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Der Globale Markt für Holz

by Peter Merkle

Im neuen Marktbericht von Modern Value Investing, sehen wir uns den globalen Markt für Holz und Holzprodukte näher an. Holz ist wohl der älteste Baustoff der Menschheit und auch heute noch als Konstruktionsmaterial für Gebäude und andere Bauwerke ein essentieller Bestandteil. Holz ,richtig behandelt und gepflegt, ist ein langlebiges Material und ein nachwachsender Rohstoff. Bestechende Eigenschaften von Holz, die es als Material wertvoll machen, sind beispielsweise eine geringe Dichte, ein geringes Gewicht, bei gleichzeitig hoher Steifigkeit. Holz besitzt eine gute Verarbeitbarkeit, Beständigkeit (Dauerhaftigkeit) und Tragfähigkeit, neben weiteren Eigenschaften. Neben der Verwendung für Bauwerke, wird Holz auch in der Verpackungsindustrie und der Logistik stark nachgefragt.

Je nach Form und Verarbeitungsgrad wird zwischen verschiedenen Bauholzprodukten unterschieden, die in die Kategorien Vollholz, Brettschichtholz und Holzwerkstoff eingeordnet werden. Verschiedene Normen definieren Qualitätsansprüche und Eigenschaften, welche die Bauholzprodukte, je nach Verwendung, erfüllen müssen.

Nach der deutschen DIN 1052 Norm, sind nur bestimmte Holzarten zur Verwendung für tragende Zwecke zugelassen. Dabei werden Nadelhölzer und Laubhölzer unterschieden.

Im folgenden Artikel beschäftigen wir uns mit dem Markt für Holz und sehen uns die Exporteure und Marktcharakteristiken an.

Die aktuelle Preisentwicklung bei Holz

Im Verlauf der allgemeinen Entwicklung an den Rohstoffmärkten, hat Holz sein Anfang 2020 einige Kurskapriolen hinter sich. Den bisherigen Höchststand haben wir im Mai 2021 gesehen, als die 1000 Fuß Holz für knapp 2000 US-Dollar gehandelt wurden. Der Markt ist von einer anhaltend hohen Nachfrage und sich immer wieder entwickelnden Lieferengpässen geprägt, was die zum Teil enormen Kurssprünge größtenteils erklärt.

Holzpreis in USD je 1000 Fuß (board feet)

Den Holzpreis haben hier mehrere Faktoren beeinflusst. Nicht nur eine hohe Nachfrage und die Lieferengpässe, auch Wettereinflüsse, wie eine starker Winter, Hochwasser Ereignisse und Trockenheit in Kombination mit Bränden wirken sich auf den Holzpreis aus. Dazu kommen die Logistiker, die ebenfalls unter anhaltenden Problemen zu leiden haben.

Die wichtigsten Exportländer für Holz

Aus den Daten des Portals weltexporte.de ist ersichtlich, dass über 32 Prozent des weltweiten Marktes für Holz von Kanada und Russland bedient werden. Mit 8,9 Prozent liegt Schweden auf Platz 3, die USA mit immerhin noch 7 Prozent auf Platz 4. Auch die Bundesrepublik Deutschland ist ein wichtiger Exporteur von Holz.

Alle wichtigen Länder, das ist auffällig, liegen in Klimazonen nördlich des Äquators. Auf dem nordamerikanischen Kontinent oder im baltischen Raum scheinen hier die besonders ergiebige Gebiete zu sein. Ausnahmen sind hier Chile und Thailand, die sich ebenfalls noch in den Top 10 befinden.

Die größten Importeure von Holz, sind die USA und China.

Für den Hauptexporteur Kanada, ist Holz neben anderen Rohstoffen eine wichtige Einnahmequelle. Insgesamt stellt Holz rund 3,5 Prozent des Volumens alles Ausfuhren dar. Im Jahr 2020 war das ein Gegenwert von rund 11,8 Mrd. Euro.

Damit ist Kanada für interessierte Investoren im Holzmarkt die erste Anlaufstelle um sich umzusehen.

Auf der Nachfrageseite sind definitiv die USA der größte Markt. Rund ein Viertel des Weltweiten Warenhandels finden hier statt. 2020 wurden hier rund 86 Millionen Kubikmeter Holz nachgefragt, von denen 26 Millionen Importware waren. 86 Prozent diese Importe wurden aus Kanada geliefert. Der hauptsächliche Verwendungszweck ist der Häuserbau, worunter auch Renovierung, Umbau und Instandhaltung fallen. China steht hier auf Platz 2 mit 19 Prozent der gesamten Nachfrage nach Holz.

Nach den verheerenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 2007 bis 2009, während der die Nachfrage rapide eingebrochen ist, hat sich diese ab 2010 stetig erhöht.

Prognose für 2022

Auf dem Portal agrarheute.com, wurde für den Holzmarkt folgende Prognose für das laufende Jahr veröffentlicht:

„Es wird erwartet, dass die Holzpreise in diesem Jahr weiter steigen werden“, sagt Richard Fung, ein Bauunternehmer gegenüber der US-Hauszeitschrift Forever Homes. Das hat nicht nur mit der Knappheit in den USA zu tun, sondern auch mit den Lieferproblemen aus Kanada. Während der größte Teil des Holzbedarfs in den USA zwar aus dem Land selbst stammt, kommt jedoch ein erheblicher Teil aus dem kanadischen British Columbia.

Diese Region wurde im vorigen Jahr jedoch stark von Überschwemmungen und Regen heimgesucht. Die Überschwemmungen zerstörten Autobahnen und Schienenwege, was sich wiederum auf die Holz- und Zellstofflieferungen auswirkte. Lokale Forstbeamte sagten Ende November, dass die wöchentlichen Holzlieferungen um bis zu 30 % zurückgegangen seien. Darüber hinaus beliefen sich die Zellstofflieferungen an einen wichtigen Exportstandort in Vancouver im Durchschnitt auf weniger als 20 % des Normalwerts.

„Die USA importieren Holz im Wert von über 5 Milliarden US-Dollar aus Kanada, was etwa 80 % der gesamten US-Importe ausmacht. Da der Zugang zu diesen Holzbeständen deutlich eingeschränkt war, geriet der Markt unter großen Druck“, sagt Alex Williams, ein Holzexperte von FindThisBest (ein Dienstleister für den Einkauf von Einzelhandelsprodukten) gegenüber Forever Homes.

„Wenn die Versorgungsengpässe und die steigende Nachfrage nicht behoben werden, werden die Preise wahrscheinlich bis weit ins Jahr 2022 hinein steigen“, sagte Williams.

Für Investoren

Für Anleger, die sich in diesen Markt einkaufen wollen, gibt es eine Reihe von Unternehmen, die hier interessant sind. Beispiels sind:

  • Boise Cascade Company
  • Enviva Inc.
  • Jewett-Cameron Trading Company Ltd.
  • UFP Industries Inc.
  • West Fraser Timber Co. Ltd.
  • Stella-Jones Inc.
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