Modern Value Investing

Advanced Micro Devices Corp. – Aktienanalyse

Viel Spaß beim Lesen der AMD Aktienanalyse

Gliederung

1. Übersicht – AMD Aktienanalyse

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell

Die Advances Micro Devices Corporation, kurt AMD, ist ein Entwickler von integrierten Schaltkreisen aus den vereinigten Staaten von Amerika, mit Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien. Das Unternehmen entwickelt und produziert Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikchips und System-on-Chip-Lösungen (SoC) für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Dabei verfügt AMD heute über keine eigenen Produktionsstätten mehr, diese wurde 2009 in die eigens gegründete Globalfoundries Inc. ausgelagert (Fabless-Prinzip), deren alleiniger Anteilseigner heute die Advanced Technology Investment Company ist, einer Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi. Von 1979 bis 2014 wurden die Aktien des Unternehmens an der New York Stock Exchange gehandelt und seit dem 2. Januar 2015 sind sie unter der ISIN US0079031078 an der NASDAQ notiert. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei etwa 34,1 Mrd. USD.

AMD Hauptquartier in Sunnyvale

Die Produktion der Entwicklungen von AMD, erfolgt bei Auftragsnehmern wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Ltd.

Gegründet wurde AMD 1969 als Sanders Association. Die Gründer Jerry Sanders III und Ed Turney, erhielten dabei von mehreren Investoren Startkapital, unter denen sich auch der Intel-Gründer Robert Noyce befand. 1970 kam das erste Produkt auf den Markt, der Am2501, basierend auf den ersten, selbst gefertigten, integrierten Schaltkreisen.

Nach der Entwicklung weiter Produkte und dem Beginn der Expansion außerhalb der USA, erfolge 1979 der Börsengang des Unternehmens und der Erwerb einer Intel-Lizent für die Produktion der 8086- und 8088-Prozessoren. Mit der Kündigung dieser Lizenz 1986, folgte ein Rechtsstreit mit Intel Corp., in dessen außergerichtlicher Einigung AMD untersagt wurde, ab der 5. Generation (80586 – Intel Pentium) Nachbauten von Intels Prozessoren zu erstellen. Als Konsequenz daraus, begann AMD mit der Entwicklung eigener Architekturen. Das Ergebnis war schließlich der AMD K5, ein x86-Mikroprozessor.

1993 gründete AMD mit Fujitsu ein Joint Venture Unternehmen, die AMD Semiconductor Limited, die 2004 in Spansion umbenannt wurde. Die gesamte Flash-Produktion wurde von AMD und Fujitsu an Spansion übergeben. Ende 2005 wurde Spansion dann komplett als eigene Aktiengesellschaft ausgegliedert, da die Sparte andauernde Verluste aufwies.

1996 wurde NextGen übernommen, gefolgt vom CPU-Hersteller Alchemy. 1998 wurde in Dresden die Fab30 und 2004 die Fab36 eröffnet.

2006 wurde ATI Technologies übernommen, ein zu dieser Zeit führender Anbieter von Computergrafik-Chips.

Am 8. September 2008 erklärte AMD-CEO Dirk Meyer gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin Fortune, dass sich AMD „weg von einem durch eigene Produktionsanlagen gefesselten hin zu einem weniger auf Fabrikation konzentrierten Modell entwickeln werde“. Am 29. Februar 2012 übernahm AMD den Microserverspezialisten SeaMicro, um damit besser im Servermarkt Fuß zu fassen.

Heute umfasst das Produktangebot von AMD verschiedene Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikchips und Netzwerkchips. Diese Kategorien umfassen eine Vielzahl von einzelnen Produkten, die sich je nach Anwendungsbereich und Leistungsanforderung voneinander unterscheiden. Neben Desktop-, Notebook und Serverprozessoren liefert AMD zum Beispiel Prozessoren für diverse Spielekonsolen, wie zuletzt die Playstation 4 von Sony , die XBOX One von Microsoft und die WiiU von Nintendo. Ein weiterer nennenswerter Kunde von AMD ist Apple Inc. Im Q2 2019 Bericht wird zum Beispiel berichtet, dass die neuen McPro mit AMD Radeon Pro Vega II-GPU´s bestückt sein werden. Unter den Grafikkarten, gilt die AMD Radeon-Serie als großer Konkurrent zu Nvidia Corporation.

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Management:

Amtierende Chief Executive Officer (CEO) und President von Advanced Micro Devices Corp. ist Dr. Lisa T. Su. Sie ist taiwanesische Amerikanerin und arbeitet seit 2012 bei AMD, wo sie im Oktober 2014 für ihre jetzige Position ernannt wurde. Sie hatte in ihrer bis dahin kurzen Karriere in der Firma, zwei führende Positionen inne: Einmal als Senior Vice President für das globale Geschäft und als Chief Operating Officer (COO).

Ihre Ausbildung umfasst einen Bachelor, einen Master sowie ein Doktorat, alle erworben am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Elektroingenieurwesen. Vor ihrer Tätigkeit bei AMD, arbeitete sie bei IBM (Arbeit im Forschungs- und Entwicklungszentrum für Halbleiter), Texas Instruments und Freescale Semiconductor in leitenden Positionen und als Ingenieurin. Bekannt ist sie vor allem für ihre Forschungsarbeiten bei IBM im Bereich effizienterer Halbleiterchips und für die Entwicklung von Silizium-auf-Isolator-Halbleiter-Fertigungstechnologien.

https://www.technologyreview.com/s/405802/found-in-translation/

http://www2.technologyreview.com/tr35/profile.aspx?trid=397

Ihre Bezahlung betrug im Geschäftsjahr 2018 rund 13,36 Mio. USD und setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Das Grundgehalt lag bei rund 961.000 USD und wurde ergänzt durch einen großen Bestandteil an Aktien mit eingeschränktem Verfügungsrecht im Wert von 8,62 Mio. USD. Dazu kommen noch 2,50 Mio. USD in Form von Aktienoptionen. Der geringe Anteil an Optionen sowie der hohe Anteil an Aktien, sind hier positiv zu bewerten. Was bei der Betrachtung der Gehaltsentwicklung negativ auffällt, ist die überproportionale Steigerung der Bezüge, verglichen mit der Ertragslage von AMD.

Insgesamt macht das Management einen soliden Eindruck und mit der CEO Lisa Su, verfügt AMD über eine erfahrene Fachkraft, die nicht nur Erfahrungen im Management hat, sondern auch eine enorme fachliche Kompetenz mit in die Firma bringt. Zusätzlich existieren so Verbindungen zu einer der bekanntesten Technologie-Universitäten in den USA.

https://de.marketscreener.com/ADVANCED-MICRO-DEVICES-19475876/unternehmen/

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1.2 News – AMD Aktienanalyse

09.04.2019 CPU-Verkaufszahlen – AMD verkauft mehr, Intel auf Augenhöhe beim Umsatz.
https://www.gamestar.de/artikel/cpu-verkaufszahlen-mindfactory-amd-vor-intel,3342717.html

09.08.2019 Vorgestellung des neuen Prozessors für Rechenzentren namens „EPYC“. Es konnten auch Google und Twitter als neue Großkunden gewonnen werden.
https://www.reuters.com/article/us-amd-alphabet/amd-lands-google-twitter-as-customers-with-newest-server-chip-idUSKCN1UX2KL

https://boerse.ard.de/aktien/amd-aktie-hebt-ab100.html

27.08.2019 Nach harten Kritiken an seiner leistungsstärksten Grafikkarten, wird die Produktion eingestellt. Am 07. Februar 2019, fiel der Startschuss für den Verkaufsstart der AMD Radeon VII. Eigentlich sollte die Grafikkarte Nvidias Monopol im High-End-Bereich angreifen.
https://www.giga.de/news/amd-zieht-den-stecker-high-end-grafikkarte-landet-auf-dem-abstellgleis/

Bewerbung der Radeon VII GPU in der Präsentation von AMD

28.08.2019 Im Bulldozer-Prozess, hat sich AMD außergerichtlich mit den Klägern geeinigt. AMD zahlt 12,1 Millionen US-Dollar in einen Topf ein, um damit einen Rechtsstreit in Kalifornien beizulegen. Die Sammelklage bezieht sich auf das Marketing rund um AMDs Prozessoren mit dem Codenamen Bulldozer: Der Chiphersteller brachte die FX-8100-Serie im Jahre 2011 in den Handel und bewarb sie als erste Achtkern-CPUs für Desktop-PCs.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bulldozer-Prozessoren-AMD-zahlt-12-1-Millionen-US-Dollar-Schadensersatz-4508463.html
Es konnte auch ein großes Geschäft mit Samsung gemacht werden.
https://seekingalpha.com/article/4288448-amd-captures-23-percent-cell-phone-market-one-deal

30.08.2019 Bei GPUs für Desktop-PCs und Servern konnte AMD seinen Marktanteil im 2. Quartal um 71 Prozent auf 32,1 Prozent ausbauen. Außerdem verkaufen sich die Ryzen-APUs gut. Im zweiten Quartal 2019 sank der Absatz von Grafikkarten für Desktop-PCs, Workstations und Server – bei AMD leicht, bei Nvidia brach er regelrecht ein. Dadurch stieg AMDs Marktanteil von 22,7 auf 32,1 Prozent (+ 71 Prozent). Die 36,1 Prozent Marktanteil vom zweiten Quartal 2018 hat AMD allerdings nicht wiedererlangt.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/GPU-Marktanteile-AMD-verkauft-im-2-Quartal-mehr-GPUs-als-Nvidia-4510582.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rss

Dazu auch ein Artikel von „The Motley Fool“ https://www.fool.com/news/2019/08/29/amd-gains-graphics-card-market-share-but-still-a-d.aspx

02.09.2019 Coreboot: AMD arbeitet an aktivem Support von BIOS-Alternativen https://winfuture.mobi/news/110992

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – AMD Aktienanalyse

https://de.marketscreener.com/ADVANCED-MICRO-DEVICES-19475876/unternehmen/

Unter den Anteilseignern an AMD finden sich eine Reihe großer Institutionen, wie The Vanguard Group, Inc. als größten Aktionär mit einem Anteil von 9,72%, BlackRock Fund Advisors und Goldman Sachs & Co. LLC. 70% der ausstehenden Aktien werden von Institutionellen Investoren gehalten, rund 29% befinden sich im freien Umlauf. Das letzte 1%, wird von individuellen Insidern von AMD gehalten.

Aktuell schüttet das Unternehmen keine Dividenden aus und es gibt auch kein Aktienrückkaufprogramm. Im Schnitt, ist die Anzahl ausstehender Aktien in den letzten 15 Jahren um 6,9% pro Jahr gestiegen.

1.4 Peergroup-Vergleich – AMD Aktienanalyse

UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBIT
Advanced Micro Devices Corp.4,2%122,4
Intel Corp.15,4%10,1
NVIDIA Corp.20,0%39,1
Texas Instruments, Inc.29,9%18,1
Taiwan Semiconductor
Manufacturing Co Ltd.
15,6%16,8
Qualcomm, Inc.8,8%14,1
Analog Devices, Inc.7,0%25,0
Skyworks Solutions, Inc.19,4%11,3

Hier zeigt sich ein deutliches Bild. AMD ist im Vergleich zur Peergroup weniger rentabel und über das Enterprise Value-EBIT-Verhältnis wesentlich teurer bewertet. Der Mittelwert der Gesamtkapitalrendite liegt bei 16,6%. Somit ist AMD mit 394,9% der Vergleichsgruppe bewertet.

1.5 Segmente und Umsatzverteilung

AMD berichtet in 2 Segmenten. Enterprise, Embedded and Semi-Custom zum einen und Computing and Graphics zum anderen.

https://de.marketscreener.com/ADVANCED-MICRO-DEVICES-19475876/unternehmen/

Die größten lokalen Umsätze erzielt AMD in Japan und in China, gefolgt von den USA.

Der Jahresbericht 2018 macht folgende Angaben zur Umsatzverteilung:

SegmentUmsatz in
Mio. USD
Anteil in %
Enterprise, Embedded
and Semi-Custom
4.12563,7%
Computing and Graphics2.35036,3%

1.6 Wichtige Kennzahlen – AMD Aktienanalyse

Verschuldungsgrad

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201827,8%72,2%
201717,3%82,7%
201612,5%87,5%
2015-13,3%113,3%
20145,0%95,0%
201312,5%87,5%
201213,5%86,5%
201132,1%67,9%
201020,4%79,6%
20097,1%92,9%%
20081,7%98,3%
200725,9%74,1%
200644,0%56,0%

In den letzten 3 Jahre kann eine Erholung des Eigenkapitals beobachtet werden. Insgesamt ist die Eigenkapitalquote aber fast durchgehend niedrig. Das Current Ratio liegt bei 2,08, das Quick Ratio bei 1,52. Damit sind die kurzfristigen Schulden der Bilanz vollständig durch Umlaufvermögen und liquide Mittel gedeckt. Der Zinsdeckungsgrad von AMD liegt bei soliden 248%.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
20181.0053,9%%
20179673,4%
201693518,0%
20157922,1%
20147766,9%
20137261,7%
20127142,2%
20116981,9%
20106852,0%
200967210,4%
20086090,5%
20076069,1%
200655515,4%
https://www.macrotrends.net/stocks/charts/AMD/amd/shares-outstanding

Die Anzahl ausstehender Aktien nimmt im gesamten Betrachtungszeitraum ausnahmslos zu.

operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
20186.4754517,0%
20175.3292043,8%
20164.272-382-8,9%
20153.991-352-8,8%
20145.5061492,7%
20135.2991031,9%
20125.422-1.056-19,5%
20116.5683685,6%
20106.49484813,1%
20095.40366412,3%
20085.808-1.955-33,7%
20075.858-2.310-39,4%
20065.403-17-0,3%

Die operative Marge von AMD zeigt ein sehr unbeständiges Verhalten und es konnten in nur wenigen Jahren zweistellige Margen verdient werden.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
2018-129-27,7%
2017-101-2.625%
20164101,2%
2015-322-66,8%
2014-19316,8%
2013-23250,7%
2012-471-456,8%
2011132123,6%
2010-560-8.100,0%
20097100,5%
2008-1.31634,0%
2007-1.995-146,3%
2006-810-2.600,0%

In der Mehrzahl der Fälle während des Betrachtungszeitraums, hat das Unternehmen negative Cashflows erwirtschaftet.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
20181.266107,2%
201761146,9%
2016416201,0%
2015-412-320,3%
2014187-65,6%
20135441,1%
2012538-66,2%
20111.59057,0%
20101.01356,3%
2009648410,2%
2008127-95,8%
20072.990-48,3%
20065.78572,6%
https://www.macrotrends.net/stocks/charts/AMD/amd/total-assets

Hier ist ersichtlich, dass auch der Buchwert von AMD einer breiten Schwankung unterliegt. In den letzten 3 Jahren steigt der Buchwert allerdings stetig.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD/Aktie
Earnings
per Share
KGV
20180,000,32 USD55,69
20170,00 0,04 USD257,00
20160,00 -0,60 USD-18,9
20150,00 -0,84 USD
20140,00 -0,52 USD
20130,00 -0,11 USD
20120,00 -1,60 USD

Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre lag bei 41,25.

1.7 Aussichten

Unternehmensspezifisch:

Die Erwartungen für AMD sehen steigende Umsätze und Gewinne, bei steigenden Margen bis 2021. Diese Schätzungen werden auch durch andere Quellen bekräftigt https://www.finanzen.net/schaetzungen/amd

https://de.marketscreener.com/ADVANCED-MICRO-DEVICES-19475876/fundamentals/

Füt die Finanzielle Situation sehen Analysten ebenfalls eine weitergehende Verbesserung der Lage.

Für das dritte Quartal 2019 erwartet AMD selbst einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden USD, ein Anstieg von ungefähr 9% im Jahresvergleich. Die Zuwächse werden voraussichtlich von den Marken Ryzen, EPYC und
Radeon getragen.

Für das Gesamtjahr 2019 erwartet AMD nur ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber 2018 durch signifikantes Umsatzwachstum der neuen Ryzen-, EPYC- und Radeon-Prozessoren, das teilweise durch geringere Umsätze aus semi-custom Einnahmen ausgeglichen wurde. Der Umsatz ohne Semi-Custom wird voraussichtlich um rund 20% im Jahresvergleich steigen.

Gesamtmarkt:

Hier können bereits in einem früheren Artikel verwendete Daten angeführt werden, da es sich um die gleich Branche handelt.

Der Markt für Halbleiter ist im Zeitraum 2017 bis 2018 noch um etwa 12,5 bis 15% gewachsen, allerdings rechnen Industrieverbände für 2019 mit einem nur noch geringen Zuwachs des Marktes von etwa 4%. World Semiconductor Trade Statistics, geht sogar von einem Rückgang um ca. -3% aus. Daten hierzu werden auf Statista oder beim ZVEI veröffentlicht.

Umsatzveränderung in der Halbleiterindustrie

Der ZVEI hat dazu auch eine Präsentation veröffentlicht, die im Dezember 2018 erschienen ist, die eine Zusammenstellung der einzelnen Segmente der Halbleiterbranche auflistet und ihren Marktanteil illustriert, sowie die Entwicklung der Halbleiterindustrie behandelt.

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – AMD Aktienanalyse

Das langfristige mittlere Wachstum der Gewinne lag zwar nur bei rund 9,8% p.a., aber die vergangenen 3 Jahre waren von einem starken Gewinnwachstum geprägt. 2016 um +24,7%, 2017 um +108,7% und 2018 um +683,7%. Damit ist AMD trotz seiner langfristig stark schwankenden Margen nach Peter Lynch ein Fast Grower.

Legt man hier noch die Erwartungen für die kommenden 3 Jahre zugrunde, die von einem Gewinnwachstum von +122,1% 2019, +67,2% 2020 und +29,6% für das Geschäftsjahr 2021 ausgehen, bestätigt sich die Klassifizierung als Fast Grower und damit wäre die Empfehlung von Peter Lynch: Kaufen und Halten!

1.9 Levermann Score – AMD Aktienanalyse



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite4,2%-1
2EBIT-Marge4,7%-1
3Eigenkapitalquote27,8%+1
4Kurs-Gewinn-Verhältnis177,6-1
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)15,70
6AnalystenmeinungHold (2,54)+1
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
-9,01%-1
8GewinnrevisionKeine0
9Kursverlauf der letzten 6 Monate+38,6%+1
10Kursverlauf der letzten 12 Monate+29,7%+1
11TrendumkehrNein0
12ReversaleffektKeiner0
13Erwartetes Gewinnwachstum+122,1%+1

Large-Cap. <= 2 = VerkaufenGesamt+2

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1.10 Piotroski F-Score – AMD Aktienanalyse

WertPunkt
1Positiver NettoertragJa1
2Positiver operativer CashflowJa1
3Gesamtkapitalrendite höher als im VorjahrJa1
4operativer Cashflow höher als NettogewinnNein0
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im VorjahrJa1
6Current Ratio höher als im VorjahrNein0
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
Nein0
8Bruttomarge höher als im VorjahrJa1
9Kapitalumschlag höher als im VorjahrJa1
Gesamt6

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2. Detailanalyse der Advanced Micro Devices AMD Aktienanalyse

2.1 SWOT – Analyse – AMD Aktienanalyse

Stärken:

Schwächen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160878/umfrage/prognose-zum-weltweiten-absatz-von-pcs/

Chancen:

Risiken:

Quelle für Marktdaten im Bereich AI und Computer: https://www.idc.com/

2.2 Bewertungsverfahren

Ich werde im folgenden Abschnitt versuchen, einen Preiskorridor der AMD-Aktie festzulegen, den ich als gerechtfertigt oder fair betrachten kann. Dafür werde ich versuchen Bewertungsverfahren anzuwenden, die nach meiner Auffassung sinnvoll und aussagekräftig sind. Eine Bewertung über verschiedene Verfahren gestaltet sich für AMD aber schwierig, da hier mehrere Grundvoraussetzungen für einige Verfahren nicht gegeben sind. Bei einem KGV von weit über 100, ist eine Berechnung des fairen KGV nutzlos, ebenso werden keine Dividenden ausgeschüttet, was eine Diskontierung der Dividenden ebenfalls ausschließt. Auch für Free-Cashflow Verfahren sehe ich hier keine sinnvolle Anwendung, da es aktuell negative Free-Cashflows gibt und ich für diese Verfahren zu viele Annahmen treffen müsste, die die Zuverlässigkeit stark einschränken. Für die von mir verwendeten Verfahren, sind teilweise Schätzungen und Annahmen über die zukünftige Entwicklung notwendig. Wo immer ich solche Annahmen treffen muss, versuche ich diese möglichst konservativ zu treffen um eine zu optimistische Beurteilung des Unternehmens zu vermeiden.

2.2.1 Bewertung der Managementleistung – AMD Aktienanalyse

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognosezeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Die Managementleistung liegt für AMD bei gerade einmal 1%. Der Grund dafür liegt hier klar in der Auswertung über den langfristigen Mittelwert. Hier muss ich aber zwei Einschränkungen machen: Wie man sehen kann, wird in den kommenden Jahren eine deutliche Verbesserung erwartet und seit dem Amtsantritt der CEO, konnten zwei Jahre später bereits erste Verbesserungen festgestellt werden. Die Bewertung ist hier demnach stark von Betrachtungszeitraum und den daraus berechneten Mittelwerten abhängig. Sollte sich der Trend fortsetzen, wie ihn die Erwartungen zeigen, wäre hier entgegen der Auswertung von einem guten Management auszugehen. Erste Indizien sind die Verbesserung der Margen, die Reduzierung der Schuldenlast bei gleichzeitigem Aufbau liquider Mittel und das Erreichen der Gewinnzone im letzten Geschäftsjahr.

2.2.2 Gewinnrenditendiskontierung – AMD Aktienanalyse

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis und habe mich hier für dieses Verfahren entschieden, da es simpel anzuwenden ist und ich für eine Einschätzung von AMD auf zu viele Annahmen verzichten möchte.

Ich betrachte im Folgenden einen Zeitraum von 10 Jahren für das Nachsteuerergebnis und gehe davon aus, dass die Schätzungen der Analysten bis 2021 die mögliche Entwicklung darstellen. Anschließend gehe ich von einem mittleren EPS-Wachstum von 20% p.a. aus, was mir aktuell für AMD als mögliches Szenario erscheint, auch wenn ich damit weit über dem liege, was die Prognose für den Gesamtmarkt hergibt. Meine Annahme stützt sich vor allem darauf, dass AMD sich doch deutlich gegen Intel bei den Prozessoren durchgesetzt hat und ich die EPYC Prozessoren als großen Wachstumstreiber betrachte. Diese Annahme ist allerdings mit äußerster Vorsicht zu verwenden. Ich rechne hier mit einem standardmäßigen Abzinsungsfaktor von 12% p.a., der minimalen Rendite die ich von einem Investment erwarte und nehme das erwartete KGV des Jahres 2021 für meine Berechnungen an.

Ergebnis: Unter den gewählten Bedingungen, errechne ich einen theoretischen fairen Wert von 18,95 USD je Aktie. Verwendet man für die Berechnung das mittlere KGV der letzten 10 Jahre (41,0), errechnet man hier einen möglichen fairen Wert von 27,41 USD je Aktie.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – AMD Aktienanalyse

In den letzten Jahren hat sich AMD immer besser entwickelt und es sieht so aus, als wäre das Unternehmen auf dem Weg, sein Geschäft besser zu organisieren und auszuweiten. Seine neuen Prozessoren der Marken Ryzen sind ein großer Erfolg und konnten sich gegen die Produkte von Intel durchsetzen. Im Segment der Grafikkarten, konnte sich AMD aber nicht gegen Nvidia durchsetzen. Mit den neuen EPYC Prozessoren und der Geschäftsbeziehung mit Samsung Electronics, stehen dem Unternehmen neue Bereiche für eine Expansion zur Verfügung die ausgenutzt werden können. Die Kennzahlen verbessern sich aktuell und im Jahr 2018 konnte AMD erstmals seit 2011 wieder einen Gewinn ausweisen. Dazu konnten die Umsätze gesteigert werden, liquide Mittel etwas aufgestockt und die Verschuldung reduziert werden. Betrachte ich den Zeitraum seit der Amtsübernahme von Lisa Su als CEO und President von AMD, kann ich eine signifikante Verbesserung des Unternehmensergebnisses unter ihrer Leitung feststellen. Die Stärken uns Chancen überwiegen hier nach meiner Meinung aktuell die Schwächen und Risiken. Ein Wettbewerbsvorteil für AMD sind seine starken und bekannten Marken, den ich hier aber nicht überbewerten möchte, da dies auch auf die großen Konkurrenten zutrifft.

Fazit: Einen möglichen fairen Wert für AMD festzulegen bzw. einen Korridor in dem sich dieser bewegen könnte, ist hier sehr schwierig. Ich nehme hier auf Basis meiner EPS-Diskontierung einen fairen Wert von ca. 25,00 USD je Aktie als möglichen fairen Wert an, ziehe aber für die Bewertung von AMD noch andere Faktoren mit in Betracht. Sollte es dem Unternehmen gelingen folgende Punkte in Zukunft zu erfüllen, sehe ich das als Indizien für eine Steigerung der Unternehmensqualität: Wenn das Unternehmen weiter seine Verschuldung reduzieren kann, seine Gewinne weiter ausbauen kann, die Free-Cashflows in den positiven Bereich gehen und die Anzahl ausstehender Aktien gleich bleibt oder sinkt und die Margen gesteigert werden können.

Bis AMD diesen Beweis erbracht hat, dass es in der Lage ist dauerhaft profitabel zu wirtschaften, halte ich eine Investition zu diesem Zeitpunkt für tendenziell spekulativ. Das Unternehmen bleibt aber auf jeden Fall auf meiner Liste zu beobachtender Unternehmen. Sollte sich die Partnerschaft mit Samsung und das Geschäft mit den EPYC-Prozessoren gut entwickeln, sehe ich hier ein mögliches enormes Potential des Unternehmens.

Dazu noch eine zweite Meinung: https://seekingalpha.com/article/4288508-market-may-undervaluing-amds-potential

Peter Merkle

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