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Berkshire Hathaway, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zur Berkshire Hathaway, Inc.

Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
      • Geschichte des Unternehmens
      • Tochterunternehmen
      • Management
      • Literatur
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
      • Verschuldungsgrad
      • Anzahl ausstehender Aktien
      • operative Marge
      • Free Cashflows
      • Buchwert
      • Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis
    • 1.7 Aussichten
      • Unternehmensspezifische Aussichten
      • Gesamtmarkbetrachtung
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
    • 1.11 Berichte und Präsentationen
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.3 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
      • 2.2.4 Summe-der-Teile Analyse (SOTP)
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

Alle relevanten Fundamentaldaten, in Form der Dokumentation für die Aufsichtsbehörden, sind hier im Archiv der Securities and Exchange Commission zu finden.

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – Berkshire Hathaway, Inc.

Die Berkshire Hathaway, Inc. (BRK) in ihrer heutigen Form, ist eine US-Amerikanische Holdinggesellschaft und mit vielen Firmenbeteiligungen ein breit diversifiziertes Konglomerat. Bekannt ist die Berkshire Hathaway, Inc. als das Investitionsvehikel des erfolgreichsten Großinvestors unserer Zeit, Warren Buffett, der bis heute der Chairman ist. Das Unternehmen ist dabei in vielen unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig, zu denen das Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft gehören, Eisenbahngesellschaften, Transportunternehmen, Energieversorger, Finanzdienstleister, Groß- und Einzelhändler sowie Produzenten verschiedenster Waren. Das wichtigste Feld für die Firma ist hierbei allerdings das Geschäft mit Versicherungen und Rückversicherungen. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Omaha, im US-Bundesstaat Nebraska. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 539 Mrd. USD, wird Berkshire heute unter der ISIN US0846701086 an der New York Stock Exchange gehandelt und ist im S&P 500 Index gelistet. Dabei gibt es für das Unternehmen eine markante Eigenheit: Berkshire Hathaway, Inc. verfügt über 2 Aktienklassen, eine A-Aktie (BRK.A; 722.404 Stück) und eine B-Aktie (BRK.B; 1.401.008.729 Stück ). Die A-Aktie wurde in ihrer Geschichte seit 1962, dem Beginn der ersten Käufe durch Warren Buffett, keinem Split unterzogen und notiert heute (Stand 02.12.2019) bei 330.495,13 USD je Aktie, was sie zur teuersten Aktie der Welt macht. Die Gründe für diese Entscheidung sind, neben der persönliche Darstellung Warren Buffett´s und seines Erfolges, auch strategische Interessen, zum Beispiel die Sicherstelltung, dass Berkshire nicht zur „heißen Aktie“ werden kann, da Trittbrettfahrer das Portfolio kopiert hatten und Aktien mit kleinerer Stückelung angeboten wurden. Im Newsletter des Overpriced Stock Service wurde einmal geschrieben, dass „der hohe Kurs von BRK nur gerechtfertigt wäre, wenn das Unternehmen von Gott höchstpersönlich geleitet würde.“ Die B-Aktie ist für das breite Publikum gedacht und notiert (Stand 02.12.2019) bei 220,30 US-Dollar je Aktie, was auch für den Spitznamen „Baby-B“ verantwortlich ist. Eine weitere Charakteristik des Unternehmens, ist der Ruf als „freundlicher Investor“. Berkshire kauft neue Anteile nicht durch die Aufnahme von Fremdkapital und nimmt in der Regel keinen Einfluss auf das operative Geschäft einer im Besitz befindlichen Firma.

Die Geschäftstätigkeit von Berkshire Hathaway, Inc. wird in insgesamt 6 Segmente unterteilt:

Das Imperium von Warren Buffett in einem Bild:

  • Insurance (Versicherungen): Dieses Hauptsegment wird nochmals unterteilt in verschiedene Schwerpunktbereiche
    • GEICO: Bietet private KfZ-Versicherungen an, die hauptsächlich im Direktvertrieb abgeschlossen werden, ohne einen Makler.
    • Berkshire Hathaway Reinsurance Group: Verwaltet das weltweite Rückversicherungsgeschäft.
    • Berkshire Hathaway Primary Group: Bietet eine Reihe von Schaden- und Unfallversicherungen für vornehmlich gewerbliche Kunden an.
  • Burlington Northern Santa Fe, LLC (BNSF): Das Tochterunternehmen, welches als eigenes Segment behandelt wird, betreibt eines der größten Eisenbahnsysteme in Nordamerika.
  • Berkshire Hathaway Energy: Dieses Segment umfasst Geregelter Strom- und Gasversorger, einschließlich Stromerzeugungs- und -vertriebsaktivitäten sowie Immobilienmakleraktivitäten.
  • Manufacturing (Herstellung): In diesem Segment werden Hersteller zahlreicher Produkte, einschließlich Industrie-, Verbrauchs- und Bauprodukte zusammengefasst, einschließlich Fertighäuser und zugehöriger Finanzierung.
  • McLane Company: Dieses Tochterunternehmen ist im Bereich Großhandel mit Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln aktiv.
  • Service and retailing (Service und Einzelhandel): In diesem Segment werden Anbieter zahlreicher Dienstleistungen, einschließlich fraktionierter Flugzeugeigentumsprogramme, Ausbildung von Luftfahrtpiloten, Vertrieb elektronischer Komponenten, verschiedener Einzelhandelsgeschäfte, einschließlich Autohändler sowie Leasing von Anhängern und Möbeln zusammengefasst.

Geschichte des Unternehmens

Das Unternehmen Berkshire Hathaway, Inc., entstand erst 1955 durch die Fusion der beiden Textilunternehmen Berkshire Fine Spinning Associates und Hathaway Manufacturing Company.

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Berkshire Fine Spinning Associates wurde bereits 1889 als Berkshire Cotton Manufacturing Company in Adams, Massachusetts gegründet und fusionierte 1929 mit mehreren anderen Textilherstellern aus New England. Darunter waren die Valley Falls Company, Coventry Company, Greylock Mills und Fort Dummer Mills. Federführend war hier der amerikanische Finanzier und Textil-Industrielle Malcolm Greene Chace. Auf die nun bestehende Berkshire Fine Spinning Associates, entfielen 25% der gesamten Produktion an Textilien aus Fein-Baumwolle der gesamten Vereinigten Staaten. 1930 wurde King Philip Mills in Fall River übernommen, 1931 folgten Parker Mills aus Fall River und Warren aus Rhode Island. Zu dieser Zeit befand sich allerdings das Textilgeschäft in Nordamerika bereits in Niedergang, da immer mehr ausländische Konkurrenz, vor allem aus Fernost, und Wettbewerber aus dem Süden auf den Markt kamen und ab 1930 die Weltwirtschaftskrise ihren negativen Einfluss entfaltete. Während des 2. Weltkriegs von 1939 bis 1945, konnte sich das Geschäft dank der Nachfrage des Militärs zwar erholen, ebenso im Koreakrieg von 1950 bis 1953, allerdings waren diese Aufschwünge nicht nachhaltig.

Die Hathaway Manufacturing Company, wurde 1888 in New Bedford, Massachusetts durch Horatio Hathaway gegründet und beschäftigte sich ebenfalls mit der Produktion von Baumwoll-Textilien. 1916 trat Seabury Stanton in das Unternehmen ein, der nach der Fusion zu Berkshire Hathaway noch eine Schlüsselrolle in der Unternehmensgeschichte spielte.

1955 kam es schließlich zur Fusion der beiden Unternehmen und es entstand Berkshire Hathaway, das größte Textilunternehmen in New England mit 15 Fabriken und seinem Hauptsitz in New Bedford. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt, war der Ausblick des Unternehmens schlecht. Berkshire Hathaway schloss 1958 seine umfangreichen Aktivitäten in Adams, Massachusetts und verkaufte im selben Jahr sein Vorhangwerk in Warren, Rhode Island, an die Pilgrim Curtain Company. Das Unternehmen erholte sich im folgenden Jahr ein wenig und ein 1959 zwischen Berkshire und seinen gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern ausgehandelter Vertrag bedeutete die erste Lohnerhöhung für die Textilarbeiter in New England seit 1956. Bis Ende 1959 und 1960 war das Unternehmen profitabel, was auf die Leistungen von Seabury Stanton zurückzuführen war, aber schon 1961 kehrten die Verluste zurück und die Arbeitswoche musste auf 4 Tage gekürzt werden. Im Jahr 1962 schloss das Unternehmen drei Werke in Rhode Island und verzeichnete aufgrund der gesunkenen Preise für seine Produkte noch größere Verluste, die auch durch beständige Modernisierungen und den Abbau von Personal nicht gelindert werden konnten. 1965 folgte eine weitreichende Veränderung.

Ab 1962, begann der damals 32 jährige Warren Buffett damit, Aktien der Berkshire Hathaway aufzukaufen, zu einem Kurs von etwa 7,60 USD je Aktie. Buffett leitete zu dieser Zeit eine Reihe von ihm und diversen Partnern gegründete Personengesellschaften, für die er Kapital verwaltete (Anmerkung: 1961 lagen 35% des Kapitals der Personengesellschaften in dem Unternehmen Sanborn Maps Company). Als Schüler von Benjamin Graham und David Dodd, sah er in Berkshire Hathaway eine Möglichkeit, ein Unternehmen unter dem Wert seiner Vermögensgegenstände (Assets) zu kaufen. Die finanzielle Situation der Firma war prekär und so mussten nach und nach Fabriken geschlossen und verkauft werden. Der Zufluss an Geld sorgte im Verlauf dafür, dass auch der Aktienkurs stieg, ein Zusammenhang den Buffett erkannte. 1964 unterbreitete Stanton Buffett ein Angebot, dessen Aneile an Berkshire Hathaway zu 11,50 US-Dollar je Aktie zurückzukaufen. Diesem Deal stimmte Buffett schließlich zu, aber es kam zu einer folgenschweren Abweichung: Einige Wochen nach der Abmachung, erhielt Buffett das schriftliche Angebot, mit einem Preis von 11,375 US-Dollar je Aktie. Diese minimale Diskrepanz war der Stein des Anstoßes, dass der Deal letztendlich scheiterte und Warren Buffett die Entscheidung traf, weitere Aktien des Unternehmens zu kaufen und die Majorität zu erlangen, da er argumentierte, dass das Management nicht im besten Interesse der Eigner des Unternehmens handelte und die Aktionäre eher einen Anspruch auf die Vermögenswerte hätten als die Firmenleitung. Es wurden aggressiv weitere Aktien gekauft, zu Kursen von rund 14,86 US-Dollar je Aktie, während Berkshire über Umlaufvermögen (Working Capital) von rund 19,00 US-Dollar je Aktie verfügte. Die Übernahme gelang schließlich und Seabury Stanton trat als Präsident zurück. Warren Buffett war somit Eigentümer eines notleidenden Textilunternehmens und Kenneth V. Chace, ehemaliger Vizepräsident und seit 18 Jahren Mitarbeiter des Unternehmens, wurde zum neuen Präsident berufen. Nach und nach wurde der Hauptsitz des Unternehmens von New Bedford nach Omaha im Bundesstaat Nebraska verlegt. Buffett selbst gesteht, dass das der Einstieg ins Textilgeschäft seine schlechteste Entscheidung war und 1985 wurde schließlich das letzte Werk dieser Sparte verkauft. Im Jahr 1966 wurde die Partnerschaft von Buffett geschlossen und keine neuen Partner aufgenommen, bis auf wenige Ausnahmen.

Ein Coupe, der zwar noch nicht über Berkshire Hathaway lief, aber später zum Portfolio gehören sollte, war der Kauf von American Express Company 1964 durch Buffett, im Zuge des Salatöl-Schwindels. 1962 gehörte American Express zu den Hauptgläubigern der Allied Crude Vegetable Oil Refining Corporation und ihrem Vorsitzenden Anthony „Tino“ DeAngelis. DeAngelis benutzte die von ihm gegründete Allied Crude und verschiedene Tochterunternehmen, um den Mark für Sojabohnen-Öl zu beherrschen. Zwischen 1958 und 1962 pachtete er in Bayonne – gegenüber den Wolkenkratzern von Brooklyn – 139 Öltanks, von denen manche die Größe eines vierstöckigen Hauses hatten. 1962 bestritt „Soja-Tino“ drei Viertel des amerikanischen Pflanzenöl-Exports und verschiffte insgesamt rund 165.000 Tonnen Öl. Seinen Gläubigern, bei denen sich DeAngelis das Kapital für seine Expansion geliehen hatte, bot er vermeintlich hervorragende Sicherheiten an: Die Lagerbestände an Öl in den Tanklagern. Diese Vorräte waren allerdings so gut wie nicht vorhenden. Vorhanden waren lediglich kreditfähige Besitz-Zertifikate, ausgestellt von der seriösen „American Express Warehousing Company„, die dafür bis zu 20.000 US-Dollar Wochenhonorar vereinnahmte. Dieser Schwindel wurde mit einer ganzen Reihe von Tricks am Laufen gehalten: Wenn ein Prüfer einen Tank kontrollierte, wurden sämtliche Ölbestände in diesen Tank geleitet oder aber es Wurde Seewasser in die Tanks gepumpt, um den Ölstand auf die gewünschte Höhe zu heben. Die Besitz-Zertifikate nutzte DeAngelis dazu, um sich Kredite beschaffen und spekulierte damit mit Sojaöl-Futures. 1962 ging er gezwungener maßen ein enormes Risiko ein und versuchte den Sojamarkt unter seine Kontrolle zu bringen. Er setzte auf die Missernte in der Sowjetunion und sah in den Verhandlungen über amerikanische Weizenlieferungen an Moskau auch Chancen für Ölexporte. Mitte 1963 hatte DeAngelis Termingeschäfte über 20.000 Tankwagen Öl vereinbart, über eine halbe Million Tonnen im Wert von 120 Millionen US-Dollar. Das hieß: Jede Preisänderung um einen einzigen Cent bedeutete für DeAngelis Gewinn oder Verlust von 12 Millionen US-Dollar. Diese Spekulation war mit Krediten finanziert, die wiederum mit den Besitzansprüchen auf Sojaöl besichert waren. Doch am 15. November 1963 lehnte der amerikanische Senat das Sowjetgeschäft ab. Innerhalb von 48 Stunden fiel der Preis für Sojaöl auf 7,6 Dollar-Cent. Mit dem Preissturz brach auch das Imperium des Italo-Amerikaners zusammen. Als seine Makler 18 Millionen US-Dollar zur Abdeckung von Kreditschulden von ihm forderten, musste DeAngelis seine Zahlungsunfähigkeit bekennen und Konkurs anmelden. In riesigen Anzeigen in der „New York Times“ wurde das Inventar von Bayonne zum Verkauf angeboten. Die Gläubiger fanden in den Tanks keineswegs jene 800.000 Tonnen Öl vor, die DeAngelis als Sicherheit gegeben hatte, sondern lediglich 45.000 Tonnen – ein Verlust von 130 Millionen US-Dollar. Die Folgen der Schwindelmanöver: 16 amerikanische Firmen mussten Konkurs anmelden, elf weitere von DeAngelis kontrollierte Unternehmen mussten schließen, zwei renommierte Makler verloren ihre Zulassung zur New Yorker Börse, zahlreiche Großbanken in Europa und den USA mussten Millionen-Summen als Verluste abbuchen und DeAngelis selbst wurde wegen Betruges zu 10 Jahren Haft im Gefängnis von Newark verurteilt.

Als dieser Skandal an die Öffentlichkeit kam, fielen die Aktien von American Express um 45 %, von 60 US-Dollar pro Aktie bis auf 35 US-Dollar Anfang 1964. Der Mentor von Warren Buffett, Benjamin Graham, beobachtete den “Salatöl-Schwindel” mit großem Interesse. Buffett untersuchte die Situation und kaufte Aktien, als er zu der Einschätzung gekommen war, dass das Management von American Express ehrlich und glaubwürdig geblieben war. Buffett investierte 40 % seines verfügbaren Kapitals in American Express und damit kaufte er rund 5 % aller Aktien.

Anmerkung: 1961 lagen 35% des Kapitals der Personengesellschaften in dem Unternehmen Sanborn Maps Company.

Berkshire Hathaway war in den Jahren 1965 und 1966 profitabel, aber die Gewinne gingen zu Beginn des Geschäftsjahres 1967 stark zurück. Im selben Jahr, zahlte Berkshire die erste und einzige Dividende in Höhe von 0,10 USD je Aktie. Das Unternehmen suchte aktiv nach Akquisitionen, um sich zu diversifizieren, und nach der ersten Investition in ein privates Unternehmen, das Kaufhaus Hochschild, Kohn and Company aus Baltimore, Maryland, stieg Berkshire 1967 in das Versicherungsgeschäft ein. Dazu muss gesagt werden, dass Warren Buffett über mehrere Unternehmen andere Unternehmen zu großen Teilen besaß, was schließlich zu einem komplizierten Geflecht aus Beteiligungen führte und ihn in Konflikt mit der SEC brachte. Dieser Konflikt konnte allerdings einvernehmlich gelöst werden. Berkshire kaufte die National Indemnity Company und die National Fire & Marine Insurance Company für insgesamt 8,5 Mio. USD. Die beiden in Omaha ansässigen Unternehmen verkauften hauptsächlich KfZ-Versicherungen. 1968 übernahm das Unternehmen Sun Newspapers, eine Gruppe von Wochenzeitschriften aus der Region Omaha und 1969 kaufte es die Illinois National Bank & Trust Company of Rockford. Im selben Jahr 1969, das auch das erfolgreichste Jahr von Warren Buffett als Investor darstellte, löste er die Personengesellschaften auf teilte die Vermögenswerte seinen Partnern aus. Darunter befanden sich auch Anteile an Berkshire Hathaway. Jedem Partner wurde ein Angebot unterbreitet, wahlweise die Aktien zu erhalten oder diese Buffett zu verkaufen. So wurde Warren Buffett 1969 Vorsitzender von Berkshire Hathaway, Inc. 1970 war das erste Jahr, in dem Buffett seine heute berühmten Briefe an die Anktionäre schrieb.

In den Jahren 1969 und 1970 erwarb das Unternehmen Mehrheitsbeteiligungen an Blue Chip Stamps, einem Vertreiber von Rabattmarken. Am 3. Januar 1972 erwarb Blue Chip eine Mehrheitsbeteiligung an See’s Candy Shops, einem Hersteller und Vertreiber von Süßigkeiten, insbesondere Pralinen. Später erwarb Blue Chip 100% von See’s für einen Gesamtpreis von 25 Millionen USD. Desweiteren, gehörten 80,1% der Wesco Financial Corporation, einem einem Spar- und Darlehensbetreiber, zu Blue Chip Stamps, bis zur vollständigen Fusion mit Berkshire Hathaway 2011. Blue Chip Stamps gehörte zu dieser Zeit auch in Teilen der Personengesellschaft Wheeler, Munger & Co. von Charles Munger, den Warren Buffett zu dieser Zeit zwar bereits kannte und die regelmäßigen Umgang pflegten, aber bisher noch keine offiziellen Partner waren. Anfang der 1970er Jahre kauften sich beide unabhängig voneinander in die Einzelhandelskette Diversified Retailing und die Blue Chip Stamps ein, um deren Finanzreserven für weitere Zukäufe zu nutzen. Munger und Buffett arbeiten erst seit 1978 zusammen, als Buffett seine zu dieser Zeit verstreuten Investmentaktivitäten auf Druck der SEC in Berkshire Hathaway zusammenführte. Dabei wurde Diversified Retailing mit Berkshire fusioniert, und „Charlie“ Munger erhielt als Abfindung für seine Anteile zwei Prozent der Berkshire-Aktien und den Posten als Vice Chairman. Darüber hinaus übernahm er die Geschäftsführung der wichtigsten gemeinsam über Diversified und Blue Chip erworbenen Beteiligung, der Berkshire-Tochter Wesco Financial Corporation.

Das Versicherungsgeschäft in Berkshire wuchs mit der Gründung der Cornhusker Casualty Company im Jahr 1970 als Teil der National Indemnity Group und der Lakeland Fire and Casualty Company (später National Indemnity Company in Minnesota) im Jahr 1971. Berkshire erwarb die Home & Automobile Insurance Company, die später die National Liability and Fire Insurance Company wurde und gründete 1972 die Texas United Insurance Company, welche schließlich zur National Indemnity fusionierte. 1973 begann Warren Buffet damit, Aktien der Washington Post Company zu kaufen, einer der bekanntesten Tageszeitungen, die heute zur Graham Holdings Company gehört. Buffett freundete sich eng mit Katharine Graham an, die das Unternehmen und seine Flaggschiff-Zeitung kontrollierte, und trat seinem Vorstand bei. Die Washington Post Company gehörte 1971, zusammen mit der New York Times, zu den Zeitungen die in Teilen die Pentagon-Papiere veröffentlichten, die von Dr. Daniel Ellsberg im Geheimen kopiert und verteilt worden waren. Durch die Veröffentlichung der geheimen Dokumente wurde 1971 die jahrelange Täuschung der US-amerikanischen Öffentlichkeit über wesentliche Aspekte des Vietnamkriegs (1955 bis 1975) aufgedeckt. Unter anderem waren die wirklichen Kriegsziele von mehreren US-Regierungen in Folge gezielt falsch dargestellt worden. Diese Geschichte und die Rolle von Katharine Graham, wurden 2017 im Film „Die Verlegerin“ (The Post) von Steven Spielberg verfilmt. 1974 leitete die SEC ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen Buffett und Berkshire wegen möglicher Interessenkonflikte ein. Es wurden keine Anklagen erhoben.

1976 kam der Erwerb der National Fire & Marine-Tochtergesellschaft Redwood Fire & Casualty Insurance Company. Im gleichen Jahr begann Berkshire Hathaway damit Anteile an der GEICO (Government Employees Insurance Company) aufzukaufen, einem Versicherer mit Sitz in Chevy Chase, Maryland. Mit diesem Versicherer, hatte Warren Buffett bereits lange Jahre zuvor ersten Kontakt und mit dem Gründer Leo Goodwin.

1977 übernahm Berkshire mit der Übernahme der Cypress Insurance Company und der Gründung der Kansas Fire & Casualty Company weitere verbundene Unternehmen. Im selben Jahr stieg das Unternehmen erneut in das Zeitungsgeschäft ein und kaufte über Blue Chip Stamps die Buffalo Evening News, eine sechstägige Nachmittagszeitung. Nach der Übernahme durch Berkshire verstärkten die Nachrichten die Konkurrenz durch die Veröffentlichung einer Sonntagsausgabe und hatten innerhalb von fünf Jahren ihren Konkurrenten, den Courier-Express, besiegt, der 1982 sein Geschäft aufgab. Dieser hatte versucht, die Buffalo Evening News mit einem Kartellverfahren niederzuringen. 1978 erfolgte die Gründung der Continental Divide Insurance Company, als weitere Versicherungsgesellschaft und mit der Fusion der Diversified Retailing Company, kamen zwei weitere Versicherer unter das Dach von Berkshire: Die Columbia Insurance Company und die Southern Casualty Insurance Company, die später mit der National Indemnity zusammengelegt wurde. Die CSE Corporation, die Holdinggesellschaft der Civil Service Employees Insurance Company, lehnte 1979 ein informelles Übernahmeangebot ab und wegen der strikten Haltung Warren Buffetts, keine feindlichen Übernahmen durchzuführen, wurde diese Akquisition nicht weiter verfolgt. Eine weitere Übernahme im Jahr 1979, war die Precision Steel Warehouse, Inc., ein Konstruktionsunternehmen.

1979 begann Berkshire, Aktien der American Brodcasting Company (ABC) zu erwerben. Capital Cities kündigte am 18. März 1985 einen Kauf von ABC im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar an, der die Medienbranche überraschte, da ABC zu diesem Zeitpunkt viermal so groß war wie Capital Cities. Buffett half bei der Finanzierung des Deals im Gegenzug für 18 Prozent der Anteile an dem kombinierten Unternehmen Capital Cities/ABC Inc., das auch mehrere Radiosender in seinem Besitz hatte. Aufgrund der Eigentumsbestimmungen der US-amerikanischen Federal Communications Commission, musst das Unternehmen aber einige Sender verkaufen. Die Investment-Community sah den Schritt als ungewöhnlich für Buffett an, der eher nach unterbewerteten Unternehmen jagte und sich von hochpreisigen Deals fernhielt. Buffett sagte jedoch, dass sich das Investitionsklima geändert habe, mit guten Aussichten für Unternehmen wie Fernsehsender, die immaterielle Vermögenswerte hätten, anstatt große Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen zu tätigen.

Bereits 1969, wurde vom US-Kongress der Bank Holding Company Act beschlossen, bzw. das Gesetz von 1956 geändert. Als Resultat daraus, musste Berkshire 1980 die Illinois National Bank & Trust ausgliedern und 1981 wurde die defizitäre Sun Newspapers an den Verleger Bruce Sagan aus Chicago verkauft. 1982 führte Berkshire ein ungewöhnliches Corporate Philanthropy-Programm ein, das von den Aktionären gelobt wurde, indem es ihnen ermöglichte, einen Teil der Spenden des Unternehmens für wohltätige Zwecke zu lenken. Mit dieser Politik sagte Buffett, hoffe er, eine „Eigentümermentalität“ unter den Aktionären zu fördern. Die Aktionäre reagierten mit Begeisterung. Seit Beginn des Programms nahmen jedes Jahr mehr als 95 Prozent der berechtigten Aktionäre an dem Programm teil. Das Versicherungsgeschäft wurde immer mehr zum Zugpferd des Unternehmens, da hier die Barmittel generiert wurden, um große Investitionen finanzieren zu können. Allerdings litt das Geschäft in den 1980er Jahren stark an fallenden Preisen und die Umsätze gingen teils stark zurück. Ein weiteres Geschäftsfeld, das immer schlechtere Ergebnisse erzielte, war das Textilsegment, das immer noch unterhalten wurde. Gestützt wurde Berkshire durch sein Anlageportfolio. Durch den Kauf von bedeutenden, aber nicht beherrschenden Aktienblöcken in Unternehmen wie The Washington Post Company, Media General und zusätzlichen Anteilen an der GEICO Corporation stieg der Wert der Beteiligungen in Berkshire 1981 um 21 Prozent.

1983 kam es dann zur Fusion der Blue Chip Stamps, an der bis dahin 60 Prozent gehalten wurden, mit Berkshire Hathaway und es wurden auch 90 Prozent des Nebraska Furniture Mart erworben. Der Nebraska Furniture Mart ist ein Möbelhaus und heute der größte Einrichter in den USA, der Möbel, Fußböden, Haushaltsgeräte und Elektronik verkauft, in 4 Niederlassungen. Gegründet wurde der Mart bereits 1937 von der aus Russland stammenden, jüdischen Immigrantin Rose Blumkin, geborgen 1893 in Weißrussland. Gerade die Gründerin Rose Blumkin, beeindruckte Buffett mit ihrem Geschäftssinn und sie arbeitete bis zum Alter von 103 Jahren noch im Nebraska Furniture Mart. Ihr Motto war: „Billig verkaufen und die Wahrheit sagen!“ Die Familie Blumkin behielt die Geschäftsführung und das verbleibende Eigentum an dem Geschäft. Buffett wurde dafür bekannt, dass er bei jährlichen Aktionärsversammlungen Werbung für den Furniture Mart machte, oft fuhren die Aktionäre mit Bussen zum Laden, eine Praxis, die bis heute fortgeführt wird. Ebenfalls 1983 wurde eine weitere Versicherungsgesellschaft, die National Indemnity Company of Florida, gegründet und der National Indemnity Group hinzugefügt. Ebenfalls wurde in den 1980er Jahren das Textilgeschäft endgültig liquidiert, nachdem sich kein Käufer hatte finden lassen. Buffett lobte die Bemühungen von Kenneth Chace, der weiterhin Direktor in Berkshire war, und von Garry Morrison, der seine Nachfolge als Präsident für Textilien antrat. Buffett hatte auch freundliche Worte für die gewerkschaftlich organisierten Textilarbeiter, die im Hinblick auf die finanzielle Lage des Unternehmens nur vernünftige Forderungen gestellt hatten.

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Es folgte die Übernahme von Scott & Fetzer Company, ein diversifiziertes Produktions- und Marketingunternehmen mit Sitz in Cleveland, Ohio. Zu den Produkten von Scott & Fetzer gehörten World Book und Childcraft-Lexika sowie Kirby-Staubsauger. Der Handel war 1986 komplett. Gleichzeitig hat sich das Versicherungsgeschäft von Berkshire mehrfach verändert. In einem engen Markt für Versicherungen benötigten viele gewerbliche Versicherungskäufer ein finanziell stabiles Unternehmen, um große Risiken abzusichern. So kündigte National Indemnity, Berkshire Hathaways größtes Versicherungsunternehmen, in einer Versicherungsfachzeitschrift seine Bereitschaft an, Schaden- und Unfallversicherungspolicen mit einer Versicherungsprämie von 1 Mio. USD und mehr abzuschließen. Die Werbung löste für Berkshire eine Explosion im Geschäft mit hohen Prämien aus. Das Unternehmen verzeichnete von August 1985 bis Dezember 1986 Nettoprämien in Höhe von 184,5 Millionen US-Dollar für Großkunden, verglichen mit praktisch keinem derartigen Geschäft zuvor. Ebenfalls 1985 schloss Berkshire eine Vereinbarung mit der Fireman’s Fund Insurance Company, die eine Beteiligung von 7 Prozent am Geschäft von Fireman ermöglichte. Der Deal wurde von John J. Byrne eingefädelt, einem ehemaligen GEICO Manager, der in diesem Jahr zum Vorstandsvorsitzender von Firemans Fund berufen wurde. Ein weiterer Schritt in der Versicherungsbranche in diesem Jahr, war die Gründung der Wesco-Financial Insurance Company durch die Berkshire-Tochtergesellschaft Wesco Financial Corporation. 1986 erfolgte die Übernahme von 84 Prozent der Fechheimer Bros. Company, einem in Cincinnati, Ohio ansässigen Unternehmen. Im August 1987 berichtete das Wall Street Journal, dass das Aktienportfolio von Berkshire in den fünf Jahren seit dem Beginn des Marktanstiegs um 748 Prozent gewachsen war und damit jeden Index geschlagen hatte. Als im Oktober 1986 der Aktienmarkt zusammenbrach, konnte Berkshire um 2,5 Prozent zulegen.

Kurz vor dem Crash hatte Berkshire Vorzugsaktien im Wert von 700 Millionen US-Dollar (umwandelbar in eine 12-prozentige Stammaktie) an Salomon Brothers gekauft, einer großen Wall-Street-Investmentfirma. Mit dieser Investition, begann eine der dramatischsten Geschichten in der Firmenhistorie von Berkshire Hathaway, die Warren Buffett beinahe seinen guten Ruf ruiniert hätte. Ein weiteres wichtiges Ereignis des Jahres 1988 war die Notierung von Berkshires Aktien an der New York Stock Exchange. Die Wertpapiere waren zuvor bereits im Freiverkehr handelbar, aber durch dieses Vorgehen, wurden die Transaktionskosten für die Aktionäre gesenkt. Im Laufe des Jahres 1989 kaufte das Unternehmen bedeutende Anteile an der Gillette Company, der US-Air Group und der Champion International Corporation, wobei jeder Kauf weithin als Verteidigung gegen Übernahmen gedeutet wurde. Eine weitere Investition wurde in den Juwelier Borsheims, getätigt. Das Juweliergeschäft der Familie Friedman, die mit Blumkins von Nebraska Furniture Mart verwandt ist, wurde von Berkshire zu 80 Prozent übernommen. Außerdem erfolge eine Investition in Höhe von 1 Mrd. Dollar in die Coca-Cola Company, was Berkshire mit 6,2 Prozent zum zweit Größten Anteilseigner der Firma machte. Mit Beginn der 90er Jahre setzte Berkshire seine Strategie fort, sich ergänzende Unternehmen und große Aktienblöcke zu kaufen, und erwarb H. H. Brown Shoe Company. 1991 wurden 31,2 Millionen Aktien von Guinness PLC und 82 Prozent von Central States Indemnity gekauft, sowie 1992 Lowell Shoe Company und 14,1 Prozent des Rüstungsunternehmens General Dynamics Corp.

Anfang der 1990er Jahre, wurde Salomon Brothers in einen Skandal um Marktmanipulationen für US-Staatsanleihen verwickelt. 1991 erfuhr der stellvertretende US-Finanzminister Mike Basham, dass der Salomon-Händler Paul Mozer, der Leiter des Government Bond Desk bei Salomon, im Zeitraum von Dezember 1990 bis Mai 1991 gefälschte Gebote abgegeben hatte, um mehr Staatsanleihen zu kaufen, als von einem Käufer genehmigt worden waren. Salomon hatte zu diesem Zeitpunkt den Status eines Primary Dealer für Staatsanleihen der US-Regierung. Warren Buffet wurde 1991 zum Interimsvorsitzenden berufen, um den zum Abtritt gezwungenen John Gutfreund, bekannt als „King of Wallstreet,“ zu ersetzen. Gutfreund musste das Unternehmen verlassen, da er Paul Mozer nicht kündigte, nachdem er Kenntnis von den Vorgängen erhalten hatte. Buffett versuchte in den kommenden 10 Monaten die egozentrische und schädliche Unternehmenskultur bei Salomon auszurotten und war bemüht darum, die Sachverhalte aufzuklären und die SEC und das Finanzministerium von einer Anklage abzuhalten. Am Ende, nach einem Vergleich, musste Salomon eine Strafe von 190 Mio US-Dollar zahlen und weitere 100 Mio. US-Dollar in einen Entschädigungsfond zurückstellen. Dieser Skandal wurde später im Buch Nightmare on Wall Street behandelt. Schließlich wurde Salomon 1998 von der Travelers Group übernommen und nach der Fusion mit Citicorp im selben Jahr wurde Salomon als Salomon Smith Barney, Teil der Citigroup und führte unter diesem Namen bis 2003 das Investmentbanking. Buffett und Munger verließen Salomon und kümmerten sich wieder um Berkshire Hathaway, traten aber 1992 dem Vorstand von US Airways bei.

1993, kaufte Berkshire über H. H. Brown, mehr Aktien der Firma Dexter Shoes und Buffett entschied sich dazu, rund 10 Millionen Aktien von Capital Cities/ABC zu verkaufen. 1994 fügte Berkshire seinem Portfolio bedeutende Aktienbestände von zwei Unternehmen hinzu. Einmal 4,9 Prozent von Gannett Co., Inc., einer amerikanischen Holdinggesellschaft mit Schwerpunkt Massenmdien, die ihren Hauptsitz heute in McLean, Virginia hat und 8,3 Prozent von PNC Bank Corp., eine Banken-Holding mit Sitz in Pittsburgh, Pennsylvania. Mitte der 90er Jahre änderte Berkshire Hathaway unmerklich den Kurs von einem strategischen Konglomerat für langfristige Investitionen zu einem Konglomerat, das nach wie vor stark am Investieren interessiert war, sich jedoch stärker darauf konzentrierte, diese Investitionsmöglichkeiten zu erwerben und tatsächlich operativ zu nutzen. Das bedeutete einen Wechsel von einer eher passiven zu einer aktiven Strategie. Bereits 1993 hatte Berkshire bei seiner jährlichen Ausschreibung für attraktive Akquisitionen den Einsatz erhöht, indem erklärt wurde: „Wir werden wahrscheinlich eine Akquisition im Bereich von 2 bis 3 Milliarden US-Dollar tätigen.“ Bis 1995, erwarb das Unternehmen Helzbergs Diamond Shops aus North Kansas City, Missouri und R.C. Willey Home Furnishings aus Salt Lake City, Utha durch einen Aktientausch. Ende 1995 begann Berkshire mit der Übernahme von GEICO, dem bis dahin siebtgrößten privaten Autoversicherer der USA. Nach 45 Jahren mit GEICO schloss sich nun der Kreis – nach Jahren des Mentorings von Ben Graham und Lorimer Davidson, GEIVO´s Vice President, 43 Jahre nach dem Verkauf seiner ursprünglichen 350 Aktien und 15 Jahre, seit Berkshire 45,7 Millionen US-Dollar für einen 33,3-prozentigen Anteil von GEICO gezahlt hatte, wuchs der Besitz an der Firma nun auf 50 Prozent. Berkshire gab 2,3 Milliarden US-Dollar aus, um GEICO zu übernehmen. Mit dem Abschluss des GEICO-Vertrags im Januar 1996 stieg das Versicherungssegment von Berkshire Hathaway sowohl im Streubesitz als auch im potenziellen Ergebnis deutlich an und wurde als Kernsegment des Unternehmens robuster. In Zahlen ausgedrückt, beendete Berkshire das Jahr 1995 mit einem Vermögen von 29,9 Milliarden US-Dollar, ein großer Sprung gegenüber 21,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahr, während Berkshire-Aktien mit 36.000 US-Dollar pro Aktie mehr als dreieinhalb Mal so hoch gehandelt wurden wie 1992 mit nur 10.000 US-Dollar pro Aktie Aktie.

Neu im Jahr 1996 war die geplante Ausgabe von 100 Mio. USD in neuen Aktien der Klasse „B“ im Wert von einem Drittel des Preises seines Vorgängers. Die Rekapitalisierung wurde, wie Buffett im Geschäftsbericht 1995 erklärte, teilweise durchgeführt, um Makler davon abzuhalten Kunden mit dem Namen Berkshire zu verführen. Da die meisten Kleininvestoren die Kosten pro Aktie für Berkshire für unerschwinglich hielten, versuchte Buffett, die Aktien des Unternehmens zu einem niedrigeren Preis zur Verfügung zu stellen, ohne „kostspielige Unit Trusts“ zu durchlaufen, die vorgaben, Berkshire-Klone zu sein. Was man sich jedoch merken sollte, laut Buffett, war nicht der Buchwert, sondern der innere Wert. Durch die Messung des inneren Werts, einem ökonomischen Indikator anstelle eines Rechnungslegungskonzepts, hatten Anleger einen besseren Überblick über den Wert und darüber, ob etwas ein gutes langfristiges Risiko darstellt oder nicht. 1997 kamen zwei weiter Unternehmen zu Berkshire: Einmal die FlightSafety International Inc., ein weltweit führende Anbieter von professionellen Flugausbildungsdiensten, der seinen Hauptsitz am LaGuardia Airport in Flushing, New York unterhält. Die Übernahme wurde schon im Vorjahr initiiert und 1997 abgeschlossen. Die zweite Übernahmen betraf das Möbelhaus Star Furniture aus Houston, Texas. Berkshire Hathaway erhöhte seine Investition in den Eisfachhandel International Dairy Queen im Jahr 1998 und Allied Domecq, Eigentümer von Dunkin‘ Donuts, im Jahr 1999. 1998 allerdings, tätigte das Unternehmen den ungewöhnlichen Kauf von Executive Jet Aviation für 725 Mio. US-Dollar, einem Luftfahrtunternehmen das heute unter dem Namen NetJets, Inc. firmiert und Privatjets an Firmen auf Zeitbasis verkauft. Heute befindet sich der Hauptsitz von NetJets in Columbus, Ohio und die Firma ist eine Tochter der Berkshire Hathaway, Inc. Im selben Jahr folgte die Akquisition der General Reinsurance Corporation für 22 Mrd. US-Dollar. General Re, eines der drei weltweit führenden Rückversicherungsunternehmen für Schaden- und Unfallversicherungen, hatte den Ruf einer der am besten verwalteten US-amerikanischen Versicherer. Der Übergang von General Re zu Berkshire Hathaway war aber mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden: Ronald E. Ferguson, CEO von General Re, hatte die Verhandlungen geheim gehalten. Nach Unterzeichnung des Vertrags trat James Gustafson, Präsident und COO von General Re sofort zurück und konnte sogar bis Anfang 2000 nicht ersetzt werden. Diese Führungslücke und darüber hinaus erlittene versicherungstechnische Verluste, hatten bis Ende 1999 einen Gesamtverlust von 1,6 Mrd. US-Dollar zur Folge. Der Reingewinn von Berkshire Hathaway ging, teilweise aufgrund der Verluste von General Re von 2,8 Mrd. US-Dollar, auf 1,6 Mrd. US-Dollar im Jahr 1999 zurück und der Gewinn je Aktie halbierte sich. Die Anlagephilosophie, die Warren Buffett mit Berkshire praktizierte, wurde immer häufiger kritisch kommentiert. Seine Strategie, die Aktien von Unternehmen langfristig zu halten, wurde von einigen als hartnäckig und irreführend beschrieben. Einige stellten seinen anhaltenden Widerstand gegen High-Tech- und Internet-Aktien in Frage, die einen Boom an den Aktienmärkten auslösten. Eine weitere Übernahme aus dem Jahr 1998, war die Kansas Bankers Surety Company, einer weiteren Versicherungsgesellschaft,die sich auf das Schreiben von Bürgschaften für leitende Angestellte kleiner, staatlich gecharterter Banken im Mittleren Westen der USA spezialisiert hat und ihren Hauptsitz in Topeka, Kansas unterhält. Dem folgte 1999 noch die Akquisition von Jordan’s Furniture, einem Vertriebsunternehmen aus New England mit Sitz in Taunton, Massachusetts.

Im Jahr 2000 platzte schließlich die Internetblase (.com-Blase). Die Katastrophe war schließlich Perfekt, als die Enron Corp. im Laufe der Ereignisse Anfang 2001 bankrott ging, in einem der größten Fälle von Bilanzfälschung und Korruption der US-amerikanischen Geschichte. Bereits 1999, hatte Warren Buffett auf einem Unternehmentreffen in Sun Valley, Idaho eine entsprechende Prognose gemacht. Die Rede die er damals vor den Anwesenden hielt, ist hier im Archiv des Fortune Magazine zu finden. Buffett setzte seine Strategie fort, Low-Tech-Unternehmen in alltäglichen, aber bewährten Märkten zu akquirieren. Im Jahr 2000 schloss Berkshire Hathaway die Akquisitionen des Energieversorgungsunternehmens MidAmerican Energy Company aus Des Moines, Iowa ab und übernahm auch das Mietmöbelunternehmen CORT Business Services. Berkshire erweiterte seine Versicherungssparte um U.S. Liability, seine Juweliergeschäfte mit Ben Bridge Jewelers und seine Manufakturen um den Stiefelhersteller Justin Industries aus Fort Worth, Texas. Kurz vor Jahresende kaufte Berkshire den Farbenhersteller Benjamin Moore Paint aus Montvale, New Jersey, sowie den Bauproduktehersteller Johns Manville Corporation aus Denver, Colorado für rund 1,8 Milliarden US-Dollar, obwohl beide Käufe erst Anfang 2001 abgeschlossen wurden. Weitere Zukäufe im Jahr 2000 waren die Acme Brick Company, ein Hersteller und Vertreiber von Bauprodukten und -materialien aus Ziegeln und Mauerwerk aus Fort Worth,Texas und die United States Liability Insurance Group. 2001 folgten weitere Übernahmen, wie MiTek, XTRA Lease, und CTB, Inc. Anfang 2002. Der Umsatz erreichte 2003 63 Milliarden US-Dollar. Drei Jahre später, als die operativen Tochtergesellschaften des Unternehmens einen Umsatz von 98 Milliarden US-Dollar erzielten, übertrafen sie fast die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verzeichnete 2006 einen Nettowertzuwachs von 16,9 Milliarden US-Dollar, den höchsten in der US-amerikanischen Unternehmensgeschichte. Im Oktober wurden die ersten sechsstelligen Anteile in der US-Investmentgeschichte verzeichnet, als der Kurs eines Berkshire Hathaway-Anteils der Klasse A über 100.000 USD stieg. Im Jahr 2002 erwarb Buffett The Pampered Chef, Ltd., ein multinationales Multi-Level-Marketing-Unternehmen, das eine Reihe von Küchenwerkzeugen, Lebensmitteln und Kochbüchern für die Zubereitung von Speisen zu Hause anbietet, sowie einige Produkte zum Transport einiger ihrer Produkte und Gartengeräte. Es folgten die Käufe von Fruit of the Loom, ein Hersteller von Unterwäsche, Bekleidung und Sportbekleidung mit Hauptsitz in Bowling Green, Kentucky, sowie Larson-Juhl, dem größten Hersteller von maßgeschneiderten Bilderrahmen in den Vereinigten Staaten. Weitere Akquisitionen im Jahr 2002 waren die Shaw Industries Group, Inc., einer der weltweit größten Teppichhersteller aus Dalton, Georgia, Die Erdgaspipeline Northern Natural Gas, die Erdgas vom Perm-Becken in Texas in den Raum Chicago, Wisconsin, Minnesota und die obere Halbinsel von Michigan befördert für die MidAmerican Energy Holdings Company, sowie die amerikanische Kinderbekleidungs-Marke Garanimals, die 2008 neu aufgelegt wurde und exklusiv von Walmart in den Geschäften und online vertrieben wird. Die wichtigsten Einkäufe von Buffett im Jahr 2003 betrafen die Akquisition von Clayton Homes, einem führenden Unternehmen für Fertighäuser aus Maryville, Tennessee und der McLane Company aus Cameron in Texas, einem Versorgungsketten-Großhandelsunternehmen, das Lebensmittel und Non-Food-Artikel an Convenience-Stores, Discounter, Großhandelsclubs, Drogerien, Militärstützpunkte, Schnellrestaurants und weitere Kunden vertreibt. Nachdem Buffett im Jahr 2004 keine geeigneten Übernahmekandidaten gefunden hatte, stimmte er 2005 fünf Käufen zu:

  1. Die Übernahme von Business Wire, ein Unternehmen, das Volltext-Pressemitteilungen von Tausenden von Unternehmen und Organisationen weltweit an Nachrichtenmedien, Finanzmärkte, Offenlegungssysteme, Investoren, Informations-Websites, Datenbanken, Blogger, soziale Netzwerke und andere Zielgruppen verbreitet. Das Unternehmen hat sein Hauptquartier in San Francisco, Kalifornien.
  2. Forest River, Inc., ein US-amerikanischer Hersteller von Freizeitfahrzeugen, Frachtanhängern, Nutzfahrzeugen, Pontonbooten und Bussen mit Sitz in Elkhart, Indiana.
  3. Medical Protective Company, heute die MedPro Group, eine amerikanische Haftpflichtversicherung für Ärzte und Zahnärzte.
  4. Applied Underwriters, ein Anbieter von Gehaltsabrechnungsdiensten und Arbeitnehmerentschädigungsversicherungen für kleine Unternehmen.
  5. PacifiCorp., ein Stromversorgungsunternehmen im Westen der USA, mit Hauptsitz in Portland, Oregon.

Zwischenzeitlich gab es 2005 wieder Probleme bei General Re: Bei der Untersuchung eines Betrugsfalls im Zusammenhang mit der Rechnungslegung im Jahr 2005, an dem die American International Group, Inc. (AIG) beteiligt war, wurden Führungskräfte von General Re in die Angelegenheit verwickelt. Am 15. März 2005 zwang der Verwaltungsrat von AIG Maurice Greenberg zum Rücktritt von seinem Amt als Vorsitzender und CEO, nachdem die Aufsichtsbehörden des Staates New York behaupteten, dass AIG fragwürdige Transaktionen und unkorrekte Rechnungslegung betrieben habe. Am 9. Februar 2006 erklärte sich AIG bereit, eine Geldstrafe von 1,6 Milliarden US-Dollar zu zahlen und im Jahr 2010 stimmte die US-Regierung einem Vergleich mit General Re in Höhe von 92 Mio. US-Dollar zu, der es der Berkshire Hathaway-Tochtergesellschaft ermöglichte, eine strafrechtliche Verfolgung im Fall AIG zu vermeiden. General Re verpflichtete sich auch zur Umsetzung von „Corporate-Governance-Konzessionen“, bei denen der Chief Financial Officer von Berkshire Hathaway an den Sitzungen des Prüfungsausschusses von General Re teilnehmen musste, und beauftragte die Ernennung eines unabhängigen Direktors.

Im Jahr 2006 erwarb Buffett TTI,Inc., ein spezialisierter Distributor von elektronischen Bauteilen, zu denen unter anderem Kondensatoren, Widerstände, Steckverbinder, Schalter, Relais, Schaltungsschutz, Elektromagnete, diskrete Halbleiter, Sensoren, HF-Module, Antennen und mehr gehören und der wiederum in Fort Worth im Bundesstaat Texas beheimatet ist. Ebenso wurde ISCAR, Ltd. erworben,ein israelisches multinationales Unternehmen für Zerspanungswerkzeuge, das mit einem der weltweit größten Metallkonzerne, der IMC Group (International Metalworking Companies), verbunden ist. Das Unternehmen sitzt in Migdal, Israel. Weitere Übernahmen in 2006 waren der Sportgerätehersteller Russell Brands, LLC aus Bowling Green, Kentucky durch Fruit of the Loom, desweiteren die Brooks Sports, Inc., eine Firma die Laufschuhe, Bekleidung und Accessoires für Damen und Herren entwirft und vermarktet, mit Hauptsitz in Seattle, Washington und die rund 2.700 Kilometer lange Kern River Pipeline, die Erdgas vom Südwesten von Wyoming bis zu ihrem Endpunkt in der Nähe von Bakersfield, Kalifornien transportiert und lokale Gasversorgungsunternehmen, Kraftwerke und die Schwerindustrie in Utah, Nevada und Kalifornien versorgt. Der Betreiber ist die Kern River Gas Transmission Company, die heute eine Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway Energy ist. Zuletzt wurde der britische Rückversicherer Equitas übernommen. Im Jahr 2007 verwendete Berkshire rund 1,3 Milliarden US-Dollar, um die Beteiligung des Unternehmens am Gesundheitsgiganten aus New Brunswick, New Jersey, Johnson & Johnson, zu verdoppeln. Außerdem wurde ein reges Interesse am französischen Arzneimittelhersteller Sanofi Aventis bekundet. Buffett entschied sich im ersten Halbjahr 2007 auch in die Eisenbahnbranche einzusteigen und investierte mehr als 3 Milliarden US-Dollar in eine 10,9-prozentige Beteiligung an Burlington Northern Santa Fe Railway Company, einem Unternehmen dass das größte Güterbahnnetz in Nordamerika betreibt und seinen Hauptsitz in Fort Worth in Texas unterhält. 2007 kamen zusätzlich der Baumaterialhersteller SE Homes, der Großhändler und Hersteller Richline Group und die Boat Owners Association of The United States als Tochtergesellschaft für GEICO zu Buffetts Frimenkonglomerat hinzu.

In der einsetzenden Subprime-Krise ab 2007, die sich bis 2008 zur großen Finanzkrise entwickelte, musste die Berkshire Hathaway im dritten Quartal 2008 einen Gewinnrückgang von 77% hinnehmen und erlitt große Marktverluste. In diesem Zeitraum erwarb Buffett rund 10% der Vorzugsaktien der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs, deren Hauptquartier auf der Insel Manhattan liegt. Allerdings beliefen sich Optionspositionen, die gekauft (Long) bzw. verkauft (Short) wurden, Ende 2008 auf 6,73 Milliarden US-Dollar an Verlusten (Optionsstrategien). Das Ausmaß des potenziellen Verlusts veranlasste die SEC, von Berkshire eine „robustere Offenlegung“ der Faktoren zu fordern, die zur Bewertung der Verträge herangezogen wurden. Warren Buffett unterstützte mit Berkshire auch den Chemiekonzern Dow Chemical Company aus Midland, Michigan dabei, die Übernahme des Spezialchemikalien-Herstellers Rohm & Haas im Wert von 18,8 Milliarden US-Dollar zu bezahlen. So wurde Berkshire Hathaway, mit 3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellten Mitteln, zum größten Einzelaktionär der erweiterten Gruppe. Im Oktober 2008, berichtete die britische Tageszeitung The Guardian, dass Buffett dem Kauf von Vorzugsaktien des Industriekonglomerats General Electric Company (GE) mit Sitz in Boston, Massachusetts zugestimmt hatte. Er erhielt eine Option, innerhalb von fünf Jahren nach der Vereinbarung drei Milliarden Aktien von GE zu 22,25 US-Dollar je Aktie zu kaufen und eine Dividende von 10%. Am 14. August 2014 belief sich der Kurs der Berkshire Hathaway-Aktien zum ersten Mal auf 200.000 US-Dollar je Aktie, womit das Unternehmen ein Kapital von 328 Mrd. US-Dollar erzielte. Im Jahr 2009 investierte Buffett 2,6 Milliarden US-Dollar im Rahmen der Kampagne von Swiss Re zur Kapitalbeschaffung, die hier in einem Artikel der New York Times beschrieben wurde. Berkshire Hathaway besaß bereits einen Anteil von 3%, mit dem Recht, ihre Anteile auf mehr als 20% zu steigern. Ebenfalls im Jahr 2009 erwarb Buffett die Burlington Northern Santa Fe vollständig für 34 Milliarden US-Dollar in bar und in Aktien, um das Portfolio von Berkshire breiter zu diversifizieren. Die Fusion mit der Burlington Northern Santa Fe Railway (BNSF) wurde mit Zustimmung der Anteilseigner im ersten Quartal 2010 abgeschlossen. Am 18. März 2011 erhielt Goldman Sachs die Genehmigung der Federal Reserve, Berkshires Vorzugsaktien von Goldman zurückzukaufen. Buffett zögerte aber die Aktien aufzugeben, da diese durchschnittlich 1,4 Millionen US-Dollar Dividende pro Tag einbrachten. 2011 wurde bekannt, dass Berkshire Hathaway in den vergangenen bis November, rund 64 Millionen Aktien der International Business Machine Corp., einem multinationalen Unternehmen für Informationstechnologie mit Hauptsitz in Armonk, New York und Niederlassungen in über 170 Ländern, im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar gekauft hatte. Durch diese unerwartete Investition erhöhte sich sein Anteil an dem Unternehmen auf rund 5,5 Prozent. Buffett hatte bereits mehrfach angekündigt, nicht in Technologie zu investieren, da er diese nicht vollständig verstand, daher überraschte der Schritt viele Investoren und Beobachter. 2011

Im Mai 2012 wurde Buffetts Übernahme von Media General, einem Medienunternehmen aus Richmond, Virginia, bestehend aus 63 Zeitungen im Südosten der USA, angekündigt. Das Unternehmen war der zweite Kauf von Zeitungsdruckern durch Buffett innerhalb eines Jahres. Nach den Schwierigkeiten der Wirtschaftskrise gelang es Buffett, sein Unternehmen wieder auf den Stand vor der Rezession zu bringen: Im zweiten Quartal 2014 erzielte Berkshire Hathaway einen Nettogewinn von 6,4 Milliarden US-Dollar, den höchsten, den es jemals in einem Zeitraum von drei Monaten erzielt hatte und 2015 übernahm das Unternehmen die Precision Castparts Corp., ein Industriegüter- und Metallverarbeitungsunternehmen, das Feingussteile, Schmiedeteile und Flügelprofilgussteile für die Luft- und Raumfahrt-, Industriegasturbinen- und Verteidigungsindustrie herstellt. Im Frühjahr 2017, verkündete das „Orakel aus Omaha,“ eine Investition in Apple, Inc., dem Tech-Giganten aus Cupertino in Kalifornien und dem zwischenzeitlich wertvollsten Unternehmen der Welt. Ende 2018, waren es rund 40 Mrd. US-Dollar. Im Zeitraum von 2011 bis heute, wurden noch weitere, aber weniger wichtige Übernahmen durchgeführt:

  1. Von 2008 bis 2009 waren das der Baumaterialhersteller Cavalier Homes, der Hypothekenfinanzierer Berkadia und die Marmon Group, eine Industrieholding mit Hauptsitz in Chicago, Illinois.
  2. 2011 wurde die Lubrizol Corporation akquiriert, ein Anbieter von Spezialchemikalien für den Transport-, Industrie- und Verbrauchermarkt, wie Additive für Motoröle und andere transportbezogene Flüssigkeiten, Additive für Industrieschmierstoffe sowie Additive für Benzin und Dieselkraftstoff, mit Hauptsitz in Wickliffe, Ohio. Dem folgte im selben Jahr der Omaha World-Herald, die wichtigste Zeitung für die Metropolregion Omaha.
  3. 2012 wurde die Oriental Trading Company übernommen, ein Direkthändler von preisgünstigem Partybedarf, Kunsthandwerk, Spielzeug und Schulbedarf aus Omaha, Nebraska.
  4. 2013 folgte die Übernahme der NV Energy aus Las Vegas, Nevada. Das Unternehmen gehört zu den öffentlichen Versorgern, das im Norden und Süden Nevadas, einschließlich des Las Vegas Valley, Strom erzeugt, überträgt und verteilt und Erdgas in der Metropolregion Reno-Sparks im Norden Nevadas anbietet. Das Unternehmen gehört heute zur Berkshire Hathaway Energy.
  5. 2014 wurde das Logistikunternehmen Charter Brokerage gekauft. Ebenso kaufte Buffett den virtuellen und digitalen UKW-Kanal 10, einen mit ABC verbundenen Fernsehsender, WLPG und AltaLink, L.P., eines der größten Übertragungsunternehmen Kanadas mit Sitz in Alberta für Berkshire Hathaway Energy .
  6. 2015 wurde das Motorradunternehmen Louis Motor übernommen, ebenso die Van Tuyl Group, die heute als Berkshire Hathaway Automotive firmiert.
  7. 2016 kaufte Buffett die Duracell Inc., die Batterien und intelligente Stromversorgungssysteme herstellt. Der Hauptsitz liegt in Bethel, Connecticut.
  8. 2017 kam zu Berkshires Besitz die Pilot Flying J hinzu, eine nordamerikanische Kette von Lkw-Haltestellen die in den USA und Kanada tätig ist. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Knoxville, Tennessee, wo die Pilot Corporation, der Mehrheitseigner, seinen Sitz hat. Berkshire hält einen Anteil von rund 38,6 Prozent am Unternehmen, der bis 2023 auf 80 Prozent wachsen soll.
  9. 2018 wurde das Immobilienunternehmen Ebby Halliday Companies übernommen.
Zusammenfassung der letzten signifikanten Übernahmen der Berkshire Hathaway, Inc.; Jahresbericht 2018, Form 10-K; Quelle: https://www.sec.gov/cgi-bin/viewer?action=view&cik=1067983&accession_number=0001193125-19-048926&xbrl_type=v#

Neben den vielen hier genannten Investitionen, Fusionen und Übernahmen, liegen im Depot von Berkshire Hathaway heute noch viele weitere Minderheitsbeteiligungen, wie Aktien von The Kraft Heinz Company, eine amerikanische Nahrungsmittelfirma, die durch die Fusion von Kraft Foods und Heinz mit Co-Hauptsitz in Chicago, Illinois und Pittsburgh, Pennsylvania gebildet wurde, dem Finanzdienstleister Wells Fargo & Company aus San Francisco, Kalifornien, der Investmentbank Bank of America Corp., ebenfalls aus San Francisco, oder der amerikanischen Ratingagentur Moody´s Corporation aus New York City, neben der Großbank JP Morgan Chase & Company. Auch der Technologiekonzern Amazon.com, Inc. gehört mit einer kleinen Charge zu den Aktienpositionen der Berkshire Hathaway.

2018 war Berkshire Hathaway auf Platz 5 der wertvollsten Unternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung; Quelle: https://www.statista.com/statistics/263264/top-companies-in-the-world-by-market-value/

Zusammenfassung wichtiger historischer Ereignisse

  • 1888: Gründung der Hathaway Manufacturing Company in Massachusetts.
  • 1889: Berkshire Cotton Manufacturing Company wird in Massachusetts gegründet.
  • 1929: Berkshire Cotton fusioniert mit vier anderen Textilherstellern und ändert seinen Namen in Berkshire Fine Spinning Associates.
  • 1955: Berkshire Fine Spinning fusioniert mit Hathaway Manufacturing zur Berkshire Hathaway Inc.
  • 1965: Die von Investor Warren Buffett geführte Partnerschaft erwirbt genügend Aktien, um das Unternehmen zu kontrollieren.
  • 1967: Das Unternehmen steigt in das Versicherungsgeschäft ein und kauft die National Indemnity Company und die National Fire & Marine Insurance Company.
  • 1968: Das Unternehmen erwirbt Sun Newspapers, eine Gruppe von Wochenzeitschriften aus der Region Omaha.
  • 1969: Das Unternehmen kauft die Illinois National Bank & Trust Company.
  • 1976: Berkshire Hathaway beginnt mit dem Kauf von Anteilen an GEICO (Government Employees Insurance Company).
  • 1983: Berkshire Hathaway erwirbt Blue Chip Stamps und 90 Prozent von Nebraska Furniture Mart.
  • 1985: Berkshire liquidiert seinen ursprünglichen Textilbetrieb.
  • 1986: Berkshire erwirbt die Scott & Fetzer Company, Inhaber von World Book und Childcraft Encyclopedias sowie Kirby Vacuums, für rund 320 Millionen US-Dollar.
  • 1989: Das Unternehmen erwirbt 6,3 Prozent (im Wert von 1 Milliarde US-Dollar) der Coca-Cola Company und ist damit der zweitgrößte Aktionär von Coke.
  • 1995: Berkshire gibt 2,3 Milliarden US-Dollar aus, um 50 Prozent der GEICO Corporation zu kaufen. Die Berkshire-Aktie notiert bei 36.000 US-Dollar.
  • 1996: Bei einem Aktienkurs von fast 36.000 USD emittiert das Unternehmen 100 Millionen USD in neuen Aktien der Klasse „B“ zum 30. Wert der ursprünglichen Aktie.
  • 1998: Klasse-A-Aktie erreicht 84.000 USD je Aktie; Das Unternehmen kauft die Allgemeine Rückversicherung für 22 Milliarden US-Dollar.
  • 2000: Berkshire erwirbt 76 Prozent der MidAmerican Energy Holdings Company.
  • 2002: Fruit of the Loom und The Pampered Che werden in Berkshire in die Liste der Tochterunternehmen aufgenommen.
  • 2006: Berkshire verzeichnet einen Nettowertzuwachs von 16,9 Milliarden US-Dollar. Dies ist der höchste Wert in der US-amerikanischen Unternehmensgeschichte. Die Aktien der Klasse A sind 100.000 US-Dollar wert.
  • 2007: Berkshire investiert mehr als 3 Milliarden US-Dollar in eine 10,9-prozentige Beteiligung an Burlington Northern Santa Fe.
  • 2010: Buffett gibt zu, dass der Kauf von Berkshire Hathaway der größte Investitionsfehler gewesen sei, den er jemals begangen habe, und behauptete, er habe ihm in den folgenden 45 Jahren eine Kapitalrendite von rund 200 Milliarden US-Dollar verweigert.
  • 2015: Übernahmen der Precision Castparts Corp.
  • 2017: Investition in Apple, Inc.

Weitere Informationen können hier auf der Hauptseite von newworldencyclopedia.org gelesen werden.

Tochterunternehmen:

Acme Brick Company; Angewandte Underwriter; Ben Bridge Juwelier; Benjamin Moore & Co; Berkshire Hathaway Group; Berkshire Hathaway Homestates Companies; Borsheims feiner Schmuck; Buffalo News; Business Wire; Central States Indemnity Company; Clayton Homes, Inc .; CORT Business Services; CTB Inc .; Fechheimer Brothers Company; FlightSafety International, Inc .; Forest River, Inc .; Frucht des Webstuhls, Inc .; GEICO Corporation; General Re Corporation; H. H. Brown Shoe Group; Helzberg Diamanten; Home-Services von Amerika; International Dairy Queen, Inc .; Iscar Metallbearbeitungsunternehmen; Johns Manville Corporation; Jordan’s Furniture, Inc .; Justin Brands; McLane Company, Inc .; Medical Protective Company; Midamerican Energy Holdings Company; MiTek Inc .; Nationale Entschädigungsgesellschaft; Nebraska Furniture Mart; NetJets Inc .; The Pampered Chef, Ltd .; Präzisionsstahllager; RC Willey Einrichtungsgegenstände; Die Scott Fetzer Company; See’s Candies, Inc .; Shaw Industries; Star Furniture Company; TTI, Inc .; United States Liability Insurance Group; Wesco Financial Corporation; XTRA Corporation.

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Das aktuelle Depot der Berkshire Hathaway, Inc. setzt sich aus folgenden Beteiligungen zusammen (Quelle: https://www.cnbc.com/berkshire-hathaway-portfolio/)

UnternehmenSymbolWert in $ am 30.09.2019Anzahl Aktien% - Anteil Depot
APPLE INC (COM)AAPL55,732,400,000248,838,67925.96%
BANK AMER CORP (COM)BAC27,047,843,000927,248,60012.59%
COCA COLA CO (COM)KO21,776,000,000400,000,00010.14%
WELLS FARGO & CO NEW (COM)WFC19,084,935,000378,369,0188.89%
AMERICAN EXPRESS CO (COM)AXP17,932,512,000151,610,7008.35%
KRAFT HEINZ CO (COM)KHC9,096,609,000325,634,8184.23%
US BANCORP DEL (COM NEW)USB7,330,315,000132,459,6183.41%
JPMORGAN CHASE & CO (COM)JPM7,004,312,00059,514,9323.26%
MOODYS CORP (COM)MCO5,053,111,00024,669,7782.35%
DELTA AIR LINES INC DEL (COM NEW)DAL4,084,442,00070,910,4561.90%
GOLDMAN SACHS GROUP INC (COM)GS3,803,424,00018,353,6351.77%
BANK OF NEW YORK MELLON CORP (COM)BK3,659,172,00080,937,2501.70%
SOUTHWEST AIRLS CO (COM)LUV2,897,595,00053,649,2131.34%
GENERAL MTRS CO(COM)GM2,708,669,00072,269,6961.26%
VERISIGN INC (COM)VRSN2,443,276,00012,952,7451.13%
CHARTER COMMUNICATIONS INC N (CL A)CHTR2,236,414,0005,426,6091.04%
DAVITA HEALTHCARE PARTNERS I(COM)DVA2,200,937,00038,565,5701.02%
UNITED CONTL HLDGS INC (COM)UAL1,939,595,00021,938,6420.90%
VISA INC (COM CL A)V1,816,849,00010,562,4600.84%
MASTERCARD INC (CL A)MA1,340,132,0004,934,7560.62%
LIBERTY MEDIA CORP DELAWARE (COM C SIRIUSXM)LSXMK1,304,578,00031,090,9850.60%
COSTCO WHSL CORP NEW (COM)COST1,248,485,0004,333,3630.58%
PNC FINL SVCS GROUP INC (COM)PNC1,215,335,0008,671,0540.56%
AMERICAN AIRLS GROUP INC (COM)AAL1,178,589,00043,700,0000.54%
AMAZON COM INC (COM)AMZN932,705,000537.30.43%
TRAVELERS COMPANIES INC (COM)TRV885,953,0005,958,3910.41%
SIRIUS XM HLDGS INC (COM)SIRI852,404,000136,275,7290.39%
M & T BK CORP (COM)MTB850,202,0005,382,0400.39%
AXALTA COATING SYS LTD (COM)AXTA731,560,00024,264,0000.34%
SYNCHRONY FINL (COM)SYF709,175,00020,803,0000.33%
STORE CAP CORP (COM)STOR696,637,00018,621,6740.32%
LIBERTY MEDIA CORP DELAWARE (COM A SIRIUSXM)LSXMA617,744,00014,860,3600.28%
GLOBE LIFE INC (COM)608,433,0006,353,7270.28%
RESTAURANT BRANDS INTL INC (COM)QSR600,295,0008,438,2250.27%
PHILLIPS 66 (COM)PSX530,702,0005,182,6370.24%
STONECO LTD (COM CL A)STNE492,719,00014,166,7480.22%
LIBERTY GLOBAL PLC (SHS CL A)LBTYA489,827,00019,791,0000.22%
SUNCOR ENERGY INC NEW (COM)SU339,738,00010,758,0000.15%
OCCIDENTAL PETE CORP (COM)OXY332,079,0007,467,5080.15%
TEVA PHARMACEUTICAL INDS LTD (SPONSORED ADR)TEVA297,555,00043,249,2950.13%
RH (COM)206,336,0001,207,8440.09%
LIBERTY GLOBAL PLC (SHS CL C)LBTYK174,784,0007,346,9680.08%
LIBERTY LATIN AMERICA LTD (COM CL A)46,343,0002,714,8540.02%
JOHNSON & JOHNSON (COM)JNJ42,320,000327.10.01%
PROCTER & GAMBLE CO (COM)PG39,229,000315.40.01%
MONDELEZ INTL INC (CL A)MDLZ31,975,0005780.01%
LIBERTY LATIN AMERICA LTD (COM CL C)21,950,0001,284,0200.01%
UNITED PARCEL SERVICE INC (CL B)UPS7,117,00059.40.00%
Wert in $ am 30.09.2019214,673,311,000

Management:

Amtierender Chief Executive Officer (CEO) und Chairman der Berkshire Hathaway, Inc. ist der amerikanische Geschäftsmann und Profi-Investor Warren Edward Buffett (Link auf Bloomberg-Profil), geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska. Allgemein sieht man ihn als den erfolgreichsten Investor aller Zeiten an und hat ihn mit dem Spitznamen „das Orakel aus Omaha“ betitelt. Seine Ausbildung erhielt er an der Wharton School University of Pennsylvania, von der er an die University of Nebraska-Lincoln wechselte und mit einem Bachelor of Business Administration (BBA) graduierte. Im Anschluss schrieb er sich an der Columbia Business School ein, wo er unter seinem Vorbild und Mentor Benjamin Graham, wie auch David Dodd, zu lernen. Außerdem besuchte er das New York Institute of Finance. Buffett war bereits zuvor Anhänger der von Graham und Dodd entwickelten Investitionphilosophie des Value Investing, die sie 1934 in ihrem Standardwerk „Geheimnisse der Wertpapieranalyse“ (Originaltitel: Security Analysis) beschrieben haben. Er beendete seine Ausbildung mit einem Master of Business Administratin (MBA) und arbeitete ab 1951 bis 1954 bei Buffett-Falk & Co., der Brokerfirma seines Vaters Howard Buffett, als Makler, ehe er von 1954 bis 1956 bei Graham-Newman Corp. als Wertpapieranalyst eintrat, um in der Firma seines Mentors weiter zu lernen.

Ab 1956 beginnt seine selbstständige Karriere, mit der Gründung seiner ersten Personengesellschaft Buffett Partnership, Ltd. und seit dieser Zeit, war er ununterbrochen in Führungsverantwortung für seine Partnerschaften und andere Unternehmen. Die Personenegesellschaften wurden 1969 aufgelöst und ab 1970 bis zum heutigen Tag, ist Warren Buffett Chairman und CEO der Berkshire Hathaway, Inc., in die er bereits 1962 investiert hatte und die er schließlich übernahm. Außerdem war er von August 1991 bis Juli 1992 Interimsvorsitzender von Salomon Brohthers. Neben den Geschäftlichen Positionen, ist Buffett auch Wohltäter mehrerer sozial engagierter Stiftungen, darunter die Novo Foundation, die Susan Thompson Buffett Foundation, die Howard G Buffett Foundation, die Susan A Buffett Foundation und seit 2006 auch der Bill & Melinda Gates Foundation, gegründet vom Ehepaar Bill Gates und seiner Frau Melinda. Die beeindruckende Karriere von Buffett, umfasst auch eine lange Liste von Vorstandsposten und Mitgliedschaften in leitenden Unternehmensgremien:

Buffets Investmentphilosophie ist eine auf Wert basierende Sichtweise auf Unternehmen, gepaart mit einer langen Haltezeit der Anteile. Seine Strategie wurde maßgeblich von Benjamin Graham geprägt und von seinen Konzepten der Sicherheitsmarge, des Inneren Wertes und seiner Idee davon, was Eigenkapital ist. Dabei durchlief Buffett aber im Lauf seiner Karriere ein Entwicklung:

  1. PhaseZigarrenstummel: Dieses Konzept basiert darauf, Unternehmen zu finden, die weit unter ihrem Wert notiert sind, unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge und daher günstig mit geringem Risiko gekauft werden können und teilweise sogar tot wertvoller sind als lebendig, worunter die Liquidierung der Firma zu verstehen ist. Bildhaft gesprochen: Man findet einen Zigarrenstummel auf dem Boden, von dem man noch einen letzt Zug nehmen kann, dieser ist aber umsonst. Mit der zunehmenden Größe seiner Partnerschaften und später Berkshire, wurde dieses Vorgehen aber schließlich unmöglich.
  2. Phase – Burggräben: Vom Ansatz Benjamin Grahams ausgehend, ist diese Strategie erweitert um den Ansatz von Philip Fisher, dem Autor des Buches „Common Stocks and Uncommon Profits.“ Fisher propagierte eine Methode von Investitionen, die auf eine lange Haltedauer hervorragender Unternehmen abzielte. Ein Hervorragendes Unternehmen sollte gute Fundamentaldaten ausweisen und einen wirtschaftlichen Burggraben besitzen, der die Firma vor Angriffen konkurrierender Anbieter schützt. Ein anderes Wort dafür, wäre ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Die Zentrale Frage dieses Vorgehens ist: Verfügt das Zielunternehmen über einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen , der es ihm ermöglicht, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen?
  3. Phase – Private Equity: Diese letzte Evolution, zielt darauf ab, nicht mehr einfach nur Unternehmensanteile an hervorragenden Unternehmen zu kaufen und zu halten, sondern Unternehmen im Ganzen zu übernehmen.

Ein interessanter Artikel dazu, kann hier im Forbes Magazine gelesen werden. Auf Buffett geht auch das Konzept der Oweners Earnigs (Eigentümergewinne) zurück. Diese Bewertungsmethode, beschrieb Warren Buffett 1986 im Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Er gab an, dass der Wert eines Unternehmens einfach die Summe der Netto-Cashflows (Eigentümergewinne) ist, die über die Lebensdauer des Unternehmens abzüglich einer Wiederanlage der Gewinne erwartet werden. Dieses Vorgehen hat drei Effekte:

  1. Differenzen resultierend aus Unterschieden im Accounting werden eliminiert. Je nach Buchführungspraxis, kann ein und dasselbe Unternehmen andere Gewinne oder Free-Cashflows ausweisen.
  2. Es werden hier realistischere, aber von GAAP oder IFRS unabhängige, Ansätze für Investitionen und den Working Capital-Bedarf genutzt.
  3. Es werden noch Anpassungen vorgenommen für den Fall, dass Teile der Kapitalzuflüsse tatsächlich nicht den Eigentümern zugerechnet werden können, worunter beispielsweise Pensionsrückstellungen oder Aktienoptionen für das Management gehören.

Owner Earnings = Nettogewinn + Abschreibungen, Amortisation und andere Non-Cash Positionen – durchschnittliche Investitionen +/- zusätzlich erforderliches Working Capital 

Die Bezahlung des CEO, besteht aus einem Gehalt von 100.000 US-Dollar im Jahr und sonstigen Bezügen, die sich im Jahr 2018 auf insgesamt 288.968 US-Dollar summiert haben. Es werden weder Aktien noch Optionen zugewiesen. Dieser Punkt ist durchweg positiv zu bewerten. Das gesamte Vermögen von Warren Buffett, liegt in Berkshire Hathaway, an der er 36,5% hält, bezogen auf die A-Aktie. Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen. Insgesamt, ist das Management äußerst positiv zu bewerten, da hier ein langjähriger Firmenangehöriger die Geschicke leitet, der mit einem außergewöhnlichen Ergebnis beeindruckt, dass er über mehrere Jahrzehnte erreicht hat. Berkshire existierte zwar bereits, als Buffett der neue CEO wurde, aber man kann sagen, dass er das Unternehmen in seiner heutigen Form gegründet bzw. geschaffen hat.

Auf der Seite visualcapitalist.com, ist eine Bilderserie zu Warren Buffett und der Berkshire Hathaway, Inc. in 5 Teile zu finden:

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Teil 1: The Remarkable Early Years of Warren Buffett
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Teil 2: Inside Warren Buffett’s Brain
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Teil 3: The Warren Buffett Empire in One Giant Chart
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Teil 4: Warren Buffett’s Biggest Wins & Fails
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Teil 5: The 25 Best Warren Buffett Quotes in One Infographic

Von Warren Buffett stammt auch ein viel beachtet Essay mit dem Titel „The Superinvestors of Graham-and-Doddsville,“ der aus einer Ansprache hervorging, die er am 17. Mai 1984 an der Columbia University School of Business anlässlich eines Festaktes zum 50-jährigen Jubiläum des Erscheinens der Erstausgabe des Buches Security Analysis von Benjamin Graham und David Dodd hielt. Der Titel des Essays ist eine Anspielung auf die theoretischen und intellektuellen Ursprünge des Value Investing, das Graham und Dodd mit ihrem Bestseller seinerzeit begründeten und eine Kritik an der aufkommenden Lehre der Effizienzmarkthypothese, der zufolge eine einzelner Investor den Markt nicht auf Dauer schlagen kann.

Amtierender Vice Chairman von Berkshire Hathaway, ist der amerikanische Anwalt und Geschäftsmann Charles Thomas Munger (Link auf Bloomberg-Profil), geboren 01. Januar 1924 in Omaha, Nebraska. Einen Abschluss in Jura erwarb er an der Harvard University und praktizierte in Los Angeles als Rechtsanwalt. Seine Zusammenarbeit mit Warren Buffett, begann erst 1978. Mit der Zusammenlegung seiner Geschäftsanteile der 1976 liquidierten Partnerschaft Wheeler, Munger & Co., erhielt er 2 Prozent an Berkshire Hathaway und wurde zum Vice Chairman und hatte seither maßgeblichen Einfluss auf die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens. Mungers Karriere umfasst eine Anstellung als Anwalt in der Kanzlei Marshall & Co., in der er nach seiner Ausbildung als General Partner arbeitet. Ab 1976 war er Chairman und CEO der Firma Blue Chip Stamps. Dazwischen war er auch Partner von Munger Tolles & Olson LLP, von 1962 bis 1965 und Wheeler Munger & Co., von 1965 bis 1976. Von 1984 bis 2005 war er Chairman und CEO bei der Wesco Financial Corporation, sowie deren Chairman, CEO und Präsident des Unternehmens ab 2005 bis 2011. Daneben sind weitere Mitgliedschaften in Vorständen diverser Unternehmen zu finden:

Neben dem bekannten Führungsduo Buffett und Munger, sind noch weitere Namhafte Personen mit Berkshire Assoziiert, die hier in Kürze erwähnt werden sollen:

  • Ajit Jain, geboren 1951 in Orissa, Indien, seit dem 10. Januar 2018 stellvertretender Vorsitzender der Versicherungsabteilung von Berkshire Hathaway. Ehemaliger Co-CEO der Deutschen Bank.
  • Gregory Edward Abel, geboren 1961 in Kanada, Vorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway Energy und seit Januar 2018 stellvertretender Vorsitzender des Nichtversicherungsgeschäfts von Berkshire Hathaway.
  • David Sanford „Sandy“ Gottesman, geboren 26. April 1926, seit 2011 Independent Director.
  • Walter Scott Jr., geboren 21. Mai 1931, seit 2011 Independent Director.
  • Howard Graham Buffett, geboren 16. Dezember 1954, seit 1993 Director.
  • Charlotte M. Guyman, seit 2011 Independent Director.
  • Ronald L. Olson, geboren 09. Juli 1941, seit 1997 Director.
  • Stephen B. Burke, geboren 14. August 1958, seit 2011 Independent Director.
  • Thomas Murphy, geboren 31. Mai 1925, seit 2003 Independent Director.
  • Tracy Britt Cool, geboren 1984 in Manhattan, war Vorstandsmitglied von Berkshire Hathaway und Larson-Juhl, Johns Manville, Oriental Trading Company und Benjamin Moore, wurde im Oktober 2014 zum CEO von Pampered Chef ernannt. Am September 2019 gab Cool bekannt, dass sie Berkshire Hathaway verlässt, um eine eigene Investmentfirma zu gründen, die das Geschäftsmodell von Berkshire nachahmt.

Literatur:

Im Zusammenhang mit Berkshire Hathaway, Inc. und seinem Chairman, Warren Buffett, gibt es viel Literatur in Form von Büchern, Geschäftsberichten und den jährlichen Aktionärsbriefen, die erwähnenswert sind. Dabei handelt es sich nicht nur um Bücher über das Unternehmen oder dessen Management.

Primärquellen – Für die Recherchen zu diesem Artikel wurden hauptsächlich folgende Quellen herangezogen:

  • Warren Buffett „Das Leben ist wie ein Schneeball“; eine Biografie von Warren Buffett, erschienen im Finanzbuchverlag, geschrieben von Alice Schroeder; ISBN 978-3898796026
  • Warren Buffett´s Briefe an die Aktionäre, die jedes Jahr veröffentlicht werden, sind eine der beliebtesten und anschaulichsten Quellen über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Sie gelten allgemein als eine der besten Möglichkeiten, von Warren Buffett zu lernen.

Weitere Quellen aus der Literatur:

1.2 News – Berkshire Hathaway, Inc.

24.12.2019Berkshire Hathaway verliert den Bieterkampf um Tech Data. Apollo Global Management bot dem IT-Konzern Tech Data zunächst 130 US-Dollar pro Aktie, was insgesamt 4,77 Milliarden für das Unternehmen bedeutet hätte. Doch dann überbot Berkshire als zweiter Bewerber das Angebot der Beteiligungsgesellschaft. Daraufhin erhöhte Apollo sein Angebot auf 145 US-Dollar je Aktie, womit Tech Data, ausgenommen der Schulden, mit rund 5,14 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Dieses neue, bessere Angebot nahm Tech Data letztlich auch an. Diese Nachricht erschien hier auf finanzen.net.

Dazu kann hier auf Seeking Alpha ein Artikel gelesen werden.

02.11.2019Berkshire Hathaway, Inc. gab die Ergebnisse für das am 30. September 2019 endende dritte Quartal bekannt. Für das Quartal gab das Unternehmen einen Umsatz von 4.338 Millionen USD bekannt, verglichen mit 4.419 Millionen USD vor einem Jahr. Der Reingewinn betrug 16.524 Millionen USD gegenüber 18.540 Millionen USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 10.119 USD gegenüber 11.280 USD im Vorjahr. In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz auf 11.729 Millionen USD gegenüber 11.818 Millionen USD im Vorjahr. Der Reingewinn betrug 52.258 Millionen USD gegenüber 29.413 Millionen USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 31.944 USD gegenüber 17.885 USD vor einem Jahr.

29.04.2019Berkshire Hathaway wird seine Maklergeschäfte auf den Nahen Osten ausweiten und ein Büro in Dubai eröffnen. Das Unternehmen plant außerdem, innerhalb eines Jahres ein zweites Büro in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi zu eröffnen. Berkshire Hathaway Homeservices Gulf Properties wird vom Vorsitzenden Ihsan Husein al Marzouqi und dem Vorstandsvorsitzenden Phil Sheridan geleitet. Sie werden ein Team von 30 Beratern und Betreuern haben.

24.04.2019Berkshire Hathaway Inc. (NYSE: BRK.A) erwirbt laut Bloomberg The Procter & Gamble Company (NYSE: PG) von Great North Road Media, Inc. und nennt dabei zwei Branchenquellen. Procter & Gamble und Berkshire antworteten Great North nicht sofort auf einen Kommentar, den Bloomberg notierte.

10.04.2019 – Nach Gerüchten in einem Artikel von Barron´s könnte Berkshire Hathaway Inc. (NYSE: BRK.A) von Warren Buffett am Kauf einer Fluggesellschaft interessiert sein (NYSE: DAL), Southwest Airlines Co. (NYSE: LUV), United Continental Holdings, Inc. (NasdaqGS: UAL) und American Airlines Group Inc. (NasdaqGS: AAL). Der Artikel sagte, „Buffett scheint am meisten in Delta verliebt zu sein“. In einer Meldung gab Berkshire bekannt, dass es kürzlich seinen Anteil an Delta um 5,4 Millionen Aktien aufgehoben hat und nun 70,9 Millionen Aktien hält, was einem Anteil von 10,4% entspricht. Offizielle Stellen von Delta sagten, Delta habe keine Kommentare zu dem Artikel von Barron´s abgegeben, abgesehen von den Zitaten von Ed Bastian, Chief Executive Officer von Delta, in der Geschichte. Zum potenziellen Interesse von Berkshire Hathaway sagte Bastian: „Wir sind jeden Tag im Jahr zum Verkauf geöffnet. Wir denken, dass die Zukunft vielversprechend und unsere Bewertung günstig ist. “

Weitere Nachrichten zu Berkshire Hathaway, Inc. können auf den Protalen simplywallstreet.com und finanzen.net gefunden werden, ebenso bei den Nachrichtenagenturen Bloomberg und Barron´s.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – Berkshire Hathaway, Inc.

Als eines der bekanntesten Unternehmen der Welt, sind große und bekannte Institutionen an Berkshire Hathaway beteiligt.

Mit 36,5% ist Warren Buffett selbst der größte Aktionär seiner Firma, aber auch große Institutionen wie der Nicholas Fund, Inc. mit 6,62% und Capital Research & Management Co. mit rund 4,26% sind neben der Allianz Global Investors GmbH mit 3,05% große Eigner des Unternehmens. Insgesamt werden rund 54% aller Aktien von Institutionen gehalten und weitere 29% befinden sich im öffentlichen Umlauf. Die restlichen 17% werden von einzelnen Personen gehalten. Eine vollständige Auflistung der Besitzverhältnisse, kann hier auf morningstar.com gefunden werden.

https://beta.simplywall.st/stocks/us/diversified-financials/nyse-brk.b/berkshire-hathaway#information

Berkshire Hathaway, Inc., schüttet aktuell keine Dividenden aus und es gibt kein Aktienrückkaufprogramm. 2018 wurden aber im Volumen von rund 1.346 Mio. USD eigene Aktien zurückgekauft.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – Berkshire Hathaway, Inc.

UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBITReturn on
Capital
Earnings Yield
Berkshire Hathaway, Inc.3,6%14,17,1%
Fairfax Financial Holdings, Ltd.1,3%8,511,8%
Markel Corporation1,5%17,25,8%
American International Group, Inc.0,4%12,77,8%
Allianz S.E.0,8%-39,2-2,6%
Cincinnati Financial Corp.3,9%14,96,7%
W. R. Berkley Corp.2,7%13,57,4%
CNA Financial Corp.1,1%14,07,1%
The Travelers Companies, Inc.2,2%11,58,7%
JP Morgan Chase & Co.1,3%
Goldman Sachs Group, Inc.1,0%
Wells Fargo & Co.1,2%

Da das Versicherungsgeschäft neben dem Segment Manufacturing das größte ist und die Versicherungen eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell von Berkshire übernehmen, habe ich als Vergleichsunternehmen hauptsächlich Versicherungsgesellschaften ausgewählt, wobei Fairfax Financial Holdings, Ltd. aus Kanada und die Markel Corp. aus den USA dem Zielunternehmen am nächsten kommen, was ihre Ausrichtung und ihren operativen Betrieb angeht. Daher rührt auch der Spitzname dieser Peer´s, als so genannte „Baby Berkshires„.

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften. Diese Methode ist allerdings für Banken und Versicherungen nicht uneingeschränkt anwendbar, da es zwar möglich ist, die Gewinnrendite zu berechnen, die entsprechende Kapitalrendite nach Greenblatt aber kaum bis gar nicht zuverlässig zu berechnen ist, was maßgeblich an den benötigten Daten zu Umlaufvermögen (Working Capital) und Sachanlagen (Property, Plant and Equipment) liegt, die bei Firmenstrukturen wie den hier betrachteten nicht problemlos ermittelt werden können, oder nur mit erheblichen Unsicherheiten.

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1.5 Segmente und Umsatzverteilung – Berkshire Hathaway, Inc.

Die Berkshire Hathaway, Inc. berichtet in 6 Hauptsegmenten: Insurance, Manufacturing, McLane Company, Service and Retailing, Burlington Northern Santa Fe und Berkshire Hathaway Energy, in die die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens gegliedert werden.

Die Erträge des Unternehmens sind sehr gut diversifiziert. So stellen aktuell (Stand 2018) das Versicherungsgeschäft und der Geschäftsbereich Herstellung jeweils rund ein Viertel der Umsätze, gefolgt der McLane Company mit etwa 20%, die für das Lebensmittelgeschäft stehen. Trotz seiner Größe und der Streuung der Geschäftsfelder, ist Berkshire aber mit über 84% Umsatzanteil der USA, sehr stark von diesem einen Markt abhängig. Das wird nur teilweise dadurch kompensiert, dass viele der gehaltenen Unternehmen und der Tochtergesellschaften auch international tätig sind. Über die Bedeutung des Versicherungsgeschäfts kann hier ein Artikel auf Seeking Alpha gefunden werden, der am 05.12.2019 unter dem Titel „The Wonderful Transformations Of Insurance Float: Berkshire Hathaway“ veröffentlicht wurde.

Auf der Hauptseite der SEC, können hier alle Unternehmensdaten eingesehen werden:

Anbei auch eine Aufstellung der Geschäftssegmetne und die aufgeschlüsselten Abschreibungen, Investitionen und der Goodwill-Anteil.

2018 befand sich Berkshire Hathaway unter den weltweit führend Unternehmen in der Schaden- und Unfallversicherung (in Mrd. US-Dollar) auf Platz 1, bezogen auf die Umsätze.

1.6 Wichtige Kennzahlen – Berkshire Hathaway, Inc.

Verschuldungsgrad

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201849,8%50,2%
201750,1%49,9%
201646,0%54,0%
201546,8%53,2%
201446,2%53,8%
201346,3%53,7%
201244,8%55,2%
201143,0%57,0%
201043,8%56,2%
200945,7%54,3%

Entwicklung von Gesamtkapital und Fremdkapital: Die Eigenkapitalquote liegt im langfristigen Vergleich seht stabil und hat zuletzt sogar auf rund 50% zugenommen. Berücksichtigt man die letzten 20 Jahre, dann ist die Entwicklung von Gesamt- und Fremdkapital immer sehr stabil gewesen.

Finanzielle Stabilität: Bezogen auf das gesamte Fremdkapital, hat das Unternehmen eine Zinslast von rund 0,7% zu leisten. Das im letzten Geschäftsjahr 2018 die ausgewiesenen Gewinne niedrig waren, ist die absolute Zinslast sehr deutlich zu buche geschlagen. Ich habe hier ein Szenario unterstellt, welchen Einfluss eine plötzliche Zinserhöhung von +2 Prozentpunkten auf das Vorsteuerergebnis von Berkshire Hathaway gehabt hätte. Wegen der niedrigen Vorsteuergewinne des letzten Jahres, hätte dies einen enormen Effekt bedeutet, der die EBT um rund 265% hätte einbrechen lassen. Dieses Szenario ist allerdings nur sehr hypothetisch, da ich in Ermangelung von Zahlen für langfristiges (zinstragendes) Fremdkapital, für eine grobe Einschätzung der Einfachheit halber auf das gesamte Fremdkapital ausgewichen bin. Ob Berkshire Hathaway bei einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus derartige Auswirkungen zu erleiden hätte, darf bezweifelt werden. Es geht nur um eine mögliche Risikoeinschätzung.

Entwicklung des Goodwills in der Bilanz: Der Goodwill-Anteil in der Bilanz hat im Jahr 2014 signifikant um rund 82% zugenommen, so dass die Gesamtbilanz von Berkshire heute aus rund 11,5% Goodwill besteht. Im Falle von außerordentlichen Abschreibungen, wäre hier ein gewisses Risiko vorhanden. Insgesamt ist dieses Risiko, betrachtet man die Gesamtgröße des Goodwills, aber überschaubar und nicht signifikant.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
20182.467-0,1%
20172.4690,1%
20162.467-0,04%
20152.467+0,1%
20142.466-0,1%
20132.468-0,4%
20122.479+0,1%
20112.477+0,9%
20102.456+5,5%
20092.328+0,2%

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Die Aktienanzahl, bezogen auf die B-Aktie des Unternehmens, ist in den letzten 20 Jahren nur in sehr geringem Maße gestiegen. Von 2.359 Mio. Stück 1999 auf 2.467 Mio. Stück 2018.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
2018247.83713.9165,6%
2017239.93328.44111,9%
2016215.11438.88818,1%
2015210.94338.58318,3%
2014194.69931.38416,1%
2013182.15031.59717,4%
2012162.46324.98015,4%
2011143.68820.61614,4%
2010136.18524.52318,0%
2009112.49316.56614,7%

Entwicklung der Umsätze, des EBIT und der Gewinne: Die Tendenz zeigt deutlich steigende Umsätze, zuletzt sind jedoch die Gewinne und das EBIT stark zurück gegangen. Der Grund hierfür kann im Bericht für 2018 gefunden werden, unter dem Punkt „Business Segment Information“. 2018 kam es zuletzt zu starken Verlusten bei Derivaten und Investments. Historisch betrachtet: Ende 2018 kam es zu einer sehr starken Marktkorrektur, die für diesen starken Gewinneinbruch mitverantwortlich zu machen ist.

Entwicklung der Margen: Bedingt durch die oben genannten Gründe, kam es 2018 zu einer starken Korrektur der Margen.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
201822.863-32,8%
201734.020+72,8%
201619.693+27,8%
201515.409-8,4%
201416.825+1,3%
201316.617+48,7%
201211.175-9,0%
201112.285+3,1%
201011.915+9,2%
200910.909+113,3%

Entwicklung der operativen und der Freien Cashflows: Berkshire Hathaway zeig über die lange Sicht sehr stakre Cashflows und eine Tendenz zu steigenden Cashflows. Auch während der letzten Finanzkrise, konnte sich das Unternehmen am Markt behaupten.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
2018352.500+0,2%
2017351.954+23,3%
2016285.428+10,4%
2015258.627+6,4%
2014243.027+8,3%
2013224.485+17,2%
2012191.588+13,4%
2011168.961+3,7%
2010162.934+20,0%
2009135.785+19,4%

Entwicklung des Buchwertes: Das Unternehmen zeigt auch hier eine langfristige Tendenz hin zu einem wachsenden Buchwert. Das Eigenkapital hat in den letzten 20 Jahren beständig zugenommen.

Entwicklung der Treasury Stocks in der Bilanz:  Seit 2011 hat das bis Unternehmen ein Volumen von 3.109 Mio. USD an eigenen Aktien in die Bilanz genommen. Zuletzt wurde 2018 ein hohes Volumen aufgekauft.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD/Aktie
Earnings
per Share
KGV
20181,75 USD125,3
201718,37 USD 10,9
20169,90 USD16,7
20159,89 USD 13,5
20148,18 USD 18,6
20138,04 USD 15,0
20126,18 USD 18,4
20114,34 USD 15,1
20105,49 USD 19,0
20093,63 USD 29,9

Entwicklung von Kurs-Buchwert- und Kurs-Gewinn-Verhältnis: In der Regel verhält sich das KGV sowie das KBV sehr stabil, man erkennt nur einen hohen Ausbruch für 2018, was mit der starken Korrektur Ende 2018 zusammenhängt. Das betraf nicht Berkshire Hathaway im speziellen, sondern war ein allgemeiner, Markt übergreifender Einbruch. Das langfristige mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei etwa 16,5.

Entwicklung der Gewinne und der Freien Cashflows je Aktie: Im langfristigen Trend, nehmen EPS und Cashflows, bezogen auf den Wert je Aktie, tendenziell zu.

Entwicklung der Oweners Earnigs : Die von Warren Buffett oft genannten Owners Earnings, zeigen bei Berkshire eine gute Entwicklung und bis auf den starken Einbruch 2018, waren sie immer positiv.

1.7 Aussichten – Berkshire Hathaway, Inc.

Unternehmensspezifisch:

Die Analystenmeinungen auf marketscreener.com gehen von steigenden Umsätzen bis 2021 aus. Wie für Berkshire typisch, wird auch in den kommenden 3 Jahren nicht mit der Ausschüttung von Dividenden gerechnet. Analystenmeinungen von finanzen.net zeichnen ein vergleichbares Bild. Die Gewinnaussichten sind dagegen aber deutlich schlechter, hier gehen die Analysten von sinkenden Zahlen nach 2019 aus. Für 2019 sollen die Gewinne aber deutlich zulegen.

https://www.finanzen.net/schaetzungen/berkshire_hathaway_b

Erwartungen der Analysten auf simplywallstreet.com

Gesamtmark: Für Berkshire Hathaway, ist insbesondere der US Amerikanisch Markt von Interesse. Folgende Darstellungen zum erwarteten BIP können unter den folgenden Quellen-Links eingesehen werden:

Unter den Titel „Global Slowdown Spreads Across U.S. Economy“, erschien hier bereits am 27.09.2019 ein Artikel im Wall Street Journal, der sich mit den aktuellen Geschehnissen beschäftigen, die die weltweite Wirtschaft aktuell gefährden. Hauptsächlich geht der Artikel auf niedrigere Konsumentenausgaben, rückläufige private Investitionen und höhere Zölle ein. Ein Artikel der sich mit der Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums, konnte hier auf BBC News gefunden werden. Der Artikel erschien am 26.09.2019.

Daten über die globale Wirtschaftsentwicklung, können beispielsweise hier und hier auf der Hauptseite des Internationalen Währungsfonds gefunden werden.

Wie in einem vorangegangenen Artikel, kann hier für die globale Entwicklung auf die Daten des Internationalen Währungsfonds und der Bank für internationalen Zahlungsausgleich verweisen. Eine Zusammenfassung über die aktuelle Marktlage und alle relevanten Variablen, bietet der wirtschaftliche Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsausglich (BIS) in Basel.

Ebenfalls geben hier die Veröffentlichungen des Internationalen Währungsfonds, die hier zu finden sind, Aufschluss über gesamtwirtschaftliche Erwartungen. Für 2020 rechnet die Organisation mit einem Wirtschaftswachstum global von 3,5%. Dabei sieht sie aber größere Risiken aufkommen.

Zwei interessante Artikel im Wall Street Journal:

Ein interessanter Artikel konnte hier gefunden werden, der unter dem Titel „War and (Nearly) Peace – 28 Events in the U.S.-China Trade Conflict“ auf S&P Global Market Intelligence am 08.05.2019 veröffentlicht wurde.

Auf marketsandmarkets.com, können für einzelne Geschäftsbereiche zusammenfassend Prognosen gefunden werden, die allerdings aufgrund der breiten Diversifizierung von Berkshire Hathaway zu umfangreich wären um sie zufriedenstellend abzubilden.

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – Berkshire Hathaway, Inc.

Bezogen auf das langfristige Durchschnittswachstum der Gewinn, ist Berkshire Hathaway nach Peter Lynch ein Average Grower, der allerdings die Besonderheit aufweist, keine Dividenden auszuschütten. Bereinigt man allerdings den großen Ausreißer 2018 und legt die Erwartungen für 2019 zugrunde, kann man für Berkshire durchaus Argumente für die Klassifizierung als Fast Grower finden. Für eine konservative Betrachtung, gehe ich von einem Average Grower aus. In diesem Fall wäre die Empfehlung von Peter Lynch: Kaufen, wenn das Unternehmen unter seinem eigenen Schnitt bewertet ist.

Es lässt sich hier allerdings kein eindeutiges Ergebnis feststellen.


1.9 Levermann Score – Berkshire Hathaway, Inc.

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WertPunkte
1Eigenkapitalrendite
2EBIT-Marge
3Eigenkapitalquote
4Kurs-Gewinn-Verhältnis
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)
6Analystenmeinung
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
8Gewinnrevision
9Kursverlauf der letzten 6 Monate
10Kursverlauf der letzten 12 Monate
11Trendumkehr
12Reversaleffekt
13Erwartetes Gewinnwachstum

Gesamt

1.10 Piotroski F-Score – Berkshire Hathaway, Inc.

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Für Berkshire Hathaway müssen allerdings zwei Besonderheiten beachtet werden: Es ist zum einen nicht möglich, eine Bruttomarge zu berechnen, da das Unternehmen keine Bruttoumsätze ausweist und die Berechnung es Current Ratios ist aus ähnlichen Gründen auch nicht möglich. Diese beiden Punkte nehme ich daher mit 0 an.

WertPunkt
1Positiver Nettoertrag1
2Positiver operativer Cashflow1
3Gesamtkapitalrendite höher als im Vorjahr0
4operativer Cashflow höher als Nettogewinn1
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im Vorjahr0
6Current Ratio höher als im Vorjahr0
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
1
8Bruttomarge höher als im Vorjahr0
9Kapitalumschlag höher als im Vorjahr0
Gesamt4

1.11 Berichte und Präsentationen

2. Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

2.1 SWOT – Analyse – Berkshire Hathaway, Inc.

Stärken:

  • Der größte Wettbewerbsvorteil den Berkshire Hathaway hat, dürfte der Name selbst sein und die Verbindung des Unternehmens mit Warren Buffett, den man gemeinhin als den erfolgreichsten Investor aller Zeiten bezeichnet. Der herausragende Ruf des Unternehmens ist über viele Jahre entstanden, in denen Buffett über das Investmentvehikel Berkshire sein Geschäftsimperium aufgebaut hat. Neben dem Erfolg selbst, stellt die absolute Integrität und aktionärsfreundliche Haltung des CEO die zweite tragende Säule von Berkshires Ruf dar. Buffett ist auch ein Ziel beständiger Beobachtung durch zahlreiche Akteure an den Finanzmärkten.
  • Das Unternehmen unterhält zwar sehr viele Tochtergesellschaften, aber der Manangementstil lässt sich als dezentral beschreiben, da die Tochterunternehmen unter eigenem Management selbstständig operieren können. Das Management von Berkshire selbst tritt nur dann auf den Plan, wenn das zwingend notwendig ist, beispielsweise ein Unternehmen in Schieflage gerät.
  • Die Möglichkeit sich über ein Investment in Berkshire-Aktien an zahlreichen weiteren bekannten Unternehmen zu beteiligen, stellt einen weiteren Wettbewerbsvorteil dar, der mit dem Größenvorteil des Unternehmens in Beziehung steht. Für den einzelnen Anleger bedeutet dies, sich auch an Unternehmen wie GEICO, Johnson & Johnson, Coca-Cola und Apple beteiligen zu können ohne jeden Wert einzeln kaufen zu müssen, was hohe Transaktionskosten spart. Der Größenvorteil kommt insofern zum tragen, dass Berkshire große Positionen dieser Unternehmen erwerben kann, bis hin zu vollständigen Übernahmen für die keine signifikanten Fremdkapital-Risiken aufgenommen werden müssen.
  • Die soliden Finanzen von Berkshire Hathaway stellen einen weiteren Punk dar, den man positiv betrachten muss. Das Unternehmen verfügt über enorme liquide Reserven und ist in der Lage, sämtliche Schulden aus den Barbeständen decken zu können.
  • Das Unternehmen zeigt eine sehr lange und erfolgreiche Historie und hat in seiner Bestandszeit eine Unternehmenskultur geschaffen, die sich sehr stark an Wert und Exzellenz orientiert. Der Erfolgt schlägt sich auch in den guten Ergebnissen nieder, die das Unternehmen beständig vorzuweisen hat. Auch in Krisenzeiten konnte das Unternehmen solide wirtschaften und sich am Markt behaupten.
  • Mit seinen zahlreichen Beteiligungen an Unternehmen und Tochterfirmen, ist Berkshire sehr breit diversifiziert und unter Berücksichtigung der Umsatzverteilung, von keinem Geschäftsfeld substanziell Abhängig, auch wenn hier das Versicherungssegment eine Schlüsselrolle spielt und daher von größerer Bedeutung für den Unternehmenserfolg ist.
  • Die Stärken des Vorgehens von Buffett, zeigen vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten, bis hin zu ökonomischen Katastrophen ihre volle Wirkung. Die enormen Barmittel, die in den Zeiten hoher Aktienkurse aufgebaut wurden, wenn das Unternehmen kaum oder keine günstigen Gelegenheiten findet, ermöglichen es in schwierigen Lagen enorme Investitionen in dann günstige Werte hervorragender Unternehmen zu tätigen.
  • Buffett selbst ist auch größter Aktionär des Unternehmens und dadurch selbst am Wohl des Unternehmens am meisten interessiert. Er trifft auch in letzter Konsequenz die Entscheidungen über den Kurs des Unternehmens, was eine schnelle Entscheidungsfindung ermöglicht.

Schwächen:

  • Der Größenvorteil bringt auch einige Nachteile mit sich, wie beispielsweise der Umstand, dass es zwar durchaus lohnenswerte Investitionsmöglichkeiten in herausragende Unternehmen gibt, Berkshire aber schlicht zu groß ist um aus diesen Firmen, aufgrund ihrer zu geringen Größe, Chancen zu generieren.
  • Die hohen Liquiden Mittel stellen ebenfalls ein zweischneidiges Schwer dar. Zwar ist die finanzielle Stabilität durch deren Vorhandensein sehr gut, aber das Geld könnte sinnvoller verwendet werden.
  • Das Unternehmen hat aufgrund seiner Struktur als Holdinggesellschaft, hohe Goodwillpositionen in ihren Bilanzen. Für das Gesamtjahr 2018 belaufen sich der Goodwill-Anteil auf 11% der Bilanzsumme, bzw. stellt die Summe aller immateriellen Vermögenswerte 17% der Bilanzsumme dar. In Anbetracht der zahlreichen Firmenübernahmen ist dieser Wert von 11% zwar relativ moderat, ein Schwachpunkt ist allerdings insofern vorhanden, dass diese 11% bei in der Gefahr stehen, durch Sonderabschreibungen während finanzieller Krisenlagen dezimiert zu werden.
  • Es besteht immer die Gefahr, dass durch Fehlentscheidungen finanzielle Schäden am Unternehmen entstehen, wie im Verlauf der Geschichte des Unternehmens mehrfach vorgekommen. Als Beispiele werden hier Dexter Shoes oder die Investition in International Business Machines genannt. Dem liegt die Tatsache zugrunde, dass das Unternehmen von nur wenigen Personen gelenkt wird, die zwar als Profis in ihrem Fach gelten, aber nicht vor Fehlern ausgenommen sind. Das bezieht sich gleichermaßen auf Fehlinvestitionen, sowie auch auf das auslassen von Investitionen wie beispielsweise bei der Chance, in die Firma Intel zu investieren, die nicht wahrgenommen wurde. Allgemein kann auch die hohe Abhängigkeit von der Person Warren Buffett als Schwachpunkt betrachtet werden.
  • Eine weitere Schwäche, ist die hohe Abhängigkeit des Unternehmens vom amerikanischen Markt. Diese wird teilweise dadurch kompensiert, dass Berkshire in Unternehmen investiert, die auch global aktiv sind, aber es bleibt ein substanzielles Klumpenrisiko.

Chancen:

  • Das Hauptinteresse von Berkshire Hathaway, der Kauf herausragender Unternehmen oder die substanzielle Beteiligung an solchen, bietet die größte Chance. Durch die Übernahmen neuer Unternehmen, kann Berkshire an seinen bisherigen Erfolgskurs anknüpfen und bisher hat Warren Buffett als Hauptentscheidungsträger, keinen Grund für die Vermutung geliefert, dass ihm das auf lange Sicht nicht mehr gelingen könnte.
  • Eine weitere Chance besteht mit Blick auf die Person Warren Buffett selbst, der zu diesem Zeitpunkt bereits 88 Jahre alt ist. Ein potentieller, jüngerer Nachfolger, könnte neue Ideen hervorbringen und das Unternehmen in neue Felder führen, die bisher unter dem CEO Buffett noch nicht erschlossen wurden. Buffett selbst gibt an, nicht außerhalb seines Kompetenzkreises zu investieren, in Unternehmen deren Produkte oder Geschäftsmodelle nicht versteht. Ein zukünftiger Nachfolger könnte hier ansetzen. Folgende Betrachtung hierzu: Im Keis um Warren Buffet werden immer wieder herausragende Talente gefunden, die teilweise ihre eigenen Unternehmen gründen. Die Wahrscheinlichkeit für einen guten Nachfolger, schätze ich daher als gut ein.
  • Die bereits angesprochene Ausdehnung Berkshires in neue Geschäftsfelder bietet auch die Chance, das Unternehmen global weiter Auszubauen und über weitere Märkte zu streuen. Das hätte auch den Nebeneffekt, das Klumpenrisiko in den USA abzubauen.
  • Die Möglichkeit, dass Berkshire seine liquiden Mittel gut einsetzen kann, ist eine weitere Chance. Sofern Buffett keine lohnenden Investitionen findet, baut er horrende mengen an Barmitteln auf, die bei aufkommen von Gelegenheiten sehr gut eingesetzt werden können, was er bisher in jeder größeren Marktverwerfung bewiesen hat. Gerade wenn in Krisensituationen Aktien als hochliquides Instrument zu hohen Rabatten angeboten werden, kann hier massiv investiert werden. Die langfristige Strategie des Unternehmens, liefert hier sehr gute Erfolgsaussichten.

Risiken:

  • Neben den allgemeinen Markt- und Währungsrisiken, müssen weitere Gefahren beachtet werden.
  • Regulatorische Verschärfungen für Finanzinstitute, die vor allem im Zuge der Finanzkrise ab 2008 zugenommen haben, könnten hier eine Erhöhung der Kosten und ein schwierigeres Geschäft bedeuten. Vor allem könnte das die Versicherungsgesellschaften von Berkshire treffen, die innerhalb des Unternehmenskonglomerats von Berkshire eine zentrale Rolle spielen. Hier könnten sich dadurch Umsatzeinbrüche einstellen.
  • Ein weiteres Risiko wären mögliche außerordentliche Abschreibungen auf den Goodwill in der Bilanz, auch wenn dieser nicht substanziell ist.
  • Konjunkturelle Abschwünge und in schlechten Fällen auch Pleiten bei Unternehmenstöchtern, könnten erhebliche Einbußen bedeuten.
  • Jede Unternehmenstochter und jedes Investment, sind zum Teil in sehr konkurrenzlastigen Geschäftsfeldern aktiv, was die möglichen Renditen begrenzt. Gerade das Fehlen von Technologiewerten, schiebt der Entwicklung hier einen Riegel vor, diese sind allerdings nicht Teil des bisherigen Geschäftsmodells.
  • Es gibt im Bereich der Versicherungen und der Investitionstätigkeit, traditionelle Risiken die zu beachten sind. Mit jedem Finanzgeschäft sind verschiedene Arten von Risiken verbunden, einschließlich Versicherungen und Investitionen. Viele von ihnen gehören zum Versicherungsgeschäft. Die Risikotoleranz von Berkshire kann zu erheblichen versicherungstechnischen Verlusten im Versicherungsgeschäft führen. Dieselben Verluste können sich aus Schätzungsfehlern ergeben, die bei der Schätzung der Schadenrückstellungen in der Schaden- und Unfallversicherung auftreten.
  • Mit Blick auf das Alter des CEO, könnte ein frühzeitiges oder plötzliches Ausscheiden aus dem operativen Betrieb eine erhebliche Schockreaktion auslösen, die den Effekten eines Aktiencrashs ähneln.

2.2 Bewertungsverfahren – Berkshire Hathaway, Inc.

Für die Bewertung von Berkshire Hathaway, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Unter den von mir unterstellten Bedingungen, kommt das Management auf eine Gesamtleistung von 34%. Ein Grund für diese unterdurchschnittliche Leistung, liegt darin, dass wegen des zuletzt der Gewinn stark zurück ging und damit die theoretische Schuldentilgungsdauer enorm gestiegen ist. Auf rechne ich mit sehr strengen Anforderungen bei den Renditekennzahlen, die von Unternehmen dieser Größe auch nur schwer erfüllbar sind und im Falle von Berkshire Hathaway auch nur schwer anwendbar sind. Aber im Vergleich mit der Peer Group, ist Berkshire trotz seiner Größe sehr konkurrenzfähig.

2.2.2 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Ich habe für die Bewertung der zukünftigen Gewinne je Aktie folgende Annahmen getoffen: Ich rechne sehr konservativ mit einem Wachstum von +5,0% über die nächsten 10 Jahre und einem Diskontierungsfaktor von 12,0%. Für die Berechnungen verwende ich das durchschnittliche KGV der letzten 10 Jahre von 16,51.

Ergebnis: Unter den von mir gestellten Annahmen, ergibt sich ein möglicher fairer Wert von 15,17 USD je Aktie auf Basis der Nachsteuergewinne. Das Ergebnis liegt weit unterhalb des aktuellen Kurses und muss daher bezweifelt werden. Der maßgebliche Grund dafür, liegt in den zuletzt stark gesunkenen Gewinnen aufgrund einer Ausnahmesituation. Berücksichtige ich dabei die Erwartungen der Analysten für die Erholung der Gewinne, müsste ich mit einem Wachstum von rund 23,0% bis 28,0% (sofern ich ab 2022 mit +5,0% rechne) über die kommenden 10 Jahre rechnen. Unter dieser Annahme, würde ein möglicher fairer Wert zwischen (73,82 und 109,95) USD je Aktie liegen. Unter Berücksichtigung der von Buffett beschriebenen Owners Earnings, könnte sich dieses Ergebnis abermals stark ändern.

2.2.3 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Die Berechnung nach Cashflows habe ich hier pro Forma angegeben, aufgrund der Unternehmensstruktur halte ich die Ergebnisse und die Aussagekraft des Verfahrens aber für stark begrenzt, weswegen ich es bei der weiteren Bewertung nicht weiter in Betracht ziehen werde.

Ergebnis: Ein fairer Wert wäre hiernach zwischen (29,40 und 76,81) USD je Aktie zu suchen.

2.2.4 Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

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Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Die Stryker Corp. hat zwar keine explizit voneinander getrennten Segmente, da sich hier alle Segmente im gleichen Bereich, der Medizintechnik bewegen, aber aus Interesse habe ich diese Analysemethode zur Diversifizierung und tieferen Betrachtung herangezogen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Ausschnitt aus dem Jahresbericht für das Jahr 2018; Business Segment Information

Ergebnis: Für die von mir unterstellten Vergleichsparameter und ohne eine Sicherheitsmarge zu berücksichtigen, ergibt sich für die Summe-der-Teile-Analyse ein möglicher fairer Wert von 163,31 USD je Aktie. Für Berkshire Hathaway halte ich eine vergleichende Analyse für die aussagekräftigste Variante einer Bewertung.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – Berkshire Hathaway, Inc.

Das Unternehmen Berkshire Hathaway, Inc. ist wohl eines der bekanntesten Unternehmen der Welt, geleitet von einem erwiesenermaßen überdurchschnittlich fähigen Management. Die Personen Warren Buffett und Charles Munger sind bereits lebende Legenden und Warren Buffett selbst der wohl erfolgreichste Investor aller Zeiten. Sein guter Ruf wurde nie nachhaltig beschädigt und er wird weithin für seine Integrität geschätzt. Das sorgt für ein Vertrauen in die Firma, dass man ebenfalls als überdurchschnittlich beschreiben kann. Verstärkt wird das noch durch die Transparenz der Geschäftsleitung, zum Beispiel über die jährlichen Briefe an die Aktionäre. Die Geschichte von Berkshire Hathaway ist beispiellos. Angefangen von einer mäßig erfolgreichen Textilfabrik, entwickelte sich das Unternehmen über ein Jahrhundert hin zu einer der größten und erfolgreichsten Holdinggesellschaften. Der enorme Erfolg schlägt sich auch in den finanziellen Kennzahlen und Fundamentaldaten nieder. Das Unternehmen geriet so gut wie nie in eine existenzbedrohende Lage, die Kapitalstruktur zeigt ein beständiges Wachstum und dem beeindruckenden Portfolio an Unternehmensbeteiligungen und Übernahmen, kommen beständig neue hinzu. Auch ist der Anteil an Goodwill in der Bilanz überschaubar und es besteht hier kein substanzielles Risiko. Dazu hat es das Unternehmen geschafft, in den letzten 20 Jahren, auch während der Finanzkrise ab 2008, profitabel zu wirtschaften, sowohl was die Gewinne als auch die Cashflows angeht. Das Verhältnis der Chancen zu den Risiken, sieht ebenfalls gut aus, betrachtet man auch die lange Geschichte der Unternehmung, die bereits große Verwerfungen am Markt gesehen und überlebt hat.

Unter Berücksichtigung der durchgeführten Summe-der-Teile-Analyse, sehe ich einen fairen Wert für das Unternehmen bei etwa 165,00 USD je Aktie. Unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge von 25%, ergibt sich ein möglicher fairer Wert von 123,75 USD je Aktie. Weitere Bewertungen sind auf simplywallstreet.com zu finden:

Die Fundamentalanalyse auf finanzen.net, geht allerdings bereits von einem Premium von rund 35% zum fairen Wert aus.

Fazit: Berkshire Hathaway, Inc. ist ein Musterfall für ein langfristiges Investment. Davon ausgehend, dass das Unternehmen auch weiterhin erfolgreich arbeiten wird, ist die prinzipielle Strategie, die Aktien zu kaufen und zu halten. von der aktuellen Bewertung ausgehend, lohnt es sich bei größeren oder mittleren Korrekturen, sukzessive nach zu kaufen. Die langfristigen Aussichten schätze ich als gut ein und ein für mich interessanter Punkt für eine weitere Betrachtung, gegebenenfalls Zukäufe, wäre ein Kurs um 200,00 USD je Aktie. Ansonsten betrachte ich den von mir genannten Wert von 123,75 USD je Aktie als fairen Wert.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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