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Church & Dwight Co. Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT – Analyse

SWOT - Analyse

Stärken:

  • Church & Dwight verfügt über starke Markennamen, die einen substanziellen Wettbewerbsvorteil darstellen. Die vom Unternehmen produzierten Güter sind sehr gut etabliert und einer breiten Masse bekannt.
  • Das Geschäftsmodell wirft hohe Cashflows ab, die es dem Unternehmen möglich machen zielführende Investitionen vorzunehmen oder Ausschüttungen an seine Aktionäre zu leisten.
  • Die Zinslast des Unternehmens ist sehr gut handhabbar und stellt aktuell kein signifikantes Risiko dar.

Schwächen:

  • Der Wettbewerb im Konsumgütermarkt ist sehr hoch und Church & Dwight muss sich hier mit teilweise deutlich größeren Konkurrenten herumschlagen.
  • Das Unternehmen ist außerdem sehr stark vom Heimatmarkt in den USA abhängig. In den ausländischen Märkten haben sich die Konkurrenten bereits deutlich stärker festgesetzt.

Chancen:

  • Church & Dwight hab in den internationalen Geschäftsfeldern noch erhebliches Aufholpotential. Durch strategische Zukäufe kann hier eine Expansion gefahren werden.
  • Die allgemein steigende Weltbevölkerung und der Trend hin zu mehr Wohlstand, sind eine Basis, auf der Church & Dwight prosperieren kann.

Risiken:

  • Der Wettbewerbsdruck nimmt tendenziell zu. Außerdem sind die Markteintrittsbarrieren eher niedrig, was es neuen Konkurrenten leicht macht, das Geschäft von Church & Dwight anzugreifen. Die Preissetzungsmacht ist also sehr stark limitiert.
  • Dazu kommen noch die allgemeinen Markt- und Währungsrisiken.
  • Es ist fraglich, ob das Unternehmen diese unbekannten Marken in anderen Märkten erfolgreich etablieren kann. Viele Reinigungsprodukte unterliegen staatlicher Regulierung. Durch Verbote z.B. von bestimmten Inhaltsstoffen besteht das Risiko, dass sich die Nachfrage nach bestimmten Produkten reduziert.

Bewertungsverfahren

Für die Bewertung greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Außerdem lassen sich mit verschiedenen Modellen auch Aussagen darüber treffen, welche Entwicklungen theoretisch eintreten müssten, damit das Unternehmen einen fairen Wert nahe dem aktuellen Kurswert erhalten würde. Inwiefern diese Entwicklungen dann wahrscheinlich und möglich sind, bleibt der Einschätzung jedes Einzelnen überlassen.

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Dazu ist hier ein interessanter Artikel auf diyinvestor.de zu finden.

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Ergebnis: Das mögliche faire KGV liegt bei rund 18,46, was einen möglichen fairen Wert je Aktie von rund 61,21 US-Dollar bedeutet. Mit Blick auf die zukünftigen erwarteten Gewinne, liegt dieser aber bei nur noch 54,69 US-Dollar je Aktie. Es wird für das Jahr 2022 mit einem Rückgang der Gewinne gerechnet.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Erläuterungen über die relative Bewertung mithilfe von Miltiples und Multiplikatoren sind hier auf der Seite diyinvestor.de zu finden.

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der “risikofreie Zinssatz“. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ergebnis: Ein mögliches faires KBV ist im Bereich 3,33 zu finden. Daraus abgeleitet wäre ein möglicher fairer Wert je Aktie bei 43,07 US-Dollar zu suchen.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Eine Aufstellung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:
Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ergebnis:

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als “ewige Wachstumsrate” bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Summe-der-Teile-Analyse (SOTP)

Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Bewertung nach simplywall.st

simplywall.st Valuation

Das Portal simplywall.st, bewertet Church & Dwight mit rund 128,06 US-Dollar je Aktie. Damit wäre das Unternehmen nach Einschätzung von simplywall.st aktuell sehr günstig bewertet.

Als Bewertungsmodell wurde hier ein 2-Stufen Free Cashflow to Equity Verfahren verwendet. Dabei wurde mit einem Faktor von 5,3 Prozent abgezinst. Es wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren gerechnet.

Zusammenfassung und Fazit

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Zusammenfassung und Fazit

Church & Dwight gehört zu den großen Konsumgüterherstellern und ist vielen Investoren ein bekannter Name. Zwar ist die Firma hauptsächlich auf dem US Markt aktiv, dort allerdings ist das Unternehmen stark und gut etabliert. Als einen der markantesten Knackpunkte sehe ich hier die enorme Abhängigkeit vom US Markt und insbesondere von nur 3 Großkunden. Auch die Eigenkapitalausstattung könnte besser sein, hier spielen aber auch die hohen Bestände an eigenen Aktien in der Bilanz eine Rolle, diese lasten negativ auf dem Eigenkapital, reduzieren dieses künstlich. Die Gewinne und vor allem die Cashflows des Unternehmens sind dagegen hervorragend und Church & Dwight kann auf ein sehr gut laufendes Geschäft blicken. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass die Branche sehr wettbewerbsintensiv ist und vor allem die größeren Konkurrenten für die Firma eine hart Nuss zu knacken sind, zumal diese bereits weitreichende Vorsprünge bei der Expansion in die aufstrebenden Märkte haben.

Insgesamt gefällt mir das Geschäft aber, es ist solide Geführt und einträglich, die finanzielle Lage ist insgesamt gut. Das Management scheint hier im großen und Ganzen eine gute Arbeit zu machen.

Fazit: Beim aktuellen Kursniveau könnte Church & Dwight ein interessantes Investment sein, zumal die Firma in einem resilienten Geschäft wirtschaftet und hier auch sehr gut etabliert ist. Auch aus Dividendensicht könnte das Unternehmen interessant sein, die Ausschüttungen werden regelmäßig und erhöht und zuverlässig ausgeschüttet.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

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