liegt bei Null. Und Uranium Energy befindet sich in der „Pole Position“, denn beispielsweise ist das Reno Creek Projekt in Wyoming, das größte lizensierte Uran-Projekt in den USA, in der Vorbereitungsphase zur Produktion. Die erwartete jährliche Kapazität liegt im Bereich von 2 Mio. Pfund Uran. Auch das Burke Hollow Projekt in Süd Texas könnte laut Unternehmensangaben zeitnah starten, um die Nachfrage der US-Energiebehörde zu decken.

Titan als zweites Standbein

Uranium Energy ist nicht nur im Uransektor aktiv, sondern ist gleichzeitig auch eine Titan-Aktie. Durch die Übernahme des Alto Parana-Projekts in Paraguay von CIC Resources hat Uranium Energy ein qualitativ hervorragendes Titanprojekt erworben, das sich über eine Fläche von über 70.000 Hektar mit fünf Bergbauberechtigungen erstreckt. Der Kauf erfolgte im Jahr 2016 zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt, als sich der Titanpreis auf einem mehrjährigen Tiefpunkt befand.

Titan ist ein vielseitig verwendbares Metall, das beispielsweise zur Produktion von verschiedenen Metall-Legierungen verwendet wird, die zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen. Der Großteil der Titanmineralien wird jedoch zur Herstellung von Titanoxid benötigt, einem Pigment, das die Deckkraft in Farben, Papier, Plastik, Nahrungsmitteln und Kosmetikartikeln erhöht. Ein erstes Bohrprogramm mit insgesamt 49 Probebohrungen wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, dabei wurden rund 5 Mrd. Tonnen Gestein mit einem hohen Titanoxid-Gehalt von 7,4 % festgestellt. Damit können nun weitere Schritte in Richtung Produktion vorangetrieben werden.

Fazit: Für hochspekulative Investoren

Das mit knapp 633 Mio. USD Marktkapitalisierung im Vergleich zu Cameco sehr kleine Unternehmen ist hervorragend aufgestellt, um von Preissteigerungen bei Uran zu profitieren. Der Konzern verfügt über Uran-Produktionsstätten, die jederzeit in Betrieb gehen können, sobald gestiegene Uranpreise oder lukrative Lieferkontrakte mit der US-Regierung eine nachhaltig profitable Förderung sicherstellen. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass das Unternehmen den Kapitalmarkt zwischenzeitlich nochmal mit einer Kapitalerhöhung anzapfen muss. Dies könnte dann zu einer gewissen Verwässerung führen. Mit dem Titan-Projekt in Paraguay hat das Unternehmen zudem ein weiteres heißes Eisen im Feuer – für alle Fälle.

Die besten Uran Aktien: Entwicklung der Uranium Energy Aktie von März 2018 bis März 2021 | Online Broker LYNX

Die Aktie von Uranium Energy hat sich aufgrund der steigenden Uranpreise bereits deutlich von den Tiefstständen des Corona-Crashs von 0,35 USD erholt und sich zwischenzeitlich bis Anfang 2021 sogar auf bis zu 3,67 USD hochgearbeitet, was mehr als einer Verzehnfachung (!) entspricht. Aktuell notiert der Wert wieder etwas tiefer bei rund 2,82 USD. Für spekulative Anleger könnte die Aktie bei einem möglichen Rücksetzer in den Kursbereich von ca. 2 USD ein interessantes Einstiegsniveau für längerfristige Investitionen bieten. Die Aktie ist zuletzt allerdings schon extrem stark gelaufen, weshalb allenfalls ein sehr geringer Depotanteil investiert werden sollte.

Uranium Participation: Investments in physisches Uran

Das Unternehmen Uranium Participation (ISIN: CA9170171057 – Symbol: U – Währung: CAD) investiert ausschließlich in physisches Uran. Deshalb ist die Aktie vor allem für Anleger interessant, die auf einen weiteren Preisanstieg des Rohstoffs setzen. Uranium Participation bietet bei steigenden Uranpreisen einen ordentlichen Gewinnhebel, ohne selbst das Risiko von Erfolg oder Misserfolg eigener Bergbauaktivitäten tragen zu müssen. Eine Kooperation besteht mit dem Rohstoffunternehmen Denison Mines, das Know How und Management-Dienstleistungen zur Verfügung stellt. Dadurch können die Verwaltungs- und Personalkosten auf ein Minimum beschränkt werden.

Ziel: Stetige Steigerung des Nettoinventarwerts

Das Unternehmen kauft von freien Finanzmitteln stetig Uran zu und lagert dieses anschließend in Kanada, den USA und Europa ein. Das Management betont ausdrücklich nicht auf kurzfristige Preisschwankungen zu spekulieren oder aktiv zu handeln. Ziel ist es vielmehr, den Nettoinventarwert (Net Asset Value oder NAV) pro Aktie bzw. die Menge an Uran pro Aktie stetig zu steigern. Zumindest mengenmäßig ist dies trotz der Bürde der Verwaltungskosten in den vergangenen 12 Jahren gelungen: Pro Aktie wurde die Menge an gehaltenem Uran jährlich um 4 % gesteigert.

Aktienkurs leicht über dem Nettoinventarwert

Dazu werden gemäß den eigenen Richtlinien mindestens 85 % der in Finanzierungsrunden generierten Mittel in Uran angelegt. Bislang wurden sogar knapp 94 % der bislang eingesammelten 775 Mio. CAD in Uran investiert. Der Marktwert der Lagerbestände lag Anfang 2021 bei ca. 660 Mio. CAD oder 4,90 CAD pro Aktie. Die Aktie, die längere Zeit mit einem Kursabschlag von bis zu 20 % auf die Lagerbestände gehandelt wurde, notiert heute mit Kursen von ca. 5,30 CAD wieder über dem NAV. Lagerung und Verwaltung kosten jährlich rund 0,9 % des NAVs.

De facto ein Uran-Fonds oder Uran-ETF

Die Aktie entspricht einem Uran-Fonds oder Uran-ETF. Mit 0,9 % des NAVs sind die jährlichen Betriebskosten absolut im grünen Bereich. Die Aktie von Uranium Participation eignet sich hervorragend für Anleger, die langfristig von steigenden Uranpreisen ausgehen, denn die Kursentwicklung hängt fast 1:1 am Uranpreis.

Die besten Uran Aktien: Entwicklung der Uranium Participation Aktie von März 2018 bis März 2021 | Online Broker LYNX

Bei der Aktie besteht nicht wie bei anderen Uranwerten das Risiko, dass beispielsweise ein Bergbauprojekt schief geht oder die Kosten für die Erschließung oder den Betrieb einer Mine aus dem Ruder laufen. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Risiken für das Unternehmen überschaubar, denn notfalls kann entweder eine Kapitalerhöhung stattfinden oder Uran aus den eigenen Reserven verkauft werden. Der Kursaufschlag auf den Nettoinventarwert ist überschaubar, so dass ein Investment in Uranium Participation zu einer relativ fairen Bewertung erfolgen kann.

Fazit

Wenn man als Investor den Energiemarkt abbilden möchte und hier speziell die Zukunft der Kernkraft als positiv einschätzt, der hat über die Uranproduzenten die Möglichkeit in diesen Markt zu investieren. Die Preise des Energieträgers sind aktuell noch sehr niedrig, aber die bereits bestehende Anzahl an im Bau befindlichen AKW´s, sowie die horrende Anzahl der geplanten Anlagen, sowie die technische Entwicklung und Realisierung neuer Reaktorkonzepte, lassen für den Uranpreis ein definitiv positives Fazit zu. Hier ist allerdings aktuell hohe Vorsicht walten zu lassen, denn viele Unternehmen sind aus fundamentaler Sicht eher spekulative Titel. Große Firmen wie Cameco oder spezialisierte Unternehmen wie Uranium Participation, können aber, wie auch im Artikel von LYNX besprochen, als Anlagevehikel interessant sein.

Recherchequellen

Ich hoffe der Marktreport war wieder interessant zu lesen

Peter Merkle

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