fbpx
Home Aktienanalysen 3M Company – Aktienanalyse

3M Company – Aktienanalyse

by Peter Merkle

Viel Spaß beim Lesen der Aktienanalyse zur 3M Co. Am Ende des Artikels ist auch eine vertonte Version dieser Analyse zu finden.

Gliederung

  • 1. Übersicht
    • 1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell
    • 1.2 News
    • 1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe
    • 1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite)
    • 1.5 Segmente und Umsatzverteilung
    • 1.6 Wichtige Kennzahlen
      • Verschuldungsgrad
      • Anzahl ausstehender Aktien
      • operative Marge
      • Free Cashflows
      • Buchwert
      • Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis
    • 1.7 Aussichten
      • Unternehmensspezifische Aussichten
      • Gesamtmarkbetrachtung
    • 1.8 Einteilung nach Peter Lynch
    • 1.9 Levermann-Score
    • 1.10 Piotroski F-Score
    • 1.11 Berichte und Präsentationen
  • 2. Detailanalyse
    • 2.1 SWOT-Analyse
    • 2.2 Bewertungsverfahren
      • 2.2.1 Bewertung der Managementleistung
      • 2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis
      • 2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis
      • 2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung
      • 2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)
      • 2.2.6 Dividendendiskontierung
      • 2.2.7 Summe-der-Teile Analyse (SOTP)
    • 2.3 Zusammenfassung und Fazit

1. Übersicht

Alle relevanten Fundamentaldaten, in Form der Dokumentation für die Aufsichtsbehörden, sind hier im Archiv der Securities and Exchange Commission zu finden.

1.1 Unternehmen und Geschäftsmodell – 3M Co.

Hauptsitz von 3M Co. in Saint Paul, Minnesota

Die 3M Company, (Tickersymbol MMM) bedeutet ausgesprochen Minnesota Mining and Manufacturing Company und ist ein sehr breit diversifizierter Mischkonzern aus den Vereinigten Staaten von Amerika, mit Hauptsitz in Saint Paul, Minnesota. Besucht man die Hauptseite des Unternehmens, dann findet man unter der Rubrik „All 3M Products„, rund 25.943 Artikel und Produkte, die hergestellt und vertrieben werden, unterteilt in 5 Plattformen und insgesamt 51 Produktkategorien. Die Produktpalette umfasst tatsächlich mehr als 50.000 Produkte und das Unternehmen hält aktuell rund 112.403 Patente. Bekannt ist 3M vor allem für seine Marken Post-it und Scotch und es wird landläufig gesagt, es sei unmöglich 10 Schritte zu gehen, ohne auf ein Produkt von 3M zu stoßen. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche Unternehmensstruktur, die später weiter behandelt wird und das hohe Budget, das in Forschung- und Entwicklung investiert wird. Im Ergebnis, wird 3M eine hohe Innovationskraft zugesprochen. Die Firma ist heute mit Tochterunternehmen in über 70 Ländern weltweit aktiv und hat die Marktführerschaft in einer Reihe wichtiger Technologien, darunter Haftklebebänder, Schleifpapier, Schutzchemikalien, Mikroflex-Schaltkreise, reflektierende Materialien und hochwertige Grafiken, von denen viele durch das Unternehmen erst entwickelt und marktreif gemacht wurden. 3M hat eine enorme Marktpräsenz und ist im Dow Jones 30 Index gelistet, bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 98,8 Mrd. USD. Unter der ISIN US88579Y1010, ist 3m an der New York Stock Exchange notiert. Mit einer Historie von 60 Jahren steigender Dividenden, zählt die 3M Company zu den Dividendenaristokraten und ist darüber hinaus in der Fortune 500 Liste vertreten. Dazu ist hier auch ein Artikel über das Unternehmen auf dividendenadel.de zu finden.

Die Segmente des Unternehmens setzen sich wie folgt zusammen:

  • Industrial: Bänder, beschichtete, nicht gewebte und gebundene Schleifmittel, Klebstoffe, Hochleistungskeramiken, Dichtungsmittel, Spezialmaterialien, Filterprodukte, Verschlusssysteme für Körperpflegeprodukte, Akustiksysteme, Automobilkomponenten, abriebfeste Folien, Strukturklebstoffe sowie Produkte für die Lackierung und Detaillierung
  • Safety and Graphics: Persönliche Schutzprodukte, Transportsicherheitsprodukte, kommerzielle Grafiksysteme, kommerzielle Reinigungs- und Schutzprodukte, Bodenmatten, Dachgranulate für Asphaltschindeln, Absturzsicherungsprodukte, unabhängige Atemschutzsysteme sowie Gas- und Flammenerkennungsinstrumente
  • Health Care: Medizinische und chirurgische Artikel, Produkte für die Hautgesundheit und Infektionsprävention, Arzneimittelabgabesysteme, zahnärztliche und kieferorthopädische Produkte, Gesundheitsinformationssysteme und Lebensmittelsicherheitsprodukte
  • Electronics and Energy: Optische Folienlösungen für elektronische Displays, Verpackungs- und Verbindungsvorrichtungen, Isolier- und Spleißlösungen für die Elektronik- und Elektroindustrie, Touchscreens und Touchscreens, Komponentenlösungen für erneuerbare Energien und Produkte zum Schutz der Infrastruktur
  • Consumer: Verbraucher- und Büroklebebänder und -klebstoffe, repositionierbare Notizen, Indexierungssysteme, Heimwerkerprodukte, Ofenfilter, Malerbänder, Montageprodukte, Reinigungsmittel, Schwämme, Scheuerschwämme, Hochleistungskleidung, Schutzmaterialprodukte sowie Pflaster und Klammern
  • Corporate Unallocated bezeichnet hier Geschäftsfelder oder Produktklassen, die sich keinem der anderen Segmente zuordnen lassen und man kann es auch als Sonstige bezeichnen. Mit einem Umsatzanteil von unter 1% an den Gesamtumsätzen, ist dieses Segment kaum von Bedeutung.

Geschichte des Unternehmens:

Gegründet wurde die Minnesota Mining and Manufacturing Company (3M war bis 2002 lediglich ein Spitzname) im Jahr 1902 in Two Harbors, Minnesota am Lake Superior, durch 5 Unternehmer aus verschiedenen Berufsgruppen. Ziel des ursprünglichen Unternehmens war es, Korund zu schürfen und als Schleifmittel zu vertreiben. Allerdings wurde das Unternehmen nur mangelhaft geplant und es wurde schnell entdeckt, dass es sich bei den abzubauenden Mineralien nicht um Korund handelte, sondern um Anorthosit, ein magmatisches und unbrauchbares Gestein. Außerdem machte die junge Firma beinahe durch eine Flutkatastrophe bankrott, die durch andere Formen des Bergbaus in Minnesota ausgelöst wurde. Die Entdeckung, dass die angestrebten Mineralvorkommen wertlos waren, tauchte allerdings nicht in den Firmenunterlagen auf und trotz des Wissens der Geschäftsleitung um diesen Sachverhalt, wurde trotzdem eine Fabrik für Sandpapier in Duluth errichtet. Diese Maßnahme erwies sich allerdings als strategischer Fehler, da die Konkurrenz im Bereich der Schleifmittel sehr hoch war und das Unternehmen gezwungen war, minderwertige Granat-Minerale (eine Form der Silikate) zu importieren, was zu qualitativ minderwertigen Produkten führte. 1905 wurde der Hauptsitz des Unternehmens schließlich nach Duluth verlegt. Im selben Jahr, kam es auch zu weit greifenden Veränderungen im Unternehmen.

Im Mai 1905 übernahmen die Investoren Edgar B. Ober und Lucius Pond Ordway das Unternehmen, um es aus seiner desolaten Lage zu holen. Dazu zahlten sie rund 13.000 USD Schulden ab und brachten weiteres Kapital in das Unternehmen ein, in Höhe von rund 12.000 USD. Die treibende Kraft hinter diesem Unterfangen, war Edgar Ober und die beiden Geschäftsleute übernahmen schließlich 60% der Minnesota Mining and Manufacturing Company. Der Selfmade Millionär Ordway versorgte 3M über die nächsten Jahre mit rund 250.000 USD an frischem Geld und Ober beaufsichtigte das Unternehmen, verzichtete dabei aber auf ein Gehalt. Bis dahin konnte 3M noch keinerlei Gewinn erzielen. Im Jahr 1907 wurde William L. McKnight eingestellt, 1909 Archibald Granville Bush, zwei Personen die in den kommenden Jahren der 1920er noch eine bedeutende Rolle für das Unternehmen spielen werden. 1910 wurde in St. Paul eine weitere Sandpapierfabrik aufgebaut und 1916, mitten im 1. Weltkrieg (1914 bis 1918), verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz dort hin. Ordway setzte seine finanzielle Unterstützung während der Boomjahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs 1918 weiter fort, um die Gesundheit von 3M sicher zu stellen, trotz seines Wunsches, die Verluste möglichst frühzeitig zu senken. Im Jahr 1916 wurde auch das erste Mal in der Firmengeschichte eine Dividende ausgeschüttet.

In den kommenden Jahren der 1920er bis in die 1940er Jahre, folgte eine Zeit der ständigen Weiterentwicklung für das Unternehmen, an denen William McKnight Archibald Bush maßgeblichen Anteil hatten. Beide waren ehemalige Farmergehilfen und ausgebildete Buchhalter und sie entwickelten das System, welches 3M zu seinem Erfolg verhelfen sollte. In den über 50 Jahren, in denen sie Teil des Unternehmens waren, leitete McKnight das Unternehmen von 1914 bis 1966 in mehreren Positionen. Von 1914 bis 1929 als Geschäftsführer, von 1929 bis 1949 als Präsident und von 1949 bis 1966 als Vorstandsvorsitzender. Er erarbeitete die allgemeinen Richtlinien zur Diversifizierung, er vermied Preissenkungen, steigerte den Umsatz um 10% jährlich und sorgte für eine hohe Arbeitsmoral und Qualitätskontrollen, die das Wachstum des Unternehmens befeuerten und dessen einzigartige Unternehmenskultur schufen. McKnight und Bush entwarfen eine aggressive, kundenorientierte Handelsmarke, die darauf ausgerichtet war, sich direkt mit dem Kunden, dem Endnutzer der Waren in Verbindung zu setzen, anstatt sich mit dem Einkäufer eines Unternehmens zu befassen. Dieses Vorgehen sorgte für einen Wettbewerbsvorteil, da sich 3M direkt von der Quelle Verbesserungsvorschläge für seine Produkte holen konnte, dem Kunden, und zusätzlich auch in der Lage war, frühzeitig einen Bedarf an Waren zu erkennen, die noch nicht angeboten wurden.

Ein Musterbeispiel für den Erfolg dieses Systems der permanenten Verbesserung, waren die aufkommenden motorisierten Fließbänder von Henry Ford. Diese verursachten zu viel Reibung für vorhandene Sandpapiere, die zum Schleifen von Holz und statischen Gegenständen bestimmt waren. Dank des direkten Kontaktes mit seinen Kunden, hatte 3M diese Information schnell zur Verfügung und konnte daraufhin ein härteres Schleifpapier entwickeln. Im Ergebnis, konnte sich das Unternehmen damit eine Nische im rasant wachsenden Automibilmarkt sichern.

Ein Fließband und Henry Ford; Quelle: https://wettengl.info/Blog/?p=553

Ein anderer Verkäufer bemerkte, dass Sandpapierstaub die Ladenumgebung extrem ungesund machte. Etwa zur gleichen Zeit schrieb ein Philadelphia-Tintenhersteller namens Francis G. Okie, McKnight mit der Bitte um Mineralkornproben. Laut Virginia Huck „hat McKnight durch die Bearbeitung von Okies Anfrage den Lauf der Geschichte von 3M verändert. Er hätte Okie erklären können, dass 3M keine Schüttgüter verkauft … Stattdessen hat McKnight auf Grund seiner Neugier den Verkaufsleiter der 3M Eastern Division, R.H. Skillman, beauftragt mit Okie Kontakt aufzunehmen und herauszufinden, warum er die Sandproben haben wollte.“ Francis Okie hatte ein wasserdichtes und damit staubfreies Sandpapier erfunden. Nach dem Kauf des Patents und der Behebung verschiedener Mängel im Jahr 1921 kam 3M mit Wetordry-Schleifpapier auf den Markt und baute sein Geschäft erheblich aus. Zwei weitere Hersteller wurden lizenziert, Carborundum und Behr-Manning, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. McKnight stellte auch den Erfinder als seinen ersten Vollzeitforscher ein und gründete damit eine der ersten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen des Landes. Dieses System, Vertriebsmitarbeiter direkt in die Läden und zu den Kunden zu schicken, zahlte sich in den folgenden Jahren noch deutlicher aus, als 3M damit begann, neue Produktlinien außerhalb von Schleifmitteln zu entwickeln und zu vermarkten.

1923 bemerkte ein Vertriebsmitarbeiter in einer Autolackiererei, dass das angewendete Verfahren zum zweifarbigen Lackieren von Autos schlecht funktionierte. Er gab die Zusage, dass 3M eine wirksame Methode entwickeln könne, um das Zusammenlaufen der Farben zu verhindern. Es dauerte zwei Jahre, aber die Forschungs- und Entwicklungsabteilung konnte schließlich ein funktionsfähiges Abdeckband herstellen, das erste in einer Reihe von Haftklebebändern, von denen das Unternehmen heute über 900 verschiedene Sorten anbietet. Später bekam dieses Produkt den Namen Scotch tape als Markennamen und es etablierte 3M als Innovationstreiber in der amerikanischen Industrie. 1930 entwickelte das Unternehmen eine seiner bekanntesten Adaptionen, als es einigen Mitarbeiter von 3M gelang, Klebstoff auf das von DuPont (heute einer der größten Chemiekonzerne der Welt) entwickelte Cellophan aufzubringen und ein transparentes Klebeband herzustellen. Diese Entwicklung sorgte während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 dafür, dass 3M erfolgreich sein Geschäft betreiben konnte und sogar einen Aufschwung erlebte, während viele andere Unternehmen Verluste schreiben mussten. Die Industrieproduktion in den USA brach auf dem Höhepunkt der Krise um 46,8% ein.

Das Titelblatt des Brooklyn Daily Eagle vom 24. Oktober 1929 mit der Überschrift „Wall St. in Panic as Stocks Crash“; Quelle: https://www.spiegel.de/geschichte/boersencrash-1929-a-946607.html

Andere Mitarbeiter des Unternehmens erfanden den tragbaren Bandspender und 3M hatte mit seinen Verbund-Produkten seine erste Produktlinie mit großem Maßstab an den Markt gebracht. Bis 1932 lief das neue Produkt so gut, dass sich der Hauptkundenstamm von 3M von Möbeln und Automobilfabriken zu Bürobedarfsgeschäften verlagerte. In den 1930er Jahren investierte die Firma rund 45% der Gewinne in die Forschung. Das Ergebnis kann als beeindruckend bezeichnet werden: Im schlimmsten Jahrzehnt, das die U.S. Amerikanische Wirtschaft jemals durchlitten hatte, konnte 3M seine Größe verdreifachen. Während des 2. Weltkriegs (1939 bis 1945), behielt 3M sein Erfolgsmodell bei und konzentrierte sich auf Marktbedürfnisse und darauf, nicht besetzte Nischen zu finden und auszufüllen, anstatt wie viele andere Unternehmen, die auf die Produktion von Militär- und Rüstungsgütern umstiegen, in dieser Zeit ein sehr lukrativer Markt. Allerdings waren dennoch Umstrukturierungen und Modernisierungen notwendig, für die das Unternehmen allerdings nicht die benötigten Ressourcen aufbringen konnte. Um den Bedarf an neuen Werken zu bedienen, wurden 1947 erstmals Anleihen emittiert und es wurden bereits 1946 die ersten Aktien ausgegeben, verbunden mit einer Notierung an der New York Stock Exchange. Zu dieser Zeit hatte 3M ein enormes Wachstum zu verzeichnen sowie die Einführung neuer Produkte, darunter 1947 das Scotch-Magnetband. Als William McKnight 1949 zum Chairman berufen wurden und Archibald Bush vom Tagesgeschäft in das obere Management eintrat, war 3M unter seiner Führung um das 20ig fache gewachsen und Beschäftigte bereits über 10.000 Mitarbeiter, bei einem Unternehmenswert von über 100 Mio. USD. 3M war zu diesem Zeitpunkg 50 Jahre alt.

MINNESOTA, UNITED STATES – 1952: Richard P. Carlton, head of 3M. (Photo by Walker Evans/The LIFE Picture Collection via Getty Images)

McKnights Nachfolger als Präsident des Unternehmens wurde Richard Carlton. Carlton sponsorte bereits 1937 das erste Forschungs- und Entwicklungszentrum von 3M und gilt als „Architekt der Innovation“ der Firma. Die 3M Carlton Society ist heute nach ihm benannt und sie ehrt die Entwickler und Wissenschaftler des Unternehmens. Er prägte die Unternehmensstrategie in einem Satz: „Wir werden alles tun, womit wir Geld verdienen können.“ Sein spezielles Talent war es, unbesetzte Märkte oder Marktlücken aufzuspüren und mit hochwertigen Produkten zu versorgen. Das begründete in den 1950er Jahren die hohen Ressourcen, die für die Forschung bereitgestellt wurden, in einer Zeit als die wenigsten Firmen solche Abteilungen unterhielten. Das Ergebnis war eine permanente Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Produkten. Innovationen wie das erste Trockendruck-Fotokopierverfahren, ThermoFax (1951), Scotchgard-Stoff und Polsterschutz (1956), und Scotch-Brite-Scheuerschwämme (1958). Im Jahr 1959 hatte 3M 20 Jahre ununterbrochen seine Umsätze gesteigert und konnte mit seinen Produkten kontinuierlich hohe Gewinne einfahren. Der Präsident von 3M USA,John Pitblado, bemerkte dazu: „Fast alles hängt von einem beschichteten Schleifmittel während einer Phase seiner Herstellung ab. Ihre Brillen, Armbanduhren, die gedruckte Schaltung in einem Fernsehgerät, Stricknadeln usw. erfordern Sandpapier.“

Von 1963 bis 1967, wuchs 3M weiter und verdoppelte seine Größe erneut. Die aufkommenden Magnetbänder, sowie Schallplatten und andere magnetische Trägermedien, sorgten für eine weiterhin gute Entwicklung. In den 1970er Jahren folgten allerdings eine Reihe negativer Ereignisse für die Firma. Zwischen 1963 und 1975 betrieben mehrere Führungsmitglieder einen illegalen Slush-Fonds aus Unternehmensgeldern, was zur Kündigung führte. Dieser Fond beinhaltete auch eine 30.000 USD Spende für den Wahlkampf von Richard Nixon 1972. Das Umsatzwachstum verlangsamte sich im Laufe des Jahrzehnts ebenfalls, insbesondere in der Ölkrise von 1974, und beendete die Wachstumsrate von durchschnittlich 15% p.a., die das Unternehmen bis dahin zu verzeichnen hatte. Die Lösung des Unternehmens war Charakteristisch: Es wandte sich an seine Mitarbeiter, die Wege für das Unternehmen entwickelten, um die Kosten in jedem Werk zu senken.

Ölpreis, nominal und inflationsbereinigt von 1861 bis 2013 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpreiskrise

Das Unternehmen hatte auch Schwierigkeiten mit Konsumgütern. Besonders ärgerlich war der Verlust des Kassettenmarktes, den zwei japanische Unternehmen, TDK und Maxell, durch Preissenkungen dominierten. Hier kam eine andere typische Handlungsweise von 3M zum tragen, Märkte aufzugeben, in denen das Unternehmen keine Preissetzungsmacht entwickeln konnte. Das Unternehmen stellte die Produktion eigener Magnetmedien ein und kaufte diese von Drittanbietern. Allerdings konzentrierte sich 3M daraufhin auf Datenspeicher für die immer weiter verbreitete Computer-Technologie. Die kommenden 1980er Jahre waren von weiteren Herausforderungen geprägt.

Der Erfinder Arthur Fry, mit einem von ihm entwickelten Haftnotizzettel; Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Fry

In den Jahren ab 1980, konnte 3M immer weniger Nischen finden und die Konkurrenten schafften es immer effektiver, sich dem Unternehmen auf seinen traditionellen Feldern zu stellen. Als Lewis Lehr 1981 Präsident des Unternehmens wurde, bemerkte er: „Es gibt kein Geschäft, in dem wir keine neue Technologie entwickeln müssen.“ Er strukturierte 3M aus sechs Unternehmensbereichen umgehend in vier Bereiche um: Industrie- und Konsumgüter-, Elektronik- und Informationstechnologien, Grafiktechnologien (später in Imaging und kombiniert mit Information und Elektronik) und Biowissenschaften mit insgesamt rund 40 Unternehmensbereichen. Er gab eine bemerkenswerte Zielsetzung heraus: Jede Abteilung, sollte 25% ihres jeweiligen Gewinns mit Produkten erwirtschaften, die 5 Jahre zuvor noch nicht einmal erfunden waren. Trotz der stärker werdenden Konkurrenz, blieb die Verschuldung von 3M bei rund 25%, das operative Geschäft verzeichnete ein angemessenes Wachstum und 1986 war das 18. Jahr in Folge, in dem die Dividenden erhöht wurden. Lehr wollte sicherstellen, dass 3M weiterhin neue Ideen entwickeln würde. Das Hauptprodukt der 1980er Jahre war das allgegenwärtige Post-it, erfunden von Arthur Fry.

Livio D. DeSimone

Die 1990er Jahre hielten weitere Herausforderungen für das Unternehmen bereit. 1991 wurde Livio D. DeSimone zum neuen CEO des Unternehmens ernannt. Er wurde bereits 1958 als Fertigungsingenieur eingestellt und übernahm die Führung des Unternehmens, das sich in einer schweren Rezession einem harten Preiskampf ausgesetzt sah. Die Umsätze stiegen in dieser Zeit um gerade einmal 2% p.a. DeSimone drängte die Forschungsmitarbeiter, enger mit den Vermarktern zusammenzuarbeiten und vorhandene Technologien in marktfähig zu machen. Die Kundenbedürfnisse rückten immer mehr in den Fokus. Die Produktwendezeit wurde verkürzt. Produktentwicklung konkurrierte mit Grundlagenforschung. Zu den kundenorientierten Produkten, die aus dem neuen System gewonnen wurden, gehörten das aus recycelten Plastikflaschen hergestellte Never Rust Wool Soap Pad und eine Bildschirmfolie für Laptops, die die Helligkeit ohne starken Batterieverbrauch steigerte. International erwirtschafteten die Auslandsumsätze 1992 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mehr als 50% des gesamten Umsatzes von 3M. Die Region Asien-Pazifik erwirtschaftete fast 27% des Auslandsumsatzvolumens. Eine umfassende Umstrukturierung des europäischen Geschäfts wurde 1993 abgeschlossen: Die Produktionsstätten wurden geschlossen und konsolidiert, die Belegschaft wurde reduziert. DeSimone steigerte das Ziel seines Vorgängers: Mindestens 30% des zukünftigen Umsatzes sollten mit Produkten erzielt werden, die in den letzten vier Jahren eingeführt wurden.

1994 wurde das Unternehmen allerdings in eine Serie von Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Über das Tochterunternehmen McGhan Medical Corporation, verkaufte 3M Silikon-Brustimplantat. Das Unternehmen 3M wurde in mehr als 5.800 Rechtsstreitigkeiten genannt, in denen Verletzungen durch Auslaufen oder Platzen der Implantate geltend gemacht wurden. Das hatte zur folge, dass die Firma rund 35 Mio. USD an Rückstellungen für diese bilden musste. 1996 hat 3M den Bereich Information, Imaging und Elektronik abgebaut, auf den ein Fünftel des Geschäfts kamen. Es war die größte Umstrukturierung in der Unternehmensgeschichte, bedingt durch den anhaltenden Preisdruck von Mitbewerbern wie Kodak und die steigenden Rohstoffkosten, was die Margen drückte. Die Abteilung, die Disketten und andere Datenspeichermedien, Röntgenfilme und Spezialgeräte für die Bildbearbeitung herstellten, wurden als eigenständige Aktiengesellschaft (Imation Corporation) ausgegliedert und der Audio- und Videobandbetrieb wurde vollständig eingestellt. 3M behielt die Geschäfte bei, die Elektrobänder, Steckverbinder, Isoliermaterialien, Overhead-Projekte und Transparentfolien herstellten.

Nach der Umstrukturierung konzentrierte 3M seine Produktentwicklungsanstrengungen auf etwa zwei Dutzend Kerntechnologien. 1997 hat das Unternehmen eines der Ziele von DeSimone erreicht: 30% des Gesamtumsatzes wurden mit Produkten erzielt, die in den letzten vier Jahren eingeführt wurden. Ab 1998 gerieten die Unternehmenszahlen aber erneut unter Druck, Umsätze und Gewinne sanken. Aber auch hier konnte das Unternehmen weiter neue Produkte entwickeln, wie zum Beispiel biegsame Glasfaserkabel und eine Flüssigkeit als Ersatz für ozonschädigende Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Trotzdem lösten die schlechten Unternehmensergebnisse eine weitere Umstrukturierung aus, die 1999 abgeschlossen war, mit der Einstellung des Betriebs in rund 10% der Fabriken. Die Struktur umfasste nun 6 Geschäftsbereich: Industrial Markets; Transport, Grafik und Sicherheit; Gesundheitsvorsorge; Verbraucher- und Büroartikel; Elektro und Kommunikation; und Spezialmaterial. Fast 35% des Umsatzes im Jahr 2000 wurden mit Produkten erzielt, die in den letzten vier Jahren eingeführt wurden.

Walter James McNerney, Jr.; Quelle: https://www.csis.org/people/w-james-mcnerney-jr

2000 ging DeSimone in Pension und Anfang 2001 übernahm Walter James McNerney, Jr. das Amt des Vorsitzenden und CEO und wurde der erste Außenseiter an der Spitze des fast 100 Jahre alten Unternehmens. McNerney arbeitete rund 19 Jahre bei General Electric Company, wo er zuletzt den Bereich GE Aircraft Engines leitete. Eine der ersten Initiativen von McNerney war die Einführung von Six Sigma, einer Initiative zur Qualitätskontrolle und -verbesserung, die von Motorola, Inc. und AlliedSignal, Inc. entwickelt worden war. Ziel des statistikgetriebenen Programms war es, Kosten durch Reduzierung von Fehlern oder Mängeln zu senken. Im ersten Jahr brachte dies Einsparungen von rund 500 Mio. USD. Eine andere Initiative, die als 3M Acceleration bezeichnet wurde, bestand darin, mehr Mittel für die Produktentwicklung für die vielversprechendsten Ideen aufzuwenden, schwächere Ideen früher im Prozess zu verwerfen und auf diese Weise die besten Produkte viel schneller auf den Markt zu bringen. Bei der Steigerung der Effizienz, musste McNerney penibel darauf achten, die Innovationskultur des Unternehmens nicht abzuwürgen, da auf dieser der Unternehmenserfolg beruht. Anfang 2002 nahm das Unternehmen schließlich seinen Spitznamen als formalen Firmennamen an und wurde offiziell zu 3M Company.

Unter McNerney rückten Akquisitionen immer mehr in den Vordergrund. Das bedeutendste Geschäft der frühen 2000er Jahre und zeitgleich die größte Übernahme der Firmengeschichte, war der Kauf von Corning Precision Lens, Inc., der weltweit führende Anbieter von optischen Linsen für Projektionsfernsehgeräte, im Dezember 2002 für 850 Mio. USD, die in 3M Precision Optics, Inc. umbenannt wurde. Im Jahr 2002 zahlte 3M zum 87. Mal in Folge eine Dividende und erhöhte die Dividende zum 45. Mal in Folge.

Zu Beginn des Jahres 2003, wurde 3M erneut umstrukturiert, um einen besseren Zugang zu größeren Märkten mit höherem Wachstum zu erreichen. Dabei wurden mehrere Geschäftsbereiche neu gegliedert: Transport, Grafik und Sicherheit – wurde in drei Einheiten unterteilt: Display und Grafik; Sicherheits- und Schutzdienste; und Transport. Darüber hinaus wurde das Segment Specialty Material aufgeteilt, wobei die konsumentenbezogenen Produkte des Geschäftsbereichs in den Geschäftsbereich Consumer and Office und die industriellen Produkte in den Geschäftsbereich Industrial verlagert wurden. Am Ende hatte das Unternehmen 7 Hauptgeschäftsbereiche

Heute ist das Unternehmen in 12 Bereiche Gegliedert; Quelle:
https://www.3m.com/3M/en_US/company-us/3m-science-applied-to-life/
https://www.3m.com/3M/en_US/company-us/about-3m/technologies/

Im Oktober 2003 nahm 3M eine umfassende Neuausrichtung seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vor. Vierzehn separate Technologiezentren wurden geschlossen, und die Wissenschaftler dieser Zentren wurden entweder in ein neu gegründetes Corporate Research Laboratorien oder in die 40 Unternehmensbereiche verlegt. Ziel dieses Unterfangens war es, die Forschungskapazität in die Bereiche des Unternehmens zu bringen, in denen die Produktentwicklung statt findet. In den Jahren nach dem Millennium, setzte 3M seine Übernahmetätigkeit weiter fort und 2005 übernahm einer neuer CEO die Firma: George W. Buckley , der zuvor an der Universität Southampton und an der Universität Huddersfield in England studiert hatte und seine Karriere bei der Emerson Electric Company und danach bei Brunswick Corporation begann. 2008 gab 3M eine Vereinbarung zum Erwerb von Meguiar’s bekannt, einem Unternehmen für Autopflegeprodukte, 2010 folgten die Übernahmen von Cogent Systems für 943 Mio. USD und Arizant Inc., 2011 schloss 3M die Akquisition der Winterthur Technology Group ab, eines Unternehmens für gebundene Schleifmittel und 2012 wurde bekannt gegeben, dass die Abteilung für Büro- und Konsumgüter von Avery Dennison 550 Mio. USD gekauft wurde. Die letzte Übernahme, wurde allerdings im selben Jahr aus kartellrechtlichen Gründen abgebrochen. 2013 gab 3M den Verkauf von Scientific Anglers und Ross Reels, welches sich erst seit 2010 im Besitz des Unternehmens befand, an Orvis bekannt. Im Februar 2012 wurde der Amerikaner mit schwedischen Wurzeln, Inge Thulin, zum neuen CEO berufen. Er begann seine Karriere bereits 1979 bei 3M und löste George W. Buckley ab, der sich in den Ruhestand zurückzog.

2017 erwarb 3M das Schutzausrüstungsgeschäft von Johnson Control International Plc, Scott Safety, für 2 Mrd. USD. Im Jahr 2018 kam es allerdings zu einem negativen Ereignis für das Unternehmens Image: Ende 2010 verklagte der Bundesstaat Minnesota 3M auf Strafschadensersatz in Höhe von 5 Milliarden USD und klagte das Unternehmen an, Perflourkohlenwasserstoffe (eine Gruppe der Halogenkohlenwasserstoffe), darunter die laut EPA sehr giftige Chemikalie Perfluoroctansulfonsäure, in die örtlichen Gewässer freigesetzt zu haben. 2018 erklärte sich das Unternehmen dazu bereit, 850 Mio. USD dafür aufzuwenden, die Wasserverschmutzung durch Perfluorchemikalien in Minnesota zu beenden. Ein Artikel auf CNN, der hier nachgelesen werden kann, beschreibt den Vorgang.

Im Juli 2018 wurde Michael F. Roman vom Verwaltungsrat zum neuen und aktuellen CEO ernannt, sowie 2019 zum Vorstandsvorsitzenden und im August des selben Jahres, wurde die 3M India Ltd. zur bisher einzigen börsennotierten Tochtergesellschaft von 3M Company. Es folgten noch weitere Übernahmen: Im Dezember 2018 eine Übereinkunft für die Akquisition des Technologiegeschäfts von M * Modal für einen Gesamtunternehmenswert von 1,0 Milliarden USD, gefolgt von der Übernahme der Acelity und seinen weltweiten KCI-Tochtergesellschaften für 6,7 Mrd. USD.

Heute ist die 3M Company eines der am breitesten aufgestellten Unternehmen der Welt und verkauft seine Produkte in nahezu allen Ländern auf dem Globus.

Ausschnitt aus dem Jahresbericht 2019; 3M Company

Zusammenfassung der wichtigsten geschichtlichen Daten:

  • 1902: Fünf Unternehmer gründen Minnesota Mining and Manufacturing Company (bald 3M genannt) in Two Harbors, Minnesota, um Korund abzubauen und als Schleifmittel zu vermarkten. Das Unternehmen stellt bald fest, dass seine Mineralbestände kein Korund sind, was seine Zukunft gefährdet.
  • 1905: Der St. Paul Geschäftsmann Lucius Pond Ordway beginnt in das Unternehmen zu investieren, um seine Finanzen zu stabilisieren. In Duluth wird eine Sandpapierfabrik gegründet.
  • 1910: In St. Paul wird eine neue Fabrik gebaut.
  • 1914: Die lange Regierungszeit von William L. McKnight beginnt mit seiner Ernennung zum General Manager von 3M.
  • 1916: 3M Hauptsitz wird nach St. Paul verlegt.
  • 1921: Das Unternehmen führt Wetordry-Schleifpapier nach dem Kauf des Patents vom Erfinder ein.
  • 1925: Scotch Masking Tape wird eingeführt.
  • 1930: Scotch Cellophane Tape Debüts.
  • 1946: Die Aktie von 3M wird an der New Yorker Börse notiert.
  • 1976: 3M wird zu einem der 30 Unternehmen ernannt, aus denen der Dow Jones Industrial Average besteht.
  • 1980: Das Unternehmen beginnt mit dem Verkauf von Haftnotizen.
  • 1992: Auslandsumsätze machen erstmals mehr als 50% des Gesamtumsatzes aus.
  • 1996: Die für die Herstellung von Disketten und anderen Datenträgern zuständigen Abteilungen werden in eine unabhängige Firma namens Imation Corporation ausgegliedert. Audio- und Videoband-Geschäfte werden geschlossen.
  • 2001: GE-Veteran W. James McNerney Jr. übernimmt das Amt des Chairman und CEO und wird der erste Außenseiter in der Unternehmensgeschichte.
  • 2002: Das Unternehmen ändert seinen Namen in 3M Company.
  • 2005: George W. Buckley übernimmt das Unternehmen als CEO.
  • 2010: der Bundesstaat Minnesota klagt das Unternehmen wegen Wasserverschmutzung mit giftigen Chemikalien an und fordert 5 Mrd. USD an Schandensersatz.
  • 2012: Inge Thulin übernimmt 3M und George Buckley verabschiedet sich in den Ruhestand.
  • 2018: Es kommt zu einem Vergleich mit dem Bundesstaat Minnesota und 3M zahlt 850 Mio. USD
  • 2019: Michael F. Roman wird zum neuen CEO berufen.

Tochterunternehmen

Dyneon LLC; 3M Financial Management Company; 3M Innovative Properties Company; 3M Investment Management Corporation; 3M Unitek Corporation; 3M Touch Systems, Inc.; 3M Precision Optics, Inc.; 3M Argentina S.A.C.I.F.I.A.; 3M Australia Pty. Limited; 3M Oesterreich GmbH (Austria); 3M Belgium S.A./N.V.; Seaside Insurance Limited (Bermuda); 3M do Brasil Limitada (Brazil); 3M Canada Company; 3M China Limited; 3M A/S (Denmark); Suomen 3M Oy (Finland); 3M France, S.A.; Dyneon GmbH (Germany); 3M Inter-Unitek GmbH (Germany); Quante AG (Germany; 99%); Quante Holding GmbH (Germany); 3M Deutschland GmbH (Germany); 3M ESPE (Germany); 3M German Holdings GmbH (Germany); 3M Hong Kong Limited; 3M Italia Finanziaria S.p.A. (Italy); Sumitomo 3M Limited (Japan; 75%); 3M Health Care Limited (Japan; 75%); 3M Korea Limited; 3M Mexico, S.A. de C.V.; Corporate Services B.V. (Netherlands); 3M Nederland B.V. (Netherlands); 3M (New Zealand) Limited; 3M Norge A/S (Norway); 3M Puerto Rico, Inc.; 3M Singapore Private Limited; 3M South Africa (Proprietary) Limited; 3M Espana, S.A. (Spain); 3M Svenska AB (Sweden); 3M (East) A.G. (Switzerland); 3M (Schweiz) A.G. (Switzerland); 3M Taiwan Limited; 3M Thailand Limited; 3M Gulf Ltd. (United Arab Emirates); 3M United Kingdom Holdings P.L.C.; 3M Venezuela, S.A.

Weitere Informationen rund um die historische Entwicklung des Unternehmens, können hier auf der Seite lakesuperior.com gefunden werden, ebenso hier auf Encyclopedia.com.

Management:

Michael F. Roman

Amtierender Chief Executive Officer (CEO) und Vorstandsvorsitzender (Chairman), ist der 59 jährige Elektroingenieur Michael F. Roman, der am 01. Juli 2018 den Posten des CEO von seinem Vorgänger Inge Thulin übernahm und 2019 auch zum Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. Seine Karriere bei 3M Co. begann bereits 1988 als Senior Design Ingenieur im Bereich Software und Elektronik. Seitdem hat er eine Reihe von leitenden Positionen bekleidet und sich im Unternehmen kontinuierlich hoch gearbeitet. So war er ab 1990 bereits Abteilungsleiter des Software and Electronics Resource Center und hatte bis ins Jahr 2000 verschiedenen Abteilungsleiterposten inne, bis er zum European Business Director für Sicherheit und Sicherheitssysteme, der Abteilung Optical Systems befördert wurde. Ab 2003 war er Six Sigma Director am Business Center für Sicherheit und Schutzdienste, wurde 2005 Geschäftsführer von 3M Korea (später auch Präsident), 2008 Vizepräsident der Division Geschäftsentwicklung – Optische Systeme, Asien dem 2011 die Vizepräsidentschaft und General Manager-Position der Division Industrieklebstoffe und Klebebänder, Vizepräsident der Division Geschäftsentwicklung – Optische Systeme, Asien folgte. Als Vice President und General Manager der Abteilung für erneuerbare Energien, diente er zwischen 2009 und 2011. Von 2011 bis 2013 bekleidete er das Amt des Vice President der Abteilung für Industrieklebstoffe und ab Mai 2014 des Executive Vice President der Industrial Business Group bei 3M Company. Schließlich wurde er im Juli 2017 zum Executive Vice President und Chief Operating Officer der 3M Company berufen. Seine Ausbildung umfasst einen Bachelor-Grad der Universität von Minnesota, sowie einen Master der Universität von Southern California in Elektrotechnik. Positiv fällt hier die lange Betriebszugehörigkeit bei den meisten Führungskräften des Unternehmens auf und speziell für Mr. Roman seine Fachspezifische Ausbildung und sein Werdegang im Unternehmen. Weitere Profile sind zum Beispiel hier im Business Roundtable zu finden.

Die Managementgehälter können hier auf morningstar.com eingesehen werden. Da er das Amt des CEO erst vor kurzem übernommen hat und auch erst dieses Jahr zum Chairman ernannt wurde, ist eine abschließende Aussage über die Gehaltsentwicklung noch nicht möglich. Ein positiver Punkt ist ein hoher Anteil an Aktien mit beschränktem Zugriffsrecht als Teil der Kompensation, der insgesamt 3,6 Mio. USD eines Gesamtgehalts von 12,9 Mio. USD ausmacht.

Negativ muss hier der sehr hohe Anteil an Aktienoptionen genannt werden, der mit ebenfalls rund 3,6 Mio. USD genauso groß ist wie der Aktienanteil. Für Aktienoptionen führe ich hier wie immer folgende Betrachtung an: Optionen werden aufgrund des direkten Bezuges zur Aktienkursentwicklung als durchaus problematisch betrachtet, da ihnen eine kurzfristige Leistungsbeurteilung von Führungskräften unterstellt werden kann. Kritiker bezeichnen die mittels Aktienoptionsplänen geschaffenen Anreizstrukturen als nicht genügend nachhaltig, da sie vorwiegend auf kurzfristige Kurssteigerungen abzielen würden (Gabler Wirtschaftslexikon, online). Nachteile können beispielsweise aus Fehlentscheidungen resultieren, die auf die kurzfristige Erhöhung des Börsenkurses abzielen. Damit verbunden sind riskantere Entscheidungen, die nicht zwingend höhere Erträge für das Unternehmen einbringen. Über Vergütungssysteme finden Sie hier auf Controling-Wiki weitere Informationen.

Viele Informationen über große Führungspersönlichkeiten, Unternehmen, Erfinder, Politiker und Staatsmänner, können hier im Leadership-Bereich der Harvard Business School gefunden werden.

Ansonsten setzt sich das Management zusammen aus einem Executive Vice President, für jede Abteilung des Unternehmens. Oft ist es in großen und breit aufgestellten Unternehmen der Fall, das verschiedene operative Einheiten gebildet werden, die von einem eigenen CEO (abteilungsspezifischer CEO) geleitet werden und ein CEO für das Gesamtunternehmen verantwortlich ist. Bei 3M Co. ist das nicht der Fall.

1.2 News – 3M Co.

18.11.2019 Die ersten 3D-gedruckten Polytetrafluorethylene (PTFE) von 3M wurden auf der Formnext vorgestellt. Mittels einem von 3M entwickelten 3D-Druckverfahrens ist es jetzt möglich, PTFE-Teile mit komplexen Geometrien und feinen Details herzustellen, die über die Möglichkeiten herkömmlicher Verarbeitungstechniken hinausgehen. Die firmeneigene Technologie von 3M kombiniert die leistungsstarken Vorteile von Additive Manufacturing (hier vorgestellt auf der Homepage von General Electric Co.) und PTFE, um Kunden neue Möglichkeiten zu eröffnen. Für diese Technologie liefert 3M hochwertige Fertigteile und fungiert als Servicebüro und Auftragshersteller für die Prototypen-, Kleinserien- und Serienfertigung von 3D-Druckteilen. Das Unternehmen hat zahlreiche führende Unternehmen aus allen Schlüsselbranchen damit beauftragt, die Leistung einzuführen und zu validieren, Aufträge entgegen zunehmen und Teile für das vergangene Jahr herzustellen, und plant nun, die Technologie bis 2020 vollständig zu kommerzialisieren.

24.10.2019 3M Company gab die Ergebnisse für das am 30. September 2019 endende dritte Quartal bekannt. Für das dritte Quartal gab das Unternehmen einen Umsatz von 7.991 Millionen USD bekannt, verglichen mit 8.152 Millionen USD vor einem Jahr. Das Betriebsergebnis belief sich auf 2.011 Millionen USD gegenüber 2.016 Millionen USD im Vorjahr. Der Reingewinn belief sich auf 1.583 Millionen USD gegenüber 1.543 Millionen USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 2,75 USD gegenüber 2,64 USD vor einem Jahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 2,72 USD gegenüber 2,58 USD vor einem Jahr. In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz auf 24.025 Millionen USD gegenüber 24.820 Millionen USD im Vorjahr. Das Betriebsergebnis betrug 4.849 Millionen USD gegenüber 5.424 Millionen USD im Vorjahr. Der Reingewinn betrug 3.601 Millionen USD gegenüber 4.002 Millionen USD im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 6,24 USD gegenüber 6,77 USD vor einem Jahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 6,15 USD gegenüber 6,61 USD vor einem Jahr.

Dazu erschien hier auf Seeking Alpha, das Transcript zum Conference Call. Teilnehmenr von Seiten der 3M Co. waren Bruce Jermeland – VP der Investor Relations, Mike Roman – CEO und Nick Gangestad – CFO.

24.10.2019 3M Company gab zusätzlich die Gewinnprognosen für das vierte Quartal und das gesamte Jahr 2019 bekannt. Die GAAP-Gewinnprognosen für das vierte Quartal 2019 lagen zwischen 2,05 und 2,15 USD je Aktie. Diese Gewinnspanne beinhaltet einen geschätzten negativen Einfluss von 0,15 USD je Aktie aus der kürzlich abgeschlossenen Akquisition von Acelity Inc., die zuvor nicht in den Leitlinien enthalten war. Das Unternehmen hat den GAAP-Gewinn für das Gesamtjahr 2019 auf 8,20 bis 8,30 US-Dollar je Aktie nach der vorherigen Erwartung von 8,25 bis 8,75 US-Dollar je Aktie angehoben. Ohne die Auswirkungen des Gesamtjahres 2019 aus den erheblichen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem ersten Quartal in Höhe von 0,72 USD je Aktie, der Entkonsolidierung der venezolanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 0,28 USD je Aktie und dem Veräußerungsgewinn von Gas- und Flammenerkennung in Höhe von 0,21 USD je Aktie. 3M erwartet nun einen Gewinn von 8,99 bis 9,09 US-Dollar pro Aktie für 2019, verglichen mit früheren Erwartungen von 9,25 bis 9,75 US-Dollar. Diese aktualisierte Gewinnspanne beinhaltet einen geschätzten negativen Einfluss von 0,15 USD je Aktie aus der kürzlich abgeschlossenen Akquisition von Acelity Inc., die zuvor nicht in der Jahresprognose enthalten war.

09.10.2019 Die 3M Co. ist kürzlich wegen ihrer Combat Arms-Ohrstöpsel, Version 2 (CAEv2), unter Beschuss geraten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Testdokumente gefälscht und wissentlich minderwertige Ohrstöpsel hergestellt und an das US-Militär verteilt zu haben. 3M hat mit dem Justizministerium 9 Millionen US-Dollar für die angeblich defekten Ohrstöpsel abgesprochen. Eine MDL wurde Anfang 2019 im nördlichen Distrikt von Florida gegründet und befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Es sind noch keine Bellwether-Versuche geplant, und dem Docket werden noch weitere Fälle hinzugefügt. Möglicherweise sind Tausende von Militärangehörigen betroffen. Ein Artikel erschien bereits am 05.11.2019 hier auf PRNewswire.com.

07.10.2019 Post-it Brand kündigt den Start der Post-it App für Mac an – 3M kündigte an, dass seine hoch bewertete Post-it-App jetzt mit macOS Catalina, der neuesten Version des fortschrittlichen Desktop-Betriebssystems von Apple, im Mac App Store erhältlich ist. Die Post-it App für Mac erweitert die bereits großartige Benutzererfahrung für Mobilgeräte nahtlos auf den Desktop. Post-it-Notizen sind weiterhin ein wichtiges Instrument, um Ideen und Notizen während Besprechungen und Brainstormings am Arbeitsplatz festzuhalten. Früher war es eine zeitaufwändige Aufgabe, nach einer langen Brainstorming-Sitzung Notizen zu transkribieren. Die Post-it-App löste dieses Problem jedoch, indem sie handschriftliche Post-it-Notizen nahtlos digitalisierte. Benutzer können mit ihrer Kamera bis zu 200 Notizen erfassen und neue digitale Notizen in der App direkt auf ihren Geräten erstellen. Die digitalen Post-it-Notizen können arrangiert, verfeinert, organisiert und mit Teams geteilt oder in Anwendungen und Cloud-Dienste exportiert werden. Die führende Benutzeranforderung für die Post-it-App bestand darin, eine Desktop-Version der App zu erstellen. Mit Mac Catalyst und macOS Catalina erfüllt 3M diese Anforderung und ermöglicht Benutzern das Bearbeiten und Organisieren von Post-it Notes, die mit iPhone und iPad auf ihren Mac-Displays erfasst wurden. Die Benutzer sehen eine Steigerung der Produktivität, wenn sie Ideen mit Tastatur und Maus auf einem großen Bildschirm gruppieren, sortieren und synthetisieren. Dies bietet eine weitere Möglichkeit, die Dynamik nach dem Ende des Meetings fortzusetzen. Nähere Informationen sind hier auf Chip-Online.de zu finden.

29.09.2019 3M erweitert sein Portfolio an optischen Strahlverbindern – 3M hat mit Rosenberger OSI und Molex zwei Partner für Montagelösungen für das 3M EBO-Connector-Ökosystem (Expanded Beam Optical) eingeführt. Die Unternehmen im Bereich Glasfaserverkabelung und Servicelösungen haben ihr Engagement als Kooperationspartner bekräftigt, um auf der Basis des 3M Expanded Beam Optical Connector System (einschließlich optischer Patchkabel mit dieser Technologie) optische Lösungen für den erweiterten Strahl herzustellen und zu vertreiben. Rosenberger OSI und Molex sind die ersten Mitarbeiter von Montagelösungen, die sich dem Ökosystem von 3M angeschlossen haben. Das Ökosystem umfasst bereits Mitarbeiter von Inspektionswerkzeugen, EXFO und Sumix, die Adapter für ihre Werkzeuge, Inspektionsbilder und Bestehens- oder Nichtbestehenskriterien für 3M-Steckverbinder entwickeln.

04.09.2019 ParTech, Inc. hat eine Vereinbarung zum Erwerb von Vermögenswerten des Drive Thru Communications Systems-Geschäfts der 3M Company (NYSE: MMM) für 7 Mio. USD am 4. September 2019 geschlossen. Die Übernahme wird voraussichtlich am 30. September 2019 abgeschlossen.

26.08.2019 Bereits am 19. August 2019 schloss das Unternehmen eine Zeichnungsvereinbarung mit Goldman Sachs & Co. LLC, Bank of America Securities Inc., Morgan Stanley & Co. LLC und Wells Fargo Securities, LLC als Vertretern der verschiedenen darin genannten Zeichnungsgesellschaften auf den Verkauf von insgesamt 500.000.000 USD Nennbetrag der 1,750% Schuldverschreibungen des Unternehmens mit Fälligkeit bis 2023, von insgesamt 750.000.000 USD Nennbetrag der 2,000% Schuldverschreibungen des Unternehmens mit Fälligkeit bis 2025, von insgesamt 1.000.000.000 USD Nennbetrag der 2,375% Schuldverschreibungen mit Fälligkeit bis 2029 und von insgesamt 1.000.000.000 USD Nennbetrag des Unternehmens 3.250% Schuldverschreibungen fällig bis 2049.

12.08.2019 Anwaltskanzlei Rosen reicht Sammelklage gegen 3M Company ein – Die Anwaltskanzlei Rosen gab bekannt, dass die Käufer der Wertpapiere von 3M Company vom 9. Februar 2017 bis zum 28. Mai 2019 einschließlich der wichtigen Frist für die Hauptkläger in der Sammelklage am 27. September 2019 waren. Die Klage zielt darauf ab, 3M-Anlegern nach dem Wertpapiergesetz Schadenersatz zu erstatten. Gemäß der Klage gaben die Angeklagten während der gesamten Klassenperiode falsche und / oder irreführende Aussagen ab und / oder gaben nicht bekannt, dass: (1) 3Ms umfangreiche interne Beweise, die Jahrzehnte zurückreichen, bestätigten, dass vom Menschen hergestellte Chemikalien oder Per- und Polyfluoralkylsubstanzen („PFAS“) „) giftig sind (was im Februar 2018 von Minnesotas Generalstaatsanwalt erstmals öffentlich bekannt wurde); (2) 3M hat seit langem negative Informationen und / oder schädliche Daten über PFAS unterdrückt. (3) 3M war aufgrund seines Wissens und der vorsätzlichen Verschleierung des durch die Verwendung von PFAS verursachten toxischen Schadens in erheblichem Maße rechtlichen Risiken für Regierungen, Bezirks- und Kommunalverwaltungen sowie Einzelpersonen im ganzen Land ausgesetzt. und (4) infolgedessen waren die öffentlichen Aussagen von 3M zu allen relevanten Zeitpunkten sachlich falsch und irreführend. Als die wahren Details auf den Markt kamen, behauptete die Klage, dass die Anleger Schadenersatz erlitten hätten. Eine Sammelklage wurde bereits eingereicht. Wenn jemand als Hauptkläger auftreten möchte, muss er das Gericht spätestens am 27. September 2019 anrufen. Ein Hauptkläger ist eine repräsentative Partei, die bei der Leitung des Rechtsstreits im Namen anderer Klassenmitglieder handelt. Die Anwaltskanzlei Rosen vertritt Investoren auf der ganzen Welt und konzentriert ihre Tätigkeit auf Sammelklagen und Aktionärsklagen. Die Anwaltskanzlei Rosen wurde von ISS Securities Class Action Services für die Anzahl der Abrechnungen von Wertpapierklassen im Jahr 2017 als Nr. 1 eingestuft. Die Anwaltskanzlei Rosen gehört seit 2013 jedes Jahr zu den Top 3 . Anwalt Werbung. Frühere Ergebnisse garantieren kein ähnliches Ergebnis.

Weitere Nachrichten sind beispielsweise hier auf der Seite SimplyWallstreet.com zu finden, die über den Zeitstrahl und den Kursverlauf eingesehen werden können.

Im Newsroom des Unternehmens, sind ebenfalls die neusten Nachrichten zu finden, die vom Unternehmen veröffentlicht werden.

1.3 Aktionäre, Chart, Dividenden und Aktienrückkäufe – 3M Co.

Als ein sehr altes und großes Unternehmen mit globalem Aktionsradius, sind viele namhafte Institutionen und professionelle Vermögensverwalter unter den Aktionären der 3M Co. zu finden.

Als größter Aktionär tritt die Vanguard Group, Inc. auf, aber ebenso BlackRock Fund Advisors, die Bank Wells Fargo Minnesota und Capital Research & Management Co. sind unter den größten Anteilseignern. Aktuell werden ca. 69% aller ausstehenden Aktien von Institutionen gehalten, 31% befinden sich im öffentlichen Umlauf.

Die 3M Co. schüttet 4 mal im Jahr eine Dividende aus und das bereits seit 60 Jahren mit regelmäßigen Dividendensteigerungen. Im Geschäftsjahr 2018 wurde zuletzt eine Jahresdividende von 5,44 USD je Aktie an die Aktionäre ausgezahlt. Die Dividendenrendite für einen Kurs von 167,77 USD je Aktie, liegt bei ca. 3,4%.

Seit dem 13.11.2018, gibt es ein Aktienrückkaufprogramm ohne Laufzeitbegrenzung, das ein Volumen von bis zu 10 Mrd. USD haben soll.

1.4 Peergroupvergleich (Gesamtkapitalrendite) – 3M Co.

UnternehmenGesamtkapital
-rendite
EV/EBITReturn on
Capital
Earnings Yield
3M Company12,7%16,447,2%6,1%
Honeywell International, Inc.10,6%16,9116,4%6,9%
General Electric Company12,7%43,35,2%2,3%
Danaher Corp.4,7%31,088,4%3,2%
Illinois Tool Works, Inc.16,4%17,690,1%5,7%
Johnson Controls Int. PLC12,3%29,450,8%3,4%
Merck & Co. Inc.11,2%19,483,9%5,2%
United Technologies Corp.3,8%16,775,7%6,0%
Siemens AG3,1%14,547,8%6,9%

Da 3M Co. ein breit gestreuter Mischkonzern ist, gestaltet sich die Aufstellung einer verlässlichen Peer Group als schwierig, da viele Vergleichsunternehmen zwar in ähnlichen Feldern aktiv sind, aber nicht in allen relevanten Feldern des Zielunternehmens, was den direkten Vergleich erschwert. Hier kann zum Beispiel eine Summe der Teile Analyse ein Weg sein, die einzelnen Geschäftsfelder mit einem geeigneten Vergleichsunternehmen zu vergleichen.

Um einen besseren Vergleich der Peer Group untereinander ziehen zu können, verwende ich hier mehrere Kennzahlen, darunter die Gesamtkapitalrendite, das Enterprise Value zu EBIT-Verhältnis, mit dem sich Unternehmen einer Branche gegeneinander vergleichen lassen (je niedriger die Zahl desto günstiger ist das Unternehmen im Verhältnis zu seiner operativen Ertragskraft) und die Kennzahlenkombination Return on Capital (Kapitalrendite; ROC) und Earnings Yield (Gewinnrendite; EY) nach der Berechnungsmethode von Joel Greenblatt, die Bestandteil seiner „Börsenzauberformel“ sind. Mit der kombinierten Betrachtung dieser beiden Kennzahlen, lässt sich die aktuelle Leistung des Unternehmens (ROC) gegen seine aktuelle Bewertung (EY) vergleichen. Eine Methode der Preis/Leistungs-Berechnung für Aktiengesellschaften.

1.5 Segmente und Umsatzverteilung – 3M Co.

Das Unternehmen berichtet in 6 Segmenten, die sich wie folgt zusammensetzen:

Die Industriesparte erwirtschaftet hier den Löwenanteil des Unternehmens mit der Produktion, Entwicklung und dem Verkauf von Schleifmittel, Klebstoffe, Klebebänder, Reinigungsmittel, Luft- und Flüssigkeitsfiltersysteme, sowie vielen weiteren Produkten. Hauptmarkt mit über 39% Umsatzanteil sind die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Zusammenstellung der finanziellen Daten im 10-K Formular des Unternehmens, einsehbar hier auf der Hauptseite der SEC, setzen sich für das Geschäftsjahr 2018 wie folgt zusammen:

1.6 Wichtige Kennzahlen – 3M Co.

Eine grafische Auswertung und weitere Informationen zu den Fundamentaldaten der 3M Company, sind auf der Seite Aktienfinder.net zu finden.

Verschuldungsgrad, finanzielle Stabilität

GeschäftsjahrEigenkapital-quoteFremdkapital-quote
201827,0%73,0%
201730,6%69,4%
201631,4%68,6%
201535,9%64,1%
201442,0%58,0%
201353,5%46,5%
201253,3%46,7%
201150,2%49,8%
201053,1%46,8%
200948,8%51,2%

Entwicklung der Verschuldung und des Gesamtkapitals: In den letzen Jahren seit 2013, ist ein deutlicher Rückgang des Eigenkapitals im Verhältnis zum Fremdkapital zu sehen. Die Eigenkapitalquote hat sich hier annähernd halbiert. Wie aus den Grafiken ersichtlich ist, hat das Fremdkapital kontinuierlich zugenommen.

Finanzielle Stabilität: Das Unternehmen hat trotz eines hohen Fremdkapitalbestandes, eine moderate Zinslast zu tragen, die nach eigenen Berechnungen, einem Zinssatz von zuletzt 1,22% für das Geschäftsjahr 2018 beträgt. Hier wurde eine theoretische Berechnung aufgestellt, welchen Effekt es auf das Vorsteuerergebnis (EBT) hätte, würden die Zinsen sprunghaft um +2,0%-Punkte ansteigen. Für das Jahr 2018 wurde dabei mit einer Belastung von -8,2% auf das EBT, der größte theoretische Rückgang des EBT im gesamten Betrachtungszeitraum erreicht. In Anbetracht der Ertragslage des Unternehmens, ist das Risiko einer plötzlichen Zinserhöhung daher als nicht substanziell zu betrachten. Der Zinsdeckungsgrad liegt aktuell bei etwa 15,5 und ist damit gut.

Entwicklung des Goodwills in der Bilanz: Zwar ist der Goodwill-Anteil von seinem Hochpunkt von über 52% auf rund 27% zurück gekommen, obwohl der Posten nominal gestiegen ist, der Anteil des Goodwill ist aber immer noch hoch. Sollten bei einer Neubewertung der Vermögensgegenstände dieser Position Sonderabschreibungen notwendig werden, würde sich das schwer auf die Bilanz auswirken. Daher muss das mögliche Risiko des Goodwills hier angesprochen werden. Positiv ist die rückläufige Tendenz.

Anzahl ausstehender Aktien

GeschäftsjahrAusstehende Aktien
in Mio. Stück
Veränderung
2018576,6-3,1%
2017594,9-0,3%
2016596,7-2,1%
2015609,3-4,1%
2014635,1-4,3%
2013663,3-3,5%
2012687,1-1,1%
2011695,0-2,4%
2010712,0+0,2%
2009710,6+2,5%

Entwicklung der Anzahl ausstehender Aktien: Der Trend geht zu einem beständigen Rückgang der Anzahl ausstehender Aktien. Das Unternehmen hat zuletzt 2018 ein Aktienrückkaufprogramm unbegrenzter Laufzeit gestartet, das ein Gesamtvolumen von bis zu 10 Mrd. USD haben soll. Allerdings wird hier folgendes ersichtlich: In den Jahren der letzten Finanzkrise ab 2008, emittierte das Unternehmen über mehrere Jahre Aktien zu einem damals stark gefallenen Kurs, was die Möglichkeit wahrscheinliche macht, dass sich das Unternehmen in einer Lage wirtschaftlichen Abschwungs, der mit stark sinkenden Aktienkursen einhergehen kann, gezwungen sehen könnte, sich über Aktienausgaben frisches Kapital zu beschaffen, zu einem dann zu niedrigen Kurs, was auch den Effekt hätte, dass die Anteile der Bestandsaktionäre stark verwässert würden. Dieses Risiko muss berücksichtigt werden.

Operative Marge

GeschäftsjahrUmsäte
in Mio. USD
EBIT
in Mio. USD
operative
Marge
201832.7656.66020,3%
201731.6577.23422,9%
201630.1097.22324,0%
201530.2746.94622,9%
201431.8217.13522,4%
201330.8716.66621,6%
201229.9046.48321,7%
201129.6116.17820,9%
201026.6625.91822,2%
200923.1234.81420,8%

Entwicklung der Umsätze, des EBIT und der Gewinne: Bis 2018 sind die Umsätze unter kleineren Rücksetzern gestiegen, ebenso EBIT und Gewinn des Gesamtunternehmens. Letztere weisen allerdings stärkere Schwankungen auf. Das Unternehmen konnte allerdings durchgehend profitabel wirtschaften.

Entwicklung der operativen und der Nettomarge: Die Margen waren über die vergangenen 10 Jahre sehr stabil mit einer nur geringen Volatilität, deren stärkste Ausprägung man in den Jahren der Finanzkrise ab 2008 sehen kann, die sich allerdings schnell wieder gefangen haben. Die Nettomarge verhält sich hierbei schwankungsanfälliger, was durch die volatileren Gewinne begründet ist.

Free Cashflows

GeschäftsjahrFree Cashflows
in Mio. USD
Veränderung
in %
20184.862-0,1%
20174.867-7,2%
20165.242+5,7%
20154.959-3,4%
20145.133+23,6%
20134.152+8,8%
20123.816-2,3%
20113.905-4,4%
20104.083+1,1%
20094.038+31,9

Entwicklung der operativen und freien Cashflows: Die Cashflows die dem Unternehmen zur Verfügung stehen, unterliegen zwar einer gewissen Schwankung, aber die langfristige Tendenz geht in Richtung steigender Kapitalflüsse. Positiv ist hier zu vermerken, dass die Kapitalflüsse nicht nur regelmäßig steigen, sondern dies auch in Krisenzeiten getan haben und das Unternehmen im gesamten Betrachtungszeitraum nie negative Cashflows ausweisen musste.

Buchwert

GeschäftsjahrBuchwert
in Mio. USD
Veränderung
in %
20189.848-15,3%
201711.622+12,4%
201610.343-12,0%
201511.747-10,6%
201413.142-26,8%
201317.948-0,5%
201218.040+13,7%
201115.862-1,0%
201016.017+20,4%
200913.302+29,1%

Entwicklung des Eigenkapitals: Von seinem Hoch im Jahr 2012, hat der Buchwert des Unternehmens in den Jahren bis 2018 immer wieder größere Einschnitte erlebt. Hier können allerdings einige Bilanzeffekte als Erklärung angeführt werden.

Entwicklung der Treasury Stocks in der Bilanz: Das Volumen Eigener Aktien ist von 4,8 Mrd. USD 2013 auf rund 29,6 Mrd. USD 2018 gestiegen. Diese Eigenen Aktien, werden negativ auf das Eigenkapital gebucht und reduzieren dieses um den entsprechenden Betrag. Eigene Aktien (Treasury Stocks) können von der Firma aber auch wieder veräußert werden. Daraus lässt sich folgender Schluss ziehen: Das Eigenkapital des Unternehmens ist bereinigt um die Treasury Stocks tatsächlich gewachsen. Dieses Wachstum wird aber durch die noch höheren Bestände Eigener Aktien in der Bilanz maskiert, da deren Zuwachs das Eigenkapitalwachstum noch übertroffen hat.

Dividenden und Kurs-Gewinn-Verhältnis

Geschäftsjahr Dividenden
in USD /Aktie
Earnings
per Share
KGV
20185,44 USD8,89 USD21,26
20174,70 USD7,93 USD28,75
20164,44 USD8,16 USD20,68
20154,10 USD7,58 USD18,29
20143,42 USD7,49 USD19,68
20132,54 USD6,72 USD18,28
20122,36 USD6,32 USD12,60
20112,20 USD5,96 USD11,44
20102,10 USD5,63 USD12,46
20092,04 USD4,52 USD14,53

Entwicklung der Dividenden und des KGV, sowie des KBV: Das Unternehmen 3M Company hat den Titel eines Dividendenaristokraten und entsprechend, sind in den letzten 60 Jahren die Dividenden je Aktie kontinuierlich gestiegen. Das mittlere KGV der letzten 10 Jahre liegt für die Firma bei rund 19,4.

1.7 Aussichten – 3M Co.

Unternehmensspezifisch: Für das Gesamtjahr 2019, rechnet das Unternehmen mit Gewinnen je Aktie zwischen 8,99 und 9,09 USD je Aktie, im Vergleich zu 9,25 bis 9,75 USD je Aktie in der letzten Schätzung.

Für das Jahr 2019, rechnen die Analysten auf der Seite marketscrreener.com, mit Gewinnen je Aktie von 8,23 USD je Anteilsschein und damit mit einem Rückgang der EPS. In den Folgejahren wird allerdings wieder mit steigenden Gewinnen je Aktie gerechnet. Ähnliche Erwartung besteht für die Gesamtumsätze des Konzerns, das operative Ergebnis und die Gesamtgewinne. Die Schulden des Unternehmens sollen für 2019 weiter ansteigen, ehe sie in den Folgejahren wieder reduziert werden sollen, so die Einschätzung. Die Free Cashflows sollen aber weiterhin solide bleiben und leicht wachsen. Die Erwartungen der Analysten auf der Plattform finanzen.net, sehen die Entwicklung ähnlich und rechnen mit zunächst Rückläufigen Erfolgszahlen in Umsatz, EBIT und Gewinn, ehe sie sich ab 2020 wieder erholen sollen. Ab 2019 soll auch der Buchwert wieder wachsen.

Im Bezug auf die Dividenenausschüttungen, rechnen alle gesichteten Schätzungen mit einem weiteren Zuwachs der Zahlungen für alle Anteilseigner in den kommenden 3 bis 5 Jahren.

https://de.marketscreener.com/3M-COMPANY-4836/ratings/

Die Analysten hier auf simplywallstreet.com, gehen von einem Umsatzwachstum vom 3,2%, sowie einem Gewinnwachstum von 8,9% aus.

Gesamtmark:

Aufgrund seiner Größe, der globalen Reichweite und seines Charakters als breit diversifizierter Mischkonzern, hängt ein Großteil des Unternehmenserfolgs von 3M an der globalen Entwicklung der Wirtschaft. Unter den Titel „Global Slowdown Spreads Across U.S. Economy“, erschien hier bereits am 27.09.2019 ein Artikel im Wall Street Journal, der sich mit den aktuellen Geschehnissen beschäftigen, die die weltweite Wirtschaft aktuell gefährden. Hauptsächlich geht der Artikel auf niedrigere Konsumentenausgaben, rückläufige private Investitionen und höhere Zölle ein. Ein Artikel der sich mit der Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums, konnte hier auf BBC News gefunden werden. Der Artikel erschien am 26.09.2019.

Daten über die globale Wirtschaftsentwicklung, können beispielsweise hier und hier auf der Hauptseite des Internationalen Währungsfonds gefunden werden.

Wie in einem vorangegangenen Artikel, kann hier für die globale Entwicklung auf die Daten des Internationalen Währungsfonds und der Bank für internationalen Zahlungsausgleich verweisen. Eine Zusammenfassung über die aktuelle Marktlage und alle relevanten Variablen, bietet der wirtschaftliche Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsausglich (BIS) in Basel.

Ebenfalls geben hier die Veröffentlichungen des Internationalen Währungsfonds, die hier zu finden sind, Aufschluss über gesamtwirtschaftliche Erwartungen. Für 2020 rechnet die Organisation mit einem Wirtschaftswachstum global von 3,5%. Dabei sieht sie aber größere Risiken aufkommen.

Zwei interessante Artikel im Wall Street Journal:

Ein interessanter Artikel konnte hier gefunden werden, der unter dem Titel „War and (Nearly) Peace – 28 Events in the U.S.-China Trade Conflict“ auf S&P Global Market Intelligence am 08.05.2019 veröffentlicht wurde.

Publikationen auf marketsandmarkets.com, zeigen im Folgenden die Erwartungen über die künftige Entwicklung:

SegmentPrognose
Polyurethan-Klebstoffe Das Marktvolumen für Polyurethan-Klebstoffe wird im Prognosezeitraum
voraussichtlich von 7,0 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 9,1 Mrd. USD im Jahr
2024 ansteigen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5,6%. Das
Wachstum der Endverbraucherindustrien wie Bauwesen, Automobilindustrie,
Transportwesen und Verpackung treibt das Wachstum des
PU-Klebstoffmarktes voran.
Flüssig-FilterEs wird erwartet, dass die Größe des globalen Marktes für Flüssig-Filter
von 2,1 Mrd. USD im Jahr 2019 auf 2,9 Mrd. USD im Jahr 2024 ansteigt,
bei einer jährlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,5% im Prognosezeitraum.
Dieses hohe Wachstum ist in erster Linie auf strenge Vorschriften für die
Behandlung von Industrie- und Siedlungsabfällen zurückzuführen.
Die zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung in der APAC-Region
treibt auch den Markt an.
Elektroaktive PolymereDer Markt für elektroaktive Polymere wurde im Jahr 2016 auf USD 3,26
Milliarden geschätzt und soll bis 2022 USD 5,12 Milliarden erreichen,
was einer jährlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,9% zwischen 2017
und 2022 entspricht. In diesem Bericht wurde 2016 als Basisjahr und
Prognosezeitraum angesehen von 2017 bis 2022 berücksichtigt.
Rüstungs-MaterialVoraussichtlich bis 2024 ein Umfang von 15,2 Mrd. USD, nach 10,7 Mrd. USD
im Jahr 2019 bei einer jährlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,2%.
Das Wachstum dieses Marktes ist auf die zunehmenden bewaffneten
Konflikte, die zunehmenden Spannungen zwischen den Nachbarländern
und die zunehmenden Terroranschläge auf der ganzen Welt
zurückzuführen. Der Nahe Osten und der asiatisch-pazifische Raum
haben sich aufgrund der zunehmenden asymmetrischen Kriegsführung
in diesen Regionen in den letzten Jahren als Märkte mit hohem
Potenzial für Rüstungsmaterialien herausgestellt. Der Markt in
anderen Regionen, einschließlich Nordamerika und Europa,
verzeichnet ebenfalls ein deutliches Wachstum aufgrund laufender
Programme zur Modernisierung und Aufrüstung bestehender gepanzerter
Plattformen, um die Kampffähigkeiten der Streitkräfte zu verbessern.
PTFEDer Markt für Polytetrafluorethylen (PTFE) hatte 2016 einen Wert von 1,87
Mrd. USD und wird voraussichtlich bis 2022 2,66 Mrd. USD erreichen,
was einer jährlichen Wachstumsrate von 6,1% im Prognosezeitraum
entspricht. Die hohe Nachfrage nach PTFE in verschiedenen
Endverbraucherindustrien wie chemische und industrielle Verarbeitung,
Elektronik und Elektrotechnik, Automobil- und Luftfahrtindustrie,
Konsumgüter sowie Bauwesen und Konstruktion treibt den PTFE-Markt an.
KlebebandDer Markt für Klebeband wurde im Jahr 2016 auf USD 48,56 Milliarden geschätzt
und soll bis 2022 USD 69,42 Milliarden erreichen, was einer jährlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,26% im Prognosezeitraum entspricht. In dieser Studie
wurde 2016 als Basisjahr betrachtet und der Prognosezeitraum liegt zwischen
2017 und 2022.
WundversorgungDer weltweite Wundversorgungsmarkt wird voraussichtlich bis 2024 einen
Wert von 24,8 Milliarden US-Dollar von 19,8 Milliarden US-Dollar im Jahr
2019 erreichen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 4,6% von 2019
bis 2024. Die aufstrebenden Volkswirtschaften wie Indien, China und
Brasilien dürften ein breites Spektrum abdecken von Chancen für die
Akteure in der Branche, die von einer wachsenden Gesundheitsinfrastruktur,
einer zunehmenden Zahl von Diabetikern, einem riesigen
Bevölkerungspool und steigenden Gesundheitsausgaben getrieben werden.

Für die 3M Company, sind hier auf marketsandmarkets.com weitere Studien und Prognosen zu finden, die für verschiedenen Marktsegmente und Produktklassen erstellt wurden.

1.8 Einteilung nach Peter Lynch – 3M Co.

Unter Betrachtung des Gewinnwachstums und der Margen, handelt es sich bei der 3M Co. nach Peter Lynch um einen Average Grower, mit einem mittleren Wachstum und einer mittleren Dividende. Die Empfehlung von Peter Lynch wäre demnach: Das Unternehmen zu kaufen, wenn die Bewertung unter dem eigenen Durchschnitt liegt. (Kurs-Gewinn-Verhältnis als Bewertungsmaßstab)


1.9 Levermann Score – 3M Co.



WertPunkte
1Eigenkapitalrendite
2EBIT-Marge
3Eigenkapitalquote
4Kurs-Gewinn-Verhältnis
5Kurs-Gewinn-Verhältnis (5Jahre)
6Analystenmeinung
7Reaktion auf die Quartalszahlen
(SPX)
8Gewinnrevision
9Kursverlauf der letzten 6 Monate
10Kursverlauf der letzten 12 Monate
11Trendumkehr
12Reversaleffekt
13Erwartetes Gewinnwachstum

Gesamt

1.10 Piotroski F-Score – 3M Co.

WertPunkt
1Positiver Nettoertrag1JA
2Positiver operativer Cashflow1 JA
3Gesamtkapitalrendite höher als im Vorjahr1 JA
4operativer Cashflow höher als Nettogewinn1 JA
5Niedrigerer Verschuldungsgrad als im Vorjahr0NEIN
6Current Ratio höher als im Vorjahr0 NEIN
7Weniger oder gleich viele umlaufende Aktien
als im Vorjahr
1 JA
8Bruttomarge höher als im Vorjahr0 NEIN
9Kapitalumschlag höher als im Vorjahr0 NEIN
Gesamt5

1.11 Berichte und Präsentationen

2. Detailanalyse

Bei einigen Bewertungsverfahren, werde ich Annahmen und Prognosen über zukünftige Entwicklungen des Unternehmens machen müssen. Immer wenn ich Schätzungen machen muss, werde ich versuchen diese unter möglichst konservativen Annahmen zu machen, um keinen zu optimistischen Standpunkt einzunehmen.

2.1 SWOT – Analyse – 3M Co.

Stärken:

  • Eine der Hauptstärken und eine der tragenden Charakteristiken des Unternehmens 3M Co. ist seine sehr breite Aufstellung, die in dem Satz Ausdruck findet, „man kann keine 10 Meter gehen, ohne auf ein Produkt von 3M zu stoßen.“ Diese breite Diversifizierung des eigenen Tätigkeitsbereiches, sorgt für eine gewisse zyklische Stabilität bei den Erträgen und Cashflows. Sichtbar wird das am besten im Zeitraum von 2008 bis 2010, in dem das Unternehmen immer noch solide Verkaufszahlen vorzuweisen hatte und die Margen immer noch gut waren. Die breite Diversifizierung bedeutet auch, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden angesprochen werden.
  • 3M verfügt außerdem über eine sehr ausgeprägte Innovationskraft, die in der Regel nicht aus Übernahmen innovativer Firmen resultiert, sondern aus dem Unternehmen selbst heraus kommt. Zum einen investiert das Unternehmen hohe Summen in die Forschung und Entwicklung, in den letzten 5 Jahren über 11% der Bruttoumsätze im Schnitt. Zum Anderen pflegt das Unternehmen historisch eine Firmenkultur, die die Innovationsfähigkeit der Belegschaft schätz und fördert. Das hat im Laufe der Zeit dazu geführt, dass 3M über eine breite Palette an Fachgebieten ein enormes Know How aufgebaut hat. Diese Innovationskraft, basierend auf der Firmenkultur, ist die zweite tragende Charaktereigenschaft des Unternehmens und damit ein weiterer Wettbewerbsvorteil, der mitunter die Möglichkeit bietet, schnell auf Nachfrageänderungen und Trends zu reagieren.
  • Die lange Geschichte und die sehr erfolgreiche Geschichte von 3M, haben zur Bildung einiger sehr bekannter Marken geführt, die eine hohe Bekanntheit und Marktpräsenz genießen. Die Markenstärke liefert dem Unternehmen eine bessere Verhandlungsposition um höhere Preise zu verlangen und um seine Waren an den Verkaufsstellen besser zu platzieren. 3M hat außerdem ein starkes Vertriebsnetz aufgebaut, das für niedrigere Kosten sorgt und so die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Der zweite Effekt eines effizienten Vertriebs, ist die schnellere Etablierung neuer Produkte am Markt.
  • Dazu kommt die global starke Präsenz des Unternehmens in nahezu jedem Land der Welt. Das gibt 3M auch die Möglichkeit, in vielen unterschiedlichen Wirtschaftsräumen zu operieren und von der Entwicklung anderer Märkte zu profitieren. Daraus resultiert auch eine weite Erfahrung darin, neue Märkte zu erschließen. Das bedeutet den aufbau einer lokalen Produktion mit Vertriebsnetz und Marketing unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten.
  • Die bereits erwähnten soliden Cashflows der Firma, sind eine weitere Stärke. Die solide finanzielle Basis auf der das Unternehmen steht, bietet eine höhere Sicherheit des Unternehmens auch in schweren Phasen. Es bietet den Fremdkapitalgebern auch eine erhöhte Sicherheit, die sich in niedrigeren Zinssätzen niederschlägt. (Beispiels: eine Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit hat einen Zinssatz von etwa 3,25%) Die finanzielle Stärke des Unternehmens sorgen auch für konstante Dividendenflüsse an die Unternehmenseigner. Auch der Zinsdeckungsgrad ist trotz eines hohen Fremdkapitalanteils sehr gut.
  • Das Management setzt sich mehrheitlich aus langjährigen Mitarbeitern zusammen, die innerhalb des Unternehmens ihre Karrieren genommen haben und, wie im Falle des CEO, diese auch bei 3M begonnen haben. Damit ist das Management mit Personen besetzt, die in der Unternehmenskultur aufgewachsen sind und sich teilweise die Karriereleiter aus relativ niedrigen Positionen hochgearbeitet haben. Das Resultat ist ein tiefes Verständnis des Unternehmens und seiner Struktur.
  • Zuletzt hat sich das Unternehmen über die Jahre einen sehr guten Ruf erarbeitet, der als weitere Stärke betrachtet werden kann.

Schwächen:

  • Eine der größten Stärken von 3M, ist zeitgleich auch eine der größten Schwächen: Die breite Diversifikation über Branchen, Technologien und Märkte des Unternehmens. Diese zwingt das Unternehmen dazu, sich auf mehrere Bereich mit unterschiedlichen Anforderungen gleichzeitig zu konzentrieren und sich mit mehr Wettbewerbern auseinander zu setzen, die gegebenenfalls über eine bessere Spezialisierung in ihrem jeweiligen Bereich verfügen. Daraus kann eine höhere Wettbewerbsfähigkeit resultieren und wie die Unternehmensgeschichte zeigt, war 3M bereits mehrmals in der Situation, unrentable Unternehmensbereiche einzustellen und sogar groß angelegte Restrukturierungen durchzuführen, die bei einem Unternehmen dieser Größe ein teures Unterfangen sind.
  • Diese Schwäche in der mangelnden Fokussierung, bedingt durch die breite Streuung der Geschäftstätigkeit, ist ein weitere nennenswerter Schwachpunkt. Das Unternehmen kann sich nicht auf einen Bereich konzentrieren und muss Ressourcen immer wieder in neue Anforderungen umleiten. (Vergleich eines Konfliktes mit mehreren Fronten; es gibt nicht genug Ressourcen um alle Fronten vollständig zu besetzen) Somit muss die Strategie immer wieder an sich ständig ändernde Bedingungen angepasst werden.
  • 3M Co. ist als Entwickler und Anwender von Technologien bekannt. Daraus ergibt sich allerdings die Schwäche, dass das Unternehmen gezwungen ist, permanent Investitionen in unterschiedliche Bereiche für die Entwicklung und Expansion zu leisten. Daraus resultieren auch höhere Kosten für das Unternehmen, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen.
  • Wie bereits in der Vergangenheit geschehen, könnte sich das Unternehmen diversen Rechtsstreitigkeiten gegenübersehen, sowie anderen Formen der Rufschädigung, die insbesondere bei Fehlverhalten des Unternehmens oder eines Mitarbeiters, den guten Ruf nachhaltig schädigen könnten.
  • Ähnliches gilt in Fragen von Umweltschutz und Arbeitsbedingungen. Bei einer nachlassenden Qualität der Arbeitsbedingungen, könnte dies auch zu einem Abfall der Innovationskraft des Unternehmens führen, das ja stark auf die Kreativität und Fachkenntnis seiner Belegschaft setzt.
  • Eine weitere mögliche Schwäche, können die fortgesetzten Aktienrückkäufe sein. Es besteht hier die Gefahr, dass 3M seine eigenen Aktien zu teuer zurückkauft und in einer wirtschaftlichen Schwächephase gezwungen sein könnte, Aktien zu billig emittieren oder wieder verkaufen zu müssen, was einen effektiven Verlust bedeuten würde.
  • Bei seiner jetzigen Größe, kann das Unternehmen kaum noch stark wachsen und mögliche Marktanteile höchstens durch harte Preiskämpfe erringen, die allerdings der Profitabilität schaden würden.

Chancen:

  • 3M Co. kann zum Teil vom Natürlichen Marktwachstum einiger Branchen profitieren, wie beispielsweise dem Bereich Sicherheit. Allgemein bieten Zeiten einer guten Wirtschaftslage dem Unternehmen gute Perspektiven seine Geschäfte zu betreiben.
  • Die vielen Branchen in denen sich das Unternehmen engagiert, bieten viele Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Produkte. Hier kommt dem Unternehmen auch seine Innovationskraft zugute, um einen möglichen Bedarf frühzeitig zu erkennen und zu bedienen.
  • Auch die Entwicklung neuer Marken ist eine Gelegenheit für das Unternehmen um neue Geschäfte zu entwickeln. Die Entwicklung der Schwellenländer, in denen 3M auch aktiv ist, geben dem Unternehmen schließlich noch eine Gelegenheit, von deren Entwicklung zu profitieren.
  • Durch strategische Übernahmen, kann das Unternehmen sich weitere profitable Geschäftsfelder sichern oder bestehende ausbauen. Das kann auch genutzt werden, um die globale Präsenz zu erhöhen.

Risiken:

  • Neben den allgemeinen Markt- und Währungsrisiken, konnten folgende Risiken formuliert werden:
  • 3M Co. hat es mit einer Reihe von starken Wettbewerbern zu tun, die teilweise in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen oder Regionen sehr gut spezialisiert sind. Das verringert stark die Preissetzungsmacht von 3M und das Aufkommen neuer Konkurrenten, könnte das Unternehmen dazu zwingen unprofitabel gewordene Geschäftsteile zu veräußern.
  • Dazu kommen noch politische Risiken, die vor allem in instabilen Regionen eintreten können, allerdings auch in den Industriestaaten anfallen können, beispielsweise durch eine Verschärfung der Regularien, eine Änderung der Besteuerung oder einer Ausweitung der Berichtspflichten. Eingeschlossen werden hier auch mögliche härtere Umweltauflagen oder zwischenstaatliche Konflikte, die den Handel erschweren oder das Beschaffungswesen vor Herausforderungen stellen.
  • Ein großes Risiko stellen schnelle Zinserhöhungen dar, die das Ergebnis negativ beeinflussen können. Wie im Teil „Finanzielle Stabilität“ aber herausgearbeitet wurde, ist dieses Risiko zwar vorhanden, der mögliche Effekt allerdings unkritisch. Ähnliche Risiken bestehen bei den Kosten für Rohstoffe, die ebenfalls starken Schwankungen unterliegen können.
  • Der technische Fortschritt könnte dem Unternehmen neben den Chancen auch große Risiken aufbürden, sollte 3M nicht in der Lage sein, sich ändernden Gegebenheiten schnell genug anzupassen.
  • Die Möglichkeit, dass der gute Ruf des Unternehmens beschädigt werden kann, ist eines der Hauptrisiken. Eine Rufschädigung könnte das Kundenvertrauen erschüttern und am Ende auch zu Verlusten von Marktanteilen führen.
  • Ein weiteres Risiko liegt in falschen Übernahmen, die entweder zu teuer finanziert werden oder wenn es sich dabei um Unternehmen handelt, die sich nur schwerer als erwartet integrieren lassen oder sich sogar als Fehlkäufe herausstellen können.

2.2 Bewertungsverfahren – 3M Co.

Für die Bewertung von …, greife ich in diesem Abschnitt auf verschiedene Verfahren zurück, die mir für das Unternehmen als sinnvoll und aussagekräftig erscheinen. Da eine Bewertung zukünftiger Entwicklungen hier eine wesentliche Rolle spielt, werde ich bei Prognosen, Schätzungen und Annahmen versuchen, wie bereits gesagt, eine möglichst konservative Sichtweise einzunehmen.

2.2.1 Bewertung der Arbeit des Managements

Um hier eine möglichst fundierte Aussage zu treffen, betrachte ich mehrere Kennzahlen, anhand derer ich eine Einschätzung über die Leistung der Geschäftsleitung treffen will. Ich gebe die Kennzahlen für den Prognose-Zeitraum zwar mit an, diese fließen aber nicht in die Berechnung mit ein. Die Schwäche bei dieser Methode der Managementbewertung liegt in der doppelten Wertung von Unternehmenskennzahlen. Die Finanzkennzahlen des Unternehmens fließen in die Bewertung der Aktie mit ein, daher ergibt sich ein grundlegendes Problem, ein gutes Management anhand derselben Zahlen abzuleiten und das Ergebnis bei der Bewertung eines Unternehmens nochmals zu berücksichtigen.

Erläuterung: Bei allen Kapitalrenditen, nehme ich Werte von > 15% im Durchschnitt, als 100% an. Für die Tilgungsdauer des Fremdkapitals, nehme ich alle Wert von < 1 Jahr als 100%

Das Management des Unternehmens ist kontinuierlich in der Lage gewesen, gute Kapitalrenditen zu erwirtschaften. Auch im Vergleich zu einer breiten Peer Group, sind die Renditen gut. Daher gehe ich davon aus, dass hier möglicherweise ein sehr kompetentes Management arbeitet. Die Firma arbeitet bereits sehr lange profitabel, die Cashflows sind sehr solide und die Dividendenausschüttungen immer gut finanziert. Allerdings sind die theoretischen Zeiten für die Schuldentilgung sehr lang, was bei dieser Form der Bewertung des Managements nur zu einer Leistung von 66% führt.

2.2.2 Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das Verfahren basiert darauf, dass auf ein Sockel-KGV, dem mindesten Vielfachen der Gewinne, zu dem ein Unternehmen bewertet sein sollte, Aufschläge berechnet und addiert werden, die sich nach bestimmten Fundamentaldaten des Unternehmens richten. Für dieses Verfahren muss ich verschiedene Annahmen treffen die sich teils auf Prognosen und Schätzungen stützen. Wo immer ich eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen machen muss, werde ich versuchen eine möglichst konservative Annahme zu treffen.

Die 3M Co. ist bereits sehr lange am Markt und das minimale KGV der letzten 10 Jahre, lag bei etwa 9,3 (Quelle: https://www.gurufocus.com/stock/MMM/summary). Dazu kommen die guten Finanzen des Unternehmens auch in schweren Zeiten, weshalb ich ein Sockel KGV von 8,0 als gerechtfertigt betrachte.

Für die finanzielle Stabilität, vergebe ich einen Aufschlag auf das Sockel KGV von 1,02.

Das Unternehmen hat zwar eine sehr gute Umsatzrendite, um hier aber einen konservativen Standpunkt einzunehmen, rechne ich für die Marktposition mit nur 5 Porter Punkten, für einen eher starken Wettbewerb. Das zukünftige Wachstum der Gewinne, halte ich mit +3,0% im langfristigen Mittel für realistisch. Am Ende kommen so ein Aufschlag von 1,5 für Marktposition und Rentabilität, sowie +0,5 für Wachstum zusammen.

Für die individuellen Eigenschaften des Unternehmens, vergebe ich insgesamt +4,0 auf das Sockel KGV. 3M Co. ist breit diversifiziert und gut aufgestellt, mit soliden Cashflows und einer langen erfolgreichen Historie. Dazu kommt noch der Titel eines Dividendenaristokraten und die Dividende ist sehr gut finanziert. Hinzu kommen noch die bekannten Marken des Unternehmens und ein solides Management. Diese Eigenschaften sind nach meiner Meinung einen Aufschlag wert.

Ergebnis: Daraus ergibt sich ein theoretisch faires KGV von 15,02 für das Unternehmen und bezogen auf die letzten ausgewiesenen Gewinne, ein möglicher fairer Wert von 139,36 USD je Aktie. Legt man bei der Berechnung die erwarteten Gewinne für das Geschäftsjahr 2019 zugrunde, errechnet sich ein theoretischer fairer Wert von 143,08 USD je Aktie. Eine Sicherheitsmarge habe ich hierbei noch nicht berücksichtigt.

2.2.3 Faires Kurs-Buchwert-Verhältnis:

Ähnlich dem fairen Kurs-Gewinn-Verhältnis sucht die Bewertung mit dem fairen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nach einem fairen Aufschlag auf den Buchwert des Zielunternehmens. In die Berechnung fließt das faire KGV als Variable mit ein, um die Eigenkapitalkosten des Unternehmens einzuschätzen. Eine andere Möglichkeit diese Kosten zu berechnen, wäre zum Beispiel das Weighted Average Cost of Capital-Modell zur Berechnung von Kapitalkosten. Ein weiterer Bestandteil, ist der „risikofreie Zinssatz„. Für diesen verwende ich den Zins 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasury Bonds), der hier auf der Seite des U.S. Department of Treasury gefunden werden können.

Ich rechne hier mit dem errechneten fairen KGV von 15,02 und einem „risikofreien Zins“ von 1,74%, der aktuellen Rendite 10 jähriger U.S. Staatsanleihen.

Ergebnis: Daraus ergibt sich ein theoretisch faires KBV von 6,35 und dementsprechend ein möglicher fairer Wert von 108,43 USD je Aktie. Ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge.

2.2.4 Gewinnrenditendiskontierung

Mit diesem Verfahren, betrachtet man eine Aktie wie eine Anleihe, mit einem variablen Zinssatz. Hier stellt der Gewinn je Aktie (EPS) den Zinskupons auf den Aktienkurs dar. Dabei kann man das Vorsteuerergebnis verwenden, sowie das Nachsteuerergebnis. Ich unterstelle in diesem Verfahren den EPS ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, berechne die Rendite am prognostizierten Zeitpunkt auf den aktuellen Aktienkurs und zinse diese Rendite mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab. Mittels des Kurs-Gewinn-Verhältnisses berechne ich einen theoretischen fairen Wert je Aktie. Ich beziehe mich im Folgenden auf das Nachsteuerergebnis. Für mögliche faire Werte, die sich aus diesem Verfahren berechnen, berücksichtige ich auch den Buchwert des Unternehmens je Aktie.

Für die kommenden 10 Jahre, nehme ich ein durchschnittliches EPS-Wachstum von +5,0% als realistisch an. Desweiteren rechne ich mit einem standardmäßigen Abzinsungsfaktor von 12,0% p.a. und mit dem durchschnittlichen KGV der letzten 10 Jahre von etwa 19,4.

Ergebnis: Unter den von mir unterstellten Annahmen, errechne ich einen theoretischen Fairen Wert je Aktie von 94,39 USD. Dabei berücksichtige ich den Buchwert je Aktie, aber noch keine Sicherheitsmarge.

2.2.5 Cashflowdiskontierung (Brutto- und Nettoverfahren)

Bei diesem auf Cashflows basierenden Verfahren, habe ich einmal das Bruttoverfahren (Free Cashflow to Firm) und das Nettoverfahren (Free Cashflow to Equity) angewendet, um einen Zielbereich für einen möglichen fairen Wert zu bestimmen. Als mögliche Wachstumsraten, habe ich auch hier wieder versucht möglichst konservative Schätzungen anzunehmen.

Free Cashflow to Firm – Bruttoverfahren:

Free Cashflow to Equity – Nettoverfahren:

Ich hab für beide Verfahren jeweils ein Wachstum von +3,0% p.a. über die gesamte Laufzeit inklusive des Terminal Value als realistisch angenommen und rechne standardmäßig mit einem Abzinsungsfaktor von 12,0% p.a..

Ergebnis: Unter den von mir getroffenen Annahmen, berechne ich für das Bruttoverfahren ein theoretisch faires Ergebnis von 128,76 USD je Aktie und für das Nettoverfahren von 92,75 USD je Aktie, ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge.

2.2.6 Dividendendiskontierung

Das Dividend Discount Model (DDM) ist ein einfachesVerfahren zur Bestimmung des theoretisch fairen Wertes einer Aktie. Es eignet sich gut für die Bestimmung des fairen Wertes von Dividendenaktien, geht aber von der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes aus. Die zukünftigen Dividendenzahlungen werden mit einem Eigenkapitalkostensatz abgezinst (diskontiert). Man erhält so den fairen Wert der Aktie bzw. den gegenwärtigen Wert des Eigenkapitals je Aktie. Das Dividend Discount Model ist eine Unterform des Discounted Cash-Flow (DCF), wobei man hiefür die Dividende anstelle der Gewinne eines Unternehmens für die Berechnungen heranzieht. Für die Berechnung unterstelle ich den Dividenden ein angenommenes Wachstum über einen bestimmten Zeitraum, in meinem Fall 15 Jahre, sowie einen Terminal Growth, der auch als „ewige Wachstumsrate“ bezeichnet wird. Die so berechneten Dividendenerträge zinse ich mit einem Diskontierungsfaktor auf den heutigen Tag ab, das 1 Dollar heute mehr wert ist, als 1 Dollar in 15 Jahren. Die abgezinsten Dividenden je Aktie werden anschließend aufsummiert. Dazu gibt es hier noch einen Artikel auf finanzsenf.de.

Ich nehme für die nächsten 15 Jahre ein Dividendenwachstum von +5,0% p.a. als realistisch an und rechne mit +3,0% für den Terminal Growth. Desweiteren rechne ich in jedem Fall mit einem Diskontierungsfaktor von 12,0% p.a..

Ergebnis: Für die von mir getroffenen Annahmen, berechne ich einen theoretischen fairen Wert von 90,09 USD je Aktie, wobei ich den Buchwert berücksichtige, aber ebenfalls keine Sicherheitsmarge veranschlagt habe.

2.2.7 Summe-der-Teile Analyse (SOTP)

Die Summe-der-Teile-Analyse macht am ehesten bei Mischkonzernen und Konglomeraten Sinn, die klar voneinander getrennte Geschäftsbereiche vorweisen. Die Stryker Corp. hat zwar keine explizit voneinander getrennten Segmente, da sich hier alle Segmente im gleichen Bereich, der Medizintechnik bewegen, aber aus Interesse habe ich diese Analysemethode zur Diversifizierung und tieferen Betrachtung herangezogen. Das Bewertungsverfahren basiert auf der separaten Bewertung und anschließenden Aufsummierung der Segmente.

Im Rahmen der SOTP Bewertung wird jedes Segment mithilfe von für das jeweilige Segment passenden Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können entweder auf Basis der aktuellen Marktbewertung (Trading Multiples), kürzlicher Transaktionen (Transaction Multiples) oder auch eines intrinsischen Ansatzes (z.B. Earnings Power Value oder DCF) ermittelt werden. Über die Annahmen wird der Enterprise Value (EV) je Segment sowie für das Gesamtunternehmen ermittelt und anschließend die Nettoverschuldung (Schulden – Cash und Beteiligungen) vom EV ab, um den Wert des Eigenkapitals zu ermitteln. Daraus lässt sich der Wert je Aktie ermitteln, nachdem noch gegebenenfalls Korrekturen vorgenommen wurden.

Für eine Summe-der-Teile-Analyse, habe ich versucht für jedes Segment, in dem 3M berichtet, eine mögliche Vergleichsgruppe zusammenzustellen. Anschließend habe, ich abgeleitet von der durchschnittlichen Bewertung des EBIT oder der Umsätze der Vergleichsgruppe, eine Bewertung jedes einzelnen Segments vorgenommen und die Einzelergebnisse zu einem Gesamtwert des Unternehmens aufsummiert. Die aktuellen Pensionsrückstellungen des Unternehmens habe ich abgezogen.

Ergebnis: Unter den von mir verwendeten Bedingungen, errechne ich einen möglichen fairen Wert des Unternehmens von 143,44 USD je Aktie, ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge. Gerade für dieses Verfahren, halte ich allerdings eine Sicherheitsmarge für zwingend notwendig, da die Bewertung auf der Bewertung andere Unternehmen beruht. Diese Bewertungen können ebenfalls zu teuer sein und andere Variablen kommen bei diesem Verfahren nicht vor. Bei den meisten anderen Verfahren, werden Annahmen über ein realistisches Wachstum veranschlagt, die ich in der Regel unter konservativen Annahmen treffe, was einen gewissen Sicherheitsspielraum impliziert, der im Fall dieses Verfahrens allerdings fehlt. Unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge von 25%, korrigiert sich der mögliche faire Wert auf 107,58 USD je Aktie.

2.3 Zusammenfassung und Fazit – 3M Co.

Die 3M Company ist ein altes Unternehmen, was in diesem Kontext positiv zu bewerten ist. Das Unternehmen hat es geschafft, durch sämtliche Veränderungen der Zeit, profitabel zu wirtschaften und hat im Laufe der Zeit eine Unternehmenskultur entwickelt, die mit diesen Veränderungen mithalten und sogar davon profitieren kann. Die Firma ist trotz ihrer Größe aus sich heraus sehr innovativ und entwickelt ständig neue Produkte, bzw. überarbeitet und verbessert ihr bestehendes Sortiment. Diese Innovationskraft beruht zum einen auf der Unternehmenskultur, die die Eigenständigkeit und Kreativität der Mitarbeiter so gut wie möglich fördert, zum anderen auf einem regelmäßigen Budget für Forschung und Entwicklung. Im Vergleich der letzten 5 Jahre, wurden jährlich Forschungsgelder in Höhe von über 11% der Bruttoumsätze aufgewendet.

So gut die Innovationskraft aber ist, hier liegt auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor vor und sichere Renditen aus diesen Investitionen gibt es nicht. Insofern sind regelmäßige hohe Aufwendungen für die Forschung kritisch zu betrachten und ausbleibende Erfolge (eine theoretische Möglichkeit) können sich negativ auf ein Unternehmen auswirken, dass am Puls der Zeit bleiben muss, um weiter profitabel zu sein bzw. um keine Marktanteile zu verlieren. Aktuell fällt außerdem ein niedriges Eigenkapital auf, bedingt durch einen hohen Anteil eigener Aktien in der Bilanz, sowie ein hoher Goodwill-Anteil von rund 25% der Bilanzsumme. Hier liegen insbesondere finanzielle Risiken, die in einer möglichen Zinsänderung liegen und für den Goodwill-Anteil in der Möglichkeit, dass hier durch eine Neubewertung hohe Abschreibungen notwendig werden könnten, was wiederum in die Bilanzsumme schneiden würde.

Das Management des Unternehmens gefällt mir dagegen sehr gut, vor Allem die Vita des CEO, der praktisch seit dem Beginn seiner Karriere bei 3M beschäftigt ist. Als Kritikpunkt wären hier nur die hohen Bezüge in Aktienoptionen zu nennen, die ich generell kritisch betrachte. Die Dividendenhistorie ist beeindruckend und die Ausschüttungsquoten zeigen eine stets solid finanzierte Dividende für die Aktionäre, trotz beständiger Steigerungen der Ausschüttungen. Aktuell ist die Ausschüttung der Gewinne auf rund 66% gestiegen. Gerade aus Dividendensicht wäre 3M daher ein möglicher Kandidat.

Wägt man die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken des Unternehmens gegeneinander ab, steht das Unternehmen nach meiner Meinung sehr solide da und ist dank seiner starken Cashflows und seiner enormen Produktvielfalt auch in der Lage, wirtschaftliche Verwerfungen gut zu überstehen. Auch im Vergleich zu der von mir gewählten Peer Group, ist das Unternehmen durchaus konkurrenzfähig.

Unter Berücksichtigung der von mir verwendeten Bewertungsverfahren, sehe ich einen möglichen Korridor für eine faire Bewertung zwischen 90,00 und 120,00 USD je Aktie, wobei ich einen Sicherheitsabschlag auf das Ergebnis der fairen KGV-Bewertung ansetze. Auf der Seite Aktienfinder.net, stellt sich der faire Wert des Unternehmens wie folgt dar:

Nach dem Ranking System des Aktienfinders, kommt 3M auf 88 von 100 Punkten, wobei der Hauptkritikpunkt an den Umsätzen des Unternehmens liegt.

Weitere zusätzliche Bewertungen wie hier auf simplywallstreet.com, kommen zu einem mölichen fairen Wert von etwa 190,41 USD je Aktie, bezogen auf die freien Cashflows.

Die Seite finanzen.net, sieht bereits ein Premium von etwa 1,3% auf den aktuellen Kurs.

Fazit: In der Gesamtbetrachtung, halte ich 3M Co. für ein sehr gutes Unternehmen, mit einem soliden Geschäft und einem moderaten bis niedrigen Risiko. Moderat aktuell deswegen, weil ich die hohen Anteile an Fremdkapital und Goodwill in der Bilanz kritisch sehe, auch wenn ich ersteres mit einem durch eigene Aktien verringerten Eigenkapital erklären kann. Ansonsten gefällt mir die Unternehmenskultur, die aufgebauten Strukturen und das Geschäftsmodell sehr gut. Darum wird das Unternehmen auf meiner Liste zu beobachtender Unternehmen landen. Den aktuellen Kurs von rund 170,00 USD je Aktie, halte ich allerdings für zu hoch, für ein Unternehmen, dass nur noch langsam wächst. Meine Hauptbetrachtung des Unternehmens liegt hierbei auf den Dividenden als größter Anreiz und dem damit verbundenen regelmäßigen Kapitalfluss durch das Unternehmen, jedoch sind in meiner Berechnung noch keine persönlichen Steuern berücksichtigt. Bei einem Kurs von etwa 150,00 USD je Aktie, werde ich eine gegebenen Falls eine weitere Betrachtung durchführen.

Soll die 3M auf die Watchlist?

  • Ja (89%, 8 Votes)
  • Nein (11%, 1 Votes)

Total Voters: 9

Loading ... Loading ...

Ich hoffe die Analyse war interessant zu lesen und hier ist die Audioversion der Analyse:

3M Company Teil 1
3M Company Teil 2

Peter Merkle

Weitere Analysen gibt es hier.

You may also like

Leave a Comment

„Diese Website verwendet Cookies – nähere Informationen dazu und zu Ihren Rechten als Benutzer finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende der Seite. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und direkt unsere Website besuchen zu können.“ Ich stimme zu