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Akamai Technologies, Inc. – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

SWOT - Analyse - Akamai Technologies, Inc.

SWOT – Analyse – Akamai Technologies, Inc.

Stärken:

  • Eine der maßgeblichen Stärken von Akamai Technologies, Inc. ist die enorme Kundenbasis des Unternehmens. Viele der größten Firmen der Welt zählen zu den Kunden von Akamai und dazu kommen noch eine enorme Anzahl kleinerer und mittlerer Unternehmen. Das sorgt für eine gewisse Sicherheit im Geschäftsmodell, denn das Unternehmen ist nicht im wesentlichen von einigen wenigen Kunden abhängig und hat daraus resultierend eine gewisse Preissetzungsmacht, die von seiner globalen Aktivität und Präsenz noch unterstützt wird. Dieser Punkt muss allerdings mit Vorsicht betrachtet werden, da Konkurrenz diese Preissetzungsmacht auch einschränkt.
  • Das Geschäftsmodell ist sehr leicht verständlich, auch wenn die technische Umsetzung mit einem erheblichen Fach- und Spezialwissen verbunden ist. Als große Stärke des Unternehmens kann man hier neben seiner Vorreiterrolle und dem bekannten Markennamen auch das solide ausgebaute und global verteilte Netzwerk sehen, sowie die Tatsache, dass der CEO nicht nur ein Mitbegründer des Unternehmens ist, sondern auch ein ausgewiesener Fachmann und Kapazität im Bereich Informationstechnologie ist.
  • Das Unternehmen wirtschaftet sehr erfolgreich in seiner Branche und kann auf jahrelange starke Umsatzzuwächse und Gewinnsteigerungen zurückblicken. Daher resultieren auch solide und starke Cashflows und auskömmliche liquide Mittel, die eine gute finanzielle Stabilität vermuten lassen.
  • Das Segment in dem Akamai wirtschaftet, also im wesentlichen der Betrieb und die Bereitstellung von Content Delivery Netzwerken, ist eines der Zukunftsthemen. Da die Vernetzung der globalen Wirtschaft und der Privatpersonen konstant steigt und das Internet immer besser ausgebaut wird, gewinnt das Geschäft von Akamai immer mehr an Bedeutung.
  • Das bereits erwähnte globale Netzwerk stellt einen Punkt dar, der gesondert als große Stärke von Akamai betrachtet werden sollte. Das Unternehmen verfügt bereits über ein großes Netz von Servern und kann auf diese Ressource zurückgreifen. Diese Server sind zahlreich und an vielen Orten auf dem Globus aufgestellt. Das verschafft dem Unternehmen eine große Reichweite und ermöglicht es auch den Kunden von Akamai ihre Online-Angebote mit großer Reichweite auszustatten. Außerdem kann dieses Netzwerk als wertvolles Asset betrachtet werden. Zuletzt hat das Unternehmen Netto-Vermögensgegenstände mit 303,7 bis 482,7 Millionen US-Dollar gemeldet, die als Server oder Netzwerke betrieben werden.
  • Aktuell stellt sich das Unternehmen auch immer stärker im Bereich Cybersicherheit auf und kann entsprechend adäquate Lösungen für seine eigene Netzwerk-Infrastruktur entwickeln.

Schwächen:

  • Eine der großen Schwächen von Akamai ist die lokale Abhängigkeit vom US-Amerikanischen Markt, der über die Hälfte der Umsätze generiert. Zwar ist das Unternehmen hier für viele verschiedene Kunden tätig, aber es bleibt ein Klumpenrisiko für eine einzelne Region.
  • Der Bestand an Fremdkapital ist zuletzt stark angestiegen. Das Unternehmen hat auch zeitgleich weiter Aktien zurück gekauft, was in diesem Zusammenhang die Kritik zulässt, dass man Geld, welches für diese Rückkäufe genutzt wurde, auch sinnvoller hätte investieren können, anstelle von Schulden die aufgenommen wurden (Unter der Voraussetzung, dass Fremdkapital zum Zwecke der Investition aufgenommen wurde und nicht Aktienkäufe sogar direkt durch Fremdkapital finanziert wurden).

Chancen:

  • Akamai kann auch in Zukunft strategisch sinnvolle Akquisitionen durchführen, um sein Geschäft weiter auszubauen und um gut wachsende Segmente wie die Cybersicherheit weiter zu stärken und auszubauen oder den Bereich Cloud Computing zu stärken. Das Unternehmen hat eine gute Historie in diesem Bereich und es spricht somit etwas dafür, dass das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich von Übernahmen oder Investitionen in andere Unternehmen profitieren kann.
  • Cybersicherheit könnte hier eine der größten Chancen sein, denn mit der rasanten Entwicklung der Vernetzung und immer leistungsfähigerer Computer, sind auch die möglichen Bedrohungen gestiegen, denen sich Nutzer und Unternehmen ausgesetzt sehen. Da Akamai auch sein eigenes Netzwerk unterhält, liegt in diesem Bereich eine doppelte Chance. Zum einen kann so das Unternehmen den Selbstschutz gewährleisten, was sich in den Kosten für Sicherheit bemerkbar machen dürfte, zum anderen bietet das auch eine Geschäftsmöglichkeit. Die starke Zunahme von Abo-Modellen, könnte hier auch für regelmäßige und besser planbare Geschäfte sorgen.
  • Die Verfügbarkeit von größeren Bandbreiten und allgemein immer leistungsfähigerer Netzwerke, erhöhen den Bedarf an Cloud Computing und ermöglichen ein immer größeres Geschäft mit Content Delivery, dem ursprünglichen Gründungnszweck des Unternehmens.

Risiken:

  • Wie bereits erwähnt sorgt die lebhafte Konkurrenz dafür, dass die Preissetzungsmacht des Unternehmens auch seine Grenzen hat. Dazu kommt die veritable Bedrohung durch neue und möglicherweise hoch innovative Wettbewerber, die Akamai sehr schnell auch Marktanteile streitig machen können.
  • Auf der regulatorischen Seite können hier vor allem neue Richtlinien dem Unternehmen zu schaffen machen.
  • Der schnelle technische Fortschritt birgt die Gefahr, dass Akamai von Entwicklungen überrollt wird und sich nicht rechtzeitig neuen Trends widmen kann, diese verpasst, an veralteten Technologien festhält oder Fehlentwicklungen auf den Markt bringt, die unrentabel oder sogar Rufschädigend sein könnten.
  • Die Gefahr der Rufschädigung spielt hier auch eine besondere Rolle, da der gute Name von Akamai ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber Wettbewerbern ist und dieser sehr fragil sein kann, sollte es zu einem Datenleck oder ähnlichen Skandalen kommen, die Kunden schädigen können.
  • Dazu kommen noch die allgemeinen Markt und Währungsrisiken.

Bewertungsverfahren – Akamai Technologies, Inc.

Für die Bewertung von Akamia, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen. Dabei muss aber immer berücksichtigt werden, dass ich hier keine explizite Annahme aufstelle, wie sich das Unternehmen nach meiner Ansicht über einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln wird. Vielmehr versuche ich, auch bedingt durch eher konservative Schätzungen, Szenarien für eine mögliche Entwicklung zu entwerfen, was das Unternehmen theoretisch wert sein könnte, sollte ein bestimmtes Szenario eintreten.

Bewertung der Arbeit des Managements

Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Nach dem von mir verwendeten System, erreicht das Management von Akamai nur eine Leistung von 17 Prozent. Der Return on Investment liegt im langjährigen Durchschnitt bei -2,2 Prozent, was allerdings durch Verzerrung durch die Jahre 2001 bis 2003 zustande kommt, die diese Datenreihe massiv ins Negative zerren. Ab 2006 zeigt sich hier ein relativ stabiler Wert, der in etwa zwischen 5 und 7 Prozent schwankt, der die Bewertung hier auf 40 Prozent verbessern würde. Die relativ gute Eigenkapitalrendite ist der Tatsache geschuldet, dass der Fremdkapitalbestand ausgeweitet wurde, auch wenn sich das Betriebsergebnis im Verlauf des Betrachtungszeitrauems konstant verbessert hat. Die Gesamtkapitalrendite sieht entsprechend schlechter aus. Korrigiere ich die beiden Werte um Ausreißer und nehme eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 9 Prozent und eine durchschnittliche Gesamtkapitalrendite von 5 Prozent an, korrigiert sich die Bewertung dieser Einzelpunkte auf 60 bzw. 33 Prozent. Zuletzt musste ich noch Anpassungen beim Return on Capital Employed vornehmen, um die auch hier starken Ausreißer der Jahre 2001 bis 2006 zu relativieren. Das Ergebnis ist hier ein durchschnittliches ROCE von rund 79 Prozent und eine verbesserte Bewertung von 100 Prozent. Damit verbessert sich das Gesamtergebnis des Managements auf 33 Prozent. Die theoretischen Schuldentilgungszeiten sich allerdings ein deutlicher negativer Aspekt, ungeachtet wofür die Gelder benötigt werden.

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

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Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Für das Sockel KGV von Akamai, gehe ich vorerst von 8,00 aus. Das mittlere KGV bzw. auch das niedrigste KGV der letzten 10 Jahre lag allerdings deutlich über diesem Wert. Ich werde diese Daten in der Ergebniszusammenfassung mit auswerten.

Für die finanzielle Stabilität errechne ich einen Aufschlag von 1,83 auf das Sockel KGV.

(5-Kräfte-Modell nach Porter; Branchenstrukturanalyse) Akamai ist ein bereits sehr großes und sehr gut vernetztes Unternehmen. Darum rechne ich hier zugunsten des Unternehmens mit 12,0 Porter Punkten, die einen nur mäßigen Wettbewerb implizieren. Die Tabelle dient hier in erster Linie nur einer äußerst groben Orientierung, was die Umsatzrenditen angeht.

Für die Marktposition und die Rentabilität ergibt sich hier ein Aufschlag von 3,6 auf das Sockel-KGV, plus 3,8 für das Wachstum des Unternehmens.

Für seine individuellen Faktoren, wie die soliden Cashflows, einer langen und äußerst erfolgreichen Geschichte, der Führung der Firma durch einen der Mitgründer, der auch Anteilseigner ist, des soliden Geschäftsmodells und der Vorreiterstellung von Akamai in diesem Bereich, der überaus guten Vernetzung und breiten Kundenbasis der Firma, bin ich bereit dem Unternehmen einen Aufschlag von 5,0 auf das Sockel KGV zuzubilligen.

Ergebnis: Das faire KGV für Akamai beträgt somit 22,23. Für die von mir unterstellten Bedingungen, ergibt sich ein theoretischer fairer Wert von 65,60 US-Dollar ja Aktie für die aktuell ausgewiesenen Gewinne. Berücksichtigt man die Gewinnerwartungen für 2020, erhält man einen möglichen fairen Wert je Aktie von rund 77,12 US-Dollar je Aktie. Ich habe in einer zusätzlichen Betrachtung das Sockel KGV angepasst und einmal das niedrigste KGV der letzten 10 Jahre (Quelle: gurufocus) herangezogen, sowie das mittlere KGV der letzten 10 Jahre. Das niedrigste KGV lag bei rund 19,7 und daraus ergeben sich theoretisch faire Werte von rund 100,12 US-Dollar und mit Blick auf die erwarteten Gewinne 2020 rund 117,71 US-Dollar je Aktie. Für das mittlere KGV von 34,1 als Sockel, ergeben sich mögliche faire Werte von 142,61 und 167,66 US-Dollar je Aktie. Diese halte ich allerdings für zu optimistisch angesetzt, da sich im Ergebnis des Verfahrens ein faires KGV von 48,3 errechnen würde. Das Verfahren mit dem niedrigsten KGV der letzten 10 Jahre als Sockel zu verwenden geht davon aus, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass das KGV darunter fällt. Mit einem Sockel von 19,7 läge das faire KGV bei rund 33,9, was nahe am 10-Jahres-Median liegt und damit den Schluss nahe legt, dass hier ein fairer Wert sein könnte. Es könnte hier aber empfehlenswert sein, eine zusätzliche Sicherheitsmarge zu berücksichtigen, beispielsweise in Form eines Abschlages auf das Sockel KGV oder eine pauschale Marge auf das berechnete Ergebnis. Erwähnenswert ist hier noch die Einschätzung der Analysten von beispielsweise marketscreener.com, die bis 2022 ein KGV von rund 24,2 erwarten und ein sukzessives Absinken auf diesen Wert.

Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

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Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der “risikofreie Zinssatz“. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Für das faire KGV von 22,23 als variable, ergibt sich ein theoretisch faires Kurs-Buchwert Verhältnis von 3,03, was einen fairen Wert von 68,45 US-Dollar je Aktie bedeuten würde.

Für das faire KGV von 33,9 als variable, welches sich für ein Sockel-KGV von 19,7 ergibt, also dem 10-Jahres-Minimum, liegt das theoretisch faire KBV bei rund 4,47 und einem möglichen fairen Wert von 101,00 US-Dollar je Aktie.

Ergebnis: Je nachdem welches faire KGV man als Variable für die Berechnung der Eigenkapitalkosten heranzieht, ergibt sich ein möglicher fairer Wert des Unternehmens je Aktie zwischen 68,45 und 101,00 US-Dollar je Aktie. Eine Sicherheitsmarge wurde aber bei der Berechnung noch nicht Berücksichtigt. Der aktuelle Zinssatz auf 10 jährige US-Staatsanleihen liegt aktuell zwar bei rund 0,7 Prozent, ich bin hier allerdings von einem niedrigeren Wert ausgegangen. Legt man als risikofreien Zins 0,7 Prozent an, korrigiert sich der faire Wert je Aktie von 101,00 US-Dollar auf rund 88,74 US-Dollar.

Gewinnrenditendiskontierung

Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Für dieses Diskontierungsverfahren, rechne ich standardmäßig mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent. Diesen Wert sehe ich als minimale Rendite, die ich von einem Investment erwarte. Es gibt noch die Option, über ein Verfahren wie beispielsweise das Modell der Weighted Average Cost on Capital einen Diskontierungsfaktor zu berechnen. Desweiteren rechne ich mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 10,0 Prozent p.a. über die nächsten 10 Jahre und vorerst mit dem fairen KGV von 22,23, das ich berechnet habe. Ich betrachte hier hauptsächlich das Nachsteuerergebnis.

Eine beisipielhafte Berechnung der gewichteten Kapitalkosten könnte so aussehen:

Ich hab für die Berechnung die Daten von Damodaran für den Sektor IT-Services verwendet

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, ergibt sich für das Unternehmen ein theoretisch fairer Wert von 54,78 US-Dollar je Aktie, ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge. Es lassen sich aber mit andren Variablen weitere Szenarien und damit mögliche andere Bewertungen aufstellen. Für die Korrektur der Wachstumserwartungen, einmal nach unten auf nur noch 5 Prozent, einmal nach oben auf 15 Prozent, ergeben sich bei einem Betrachtungszeitraum von 10 Jahren auf das Nachsteuerergebnis faire Werte von 34,40 und 85,44 US-Dollar je Aktie. Das faire KGV von 22,23 habe ich hier beibehalten. Setzte ich das faire KGV von 33,93 an, das ich durch Anpassung des Sockel-KGV in der Berechnung erhalten habe, ergibt sich ein fairer Wert von 83,61 US-Dollar je Aktie nach 10 Jahren.

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Für viele Schätzungen berücksichtige ich die Mittelwerte der letzten 10 Jahre und ich betrachte in der Unternehmensentwicklung einen Zeitraum über die kommenden 10 Jahre.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Für das Bruttoverfahren rechne ich mit einer mittleren Investitionsquote von rund 74,57 Prozent und lege in einer ersten Betrachtung ein Wachstum der operativen Gewinne nach Steuern von 10,0 Prozent über alle Laufzeiten zugrunde, mit Ausnahme des Terminal Growth, den ich mit nur 5,0 Prozent Wachstum annehme. Der Median der Investitionen ins Betriebskapital lag in den letzen 10 Jahren bei rund 0,74 Prozent, für meine Berechnung lege ich allerdings eine höhere Quote von 5,0 Prozent p.a. zugrunde. Das dient in erster Linie der Sicherheit, da ich es für möglich halte, dass das Unternehmen in der betrachteten Zeit mehr Betriebsmittel benötigen könnte. Das Verhältnis der Abschreibungen zu den Investitionen lag in der Vergangenheit bei 116,57 Prozent im Mittel. Ich gehe für meine Betrachtung zunächst davon aus, dass die Investitionen in den kommenden 10 Jahren steigen könnten und und sukzessive über die Abschreibungen steigen. Deswegen rechne ich mit Verhältnissen von zunächst 115,0 Prozent, dann 105,0 Prozent, 95,0 Prozent und zuletzt mit einem Verhältnis von 80,0 Prozent um diese Entwicklung abzubilden. Für das Brutto- und das Nettoverfahren rechne ich mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0 Prozent über alle Laufzeiten.

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Für das Nettoverfahren rechne ich ebenfalls mit einem Wachstum von 10,0 Prozent p.a., hier für die Nettogewinne, nach Abzug der Steuerlast. Den Terminal Growth berechne ich mit angenommenen 5,0 Prozent Wachstum. Für die Nettoinvestitionsquote gehe ich von einer Entwicklung aus, dass das Unternehmen in den kommenden 10 Jahren Netto mehr investieren wird müssen. Darum rechne ich sukzessive mit höheren Nettoinvestitionsquoten, angefangen bei -10,0 Prozent, also noch geringeren Investitionen als Abschreibungen, anschließend mit -5,0 Prozent, mit 5,0 Prozent und im letzten Schritt mit 10,0 Prozent. Damit will ich meine Einschätzung in die Berechnung einfließen lassen, dass der Investitionsbedarf des Unternehmens steigen könnte. Die Investitionen ins Betriebskapital veranschlage ich durch die Bank mit 5,0 Prozent, obwohl der langfristige Durchschnitt der letzten 10 Jahre deutlich niedriger bei nur 0,19 Prozent lag. In diesem Fall sind die höheren Annahmen auch eine gewisse Sicherheit, die Kosten für Betriebsmittel nicht zu niedrig anzusetzen.

Ergebnis: Aus den von mir unterstellten Annahmen und Bedingungen ergeben sich folgende theoretisch faire Werte: Für das Bruttoverfahren 64,55 US-Dollar je Aktie und für das Nettoverfahren 52,52 US-Dollar je Aktie. Lege ich als Variante dieser Berechnung einen längeren Zeitraum bei ansonsten gleichen Variablen zugrunde, ergeben sich für 20 Jahre folgende Werte: Für das Bruttoverfahren 89,61 US- Dollar und für das Nettoverfahren 71,00 US-Dollar je Aktie. Bei einer Veränderung der Wachstumserwartungen auf nur noch 5,0 Prozent über alle Laufzeiten, bei einem Betrachtungszeitraum von insgesamt 10 Jahren, ergeben sich mögliche faire Werte von 46,31 und 38,15 US-Dollar je Aktie. Gehe ich dagegen davon aus, dass das Wachstum bei 10,0 Prozent inklusive des Terminal Growth liegt, läge ein fairer Wert bei 159,23 bzw. 128,69 US-Dollar je Aktie. Es lassen sich hier über weitere Anpassungen der Variablen noch andere Szenarien betrachten.

Dividendendiskontierung

Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als “ewige Wachstumsrate” bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Akamai schüttet aktuell zwar keine Dividenden aus, aber ich habe hier interessehalber ein hypothetisches Szenario entworfen, was wäre, wenn das Unternehmen 2020 mit der Ausschüttung von Dividenden beginnen würde. Dafür habe ich die erwarteten Gewinne des Unternehmens von rund 562,0 Mio. US-Dollar herangezogen und unterstellt, dass die Firma rund 5,0 Prozent in Form von Dividenden an seine Aktionäre ausschütten würde, ein Betrag von etwa 28,1 Mio. US-Dollar:

Ich habe über einen Zeitraum von 15 Jahren ein durchschnittliches Dividendenwachstum von 19,0 Prozent unterstellt, ein sehr hoch angesetzter Wert, plus einen Terminal Growth von 10,0 Prozent. Als Abzinsungsfaktor rechne ich mit 12,0 Prozent.

Ergebnis: Daraus ergäbe sich ein theoretisch fairer Wert des Unternehmens von 25,52 US-Dollar je Aktie, bezogen auf die reine Dividendenausschüttung.

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

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Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Im Falle von Akamai, das nicht in Semgmenten unterteilt operiert, ist die Summe der Teile-Analyse nur sehr eingeschränkt angwendbar, ich habe aber trotzdem Versucht hier eine Wertung vorzunehmen, die hauptsächlich einen Vergleich mit Konkurrenzunternehmen darstellt. Ich habe dafür die Segmentierung von marketscreener.com verwendet.

Ich betrachte hier das EV/Umsatz-Verhältnis von Akamai und den verwendeten Peers, da mir für weitergehende Berechnungen zum Beispiel für das EV/EBIT-Verhältnis die Daten zum Unternehmen fehlen.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Bedingungen, liegt die Bewertung von Akamai bei rund 127,53 US-Dollar je Aktie. Allerdings ist das Verfahren wie bereits erwähnt hier nur eingeschränkt nutzbar. Eine Konservativere Annahme über den fairen Wert, mit einer Korrektur des verwendeten Multiplikators (EV/Umsatz) um 20 Prozent, ergibt einen möglichen fairen Wert von rund 98,36 US-Dollar je Aktie.

Zusammenfassung und Fazit - Akamai Technologies, Inc.

Zusammenfassung und Fazit – Akamai Technologies, Inc.

Akamai Technologies, Inc. ist ein weltweit tätiges und in dieser Beziehung sehr breit aufgestellt, mit rund 288.000 Servern in 136 Ländern. Das Unternehmen unterhält eine Vielzahl an Serverfarmen und sein Kunden-Netz ist sehr weitläufig. Viele bekannte Unternehmen, darunter einige der größten Firmen weltweit, nutzen die Dienste von Akamai. Das Geschäftsmodell ist einfach zu verstehen, auch wenn die technische Umsetzung und der Betrieb ein hohes Maß an Spezialwissen erfordern. Es werden Lösungen für das bereitstellen von Online-Inhalten zur Verfügung gestellt, um diese auszuliefern und zu beschleunigen. Wikipedia fasst das Modell sehr gut zusammen: “Anfängliches Kerngeschäft war, die Endnutzer-Zugriffe auf Webangebote (Server) von Unternehmen, die Akamai-Kunden sind, auf eigene Server umzulenken, die deutlich näher am Endnutzer stehen. Dadurch werden die Anbieter-Server sowie die Weitverkehrsnetze entlastet, die Zugriffszeiten für den Endnutzer beschleunigt und die Inhalte-Anbieter benötigen keine super-breitbandigen Internetverbindungen.”

Das Geschäft umfasst da dabei den Dienst als Cloud Service, die Lastverteilung von Web-Inhalten als Content Delivery Network und auch der Schutz vor illegalem Zugriff und anderen Sicherheitsrisiken. Wie bereits erwähnt, ist das Geschäft einfach erklärt, aber die Details dieses Geschäftsmodells zu durchblicken ist ein nicht einfaches Unterfangen, da hierzu umfassende Kenntnisse über spezifische Technologien, Verfahren, Methoden und Möglichkeiten erforderlich ist. Anhand der Kundenliste und der im Großen guten Geschäftszahlen, kann man allerdings davon ausgehen, dass Akamai in seinem Bereich zu einem der Marktführer gezählt werden kann, was ein Hinweis auf einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten sein kann. Besonders gefällt mir an der Management-Struktur, dass einer der Gründer das Unternehmen als CEO leitet und gleichfalls Aktionär seiner eigenen Firma ist.

Das Zahlenwerk von Akamai sieht gut aus. Negativ fallen hier vor allem die zuletzt stark gestiegenen Fremdkapitalbestände auf. Außerdem befindet sich das Unternehmen aktuell in einem Umstrukturierungsprozess. Auch die langen Zeiten die nötig wären um das Fremdkapital aus dem bestehenden Betriebsergebnis zu begleichen, sind ein negativer Aspekt plus der hohe Goodwill-Anteil in der Bilanz. Der Goodwill ist hier allerdings keine Gefahr für das Kerngeschäft, sondern stellt für einen Aktionär zunächst nur eine potentielle Bedrohung für Bewertung der Aktie dar, sollten große außerordentliche Abschreibungen erfolgen müssen. Die Umsätze zeigen dagegen ein sehr erfreuliches Bild und sind praktisch durchgehend Jahr für Jahr gewachsen. In den letzten 3 Jahren zeigen auch die Gewinne wieder ein stabiles Wachstum und es besteht die Möglichkeit, dass die Umstrukturierung der Firma nicht nur die Umsätze positiv beeinflusst, sondern auch die operativen und die Nettogewinne in Zukunft stärker wachsen können. Außerdem hat das Unternehmen gute Chancen, von der immer weiter fortschreitenden Entwicklung hin zu einer immer dichter vernetzten Welt zu profitieren.

Als möglichen fairen Wert für die Aktie von Akamai, sehe ich einen Preis zwischen 70,00 und 80,00 US-Dollar je Aktie. Die Bewertung des Unternehmens von simplywallstreet.com, geht von einem fairen Wert von rund 105,88 US-Dollar aus. Die Fundamentalanalyse auf finanzen.net, geht allerdings von einer Prämie auf den fairen Wert von rund 12,13 Prozent aus.

Fazit: Ich sehe Akamai als einen sehr gut aufgestellten Wettbewerber im Bereich Internet und Cloud-Services, der sich sehr gut etabliert hat und daher über eine starke Position verfügt, um auch in Zukunft vom Trend hin zu immer mehr Digitalisierung und Vernetzung zu profitieren. Auch sehe ich die Bemühungen im Bereich der IT-Sicherheit als positiv. Das Gesamtbild der Firma gefällt mir gut, aber ich muss hier Einschränkungen machen, da mir die zuletzt schnelle Steigerung des Fremdkapitals, der hohe Goodwill und vor einigen Jahren stark eingebrochenen Gewinne nicht gefallen, auch wenn letztere seither wieder sehr zufriedenstellend gewachsen sind. Das Unternehmen befindet sich noch in einem Prozess der Umstrukturierung, aber die Umsätze sind konstant gewachsen und ich habe hier die Erwartung, dass auch die Gewinne mit Fortschreiten dieses Prozesses weiter wachsen. Aber im Fazit wäre eine Investition in Akamai bei einer weiteren Korrektur des Kurses für mich eine Option.

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

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